Astrid Fritz

Die Räuberbraut

Das Leben an der Seite eines Räuberhauptmanns:
dramatisch, romantisch und hochgefährlich
Um 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?


Autorenbild Foto von Astrid Fritz

Die  Autorin

Astrid Fritz studierte Germanistik und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Als Fachredakteurin arbeitete sie anschließend in Darmstadt und Freiburg und verbrachte mit ihrer Familie drei Jahre in Santiago de Chile. Zu ihren großen Erfolgen zählen "Die Hexe von Freiburg", "Die Tochter der Hexe" und "Die Vagabundin". Astrid Fritz lebt in der Nähe von Stuttgart.


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Rezensionen

Sternderl80

Beiträge 30
02.08.2017

Zuerst einmal hat mich an diesem Buch das Cover sehr angesprochen, denn es wird hier schon vieles angedeutet, z.B. dass die Geschichte aus der Sicht von Juliana erzählt wird oder auch etwas offensichtlicher, dass es sich um einen historischen Roman handelt.
Die Leseprobe selbst fand ich ebenfalls schon so sprachlich ansprechend, dass ich mir das Buch gekauft habe - es hat sich gelohnt. Selten habe ich mich in eine Protagonistin einer längst vergangenen Zeit so gut hineinversetzen können. Auch dass das Leben einer bekannten oder besser berühmt berüchtigten Person, des Schinderhannes, hier erzählt wird, war für mich ein Anreiz das Buch zu lesen. Natürlich kommen auch die Liebe, ihre Irrungen und Wirrungen, nicht zu kurz.
Im Großen und Ganzen eine sehr abenteuerliche Geschichte, die durch ihren historischen Hintergrund noch mal um einiges spannender wird. Ich selbst habe das Buch kaum aus der Hand gelegt - auf jeden Fall eine wirklich gute Lektüre!

nati

Beiträge 6
30.07.2017

Der historische Roman von Astrid Fritz beginnt Ostern 1800. Juliana Blasius zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern als Musikanten und Bänkelsänger durch den Hunsrück, doch oft brachte es ihnen nicht genügend Geld ein. Oft träumte Juliana davon von zu Hause weg zu gehen. Als sie auf einem Tanzvergnügen aufspielten, sah Juliana zum ersten Mal Hannes Bückler, der den Spitznamen Schinderhannes hatte. Ihm wurde nachgesagt, dass er Kriege gegen die Reichen, Juden und Franzosen führte, doch der gemeine Bürger habe vor ihm nichts zu befürchten. Juliana verliebte sich in ihn, denn er war anders als die anderen Männer – liebenswürdig, blitzgescheit und höflich. Heimlich verließ sie ihr Elternhaus und schließt sich ihm an. Sie empfand es als sorgloses Wandern an seiner Seite. Sie besaßen gute Pässe und ausreichend Geld. Doch wird ihr Glück an der Seite eines Räuberhauptmanns lange währen?

In dem bekannten flüssigen Schreibstil hat Astrid Fritz anschaulich das Räuberunwesen um 1800 beschrieben. Die historischen Fakten sind gut recherchiert, wobei über den Schinderhannes sowie seiner Räuberbande vieles belegt ist, doch über Juliana Blasius wenig bekannt ist. Die Charaktere vom Schinderhannes und Juliana wirkten sehr authentisch, da sie auch Schwächen und Stärken aufwiesen. Gefallen haben mir auch die wenigen kurzen Einschübe aus dem Jahr 1844, in dem Juliana auf ihr Leben zurückblickt und nicht mehr den verklärten Blick auf ihr Leben hat wie in jungen Jahren.

Zur Abrundung der Geschichte gibt es am Ende ein Nachwort der Autorin sowie ein Glossar. Hilfreich wäre noch eine Landkarte vom Hunsrück, um die Wege der Räuberbande besser verfolgen zu können.

Ein unterhaltsamer Roman über den Schinderhannes und der Frau an seiner Seite.

SBS

Beiträge 36
3 Antworten 24.07.2017

Juliana Blasius, war eine Musikertochter, deren Familie alles andere als ein gutes Auskommen hatte. Juliana und ihre Schwester wollen nur noch weg von der Armut und der prekären Lage in der Familie. Um 1800 lernte sie Johannes Bückler, den Räuberhauptmann Schinderhannes kennen und wenig später lieben. Was die junge Frau an der Seite dieses Mannes erlebt hat, ist in diesem Buch spannend und unterhaltsam verarbeitet.

Als Kind berichteten mir immer meine Großeltern von den (Schand-)taten des sagenumwogenen Schinderhannes, hat er doch auch in meiner Heimat sein Unwesen getrieben. Wäre ich als Kind große Begeisterung hegte, legte sich das immer mehr. War er ein Antisemit oder eine Art Robin Hood? Nach der interessanten Lektüre bin ich zur Überzeugung gelangt, dass weder das eine, noch das andere zutrifft.
Ich empfand das Buch als sehr gut recherchiert und absolut verständlich, jedoch an mancher Stelle fast schon etwas zu ausführlich und detailverliebt. Da drohte das Buch etwas langatmig zu werden. Gerade dieses wer genau, wie und mit wem, was verbrochen hatte, konnte auch mal etwas langweilen, aber die Autorin schaffte es trotzdem immer wieder mich zu begeistern, sodass ich das Buch kaum aus den Händen legen wollte. Objektiv betrachtet war es auch interessant zu erfahren, wie die Netzwerke funktionierten, jedoch war es mir manchmal zu viel des Guten. Hingegen fand ich es perfekt gelungen, wie die Zeit beschrieben wurden. Gut fand ich auch das Glossar, wenn ich selbst auch keine der Begriffserklärung benötigte.
Insgesamt hatte mich das Buch schnell in seinen Bann gezogen, allerdings hatte ich erwartet, dass Juliana mehr im Fokus stehe, doch das war nicht ganz der Fall. Der Schinderhannes war definitiv die Hauptperson, wenn auch durch Julianas Augen auf die Geschehnisse gesehen wird. Mich persönlich hat das nicht im Geringsten gestört, da ich so manche Geschichte in der Kindheit vom Schinderhannes, aber nur ganz wenig von seinem Julchen gehört habe, und er mir daher „näher“ war. Ganz besonders, weil ein Überfall im Buch genau da stattfand, wo ich häufiger vom Überfall auf Juden berichtet bekam. So hatte ich nochmal eine ganz andere „Verbindung“ zum Gelesenen und ich werde das Buch auch nicht so schnell vergessen, denn fast täglich komme ich an besagter Stelle vorbei.
Trotzdem konnte man die widerstreitenden Gedanken Julianas verstehen, nachvollziehen und sie stimmten mich nachdenklich. Hätte sie sich von ihm nicht verführen lassen dürfen? Wie viel Schuld trägt sie? Hätte sie was gegen manche Tat unternehmen können und müssen?
Fazit: Ein historischer Roman, den ich nicht nur Lesern im „Wirkungsbereich“ des Schinderhannes empfehle!

