Helene Sommerfeld

Die Ärztin: Die Wege der Liebe

Eine neue Generation.
Eine Welt im Umbruch.
Berlin, 1915: Die Millionenstadt ist gezeichnet von den Wirren des Krieges. Während tausende Männer auf dem «Feld der Ehre» ihr Leben verlieren, behandelt die Ärztin Ricarda Thomasius an der Charité junge Arbeiterinnen, die sich unter unmenschlichen Bedingungen in den Munitionsfabriken verletzen. Gleichzeitig droht Ricardas Familienglück zu zerbrechen. Sohn Georg wird an der Front vermisst, das Verhältnis zu Tochter Henny liegt in Scherben, und Nesthäkchen Antonia testet ihre Grenzen aus. Die Ärztin will um ihre Kinder kämpfen, koste es, was es wolle. Doch es gibt Verletzungen, die selbst die Liebe nicht so einfach heilen kann. Als das Schicksal erneut zuschlägt, muss Ricarda sich ihrer Vergangenheit stellen. Dort, wo alles begann…


Autorenbild Foto von Helene Sommerfeld

Der  Autor

Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Viele ihrer Romane und Sachbücher waren internationale Bestseller. Auch mit der Historien-Saga  um die Ärztin Ricarda Thomasius feierte Helene Sommerfeld große Erfolge. Im Rowohlt Verlag erschienen bereits «Die Ärztin. Das Licht der Welt» und «Die Ärztin. Stürme des Lebens». Band 2 der im Berlin der Kaiserzeit angesiedelten Reihe stand auf Platz 1 der Bestsellerliste.


BibliografieAnsehen


Rezensionen

Rebecca1

Beiträge 8
27.08.2019

Ricarda Thomasius ist wieder in Berlin und arbeitet in der Praxis der weiblichen Ärzte. Doch wegen des Krieges bleiben immer mehr Patientinnen fern, so dass sie die Praxis schließen muss. Welch Ironie: wurde Rica erst als weibliche Ärztin an der Charité abgelehnt, wird sie nun, da immer mehr Ärzte an den Fronten ihre Arbeit verrichten müssen, gern eingestellt. Das berufliche Problem und damit der Lebensunterhalt sind gesichert. Aber die Sorge um ihre Kinder du ihren kriegsversehrten Mann treibt sie weiter um ….
Ich weiß nicht wie die Autorin es immer schafft, aber es gelingt ihr mit diesem 3. Band wieder einzigartig, mich mit Ricardas Leben und Sorgen in kurzer Zeit so stark zu fesseln, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Sicher liegt es unter anderem daran, dass innerhalb der Kapitel der Handlungsort wie auch die darin vorkommenden Personen ständig wechseln. Ob man sich gerade in Berlin, Kalifornien oder Gut Freystetten befindet. An keiner Stelle war mir das Buch langatmig oder gar langweilig. Sorgen, Trauer, Zweifel, Fehler, Streitigkeiten – all das darf der Leser hautnah miterleben. Nichts wirkt konstruiert und vielleicht ist gerade deshalb dieses Buch um Dr. Ricarda Thomasius so ergreifend wie fesselnd. Dabei ist Ricarda nicht ohne Fehler. Stellt sie doch oft genug Arbeit und Patienten in den Focus. Da kommen oftmals Mann und Kinder zu kurz. Sie erscheint mitunter hart und stur. So hat es mich sehr geärgert, wie sie zu ihrer ältesten Tochter Henny so hart sein konnte als diese zusammen mit Victor nach Amerika ging. Da wirkte sie auf mich fast die Komtess Henriette ihre Wohltäterin, die auch nicht über ihren Schatten springen konnte.
Mich hat der 3. Band auf jeden Fall wunderbar unterhalten, so dass eine Leseempfehlung von mir uneingeschränkt ausgesprochen wird und 5 Lese-Sterne wohlverdient sind.

Igela

Beiträge 25
04.09.2019

1915: Die Ärztin Ricarda Thomasius arbeitet nach der Rückkehr aus China an der Charité in Berlin. Ihre Patienten sind gezeichnet vom Krieg. Junge Männer, die kreigsverletzt zurückkehren. Frauen und Kinder, die in den Munitionsfabriken Arme und Hände verlieren. Ricarda bangt zudem um ihren Sohn Georg, der einberufen wurde und dessen Schicksal ungewiss ist. Tochter Henny setzt ihren Kopf durch und heiratet einen Mann, mit dem ihre Mutter nicht einverstanden ist. Im Streit zieht Henny mit ihm nach Amerika. Nesthäkchen Antonia zieht es, wie Schwester und Mutter, in die Medizin. Doch Toni möchte Tiermedizin studieren und versucht ihren eigenen Weg zu finden.

" Die Wege der Liebe " ist nach " Das Licht der Welt " und " Stürme des Lebens " der dritte und letzte Teil der Reihe um die Ärztin Ricarda. Dieser dritte Teil beginnt mitten in der Szene, bei der der zweite Teil endet. Meiner Meinung nach sollte zum besseren Verständnis unbedingt chronologisch gelesen werden.

Die Geschichte beginnt sehr dramatisch und auch im weiteren Verlauf erlebt die Familie von Ricarda viele Höhen und Tiefen. Ihr Leben ist gezeichnet vom Krieg, wenn wir Leser diesen auch eher aus der Beobachterperspektive erleben. Kriegsszenen gibt es keine, man liest jedoch sehr viel über die Folgen des Weltkrieges.
Für einmal steht nicht das ganze Buch über praktisch nur Ricarda im Mittelpunkt. Ihre Kinder Henny, Georg und Antonia stehen abwechslungsweise im Fokus, was die Geschichte sehr vielschichtig und spannend gestaltet. Die Töchter, die immer noch darum kämpfen, Berufe erlernen zu dürfen, respektive im Beruf anerkannt zu werden. Georg, der seinen Mann an der Front steht und zutiefst traumatisiert und gezeichnet zurückkehrt zu seiner Familie. Mir hat sehr gut gefallen, wie das Autorenduo Details der damaligen Zeit aufgreift und auf eine berührende Weise dem Leser näher bringt.

Viele altbekannte Figuren aus den ersten beiden Bänden spielen auch hier im dritten Teil wieder mit. Von einigen muss man Abschied nehmen, weil sie sterben oder aus dem Leben der Familie Thomasius verschwinden. Neue und spannende Figuren kommen dazu und bereichern die Handlung. Trotz einer beträchtlichen Anzahl an Figuren und verschiedener Verhältnisse untereinander, habe ich den Faden nie verloren. Denn die Autoren, die unter dem Pseudonym Helene Sommerfeld schreiben, tun dies so klar und übersichtlich, dass man stets weiss welche Figur gerade wo in der Handlung steht.
Mich hat die Reihe begeistert ... und das obwohl ich sonst kein Fan von Reihen oder Trilogien bin.

Leseeckchen

Beiträge 25
01.12.2019

    Der dritte Band steht den ersten beiden in nichts nach

    Selten kann eine Reihe oder auch eine Trilogie so fesseln und von Anfang bis Ende Neues bringen. Dem Autorenduo „Helene Sommerfeld“ ist es gelungen, „Die Ärztin“ so anzulegen, dass keine Sekunde Langeweile entsteht und man selbst dann gefesselt ist, wenn man sonst nie historische Romane liest. Die Veränderungen dieser Zeit werden so bildhaft geschildert, dass man sich fühlt, als lebe man mit Ricarda, Jette, Käthe, Siegfried, Hennie und den anderen ebenfalls im Jahre 1915. Auch die goldenen Zwanziger bekommen ihren Raum und man wird quasi hineingezogen.

    Die Geschichte der Medizin, der Frauen, der Veränderungen, Liebe und Familie – all das wird hier so wunderbar erzählt, dass man gar nicht anders kann, als regelrecht süchtig zu werden. Man erlebt mit, wie die Menschen der damaligen Zeit mit den Schicksalsschlägen umgehen und für eine bessere Zukunft kämpfen. Geburten und Todesfälle gehören auch dazu und gehen beide ins Herz, denn man kommt einfach nicht umhin, mit den Figuren zu fühlen. Selbst die unsympathischen Charaktere schaffen es, den Leser zu faszinieren.

    In diesem Teil gibt es wieder starke Frauen, die mit den Entbehrungen der damaligen Zeit und des Krieges klarkommen müssen. Aber es gibt auch Aufdeckungen von Geheimnissen, die das Leben so einiger Personen durcheinanderwirbeln und wieder neue Verwicklungen auslösen. Doch alles passt so perfekt ineinander, nichts wirkt zurechtgebogen.

    Der Wandel der Zeit wird glaubhaft und verständlich geschildert. An Ricardas Leben kann man quasi sehen, wie sich alles verändert hat. Dennoch zeigt die Story auch, dass sich gewisse Dinge im Leben immer gerne wiederholen und auf ihre Weise schrecklich oder schön, zerstörend oder weiterführend, sinnlos oder sinnvoll sind. Und immer wieder gibt es Krieg – der niemals Sinn macht.

