Julie von Kessel

Als der Himmel fiel

Franka und Ophelia wachsen im Rheinland auf. Auch wenn die Cousinen unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet sie eine tiefe Freundschaft - und ein dunkles Geheimnis.
In den USA suchen sie nach der Schule ihr Glück. Ophelia studiert Violine bei einem berühmten Geiger, einem Mann, der Auschwitz überlebte. Franka hingegen hangelt sich in New York von Praktikum zu Praktikum, von Mann zu Mann. Alles scheint möglich im Amerika der Jahrtausendwende.
Dann fliegen Attentäter gekaperte Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers. Und während Ophelia und Franka erstmals keinen Kontakt zueinander haben, häufen sich zwischen den rauchenden Türmen die Anzeichen dafür, dass Ophelia Frankas Geheimnis verraten hat...


Autorenbild Foto von Julie von Kessel

Der  Autor

Julie von Kessel ist Journalistin und arbeitet seit mehr als zehn Jahren beim ZDF. Sie wuchs in Helsinki, Wien, Zagreb, Bonn und Washington D.C. auf und lebt mit ihrer Familie in Berlin.


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Rezensionen

kasiopeia1975

Beiträge 29
11.02.2019

Wow Hört sich nach einem tollen neuen Buch an...gerade weil ich zu dieser Zeit in den USA gelebt habe und diese Stimmung damals miterlebt habe.
und dann noch im Hintergrund eine spannende Geschichte über 2 Freunde mitzuerleben kann sehr spannend werden

Lesegenuss

Beiträge 33
24.03.2019

    Ihr Leben lang waren die Cousinen Ophelia und Franka unzertrrennlich. Ihre Kindheit hatten sie zusammen verbracht und auch später unzertrennliche Freundinnen. Sie waren sehr gegensätzlich. Während Franka ziemlich ungeordnet und wechselhat im Beruf, dem Leben und der Liebe umgeht, ist Ophelia zielstrebig. Sie hatte sich mit Leidenschaft der Musik verschrieben und spielte hervorragend Geige. Doch dann ist es wieder Franka, die ruft und Ophelia tanzt. Frankas Wissen Ophelia ist ja für mich da… Dies ändert sich auch nicht, als Ophelia die Zusage erhält, in Yale bei dem berühmten Musiker Harry Rosen Unterricht zu erhalten. Ophelia, die Perfektionistin und dennoch wird sie immer wieder von Versagensängsten geplagt. Franka nutzt ihre Chance Deutschland den Rücken zu kehren, nur damit sie ja auch in Amerika ist, wo im Januar Ophelia hingeht. Sie nimmt einen schlecht bezahlten Job in einer New Yorker Galerie an. Während nunmehr Ophelia ihren Weg gehen will, wird sie hierbei von ihrem Lehrmeister unterstützt. Hinzu kommt noch die Bekanntschaft von dem Studenten Kaspar. Dieser bietet ihr letztendlich ein Zimmer in seiner WG an, damit sie in Ruhe üben kann. Sehr zum Mißfallen von Franka, die dahinter mehr als einen Freundschaftsdienst vermutet. Der rote Faden ist die lange, intensive Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Und ein Geheimnis, das sie beide hüten.
    Aufgeteilt ist der Roman in drei Jahreszeiten. Es beginnt im Winter und endet im Herbst 9/11. Diesen Zeitraum für einen Roman zu wählen, mag vielleicht etwas außergewöhnlich erscheinen. Doch am Ende des Buches wird man verstehen. Zumal hier auch noch frühere Zeitgeschichte durch Harry Rosen mit einfließt. Während Ophelia also ihr Ziel verfolgt, eine berühmte Musikerin zu werden, hadert Franka mit allen und sucht - wie schon zuvor - ihre Ablenkung. Doch ein übler Nachgeschmack bleibt. Insofern hat der Anschlag auf das World Trade Center für Franka psychische Folgen und sie muss ihr Traumata aufarbeiten.
    Das Cover besticht durch seine Einzigartigkeit als auch der Farbharmonie. Der Blick in die Häuserschlucht, eine einzelne Person mit einem roten Regenschirm. In roter Farbe ist auch der Titel gehalten. Man könnte meinen, das Rot symbolisiert das unschuldig vergossene Blut der Menschen, die bei dem Anschlag ihr Leben lassen mussten.