  • Bobbi

    Beiträge: 21
    09.09.2017

    Super Empfehlung:
    Habe ich deshalb gekauft.
    Starte bald mit dem Lesen

    • SBS

      Beiträge: 36
      28.09.2017

      Dankeschön ;)
      Hast du schon angefangen zu lesen?

  • Lesemama

    Beiträge: 24
    11.08.2017

    Super Rezension. Macht neugierig auf den historischen Roman.

    • SBS

      Beiträge: 36
      06.09.2017

      Dankeschön!
      So sollte es ja auch sein, gelingt nur leider nicht immer. Freut mich aber, dass es bei diesem Buch geklappt hat, denn das ist wirklich sehr lesenswert.

  • Borkum

    Beiträge: 21
    11.08.2017

    Ich habe noch nie etwas von dieser Autorin gelesen obwohl historische Romane zu meinen bevorzugten Genres gehört. Deine Rezi macht mich jetzt aber neugierig und ich werde die Tage wohl mal ein Buch von ihr lesen.

    • SBS

      Beiträge: 36
      06.09.2017

      Ziel erreicht ;)

      Ich lese nicht ganz so viel historische Romane, aber das Buch war echt super und ich werde bestimmt noch mehr von ihr lesen. Hast du zwischenzeitlich schon das Vergnügen gehabt?

roteanemone

Beiträge 2
eine Antwort 22.07.2017

Dank dem Team von Buchboutique durfte ich das Buch "Die Räuberbraut" schon lesen (an dieser Stelle großes Dankeschön an Maria und das Team!) und ich muss ehrlich sagen, ich war total gebannt! Ich habe das Buch am Dienstag in die Hände bekommen und konnte es wirklich fast nicht weglegen. Dementsprechend war es dann auch schnell ausgelesen - leider, denn es ist eines der Bücher, bei denen man eigentlich nicht will, dass es ein Ende hat.

Die Handlung spielt im Deutschland 19. Jahrhundert und dreht sich um Juliana, ihre Jugend und ihre große Liebe. Die große Liebe ist einer der berühmtesten und berüchtigsten Männer ihrer Zeit, der Räuberhauptmann Schinderhannes. Die Geschicht erzählt davon, wie sich Juliana dem Schinderhannes anschließt und mit ihm durch die Lande zieht.

Astrid Fritz ist es in diesem Buch wirklich gelungen zum einen historisch authentisch zu schreiben und zum anderen die Geschichte um Juliana spannend bis zum Schluss zu halten.

  • Sternderl80

    Beiträge: 30
    22.08.2017

    Ich möchte mich da anschließen: historisch authentisch geschrieben ist das Buch auf jeden Fall, man kann sich sehr gut in die Zeit und die Geschichte versetzen!

Kötra

Beiträge 65
12.07.2017

Das Buch spielt im Wechsel in den Jahren 1844 und 1800. Genau die passende Zeit für einen Historien-Roman.
Wie auch in allen Bücher zuvor nimmt einen Astrid Fritz mit in die Welt vergangener Zeiten.
Detailgetreu beschrieben fällt es einem leicht, sich in die damalige Zeit einzufinden.
Ich will unbedingt wissen, wie Julianas Leben an der Seite des Räubers verläuft.
Absolut empfehlenswert und das merkt man schon bei der Leseprobe.

ich will wissen wie es weitergeht :)

Borstelmaus

1 Beitrag
10.07.2017

Gleich zu Beginn des Romans wird Juliana Blasius als resolute und liebenswerte Witwe vorgestellt, die auf Nachfragen gern das ein oder andere Erlebnis aus ihrer aufregenden Vergangenheit als Räuberbraut des Schinderhannes erzählt. Sie und Hannes Bückler, landesweit eher als Schinderhannes bekannt, scheinen bei ihrem ersten Aufeinandertreffen mehr als 40 Jahre zuvor allerdings kaum eine Gemeinsamkeit zu haben. Noch dazu wirken ihre geliebte Schwester Margret und der Schinderhannes sehr angetan voreinander.
Als umherziehende Musikerinnen schließen sich die beiden jungen Frauen dann der Truppe um Hannes Bückler an. Wie finden Juliana und Hannes zueinander? Warum endet diese große Liebe plötzlich und weshalb schweigt Juliana sich darüber aus? Diese Fragen werden in längeren Rückblenden und kürzeren Episoden im Jahre 1844 aufgearbeitet. Die kurze Leseprobe hat mich sehr neugierig gemacht.