    Großartig, wie das Autorenpaar diesen großen Bogen schlagen konnte, ohne sich zwischendurch zu verlaufen. Ich bin mehr als begeistert! Ein Kreis schließt sich auf unbeschreiblich perfekte, aber logische und in sich stimmige Art und Weise. Auch wenn ich traurig bin, dass dies wohl der letzte Teil der Reihe sein wird, denn ich könnte noch ewig weiterlauschen und möchte die Familie(n) sehr gerne noch weiter begleiten. Eine Exkursion bis ins Heute wäre meiner Meinung nach doch wunderbar!

    Beate Rysopp trägt einen sehr großen Teil dazu bei, dass ich so begeistert bin. Ihre Stimme ist wie geschaffen für historische Romane und starke Frauen. Gekonnt lässt sie mit ihr die Figuren lebendig werden, vermittelt Freude und Liebe ebenso lebendig, wie Trauer und Leid, aber auch Hass und Ekel. Die ganze Bandbreite möglicher Gefühle kann man bei ihr sehr gut hören. Wunderbar und einzigartig!

    Keine Frage – auch der dritte Teil ist perfekt gelungen und mir fünf Sterne wert.

    tigerbea

    Beiträge 87
    18.11.2019

      Berlin im Jahre 1915. Der Krieg hat seine Spuren hinterlassen. Ricarda Thomasius arbeitet als Ärztin in der Charite, behandelt dort Arbeiterinnen, die in Munitionsfabriken verletzt wurden. Auch ihre Familie ist von Problemen gezeichnet. Sohn Georg wird an der Front vermißt und das Verhältnis zu Tochter Henny ist zerrüttet. Die jüngste Tochter Antonia wird aufmüpfig. Ricarda gibt alles, um ihre Familie zu erhalten. Doch dann muß Ricarda sich ihrer Vergangenheit stellen.

      Dies ist nun der Abschluß der Ärztin-Trilogie. Da die Geschichte unmittelbar aufeinander aufbaut, ist es in meinen Augen sinnvoll mit Band 1 zu beginnen. Zu viele Informationen würden sonst verloren gehen! Hat man diese Informationen, findet man sich schnell in die Handlung ein und es macht Freude, die Entwicklung der Familie zu verfolgen. Auch wenn es hier sehr viel um das Leben der drei Kinder geht, bekommt man einige Neuigkeiten über Ricarda vermittelt und hofft sehr, daß alles wieder in die richtigen Bahnen kommt. Denn im Laufe der Zeit erlebt man so viel mit ihr, daß man einfach das Gefühl hat, man gehöre zu ihrer Familie. Helene Sommerfeld beschreibt die Nachkriegszeit sehr bildhaft. Man sieht alles vor sich und bekommt einen Einblick in die Härte der damaligen Zeit. Das Buch ist durchweg leicht und flüssig zu lesen und weist Spannung von Beginn bis Ende auf.
      Für mich ist dieser Band ein gelungener Abschluß, auch wenn ich die Familie gern noch weiter begleitet hätte.

      C. Sch.

      Beiträge 29
      11.11.2019

        INHALT:
        Berlin 1915: Der erste Weltktieg hat begonnen und auch Berlin ist das immer mehr zu spüren. Tausende Unschuldige haben schon ihr Leben lassen müssen und das Volk leidet. Ricarda arbeitet in der Charitè und muss Dutzende Arbeiterinnen behandeln, die in Munitionsfabriken arbeiten und sich dabei schwer verletzen. Auch ihr privates Glück ist in Gefahr. Ihr Sohn Georg ist an der Front und wird vermisst. Das Verhältnis zu ihrer Tochter Henny wird immer schwieriger und droht zu zerreissen und ihre jüngste Tochter Antonia testet gerade ihre Grenzen aus. Ricarda kämpft an allen Seiten, bis das Schicksal erneut hart zuschlägt. Jetzt muss sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzten und dorthin gehen, wo alles begann.
        MEINE MEINUNG:
        Der dritte und finale Teil knüpft nahtlos an die Ereignisse aus dem zweiten Teil an, woduch man als Leser wieder sofort in der Geschichte angekommen ist. Der Schreibstil ist wieder sehr verständlich und einfühlsam und sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin schafft es, das gleich eine Grundspannung herrscht und man neugierig auf weitere Ereignisse wird. Einerseits erfährt man, wie es um die medizinischen Belange in dieser Zeit steht dann, wie es in der Familie weitergeht und auch politische Ereignisse werden aufgegriffen. Es ist eine sehr gute und vor allem hochinteressante Mischung von allem und man hat als Leser das Gefühl, man ist dabei, man steht an der Seite der Protagonisten und ist mitten im Geschehen. Alles wird wunderbar und authentisch miteinander verflochten, das Buch hat keine überflüssigen Längen und es wirkt auch in keinster Weise überladen. Wieder steht Ricarda im Mittelpunkt und muss alle Fäden ziehen und alles in Gang halten. Aber man merkt auch besonders ihre weiche Seite, ihre Verletzlichkeit und doch auch ihren starken Willen für ihre Familie zu kämpfen.
        Das Ende von diesem dritten Band fand ich sehr gelungen und befriedigend und mit Tränen in den Augen nehme ich Abschied von dieser wundervollen Reihe.
        FAZIT:
        Sehr gut recherchiert, spannend und einfühlsam und einfach wunderbar zu lesen. Ich liebe diese Reihe.

        Chattys Buecherblog

        Beiträge 17
        04.11.2019

          "Die sanft hügelige Weite der östlichen Mark Brandenburg schlief unter einer dünnen Decke aus Schnee." so beginnt der dritte und damit auch der Abschlußband der Trilogie um die Ärztin Ricarda Thomasius. Das Autorenehepaar, HELENE SOMMERFELD, beschreibt hier, wie sich die Welt um Rica verändert hat. Alle Protagonisten aus den Vorgängerbänden finden ihre Erwähnung und auch ihre Geschichten werden weiter erzählt. Durch den gefühlvollen und bildhaften Schreibstil, macht das Autorenehepaar es den Lesern sehr leicht, sich in der Geschichte zurecht zu finden. Die Story zeigt sich durchgängig nachvollziehbar, mit durchaus spannenden Elementen, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die Handlungen zeigen sich realistisch und vom Zeitgeschehen geprägt. Dieser Abschlußband war für mich ein wahrer Lesegenuß, ebenso wie die beiden Vorgängerbände.

          Und mit dem Satz: Die Vergangenheit bleibt hinter uns, damit die Zukunft sich entfalten kann, schließt diese tolle und warmherzige Geschichte um die Ärztin Ricarda Thomasius, sowie ihrer Familie und ihren Freunden.

          Alica

          Beiträge 31
          16.10.2019

            Der dritte Band der Ärztin-Reihe rundet die Geschichte um Ricarda Thomasius schön ab. Auch hier geht es wieder turbulent zu.
            Für mich war dieser Band jedoch der schwächste von allen dreien. Mir persönlich hat der erste Band am besten gefallen. Trotzdem eine sehr lesenswerte Trilogie!.

            Klusi_liest

            Beiträge 26
            14.10.2019

              Der letzte Teil der Trilogie um die Ärztin Ricarda Thomasius und ihre Familie spielt in der Zeit des ersten Weltkriegs und der Nachkriegsjahre, genau genommen umfasst die Handlung einen Zeitraum von sechs Jahren, beginnend an Weihnachten 1914 und endend an Weihnachten 1920.
              Ich empfehle auf jeden Fall, mit dem ersten Band anzufangen, denn die Geschichte der Familie Thomasius ist ziemlich „kurvenreich“, und es würden unweigerlich wichtige Informationen fehlen, wenn man gleich beim dritten Band einsteigen würde. Weitgehend spielt die Handlung in Berlin, aber da Ricardas Sohn Georg und ein Teil der Familie in München lebt, gibt es auch einige Kapitel, die dort stattfinden. Außerdem verfolgen wir einen Handlungsstrang in Amerika, denn dorthin ist Ricardas älteste Tochter Henny übersiedelt.
              Ricarda hat sich weiter entwickelt. Mit den Jahren ist sie reifer und nachdenklicher und auch weicher geworden. Vieles, was sie in der Vergangenheit erlebt hat, hinterfragt sie inzwischen, vor allem wenn es um ihre drei Kinder geht. Henny, Georg und Antonia haben ihre eigenen Vorstellungen von ihrer Zukunft, und da wird so manches durchgesetzt, ohne Rücksicht auf Verluste. Alle machen Fehler und gehen ihren Weg, aber das ist ja nichts Ungewöhnliches, denn auf diese Weise grenzen sich Kinder von ihren Eltern ab, und das ist der Lauf der Welt. Ricardas Mann Siegfried wirkt dabei wie ein ruhender Pol. Er ist der eher besonnene Ratgeber im Hintergrund und für Ricarda der Hafen in der Brandung. So weit könnte es eine ganz normale Familiengeschichte sein, die hier erzählt wird. Aber die historischen Ereignisse sind außergewöhnlich. Es herrscht Krieg, und daraus resultiert das Elend und der Hunger in der Bevölkerung. Sie Stimmung im Land wird sehr anschaulich wiedergegeben, und man kann den Unmut der Menschen nachvollziehen. Auch die Ereignisse bei Kriegsende sind dramatisch und so lebendig geschildert, dass man fast meint, mit dabei zu sein.
              Es ist interessant, über die historische und auch über die wissenschaftliche Entwicklung zu lesen. Die Welt ist im Umbruch. Man erfährt viel über die damalige Stellung der Frauen und ihre Rechte, und es wird sehr deutlich, dass trotz des Fortschritts auch Ricardas Töchter mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie sie selbst vor vielen Jahren. Zwar haben Frauen inzwischen das Wahlrecht, aber in den Köpfen der Männer ist diese Veränderung noch nicht wirklich angekommen.

