Anja Baumheier

Kastanienjahre

Ein anderes Land. Ein anderes Leben.
Zwei Orte gibt es, die für Elise Heimat bedeuten: Paris, wo sie seit über 20 Jahren eine kleine Boutique im Montmartre führt; und Peleroich, das verschlafene Dorf an der mecklenburgischen Ostseeküste. Hier wächst sie in den 60er Jahren auf, hier lernt sie Henning und Jakob kennen, die beiden Lieben ihres Lebens. Henning, der Fels in der Brandung, den sie seit Kindertagen kennt, Jakob, der Frauenschwarm, der Künstler werden will und wie sie davon träumt, einmal den Eiffelturm zu sehen. Eine fatale Dreiecksbeziehung voller Geheimnisse - bis Jakob eines Tages spurlos aus Elises Leben verschwindet.
Als Elise nach vielen Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehrt, taucht sie tief ein in ihre eigene Vergangenheit und in die Geschichte von Peleroich, wo ihre Eltern sich kurz nach Gründung der DDR kennenlernen…
Anja Baumheier erzählt von einem malerischen Dorf und dem Schicksal seiner Bewohner zwischen Gründung der DDR, Mauerbau und Nach-Wendezeit.


Autorenbild Foto von Anja Baumheier

Der  Autor

Anja Baumheier wurde 1979 in Dresden geboren und hat ihre Kindheit in der DDR verbracht. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet als Lehrerin für Französisch und Spanisch an einer Berliner Schule. 2018 erschien mit "Kranichland" ihr erster Roman.


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Rezensionen

hasi_rasi

Beiträge 100
31.08.2019

Windflüchter

... sind Bäume (vor allem an der Küste), deren Wuchsform vom Wind bestimmt wird. Sie brechen nicht bei Sturm, sondern beugen sich, biegen sich, passen sich an.

Als Windflüchter könnte man auch einige Bewohner Peleroichs bezeichnen, ein kleines Dorf an der Ostseeküste an der Grenze zum „Westen“, dessen Geschichte Anja Baumheier in „Kastanienjahre“ erzählt.

Alles beginnt 1950, als Karl und Christa in der Dorfschule nebeneinander sitzen. Jahre später darf Karl, der den Wald und die Küste liebt, seinen Beruf als Förster nicht länger ausüben, da er sich weigert, an der neu erbauten Grenze für die Stasi zu spionieren. Seine Mutter wehrt sich jahrelang dagegen, in die LPG einzutreten, aber der Bürgermeister will nun mal ein Vorzeigedorf aus Peleroich machen. Und auch andere lehnen sich auf: der Bäcker will die Fahnen zum 1. Mai nicht raushängen und der Konsumbetreiber schreibt regelmäßig Eingaben an Walter Ulbricht, weil er nichts hat, was er verkaufen kann – etwas, was man sich wahrscheinlich nur vorstellen kann, wenn man es miterlebt hat. So wie ich. 1974 in Dresden geboren und aufgewachsen, habe ich viele Szenen wiedererkannt, die im Buch beschrieben werden. Den Mangel an alltäglichen Dingen und unseren Einfallsreichtum, um sie zu ersetzen, Angst vor Spitzelei und Denunziation, Berufswünsche, die Träume bleiben mussten, Freunde, die plötzlich verschwunden waren, weil sie „abgehauen“ sind oder die Ausreise genehmigt wurde.
Auf die Ausreise hofft auch Jakob jahrelang. Er ist Künstler und Elises Freund, aber nicht ihr Ehemann, das wiederum ist Henning, den sie von klein auf kennt. Aber als sich Henning und Elise nach dessen Armeezeit auseinander leben, wird Jakob immer wichtiger für sie. Sie träumen gemeinsam von Paris, doch eines Tages ist er plötzlich verschwunden.

Elise ist Karls und Christas Tochter. Sie arbeitet als Näherin in einem großen Betrieb und lebt ihre Kreativität zu Hause aus, wo sie aus Stoffresten eigene Modelle schneidert. Nach der Wende und Wiedervereinigung – die sich die Peleroicher wie so viele DDR-Bewohner eigentlich anders vorgestellt hatten )„Ich fühle mich überrumpelt und femdbestimmt. ... Was ist aus den Ideen geworden, die DDR demokratisch zu erneuern?“ (S. 340)) – geht Elise doch noch nach Paris und übernimmt eine Boutique, aber ihre Heimat kann sie nie vergessen, genau so wenig wie Jakob. Sie sucht jahrelang nach ihm, hofft, dass er noch lebt, obwohl die Vernunft dagegen spricht. Als sie 20 Jahre später einen Brief bekommt, in dem ihr ein „Freund“ schreibt, dass er Schuld am Tod ihres Vaters und Jakobs Verschwinden ist, kommt alles wieder hoch. Sie soll nach Peleroich kommen, dann erklärt er ihr alles. Wer steckt hinter den Briefen und was ist damals wirklich passiert?