    "Als der Himmel fiel" ist ein berührender, warmherziger Roman. Er zeigt nicht nur die zwei unterschiedlichen Frauen/Freundinnen, es geht ebenso um Verlust, Lebensgeschichten und das Handeln von Personen. Man kann sich nicht alles aussuchen, aber dennoch damit zurecht kommen.

    schnäppchenjägerin

    Beiträge 71
    13.03.2019

      Ophelia und Franka sind Cousinen und seit ihrer Kindheit unzertrennlich. Ophelia ist die ältere, bodenständigere der beiden, die ihr Leben ganz dem Spielen der Geige widmet. Auch wenn sie immer wieder Versagensängste plagten, hat sie es nun geschafft, nach Yale zu gehen, um dort unterrichtet zu werden und ihr Talent weiterzuentwickeln. Sie ist aber auch nach Yale gegangen, um Abstand zu Franka zu gewinnen, die ein sehr einnehmendes Wesen hat und ein unstetes Leben führt. Diese folgt ihr nun an die Ostküste der USA, als sie eine Stelle in einer Galerie in New York City findet. Sie freut sich darauf, nun wieder ganz in der Nähe ihrer Cousine sein zu dürfen.
      Ophelia erhält Unterricht von einem über 70-jährigen Dozenten in Yale, für den sie heimlich schwärmt, und der ihr abseits ihres Fleißes die Leidenschaft an der Geige vermitteln möchte. Gleichzeitig lernt sie den Studenten Kaspar kennen, mit dem sie in das Studentenleben in Yale eintaucht. Franka, die wie gewohnt nichts anbrennen lässt, zeigt nach einem Besuch bei Ophelia in New Haven Interesse an Kaspar, was zu einem unausgesprochenen Konflikt zwischen den Cousinen führt. Als sich Franka während eines Picknicks mit Kaspar folgenschwer verletzt und die Welt durch den Anschlag auf das World Trade Center aus den Fugen gerät, wird Franka von ihrer Vergangenheit überrollt.

      Sowohl Ophelia als auch Franka haben ihren Platz im Leben noch nicht gefunden und versuchen in Amerika, ihren Traum zu leben. Ophelia möchte ihre Karriere, auf die ihre Familie so stolz ist, weiter vorantreiben, gerät aber durch den Unterricht bei dem Geigenvirtuosen Harry Rosen in Zweifel, ob dieses Leben, getrieben von ihrem Perfektionismus, wirklich das ist, das sie leben möchte. Für Franka ist die Reise eine Flucht von Ereignissen der Vergangenheit, die sie nicht verarbeitet hat und über die sie mit niemandem spricht. Einzig Ophelia hatte sie sich damals anvertraut.

      Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der beiden charakterlich so unterschiedlichen Cousinen erzählt und es ist spannend zu sehen, wie sie sich durch die unterschiedlichen Begegnungen in New York bzw. New Haven entwickeln. Ophelia blüht regelrecht auf, wirkt befreiter, bis sie einen Unfall erleidet und sich von Franka hintergangen fühlt. Franka erlebt währenddessen den Anschlag auf das World Trade Center hautnah mit und wird schwer traumatisiert. Überwältigt von den Bildern, stellt sie sich den Dämonen ihrer Vergangenheit und beginnt ihr persönliches Trauma aufzuarbeiten.

      "Als der Himmel fiel" ist ein berührender, fast schon poetisch geschriebener Roman über zwei gegensätzliche, junge Frauen, die sich trotz aller Unterschiede sehr nahe stehen und sich gegenseitig brauchen. Sie sind nicht nur miteinander verwandt, sondern beste Freundinnen.
      Der Roman ist voller Melancholie, die einerseits durch die Charaktere, andererseits aber auch durch die schrecklichen Ereignisse des 11. September 2001 ausgelöst wird. Erzählt wird eine Geschichte über Freundschaft, Eifersucht und Verrat, die tiefe Einblicke in die Seelen der beiden Protagonistinnen gibt.

      Systra

      Beiträge 6
      23.02.2019

        Die beiden Cousinen Ophelia und Franka stehen einander sehr nahe, vor allem Franka ist emotional sehr an die drei Jahre ältere Ophelia gebunden.Als Ophelia die Möglichkeit einer Ausbildung in Yale bekommt sucht sich Franka deshalb einen Job in New York, um weiterhin in Ophelia‘s Nähe sein zu können. Ihr neuer Arbeitgeber ist ein eher zwielichtiger Galerist, ihr Zimmer in einer WG teurer als sie es sich eigentlich leisten kann.
        Die Leseprobe beschreibt die Eindrücke der beiden recht unterschiedlichen jungen Frauen nach ihrer leicht zeitversetzten Ankunft in Amerika. Sie ist flüssig geschrieben und liest sich sehr angenehm.
        Der Prolog, eine Szene aus der Katastrophe des 9. September 2011, so wie der Hinweis in der Buchbeschreibung auf ein eventuell ausgeplaudertes Geheimnis versprechen außerdem viel Gefühl und Spannung. Eben alles,was ein gutes Buch braucht.