              Wie bereits erwähnt, läuft bei Ricardas Familie nicht alles harmonisch. Bei der Familie Thomasius wird an allen Fronten gekämpft, nicht nur im Krieg, denn hier jagt eine Katastrophe die nächste. Ich muss gestehen, dass es mir manchmal etwas zu viel wurde mit den dramatischen Ereignissen. Hier kommt es wirklich an allen Ecken und Enden knüppeldick, was mir nicht immer ganz glaubwürdig erschien. Einige Situationen aus Ricardas Vergangenheit wiederholen sich bei ihren Kindern, so dass ich nicht nur einmal das Gefühl hatte, ein Déjà-vu zu erleben.
              Trotzdem fand ich auch den dritten Band angenehm zu lesen, und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Wenn man bereits zwei Bände gelesen und die Familiengeschichte verfolgt hat, möchte man ja schließlich wissen, wie alles ausgeht. Diesmal gab es keinen Cliffhanger, wie beim zweiten Band, sondern alles hat einen runden, zufriedenstellenden Abschluss gefunden, und ich bin auf jeden Fall froh, die Trilogie gelesen zu haben.

              maxkolbe

              Beiträge 15
              13.10.2019

                Ich bin begeistert. Die Autoren haben es wieder geschafft, die Spannung Anfang bis Ende zu halten, ja noch zu steigern, denn in den letzten paar Seiten muß man nochmal mit Ricarda mitfiebern.
                Eine fulminante Geschichte, Strudel von Ereignissen, dazu mittendrin in einem furchtbaren Krieg, der den Menschen alles abfordert.
                Zum Glück für Ricarda und ihre Familie gibt es ja noch den "Rückzugsort" Freystetten.
                Gleich zu Anfang der Geschichte wird der Cliffhanger des Vorgängers aufgelöst und verlangt in Folge von Ricarda etwas, was sie nicht leisten kann. Niemals kann sie einer vermeintlichen Geschwisterehe zustimmen. leider sieht ihre Tochter das etwas anders und zieht nach America. Georg,den Sohn, hat sie an den Krieg verloren. Als er endlich heimkehrt, ist er selber Vater und es ist etwas mit ihm passiert. Ricarda geht für eine Woche mit ihm auf die Hütte seines Vaters und versucht Erinnerungen zu wecken. Antonia, das Nesthäkchen wird flügge, erlebt die erste Liebe und eine Ahnung, wohin ihr beruflicher Weg führen könnte. Sie heuert im Zoo als Hilfe an und betreut ein mutterloses Schimpansenkind. Erneut stellt Georg ihre Mutterqualitäten auf die Probe, er bringt einen Freund mit. Zwischendrin wird immer wieder von den schrecklichen Hungersnöten erzählt, Antonia bringt ihren Eltern Zebrafleisch aus dem Zoo mit. So langsam bricht Ricardas hartes Verhältnis zu Henny, der Tochter in America auf, sie erkennt, daß sie falsch gehandelt hat. eine unwahrscheinliche Sehnsucht entwickelt sich.
                Ricards wird als Leiterin der Gynäkologie geschaßt, da sie eine Abtreibung vorgenommen hat, die der neue Emporkömmling, ein Arzt, der mehr Ahnung vom Krieg hat, als von Gynäkologie, selber machen wollte. Was Antonia damit zu tun hat, müssen sie unbedingt selber lesen und auch warum es zum Schluß nochmal spannend wird und alle Kinder zusammenhelfen, selbst Antonia jetzt in die Humanmedizin will.
                Spannung versprochen! Nebenbei erfahren sie natürlich viel von den Nebencharakteren, Florentine, die Komteß, Rosel und von den Nebenschauplätzen.
                Ein Wahnsinnsbuch, daß man lesen muß!!

                Lesemone

                Beiträge 22
                10.10.2019

                  Der dritte Band der Ärztin-Reihe rundet die Geschichte um Ricarda Thomasius schön ab. Auch hier geht es wieder turbulent zu. Die meisten Männer im Krieg, die Frauen am schuften und die jungen Leute hoffen, dass es bald besser wird. Ricarda sorgt sich in diesem Band sehr um ihre Kinder, die verstreut auf der Welt leben. Sehr anschaulich werden die Kriegsjahre geschildert. Mich wunderte etwas, dass Ricarda trotz des Krieges immer so schnell nach München reisen konnte. Kaum wurde sie in Berlin kontaktiert, war sie schon in München. Ich hätte mir es langwieriger vorgestellt, bis man da an sein Reiseziel kommt. Das Buch war fesselnd und zu keiner Zeit langweilig. Am Ende werden die Geschehnisse abgerundet und ich wurde als Leser zufriedengestellt. Für mich war dieser Band jedoch der schwächste von allen dreien. Mir persönlich hat der erste Band am besten gefallen. Trotzdem eine sehr lesenswerte Trilogie!

                  Readmore

                  Beiträge 17
                  08.10.2019

                    Berlin 1915- die Schrecken des Krieges erreichen auch die Zivilbevölkerung. Lebensmittelknappheit, Schlange stehen, minderwertige Produkte und kaum Fleisch ist in der Stadt zu haben. Die Ärztin Ricarda Tomasius muss ihre Privatpraxis schließen und wieder in der Charité arbeiten. Dort behandelt sie unzählige Frauen, die in der Munitionsfabrik arbeiten müssen und dort verstümmelt werden. Die Menschen bangen um ihre Liebsten an der Frontkämpfer, auch Ricardas Sohn Georg wird vermisst. Tochter Henny ist im Streit in die USA ausgewandert, nun noch Nesthäkchen Antonia ist ihr geblieben. Doch der Backfisch macht ihr auch Sorgen, interessiert sich Toni doch mehr für die Zootiere, als die Schularbeiten ernst zu nehmen….

                    „Die Ärztin-Die Wege der Liebe“ Familiensaga, von Autorin Helens Sommerfeld, ist der dritte Teil der Serie, in der das Thema Medizin im Vordergrund steht. Eine neue Generation Mediziner macht sich zum Aufbruch bereit, aber auch Mutter Ricardas Einsatz ist nach wie vor notwendig! Auch wenn ich die beiden Vorgängerbände nicht kenne, was ich sehr bedaure, bereitet es kaum Schwierigkeiten dem Roman zu folgen. Bin gleich sehr gut in die Geschichte eingetaucht und der bildhafte und eindrucksvolle Schreibstil der Autorin lässt die Seiten nur so dahinfliegen!
                    Eine Personenübersicht gleich zu Beginn des Buches hilft dabei. Eine sehr schön gestalteter Stadtplan von Berlin 1919 auf dem Innencover bietet dem Leser die Gelegenheit den Protagonisten durch Berlin zu folgen.
                    Für die Ärztin und Mutter Ricarda gibt es einiges an Schicksalswendungen zu ertragen und zu lösen, so bleibt es über das gesamte Buch hinweg sehr spannend und die Lektüre lässt absolut keine Langeweile aufkommen. Besonders der Sprung zwischen den Welten, einerseits das kriegsgebeutelte Berlin, auf der anderen das aufstrebende Amerika, macht die Geschichte sehr lebendig und spannend.

                    Der Roman hat mir sehr gut gefallen, perfekte Unterhaltung für historisch interessiert Leser. Die Zeit des 1. Weltkriegs und dessen Auswirkung auf die Menschen wird sehr eindrucksvoll und authentisch dargestellt. Eine Geschichte zum mitfiebern und genießen, sehr empfehlenswert! Werde mir sicherlich auch die Vorgängerbände besorgen:)

                    nati

                    Beiträge 18
                    27.09.2019

                      Wundervoller Abschluss der Trilogie
                      Da mich bereits die ersten beiden Bücher dieser Reihe begeistert haben, war es für mich ein unbedingtes „Muss“ auch den letzten Band dieser Trilogie zu lesen.

                      Der stattfindende Krieg hat auch in Berlin seine Spuren schon hinterlassen. Immer mehr Männer werden eingezogen und das Geld wird knapp. Ricarda muss ihre Arztpraxis aufgeben und erhält eine Stelle an der Charité. Hier kümmert sie sich nicht nur um die verletzten Arbeiterinnen aus der Munitionsfabrik, sondern auch um Geburten. Sorgen bereiten ihr auch ihre Kinder. Nach einem Streit ist Henny nach Amerika gereist und der Kontakt ist abgebrochen. Sohn Georg gilt als vermisst und Antonia kann nicht Tiermedizin studieren, da Frauen kein Zugang zu diesem Studium gewährt wird.