Arietta

Beiträge 30
23.05.2017

Dieses Buch muss ich unbedingt lesen, handelt die Geschichte doch von Schinderhannes und seinem Julchen.
Ich bin im Hunsrück geboren, und Schinderhannes ist legendär, ein muss. Der Schinderhannesturm steht in meiner Heimatstadt, Simmern. Für diese Leserunde werde ich mich ganz bestimmt bewerben....

VanilleMelli

Beiträge 55
13.05.2017

Klingt ganz gut, freue mich schon darauf es zu lesen. Denn ich denke die Geschichte hat potential und könnte echt was werden. Hoffe meine Erwartungen werden erfüllt, wenn es soweit ist und man das Buch kaufen kann :)

witchblade

Beiträge 4
07.10.2017

    Mit der Lektüre des Buches bin ich schon vor einigen Tagen fertig geworden, allerdings habe ich wegen der Bewertung lange mit mir gerungen.

    Zunächst einmal finde ich das Cover gut gewählt - es passt zum Inhalt des Buches und ist auch ansonsten typisch für einen historischen Roman.

    Es ist ca. 1800, Juliana und ihre Schwester müssen mit dem Vater gemeinsam musizierend umherziehen, um Geld für die Familie zu verdienen. Doch plötzlich kommen die beiden auf die Idee, mit dem Räuberhauptmann Schinderhannes und dessen Kumpanen durchzubrennen, da sie die Streutigkeiten mit ihrer Mutter und der anderen Schwester nicht mehr ertragen. Immer wieder geraten nicht nur Hannes und sein Räubertrupp, sondern auch Juliana und ihre Schwester in Gefahr - denn auch die Raubzüge werden immer waghalsiger...

    Den Schinderhannes und seine Juliana hat es offenbar wirklich gegeben - die Idee der Autorin, eine eigene Geschichte über die beiden zu schreiben, finde ich im Grunde genommen erst einmal gut, da ja ein toller Rahmen für die Geschichte so schon entstanden ist. Allerdings habe ich mich beim Lesen immer wieder gelangweilt und geärgert. Der Schreibstil an sich hat mir schon gefallen, aber über längere Strecken reihte sich nur Raubüberfall an Flucht an Raubüberfall an Flucht etc., was das Buch teils schon - in meinen Augen - recht langatmig erscheinen ließ. Worüber ich mich allerdings am meisten geärgert hat waren nicht etwa die Schreib- und Namensfehler im Buch (ein gründlicheres Lektorat wäre toll gewesen!), sondern Julianas himmelschreiende Naivität, die schon fast als reine Dummheit erscheint! Sie bemerkt offenbar, dass Hannes schlimmere Dinge tut, als er ihr gegenüber gesteht, doch sie nimmt alles einfach hin und lässt sich immer wieder von ihm einwickeln - ein Funken Vernunft hätte ihrer Person gut getan, aber selbst als alte Frau kann sie lange nicht einsehen, was sie verbrochen haben, denn sie verdient fleißig ihr Geld mit ihren alten Geschichten. Selbst als sie vom Schicksal ihrer Schwester erfährt, scheint sie das kaum zu berühren - ich hätte mir mehr Empathie gewünscht und vor allem Einsichtigkeit.

    Insgesamt fand ich die Idee des Buches gut, allerdings konnte es mich auf längeren Strecken nicht überzeugen, da es sich wirklich gezogen hat und Julianas Verhalten teils kaum zu ertragen war - daher kann ich leider nicht mehr als 3 Sterne vergeben.

    Manus Bücherregal

    Beiträge 8
    19.09.2017

      Zeitweise liebe ich historische Romane und da ich die Autorin noch nicht kannte, aber mich der Klappentext angesprochen hat, habe ich mich für dieses Buch entschieden. Auch das Cover gefällt mir gut und ist typisch für historische Romane.

      Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht, sowie fließend zu lesen und die Sprache verständlich. Der Spannungsbogen war teilweise gegeben, jedoch gab es einige Stellen, die mir langweilig bzw. langatmig vorkamen.

      Die Charaktere sind für das 18. Jahrhundert typisch und einige sympathisch. Der Inhalt berichtet über eine sehr gut recherchierte Geschichte, die mich sehr interessiert hat. Juliana war im wahren Leben ebenfalls die Frau des Schinderhannes. Die Autorin hat hier gute Recherche geleistet und diese mit Herzblut umgesetzt.

      Durch ihren Schreibstil konnte ich mich in die damalige Zeit, sowie in die Figur von Juliana hineinversetzen und mir alles bildlich vorstellen. Auch die Orte waren sehr gut beschrieben, dass ich mich gut auskannte.

      Was mich jedoch am meisten gestört hat, waren die langatmigen und zähen Stellen, die mir das Lesen etwas erschwert und ermüdet haben.

      "Sehr gut recherchierter historischer Roman, der mit Herzblut geschrieben wurde, jedoch die langatmigen und zähen Stellen, das Lesen beeinflusst haben. Daher leider nur ganz okay."

      Vielen lieben Dank an Buchboutique für das Bereitstellen des Leseexemplars, was jedoch meine ehrliche und persönliche Meinung nicht beeinflusst hat.

      anyways

      Beiträge 4
      14.09.2017

        Die Braut im Schatten


        Unzählige Räuberbanden trieben Anfang des 19.Jahrhunderts im Hunsrück ihr Unwesen. Zu den berüchtigtsten gehört zweifelsohne die Bande um den jungen Johannes Bückler, auch Schinderhannes genannt. Die blutjungen Schwestern Juliana und Margret, die zusammen mit ihrem Vater als Musikanten und Bänkelsängerinnen unterwegs sind, treffen um 1800 auf den Schinderhannes und seine Kameruschen. Juliana verliebt sich da schon in den charismatischen Hannes, doch dieser ist erst ihrer Schwester Margret zugetan. Hals über Kopf beschließen die beiden Mädchen ihrem tristen und entbehrungsreichen Leben als umherziehende Bänkelsängerinnen zu entsagen und sich der Räuberbande anzuschließen. Abenteuerlust und die Aussicht auf ein besseres Leben ließen sie diesen Schritt wagen. Kurze Zeit später wendet sich Hannes dann der jüngeren Schwester Juliana zu und sie wird die letzte Räuberbraut des Schinderhannes.
        Astrid Fritz widmet sich, wie der Titel schon verspricht, ganz dem Leben der Juliana Blasius. Viel ist aus ihrem Leben historisch nicht überliefert, ganz anders als bei Johannes Bückler, über den es sogar noch die Verfahrensakten gibt. Die Autorin schafft es dennoch ein überaus interessantes, vielschichtiges und durchaus glaubwürdiges Bild der jungen Frau zu zeichnen, die drei Jahre an der Seite des berüchtigten Räubers gelebt hat. Eine bedingungslose fast schon an Hörigkeit grenzende Liebe zu einem Berufsverbrecher und der traumatische Verlust der selbigen, wird sie ihr weiteres Leben lang prägen.
        Nun, ich bin nicht im Hunsrück aufgewachsen, kenne so die mundartlichen Überlieferungen nicht und habe deshalb ein wenig selbst recherchiert. Umso mehr bin ich jetzt davon überzeugt, dass die Autorin der wahren Biographie des „Julchen“ doch sehr nahe gekommen sein könnte. Eine Lebensgeschichte, die einen auf Grund der Gräueltaten abschreckt und hinsichtlich der vielen schmerzvollen Verluste der Protagonistin wieder milde stimmt und Verständnis hervorruft.

        Astrid Fritz ist ein großartiger Roman gelungen in dem viel Liebe zum geschichtlichen Detail steckt. Die Zeiten der französischen Besatzung Anfang des 19. Jahrhunderts in Teilen des heutigen Saarlandes und Rheinland-Pfalz, das (Über)Leben der (einfachen) Bevölkerung waren für mich äußerst informativ und aufschlussreich.

        Beiträge 3
        03.09.2017

          Ein historischer Roman, der auf Tatsachen beruht. Man schreibt das Jahr 1800. Juliana tritt mit ihren Geschwistern und dem Vater als Bänkelsängerin auf. Die Familie lebt von der Hand in den Mund. Da lernen sie eines Tages nach einem Auftritt den berühmten Räuber Hannes Bückler "Schinderhannes" kennen. Juliana und ihre Schwester sind von dem gutaussehenden und charmanten Mann derart angetan, dass sie mit ihm ziehen, wollen sie doch der Armut entkommen. Sie leben von Diebstählen und Schutzgeld. Juliana wird Hannes Geliebte und dann seine Ehefrau. Doch dann erfährt Juliana, dass die Truppe um Hannes auch vor Mord nicht zurückschreckt und sie bittet Hannes, mit ihr ein Leben als Händler zu führen. Er verspricht es, hält es aber nie. Sie werden verfolgt, gejagt und hetzen von einem Versteck zunächsten, bis sie eine Tages alle ins Gefägnis kommen. Es nimmt ein gutes Ende. Juliana überlebt Hannes um 40 Jahre. Ein sehr gut geschriebener Roman, bei dem Wahrheit und Fiktion gekonnt gemischt ist. Man erfährt in dem Buch sehr viel über das Leben zu dieser Zeit. Das Leben der Juliana geht einem sehr zu Herzen. Die Autorin hat über diese Zeit sehr umfangreich recherchiert und man ist richtig enttäuscht, wenn das Buch zu Ende ist

          susanne_langer

          Beiträge 19
          30.08.2017

            Der neue Roman von Astrid Fritz erzählt die Geschichte von Juliana Blasius, der Braut des berühmt-berüchtigten Räuberhauptmanns Schinderhannes, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Gegend um den Hunsrück sein Unwesen trieb.
            Es beginnt damit, dass Hannes sein Julchen, wie er sie später liebevoll nennt, bei einer Festlichkeit kennenlernt, wo die junge Frau, zusammen mit ihrem Vater und ihrer Schwester, singt und musiziert. Als Hannes sie fragt, ob sie auf ewig bei ihm bleiben will, bricht sie alle Brücken hinter sich ab und folgt ihm. Dass er ein gesuchter Räuber ist, stört die junge Frau in ihrer Verliebtheit nur am Rande. Dass es bei den Überfällen, die Hannes mit seinen Kumpanen unternimmt, auch zu brutalen Übergriffen kommt, verdrängt sie einfach. Zwischendurch, wenn es ihr bewusst wird, ist sie zwar schockiert, aber das ändert nichts an ihrer großen Liebe zu Hannes. Trotz ständiger Gefahr, entdeckt und verhaftet zu werden, verbringt das junge Paar eine schöne, fast unbeschwerte Zeit, aber das Glück ist nicht von Dauer.
            Man begleitet den Räuberhauptmann und seine Anhänger quer durch den Hunsrück und ist bei allen Raubzügen „hautnah“ dabei, bis zum bitteren Ende. Die allgemeine Lage lernt der Leser aus Julchens Sicht kennen, aber mit der Zeit wird klar, dass der Schinderhannes, so gefühlvoll und sanft er mit seinem Julchen auch umgehen mag, letztendlich doch zu schlimmen Taten fähig ist. Die Autorin hat sehr gründlich recherchiert und bewegt sich mit ihrer Geschichte sehr nahe an den Fakten. Sie zeigt deutlich die zwei Seiten dieses Lebens, das der Schinderhannes und auch seine Freunde gewählt haben. So mancher rücksichtslose Räuber ist zugleich auch ein zärtlicher Familienvater. Man muss die Situation der Räuberbanden natürlich auch vor dem damaligen sozialen Hintergrund sehen, denn nicht wenige Menschen, vor allem bei der Landbevölkerung, waren bitterarm, und da kommt man leicht auf kriminelle Gedanken. Für die Räuber war das, was sie taten, in gewisser Weise schon fast wie „Arbeitsalltag“.
            In der ganzen Geschichte spielen Emotionen eine große Rolle, denn aus Liebe zu seinem Julchen tut der Hannes so manches, was seine Kumpane nicht gutheißen. Sehr intensiv kann man sowohl die Gefühle Julchens, aber auch die Gewissensnöte des Schinderhannes nachvollziehen. Letztendlich müssen sich jedoch alle ihrem Schicksal stellen, und erst gegen Ende des Romans wird es Juliana richtig bewusst, welch schlimme Taten ihr geliebter Hannes verübt hat und wie sehr die Opfer darunter litten.
            Befasst man sich ein wenig näher mit der Figur des Schinderhannes, so stellt man fest, dass seine Person von Anfang an stark verklärt und in einem romantischen Licht gesehen wurde. Wenige Jahre nach seinem Tod gab es bereits jede Menge an Schundliteratur über ihn, und die fahrenden Leute führten auf den Jahrmärkten Schauspiele auf, in denen sie seine Taten verherrlichten und ihn quasi zum Volkshelden machten. Bis in die Gegenwart hat der Räuberhauptmann schon fast so etwas wie Kultstatus erreicht, denn es sind Gaststätten und Gerichte auf Speisekarten nach ihm benannt, es gibt Literatur und Schauspiele über ihn, es wurden Lieder komponiert und Filme gedreht, und ihm wurde sogar ein Denkmal in Form einer Bronzebüste gesetzt. Dass er in seiner Heimat eine gewisse Berühmtheit erlangt hat und sich die Region, in der er sein Unwesen trieb, die Faszination, die diese sagenumwobene Gestalt auf die Touristen ausübt, zunutze macht, ist einerseits verständlich.
            Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, kann ich jedoch diese starke Verklärung seiner Person nicht so ganz nachvollziehen, denn seine Taten waren abenteuerlich, aber alles andere als rühmlich.
            Die Autorin hat in ihrem Roman ein klares und authentisches Bild der damaligen Ereignisse geschaffen, ohne den Schinderhannes auf einen Heldensockel zu stellen. So lebendig und facettenreich wie sie alles beschreibt, kann es durchaus gewesen sein.

            jarmila_kesseler

            Beiträge 15
            21.08.2017

              Klappentext:

              Um 1800: Die 18-jährige Juliana zieht mit ihrem Vater und drei Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der «Schinderhannes» umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen? Vierzig Jahre später lebt Juliana wieder in ihrem Heimatdorf und bedient im dortigen Wirtshaus. Hier machen Reisende halt, um die ehemalige Räuberbraut zu bestaunen und sich ihre Geschichten erzählen zu lassen. Eines Tages erscheint eine junge Frau in der Schenke. Ein Blickwechsel genügt, um Juliana begreifen zu lassen, dass sie auch Jahrzehnte später für die schönste Zeit ihres Lebens wird sühnen müssen.


              Leseeindruck:


              Mit "Die Räuberbraut" von Autorin Astrid Fritz liegt dem Leser ein sehr fesselnder historischer Roman vor, in dessen Hauptrollen Juliana Blasius und (Jo)Hannes Bückler, alias »Schinderhannes« den Leser begeistern.

              Wer kennt ihn nicht, diese berühmt-berüchtigte Figur des Johannes Bückler auch als Schinderhannes bekannt. Der Räuberhauptmann, in dessen Leben wir Einblick erhalten. Einige Filme habe ich bereits über ihn gesehen, das Schinderhanneslied habe ich im Ohr:

              »Das ist der Schinderhannes,
              Der Lumpenhund, der Galgenstrick,
              Der Schrecken jedes Mannes
              Und auch der Weiberstück.« (quelle: Carl Zuckmayer)

              Umso mehr freute ich mich über wahre Begebenheiten vermengt mit fiktiven Ereignissen aus dessen Zeit zu lesen.

              Der Schreibstil der Autorin, von der ich schon einige historische Romane lesen durfte, liest sich sehr angenehm und flüssig, so dass ich während des Lesens die Handlung bildhaft vor Augen hatte. Nicht nur die Handlung, sondern auch die damalige Zeit hatte ich so vor Augen, als würde ein Film vormir ablaufen. Sämtliche Figuren werden sehr real und gut vorstellbar beschrieben. Die Spannung kommt in keinem Fall zu kurz. Wir erfahren viel über des Schinderhannes Missetaten, die sich die recht naive Juliana schön redet, was sie dann als reife Frau rückblickend realistischer wahrnimmt.

              Das Buch selbst ist sehr hochwertig gestaltet, mit einem Schutzumschlag versehen und einem eingebundenen Textillesezeichen. Das Cover lässt deutlich erkennen, dass dieser Roman ein historischer ist. Im Anhang findet der Leser noch ein umfangreiches Glossar der damaligen Ausdrücke.

              Insgesamt lasen sich die rund 500 Seiten kurzweilig und lesenswert, so dass ich gerne 5 Sterne vergeben kann!


              @ esposa1969

              evafl

              Beiträge 26
              16.08.2017

                Vom Julchen, das wohl längst in Vergessenheit geraten ist.

                Die Geschichte des Buches spielt etwa um das Jahr 1800, als die gerade einmal achtzehnjährige Juliana Blasius, die eigentlich tagtäglich mit Vater und Schwestern durch den Hunsrück zieht um zu musizieren, einen Räuberhauptmann kennenlernt. Dieser ist der berühmt-berüchtigte „Schinderhannes“, welcher sie umwirbt und liebt, fortan wie seine Prinzessin hofiert. Sie schließt sich der Truppe um ihn an, doch wie ist es um das Glück an der Seite eines Räubers bestellt?

                Mal wieder einen historischen Roman lesen, ich habe mich wirklich drauf gefreut. Zumal die Geschichte des „Schinderhannes“ ja durchaus sicher spannende Lesestunden mit sich bringen sollte, eine regelrechte Legende ist es ja. Und ich muss sagen, Astrid Fritz hat die Geschichte um die Räuberbraut Juliana wunderbar geschrieben. Aber langsam.

                Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen. Recht gut verständlich, nichts großartig verschachtelt beim Satzbau, wirklich angenehm zu Lesen. Spezielle Begriffe der damaligen Zeit werden hinten im Buch noch einmal näher erläutert, so dass man hier dann durchaus nachschlagen kann. Hier sind vor allem mehr Begriffe erläutert als man das bei anderen Büchern erlebt – ich finde das echt toll gemacht, gelungen! Inhaltlich merkt man natürlich, dass man sich in einem anderen Zeitalter befindet, anhand der Schilderungen oder auch Ansprachen. Mir hat das gut gefallen.

                Überhaupt ist die Geschichte wirklich sehr unterhaltsam, durchaus spannend, hat aber gelegentlich auch romantische Momente dabei. Gelegentlich gibt es auch mal lustige Szenen, natürlich aber, wie sollte man bei einer „Räubergeschichte“ anders vermuten, manchmal auch brutal und grausam. Dennoch fand ich die Mischung alles in allem wirklich sehr gelungen – die annähernd 500 Seiten des Buches flogen dahin, ich wurde wirklich sehr gut unterhalten. Klar hätte man manche Szenen manchmal etwas kürzer abhandeln können, auch war es mit den vielen vorkommenden Personen oftmals schwierig, aber es hat mir wirklich gut gefallen.

                Ein historischer Roman, in dem ein Kern Wahrheit steckt, in dem man einiges über Juliana Blasius erfährt, die an der Seite des sogenannten „Schinderhannes“ (Johannes Bückler) leider wohl in Vergessenheit geraten ist. Mich hat die Geschichte gut unterhalten, ich habe mich amüsiert, hatte spannende Stunden und kann das Buch wirklich nur empfehlen, vergebe 5 von 5 Sternen.

                Jackdeck

                Beiträge 32
                15.08.2017

                  Die junge Juliana Blasius, Tochter eines Bänkelsängers und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, trifft nach einem Tanzvergnügen auf einen charismatischen Mann namens Johannes Bückler, der sich im Verlauf eines Gesprächs als der berühmt-berüchtigte Räuberhauptmann Schinderhannes herausstellt. Als dieser ihr das Angebot macht, mit ihm und seiner Truppe zu ziehen, entschließt sich Juliana schnell, bricht mit ihrer Familie und geht in Begleitung ihrer Schwester Margret mit auf Reisen. Schinderhannes ist dafür bekannt, hauptsächlich reiche Kaufleute und Händler jüdischer Abstammung zu berauben, wobei die übrige Bevölkerung ihm genug Rückhalt gibt und ihn sogar noch unterstützt. Juliana verliebt sich schnell in den selbstbewussten Hannes und nimmt dabei in Kauf, ständig auf der Flucht zu sein und nie einen festen Wohnsitz ihr Eigen zu nennen. Doch je länger die Raubzüge und das Versteckspielen dauern, umso mehr sehnt sich Juliana nach einem eigenen Zuhause, wo sie mit Hannes leben kann. Doch wird Hannes ihrem Wunsch nachgeben und sich endlich einen sicheren Broterwerb suchen, oder tanzt er weiter auf dem Drahtseil, bis er erwischt wird und sich die Schlinge um seinen Hals legt? „Die Räuberbraut“ ist Astrid Fritz neuer Roman über Juliana Blasius und Schinderhannes. Ich habe alle bisher erschienenen Romane von ihr gelesen und warte immer sehnsüchtig auf Nachschub. Der Roman ist fesselnd, teilweise dramatisch und spannend, eine Leseempfehlung.

                  Beiträge 6
                  15.08.2017

                    Ein wundervolles Buch. Ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen.
                    Die Geschehnisse spielen sich in der nähe meiner alten Heimat ab und alles wird so toll beschrieben. Ich konnte mich richtig in diese Zeit reinträumen. Man kann sich vorstellen wie in der damaligen Zeit ausgesehen haben mag und dann weiß man wie es heute aussieht.
                    Die Liebesgeschichte der beiden hat auch, für mich mal, was ganz besonderes.
                    Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen der Historische Romane genauso liebt und sich gerne in diese Zeit träumt :)

                    mysticcat

                    Beiträge 8
                    10.08.2017

                      Vorweg auch von mir ein Dankeschön an das Team von buchboutique, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar lesen durfte.

                      „Die Räuberbraut“ von Astrid Fritz erschien 2017 als gebundenes Buch im Wunderlich-Verlag. Dabei handelt es sich um einen historischen Roman, dessen Handlung im deutsch-franzöischen Grenzgebiet des 19. Jahrhunderts verortet ist. Juliana und Magaret Blasius, Töchter eines Bänkelsängers, halten die Zustände zu Hause nicht mehr aus und beschließen daher, sich der wohlhabenden Räuberbande des Schinderhannes anzuschließen. Beide junge Frauen haben sich in den attraktiven und charismatischen Räuberhauptmann verguckt, in weiterer Folge heiraten Juliana und der Schinderhannes auch kirchlich. In der ersten Zeit herrscht in der Bande scheinbar Harmonie und Wohlstand, doch dieses „schöne Leben“ zeigt der jungen Juliana auch bald seine Schattenseiten.

                      Meine Meinung:
                      Die Figur Juliana „Julchen“ bleibt für mich zu flach. Für jemanden, der auf die große Liebe seines Lebens getroffen ist, fallen die Schilderungen aus ihrer Perspektive für meinen Geschmack zu wenig emotional aus, beim Lesen sind zu keinem Zeitpunkt ihre Emotionen auf mich übergesprungen. Auch die anderen Figuren bleiben für mich flach, weil sich sowohl Verhalten als auch zur Schau gestellte Emotionen der einzelnen männlichen bzw. weiblichen Charaktere für mich zu wenig unterschieden.
                      Gerade in der ersten Hälfte des Buches bin ich mit den erwähnten Namen, Rufnamen und Orten nicht mehr mitgekommen – hier hätte mir eine historische Landkarte der Region, sowie ein Namensverzeichnis im Buch sehr weiter geholfen. Überhaupt hat mich die erste Hälfte des Buches kaum fesseln können, so dass ich öfters überlegt habe, das Buch abzubrechen.
                      In der zweiten Hälfte nimmt die Handlungsdichte stark zu, das letzte Viertel des Buches hat mich dann gefesselt.
                      Für mich bestehen die positiven Aspekte dieses Werkes darin, dass es sehr gut recherchiert war und die einzelnen Personen, sowie die Rahmenhandlung, von Fakten gedeckt ist.
                      Ebenso gefällt es mir, dass die alte Juliana auf ihr Leben zurückblickt und so vieles in ihrer Erinnerung auflebt.

                      Fazit: Hervorragend recherchiert, wenig emotional

                      Chrissy

                      Beiträge 8
                      06.08.2017

                        Dieser Roman spielte um die 1800.
                        Wo sich eine Witwe in einer Bar ihre Geschichten mit ihrem Liebsten und ihrer Vergangenheit verkündet und andere sich dran belustigen oder amüsieren.
                        Es geht darum wie Juliana und ihre Familie Geld, essen, trinken usw verdienen. Juliana hatte noch 3 Schwestern und haben Musiziert und dabei den Schinderhannes kennengelernt und liebengelernt.

                        Dieser Roman ist echt gut geschriebene. Sehr detailliert und mit viel Gefühl geschrieben.
                        Ich liebe historische Romane. Man muss ihn einfach lesen.

                        MelanieWeiß

                        Beiträge 10
                        04.08.2017

                          Ist sehr spannend an. Habe ich sehr gerne lesen. ich liebe Bücher über Räuber, Mittelalter, 17. und 18. Jahrhundert. Man kann sich beim lesen so richtig in diese Zeit hinein versetzen. Gefährliche zeiten, Raub, Betrug und 'Meuchelei...................................................... sehr abenteurlustig und aufregend. aber auch liebe und Schmerz kommen vor.

                          Marian

                          Beiträge 4
                          04.08.2017

                            Die Räuberbraut ist Faszination pur. Schon das Cover verspricht Spannung. Die Zeitreise ist sehr angenehm, man fühlt sich in die Zeit der Handlung total versetzt. Ich konnte den Roman nicht lange ungelesen lassen. Die Pausen dazwischen habe ich sehr gekürzt. Vielen Dank an die Autorin und hoffentlich noch sehr viele spannende Romane für uns begeisterte Leserinnen!
                            Ich gebe dafür die Höchstzahl der Sterne!!!

                            twinklingletters

                            1 Beitrag
                            01.08.2017

                              "Die Räuberbraut" von Astrid Fritz handelt von der Frau an der Seite des berühmten Räubers Johannes Bückler, dem sog. Schinderhannes. Im frühen 19. Jahrhundert begegnet die junge Juliana Blasius in einem Wirtshaus einem jungen attraktiven Mann. Im Gespräch kommt heraus, dass es sich bei diesem um keinen geringeren als den berüchtigten Räuberhauptmann Schinderhannes handelt. Juliana, aus eher ärmlichen Verhältnissen kommend, nimmt zusammen mit ihrer Schwester sein Angebot an, sich seiner Truppe anzuschließen und durch die Lande zu ziehen. Hoffnungslos in ihn verliebt, wird es für die Beiden eine intensive und abenteuerliche Zeit, mit schönen und schrecklichen Ereignissen ...

                              Astrid Fritz gelingt es den Leser in die Welt der Räuberbanden des 19. Jh. im Rheinland zur Zeit der französischen Besatzung zu entführen. Ihr Schreibstil ist flüssig und die Sprache authentisch. Zu keinem Moment habe ich mich gelangweilt. Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, dass so manch einen Begriff des Rotwelsch und der Mundart erläutert. Auch das Nachwort hat mir sehr gut gefallen. "Die Räuberbraut" ist mein erster historischer Roman von Astrid Fritz und wird sicher nicht der Letzte sein. Insgesamt ein sehr gelungener Roman über ein bewegendes Schicksal.

                              Biene2004

                              Beiträge 3
                              eine Antwort 28.07.2017

                                Vorweg sei gesagt, dass historische Romane eigentlich eher nicht zu meinem bevorzugten Genre gehören, doch hier bin ich anhand der kurzen Inhaltsangabe neugierig geworden und wollte diese Art von Büchern gerne ausprobieren.

                                Im Großen und Ganzen wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte rund um Juliana und den berühmten Räuberhäuptling Schinderhannes hat mich von Anfang an gut unterhalten. Der Schreibstil der Autorin Fritz war fesselnd und trotz der Umstände des 18. Jahrhunderts leicht verständlich gehalten. Zur Unterstützung findet der Leser hinten im Buch eine Art Vokabular, welches ich aber gar nicht gebraucht habe, da sich alle aufkommenden Fragen aus dem Zusammenhang heraus selbst erklären.

                                Da ich zwar von der Geschichte des Räubers Schinderhannes gehört habe, mich für dieses Thema aber eher nur am Rande interessiere, kann und will ich hier den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte nicht bewerten. Trotzdem hat mich dieser Roman sehr berührt und auch betroffen gemacht, denn Juliana und auch Hannes selber waren mir sympathisch und ihre Handlungen nachvollziehbar. Julchen kommt aus mehr als ärmlichen Verhältnissen, verliebt sich Hals über Kopf in den Bückler und hofft, ihn eines Tages zur Vernunft bringen zu können. Ich glaube, genau das will der Schinderhannes auch eines Tages, nämlich sich zur Ruhe setzen und eine Familie gründen, ja sogar ehrlicher Arbeit nachgehen. Doch soweit kommt es nicht, da er hierfür den richtigen Zeitpunkt verpasst. Immer wieder holt ihn sein altes Leben ein, immer weiter, bis ihn sein Glück, was ihm immer mehr als hold war, tatsächlich verlässt.

                                Die Geschichte spielt in zweierlei Perspektiven, wir erleben Juliana als junges Mädchen und auch als alte Frau. Sie hat den Spaß und die Freude am Leben verloren, genau das wird ihr im Alter so richtig bewusst.

                                Die Autorin Fritz beschreibt die einzelnen Gegebenheiten ihres Romans sehr ausführlich wie z. B. die einzelnen deutschen Orte, wo sich sämtliche Situationen abspielen. Hier hätte ich mir vielleicht eine Landkarte gewünscht, um besser nachvollziehen zu können, wo sich die Protagonisten gerade aufhalten und welchen Fußmarsch sie zurückgelegt haben. Das gleiche gilt für die ganzen anderen Räuber. Auch hier würde eine Auflistung mit stichpunktartiger Beschreibung weiterhelfen. Ebenfalls hatte ich Probleme mit der Zeit, die Juliana und Hannes miteinander verbracht haben. Hier hatte ich den Eindruck, dass die beiden viel viel länger miteinander durchs Land gezogen sind als die tatsächlichen zwei oder drei Jahre.

                                Alles in allem ein großartiges Buch, welches mich irgendwie zum Nachdenken angeregt hat. Ich glaube, hier gibt es mehrere Punkte, die mit auf den Weg gegeben werden. Wahrscheinlich eher unbewusst, einfach, weil es diese Geschichte so hergibt, wie z. B. die Tatsache, dass man seine Taten immer vertreten können sollte. Das hat Hannes am Ende zwar getan, doch um welchen Preis??!

                                Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und kann es vorbehaltlos weiterempfehlen!

                                • Boyslover

                                  Beiträge: 49
                                  22.08.2017

                                  Mir geht es ähnlich - historische Roman lese ich kaum - gar nicht.
                                  Allerdings haben mich die Rezesionen sehr neugierig gemacht und ich werde mich mal gemütlich in eine Buchhandlung setzen und mal in diese Buch reinlesen.
                                  Danke für die Rezesion

                                Kerzenkunst

                                1 Beitrag
                                24.07.2017

                                  Ich möchte Euch mal mitteilen das es eine sehr gute Geschichte ist und ich sehr stolz bin unter den ersten Lesern zu sein.Hatte ja schon vorab einige Kapitel durch Euch lesen können ,es hat mir einfach sehr gut gefallen.Die weitere Seiten habe ich direkt verschlungen es ist schon so schön geschrieben das ich nicht aufhören konnte und das dort angegebene Schicksal auch das weitere Leben der Frau bestimmt es war für sie bestimmt nicht einfach.

                                  Shanna

                                  Beiträge 37
                                  23.07.2017

                                    Die Idee, über eine geschichtliche Person zu schreiben, deren Namen man schon oft gehört, aber noch nie Näheres über sie erfahren hat, finde ich richtig gut. Der Räuberhauptmann Hannes Böckler, genannt "Schinderhannes", wird hier wieder zum Leben erweckt und mit einem sehr anschaulichen Schreibstil dem Leser nahe gebracht. Mit der jungen Juliana, die sich in ihn verliebt, bekommt er eine interessante Frau an die Seite, die ihn fortan bei seinen Raubzügen begleitet. Sie erliegt seinem Charme und in der Hoffnung auf ein besseres Leben verlässt sie zusammen mit ihrer Schwester die Familie. Bald darauf muss sie erkennen, dass das ständige Verstecken und die Gewalttätigkeiten bei den Überfällen, ihr nicht behagen. Das ungleiche Paar erlebt zwar auch schöne Zeiten mit allen Annehmlichkeiten, die das leicht und schnell ergaunerte Diebesgut ihnen bescheren, doch als Juliana schwanger wird, sehnt sie sich nach einer sicheren Zukunft und versucht den Schinderhannes zu bekehren...

                                    Das Schicksal von Juliana und ihrem Hannes ist sehr lebensnah und glaubwürdig geschildert, so dass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Auch die herrschenden Verhältnisse zu dieser Zeit kann man sich bildlich vorstellen. Fremdartige Begriffe werden meist schon im Text oder in einem anhängenden Glossar erklärt und ich war überrascht, wie viele davon mir bisher nicht bekannt waren. Viele Gegenden und Ortschaften, durch die sie gezogen sind, kenne ich und hatte deshalb eine genaue Vorstellung der Landschaft im Kopf. Es war spannend zu überlegen, wie sie wohl früher ausgesehen haben mag. So lernt man sogar ganz nebenbei etwas über die heimatliche Geschichte.

                                    Auch wenn die Geschichte unterhaltsam zu lesen war, gab es ein paar Stellen, die ein wenig zu ausführlich und deshalb etwas langatmig geraten sind. Wer, wann, wo und mit wem etwas geplant und ausgeführt hat, fand ich durch die vielen verschiedenen Namen anstrengend zu lesen, aber insgesamt hat mir dieser historische Roman gut gefallen.