Wie schon bei „Kranichland“, ist es Anja Baumheier auch in diesem Buch wieder gelungen, ein erschreckend authentisches und reales Bild der DDR zu zeichnen. Elises Geschichte und die ihrer Familie ist eng mit der des Dorfes verknüpft. Schon während der DDR spaltet sich Peleroich in 2 Lager, die Regimetreuen und die -gegner und nach der Wende zerfällt es immer mehr – am Ende bleibt ein Geisterdorf, dass eingeebnet werden soll.

Anja Baumheier schreibt über Hoffnungen und Sehnsüchte, über eine dörfliche Idylle, die keine ist, über Mangelwirtschaft und Nachbarschaftshilfe, offene Freund- und versteckte Feindschaft, über Fluchthelfer und die Stasi und dass man sich nie sicher sein kann, wer auf welcher Seite steht. Trotzdem malt sie nie schwarzweiß. Es war nicht alles schlecht, aber eben auch nicht alles gut. Ein sehr berührendes Buch, das meine Vergangenheit wieder lebendig gemacht hat. #gegendasvergessen

Lesemone

Beiträge 11
11.09.2019

    Geschickt kombiniert die Autorin die Gegenwart mit der Vergangenheit. In wechselnden Kapiteln erfährt man die Lebensgeschichte von Elise, die zur Zeit in Paris wohnt. Der Vergangenheitsstrang reicht sogar bis zu ihren Eltern zurück. Ich fand die Darstellung von damals sehr harmonisch, aber auch sehr tückisch dargestellt. Vor allem, als es mit der Stasi losging, wurden alle vorsichtig. Immer wieder wird der Bezug von Gegenwart und Vergangenheit hergestellt, da Elise in ihre alte Heimat reist. Glaubhaft und anschaulich wurde die Situation in der DDR erläutert. Ich konnte mich sehr gut hinein denken, in diese Zeit. Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr zugesagt und ich fand es gut, dass am Ende noch etwas Raum für Spekulationen bleibt. Ein sehr ruhiges, aber dennoch unterhaltsames Buch!

    Caillean

    Beiträge 10
    04.09.2019

      Man sagt ja immer: das zweite Buch ist das schwerste. Besonders, wenn das erste ein großer Erfolg war. Denn für viele Autoren ist es schwierig, anzuknüpfen oder sogar eine Geschichte zu finden, die noch besser ist als die des Erstlings. Anja Baumheier ist das gelungen.

      Ihr zweiter Roman „Kastanienjahre“ hat mich noch mehr gefesselt als ihr Debüt „Kranichland“, es wirkte auf mich runder und noch besser recherchiert. Und auch gefühlsmäßig hat die Autorin mich voll erwischt. Da ich selbst auch in der DDR geboren wurde und die Wende als 10jährige erlebte, konnte ich so vieles, was in diesem Buch dargestellt ist, nachvollziehen. Formulierungen, die ich seit Jahren nicht mehr gehört habe („bei der Fahne“) und die aber irgendwie jeder DDR-Bürger kennt, waren plötzlich wieder gegenwärtig. Natürlich kenne ich die Zeit vor den 1980er Jahren auch nur aus Erzählungen meiner Eltern und Großeltern, aber es deckt sich sehr vieles mit dem, was ich in diesem Buch lesen konnte. Ich habe den Roman als sehr authentisch empfunden.

      Die Geschichte kreist um das (fiktive) Dorf Peleroich an der Ostsee und seine Bewohner, an deren Beispielen der Aufschwung und Niedergang des Sozialismus dokumentiert und in eine bewegende Geschichte verpackt wird. Im Mittelpunkt steht Elise, die in der Rahmenhandlung des Jahres 2018 schon 58 Jahre alt ist und in die frühe DDR hineingeboren wurde. Sie erlebt Kindheit und Jugend im Sozialismus und wird mitten im Leben stehend von der Wende überrascht. Eine Wende zum Besseren? Das klärt das Buch nicht wirklich auf, aber es beschreibt sehr anschaulich auch die Situation in den neuen Bundesländern in den Nachwendejahren. Die Überforderung mit der neuen Welt, die Vereinnahmung durch westliche Strukturen und die Hilflosigkeit, als plötzlich – als Preis für die vielgewünschte Freiheit - der Staat keine Verantwortung mehr für den Einzelnen übernimmt und jeder sich selbst der nächste sein muss. Eine Situation, die viele DDR-Bürger (denen Gemeinschaftssinn praktisch eingeimpft wurde) als extrem verstörend empfanden.

      Die Licht-, aber vor allem auch die Schattenseiten der DDR werden hier in die Handlung integriert, von der Stasi-Bespitzelung über die mehr oder weniger staatlich verordnete Berufswahl bis hin zu den großen Risiken einer Flucht oder auch Fluchthilfe.

      Ich wurde mit diesem Roman plötzlich zurückkatapultiert in meine Kindheit (die ich rückblickend als sehr harmonisch empfinde) und wurde von lange schlummernden Gefühlen übermannt. Allerdings wird mir an vielen Stellen jetzt erst bewusst, wie wenig ich mitbekommen habe von dem, was auf politischer Ebene oder hinter vorgehaltender Hand passierte. Eigentlich logisch, denn mit jeder unbedachten Äußerung machte man sich angreifbar und wie schnell erzählt ein Kind unbekümmert etwas weiter, was Mama oder Papa gesagt haben...

      Mich, die diese Zeit selbst noch ein Stück weit miterlebt hat, hat dieses Buch tief berührt und bewegt. Ich habe in fast jedem Charakter einen Menschen wiedererkannt, der mich selbst ein Stück auf meinem Lebensweg begleitet hat und ich fand die melancholische Geschichte dieses kleinen Dorfes unheimlich liebens- und lesenswert.

      Wer selbst noch ein Stück DDR erlebt hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Und wer nicht, der erst recht – denn mit diesem Roman kann man die Zeit lebendig und authentisch nacherleben. Ein ganz, ganz wichtiges Buch, das ich nur empfehlen kann!

      heidi_59

      Beiträge 35
      02.09.2019

        "Kannst du kein Stern am Himmel sein, sei eine Lampe im Haus"

        1953 in Peleroich
        Im kleinen verschlafenen mecklenburgischen Dorf Peleroich an der Ostseeküste ticken die Uhren noch anders . Hier ist man unter sich , jeder kennt seinen Nachbarn und die weite Welt , die spielt in Peleroich keine große Rolle . Wer was erleben will , der geht abends in den Kastanienhof, auf ein Bier und Friedrichs berühmte Bratkartoffeln.
        Hier beginnt auch in den 50er Jahren die Liebesgeschichte von Karl und Christa . Das junge Paar erlebt den Wandel von Peleroich hautnah . Als der Bürgermeister aus Peleroich ein sozialistisches Vorzeigedorf machen will , verliert Karl seine Arbeit als Förster , weil der Wald nicht mehr zugänglich ist und zum Grenzgebiet erklärt wurde . Das Leben der Dorfbewohner wird nach und nach immer mehr von strengen Vorschriften bestimmt und keiner hat ein Recht auf Mitbestimmung .
        Aber erst mit der Geburt ihrer Tochter Elise , wird Karl und Christa so richtig klar das ihre Freiheit in jeder Form eingeengt ist und sie ihre Familie gegen diese einschneidenden Veränderungen schützen müssen .

        Peleroich in den 60er Jahren
        Elise wächst in den 60er Jahren als Tochter von Karl und Christa in Peleroich auf und lernt Henning und Jakob kennen. Henning ist ihr Fels in der Brandung , sie kennt ihn seit ihr Kindheit, auf ihn kann sie sich verlassen .Ganz anders Jakob , der freiheitsliebende Künstler und Frauenschwarm , der ohne seine Mutter beim Großvater aufwuchs.
        Beide werden für Elise die großen Lieben ihres Lebens, doch sie kann sich nicht wirklich für einen von ihnen entscheiden . Fast scheint es als ob das Schicksal selbst die Entscheidung in die Hand nimmt , als Jakob eines Tages plötzlich spurlos verschwindet.

        2018 in Paris
        Für Elise ist ein Traum in Erfüllung gegangen als sie vor über 20 Jahren in Paris ihre Boutique eröffnet und eine neue Heimat gefunden hat . Es war schon immer ihr Wunsch, in der Stadt an der Seine , leben und arbeiten zu dürfen .
        Als Elise nach vielen Jahren ein dramatischer Brief von einem Unbekannten aus ihrer alten Heimat Peleroich erreicht , fährt sie kurzentschlossen mit ihrer Freundin in ihre ehemalige Heimat.
        Nach über 20 Jahren erinnert nicht mehr viel an das ehemalige Vorzeigedorf , das schon länger dem Verfall preisgegeben ist .
        nichts mehr so , wie es einmal war .
        Doch mit jedem weiteren Schritt auf dem Dorfplatz, taucht Elise tiefer ein in ihre eigene Vergangenheit und in die bewegende Geschichte von Peleroich und seinen Bewohnern.
        Alles beginnt auf dem Dorfplatz , unter mit der einst so stolzen und großen Kastanie , wo ihre Eltern sich kurz nach Gründung der DDR kennenlernten …

        Auf zwei Zeitebenen erzählen die Protagonisten ihre Geschichte vom kleinen Dorf Peleroich , vom Mauerbau , dem Zusammenhalt der Bewohner, von Freud und Leid und dem Verzicht zugunsten des sozialistischen Staates , bis hin zum Mauerfall und den vielen , unerfüllten Hoffnungen eines ganzen Dorfes.

        Anja Baumheier nimmt uns in ihrem neuen Roman "Kastanienjahre" mit ins malerische Dorf Peleroich, an der mecklenburgischen Ostseeküste und erzählt von dem Schicksal der Bewohner , zwischen Gründung der DDR ,dem Mauerbau und der Nachwendezeit , bis hin ins Jahr 2018.
        Wie schon in dem tollen Vorgänger "Kranichland" , bekommt der Leser hier einen Einblick in die Geschehnisse und Bräuche ,die jedem , der nicht aus der ehemaligen DDR stammt, so nicht bekannt gewesen sind .
        Leider hat mich die Geschichte von Peleroich , in "Kastanienjahre" , nicht ganz so sehr berührt und begeistert , wie der Vorgänger "Kranichland" . Mir fehlte ein wenig die Wärme und auch die Emotionen, die Kranichland für mich zu einem Wohlfühlbuch gemacht hatten .
        Aber das kann auch daran liegen , das ich mir vom Klappentext ausgehend, vielleicht zu viel von der Geschichte erhofft habe .
        Nichtsdestotrotz lässt sich die Geschichte gut lesen und hat mich gut unterhalten.

        Von mir gibt's für Kastanienjahre
        4 Sterne
        sowie eine Leseempfehlung für alle historisch interessierten Leser

        Lesegenuss

        Beiträge 37
        01.09.2019

          "Kastanienjahre" ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Handlungsorte sind einerseits Paris und der fiktive Ort Peleroich. Es beginnt im Winter 2018 in paris, wo die achtundfünfzigjährige Elise Petersen seit gut mehr als 20 Jahren lebt. Dort unterhält sie eine Boutique. Durch den Besuch ihrer Freundin aus Deutschland wird sie an ihren Heimatort Peleroich erinnert, der nun lt. einem Zeitungsausschnitt dem Erdboden gleich gemacht werden sollte. Und das schon bald. Es war Jahre her, dass Elise dort war. Die Erinnerungen daran schmerzten dochnoch irgendwie, zumal sie bis heute nicht wußte, was damals mit ihrem Freund Jakob geschehen war. Über Nacht war er spurlos verschwunden und Elise hatte ihn auch nach dem Mauerfall nicht auffinden können. Zum gleichen Zeitpunkt erhält sie einen anonymen Brief mit der Bitte, dringend nach Peleroich zu kommen. Ein Freund, so die Unterschrift, wollte seine Schuld offenbaren, zum einen was den Tod ihres Vaters betraf und um Jakobs Verschwinden.
          Zitat S. 73
          "... Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen."
          Der geschichtliche Hintergrund erzählt über das Leben Anfang der Fünfziger Jahre und fortlaufend. So war das halt damals in den Zeiten von Ostdeutschland. In wechselnden Passagen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es zeigt auf die Gründung des Staates, die Entwicklung und auch das sozialistische Denken. Wer neben der Spur lief, musste damit rechnen, überwacht zu werden. Was nach dem Mauerba noch extremer wurde. Da blieb es nicht aus, dass die Leute in den Westen flüchten wollten. Peleroich, ein fiktiver Ort, lag nahe der Ostsee.
          Am Anfang des Buches ist eine Auflistung der handelnden Personen. So bekommt man schon einen Blick auf die Figuren. Im Prinzip wird die Geschichte von ca. 1950 bis 2018 erzählt. Das Zeitgeschehen ist glaubwürdig geschrieben und gut recherchiert. Ich bin zwar im Westen geboren und aufgewachsen, habe aber dennoch durch die Vorgeschichte meiner Mutter viele Jahre meiner Kindheit in den Ferien und auch später "drüben" miterlebt. Die Geschichte der jungen Elise Petersen, die zwei Freunde hat und sich dennoch nicht entscheiden kann. Und was hat der Tod von Elises Vater mit Jakobs Verschwinden zu tun? All diese offenen Fragen, hier hofft Elise nun auf Antworten.
          Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft und lässt den Leser in eine großartige Geschichte eintauchen. Die vorn im Buch gezeichnete Karte vervollständigt dies. Der geschichtliche Hintergrund fließt gut in die Handlung ein. Ebenso die individuellen Charaktere stellen sich lebendig dar.
          Nach "Kranichland" ist "Kastanienjahre" erneut ein wunderbares Buch aus der Feder der Autorin, dem ich gern meine Leseempfehlung gebe. Es ist nicht nur so eine fiktive Geschichte, die Vergangenheit könnte eine wahre Begebenheit gewesen sein.

          nati

          Beiträge 15
          01.09.2019

            Bewegende Zeitreise
            Anja Baumheier erzählt in ihrem neuen Buch die Geschichte des mecklenburgischen Dorfes Peleroich und ihrer Bewohner, die sich über einen Zeitraum von 1950 bis 2018 erstreckt. Es ist ein Dorf voller Beschaulichkeit und Ruhe. Auf dem Dorfplatz steht eine alte Kastanie, daneben das Gasthaus Kastanienhof, ein Treffpunkt für die Einwohner. Kurz nach Kriegsende fehlte es an allem, doch die Dörfler unterstützen sich. Hier begann auch die Liebesgeschichte zwischen Karl und Christa mit ihren Träumen und Wünschen. Seit dem aber der Bürgermeister Ludwig Lehmann sich zur Aufgabe gemacht hat, aus Peleroich ein sozialistisches Vorzeigedorf zu machen, trat, zu Anfang kaum spürbar, eine Veränderung ein.

            Im Jahr 2018 lebt Elise, die Tochter von Karl und Christa, in Paris. Hier erhält sie den Brief eines unbekannten Freundes, der sie bittet nach Peleroich zu kommen. Er möchte sich mit allen Dorfbewohnern treffen, um zu erzählen, was damals tatsächlich passiert ist.

            Für uns ist es heute kaum vorstellbar wie das Leben für DDR-Bürger war. Anja Baumheier nimmt uns mit auf eine Zeitreise, wo wir das Schicksal der Bewohner von Peleroich von der Gründung der DDR, über den Mauerbau bis zur Nachwendezeit erleben. Die Handlung wird hier so lebensecht erzählt, als sei man selbst mit dabei. Der Schreibstil von Anja Baumheier hat mir gut gefallen, sie schildert sehr bildhaft und in einer eingängigen Sprache. Das Personenregister zu Beginn und die Zeitangaben über den Kapiteln helfen dem Leser bei der Orientierung, somit ist der Roman in großen Teilen gut nachvollziehbar dargestellt.

            Mir hat diese interessante und informative Geschichte über die Auswirkungen des politischen Systems der DDR und die wirtschaftlichen Veränderungen in der Nachwendezeit auf das Dorf sowie seiner Bewohner sehr gefallen.

            Alica

            Beiträge 9
            30.08.2019

              Dieses Buch so lebendig und teilweise auch spannend wie einen Krimi. Ein wunderbar, interessanter Roman, über eine Geschichte die in zwei Zeiten spielt und springt.
              Gute Unterhaltung ist auch garantiert.
              Sehr Lesenswert!

              sommerlese

              Beiträge 85
              29.08.2019

                Dieser Roman ist wunderbar zu lesen, auch wenn hier geschichtliche Vorgänge sehr realistisch beschrieben werden. Es beginnt mit der Gründung der DDR, wir erleben den Mauerbau und die Nach-Wendezeit. Der Autorin gelingt es sehr einfühlsam, diese Zeit spürbar und sichtbar zu machen.

                Sie zeigt die Entwicklung der Betriebe hin zu LPGs, den Mangel an Konsumgütern und wie das sozialistische Denken um sich greifen konnte. Aber viel entscheidender sind die Schilderungen von
                Bespitzelung und Denunziation durch die Stasi, die Ausreiseschwierigkeiten und die Fluchtversuche und Fluchthilfe. Man kann diese Lebensumstände unglaublich nah und bewusst nachvollziehen.

                Auch die spätere Wiedervereinigung und der regelrechte Konsumschock für die Ex-DDR-Bürger hat mich an die damalige Zeit sehr erinnert.
                Durch eigene Verwandte aus dem Osten habe ich die Vorgänge in der DDR zeitlebens gehört, ich weiß einiges über die Parteimenschen, den Sozialismus und die Gängelung von oben in der DDR und daran hat mich dieser Roman erinnert und erneut tief bewegt.

                Anja Baumheier vermag mich mit ihrem leichten Erzählstil auf diese außergewöhnliche Zeitreise mitzunehmen und bringt mir die Zwänge und Schwierigkeiten der DDR-Bewohner sehr realistisch nahe. Viele haben unter dem politischen Druck und dem Verrat gelitten, einige konnten das aushalten und suchten den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft, andere litten unter der Bespitzelung und suchten ihre Chance in der Flucht.


                Durch die gut gezeichneten Romanfiguren erlebt man ihre Gefühle, ihre Sehnsüchte, ihre Liebe, doch sie können sich nicht eindeutig entscheiden, stehen unter dem politischen Druck des Sozialismus, sie entwickeln ihre eigenen Methoden, um damit umgehen zu können.

                Auch wenn ich die Verstrickung dieser Liebesgeschichte zwischen Elise und Henning und Jakob gerne miterlebt habe, so hat mich nicht so sehr ergriffen, wie die sie umgebende deutsch-deutsche Geschichte.



                Die Autorin versetzt ihre Leser sehr authentisch in die DDR-Zeit, sie zeigt die Probleme offen auf, beschönigt nichts, betrachtet ehrlich und macht sehr gut deutlich, wie die Wende für manche kleinen Orte den Untergang eingeleitet hat. Wer sich für deutsch-deutsche Geschichte und die Menschen im besonderen interessiert, wird hier einen sehr interessanten und bewegenden Roman vorfinden.

                HEIDIZ

                Beiträge 12
                28.08.2019

                  Hauptcharakter Elise lebt in Paris, führt dort eine Boutique und stammt aus dem DDR-Dorf Peleroich - befindlich an der mecklenburgischen Ostseeküste. In den 60er Jahren wuchs sie hier auf, verlebte ihre Kindheit und Jugend, mit der Wende usw. Dann sind da noch die Jungen Jakob und Henning. Henning, mit dem sie ein Kind hat und Jakob der Künstler. Jakob, der verschwindet, an dem Tag, als der Vater verunfallt. Besteht ein Zusammenhang ???

                  Gleich spannend in die Handlung einsteigend, wird man an die Geschichte gefesselt, als DDR-Bürger denkt man sich immer wieder: "Hach ja, so war es, das fehlt uns, dafür standen wir in der Schlange, Erinnerungen werden wach ..." Wundervoll zu lesen, sehr authentische Geschichte, die genauso oder ähnlich passiert sein konnte.

                  Dann sind wir im Heute, Elise geht zurück in die ehemalige Heimat, weil sie Briefe erhalten hatte, mysteriöse und solche, die sie neugierig machten, wer war am Tod des Vaters Schuld, lebt Jakob noch? Peleroich soll den Erdboden gleich gemacht werden, ein Dorf, welches es eigentlich schon garnicht mehr gibt ...

                  Schön zu lesen von den Schicksalen der Bewohner des mecklenburgischen Dorfes, wie es viele in der DDR gab. Authentisch glaubwürdig geschrieben, topp recherchiert - hat mir sehr gut gefallen !!! Auch das Zusammenspiel der Charaktere, die Dreiecksbeziehung z. B. zwischen Elise und ihren beiden Männern .... die Entwicklung, der Niedergang des Dorfes wie auch der Niedergang der DDR ....

                  Lest selbst - es lohnt sich !!!

                  schnäppchenjägerin

                  Beiträge 61
                  27.08.2019

                    2018 lebt Elise seit über 20 Jahren in Paris, wo sie Inhaberin einer kleinen Boutique ist und sich damit einen lang gehegten Traum wahr gemacht hatte. Aufgewachsen ist Elise in der DDR, in dem kleinen Ort Peleroich an der Ostsee, wo die Möglichkeiten als Modedesignerin zu arbeiten aufgrund von Ressourcenknappheit und mangelnder Berufsfreiheit stark eingeschränkt waren.
                    Als sie einen anonymen Brief erhält, der ihre Hoffnungen macht, etwas über das Verschwinden ihres Jugendfreundes Jakob und zum Tod ihres Vaters Karl zu erfahren, kehrt Elise in ihren Heimatort zurück.

                    Auf den ersten Blick fällt auf, wie liebevoll der Roman aufgemacht ist. Auf den ersten Seiten ist ein Ausschnitt von Peleroich eingezeichnet und eine Übersicht über die Bewohner des Ortes aufgelistet.
                    Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen, wobei die Erzählung in der Vergangenheit von den 1960er-Jahren bis nach der Wende den größten Anteil ausmacht und die jungen, bewegten Jahre von Elise, ihrer Familie und Bekannten des Dorfes darstellt.

                    Der fiktive Ort Peleroich mit seinen Bewohnern wird dabei so anschaulich beschrieben, dass man ein Gefühl für die Epoche, einen Eindruck von den Einschränkungen in der DDR und eine klare Vorstellung von dem Dorf und den einzelnen Charakteren erhält.
                    Peleroich besteht aus wenigen Familien und Betrieben, die fast alle unter dem staatstreuen Bürgermeister Ludwig Lehmann leiden, der Peleroich zu einem sozialistischen Vorzeigeort machen möchte. Die Bewohner selbst haben jedoch andere Träume, möchten frei leben und sich kreativ entfalten oder haben schlicht die Knappheit an alltäglichen Gütern und Lebensmitteln satt.

                    Durch den flüssigen, einfühlsamen Schreibstil von Anja Baumheier kann man sich perfekt an den Ort Peleroich versetzen lassen und in die Vergangenheit eintauschen. Schon mit ihrem Debütroman "Kranichland" habe ich es genossen, als "Wessi" mehr über das alltägliche Leben in der DDR zu erfahren.
                    Die kleineren Zeitsprünge in der Geschichte sorgen für Spannung, da die Autorin damit auch immer wieder auf kurze Rückblenden zurückgreifen muss, damit der Leser ein komplettes Bild erhält. So spürt man im weiteren Verlauf immer eindringlicher wie der Druck auf die Protagonisten wächst, die in dem kleinen Ort, aber vor allem durch die Politik massiven Einschränkungen unterliegen. Deshalb ist es auch spannend zu erfahren, wie Vergangenheit und Gegenwart zusammengehören, was mit Jakob passiert ist und in welchem Zusammenhang sein Verschwinden mit dem Tod von Elises Vater steht.
                    Weiterhin kann man sich gut in die junge Elise hineinversetzen, die in Perleroich aufgewachsen ist und dort stets zwischen zwei Männern stand: dem bodenständigen Henning, auf den sie sich stets verlassen konnte und dem Freigeist Jakob, der für ein aufregenderes Leben stand.

                    Die Geschichte entwickelt vor dem historischen Hintergrund eine Sogwirkung, während einem die Bewohner von Perleroich ans Herz wachsen. Es ist eine warmherzige, ehrliche Geschichte, die den Leser wieder sehr anschaulich in die DDR und die Umstände der damaligen Zeit versetzt, aber auch kritisch betrachtet, dass die Wende neben allen offensichtlich positiven Aspekten für den Ort den Untergang bedeutete.

                    Buchbiene

                    Beiträge 5
                    26.08.2019

                      Ein wunderbar geschriebener Roman mit interessanten, sehr lebensechten Charakteren.
                      Diese Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen.
                      Es wird ein sehr großer Bogen gespannt.
                      Von der Jetztzeit zurück in die 50er Jahre.
                      Beginnend im Jahr 2018, immer wieder durch Rückblenden unterbrochen.
                      Beschrieben wird die Zeit der 50er, 60er Jahre in der noch jungen DDR, bis in die Gegenwart.
                      Die Alltagserfahrungen und historische Geschehnisse sind mit der Vergangenheit und Gegenwart verwoben.
                      Ein bedrückendes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte wird sehr lebendig.
                      Richtig flott geschrieben, man fliegt förmlich durch die Zeiten.
                      Das macht dieses Buch so lebendig und teilweise auch spannend wie einen Krimi.
                      Gute Unterhaltung ist auch garantiert.
                      Sehr Lesenswert!

                      irmgard_hahn

                      Beiträge 29
                      26.08.2019

                        In der Erzählung geht es um das Schicksal der Bewohner eines kleinen Dorfes an der mecklenburgischen Ostsee in dem Zeitraum ab Gründung der DDR über den Mauerbau bis zur Nachwendezeit. In der Gegenwart im Jahr 2018 kehrt eine von ihnen – Elise, die Hauptprotagonistin, die mittlerweile in Paris lebt– zurück, um zu erfahren, was es mit dem Tod ihres Vaters und dem plötzlichen Verschwinden ihres Freundes auf sich hatte.
                        Gelungen ist im Roman hier die detaillierte und wirklich wissenswerte Beschreibung der verschiedenen zeitlichen Stationen in der Gesellschaft der DDR mit ihren jeweils so spezifischen Problemen.
                        Wir können uns hier viel Wissen anlesen: z.b. wie
                        die Überführung der landwirtschaftlichen Betriebe in LPGs stattfand, der ständige Mangel an Konsumgütern und Gegenständen des täglichen Bedarfs, die Bespitzelung durch die Stasi und die damit verbundene Angst vor Denunzierungen, Ausreiseschwierigkeiten, Flucht und Fluchthilfe.
                        Dann kam die Wiedervereinigung, der einsetzende Konsumrausch und die Übervorteilung nach der Wende.
                        Ein empfehlenswertes Buch für Leser von Familiengeschichten - aber auch mit Interesse an der jüngeren deutschen Geschichte, da dies einen Grossteil des Buches ausmacht.

                        karlssonvomdach

                        Beiträge 5
                        25.08.2019

                          Wie schon Anja Baumheiers erstes Buch „Kranichland“ handelt auch ihr vorliegendes zweites von Schicksalen von Bürgern der DDR. Sie weiß, wovon sie schreibt, hat sie doch die ersten zehn Lebensjahre selbst noch in der DDR verbracht.
                          Aufbereitet wird ein Stück deutscher Geschichte, das gerade für mich, die ich aus Westdeutschland stamme und keinen persönlichen Bezug zur früheren DDR und ihren Bewohnern habe, interessant ist. Im Mittelpunkt stehen einige Personen aus einem kleinen Dorf an der mecklenburgischen Ostsee in dem Zeitraum ab Gründung der DDR über den Mauerbau bis zur Nachwendezeit. Sehr hilfreich ist insoweit das vorangestellte Personenverzeichnis, auf das ich zunächst noch einige Male zurückgreifen musste. In der Gegenwart im Jahr 2018 kehrt eine von ihnen – Elise, die Hauptprotagonistin, mittlerweile in Paris lebend – zurück, um zu erfahren, was es mit dem Tod ihres Vaters und dem plötzlichen Verschwinden ihres Freundes auf sich hatte.
                          Sehr schön ist die Darstellung des beispielhaften Zusammenhaltes im Dorf. Gelungen ist auch die detaillierte und wirklich wissenswerte Beschreibung der verschiedenen zeitlichen Stationen in der Gesellschaft der DDR mit ihren jeweils so spezifischen Problemen – wie etwa die Überführung der landwirtschaftlichen Betriebe in LPGs, der Mangel an Konsumgütern und Gegenständen des täglichen Bedarfs, die Bespitzelung und Denunziation durch die Stasi, Ausreiseschwierigkeiten, Flucht und Fluchthilfe, die in der Form gar nicht gewollte Wiedervereinigung, der Konsumrausch und die Übervorteilung nach der Wende.
                          Gestört hat mich lediglich die gelegentliche unrealistische zeitliche Darstellung. So wird Elise bereits im Alter von fünf Jahren als begabte Näherin eingeführt oder wird ihr ihre Boutique in Paris Ende Dezember schon zu Anfang Januar gekündigt.
                          Ein empfehlenswertes Buch für Leser von Familiengeschichten mit Interesse an der jüngeren deutschen Geschichte.

                          brigitte_schreiter

                          Beiträge 70
                          24.08.2019

                            Elise lebt seid über 20 Jahren in Paris. Sie hat sich einen Traum erfüllt und dort eine Modeboutique eröffnet. Aufgewachsen ist sie in der ehemaligen DDR, einen kleinen Dorf an der Ostsee. Sie bekommt einen Brief, der sie veranlasst in ihren Heimatort für kurze Zeit zurückzukehren. Dort wird sie mit der Vergangenheit konfrontiert.
                            Der Roman handelt von der Gründung der DDR, Gründung der Genossenschaften, Enteignung, vom Mauerbau und bis in die Zeit nach 1989.
                            Es handelt sich um ein mecklenburgisches Dorf mit Namen Peleroich. Die Bewohner des Dorfes erlebten die Teilung Deutschlands, den Mangel an allen.
                            Und nicht zuletzt mußten sie erfahren wie ihr Dorf nach und nach zerfällt.
                            Davon war die Jugend von Elisa und deren Freunden Henning und Jacob betroffen.
                            Es gab auch eine große Liebe .
                            Ein insgesamt sehr emotionales Buch, welches mir noch besser gefallen hat, wie Kranichland. Deshalb vergebe ich 5 Sterne.

                            Arietta

                            Beiträge 38
                            20.08.2019

                              Bewegend und schön

                              Meine Meinung zur Autorin und Buch


                              Schon mit ihrem Debütroman „Kranichland“, war ihr ein großartiger Roman gelungen, auch mit diesem neuen Werk, legt sie noch eine Schippe drauf. Ich war begeistert und hin und her gerissen, es war wie ein Sog beim Lesen, man konnte nicht mehr aufhören. Mit viel Herzblut und Gefühl hat sie auch diese Geschichte geschrieben. Man spürt das sie die ersten 10 Jahre in der DDR aufgewachsen ist. Sie erzählt von den Missständen während der DDR Zeit, und nach der Maueröffnung. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig, Klar und Kraftvoll, alles ist so Bildhaft und real beschrieben, das ich das Gefühl hatte im Kastanienhof mit all den Figuren zu sitzen und Friedrichs, legendäre Bratkartoffeln zu Riechen und schmecken. Der Kastanienbaum die „ Thomas-Mann-Kastanie“ zieht sich wie der Kastanienhof, wie ein roter Faden durch die Geschichte, sie sind der Dreh und Angelpunkt.



                              Alles fängt mit Elise in Paris 2018 an, und langsam erfährt man wie sie von Peleroich in dieser Stadt gelandet ist. Wo sie seit 20 Jahren lebt und eine kleine Boutique betreibt, bis ein Anonymer Brief aus ihrem Heimatdorf eintrifft, der sie vollkommen aus der Bahn wirft, ihr altes Heimatdorf, soll dem Erdboden gleich gemacht werden, mit ihrer Freundin Marina , die eigentlich nach Paris kam, um mit Elise deren 58. Geburtstag zu feiern, reisen beide nach Peleroich. Und wir tauchen ab in die Vergangenheit, dieser wundervolle Geschichte die so manches dunkles Geheimnis ans Licht bringt. Schon Elise Geburt war aufregend, ihre Mutter Christa und Vater Karl, sind liebevolle Eltern. Karl der mit Leib und Seele Förster ist, muss den Beruf aufgeben, da er sich nicht ins Regime fügt. Das Dorf ist so Idyllisch, die Bewohner halten wie Pech und Schwefel zusammen, so eine richtige Dorfgemeinschaft. Man trifft sich im Kastanienhof, bei Friedrich und Dora, oder unter der Kastanie. Otto der Pfarrer der Gemeinde mag man sofort, Ludwig Lehman der Bürgermeister, ist der einzige der sich dem System angepasst hat, und eigentlich gar nicht zu den andren passt, ein Verräter und der andere an die Stasi verrät. Elise wächst in dieser Idylle auf, sie träumt von Paris und der Mode, sie möchte Kleider entwerfen. Ihre Freunde Jakob, der Enkel von Otto, träumt Künstler zu werden, Henning der Sohn vom Kastanienhof, ist Bodenständiger, so ein Fels in der Brandung, an den man sich anlehnen kann. Elise liebt beide, Jakob und Henning, man spürt ihre Zerrissenheit, für wenn sie sich entscheiden soll. Und sie entscheidet sich, mit wehem Herzen, in meinen Augen für den richtigen MannEs waren wundervolle und Aufregende Jahre, Elise und die Menschen in Peleroich zu begleiten. Es gibt viele Geheimnise, mit ihnen zu teilen, warum Jakob plötzlich spurlos verschwand, warum Elise Vater Karl zu Tode kam, steckt der Briefschreiber dahinter ? Wer trägt Schuld, ich war jedenfalls auf der falschen Spur, wer dahinter steckte….


                              Eine Geschichte zum Versinken...

                              Elke Z.

                              Beiträge 11
                              31.07.2019

                                Ein tolles Buch das ich mir im Urlaub gegönnt habe. Konnte es kaum aus der Hand legen. Ein muss für alle die sowas gerne lesen. Ich konnte mich da gut reinversetzen.
                                Sehr kurzweilig ...........................................................