                      Dieses Buch spielt teils in Berlin, wechselt aber auch nach Amerika und umfasst die Jahre 1915 bis 1920. Der Anschluss an den Vorgängerband erfolgt nahtlos. Es ist ein leichtes wieder in die Geschichte hineinzukommen. Durch kurze prägnante Rückblenden in die Vergangenheit werden immer wieder kurze Szenen aus den ersten beiden Bänden in Erinnerung gebracht. Geschickt hat das Autorenduo historische Ereignisse – die Revolution, das neu eingeführte Frauenwahlrecht, 8-Stunden-Arbeitstag und die Spanische Grippe mit der Geschichte verflochten. Im Mittelpunkt stehen Ricarda und ihre drei Kinder Henny, Georg sowie Antonia. Die unterschiedlichen Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen, so dass sie sehr authentisch wirken. Durch den ständigen Wechsel zwischen den Familienmitgliedern wird immer wieder Spannung aufgebaut, so dass es nie langweilig wird.

                      Am Ende schließt sich der Kreis zu einem wundervollen Abschluss dieser Trilogie.

                      Lesegenuss

                      Beiträge 38
                      16.09.2019

                        Zwei Tage vor Weihnachten 1914 kehrt Ricarda mit ihrem Mann aus China zurück nach Freystetten. Sie hofft inständig, nicht zu spät zu kommen. Auch Florentine von Freystetten ist aus der Schweiz angereist. Da geschieht etwas Entsetzliches. So endet der zweite Band und beginnt hier im Abschluß der Trilogie. "Die Ärztin" ist eine sehr eindrucksvolle historische Reihe. Mit authentischen und glaubhaften Protagonisten überzeugt und ebenso durch den bildhaften als auch angenehmen Schreibstil. Alle drei Bände geben den Charakteren durch die Handlung eine große Bühne. Und wieder beeindruckt die damalige Atmosphäre in den einzelnen Handlungsorten.
                        Ricarda bleibt in Berlin und wird als Ärztin an der Charite arbeiten. Ihre älteste Tochter Henny heiratet den Sohn von Florentine, trotz aller Vorbehalte. Die beiden gehen nach Amerika, wo Victor in den Filmstudios von dem bekannten Auswanderer Lämmle arbeiten wird. Vorerst kommen sie bei Morries unter, Victors "Bruder". dieser ist ein Playboy durch und durch. Das bekommt auch Henny zu spüren und es führt zu einer folgenschweren Tat. Das Leben hier in Amerika ist für Henny nicht einfach. So hatte sie es sich nicht vorgestellt. Der Kontakt zur Familie war abgebrochen. Victors Mutter lebte derzeit in New York. Während der Krieg immer mehr Opfer fordert, geht das Leben der Freystetten weiter. Ricards Sohn Georg, der in München bei der Familie ihres verstorbenen Mannes aufgewachsen war, kehrt als gebrochener Mann während der Kriegsjahre zurück. Ricardas Hilfe wird gefordert. Das ist eine große Baustelle, die sie da erwartet. Die Erzählstränge um Georg, der Schlimmes erlebt hat, sind mitfühlend und zu Herzen gehend geschrieben. Was genau verbarg sich hinter all dem? Diese Erzählstränge sind gekonnt in die Handlung eingebunden. Überhaupt gehen die wechselnden Erzählungen fließend ineinander über. Immer irgendwie parat ist Käthe. Und eine weitere Person kehrt zurück in diesem Band, Kumari. Sie ist auf der Suche nach ihrem Vater. Er soll hier in Berlin leben. Antonia, das Nesthäkchen der Familie entdeckt ihre Liebe zu Tieren und darf im Zoo aushelfen.
                        Wie schon zuvor wird hier Ricarda als eine starke Persönlichkeit dargestellt. Und dennoch ist sie menschlich, eine bewundernswerte Protagonistin. Ihren starken Willen kann man regelrecht spüren. Diese Eigenschaft hat Antonia geerbt.
                        Die damalige Zeit mit ihren etlichen Facetten, der tägliche Kampf ums Überleben, dieser sinnlose Krieg und dann dazu die Schilderungen des prallen Lebens in Amerika ist hier gut dargestellt. Das Autorenduo hat durch Recherchen diese exzellent in die Handlung eingebunden. Detailliert und gut beschrieben wird der Leser durch die gesamte Handlung geführt, immer vor Augen die damalige Situation, die Lebensumstände.
                        Mit dem vorliegenden Band "Die Wege der Liebe" endet hier eine historische Trilogie, die für mich mit zu eine der besten gehört, die ich gelesen habe. Mein Respekt für das Autorenduo, so etwas Großes entstehen zu lassen.
                        Das war mehr als nur eine Lesereise, es war Lesegenuss ♥

                        Petzi_Maus

                        Beiträge 17
                        11.09.2019

                          Wundervoller Abschluss der Ärztin-Trilogie

                          Kurz zum Inhalt:
                          Die Ärztin Ricarda Thomasius muss im Berlin des Jahres 1915 viele junge Frauen in der Charité verarzten, die sich bei der schweren Arbeit in einer der Munitionsfabriken schwer verletzt haben.
                          Aber auch ihre Kinder haben schwere Schicksalsschläge zu erleiden: Sohn Georg wird an der Front vermisst, Tochter Henny ist mit ihrem Mann Victor Vandenberg nach Amerika ausgewandert und hat den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen und für die jüngste Tochter Antonia ist das Leben zur Kriegszeit auch nicht leicht. Und dann erleidet Rica noch einen schweren Schicksalsschlag - doch sie kämpft um sich und ihre Familie...


                          Meine Meinung:
                          "Die Wege der Liebe" ist der dritte Teil und der Abschluss der Ärztin-Trilogie. Die Geschichte kann jedoch eigenständig gelesen werden, denn alle wichtigen Vorkommnisse aus den ersten beiden Teilen sind geschickt in die Geschichte verflochten.
                          Man erfährt die Geschichte der Familie Thomasius von Weihnachten 1914 (was direkt an den zweiten Band anschließt) bis Weihnachten 1920.
                          Es beginnt mit dem schicksalhaften Tag zu Weihnachten 1914, als Ricardas Tochter Henny etwas Schreckliches erfährt.
                          In diesem Band ist nun hauptsächlich eher Hennys Geschichte im Vordergrund, wir erfahren über ihr Leben in Amerika und wie sich ihre Liebe zu Victor entwickelt und verändert. Leider konnte ich ihr Handeln teilweise nicht nachvollziehen, und aus einer starken Frau wird eine graue Maus.
                          Aber auch die Probleme von Rica im Berlin der Kriegszeit werden anschaulich beschrieben; man muss einfach mit den Protagonisten mitfiebern, da alles anschaulich und bildhaft beschrieben ist.
                          Es passiert viel im Leben von Rica und ihren Töchtern Henny und Toni, ein aufregendes Ereignis jagt das nächste. Und auch ihr Sohn Georg hat ein schweres Schicksal erlitten.
                          Schön und symbolhaft fand ich, dass dieses Buch zu Weihnachten auf Gut Freystetten beginnt, und auch zu Weihnachten auf Gut Freystetten endet.


                          Fazit:
                          Ein wundervoller Abschluss der "Die Ärztin"-Trilogie; ich könnte noch ewig weiterlesen und vergebe wieder 5 verdiente Sterne für diesen mitreißenden historischen Roman.

                          Xanaka

                          Beiträge 3
                          03.09.2019

                            Grandioser Abschluss

                            Kennt ihr auch das Gefühl, wenn man ein Buch beendet hat? Auf der einen Seite ist man traurig darüber, dass das Buch leider schon zu Ende ist. Auf der anderen Seite ist man mit dem Ausgang des Buches hochzufrieden, so wie es geendet ist.

                            Der vorangegangene Teil endete ja sehr dramatisch. Genau hier steigen wir wieder ein und können so endlich erfahren, was sich damals zugetragen hat. Dieser letzte Teil behandelt den Zeitraum von Weihnachten 1914 bis Weihnachten 1920. Ricarda hat sich als Ärztin etabliert und darf nun endlich an der Charité behandeln. Vor allem die jungen Arbeiterinnen, die in Munitionsfabriken arbeiten und sich dabei verletzen, wie auch die jungen Frauen, die ungewollt schwanger werden, sind ihre Patientinnen. Aber ihr privates Glück wird nicht nur den 1. Weltkrieg gedämpft, sondern weil auch ihr Sohn Georg an der Front vermisst wird. Das Verhältnis zu ihrer ältesten Tochter Henny ist auch gestört und auch die jüngste Tochter Antonia versucht ihren eigenen Weg zu finden. Aber Ricarda ist eine starke Frau, sonst wäre sie nicht dort angekommen, wo sie ist. Sie kämpft um ihre Kinder und ihr Glück.

