AJ Pearce

Liebe Mrs. Bird

Der Sunday Times Top Ten Bestseller: Eine Liebeserklärung an die Macht der Freundschaft und den Mut einfacher Menschen in schwierigen Zeiten.
London 1941. Emmeline Lake träumt davon, Kriegsreporterin zu werden. Als sie eine Anzeige für einen Job beim London Evening Chronicle sieht, scheint ihr Traum in greifbare Nähe gerückt zu sein. Stattdessen stellt sich heraus, dass sie als Sekretärin bei der respekteinflößenden Kummerkastentante Henrietta Bird arbeiten soll. Ihrd Hauptaufgabe wird darin bestehen, die Leserbriefe für Mrs.Bird vorzusortieren. Die Anweisungen ihrer Chefin sind unmissverständlich: Alle Briefe, die irgendwie anstößig sind, gehen sofort in den Papierkorb. Doch Emmy liest Briefe von Frauen, die mit ihren Verlobten zu weit gegangen sind oder die sich von ihren Männern mehr körperliche Aufmerksamkeit wünschen. Emmy fühlt mit ihnen: Sie beginnt, den Frauen Antworten zu schreiben. Und unterzeichnet mit Mrs. Bird …


Autorenbild Foto von AJ Pearce

Der  Autor

AJ Pearce wuchs in Hampshire auf uns studierte an der University of Sussex. Sie arbeitete in Zeitschriftenverlagen und im Marketing. Heute lebt sie in Südengland. "Liebe Mrs Bird" ist ihr erster Roman. Sie hat unzählige Kisten mit Fotos, Zeitschriften und Flyern aus der Zeit durchforstet, in der ihr Buch spielt.


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Rezensionen

buchleserin

Beiträge 9
10.03.2019

    „Liebe Mrs. Bird“ ist das Romandebüt von AJ Pearce.
    Die Geschichte spielt in London 1941 während des Zweiten Weltkrieges. Emmeline Lake nimmt einen Job beim London Evening Chronicle an. Ihr großer Wunsch ist es, Kriegsreporterin zu werden. Doch diese Stelle ist anders als von ihr erwartet, denn sie wird als Sekretärin der Kummerkastentante Henrietta Bird eingestellt und sortiert für sie die Leserbriefe. Anstößige Briefe sollen in den Papierkorb, Hernietta Bird hat da ihre eigenen Regeln. Doch Emmy liest mitfühlend die Briefe und antwortet den Frauen im Namen von Mrs. Bird.
    „Liebe Mrs. Bird“ ist ein sehr bewegender und mitfühlender Roman, der sich sehr flüssig lesen lässt. Die Handlung ist unterhaltsam und es gibt auch bewegende Momente. Es geht nicht nur um diese Briefe der Frauen, sondern auch um Emmeline, ihr Liebesleben und die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Bunty, um ihre anderen Freunde, ihre Kollegen und auch um ihre Schichten auf der Feuerwache. Und schließlich sind da auch noch die Angriffe der Deutschen Luftwaffe auf London. Immer wieder wird die Stadt bombardiert und Emmy hat Angst um ihre Freunde, Familie und auch um ihre Kollegen, die Feuerwehrmänner, die im Einsatz sind, unter ihnen Buntys Freund William. Emmy sitzt während ihrer Schichten bei der Feuerwache am Telefon, um Notrufe entgegen zu nehmen.
    Die Handlung hat mir sehr gut gefallen und auch die Charaktere, ob nun sympathisch oder auch unsympathisch dargestellt, allen voran Emmy, ein ganz starker Charakter, sehr sympathisch und auch die guten Freunde oder die schrullige Mrs. Bird. Das Buch ließ sich sehr flüssig lesen, man taucht gleich ein in diese wunderbare Geschichte, ich fand das Buch von Anfang bis Ende fesselnd. Ein wirklich gelungener Debütroman.
    Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

    Nabura

    Beiträge 30
    06.03.2019

      Emmeline Lakes großer Traum ist es, Kriegsreporterin zu werden. 1940 befindet sich die Welt im Krieg, und das ist auch in London spürbar. Als sie eine Anzeige sieht, in der ein Verlag des London Evening Chronicle eine Gehilfin sucht, sieht sie ihre Chance gekommen. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch, in der sie nur gefragt wird, ob sie mit einer zänkischen alten Frau zusammenarbeiten kann, ist sie eingestellt. Und zwar so schnell, dass sie nicht gefragt hat, was sie überhaupt tun soll. An ihrem ersten Tag ist die Überraschung und Ernüchterung groß, als sie feststellt, dass sie bei einer Frauenzeitschrift arbeitet, die zum Verlag gehört, und dort die Kummerkastenbriefe vorsortieren soll. Ihre Chefin Mrs. Bird hat strenge Vorgaben, was sie beantwortet. Liebe? Beziehung? Bloß nicht! Doch Emmy berühren die Briefe so sehr, dass sie beginnt, auf eigene Faust zurückzuschreiben…

      Das Buch beginnt mit einer Zeitungsanzeige, die das Leben von Emmeline Lake, kurz Emmy, gehörig auf den Kopf stellen wird. Als Emmy die Anzeige entdeckt, ist ihre Aufregung groß, denn endlich sieht sie ihre Chance gekommen. Sie berichtet all ihren Freunden von ihrer Bewerbung und dass sie die Stelle tatsächlich bekommen hat. Insofern konnte ich gut nachvollziehen, wie peinlich ihr die Offenbarung an ihrem ersten Arbeitstag ist, dass sie jetzt Kummerkastenbriefe vorsortieren soll.

      Emmy ist eine Frau, die zu Kriegszeiten anpacken und ihren Beitrag leisten will. Seit dem Beginn des Blitzkrieges hat sie angefangen, als Freiwillige bei der Hilfsfeuerwehr zu arbeiten. Drei Nächte in der Woche nimmt sie seither Telefonanrufe entgegen. Doch sie will noch mehr tun, weshalb sie davon träumt, Kriegsberichte zu schreiben, die zahlreiche Menschen erreichen. In ihrem neuen Job arbeitet sie nun zwar im selben Gebäude wie viele wichtige Journalisten, ist ihrem Traum ansonsten aber nicht näher gekommen. Doch Emmy ist niemand, der einfach aufgibt. Sie versucht, das Beste aus ihrer Lage zu machen.

      Die Kummerkastenbriefe und die Vorgabe ihrer Chefin Mrs. Bird, alle unzüchtigen Briefe zu zerschneiden, machen ihr zu schaffen. Denn nach Mrs. Birds Kriterien sind das fast alle. Emmy liest die verzweifelten Zeilen und kann sich nicht vorstellen, nichts zu tun. Es kommt wenig überraschend, dass sie bald beginnt, Briefe aus dem Büro zu schmuggeln und selbst zu antworten.

      Die Geschichte rund um die Kummerkastenbriefe gerät im weiteren Handlungsverlauf etwas in den Hintergrund. Stattdessen rücken zwei andere Themen in den Vordergrund. Zum einen wird die Stadt heftig bombardiert und Emmy hat Angst um den Feuerwehrmann William, den Freund ihrer besten Freundin Bunty, der sich zum Retten von Menschenleben immer wieder in die Trümmer stürzt. Rund um die Angriffe gibt es viele dramatische Momente und die Geschichte wird zunehmend emotional. Zum anderen geht es auch um Emmys eigenes Liebesleben, bei dem Bunty nachhelfen will.

      Zwar war klar, dass die Geschichte während des zweiten Weltkriegs spielt, aufgrund der Buchbeschreibung hatte ich aber erwartet, dass die Geschichte rund um die Kummerkastenbriefe mehr Raum einnimmt. Das ist jedoch nicht der Fall, hier gibt es keine großen Überraschungen und irgendwann passiert genau das, womit ich gerechnet habe. Die Geschichte rund um Emmys Liebesleben bleibt auf halber Strecke in der Luft hängen mit ungewissen Ausgang. Trotz schöner und unterhaltsamer Momente wird die Atmosphäre des Buchs durch die Bombardierungen und deren Konsequenzen immer bedrückender. Angst, Trauer und der weite Weg, bis neuer Mut geschöpft werden kann, stehen bis zum Schluss im Vordergrund.

      „Liebe Mrs. Bird“ bietet Humor, Liebe und viel Drama, das die Stimmung des Buches zunehmend bestimmt. Ich fand es schade, dass die Geschichte rund um die Kummerkastenbriefe so vorhersehbar abgehandelt wird. Stattdessen erhält der Leser eine eher klassische Kriegsgeschichte, in der die Bombardierung Londons beschrieben wird und wie die Bevölkerung damit umgeht. Emmy ist eine sympathische Person, die helfen will und damit ein gelungenes fiktives Beispiel für die vielen Frauen, die zu jenen dramatischen Zeiten mit anpackten. Doch auch hier braucht man nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, was passieren wird. Das Buch ist ein gutes Debüt über ein Frauenschicksal während des zweiten Weltkriegs, das mich jedoch nicht so recht packen konnte.

      kasiopeia1975

      Beiträge 31
      25.02.2019

        Ich habe schon soooo viel gutes über dieses Buch gehört und es ist sicherlich einen Blick wert, wenn nur mein böser SuB nicht so groß wäre
        Aber ich kenne mich....irgendwann werde ich doch schwach
        Vielleicht schffe ich es noch über die Fastenzeit aber spätestens dann wars das mit den guten Vorsätzen

        su-sun

        Beiträge 37
        10.01.2019

          Ein tolles Buch und zurecht eine Empfehlung der Sunday Times.

          nhalt: London 1941. Die junge Emmeline Lake träumt davon, Kriegsberichterstatterin zu werden. Als sie eine Stellenanzeige für eine Teilzeit-Gehilfin beim London Evening Chronicle liest, bewirbt sie sich sofort. Tatsächlich bekommt sie die Stelle und erkennt erst an ihrem ersten Arbeitstag, dass sie als Sekretärin bei der respekteinflößenden Kummerkastentante Mrs. Bird nur die Leserbriefe vorsortieren soll. Alle Briefe, die Mrs. Bird irgendwie anstößig findet, muss sie sofort zerschneiden - und das sind sehr viele. Doch Emmeline fühlt mit den Frauen, deren Briefe aussortiert werden, mit und beginnt, ihnen zu antworten. Sie unterschreibt statt mit ihrem Namen, mit "Henriette Bird“... Meine Meinung: Der Schreibstil von A. J. Pearce hat mir sofort gefallen. Er ist lebhaft, mitreißend und an den passenden Stellen witzig und ich musste häufiger beim Lesen schmunzeln. Je mehr ich in diese Geschichte eintauchte, desto mehr fesselte sie mich. Emmeline, genannt Emmy, ist anfangs noch ziemlich naiv, aber trotzdem sehr sympathisch und liebenswert. Auch ihre beste Freundin Bunty habe ich sofort gemocht. Bunty ist loyal, witzig, lebhaft und sehr verliebt in ihren Freund William. Aber eigentlich sind alle Charaktere ganz toll und individuell beschrieben. Fast alle sind sehr sympathisch, einige davon auch ein bisschen schräg, aber ich mochte sie alle - sogar die aufbrausende und laute Mrs. Bird, die alles „unerquicklich“ und „inakzeptabel“ findet.
          Die Autorin erzählt in dieser Geschichte aber nicht nur von den Leserbriefen und Mrs. Bird, sondern auch sehr spannend und dramatisch vom Bombenhagel in Londons Straßen. Vom Mut einiger Menschen und von Freundschaft.
          Fazit: „Liebe Mrs. Bird“ hat mir sehr gut gefallen, es ist eine warmherzige und schöne Geschichte über Mut, Freundschaft und Herzenswärme.

          SonjaK

          Beiträge 6
          12.11.2018

            London 1941: Obwohl es zu dieser Zeit, trotz Kriegswirren nicht schicklich ist, als Frau bestimmten Berufen nachzugehen, träumt die junge Emmeline Lark davon, Kriegsreporterin zu werden.

            Als der "London Evening Chronicle" eine Sekretärin sucht, sieht sie ihre Chance ... und landet bei der furchteinflössenden Henrietta Bird. Sie ist die Kummerkastentante der Zeitung "Woman's Friend".

            Dort soll sie die Leserbriefe aussortieren, die laut Mrs. Bird vor Unerquicklichkeiten strotzen. Doch beim Lesen der Briefe erkennt Emmy, dass diese Briefe wichtige Themen enthalten, die nicht der Schere zum Opfer fallen dürfen. Sie beginnt, den Frauen heimlich zu antworten....

            Der Schreibstil der Autorin strotzt genau wie ihre Protagonistin vor Energie und Enthusiasmus. Obwohl im Hintergrund der Handlung der Zweite Weltkrieg tobt, leben die Frauen ihr Leben. Sie sind kriegsentscheidend und leben ihr Leben mit rationierten Lebensmitteln und der drohenden Gefahr durch nächtliche Luftangriffe weiter.

            Da wird halt die Gasmaske mit ins Kino genommen oder ein Haarschnitt praktikabel zum Schutzhelm gefertigt. Ein geschilderter Alltag, der einen doch Jahrzehnte nach dem Kriegsgeschehen immer noch zu denken gibt.

            Emmy und ihre Freundin Bunty sprühen vor Lebensfreude und versuchen die Contenance zu wahren. Bestimmte Erwartungen an die damalige Frau sind zu erfüllen; komme was wolle.

            Ein interessanter Einblick in den zurückliegenden Status der Frau in der Gesellschaft. Dies macht es vermutlich auch so interessant, wie Emmy mit dem Leserbriefen umgeht, denn die Themen Sex vor der Ehe, Heirat mit einem Ausländer, Depressionen, Probleme in der Ehe sind heute eigentlich keine Themen mehr, die als unschicklich gelten. Vermutlich würde Mrs. Bird bei der heutigen Medienlandschaft und ihren offenen Themen einen Herzinfarkt erleiden.

            Ob Emmys Antworten an die Leserinnen Konsequenzen haben? Das müsst ihr unbedingt selbst lesen. Ich vergebe volle Punktzahl für dieses bezaubernde Buch über Freundschaft, Liebe, Werte und Normen und an das Morgen ohne Kriegsgeschehen. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

            Lesefeuer

            Beiträge 24
            09.10.2018

            Da ich in der letzten Zeit eine kleine Liebe für historische Romane entwickelt habe, war mir klar, dass ich „Liebe Mrs. Bird“ sehr gerne lesen möchte. Das Buch ist kein klassischer historischer Roman aber spielt dennoch in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Emmeline Lake, kurz Emmy, möchte Kriegsreporterin werden und bewirbt sich kurzerhand nachdem sie eine interessante Stellenanzeige liest. Dumm nur, dass es sich eigentlich um eine ganz andere Tätigkeit handelt. Aber Emmy meistert ihre Aufgabe ganz gut, obwohl ihre Chefin ein ziemlicher Drachen ist. Immerhin ist ein halber Fuß im Verlagshaus ja besser als gar keiner. Emmy muss die Leserbriefe für Mrs. Bird vorsortieren. Mrs. Bird möchte keine Briefe beantworten, die in irgendeiner Form anstößig sind. Und Mrs. Bird findet so ziemlich alles anstößig. Die Frauen, die Mrs. Bird schreiben, sind teils richtig verzweifelt und so beginnt Emmy ihnen zu antworten; im Namen von Mrs. Bird. Ich habe Emmy als sehr engagierte junge Dame kennengelernt, die wirklich mit anpackt und hilft, wo sie nur kann. Abends ist sie im Telefondienst bei der Feuerwehr tätig, und so hat sie Vormittags Zeit für den Job im Verlag. Sie bekommt beides ganz gut unter einen Hund und man merkt einfach, dass sie fleißig ist. Dass sie irgendwann beginnt den Frauen Antworten auf ihre Briefe zu schreiben, ist irgendwie logisch; denn man merkt als Leser tatsächlich, dass sie mit den Frauen mitfühlt, obwohl sie teilweise gar nicht viel Ahnung von den Problemen der Frauen hat, denn Emmy ist selbst noch ein junges Küken. Die Briefe an Mrs. Bird stehen im Buch klar im Vordergrund, aber auch eine Liebesgeschichte und die Dramen des Krieges kommen nicht zu kurz. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch tatsächlich sehr schön, mir fehlten aber hier und da noch ein paar spannende Aspekte und Stellen im Buch. Dennoch ist das Buch schnell gelesen und daher prima für Zwischendurch.

            sommerlese

            Beiträge 114
            eine Antwort 07.10.2018

              In "Liebe Mrs. Bird" erzählt die Autorin eine Geschichte, die ins London von 1940/41 führt, eine Zeit der nächtlichen Bombenangriffe durch deutsche Flieger und eine Zeit der Einschränkungen, Angst und der Unsicherheit mit Zerstörung und Verlust von zahlreichen Menschenleben. Die Menschen führen auch ein Alltagsleben, so erfahren wir von Mut und Verzweiflung, von Freundschaften und Liebe, die in dieser Zeit so viel schwieriger erscheint. Man lebt mehr im Jetzt.

              Die Leserbriefe an Mrs. Bird werden nach schicklich und unschicklich sortiert, letztere sollen laut Mrs. Bird als unerwünschte Post in dem Müll landen. Doch die Meinung dieser alten Frau teilt Emmy überhaupt nicht, schliesslich sind die Sorgen der Leserinnen nicht so anstößig, sondern verlangen eine Antwort auf ihre Fragen. Emmy beantwortet die Briefe und gibt einzelne in Druck. Die Auflage steigt, diese Veränderung wird von Mrs. Birds Assistentin Kathleen bemerkt.

              Der Roman zeigt durch bildhafte Schilderungen die erschreckenden Zustände während des Bombenhagels durch Fliegerangriffe, die mich sehr bewegt haben. Doch die Menschen lassen sich nicht unterkriegen und setzen ihre Kräfte ein, um wieder aufzubauen, zu retten und zu helfen. Emmy hilft nach Feierabend bei der Freiwilligen Feuerwehr und nimmt Notrufe entgegen. Sie muss etwas tun, ihren Mitmenschen helfen. Doch sie ist eine junge Frau und möchte auch gern ein wenig Normalität erleben, sie besucht mit ihrer besten Freundin Bunty einige Bars und Tanzlokale.

              Bunty ist mit Bill verlobt, Emmy wird von ihrem Freund Edmund für eine Krankenschwester verlassen und verliebt sich später in Charles. Sie ist eine herzensgute Person, kann sich den Sorgen der Menschen nicht verschliessen und hat stets Mitleid. Mit ihr erleben wir die Einschränkungen der Bevölkerung Londons während der Luftangriffe während des Zweiten Weltkrieges und erleben, wie der Krieg geliebte Menschen tötet und die Freundschaft der Freundinnen eine Zerreißprobe wird.

              Die Geschichte beginnt ein wenig trivial und etwas altmodisch anmutend mit den Sorgen der Frauen der damaligen Zeit, doch sie entwickelt sich zu einer tieferen Geschichte vor den historischen Hintergründen Londons zur Zeit des Krieges. Sie legt offen was die Menschen erlebten und wie sie unter der Kriegssituation litten und so entwickwelt sich der Roman in ein Drama über Liebe und Vertrauen in einer schwierigen Zeit.


              Der Roman ist liebenswert und leicht geschrieben. Die Leserbriefe sind vom Zeitgeist durchdrungen, die Frauen haben Fragen bezüglich Schwangerschaft, Beziehungsproblemen und wie man eine Scheiden durchführt. Auf die Dauer konnte mich das aber nicht fesseln, die Ratschläge von Emmy sind auch nicht immer richtungsweisend und daher war für mich die Entwicklung von Emmy und ihren Freunden das eigentliche Thema des Buches. Wie sie sich entwickeln und was alles geschieht wird sehr bewegend dargestellt.


              Wer warmherzige Figuren mag und erfahren möchte, wie Freundschaften vor dramatischen Kriegshintergründen in Gefahr gebracht werden, der sollte sich dieses Buch näher ansehen.

              • Sonjas Bücherecke

                Beiträge: 66
                16.10.2018

                Eine interessante Rezension, die mich neugierig auf das Buch macht.

              schnäppchenjägerin

              Beiträge 73
              eine Antwort 03.10.2018

                Emmeline Lake, Emmy, ist 22 Jahre alt und träumt davon, als ernstzunehmende Kriegsberichterstatterin zu arbeiten. In der irrigen Annahme, eine Anstellung als Journalistin für die "London Evening Chronicle" zu erhalten, nimmt sie eine Arbeit bei der Herausgeberin einer Frauenzeitschrift, der sehr resoluten älteren Dame Mrs. Bird an. Diese vertritt sehr antiquierte Ansichten, weshalb die wenigsten Briefe der Leserinnen, die sich mit Fragen zur Ehe, Geschlechtlichkeit oder Politik beschäftigen, beantwortet werden. Emmy soll anstößige Briefe aussortieren und diese vernichten. Emmy bringt es allerdings nicht über das Herz, die Briefe der jungen Frauen zu vernichten, versucht diese im Namen von Mrs. Bird zu beantworten und gibt sie sogar vereinzelt in den Druck. Niemand außer der aufmerksamen Assistentin Kathleen von Mrs. Bird, mit der sich Emmy angefreundet hat, bemerkt die plötzlich anders klingenden Antworten an die Leserinnen, die die Auflage steigern.

                Im Vergleich zur sich verschärfenden Situation im bombardierten London der Jahre 1940/ 1941 wirken die Briefe trivial, aber bieten Ablenkung in den schlimmen Zeiten. Emmy arbeitet neben ihrer Tätigkeit für Mrs. Bird nach Feierabend bei der Freiwilligen Feuerwehr um Notrufe entgegenzunehmen.
                Ihre beste Freundin ist Bunty, die sich mit Bill verlobt. Emmy wird dagegen von ihrem Freund, dem Arzt Edmund, für eine Krankenschwester verlassen, verliebt sich aber bald danach in den jüngeren Bruder ihres Kollegen Mr. Collins, Charles.

                Emmy ist eine sehr sympathische Protagonistin, die das Herz auf dem rechten Fleck hat.
                Der Roman beschreibt sehr eindringlich die Atmosphäre während des Zweiten Weltkrieges in London, insbesondere als die Angriffe der deutschen Streitkräfte zunehmen und sich die Einschränkungen für Bevölkerung verschärfen.

                Was etwas naiv und scheinbar belanglos mit den Sorgen der Frauen der damaligen Zeit beginnt, mündet in ein Drama über Liebe und Freundschaft und Vertrauen in einer zunehmend bedrohlicheren Welt.
                Emmy entwickelt sich weiter, wird mutiger und kämpft um ihre Freundschaft mit Bunty, die sie durch einen dummen Fehler gefährdet.

                Der Roman ist wunderbar charmant und warmherzig geschrieben. Es ist eine süße Geschichte, die von wahren Leserbriefen inspiriert ist, die sich insbesondere zu Beginn aber nur gemächlich entwickelt und mich auch deshalb nicht durchgehend fesseln konnte, da sich Emmy so scheinbar problemlos über die Herausgeberin hinwegsetzen konnte.
                Die Schilderungen der Bombardierungen und Folgen für Emmy und ihre Freunde sind allerdings sehr anschaulich, mitnehmend und bewegend dargestellt.

                • skiaddict7

                  Beiträge: 24
                  14.10.2018

                  Vielen Dank für diese tolle Rezension!

                Lesegenuss

                Beiträge 34
                eine Antwort 01.10.2018

                  Der Debütroman von A.J. Pearce erzählt die Geschichte der 22-jährigen Emmeline Lake, wie sie durch eine Zeitungsannonce eine Anstellung bei einem Zeitungsverlag in London erhält und, vermeintlich, endlichen ihren Traumjob ausüben kann. Von je her war es ihr Wunsch gewesen, Journalistin zu werden. Wir schreiben das Jahr 1941. Der Zweite Weltkrieg hatte mit aller Wucht ebenfalls England, London erreicht. Emmy, wie ihre Freundin Bunty sie nennt, arbeitet zum einen in einer Kanzlei und dann an drei Tagen der Woche als freiwillige Telefonistin in einer feuerwache. sie und Bunty lebten in einer Wohnung bei deren Großmutter. "Der Chronicle" suchte eine Gehilfin, so stand es da, dieser Satz festigte sich in Emmys Kopf. Und sie bekam die Stelle. Allerdings entpuppte sich diese nicht als das was sie erwartet hatte. Sie sollte künftig als Vorarbeit leisten für Mrs. Bird, Briefe aussortieren und nur die den Regeln von Mrs. Bird entsprachen, durften auf deren Schreibtisch. Mrs. Bird war die Kummerkastentante der Zeitung. Ihre Ratgeber allerdings entsprachen nicht mehr der Zeit. Inakzeptable Themen wurden nicht beantwortet und diese Briefe landeten im Papierkorb. Auf der Non-Liste standen z. B. Themen wie "eheliche Beziehungen, politische Aktivitäten, sexuelle Beziehungen im Allgemeinen, Krieg, usw. …
                  Mrs. Bird nahm sich das Recht, nur auf solche Themen zu antworten, die ihr genehm waren. Alles andere war Müll. Sie beurteilte und verurteilte vieles. Auch gab es Wörter, die ebenfalls verboten waren. Allerdings kennt Mrs. Bird Emmeline nicht. Denn der geht das gehörig gegen den Strich. Obwohl sie weiß, dass es nicht korrekt ist, nimmt sie sich einiger Briefe an und beantwortet sie. Und nicht nur das, sie schreibt auch in Mrs. Bird Namen.
                  Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Emmelinge geschrieben. Die 28 Kapitel lassen sich flüssig lesen. Es wird konkret ein intensiver Einblick in die damalige Zeit gegeben. All die Menschen, die nicht nur während der Luftangriffe bangten, ihren Dienst versahen, es waren auch die, die um ihre Liebsten trauerten. Genau deswegen schrieben sie auch an Mrs. Bird. Wußten sie doch nicht, welch verknöcherte alte Jungfer sich dahinter verbarg. Und in diesen Zeiten war es Emmy nach wichtig, den Menschen Hoffnung zu geben und nicht die Briefe einfach zu entsorgen. So beginnt etwas, was sie nicht tun dürfte. Antworten schreiben auf genau solche Briefe, die Müll waren. Und sie macht einen groben Fehler, sie unterzeichnet mit Mrs. Bird. Dass Emmys Ratschläge aber gut ankommen, darüber freut sie sich.
                  In unseren modernen Zeiten, wo es alltäglich ist mit dem Smartphone über Messenger u.a. zu kommunizieren, ist so ein Roman, auch wenn er einen schwergewichtigen Hintergrund als Thema hat, eine Wohltat, oder eben eine etwas andere Lektüre. Ein paar persönlich geschriebene Zeilen drücken oft mehr aus als irgendwelche Emojis. ✍️
                  Ein Brief kann wie eine Erinnerung sein. Die Charaktere Emmy ist zwar die maßgebliche Person, Auslöser von Dingen, doch bei all den Kriegsumständen ist immer eine Prise Humor Platz.
                  "Liebe Mrs. Bird", ist in gewisser Weise schon ein historischer Roman, der es verstanden hat, die katastrophalen Zustände des Zweiten Weltkriegs und durch die bewegende Freundschaft zweier Freundinnen, dies in einer erstaunlich guten Geschichte festzuhalten.
                  Es gab Momente, die mich dann geschockt hatten. Sei es die nächtlichen Bombenangriffe, dann aber wiederum zeigten, welche Urkräfte der Mensch freisetzen kann um zu helfen. Die, die wir den Krieg nicht miterlebt haben, können und müssen alles tun, um so etwas zu verhindern. #GegendasVergessen
                  All dies ist Hintergrund der Story und die Autorin hat es sehr gut verstanden, die damalige Realität auch bildhaft darzustellen.
                  "Liebe Mrs. Bird" ist nicht nur ein Buch zur Erinnerung "nicht zu vergessen", vielmehr zeigt er auch auf, wie der Krieg Menschen verändert und trotz allem die Hoffnung bleibt, nicht zu verlieren. Lebe heute, was morgen kommt, sehen wir dann.
                  Meine Leseempfehlung für das Buch, für die Geschichte aus der Zeit im Zweiten Weltkrieg. Alle Achtung für diesen Debütroman.

                  • buchzauber

                    Beiträge: 37
                    09.11.2018

                    Das klingt nach einem echten Lesegenuss :) Tolle Rezension und ich glaube, dass ich das Buch bald besorgen "muss"

                  die.buecherdiebin

                  Beiträge 8
                  01.10.2018

                    Inhalt: London 1941. Die junge Emmeline Lake träumt davon, Kriegsberichterstatterin zu werden. Als sie eine Stellenanzeige für eine Teilzeit-Gehilfin beim London Evening Chronicle liest, bewirbt sie sich sofort. Tatsächlich bekommt sie die Stelle und erkennt erst an ihrem ersten Arbeitstag, dass sie als Sekretärin bei der respekteinflößenden Kummerkastentante Mrs. Bird nur die Leserbriefe vorsortieren soll. Alle Briefe, die Mrs. Bird irgendwie anstößig findet, muss sie sofort zerschneiden - und das sind sehr viele. Doch Emmeline fühlt mit den Frauen, deren Briefe aussortiert werden, mit und beginnt, ihnen zu antworten. Sie unterschreibt statt mit ihrem Namen, mit "Henriette Bird“... Meine Meinung: Der Schreibstil von A. J. Pearce hat mir sofort gefallen. Er ist lebhaft, mitreißend und an den passenden Stellen witzig und ich musste häufiger beim Lesen schmunzeln. Je mehr ich in diese Geschichte eintauchte, desto mehr fesselte sie mich. Emmeline, genannt Emmy, ist anfangs noch ziemlich naiv, aber trotzdem sehr sympathisch und liebenswert. Auch ihre beste Freundin Bunty habe ich sofort gemocht. Bunty ist loyal, witzig, lebhaft und sehr verliebt in ihren Freund William. Aber eigentlich sind alle Charaktere ganz toll und individuell beschrieben. Fast alle sind sehr sympathisch, einige davon auch ein bisschen schräg, aber ich mochte sie alle - sogar die aufbrausende und laute Mrs. Bird, die alles „unerquicklich“ und „inakzeptabel“ findet.
                    Die Autorin erzählt in dieser Geschichte aber nicht nur von den Leserbriefen und Mrs. Bird, sondern auch sehr spannend und dramatisch vom Bombenhagel in Londons Straßen. Vom Mut einiger Menschen und von Freundschaft.
                    Fazit: „Liebe Mrs. Bird“ hat mir sehr gut gefallen, es ist eine warmherzige und schöne Geschichte über Mut, Freundschaft und Herzenswärme.