                            Wie ich am Anfang bereits geschrieben habe, ist diese Trilogie eine derjenigen, die spürbar Spuren bei mir hinterlassen haben. Es ging ja nicht nur um die geschichtliche Ereignisse in den Jahren von 1876 bis 1920, sondern auch um die persönliche Geschichte von Ricarda und ihre Entwicklung. Beides zusammen machen dieses Buch aus und genau deshalb so lesenswert. Gerade in diesem letzten Band wird sehr genau Bezug genommen auf die geschichtlichen Ereignisse und die Entwicklungen in Deutschland. Nicht nur, dass uns als Leser erneut deutlich gemacht, wie schlimm die Entbehrungen während des Krieges waren. Auch das Leben und Überleben der Frauen, die in den Fabriken arbeiten mussten, um ihre Familien zu ernähren, während der Mann im Krieg für Volk und Vaterland gefallen ist. Die Autorin stellt hier auch sehr deutlich da, wie schlimm es für die Frauen war, ungewollt schwanger zu werden. Und noch drastischer, wie es ist, wenn man sich einem illegalen Schwangerschaftsabbruch unterzieht, auch auf die Gefahr hin, dafür ins Gefängnis zu gehen.

                            Von mir gibt es eine ausdrückliche Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

                            Furbaby Mom

                            Beiträge 9
                            02.09.2019

                              Krönender Abschluss der Historien-Saga um die Ärztin Ricarda Thomasius!

                              Dieses war der erste Roman des Autoren-Ehepaars, den ich gelesen habe. Normalerweise versuche ich stets, die Reihenfolge der Werke einer Buchreihe einzuhalten, um ein besseres Verständnis von den Figuren und ihren Hintergrundgeschichten zu erlangen – folglich machte ich meine Lektüre dieses Buches von der Leseprobe abhängig, die mich schließlich so überzeugt hat, dass ich es nicht erwarten konnte, weiterzulesen. Dieser Roman ist in sich abgeschlossen und kann ohne Vorkenntnis der Vorgänger einwandfrei verstanden werden. Alle wichtigen Figuren werden – der Handlung entsprechend – kurz charakterisiert und vorgestellt; zudem findet sich vorab ein Personenregister, das einen Überblick über die Familienverhältnisse gewährt.

                              Erzählt wird aus verschieden Perspektiven, die sich regelmäßig und auch recht zügig abwechseln, dennoch ist der Szenen- und Perspektivenwechsel stets stimmig gewählt worden: immer, wenn man meint, die Spannung erreicht ihren Höhepunkt oder wenn man gerade besonders intensiv mit den Protagonisten mitfiebert, findet man sich plötzlich im Erzählstrang eines anderen Charakters wieder. Somit wird der Plot stetig vorangetrieben und man kann das Buch – obgleich seiner für manch Leser vielleicht einschüchternd hohen Seitenanzahl – kaum aus der Hand legen.

                              Der Schreibstil besticht durch emotionsgeladene Wortwahl, bildgewaltige Beschreibungen und authentische Dialoge. Humorvolle Elemente wechseln sich ab mit einer Tragik, deren Bandbreite mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Allerdings werden Schicksalsschläge nie ausgeschlachtet, es überwiegt dauerhaft der lebensbejahende Tenor 'immer voran'. Immerhin blieb den Menschen der damaligen Zeit keine andere Wahl, man durfte nicht aufgeben und musste auf eine bessere, eine friedliche Zukunft hoffen.

                              Dieses Werk ist eine besondere Empfehlung für alle historisch interessierten Leser, da es einen ausgezeichneten Einblick in das Alltagsleben der deutschen Bevölkerung, speziell der Frauen, in den Jahren 1914-1920 bietet. Ricardas Berufswahl ist dahingehend außergewöhnlich, da Frauen in medizinischen Berufen damals noch eine große Ausnahme waren. Durch das Leben von Ricardas Tochter Henny, die es in die USA verschlägt, wird auch der American Way of Life beleuchtet, die Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit der Filmbranche, die Faszination, die schon damals die Stadt der Engel, Los Angeles, ausmachte. Henny erlebt aber auch die Schattenseiten des glamourösen Hollywoods – ihre Bekanntschaft mit der charismatischen Hedda wird ihr Leben grundsätzlich prägen und die Weichen für ihre Zukunft stellen. Bald wird Henny, einen Ozean entfernt von ihrer Heimat, sich entscheiden müssen, wem sie vertrauen kann.

                              In Deutschland herrscht derweil Chaos – der Große Krieg zerfrisst das Land, das von Hungersnöten geplagt wird und im Elend zu versinken droht. An den baldigen Sieg glauben inzwischen nur noch die wenigsten. Die frisch aus China zurückgekehrte Ärztin Ricarda hatte die Eheschließung ihrer Tochter Henny mit Victor, Sohn der wohlhabenden Florentine von Freystetten, nicht verhindern können. Der junge Mann, gegen den Ricarda zwingende Einwände vorbrachte, ist nun ihr Schwiegersohn und hat ihre geliebte Tochter mit über den großen Teich genommen. Während Ricarda mit mütterlicher Sorge um ihre Älteste bangt, wird auch Töchterchen Antonia flügge – Toni wünscht sich nichts sehnlicher, als im städtischen Zoo arbeiten zu dürfen; ihre Zeit verbringt sie am liebsten mit Tieren, die so viel friedfertiger sind als die Menschen, bei denen sich alles nur um Krieg dreht.

                              Vielen Familien bleibt statt der Rückkehr ihrer Geliebten nur eine Meldung mit dem trostlosen Hinweis: "Gefallen auf dem Feld der Ehre". Es sind harte Zeiten, doch Ricarda stellt sich mit unglaublicher Stärke den Herausforderungen, die das Schicksal ihr auferlegt.

                              Zwar nahmen Ricardas Anstellung in der Berliner Charité und ihre Tätigkeit als Ärztin neben all den Nebenerzählungen eine etwas kleinere Rolle ein als erwartet, dafür werden jedoch eine Vielzahl weiterer interessanter Themen mit in die Gesamthandlung eingeflochten, wie allerlei Familiengeheimnisse, Schwangerschaften (und Abbrüche), Vergewaltigungen, Homosexualität und das Trauma der Kriegsheimkehrer und ihrer Angehörigen, denn: "Die Familien wollen, dass ihre Söhne und Männer als Sieger heimkehren. Nicht als Kranke, Verwundete, Verstörte." Etwas zu brutal gestaltet für meinen Geschmack waren gewisse Tier-Szenen - ich sage nur 'Toni und der Wolf'. Dank des im Innencover enthaltenen alten Stadtplans, der das Berliner Zentrum des Jahres 1919 zeigt, lassen sich die Spuren der Protagonisten gut nachverfolgen.

                              Fazit: Ein sehr empfehlenswerter historischer Roman über couragierte Frauen, die ihrer Zeit in vielfacher Hinsicht voraus waren, sowie über die Stärke des Familienzusammenhalts und die Bereitschaft, auch in Anbetracht von Widerständen und Zweifeln stets seinem Herzen und vor allem seinem Gewissen zu folgen.

                              Sissy

                              Beiträge 22
                              31.08.2019

                                Ich habe dieses Buch gelesen ohne die Vorgänger zu kennen, da ich es leider zeitlich nicht geschafft habe, diese vorher noch zu lesen. Eigentlich eine unglückliche Fügung, da es immer besser ist bei einer Trilogie in den Anfängen einzusteigen. Ich kam zwar gut in die Geschichte hinein, auch wenn ich bei manchem erstmal kurz überlegen musste (durch das Lesen der Leseproben der ersten Bände hatte ich aber wenigstens ein bisschen Einblick). Aber irgendwie blieben mir die Charaktere doch ein bisschen fremd.

                                Ricarda liebt ihre Kinder sehr, hat aber doch ein recht distanziertes Verhältnis zu ihnen, da immer ihre Arbeit als Ärztin an erster Stelle stand. Hier alle Seiten zu verstehen fällt sicherlich leichter, wenn man die Entwicklung der Personen von Anfang an verfolgen durfte. Als Ricardas Tochter Henny ihre große Liebe heiraten will, ist Ricarda dagegen und ein großer Bruch zwischen Mutter und Tochter entsteht. Henny geht daraufhin mit ihrem Ehemann in die USA.

                                Die Geschichte wechselt zwischen Ricarda, Henny und ihrer jüngsten Tochter Toni, die gerne Tierärztin werden möchte und im Zoo arbeiten darf. Interessant finde ich hier, das man so die Gefühlswelten aller drei Frauen kennenlernt. Auch bekommt man guten Einblick in das Leben einer Ärztin zur Zeiten des 1. Weltkrieges, in das damalige Leben in den USA (vor allem in die Filmbranche) und auch in die damalige Zooführung. Noch dazu kehrt Ricardas Sohn Georg, nachdem er ein Jahr vermisst wurde, aus dem Krieg zurück und hat psychische Probleme. Auch diese Thematik ist äußerst interessant.

                                Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es jedem empfehlen, der sich dafür interessiert wie das damalige Leben vor allem für Frauen war. Allerdinge rate ich, vorher die ersten beiden Bände zu lesen.

                                karin66

                                Beiträge 23
                                28.08.2019

                                  Sowohl der Titel als auch das Cover haben sofort mein Interesse an dem Buch geweckt. Die ist der letzte Teil der Ärztinnen –Trilogie. Das Buch ist eigenständig und man kann auch gut folgen, ohne die Vorgängerbände zu kennen.
                                  Die Autorin habe ich bis jetzt nicht gekannt.
                                  Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Das Buch ist relativ dick und unhandlich, aber das war letzten Endes kein Problem für mich, da es mich gefesselt hat und ich es relativ schnell durch gelesen hatte.
                                  Die einzelnen Charaktere sind hervorragend ausgewählt und mit Bedacht mich entsprechenden Eigenschaften versehen.
                                  Zur Handlung, diese spielt sich hauptsächlich in Berlin, das mitten in den Kriegswirren steckt, ab. Hauptperson dieses Bandes ist die Ärztin Ricarda, die einigen Problemen gegenüber gestellt wird.
                                  Da ist zum einen ihre Sorge um ihren Sohn Georg, der im Krieg ist, andererseits, ihre Tochter Henny, die in einer Liebe zu einem unerwünschten Mann steckt und zuletzt auch noch die kleine Tochter Tonie, die nicht in die Fußstapfen der Mutter treten will, und sich keine Medizinstudium vorstellen kann. Ricarda kämpft um den Zusammenhalt ihrer Familie, doch ob ihr das gelingen wird, möchte ich hier nicht verraten.
                                  Ein wirklich tolles Buch, das mich hervorragend unterhalten hat, ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

                                  Dreamworx

                                  Beiträge 22
                                  27.08.2019

                                    Krönender Trilogieabschluss

                                    1915 Berlin. Der Krieg hat Deutschland weiterhin in seinen Klauen, auch Berlin ist inzwischen eine gebeutelte Stadt. Die Männer verschwinden immer mehr aus dem Stadtbild, weil sie an der Front ihren Dienst tun, so dass die Frauen deren Aufgaben übernehmen müssen. Dazu kommt die Kälte und der Hunger, der die Menschen umtreibt. Die Ärztin Ricarda Thomasius hat nach der Rückkehr aus China ihre Praxis geschlossen und arbeitet nun an der Charité, wo sie sich vor allem um die Geburten und verletzte Frauen kümmert. Die Arbeit lenkt sie aber nur kurzzeitig von den Gedanken an ihre Kinder ab. Ihre Sorge gilt vor allem Sohn Georg, der als Frontsoldat gedient hat und nun als vermisst gilt. Aber auch der Streit mit Tochter Hennie zehrt an ihr, diese lebt nun mit ihrem Ehemann Victor in Amerika und es herrscht Funkstille. Ricardas Jüngste, Antonia, entwickelt sich zu einer recht selbstbewussten und unabhängigen jungen Frau, die im Zoo arbeitet und sich unbedingt ihren Traum als Tierärztin erfüllen will. Ricardas große Hoffnung ist, dass der Krieg endlich ein Ende hat und sie bald wieder mit ihren Kindern vereint ist...

                                    Helene Sommerfeld hat mit „Die Ärztin - Die Wege der Liebe" den dritten und finalen Teil ihrer Trilogie um die Ärztin Ricarda vorgelegt, der den beiden Vorgängern an Spannung, Gefühl und historisch wunderbar eingeflochtenem Hintergrund in nichts nachsteht und nahtlos an den zweiten Teil anschließt. Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch dicht und trumpft mit vielen Gefühlen auf. Der Leser wird sofort wieder an Ricardas Seite katapultiert und folgt ihr als unsichtbarer Schatten, um ihr bei ihrem Wirken über die Schulter zu sehen, während ihre Gedanken- und Gefühlswelt wie ein offenes Buch vor ihm liegen. Die Handlung erstreckt sich von 1914 bis 1920 und wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wodurch ein wunderbares Komplettbild entsteht und keine Wünsche offen lässt. Die Seiten fliegen regelrecht vorbei aufgrund der abwechslungsreichen Handlung, dem gutgelegten Spannungsbogen und dem exzellent recherchierten historischen Hintergrund, der nahtlos eingewebt wurde. Die Lage in Berlin zu Kriegszeiten und die Not der Bevölkerung werden sehr plastisch dargestellt, man kann den Hunger, die Angst und die Erschöpfung der Menschen fast greifen. Das Buch punktet aber nicht nur mit einer sehr fesselnden Handlung, sondern auch mit einem Personenregister und einem Berliner Stadtplan, der dem Leser gute Dienste leistet, sollte er die Stadt nicht kennen.

                                    Die Charaktere sind detailliert und liebevoll ausgearbeitet und in Szene gesetzt. Sie alle besitzen individuelle Eigenschaften, die sie sehr glaubwürdig und authentisch wirken lassen. Dem Leser fällt es von Beginn an leicht, sich in sie hineinzuversetzen und ihre Sorgen und Nöte zu teilen, mit ihnen zu hoffen und zu bangen. Ricarda besitzt große Präsens, sie ist stark, mutig, selbstlos und hilfsbereit, aber nun merkt man ihr das Älterwerden an, was völlig normal und gerade deshalb auch sehr wirklichkeitsnah ist. Schließlich hat sie so einiges erlebt und so manchen Schicksalsschlag erfahren müssen. Das schlägt sich auch in ihrem Verhalten nieder. Der Fokus in diesem Band teilt sie sich deshalb auch mit ihren Töchtern Antonia und Hennie. Antonia kann nicht verleugnen, dass sie Ricardas Tochter ist, denn sie ist genauso zielstrebig und kämpferisch, wie Ricarda es in ihren jungen Jahren war. Aber auch Hennie ist eine starke Frau, die sich einigen Herausforderungen stellen muss, die nicht gerade leicht sind.

                                    „Die Ärztin - Die Wege der Liebe" ist der krönende Abschluss einer sehr unterhaltsamen Trilogie, die allesamt als Pageturner durchgehen. Der Leser wird von Beginn an gefesselt und kann sich dem Sog nicht entziehen. Absolute Leseempfehlung für eine wunderbare, gut ausgearbeitete historische Familiengeschichte!

                                    SiWel

                                    Beiträge 12
                                    27.08.2019

                                      Ich habe Ricarda nun schon von Anfang an begleitet und habe den letzten Band der Trilogie regelrecht herbei gesehnt. Ich war im berlin zur Kaiserzeit, Habe die Sternstunden der Medizin im deutschen Kaiserreich erleben dürfen und bin nun 1915 angelangt wo die Welt im Umbruch liegt. Eine Zeitreise in die Vergangenheit.
                                      Auch hier scheint das Autorenpaar wieder sehr gut recherchiert zu haben. Der Krieg und alles was damit zusammen hängt kommt hier richtig gut zum Vorschein. Die Hungersnot, nichts zum Heizen, Männer, die wenn überhaupt nur als Krüppel wieder nach Hause kamen. Ein hartes Schicksal dem sich da alle stellen mußten.
                                      Obwohl der letzte Band schon wieder einige Zeit her war, war ich sofort wieder in Ricardas Welt. Durch geschickt eingestreute Rückblicke war einem das Vorangegangene sofort wieder vor Augen. Man sollte jedoch alle Bände der Reihe nach lesen um alles richtig zu verstehen.
                                      Die Charakter sowie die Schauplätze sind auch hier sehr lebhaft und glaubhaft geschildert.Alle Ortschaften hatte ich bildhaft vor Augen.
                                      Der Schreibstil ist durchgängig interessant und man liest die 572 Seiten relativ zügig durch.
                                      Eigentlich schade, dass man nun am Ende angelangt ist. Zum Glück war es für mich ein angenehmes.

                                      LEXI_LB

                                      Beiträge 3
                                      26.08.2019

                                        Unruhige Zeiten

                                        „Wenn die Welt verrücktspielt, dürfen wir uns nicht von unserem Weg abbringen lassen. Sonst gehen wir verloren.“ (Ricarda Thomasius)

                                        „Wir leben in Zeiten voller Ungewissheit. Wenn wir jetzt die Hoffnung verlieren, verlieren wir, was uns weitermachen lässt.“ (Siegfried Thomasius)

                                        Im Prolog des dritten und letzten Bandes dieser eindrucksvollen Trilogie kehrt die Ärztin Ricarda Thomasius mit ihrem Ehemann Siegfried aus Tsingtau zurück. Die Familie trifft sich in Freystetten, um das Weihnachtsfest des Jahres 1914 gemeinsam zu feiern. Der Niedergang des Kaiserreiches und der Erste Weltkrieg als historischer Hintergrund überschatten das Leben der Menschen, Beschreibungen der schrecklichen Auswirkungen der Kämpfe an der Front und das entbehrungsreiche Leben der Menschen in Berlin durchdringen das Buch. Nicht nur Georg Kögler, sondern auch Franz, Ferdinand und Florian von Freystetten sind im Krieg, und das Leben und Wirken der Ärztin Ricarda muss sich dieser schweren Zeit ebenfalls anpassen. Ricardas Kinder sind flügge geworden. Während ihr ältester Sohn Georg Hochzeitspläne mit seiner Sophie schmiedet, verliert Ricardas Tochter Henny ihr Herz an den attraktiven Regisseur Victor Vandenberg. Nach ihrem erfolgreich absolvierten Medizinstudium kommt es jedoch zu einem schlimmen Zerwürfnis mit Ricarda, das beide Frauen sehr belastet, eine große räumliche Distanz ist die Folge. Antonia lebt als jüngstes Kind noch bei Siegfried und Ricarda, strebt jedoch ebenfalls ein Studium an. Ihr Interesse liegt jedoch in der Veterinärmedizin. Ein Praktikum in einem Zoo verhilft Antonia nicht nur zu völlig neuen und interessanten Erkenntnissen, sie begegnet hierbei auch ihrer ersten großen Liebe. Das Schicksal mischt die Karten neu und es kommen viele Turbulenzen und schwere Zeiten auf die Protagonistin zu. Doch Ricarda ist optimistisch und baut auf den Zusammenhalt und die Liebe ihrer Familie.

                                        Die einzelnen Bände dieser beeindruckenden Trilogie gehen inhaltlich ineinander über. Darüber hinaus erleichtern ein Personenregister und eine detaillierte Karte von Berlin mit den relevanten Schauplätzen die Orientierung, und man findet sehr rasch wieder in die Geschichte. Helene Sommerfeld befasst sich im vorliegenden Roman mit den Jahren 1914 bis 1920 und gibt auch bereits bekannten Figuren aus den Vorgängerbüchern Raum. Vorrangig werden jedoch die Geschicke von Ricarda und ihren drei Kindern thematisiert, wobei die Autorin die Geschicke aller Beteiligten durch einen laufenden Schauplatzwechsel zwischen Berlin, Los Angeles und New York sowie dem Anwesen in Freystetten verfolgt. Die gut recherchierten historischen Hintergründe bilden eine dramatischen Rahmenhandlung – der schreckliche Krieg greift tief in das Leben der Menschen, und natürlich auch in die Geschicke von Ricardas Familie, ein. Dunkle Geheimnisse, Schuld und Vergebung und die über allem stehende Liebe einer Mutter zu ihren Kindern sind die dominierenden Themen dieses Buches. Ein laufender Perspektivenwechsel und viele kleine Cliffhanger sorgen für einen durchgehenden Spannungsbogen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und brannte förmlich darauf, den Fortgang dieser Geschichte in Erfahrung zu bringen.

                                        Die Charakterzeichnung der handelnden Personen empfand ich als hervorragend, durch die lebendige Darstellung schaffte es die Autorin, mich tief in die Geschichte einzubeziehen. Die Emotionen und die persönliche Entwicklung von Ricarda und ihrem Umfeld sorgten für große Authentizität, die einzelnen Charaktere wuchsen mir mit jeder Seite mehr ans Herz. Ein sehr einnehmender Schreibstil und die hoch interessante und komplexe Handlung machten dieses Buch zu einem regelrechten Pageturner. Ich habe die Lektüre dieser beeindruckenden Saga über das Schicksal einer sehr mutigen und starken Frau sehr genossen und kann sie uneingeschränkt weiterempfehlen. Zum besseren Verständnis würde ich jedoch jedem Interessenten die Einhaltung der Reihenfolge ans Herz legen:

                                        1. Die Ärztin. Das Licht der Welt
                                        2. Die Ärztin. Stürme des Lebens
                                        3. Die Ärztin. Die Wege der Liebe

                                        „Jedes Leben ist letztlich nicht mehr als ein Funke in der Ewigkeit, der rasend schnell verglüht. Man muss ihn liebevoll behandeln, diesen kleinen Funken.“ (Ricarda Thomasius)

                                        „Der Kreis schließt sich. Die Vergangenheit bleibt hinter uns, damit die Zukunft sich entfalten kann.“ (Ricarda Thomasius)

                                        irmgard_hahn

                                        Beiträge 31
                                        25.08.2019

                                          Dies ist der dritte Teil der Reihe über Ricarda Thomasius, Ärztin in einer Zeit, in der es noch nicht selbstverständlich ist, dass Frauen diesen Beruf ausüben. Es ist Krieg. Der erste Weltkrieg - Männer stehen an der Front, kehren heim oder fallen "für Ruhm und Ehre des Vaterlandes". Und mittendrin die Familie von Ricarda.
                                          Die ältere Tochter erfährt ein Geheimnis, das ihre Liebe verändern könnte, die jüngere Tochter lernt, was ihr wichtig im Leben ist, der Sohn steht an der Front.
                                          Es war ein sehr spannendes Buch, die Fäden, an denen alles zusammenhängt sind schön miteinander verwoben, die ein oder anderen Schicksalsschläge lassen einen um die diversen Familienmitglieder bangen.
                                          Auch wenn ich die vorhergehenden Bände dieses Buches nicht gelesen habe, konnte ich gut in die Geschichte und ihre Handlung hineinfinden. Allerdings gab es durchaus Stellen, an denen es ein wenig langatmig war. Aber auch über diese Stellen konnte ich hinweglesen, wurde es doch gerade zum Ende richtig spannend!

                                          Heike65

                                          Beiträge 23
                                          22.08.2019

                                            Berlin, 1915: Die Millionenstadt ist gezeichnet von den Wirren des Krieges. Während tausende Männer auf dem «Feld der Ehre» ihr Leben verlieren, behandelt die Ärztin Ricarda Thomasius an der Charité junge Arbeiterinnen, die sich unter unmenschlichen Bedingungen in den Munitionsfabriken verletzen. Gleichzeitig droht Ricardas Familienglück zu zerbrechen. Sohn Georg wird an der Front vermisst, das Verhältnis zu Tochter Henny liegt in Scherben, und Nesthäkchen Antonia testet ihre Grenzen aus. Die Ärztin will um ihre Kinder kämpfen, koste es, was es wolle. Doch es gibt Verletzungen, die selbst die Liebe nicht so einfach heilen kann. Als das Schicksal erneut zuschlägt, muss Ricarda sich ihrer Vergangenheit stellen. Dort, wo alles begann… (Klappcovertext vom Buch)

                                            Ich bin sehr gut in die Geschichte gekommen. Der Schreibstil ist toll einfach nur gut und flüssig zu lesen. Die Charakter sind all sehr gut dargestellt. Kann kann so richtig mit Ricarda Thomasius mit fühlen. Ihr Sohn wird vermisst und mit den beiden Tächtern hat sie es auch nicht so ganz einfach. Da gibt es noch viel mehr interessantes zu lesen, aber das will ich jetzt hier nicht verraten. Ich kann nur schreiben, liest das tolle unterhaltsame Buch selber. Ihr werdet es nicht bereuen. Denn ich konnte das Buch nur kaum aus den Händen legen, da es mich so gefesselt hat. Ich hoffe das wird nicht das letzt Buch dieser Reihe sein. Denn es könnte gut weiter gehen.

                                            Von mir eine Leseempfehlung für die tolle Geschichte der "Ärztin".

                                            MarySophie

                                            Beiträge 12
                                            16.08.2019

                                              Handlung:
                                              Berlin 1915
                                              Der Krieg dauert noch immer an, auch wenn verkündet wurde, dass dieser am Ende des vorigen Jahres beendet sein sollte. Die Zivilbevölkerung wird immer mehr von den Kriegsgeschehnissen gezeichnet. Nahrung fehlt, Frauen übernehmen die Berufe ihrer Männer und die Stimmung in der Stadt wird immer angespannter.
                                              Auch für Ricarda bedeutet der Krieg einen Neubeginn. Sie schließt ihre Privatpraxis und nimmt eine Stellung an der Charité an, wo sie nicht nur zahlreichen Kindern auf die Welt hilft, sondern auch Frauen hilft, die bei ihrer Arbeit in den Munitionsfabriken verletzt wurden. Während sie beruflich ausgelastet ist, denkt sie in ihren freien Momenten nur an ihre Kinder. Der Sohn Georg wird an der Front vermisst, mit der Tochter Henni ist sie im Streit auseinandergegangen, bevor diese mit ihrem Mann nach Amerika gezogen ist. Und auch die jüngste Tochter macht Ricarda einige Gedanken. Sie testet ihre Grenzen aus und wird immer erwachsener und selbstständiger.
                                              Ricarda gibt nie die Hoffnung auf, dass der Krieg hoffentlich bald enden wird und sie ihre Kinder unbeschädigt in die Arme nehmen kann. Doch nicht immer meint es das Schicksal gut mit ihr...

                                              Meinung:
                                              Von der Gestaltung gibt es starke Gemeinsamkeiten zu den bisher erschienenen Teilen. So ist auch diesmal die Schrift mittig, welche einen Farbverlauf besitzt und die Hauptfarbe des Covers, ein angenehmes, nicht zu grelles Orange, aufgreift. Darüber befindet sich eine junge Dame, der damaligen Mode entsprechend gekleidet, die etwas starr an dem Leser vorbeiblickt. Hier kann man auch hineininterpretieren, dass sie ein Ziel vor Augen hat und dieses unbedingt verfolgen will.
                                              Unterhalb des Titels gibt es eine kleine Stadtszene, in denen auch der technische Fortschritt sichtbar ist. So gibt es sowohl Kutschen, als auch Automobile, Busse und Fahrräder. Insgesamt gefällt mir das gesamte Bild richtig gut. Es wirkt fröhlich, fällt durch die Farben ins Auge und ergibt ein rundes Gesamtbild.

                                              Wie schon in den anderen Teilen gibt es auch hier wieder auf der Umschlaginnenseite eine kleine Karte von Berlin aus dem Jahre 1919. Dort wurden wichtige Orte, wie Wohnhäuser, die Charité oder bauliche Besonderheiten hervorgehoben und man kann die Wege der Protagonisten nachverfolgen. Mir hat das weitergeholfen, ich kenne mich in Berlin nicht sonderlich aus und ich fand es hilfreich, mir die Entfernungen anschauen zu können.

                                              Weiterhin gibt es vor dem Beginn der Handlung eine kleine, feine Auflistung der Protagonisten. Nur die allerwichtigsten wurden aufgelistet, fast alle sind alte Bekannte aus den anderen Büchern. Es treten zwar einige mehr in der Handlung auf, aber insgesamt finde ich die Anzahl doch überschaubar und nicht zu umfassend. Mir gefällt es, dass ein jeder dort erwähnte Charakter auch ein Geburtsjahr bekommen hat. Das ist nur ein kleines Detail, für manche vielleicht nicht wichtig, aber so wurde ein jeder für mich gleich lebendig.

                                              Nachdem der zweite Teil mit einem krassen Cliffhanger geendet hat, habe ich mir schon einige Gedanken zu dem Weitergang der Geschichte gemacht. Ein ganzes Stück weit habe ich auch den finalen Teil der Trilogie gewartet, um endlich von der Spannung erlöst zu werden. Dementsprechend war ich unglaublich glücklich, dass mir das Buch freundlicherweise vom Verlag zugeschickt wurde und ich schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen konnte, wie die Geschichte von Ricarda Thomasius weitergeht.

                                              Ich glaube, so zwei-drei Seiten wurden aus dem zweiten Teil noch einmal aufgegriffen, in denen das Ende mit dem Cliffhanger nochmal geschildert wird. So wird man nicht zu abrupt in die Handlung hineingeworfen, sondern kann sich nochmal vor Augen rufen, was alles passiert ist und für den Moment wichtig ist.
                                              Es gibt einen nahtlosen Übergang von dieser Szene zu den neuen Ereignissen, man kommt nicht ins Stocken, sondern kann bequem weiterlesen. Was ich auch direkt gemacht habe. Auch hier ist mir sofort wieder positiv aufgefallen, dass es am Anfang der neuen Kapitel immer eine Monats- und Jahresangabe gibt, die bei den zeitlichen Sprüngen eine große Hilfe sind. Diese finden ab und an statt, die Handlung beginnt 1914 und endet 1920. In den Jahren finden nicht nur auf der privaten Ebene der Familie Thomasius einige Ereignisse statt, sondern auch die Situation in der Welt ändert sich. Der Erste Weltkrieg beginnt und endet, am Ende gibt es kein Kaiserreich mehr. Daher war es wichtig und gut, dass stets eine Zeitangabe vorhanden war.
                                              Außerdem hat es mir gut gefallen, dass die Abschnitte nicht zu lang gehalten wurden, höchstens vier-fünf Seiten. Dadurch kann man schnell mal nebenbei ein paar Seiten lesen und ich habe auch immer das Gefühl, dadurch schneller in der Handlung voranzukommen.
                                              Mir hat es gut gefallen, dass die Kapitel nicht nur einen Handlungsstrang verfolgt haben, sondern die Beschreibungen zwischen mehreren gewechselt haben. So gab es eine bunte Mischung von Ricardas, Antonias und Hennis Erlebnissen, die vollkommen unterschiedlich waren und an verschiedenen Orten gespielt haben.

                                              Lange wird die Spannung aufgebaut und auf einem guten Niveau gehalten. Dabei gibt es immer wieder ruhigere Abschnitte, in denen das tägliche Leben der Protagonisten dargestellt wird. Leider war für mich ab ungefähr der Hälfte der Handlung etwas die Luft raus. Ich habe immer noch mit Freude und Interesse gelesen, habe mich aber oft gefragt, was noch alles passieren wird und darauf gehofft, dass nicht noch unnötige Dramen eingebunden werden. Was leider am Ende etwas passiert ist. Die Geschichte ist zwar vollkommen glaubwürdig, mir aber zu viel. Mit den letzten ungefähr 30 Seiten war ich nicht ganz glücklich, deas letzte Kapitel fand ich wieder gut und bin mit dem Ende zufrieden.

                                              Zu dem schnellen Lesen hat aber auch die äußerst angenehme und gute Schreibweise beigetragen. Sie erinnerte mich sofort an die anderen beiden Bände, ich erinnere mich, dass ich sie auch in meinen Rezensionen positiv herausgehoben habe. Ärztliche Sachverhalte wurden auch für Laien verständlich erklärt und sind nicht mehr so viel vorgekommen, wie in den anderen beiden Büchern. Hier hatte ich mehr das Gefühl, dass sich die Autoren auf die politische und private Situation der Protagonisten fokusiert haben.

                                              Auch hier finden viele Handlungen an schon bekannten Orten statt. Haupthandlungsort ist auch hier wieder Berlin, dazu kommt Freystetten und Amerika mit New York und Los Angeles. Besonders idyllisch wurde das Gut Freystetten dargestellt, es wirkt gemütlich und wurde von den Kriegsgeschehen nicht so stark getroffen. Auf dem Gut scheint ein wenig die Zeit stehen geblieben zu sein und bildet somit einen ruhigen Ausgleich zum hektischen Berlin, wo an jeder Ecke Armut herrscht und das Leben allgemein nicht so friedlich ist.
                                              Etwas geschwächelt hat die Beschreibung von Amerika. Ich konnte mir die Orte zwar grob vorstellen, es wirkte aber nicht einladend, sondern trüb und zu gut um wahr zu sein. Gleichzeitig fand ich aber, dass das Leben dort interessant dargestellt wurde. Viele Charaktere sind scheinbar ohne Sorgen durchs Leben gegangen. Außerdem wurde das schöne Leben mit Partys, Glamour und schönen Menschen gut dargestellt. Ein kompletter Gegensatz zu dem Leben in Deutschland, wo Krieg herrscht, die Nahrung knapp ist und alle um ihre Lieben bangen.

                                              Wie immer widmet sich der letzte Punkt meiner Rezension den Protagonisten. Wie schon erwähnt, treten wieder viele altbekannte Gesichter auf und nur wenige Personen kommen hinzu. Viele von ihnen fand ich positiv und lebendig dargestellt. Sie waren recht sympathisch und freundliche Wesen.
                                              Diesmal hatte ich leider ein paar Probleme mit Ricarda. Sie hatte immer noch einige Züge an sich, die sie schon in den vorherigen Büchern auszeichnen. Doch sie, und auch ihr Mann Siegfried, altern schnell und oft habe ich ein Bild vor ihnen, dass sie um die zwanzig Jahre älter macht und als Greise darstellt. Klar, die Beiden haben viel erlebt und auch der Krieg hinterlässt bei einem Menschen Spuren. Bei ihnen ist es mir stark aufgefallen. Dazu fand ich Ricarda hier nicht ganz so sympathisch. Die neuen Sympathieträger sind eher die Töchter Ricardas, welche auch stark in den Vordergrund gerückt sind. Sie nehmen nicht mehr nur eine Nebenrolle ein, sondern sind stark präsent. Ich fand es gut, dass die Handlung mehr auf andere Charaktere übertragen wurde. So gibt es nicht nur abwechslungsreiche Schilderungen, sondern ich fand es vor allem bei Antonia interessant, wie sie mit der politischen Situation umgeht und oft habe ich in ihr ein Abbild der jungen Ricarda gesehen. Auch Antonia kämpft für ihre Wünsche und hat großes im Leben vor.

                                              Fazit:
                                              Es gibt wirklich nur kleine Dinge, die mir an dem Buch nicht so gefallen haben und für die ich gesamt einen halben Stern abziehe. Dazu zählt die nicht perfekte Darstellung von Ricarda, aber auch die nicht dauerhaft anhaltende Spannung, die mittendrin etwas nachließ.
                                              Ein Highlight war auch hier wieder die Schreibweise, die offen, leicht und atmosphärisch war. Die Kriegserlebnisse und Folgen wurden anschaulich an den Einwohnern der Stadt gezeigt und ließ ein schonungsloses Bild entstehen. Es gibt gelungene Settings, die sich alle voneinander unterscheiden und Gegenpole bilden.
                                              Auf jeden Fall bildet der dritte Teil dieser Reihe ein würdiges Ende, es bleiben keine offenen Fragen zurück und ich konnte das Buch mit einem Lächeln schließen. So gehört sich das:)

                                              Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen