Brigitte Riebe

Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung

Teil 3 der packenden 50er-Jahre-Trilogie von Bestsellerautorin Brigitte Riebe.
Berlin 1958: Farben und Formen, Augenblicke, eingefangen mit Bleistift und Papier. Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz dem Zeichnen und der Malerei hingeben. Die jüngste von drei Töchtern hatte schon immer einen rebellischen Geist. Nur wenn sie zu malen beginnt, wird alles hell und leicht, dann singen die Farben in ihr. Während ihrem Vater für Florentine eine Zukunft im Kaufhaus am Ku’damm vorschwebt, beginnt sie ein Studium an der Kunstakademie. Hier ist sie voll in ihrem Element, arbeitet wie im Rausch. Doch schon bald legt sich ein Schatten auf ihr Glück. Rufus Lindberg, ihr herrischer Lehrer, macht ihr das Leben an der Schule zur Hölle, und die politischen Spannungen zwischen Ost und West drohen die Stadt und die Thalheims zu entzweien. Gibt es Hoffnung für Florentine und ihre Familie? Gibt es Hoffnung für Berlin?


Autorenbild Foto von Brigitte Riebe

Der  Autor

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.


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Rezensionen

engi

Beiträge 45
eine Antwort 19.04.2020

Wie schon „Jahre des Aufbaus“ und „Wunderbare Zeiten“ war auch dieser letzte Band der Trilogie rund um die Familie Thalheim mal wieder ereignisreich und spannungsgeladen. Gleich zu Anfang möchte ich als kleinen Tipp für zukünftige Leser anführen, hier dringend die Reihenfolge einzuhalten und unbedingt mit Band eins zu beginnen.

Doch nun zu eben jenen Band drei. In diesem leider schon letzten Band der Trilogie steht die jüngste der drei Thalheim Schwestern im Mittelpunkt. Flori, frisch aus Paris zurückgekehrt, versucht in Berlin ihren Weg zu gehen. Ein Kunststudium wäre ihr absoluter Traum, doch wird sie an der elitären Kunstakademie aufgenommen werden? Sie hat Talent, Energie und vor allem ihren Stolz, der ihr aber mehr als einmal im Weg stehen wird. Was ihr vorerst fehlt ist Geld und weil es ihr der genannte Stolz verbietet bei ihren Eltern nachzufragen, kommt sie vorübergehend bei ihrer Cousine Franzi unter, die zwar viel Platz aber auch einen unliebsamen Mitbewohner hat. Doch Flori ist hartnäckig und will so schnell nicht aufgeben, schon fast verbissen erkämpft und „ermalt“ sie sich ihre Bleiberecht in der Kunstszene. Aus dem trotzigen Teenager ist über die letzten Jahre eine mutige junge Frau geworden, doch auch sie ist nicht gefeit gegen die falsche Liebe, die ihr kurz den Boden unter den Füßen zu ziehen zu scheint …

Auf der Reise durch die späten 50er und frühen 60er Jahre habe ich mich riesig gefreut, auch den Rest der Familie wieder sehen zu dürfen. Vater Friedrich Thalheim mit seiner warmherzigen Frau Claire, die beiden großen Schwestern Rike und Silvie samt Familien, Onkel, Tante und Cousinen aus dem Osten und, und, und. Und in der Tat gab es wieder einige Geheimnisse zu lüften, einige Tränen zu vergießen und einige Kämpfe auszufechten. Gute Freunde begleiten den Weg der Familie Thalheim darunter auch der junge Fotograf Benka, der seinen ganz eigenen Charme einfließen lässt. Ist er am Ende gar der richtige Mann für Flori?

Neben der Familiengeschichte lässt Brigitte Riebe uns aber auch teilhaben am allgemeinen Geschehen der damaligen Zeit. Es muss ganz schön geknistert haben zu Zeiten des Mauerbaus, der Kubakrise und der Inselbildung von Berlin-West. Die Menschen gehen auf die Straße, Jungkanzler Willy Brandt und schließlich der charismatische US-Präsident John F. Kennedy geben sich die Ehre. Peggy and the Crazy Creatures und die Beatles bescheren uns Musik für die Ohren und das Modehaus Thalheim natürlich wunderbare Kleider für die Augen und das allgemeine Wohlbefinden. Eine rundum gelungen Mischung aus Fiktion und wahrer Geschichte, die mich hervorragend unterhalten hat.

Fazit: Diesen dritten Band hast du mal wieder spitzenmäßig hinbekommen, liebe Brigitte. Nicht selten läuft es ja bei Trilogien so ab: erster Teil großartig, zweiter Teil schwächer aber auch noch gut, dritter Teil naja, kann man, muss man aber nicht. Nicht so bei dir. Dadurch dass jeder Band einer anderen Schwester gewidmet war, konnte die Geschichte eine Eigendynamik entwickeln, die mich als Leser einfach abholte und mit riss ... dafür danke ich dir von Herzen und freue mich auf ein Wiedersehen mit den Thalheims am Ku’Damm in der Weihnachtszeit.

  • Sonjas Bücherecke

    Beiträge: 82
    24.05.2020

    Die Buchreihe hat mich auch total begeistert.

Hermione

Beiträge 30
16.04.2020

"Gelungener Höhepunkt der Trilogie":

Der dritte Band der Trilogie über die Thalheim-Schwestern, der ab 1958 in Berlin spielt, stellt die jüngste Schwester Florentine in den Vordergrund. Sie möchte nur eins: malen. Mit viel Mut und Verve erkämpft sie sich einen Studienplatz an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Doch ihr Professor Rufus Lindberg macht ihr das Leben nicht gerade leicht und parallel spitzt sich die Lage zwischen Ost und West immer weiter zu und droht auch die Thalheim-Familie zu entzweien.


Meine Meinung:
Schon die ersten beiden Bände um Rike und Silvie Thalheim habe ich mit großem Genuss gelesen, denn sie erzählen eine spannende Familiengeschichte vor einem fundiert recherchierten historischen Hintergrund im Berlin der 1950er Jahre. Daher hatte ich mich schon lange auf den letzten Band der Trilogie über die jüngste Schwester Flori gefreut und wurde nicht enttäuscht.
Der historische Roman ist wieder so spannend, dass man ihn gar nicht aus der Hand legen möchte. Durch die verschiedenen geschickt abwechselnden Perspektiven ist die Geschichte unglaublich lebendig gehalten und man möchte als Leser*in immer gerne wissen, wie es in dem einen oder anderen Erzählstrang weitergeht.
Florentine Thalheim, die in diesem Band im Mittelpunkt steht, ist eine sehr komplexe interessante Figur. Sie ist Künstlerin, Synästhetikerin, Rebellin, aber auch eine junge Frau, die die Liebe sucht und ihren Weg im Leben finden muss. Ihre Entwicklung im Roman hat mich sehr berührt.
Daneben war natürlich auch das Wiedersehen mit den anderen liebgewonnenen Familienmitgliedern ein Fest und ich habe mich sehr gefreut, auch wieder andere Facetten der älteren Schwestern und der anderen Thalheims kennenzulernen.
Anhand der Familiengeschichte der Thalheims beschreibt der Roman extrem atmosphärisch und wie in einem guten Film die Situation in Berlin mit dem sich zuspitzenden Ost-West-Konflikt und schließlich dem Mauerbau. Wie viele andere Familien werden auch die Thalheims durch die Mauer auseinandergerissen. Dank der sehr fundierten und detaillierten Recherche lernt man wie nebenbei sehr viel Historisches. Abgerundet wird dies auch durch eine Zeitleiste am Ende des Buches, die ich auch sehr interessant fand. Auch die Themen wie Kunst, Fotografie, Malerei und Synästhesie werden so eindringlich beschrieben, dass sie dem Roman eine weitere Dimension hinzufügen.
Darüber hinaus hat es mir auch wieder sehr gut gefallen, wie gut das Berliner Flair im Roman verarbeitet wird (und darüber hinaus auch das von Sylt oder Hamburg). Man fühlt sich wirklich dorthin versetzt und kann sich neu konzipierte Stadtviertel oder das Projekt der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gut vorstellen.
Das Buch ist ein ganz besonderes Kleinod und nicht nur historischer Roman, sondern auch berührende Familiengeschichte, Entwicklungsgeschichte einer jungen Frau, Zeitzeugnis und Ode an die Kunst. Wie im Titel angedeutet, vermittelt das Buch auch im gespaltenen Berlin Hoffnung und macht Mut, denn die Thalheims lassen sich auch in dieser Zeit nicht unterkriegen.


Fazit:
Leider war das Buch viel zu schnell ausgelesen! Es hat mir wunderbare Stunden beschert, mich gut unterhalten, berührt und mir viele interessante Zusammenhänge vermittelt. Ich freue mich schon, dass es noch einen kleinen Zusatzband mit einer Weihnachtsgeschichte bei den Thalheims geben wird, denn ich habe diese Familie wirklich liebgewonnen!

AntjeDomenic

Beiträge 39
02.08.2020

    Was freute ich mich auf das Finale der Reihe von Brigitte Riebe. Ich lese sonst nicht dieses Genre, wer mich kennt weiss das, aber die Bücher von Brigitte Riebe muss ich einfach immer lesen. Es bereitet mir Freude bei ihr dieses Genre mehr und mehr für mich zu entdecken. Nun war es also soweit und die Reihe der Autorin fand ein Ende.


    Schon nach den ersten Seiten war ich wieder in der damaligen Zeit. Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und ich sah auch immer wieder die Menschen und Situationen sowie Schauplätze vor meinem bildlichen Auge. Im letzten Band der Reihe geht es um Florentine Thalheim und um ganz ehrlich zu sein, ist sie meine Lieblingsprotagonistin der Reihe.


    Ich mochte sie auf Anhieb und mochte vor allem ihre Art. Das Zeichnen und die Malerei sind ihr Leben und sie will ihren eigenen Weg gehen. Ihr Vater sieht das natürlich anders und will sie gern im Familienunternehen haben, doch Florentine gibt nicht auf und will für ihre berufliche Zukunft kämpfen. Wenn es sein muss auch auf Kosten der Familie.


    Sie beginnt ein Studium, welches sie schon immer machen wollte. Sie kann ihr Glück kaum fassen, wäre da nicht der eine Lehrer, der sehr herrisch ist und das neue Leben von Ihr schwer macht.


    Aber auch das zeitliche Geschehen und die politische Lage hat Brigitte Riebe wunderbar beschrieben. Ich bin immer wieder begeistert wieviel Recherche und Wissen die Autorin in ihren Büchern beschreibt. Man merkt der Autorin an, das sie dafür lebt und für mich macht es diese Bücher auch aus.


    Diese fesselnde Familiengeschichte hat mich wirklich bewegt und auch berührt. Die Bücher von der Autorin sind immer wieder eine Empfehlung!

    Nabura

    Beiträge 37
    14.07.2020

      Im Jahr 1958 kehrt Florentine Thalheim nach West-Berlin zurück. Sechzehn Monate hat sie in Paris verbracht, doch dann hat ihr Freund Pascal sie verlassen. Auch in der Heimat hat sie nur eins im Sinn: Kunst! Deshalb kommt sie erst einmal bei ihrem Cousin Gregor und dessen Lebensgefährten unter, statt bei ihren Eltern einzuziehen und sich entsprechend der Pläne ihres Vaters im Modekaufhaus Thalheim am Ku’Damm einzubringen. Als sie an der Hochschule für bildende Künste abgelehnt wird, ist die Enttäuschung groß. Doch so schnell gibt Flori nicht auf.

      Nachdem der Fokus erst auf Rike und dann auf Silvie Thalheim lag, ist in „Tage der Hoffnung“ Flori an der Reihe. Nach über einem Jahr in Paris kehrt sie in die Heimat zurück, doch den Plänen ihres Vaters will sie sich trotzdem nicht beugen. Stattdessen will sie ihre Zeit ganz der Kunst widmen. Floris experimentiert gerne mit Farben, doch auch das Fotografieren interessiert sie. Mit Begeisterung und Leidenschaft setzt sie ihre Projekte um. Über die Kunst findet sie neue Freunde, die ihr Halt geben. Ausgerechnet ihr Lehrer ist es, der ihr das Leben schwer macht und Zweifel in ihr sät.

      Floris Werdegang steht im Mittelpunkt, doch man erfährt auch viel darüber, wie es für die Familie Thalheim grundsätzlich weitergeht. Schön fand ich, dass Flori viel Zeit mit ihrer Cousine Franzi verbringt, die inzwischen eine bekannte Schauspielerin ist. Deren Eltern leben im Ostteil der Stadt und wollen dort auch nicht weg, was zunehmend zum Problem wird. Luisa, die Mutter von Oskars Kind, bringt mit ihren Wünschen zusätzliche Unruhe in das Familienkonstrukt.

      Flori ist deutlich jünger als ihre beiden Schwestern und fühlt sich von den beiden immer wieder ausgeschlossen. Sie hat das Gefühl, brisante Familiengeheimnisse immer als allerletzte zu erfahren. Von diesen gibt es wieder einige. Das Thema Wer-hat-mit-wem wurde für meinen Geschmack schon im zweiten Band zu sehr ausgereizt, und dieser Kritikpunkt zieht sich weiter durch dem dritten Band.

      Lange wird das Buch von Familienangelegenheiten und Floris Kunst dominiert, während die historischen Entwicklungen eher am Rande thematisiert werden. Ich hätte mir eine etwas straffere Erzählung dieser Phase gewünscht. Mit dem Bau der Mauer kommt neuer Schwung in die Handlung. Ereignisse wie die Rede Willy Brandts gegen den Mauerbau und ein Besuch Marlene Dietrichs in Berlin werden thematisiert. Beim Thama Mauerbau hat sicher jeder bestimmte Bilder im Kopf, und Flori passt mit ihrer Kamera gut ins allgemeine Geschehen. Der Leser begleitet sie durch Höhen und Tiefen bis hin zu einem emotionalen und historischen Moment, der die Trilogie gelungen abschließt!

      goejos

      Beiträge 31
      25.06.2020

        Florentine Thalheim kehr 1958 nach Jahren in Paris wieder nach Berlin zurück. Sie will hier ihr Kunststudium aufnehmen. Doch ihrer Aufnahme stellen sich ungeahnte Schwierigkeiten entgegen. Auch ihre Eltern wollen, dass sie im Kaufhausimperium mitwirkt, was sie strikt ablehnt. Ihr Leben ist die Kunst. Auch über Oskars Tod und das Verhältnis zu ihm mit Franzi, ihrer besten Freundin hat man ihr verschwiegen. Ganz schön viel Neues für einen Neubeginn in Berlin. Wohin das wohl führen wird. Das Buch wird wahrscheinlich alles lösen.

        Laudibook

        Beiträge 11
        15.06.2020

          Mit einem wehmütigen, aber auch zufriedenen Gefühl, habe ich den grandiosen Abschluss der Kaufhaussaga beendet. (Ich hätte noch endlos weiter lesen können)

          Inhalt und meine Meinung:
          Florentine, das Nesthäkchen der Thalheim's kommt nach einer bitteren Enttäuschung aus Paris nach Berlin zurück. Wer glaubt, sie kann sich von jetzt an, eine Zukunft im Familieunternehmen vorstellen, irrt sich. Die jüngste Schwester möchte sich lieber ihrer Leidenschaft und ihrer großen Liebe, der Kunst widmen. Ihr Herz schlägt für die Malerei. Sie empfindet Glückseligkeit, wenn sie versunken, Farbe und Formen auf die Leinwand bringt. Flori ist eine Kämpferin mit enormer Willensstärke. Diese Züge bringen sie an die Hochschule Berlin, wo sie ihren Traum leben darf und Kunst studiert.
          Wie immer, hat mich der leidenschaftliche, lebendige Schreibstil von Brigitte Riebe von der ersten Seite an gepackt. Wir begleiten Flori, in einer für sie, nicht einfachen Zeit. Wird sie sich an der Hochschule beweisen können? Wie schaut es mit der Liebe aus?
          Anfangs wusste ich nicht, ob mir der kleine Rebell gefallen wird. Hier muss ich ganz schnell bejahen. Ich hab Flori ganz schnell ins Herz geschossen. Ich habe mitgefiebert und mit ihr gekämpft. Wir dürfen im Roman in die historischen Zusammenhänge der ersten Rezession der Nachkriegszeit eintauchen. Die Geschichte umfasst die Zeit von 1958 bis 1963. Deutsche Geschichte wird bei Frau Riebe lebendig. Der Ost- Westkonflikt fängt an zu eskalieren. Familien werden auseinander gerissen. Diese Fakten lässt unsere Autorin gekonnt und professionell einfließen. Auch bei der Familie Thalheim hinterlässt die politische Situation Spuren.
          Ich bin gerne ein Teil der Familie gewesen. Eine Familie voller Geheimnisse, Ecken und Kanten, aber auch voller Liebe, Ideenreichtum und Zusammenhalt. Alle Charaktere haben eine wunderbare authentische Eigendynamik. Es gibt immer wieder Überraschungen und Wendungen, die bis zum Ende anhalten.
          Ein endgültiger Abschied ist es noch nicht. Am 13.10.20 erscheint eine Kurzgeschichte mit dem Titel "Weihnachten am Kudamm". Juhuuuuu, ich freue mich ❤
          Fazit:

          Lieblingstrilogie und absolute Leseempfehlung

          EmiliAna

          Beiträge 4
          06.06.2020

            Florentine Thalheim, die Protagonistin des Abschlussbandes der „Ku'damm“-Trilogie, macht es sich und ihrer Familie nicht leicht! Als Jüngste der Thalheim-Schwestern fühlte sie sich stets als Randfigur in einer Familie starker und eigenwilliger Charaktere, zeichnete sich in den beiden ersten Bänden vor allem durch Sprunghaftigkeit, Kapriziosität und wilde Aufmüpfigkeit aus, was darin gipfelte, dass sie sich mit ihrem französischen Freund in dessen Heimatland flüchtete – aus dem sie zu Beginn der hier zu besprechenden Geschichte um einige Illusionen ärmer, dafür um nicht unbeträchtliche Erfahrungen reicher in ihre Heimatstadt Berlin zurückkehrte, entschlossen, sich nicht nur endlich einen Platz in ihrer Familie, sondern auch einen Weg in ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu erkämpfen. Mit ausgeprägter künstlerischer Begabung gesegnet, die sich schon in sehr jungen Jahren manifestierte, steht für Flori fest, dass sie ihrer Berufung folgt und die Kunst zu ihrem Beruf machen wird, ja machen muss, denn nur in ihr kann sie sich ausdrücken, ist sie ganz bei sich, ganz sie selbst. Zielstrebig und entschlossen erobert sie sich die Aufnahme an der renommierten Kunstakademie, ein erster Erfolg, der sie in Hochstimmung versetzt, die aber schon bald der Ernüchterung weicht und der Erkenntnis Platz macht, dass man nicht über Nacht zur gefeierten Künstlerin wird, dass mehr dazu gehört als ihre unzweifelhafte Begabung. Doch siehe da, die jüngste Thalheim-Schwester, die ehemalige Rebellin, nimmt die Herausforderung an, zieht Lehren aus den schmerzvollen Erfahrungen, die zu machen ihr nicht erspart bleibt, an denen sie menschlich wie künstlerisch wächst – um ihre wahre Berufung schließlich zu finden. Und ihre Wandlung ist so folgerichtig, so nachvollziehbar und gleichzeitig mit liebevoller Behutsamkeit geschildert, wie es eben nur Brigitte Riebe zustande bringt! Von der unreifen, verwöhnten Rebellin also zur geläuterten, mitfühlenden Erwachsenen, deren Ungestüm Beherrschung und kluger Zurückhaltung Platz gemacht hat – und dann endlich kann auch die Liebe zu einem ganz besonderen Menschen ihre Erfüllung finden!

            So begegnen wir der Protagonistin am Ende dieses großartigen Romans, dessen Handlung in den späten 50er und frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angesiedelt ist, zu einer Zeit also, in der sich der Konflikt zwischen Ost und West zuspitzte, in der Berlin nach vorausgehenden, immer unerträglicher werdenden, Repressalien von Seiten des DDR-Regimes schließlich durch den Mauerbau zur geteilten Stadt wurde, ein „Leuchtturm im roten Meer“, wie die heutige Hauptstadt der Republik seinerzeit von der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung so treffend betitelt wurde.

            Wie gewohnt gelingt es der Autorin auch in „Tage der Hoffnung“ Zeitgeschichte so in Romanform zu bringen, dass sie erfahrbar wird, dass jene so hoffnungsvollen wie bangen Jahre, die den Hintergrund der Handlung um Flori und die Ihren bilden, gegenwärtig werden, fühl- und erfahrbar. Die Leser dieses so genialen wie sprachlich perfekten Romans werden unwiderstehlich hineingezogen in eine spannende, weichenstellende Epoche, die die Mehrzahl von ihnen vermutlich nicht durch eigenes, bewusstes Erleben, sondern nur noch aus Erzählungen oder aus Geschichtsbüchern kennen – und die sich nicht mehr loslassen wird!

            Denn dieses grandiose Buch mit seinen vielen eingestreuten Begebenheiten – kleineren und größeren, unbedeutenden und bedeutenden - , Randnotizen gleichsam, die mit der Zeit, in der die Geschichte spielt, untrennbar verbunden sind, ihr zugehörig wie etwa die vielen elektronischen Spielzeuge samt Netflix & Co. der heutigen Zeit, und die ihm seine überzeugende Authentizität verleihen, wirkt nach, lässt Anteil nehmen nicht nur am mit vielen Stolpersteinen versehenen Werdegang Floris sondern natürlich auch an dem weiteren Lebensweg der gesamten, aus den beiden ersten Bänden der Trilogie sehr vertrauten, Familie Thalheim. Es läd zum Reflektieren ein, ist daher eine Geschichte, die nicht verschlungen sondern vielmehr mit der ihr gebührenden Achtsamkeit gelesen werden möchte, Seite für Seite.

            Und wenn Brigitte Riebe ihre Trilogie so gewaltig und eindrucksvoll enden lässt wie hier mit der berühmten Kennedy-Rede - vor jubelnder Menschenmasse, die diese seine aus ganzer Seele kommenden Worte so dringend gebraucht haben -, die wie nichts sonst ein Bekenntnis zur Demokratie und zur Freiheit ist und die beispiellose Solidarität bekundet mit den Bewohnern der Stadt Berlin, dann geht das tief ins Herz, um darin Wohnung zu nehmen, dann bleiben wahrlich keine Wünsche offen – und es werden solche erfüllt, von denen man gar nicht wusste, dass man sie jemals hegte.

            Und so ist der Abschied von den längst liebgewonnenen Exzentrikern und nicht immer einfachen Individualisten der Familie Thalheim und allen, die ihnen zugehörig sind und denen der Leser hier wie in den beiden Bänden zuvor das Vergnügen hatte zu begegnen, wohl mit ein wenig Wehmut verbunden, gleichzeitig aber lässt er ein Gefühl der Befriedigung zurück, fügt sich doch in diesem Abschlussband auch das letzte Teilchen in das bunte Mosaik ein, das die Autorin mit ihren wunderbaren Jahren des Aufbaus und der Hoffnung ihren Lesern zum Geschenk gemacht hat!

            C. Sch.

            Beiträge 47
            29.05.2020

              INHALT:
              Berlin 1958: Florentine, die jüngste der drei Thalheim Schwestern war schon immer rebellisch und möchte noch immer nicht in das Modehaus Geschäft einsteigen, sondern sich der Malerei, der Kunst hingeben. Sie liebt die Farben und Formen und existiert nur durch sie. Gegen den Willen ihres Vaters beginnt sie ein Studium an der Kunstakademie. Doch schon bald wird auch dieses ersehnte Studium überschattet. Ihr Lehrer macht ihr das Leben zur Hölle. Die politischen Ereignisse drohen nicht nur Berlin zu spalten, sondern auch die Thalheims. Gibt es noch eine Hoffnung für Berlin und für die Familie?
              MEINE MEINUNG:
              Im Mittelpunkt von diesem dritten Teil steht Florentine, die jüngste der drei Thalheim Schwestern und das Buch schliesst nahtlos an den zweiten Teil an. Mir ist der Einstieg in die Geschichte sehr leicht gefallen. Florentine fand ich schon in den anderen Teilen einen sehr interessanten Charakter und war nun neugierig auf ihre Geschichte. Wieder konnte mich die Autorin sehr gut in diese Zeit versetzen. Sie gibt den Flair und den Zeitgeist unheimlich gut wieder. Die Sprache, die Gesten der Protagonisten alles fügt sich perfekt ein. Mit Florentine hat sie hier auch einen ganz starken Charakter geschaffen, bei dem man die Entwicklung sehr deutlich verfolgen kann. Ihre Gefühle und Gedanke und auch ihre Zweifel und Zerrissenheit treten deutlich in den Vordergrund. Perfekt schafft Brigitte Riebe eine Verbindung zwischen Privatleben und den gesellschaftlichen und politischen Ereignissen dieser Zeit. Mich hat dieser Roman wieder überzeugen können.
              FAZIT:
              Es ist ein krönender Abschluss einer Reihe, von der mich alle drei Teile vollends überzeugen konnten. Facettenreiche und vielschichtige Charaktere, ein wunderbarer Schreibstil und eine Geschichte, die alles in sich vereint hat.

              Fanti2412

              Beiträge 51
              26.05.2020

                Mit „Tage der Hoffnung“ legt Brigitte Riebe den 3. Teil ihrer 50er-Jahre-Trilogie vor. Das Buch deckt den Zeitraum Februar 1958 bis Juni 1963 ab. Im Mittelpunkt steht diesmal Florentine, genannt Flori, die jüngste der Thalheim-Schwestern. Sie war einige Zeit in Paris, um sich ihrer Kunst zu widmen, kehrt nun aber nach Berlin zurück. Während sich ihr Vater für Flori eine Zukunft im Kaufhaus Thalheim vorstellt, ist der Mittelpunkt in Floris Leben nach wie vor die Kunst im Malen und Zeichnen. Ihr Traum ist ein Studienplatz an der Kunstakademie, den sie durch ihre Hartnäckigkeit auch bekommt. Sie arbeitet sehr fleißig und steht unter hohem Druck, denn ihr Lehrer Rufus Lindberg ist streng und verlangt Höchstleistungen. Schon bald entsteht trotzdem mehr zwischen den beiden, was Floris Leben sehr beeinflusst.
                Irgendwann hält Flori dem Druck nicht mehr stand und bricht ihr Studium ab. Ein ehemaliger Studienkollege, Benka, der sein Studium ebenfalls abbrechen musste, hat sich der Fotografie verschrieben und schon bald arbeitet Flori, die ebenfalls ein Talent für die Fotografie hat, mit ihm zusammen. Wird aus der guten Freundschaft der beiden mehr?

                Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Schnell war ich wieder mitten im Leben der Familie Thalheim und ihrem Kaufhaus am Ku’damm. Neben Flori trifft man natürlich auch die beiden anderen Thalheim-Schwestern wieder sowie die weiteren Verwandten der Familie. Gespannt habe ich verfolgt, wie sich Floris Leben entwickelt und wie aus einer jungen, impulsiven Künstlerin eine verantwortungsvolle junge Frau wird. Ihre Zielstrebigkeit hat mich beeindruckt und sie sucht sich allen Widerständen zum Trotz ihren Weg im Leben und auch in der Familie. Dabei ist sie aber durchaus verletzlich und sehr emotional.
                Wirkte sie in den ersten beiden Bänden noch wie ein verwöhnter Teenager wird sie in diesem Teil erwachsen. Das war wirklich schön zu erleben und die Charakterisierung der Figur ist sehr gelungen.

                Gekonnt hat Brigitte Riebe die deutsche Geschichte dieser Zeit mit der fiktiven Geschichte um die Familie Thalheim verknüpft. Die realen Ereignisse haben Auswirkungen auch auf die Familie bzw. deren Mitglieder. Wir erleben die Zeit der Besatzung, den Ost-West-Konflikt, die Teilung Berlins mit der Abschottung des Ostteils sowie den Mauerbau. Auch wenn man die Geschichte kennt, wird sie in diesem Buch anhand echter und fiktiver Schicksale noch einmal sehr lebendig in Erinnerung gebracht. In mir hat das nicht nur mein Kopfkino inspiriert sondern auch unterschiedliche Gefühle wach gerufen, bei dem Gedanken an die vielen getrennten Familien, die Fluchtversuche und die traurigen Schicksale vieler Menschen.
                Angereichert und ergänzt ist die Geschichte mit weiteren Ereignissen dieser Zeit, wie die Entwicklung der Medien Radio, Fernsehen und Kino, Sportereignisse, technische Fortschritte und die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Ost und West. Aber auch legendäre Ereignisse wie die Deutschlandtournee von Marlene Dietrich und der Besuch von US-Präsident John F. Kennedy mit der berühmten Rede werden thematisiert.
                Brigitte Riebe hat hier sehr akribisch recherchiert und mit viel Liebe zum Detail ein Stück deutsche Geschichte erzählt.
                Sehr gut gefallen hat mir dazu die Zeitleiste mit sehr vielen Ereignissen und Meilensteinen am Ende des Buches. Diese habe ich mir tatsächlich zweimal durchgelesen, vor der Lektüre von Floris Geschichte und danach noch einmal.

                „Tage der Hoffnung“ ist ein grandioser Abschluss einer wirklich lesenswerten Trilogie, der mich begeistert und gefesselt hat. Die Reise durch die 50er-Jahre mit der Familie Thalheim war emotional, dramatisch, spannend und eine packende Familiengeschichte lebendig im Rahmen deutscher Geschichte großartig erzählt!
                Ich freue mich, dass es im Herbst einen weihnachtlichen Kurzroman um die Thalheims geben wird, der zurück ins Jahr 1946 führt!


                Fazit: 5 von 5 Sternen

                © fanti2412.blogspot.com

                Dreamworx

                Beiträge 27
                20.05.2020

                  "Berlin war so herrlich lebendig, so geladen mit einer seltsamen Elektrizität." (Vicki Baum)
                  1958 Berlin. Die 24-jährige Florentine „Flori“ Thalheim kehrt aus Paris zurück in ihre Heimatstadt und erstreitet sich mit viel Engagement und Ideenreichtum trotz fehlendem Abitur ein Studium an der renommierten Kunsthochschule, denn ihr Herz schlägt leidenschaftlich für die Malerei, aber nicht für das familieneigene Kaufhaus. Ihre eigene Familie ist von ihren Plänen nicht begeistert, doch Flori setzt sich durch und darf ihr Studium unter Professor Rufus Lindberg starten, der sich bald zu ihrer Achillesferse entwickeln soll. Aber Flori ist aus hartem Holz geschnitzt und trotz den Niederschlägen, denn sie sieht ihre Zukunft vor sich und nur das zählt sowie gute Freunde, die da sind, wenn es Not tut. Währenddessen wird Berlin erst durch Stacheldraht und dann durch eine Mauer in Ost und West geteilt, was auch die Thalheims vor große Herausforderungen stellt….

                  Brigitte Riebe hat mit „Die Schwestern vom Ku’damm-Tage der Hoffnung“ den dritten Teil ihrer Thalheim-Trilogie vorgelegt, der den beiden Vorgängern an Bildhaftigkeit, ausgezeichnet recherchiertem Hintergrund und einer tollen Story in Nichts nachsteht. Der farbenfrohe, flüssige und fessende Erzählstil schlägt den Leser ab der ersten Zeile in den Bann, lässt ihn eine Zeitreise in die Vergangenheit antreten und wieder in die Thalheimsche Familie einziehen, um liebgewonnene Charaktere ein weiteres Stück ihres Lebens zu begleiten. Im Vordergrund steht diesmal Nesthäkchen Florentine, genannt Flori, die inzwischen zu einer tatkräftigen und mutigen jungen Frau herangewachsen ist und ihren Platz im Leben sucht. Die Autorin lässt ihr Publikum wunderbar an Floris Entwicklung und der Verwirklichung ihrer Träume teilhaben, strickt aber gleichzeitig auch mit vielen überraschenden Wendungen den weiteren Verlauf innerhalb der Familie weiter, so dass der Leser bei so einigen Dramen, Geheimnislüftungen und Happy Ends als Zaungast dabei sein darf. Die Rolle der Frau Ende der 50er Jahre ist ebenso ein Thema wie die deutsch-deutsche Teilung, der Mauerbau, Kennedys Berlin Besuch, einem Auftritt von Marlene Dietrich oder auch ein Konzert der Beatles. Durch den exzellent mit der Geschichte verwobenen Hintergrund erlebt der Leser ein wahres Kopfkino voller Ereignisse, die er sonst nur aus Geschichtsbüchern kennt, während sein eigenes Schicksal immer enger mit den Thalheims verknüpft zu werden scheint. Der Spannungsbogen hält den Leser durchgängig in Atem und schickt ihn gleichzeitig auf eine Achterbahn der Gefühle.

                  Die Charaktere haben sich weiterentwickelt und nehmen den Leser mit ihrer Glaubwürdigkeit und Lebendigkeit sofort wieder für sich ein. Es ist eine Wohltat, sich wieder unter sie zu mischen und mit ihnen zu hoffen, zu bangen und zu fiebern. Flori ist eine offene, künstlerisch begabte, impulsive junge Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und für ihre Träume kämpft. Sie macht aus ihrer Seele keine Mördergrube, aber ihre Verletzlichkeit trägt sie nicht zu Markte, sondern leckt im Stillen ihre Wunden. Ihre älteren Schwestern Silvie und Rieke haben inzwischen ihren Platz im Leben gefunden, dieses Ziel hat Flori auch und muss so manch schmerzliche Hürde nehmen, bis sie es erreicht. Franzi und Gregor sind ihr eng verbunden und unterstützen sie, wo sie nur können. Floris Kommilitone Benka, ein junger Fotograf mit gezeichnetem Gesicht, ist ein zuverlässiger und guter Freund, der eine wichtige Rolle in ihrem Leben einnimmt und beruflich mit ihr so einiges auf die Beine stellt. Rufus Lindberg ist ein Egomane, der sich nimmt, was er will. Aber auch Vater Friedrich, Claire, Miri, Luise, Hotte und Kitty dürfen nicht fehlen, damit die Geschichte um die Thalheims in sich komplett ist.

                  Mit „Die Schwestern vom Ku’damm-Tage der Hoffnung“ ist Brigitte Riebe wieder ein Superwurf gelungen, ein Füllhorn an wunderbar inszenierten geschichtlichen Wegweisern, die den Weg von Florentine Thalheim und ihrer Familie pflastern, während sie auf der Suche nach ihrem Platz im Leben ist. Zauberhaft erzählt und wieder einmal ein absolutes Kleinod und Lesehighlight, das das Prädikat „Besonders wertvoll“ zu Recht verdient hat! Unbedingt lesen – Chapeau – besser geht es nicht!!!

                  Talisha

                  Beiträge 15
                  19.05.2020

                    Im dritten Band der "Die Schwestern vom Ku'damm"-Reihe steht die jüngste der Schwestern, Florentine, im Vordergrund. Nach mehr als einem Jahr in Paris kommt sie zurück nach Berlin und will endlich an der Kunsthochschule angenommen werden. Dies ist aber nicht so einfach wie sie denkt, doch ihr Ehrgeiz ist angestachelt, sie gibt nicht auf und so wird ihr Wunsch bald Wirklichkeit.

                    Im Studium findet sie gute Freunde und entdeckt ihre Liebe zur Fotografie, merkt aber auch, dass das Studium kein Zuckerschlecken ist, wenn man sich mit dem Dozent nicht versteht. Flori geht ihren Weg weiter, versucht so einiges, bis sie ihren Platz im Leben findet.

                    Dies geht nicht ohne Hilfe ihrer Schwestern und ihrer Familie, in der in "Tage der Hoffnung" zwar immer wieder was los ist, aber längst nicht mehr Schlag auf Schlag, wie noch in den ersten zwei Bänden. Nachdem in den ersten zwei Teilen so extrem viel eingebaut wurde, historisch wie familiär, dass man kaum zum Atmen kam, wirkt Band 3 sehr ruhig.

                    Aus ihrer Familie hat Flori am meisten und am liebsten mit ihrem Cousin Gregor zu tun, und sie freundet sich erneut mit Franzi an. Männer, mit denen ihre Schwestern bereits zu tun haben, kreuzen auch Floris Weg, doch ihr Herz gehört Männern, die sich der Kunst verschrieben haben. Aber auch Flori macht Fehler, genau wie ihre Schwestern bereits vor ihr. Dieser Teil ähnelte sich fast zu sehr, und wirkte deshalb ein bisschen langatmig.

                    Familie Thalheim entpuppt sich hier nicht mehr in erster Linie als eine Kaufhaus-Dynastie, sondern als Familie, deren Familienmitglieder fast alle einen Hang zu schöngeistigen, kreativen Berufen haben: Architekt, Künstlerin/Fotografin, Designerin, Schauspieler, Filmproduzent, etc.

                    Der dritte Band spielt in den Jahren 1958 bis 1963 und hat somit den Mauerbau in Berlin als grösstes historisches Thema inne, was vor allem Carl und seine Familie betrifft. Da Carl zu meinen Lieblingsfiguren gehört, war ich mental sehr von seiner Geschichte betroffen und fieberte mit ihm mit. Gregor mochte ich auch sehr - ja, um ehrlich zu sein, fand ich diese zwei Charaktere mit ihren Lebensgeschichten viel interessanter als die der drei Schwestern.

                    In anderen Reihen ist es vielleicht ein "kann", hier aber ein unbedingtes "muss": nämlich, dass man alle drei Bände der Reihe nacheinander liest und sich nicht nur einen herauspickt - zu vieles ist passiert, so dass man die Personen nur im Zusammenhang mit ihrer Entwicklung sehen und würdigen kann und nicht einzeln gelesen.

                    Die familiären Verstrickungen in der Serie waren mir zu übertrieben dargestellt, zwar kein Wunder mit derart vielen Familienmitgliedern, aber die historische Dimension der Serie gefiel mir besser. Sie war höchst interessant erzählt, nur schon deshalb ist die Reihe lesenswert.

                    Fazit: Ein runder Abschluss der Serie, geschichtlich höchst bedeutsam mit dem Mauerbau, die mit der berühmten Kennedy-Rede ein versöhnliches Ende nimmt.
                    4 Punkte.

                    Buchbiene

                    Beiträge 14
                    18.05.2020

                      Die jüngste Tochter der Familie Thalheim ist flügge geworden und will studieren.
                      Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz dem Zeichnen und der Malerei hingeben. Sie bewirbt sich an der Kunsthochschule. Dort ist sie mit ganzer Leidenschaft am Arbeiten. Doch Rufus lindberg, ihr herrischer Lehrer macht
                      ihr das Leben schwer. Überhaupt hat die ganze Familie Thalheim unter den
                      politischen Spannungen zwischen Ost und West zu leiden. Gibt es Hoffnung für Berlin und die Thalbachs?

                      Auch im dritten Band der Familiensaga geht es hoch her. Die Jahre 1958–1963 werden hier sehr lebendig wiedergegeben. Geschichte aus der Sicht einer spannenden Familie. Es macht großen Spaß das Leben der Thalheims zu verfolgen.
                      Historische Ereignisse, die das Leben der Thalheims beeinflussen, als Hintergrund, eingehend und aufschlussreich erzählt.
                      Nicht nur von politischen Erfahrungen erzählt der Roman. Sondern auch von den Lebensgeschichten der jungen Frauen, von guten und auch von schmerzlichen Erlebnissen.
                      Dank der wirklich sehr lebendigen Schreibweise hat man das Gefühl ein Teil dieser Familie zu sein. Man erlebt alle Höhen und Tiefen hautnah.
                      Das Berlin der 1950er erwacht und es macht Spaß in vergangene Zeiten
                      einzutauchen. Dank der wirklich wunderbaren akribischen Recherche ist es ein sehr gelungenes Zeitdokument. Auch dieser Teil ist von einer erfrischenden Leichtigkeit, wobei Ernste Töne auch vorhanden sind. Aber genau diese Mischung macht aus diesem Buch ein Leseerlebnis. Dieses Buch hat alles was einen richtig guten Roman ausmacht.
                      Die Zeittafel als Anhang verschafft einen Überblick über die deutsche Geschichte in den Jahren 1958 bis 1963 und rundet das ganze ab.

                      Petzi_Maus

                      Beiträge 22
                      14.05.2020

                        Großartiger Abschluss der Schwestern vom Ku'damm-Trilogie

                        Kurz zum Inhalt:
                        Berlin, Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre: Florentine Thalheim muss von Paris nach Berlin zurückkehren, da sie in Paris von der Kunst nicht leben konnte.
                        Ihre Schwestern wollen gerne, dass sie im Familienunternehmen, dem Modekaufhaus Thalheim, mitarbeitet, doch Flori möchte sich lieber ihrer großen Liebe, der Kunst, widmen und träumt von einem Studium an der Hochschule für bildende Künste...


                        Meine Meinung:
                        "Tage der Hoffnung" schließt direkt an "Wunderbare Zeiten" an und ist der Abschluss der Thalheim-Schwestern-Trilogie. In dieser Geschichte, die von 1958 bis 1963 spielt, steht die jüngste Thalheim-Schwester, Florentine "Flori", im Mittelpunkt.
                        Man kann Floris Entwicklung zur erwachsenen Frau hautnah miterleben und begleitet sie bei ihrem Kampf für ihre große Liebe, die Kunst, und wie sie es schafft, doch zum Kunst-Studium zugelassen zu werden.
                        Sie ist eben eine andere Thalheim, die künstlerisch sehr begabt ist, und deren Mittelpunkt nicht das Modekaufhaus ist, und das setzt sie auch durch. Obwohl sie dann doch dafür tätig wird, aber anders als ihre Schwestern.
                        Die Autorin schafft es wieder wunderbar, historische Details in die Geschichte zu verweben, man bekommt durch die Protagonisten direkten Einblick in den Mauerbau und die schreckliche Zeit damals; die Ängste der Menschen, von ihren Liebsten getrennt zu sein; die gefährlichen Fluchtversuche; und die Hoffnung, die der Besuch Kennedys gibt. Die Atmosphäre der damaligen Zeit ist sehr gut eingefangen.
                        Die Schreibweise ist angenehm zu lesen, mit viel direkter Rede. Man fiebert mit den Figuren mit, über ihr Schicksal, und hofft, dass sich alle Probleme lösen lassen. Man leidet mit Flori und ihrem Herzschmerz und Liebeskummer, von dem sie leider viel erdulden muss, und möchte sie manchmal einfach nur schütteln. Dafür freut man sich umso mehr über alle positiven Ereignisse.
                        Flori wird zu einer starken Frau, und ihre Kunst-mehr die Fotografie als die Malerei-wird mit der Zeit ein voller Erfolg.
                        Es gibt aber auch wieder etliche Schicksalsschläge, die die Familie und einzelne Figuren erleiden müssen.
                        Gut fand ich, obwohl Flori im Mittelpunkt steht, dass man wieder viel über alle anderen Familienmitglieder liest. Rike und Silvie sind verheiratet und haben Kinder. Man trifft zB auch Onkel Carl und die beiden Cousins wieder, wo es v.a. Gregor mit seiner Liebe zu Hotte nicht leicht hatte in der damaligen Zeit. Und man trifft auf einen unliebsamen Zeitgenossen aus den vorigen Bänden.
                        Diesmal stehen auch Miri Sternberg und Floris Freundin Franzi, die jetzt eine berühmte Schauspielerin ist, noch mehr im Mittelpunkt, denn auch über diese gibt es ein großes Geheimnis zu erfahren.
                        Sehr interessant und lehrreich ist auch die ausführliche chronologische Zeittafel am Ende des Buches, in der sämtliche historischen Ereignisse aus dieser Zeit detailliert aufgezählt sind.


                        Fazit:
                        Großartig gelungener Abschluss der Familiensaga im Berlin Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre mit vielen geschichtlichen Details, die geschickt in die Handlung verwoben sind.

                        MarySophie

                        Beiträge 15
                        12.05.2020

                          Handlung:
                          Berlin 1958
                          Florentine Thalheim kehrt aus Paris wieder in die Hauptstadt zurück. Sie hat in Frankreich allerhand Inspirationen sammeln können und fühlt sich in ihrem Wunsch bestärkt, sich ganz der Malerei und dem Zeichnen hinzugeben. Und dabei möchte sie gerne eigene Wege gehen und nicht direkt im berühmten Kaufhaus der Familie Karriere machen. Denn zuerst möchte Flori erste Erfolge in der Kunstbranche sammeln, welche dazu führen sollen, dass die Eltern, aber auch die beiden Schwestern ihr Talent anerkennen. Um dies zu erreichen wagt Florentine den Versuch und schreibt sich an der Berliner Kunstakademie ein...

                          Meinung:
                          Natürlich fällt beim Betrachten des Covers sofort die Ähnlichkeit zu den anderen zwei Bänden auf. Dieses wurde ähnlich gestaltet, wieder gibt es einen beigen Hintergrundton, der einen ruhigen Faktor reinbringt. Dazu gibt es eine Alltagsszene, Menschen, als auch verschiedene Autos sind in der Stadt unterwegs und so gibt es einen Einblick in das alltägliche Leben. Das eigentlich in Grautönen gehaltene Bild bekommt durch einige farbige Details wie das rote Auto oder die orangene Schrift einen farblichen Hingucker, der für mich den Kern der Zeit trifft.
                          Außerdem ist eine Dame zu sehen, ganz in der Mode der damaligen Zeit gekleidet, die fast schon herausfordernd den Leser anschaut. Ich finde durchaus, dass sie ihrem Auftreten nach Flori Thalheim sein könnte, auch wenn ich sie stets in flippigeren Kleidungsstücken gesehen habe.
                          Diesmal ist der Titel in zwei verschiedenen Pinknuancen untermalt, die einerseits fröhlich und unbeschwert wirken, mir etwas zu knallig sind. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich Flori nicht mit dieser Farbe in Verbindung bringen würde, sondern eher mit kräftigen Rottönen...
                          Insgesamt ist das Bild aber doch recht auffällig und ich mag die Komposition der verschiedenen kleinen Aspekte sehr gerne. Sie ergänzen sich gut und erschaffen ein Cover, welches man nicht so schnell vergisst.

                          Letztes Jahr habe ich direkt hintereinander die ersten beiden Bände gelesen, jetzt ist endlich der dritte und letzte Teil erschienen. Ich habe mich riesig darauf gefreut und selbstverständlich stand auch dieser Titel auf meiner Wunschliste. Ich bin dem Verlag sehr verbunden, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe, wofür ich auch an dieser Stelle nochmals meinen Dank aussprechen möchte. Ich war nicht nur gespannt auf das Buch, sondern auch auf meinen Eindruck von Flori, denn bisher erschien sie mir als unsympathischste und schwierigste der drei Schwestern.

                          An Tag eins habe ich ungefähr 50 Seiten gelesen, ich brauchte dann erst mal eine Pause, um das Gelesene zu verarbeiten, mich an diverse Details und Beziehungen aus den vorherigen Bänden zu erinnern um mich so wieder in der Geschichte zurechtzufinden. Am zweiten Tag des Lesens war ich vollkommen angekommen und konnte das Buch wirklich nicht aus der Hand legen. Die restliche Handlung von knapp 400 Seiten inklusive Anhang habe ich dann innerhalb von knapp zwölf Stunden ausgelesen gehabt und war somit viel schneller mit dem Buch fertig, als ich gedacht hatte. Und ich denke, allein diese Tatsache, dass ich ein Buch mit solcher Länge innerhalb von einer so kurzen Zeit ausgelesen habe, sagt schon viel über das Werk aus.

                          Es herrscht ein sehr angenehm bildhafter Schreibstil vor, der mir ein schnelles und angenehmes Lesen ermöglicht hat. Sowohl das Setting, als auch die Protagonisten haben starke Züge erhalten und wirkten sehr lebendig. Es gibt ganz wunderbare Schilderungen der Szenen, keine wirkte zu überzogen oder war mit zu viel Drama ausgestattet. Dazu gibt es noch viele historische Fakten und Persönlichkeiten, die mit eingearbeitet wurden. So entsteht am Ende eine fantastische, informative und authentische Schreibweise, die mir beim Lesen richtig gut gefallen hat und die einfach Spaß macht.

                          Unterteilt wird der Roman in Kapitel, die eine angenehme Länge haben und immer wieder mit Absätzen durchspickt sind, sodass man das Buch auch mal bequem aus der Hand legen könnte.
                          Durchweg wurde die Geschichte von einem allwissenden Erzähler beschrieben, wobei dieser immer nur wohldosiert die Geheimnisse verrät und nie zu viel preisgibt. Jedes Kapitel dreht sich dabei um Florentine und ihre Erlebnisse, sie steht eindeutig als Hauptprotagonistin im Mittelpunkt und kein anderer kann ihr mit ihrer starken Zeichnung das Wasser reichen. Ein wenig schade fand ich es schon, dass die restliche Familie Thalheim nicht mehr so häufig auftritt und man nur noch wenige Details aus dem Leben der anderen Schwestern erfährt. Ich habe das Gefühl, dass es in den vorherigen Teilen, gerade im ersten Band, ein ausgeglicheneres Verhältnis gibt und auch die anderen Schwestern, sowie die Eltern mehr auftauchen. Gleichzeitig zeigt sich hier ein selbstständiger und unabhängiger Charakterzug von Flori, die nicht innerhalb des Familienunternehmens Karriere machen möchte, sondern ihren eigenen Weg gehen will.
                          Der Erzähler gibt nicht nur beständig Einblicke in das Leben von Florentine und ihren Liebsten, sondern auch in die politische Situation. Immer wieder gibt es Informationen über die Politik, den Wiederaufbau und die Entwicklung der Stadt, aber auch der Wirtschaft. Diese wurden immer sehr geschickt in die Handlung eingefädelt, sie passten zu der jeweiligen Situation und manche Ereignisse wurden so beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, die jeweilige Szene live mitzuerleben.

                          Am Anfang neuer Kapitel gibt es stets die Information über das Setting, aber auch das Handlungsdatum der folgenden Szene findet eine Erwähnung. Das war wirklich hilfreich und wichtig, immerhin vergehen im Verlauf der Handlung ganze fünf Jahre. Beginnen tut die Geschichte 1958 und sie endet 1963. Allein durch die Angaben dieser zwei Jahreszahlen kann man sich schon grob vorstellen, was alles geschehen wird und wie sich die Lage in Deutschland weiter zuspitzen wird. So kann man sich als Leser auf eine Geschichte freuen, die ohne Verschönerungen die politische Lage in Deutschland wiedergibt und es lässt sich viel Wahrheitsgehalt aus der Geschichte herauslesen.
                          Um das gerade gelesen zu verinnerlichen und sich manche historische Details nochmal in Erinnerung zu rufen gibt es am Ende außerdem eine Zeittafel, die die Ereignisse der Handlungszeit zusammenfasst. Ich finde, dass bildet einen schönen Abschluss des Buches und rundet das gerade gelesene ab.

                          Als Setting dient zu weiten Teilen Berlin, nur sehr selten findet mal eine Szene woanders statt. Hier steht das Kaufhaus der Familie auf dem Ku'damm nicht mehr so stark im Mittelpunkt, es wird seltener als Handlungsort genutzt wie noch in den ersten beiden Teilen. Trotzdem hatte es einen großen Wiedererkennungswert und besitzt noch immer dieselbe Ausstrahlung wie in den anderen Bänden.
                          In diesem finalen Teil liegt ein großes Augenmerk auf der Kunstakademie, sowie auf den Privatwohnungen, in denen Flori selbst lebt oder in denen sie zu Besuch ist. Diese wurden meiner Meinung nach viel stärker gezeichnet und ließen sehr starke Bilder und Stimmungen bei mir entstehen. Manche Wohnungen wirkten direkt einladend und warm, andere kühl und abweisend und diese Empfindungen habe ich dann auch mit den jeweiligen Protagonisten in Verbindung gebracht.

                          Bereits bekannte Protagonisten haben ihre Wesen beibehalten und zeichnen sich immer noch durch dieselben Charakterzüge aus. Sie ließen sich dadurch schnell wiedererkennen und haben mir in ihrer Darstellung gut gefallen. Ich hätte es mir gewünscht, dass gerade Flori´s Familie öfters aufgetaucht wäre und es mehr Szenen gegeben hätte, in denen die gesamte Familie Thalheim vereint ist. Es entstand dann stets eine besondere Energie, die mitreißend war und mir sehr gut gefallen hat.
                          Auf jeden Fall war ich gespannt darauf, wie sich Florentine hier präsentieren wird. Sie war mir in den vorherigen Teilen nicht ganz so sympathisch wie die anderen beiden, sie war jugendlicher, aufmüpfiger und trotziger. Da waren mir sowohl Rike, als auch Sylvie sympathischer, sie waren reifer und erwachsener. Auf jeden Fall muss ich sagen, dass ich beeindruckt bin, wie sehr sich Flori weiterentwickelt hat. Sie macht im Verlauf des Romans eine tolle Wandlung durch, es war aber auch schon zu Beginn eine Entwicklung erkennbar. Man konnte deutlich merken, dass ihr die Zeit in Paris, fern von ihrer Familie geholfen hat und aus einem Küken eine erwachsene und eigenständige Frau gemacht hat. So habe ich mich mit Flori leicht getan, sie war eine sympathische Hauptprotagonistin, die nicht perfekt ist und sich für ihre Ziele einsetzt.

                          Fazit:
                          Auch dieser letzte Band der Reihe rund um die Schwestern Thalheim konnte mich vollkommen überzeugen. Es gibt eine wunderbare Schreibweise, die einen durch das Buch trägt und das Lesen zum Vergnügen macht. Es gibt zahlreiche Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und die stets eine neue Wendung bringen. Dazu gefällt es mir richtig gut, wie historische Begebenheiten in die Handlung eingebunden und erklärt wurden. Es gibt einen nahtlosen Übergang von Fiktion und Wahrheit, ich kann mir gut vorstellen, dass die Protagonisten genauso gelebt hätten können!
                          Eine ganz tolle Reihe, die mich vollkommen überzeugen konnte. Ich kann für das Buch nur eine Leseempfehlung aussprechen und werde die Augen nach neuen Werken der Autorin offen halten!

                          dreamlady66

                          Beiträge 8
                          11.05.2020

                            Gibt es Hoffnung für Florentine Thalheim?

                            (Inhalt, übernommen)
                            Berlin 1958: Farben und Formen, Augenblicke eingefangen in Bleistift und Papier. Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz der Malerei und dem Zeichnen hingeben, erst recht, seit sie bei einem Aufenthalt in Paris die Werke der ganz großen Künstler bestaunen konnte. Doch die jüngste von drei Töchtern hatte schon immer einen rebellischen Geist, mehr als eine Ausbildung zur Dekorateurin hat sie nicht vorzuweisen. Während ihre Eltern und die älteren Schwestern Rike und Silvie hoffen, dass sie ihr Talent eines Tages für das Familienunternehmen, das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm, einsetzen wird, träumt Florentine weiterhin den wagemutigen Traum, an der Berliner Kunstakademie angenommen zu werden…

                            Zur (genialen) Autorin:
                            Brigitte Riebe wird 1953 in München geboren. Nach dem Abitur in München studiert sie an der LMU Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte und promoviert 1981 in Neuerer Geschichte. Danach arbeitet sie zunächst als Museumspädagogin, danach als Verlagslektorin, u.a. für die Verlage List, Goldmann und Blanvalet. Seit 1991 ist sie freie Schriftstellerin.
                            Ihre Romane werden in zahlreiche Sprachen übersetzt, u.a. französisch, niederländisch, italienisch, spanisch, portugiesisch, tschechisch, griechisch, türkisch, ungarisch, polnisch, kroatisch und russisch.
                            Brigitte Riebe lebt mit ihrem Mann in München.

                            Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit:
                            Danke an die umtriebige Autorin bzw. den Rowohlt Wunderlich-Verlag für Eure Zusage und schnelle Belieferung im exquisiten (Reihen)outfit, ich freute mich auf den dritten und letzten Teil der packenden 50er-Jahre-Trilogie.

                            Brigitte Riebe schreibt über das Leben der Familie Thalheim, lebend in Berlin, in den Jahren 1958-1963.
                            Die Hauptfigur ist diesmal die jüngste von drei Schwestern, Florentine (Flori genannt).
                            Sie lebte ein Jahr in Paris und kehrt nun nach Berlin zurück, um an der Kunsthochschule zu studieren. Ihr Vater hatte eigentlich den Wunsch, sie in seinem Kaufhaus unterzubringen. Aber Florentine setzte sich durch, da sie an ihr künsterlisches Talent glaubt.

                            Zunächst wird es schwierig, einen Platz zu bekommen, da sie nur ein Durchschnittsabitur vorzuweisen hat. Mit ihrer Ausdauer hat sie schliesslich Erfolg und arbeitet wie im Rausch.
                            Das gefällt ihrem machtbesessenen Lehrer Rufus Lindberg nicht, es entstehen Diskrepanzen.
                            Wie wird es weitergehen mit Florentines Laufbahn...?

                            Die Autorin hat einen flüssigen und fesselnden Schreibstil.
                            Das Leben der Familie Thalheim wird spannend erzählt.
                            Die Protagonisten schildern die Konflikte zwischen der geteilten Stadt Berlin bis hin zum Mauerbau in den Jahren 1958-1963.
                            Auch der Besuch des amerikanischen Präsidenten Kennedy in Berlin erweckt angenehme Erinnerungen.

                            So ein interessantes Buch kann ich unbedingt als lesenswert empfehlen und vergebe hierfür gerne und uneingeschränkt 5*!

                            tinstamp

                            Beiträge 35
                            05.05.2020

                              Im dritten Band der Thalheim Schwestern befinden wir uns nun im Jahre 1958 und wir knüpfen direkt an das Ende des Vorgängerbandes an. Das Thalheim Küken Florentine, die mit dem Modehaus schon von klein auf nichts am Hut hat, kehrt aus Paris zurück. Ihre Welt ist die Kunst und ihr großer Wunsch endlich in Berlin an der Kunsthochschule aufgenommen zu werden. Erst recht, seit sie in Paris die Werke der großen Künstler kennengelernt hat. Ihr kämpferischer Geist und ihre Willenstärke helfen ihr dabei ihr Ziel zu erreichen. Doch mit Rufus Lindberg hat sie einen Professor, der ihr das Leben schwer macht und sie in tiefe Zweifel stürzt....

                              Brigitte Riebe hat diese Zeit einfach großartig festgehalten. Deutschland ist im Unschwung. Der Osten und der Westen verändern sich und driften immer mehr auseinander. Dazwischen die Thalheims, die sich um ihre Verwandten im Osten sorgen und durch das Ausreiseverbot aus der DDR den Großteil ihrer Verkäuferinnen verlieren. Mittendrin Flori, die die besondere Gabe der Synästhesie besitzt und Farben hören kann. Doch als die privaten Probleme immer mehr werden, hört sie nur mehr eine Dissonanz und ihre Bilder werden immer dunkler.
                              Während Rike sich weiterhin um das Kaufhaus Thalheim kümmert und Silvie nach wie vor ihre Sendung "Stimmen" bei RIAS hat, erhalten diesmal auch wieder einige Nebenfiguren, die wir bereits aus den Vorgängerbänden kennen, eine größere Rolle. Aber auch neue Charaktere wie Benka oder Theo kommen in diesem Band hinzu. Durch Benka findet Flori Gefallen an der Fotografie und begleitet ihn sogar nach Hamburg, um für den OTTO Katalog zu fotografieren.
                              Lange dreht sich die Geschichte vorallem um Flori und ihre Kunst, sowie den Familienangelegenheiten der Thalheims. Dabei findet auch die Bekanntschaft der Familie mit der Frau von Willy Brandt, Rut Brandt, Erwähnung, die noch eine wichtige Rolle spielen wird. Miterleben durfte ich auch ein Konzert von Marlene Dietrich, die später auch bei Silvies Radiosendung zu Gast sein wird und die Berliner in zwei Lager teilte. Von den einen umjubelt, wird sie von den anderen gehasst. Zusätzlich durfte ich Flori zum Kellerkonzert der damals noch unbekannten Beatles begleiten und mit Franzi einige ihrer Filmkollegen kennenlernen.

                              Mit Floris Leidenschaft für die Fotografie und dem Bau der Mauer findet der Roman einen weiteren Fixpunkt. Hautnah durfte ich miterleben, wie die ersten Ausreiseverbote entstehen, die Lage immer prekärer wird und der Beginn des Mauerbaus startet. Die Ängste der Einwohner Berlins, sowie die Unausprechlichkeit dieses Vorgehens bereitete mir Magendrücken, vorallem weil wir wissen, wie es mit der Geschichte Deutuschlands weiterging. Der Glaube der Menschen, die Teilung Deutschlands würde entweder nicht stattfinden oder nicht lange anhalten, sowie die Hoffnung auf Willie Brandt erwies sich als Irrtum und hat viele Menschen in tiefste Verzweiflung gestürzt.
                              Das Buch endet mit dem Besuch John F. Kennedys in Berlin und seinem legendären Satz: "Ich bin ein Berliner".

                              Am Ende befindet sich wieder eine Zeittabelle mit den wichtigsten zeitgeschichtlichen Informationen Berlin's von 1958 - 1963.

                              Brigitte Riebe hat alle ihre Figuren in den drei Bänden wunderbar lebendig charakterisiert. Alle von ihnen entwickeln sich weiter und werden erwachsen. Sowohl Rike, als auch Silvie und Flori finden schlussendlich ihren Lebensweg. Schade, dass die Trilogie nun zu Ende ist und ich die Thalheims verlassen muss. Es war mir ein Vergnügen!

                              Fazit:
                              Lebendiger kann Zeitgeschichte nicht sein! Brigitte Riebe schafft es mit ihrem letzten Band der Trilogie den Umschwung zwischen West und Ost Ende der Fünfziger Jahre festzuhalten und die Zeit bis zum Bau der Mauer zu dokumentieren. Mein Kopfkino ratterte ohne Pause und ich lebte mit den Menschen mit. Ein wunderbarer Abschluss der Trilogie, den ich gerne weiterempfehle!

                              KatiKatharinenhof

                              Beiträge 53
                              01.05.2020

                                Florentine, der rebellische Part unter den Thalheim-Schwestern, kehrt mit Sack und Pack aus Paris zurück und widmet sich dem Kunststudium. Ihr Leben besteht aus Farben und Formen und genau das muss und will sie auch so ausleben. Ihr Lehrer, Rufus Lindberg, setzt aber alles daran, ihr das Leben innerhalb und außerhalb der Kunstakademie zur Hölle zu machen. Und dann sind da auch noch die politischen Querelen zwischen Ost und West, die Berlin letztendlich mit dem Bau der Mauer entzweien. Die Teilung Berlins hat auch böse Folgen für die Thalheim-Familie, doch sie geben die Hoffnung nicht auf…

                                Brigitte Riebe ist einfach eine Meisterin ihres Fachs, denn ihre historischen Romane sind regelrecht berauschend und begeistern den Leser mit akribischer Recherche und genial umgesetzten Ideen.
                                Im dritten Teil der Reihe „Die Schwestern vom Ku’damm – Tage der Hoffnung“ widmet sich die Autorin mit Hingabe dem Lebensweg und dem Werdegang von Flori Thalheim.
                                Flori ist und bliebt der Rebell in der Familie und sie weiß mit Nachdruck und Willensstärke ihr Ziel zu erreichen. Sie setzt die Ellenbogen ein und scheut sich nicht davor, Klartext zu reden. Dabei eckt sie manchmal an, aber genau das ist ihr egal. Ihre Beziehung zu ihrem Professor ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die nicht nur Flori einiges abverlangt, sondern auch dem Leser. Man lacht und weint mit ihr, spürt die Leidenschaft und die Liebe, die sie im Herzen trägt und fällt mir ihr in bodenlose Trauer.
                                Brigitte Riebe weiß genau, welche Register sie ziehen muss, um den Leser emotional an das Buch zu binden und somit die Figuren zum Leben zu erwecken.
                                Die Geschichte und ihre Figuren haben sich im Verlauf der Bücher weiterentwickelt und man ist schon irgendwie ein Mitglied der großen, bunten, lauten Familie Thalheim geworden.
                                Während die Welt den Atem anhält, weil der Osten sich immer mehr abkapselt, kann der Leser mit Flori eine Zeitreise unternehmen. Aufträge für den Otto-Katalog in Hamburg, die erste Begegnung mit den Beatles, die Dietrich im Konzert und in Silvies Radiosendung „Stimmen“…all das sind wundervolle Momentaufnahmen, die Brigitte Riebe mit ihrer eindrucksvollen Schreibweise in Szene setzt.
                                Ihre brillanten Gedanken und die Kunst, aus Worten Bilder zu malen, lassen Berlin Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre vor dem Auge des Lesers entstehen. Die historischen Ereignisse werden geschickt mit der fiktiven Handlung verwebt und lassen so eine faszinierende, berauschende und mitreißende Geschichte für den Leser entstehen, die man mit einem Seufzer beendet, weil man liebgewonnene Freunde verlassen muss.
                                Gerade die Rede von John F. Kennedy zum Schluss des Buches verursacht noch einmal Gänsehaut pur. In dieser Rede gibt es ein Zitat, dass vor knapp 6 Jahrzehnten die Menschen berührt hat und auch gerade jetzt, in dieser chaotischen Corona-Zeit mir mitten ins Herz geht – „…und deshalb fordere ich Sie zum Schluss auf, den Blick über die Gefahren des Heute hinweg auf die Hoffnung des Morgen zu richten“ (S. 425)

                                Treffender kann man den Bezug zum Buchtitel nicht herstellen und ich ziehe meinen Hut vor Brigitte Riebe, die mal wieder ein absolutes Meisterwerk für ihre Leser geschaffen hat.

                                Bücherratte36

                                Beiträge 15
                                30.04.2020

                                  Inhaltsangabe:
                                  Berlin 1958: Florentine, genannt Flori, kehrt nach ihrer Pariser Auszeit, nach Berlin zurück. Wer jetzt denkt, dass sie in die Fußstapfen ihrer älteren Schwestern tritt und ins Modehaus Thalheim einsteigt, der irrt gewaltig. Flori will ihren Weg gehen und der führt sie zur Kunsthochschule, denn dort würde sie liebend gerne studieren. Allerdings gibt es ein kleines Manko, denn sie hat kein Abitur. Dafür hat sie einen Dickkopf und was sie sich einmal in den Kopf gesetzt hat, wird meistens auch in die Tat umgesetzt. Tatsächlich wird ihr Durchhaltevermögen belohnt und sie darf ihr Studium bei Professor Rufus Lindberg beginnen. Was sie allerdings noch nicht weiß, er liebt nicht nur ihre Kunst. Ob Flori ihr Studium zu Ende bringen kann oder ob sie sich beruflich umorientieren muss, wird natürlich nicht verraten.
                                  Dem Modehaus Thalheim stehen keine rosigen Zeiten bevor, denn die Unruhen in Berlin und DDR bekommen auch sie zu spüren. Stacheldraht und der spätere Mauerbau halten zig Verkäuferinnen davon ab, im Westen zu arbeiten. Was nun? Wie wird es mit dem Modehaus weitergehen?

                                  Während ich die ersten beiden Teile („Jahre des Aufbaus“ und „Wunderbare Zeiten“) der Thalheim- Saga mit großer Begeisterung regelrecht „verschlungen“ habe, wartete ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung, die jetzt erschienen ist. Die Schwestern vom Ku´damm „Tage der Hoffnung“ heißt dieser und ist der dritte Band der erfolgreichen Reihe von Brigitte Riebe.
                                  Ich möchte darauf hinweisen, dass die Thalheim-Saga keine Reihe für Quereinsteiger ist. Band für Band knüpft sie an die vorherige Geschichte an. Hier ist es wirklich sinnvoll bei Band 1 anzufangen und die Reise lohnt sich wirklich!

                                  Zurück zu „Tage der Hoffnung“….
                                  Da der dritte nahtlos an den zweiten Teil anknüpft, konnte auch ich sofort wieder in die Geschichte um die Familie Thalheim ein- und abtauchen. Ich freute mich auf das große Wiedersehen mit alten und neuen Bekannten u.a. Vater Friedrich, Rieke, Silvie, Miri, oder den neuen Gesichtern Benka Schwarz und Rufus Lindberg. Neben den authentischen und lebensnahen Charakteren, zieht mich immer wieder die fiktive und spannende Geschichte, die in eine gut recherchierte historische Zeitebene verwoben worden ist, in ihren Bann. Wie schon in ihren vorherigen Bänden hat Brigitte Riebe auch hier gute, ach was, sehr gute Arbeit geleistet. Akribisch und mühevoll hat sie erneut geschichtliche Fakten von den Jahren 1958 – 1963 zusammengetragen, die die Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte unterstreicht. Wenn man es nicht genauer wüsste, würde man meinen, dass es die Familie Thalheim und ihr Modehaus so gegeben hat. Die Autorin hat das unglaubliche Talent eine Geschichte so zu erzählen bzw. wiederzugegeben, dass sie so wahr erscheinen lässt. Wo es in den ersten Teilen um die Schwestern Fredericke „Rieke“ bzw. Silvie Thalheim ging, so dreht sich fast alles um das Nesthäkchen Florentine „Flori“ Thalheim. Eindrucksstark lässt Brigitte Riebe sie zu einer starken Persönlichkeit heranwachsen. Floris Weg ist für viele in der Familie zwar nicht ganz nachvollziehbar, aber das lässt sie nicht davon abhalten, ihren Lebensweg zu finden, um ihre Träume zu verwirklichen. Selbst Niederlagen steckt sie, dank ihrer Familie und Freunde weg und aufgeben ist partout nicht ihr Ding. Aber nicht nur Floris Leben scheint unruhig zu sein, denn ihre Familie hat auch manche Ereignisse auf Lager. Nicht nur das Modehaus steht im Fokus, sondern auch persönliche Schicksale spielen eine große Rolle. Dank der vielen Wendungen, die eingebaut worden sind, bleibt es immer spannend und ich mochte und konnte dieses Buch kaum aus den Händen legen. Aber nicht nur die Reise um die Familie Thalheims war ein Genuss, sondern auch die geschichtliche Zeitreise war ein Feuerwerk der Ereignisse und Gefühle. Zwar kannte ich einiges aus dem Geschichtsunterricht, aber vieles war mir neu oder entfallen. Was mir immer sehr gut gefällt, ist, dass die Autorin nicht einfach die Ereignisse „abklappert“, sondern sie lässt sie in die Handlung einfließen und so wurden sie wieder sehr lebendig. Dadurch entstand das Gefühl, dass ich ganz nah am Geschehen war und aus einer unbeteiligten Leserin eine der vielen Zeitzeugen wurde, so durfte ich z.B. bei den Unruhen der DDR teilhaben, aber auch Kennedy Besuch 1963 samt Rede am Schöneberger Rathaus waren ein Highlight. Die Reise zum ersten Konzert der Beatles im Starklub durften ebenso nicht fehlen wie Marlene Dittrich oder der damals regierende Bürgermeister Willy Brandt nebst Gattin Rut. Der Mauerbau wurde so präsent geschildert, dass die Sorge der West- und Ostberliner hautnah zu spüren war. Dieser Roman ist das allerschönste Kopfkino, dass ich beim Lesen hatte. Vielleicht sollte man wirklich mal darüber nachdenken, diese Trilogie zu verfilmen. Der Stoff ist brillant und es gibt so viele Schauspieler, die ich mir als Besetzung vorstellen könnte. Ein Traum….der vielleicht mal wahr werden wird.
                                  Oder um es mit Floris oder Benkas Worten zu sagen: „Käme auf einen Versuch an“ (Seite 417).

                                  Brigitte Riebe hat mit ihrem dritten Teil der Thalheim-Saga wieder einmal bewiesen, dass sie sich zurecht zu den erfolgreichsten Autorinnen zählen darf. Eine sehr emotionale, dramatische und geschichtliche Reise mit und um die Familie Thalheim, die nicht besser hätte geschrieben werden können. Die ersten beiden Bände waren schon ein Highlight, aber dieser ist um einige Längen besser!

                                  5 Sterne (Entschuldigung, aber mehr kann ich hier nicht vergeben) und eine absolute Leseempfehlung oben drauf. EIN MUSS für Bücherfans!!!

                                  tigerbea

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                                  29.04.2020

                                    Florentine, die jüngste der Thalheim-Schwestern kehrt nach einem langen Frankreich-Aufenthalt nach Berlin zurück. Ihr Vater und ihre älteste Schwester Rike würden sie gerne im Kaufhaus mit einbinden, aber Florentine will davon nichts hören. Sie will nur eines: Zeichnen und malen. Sie erkämpft sich einen Studienplatz an der Kunstakademie. Leider macht der dortige Professor Rufus Lindberg ihr das Leben nicht leicht. Florentine will sich aber dadurch nicht entmutigen lassen. Die politische Situation in Berlin macht es den Menschen nicht gerade leicht mit Zuversicht in die Zukunft zu sehen. Auch die Familie Thalheim wird von den Turbulenzen nicht verschont. Sie müssen befürchten, daß einige ihrer Lieben für immer von ihnen getrennt werden.

                                    Dieses Buch ist eine große Liebeserklärung an Berlin und an seine Menschen. Selbst wenn der Leser nicht so einen Draht zu Berlin hat, wird er hier doch von der Geschichte dieser Stadt gefangen. Man bekommt Hochachtung vor dem Durchhaltevermögen der Berliner in diesen Jahren. Alles, was wir durch das Zeitgeschehen wissen, wird in diesem Roman durch die Personen hautnah dargestellt. So bekommt man beim Lesen ein viel besseres Gefühl für die Ängste der Menschen. Ganz besonders interessant ist auch die Erwähnung der vielen Prominenten dieser Zeit. Man erfährt viel privates über Schauspieler und Sänger, deren Namen man zwar noch kennt, aber kein richtiges Bild mehr von ihnen hat.

                                    Der dritte Teil der Ku'damm-Schwestern ist ein tolles Buch und ein Bild der späten 1950er bis zu den frühen 1960er Jahren. Ich empfehle aber, die ersten beiden Bände zuerst zu lesen, damit die Beziehungen der Familienmitglieder zueinander klarer werden. Dann steht der Spannung und dem Lesevergnügen nichts mehr im Wege.

                                    schnäppchenjägerin

                                    Beiträge 73
                                    22.04.2020

                                      Die jüngste der Thalheim-Schwestern, Florentine, kehrt aus Paris nach Berlin zurück. Nachdem ihre älteren Schwestern Rike und Silvie erfolgreich das Familienunternehmen, das Modehaus Thalheim, leiten bzw. sich im Rundfunk mit einer eigenen Radiosendung einen Namen gemacht haben, möchte Florentine sich der Malerei widmen. Ehrgeizig schafft sie es, auch ohne Abitur an die Hochschule für bildende Künste in Berlin studieren zu können.
                                      Durch einen naiven Fehler kann sie ihr Studium nicht fortsetzen, entdeckt dadurch jedoch ihr Talent für Fotografie, dass sie zusammen mit ihrem guten Freund Benka vertieft. Neben Auftragsarbeit, die ihre Kreativität bremsen, sind es vor allem die politischen Umstände in Berlin, die Verschärfung des Kalten Krieges und der Bau der Mauer, die Flori Motive und Inspiration zugleich bieten.

                                      "Tage der Hoffnung" ist Band 3 der 50er-Jahre-Trilogie von Brigitte Riebe. Nach "Wunderbare Jahre" handelt der letzte Teil von den Jahren 1958 bis 1963 in Berlin und ist aus der Perspektive des Nesthäkchens der Familie Thalheim, Flori, geschrieben.
                                      Die fiktive Geschichte der Schwestern Thalheim wird mit historischen Fakten ergänzt und spiegelt das Lebensgefühl der damaligen Zeit wieder. Vor allem der Bau der Berliner Mauer im August 1961 bildet einen dramatischen Höhepunkt und einen wesentlichen Einschnitt für die Bevölkerung, auch wenn die Schwestern Thalheim vergleichsweise glimpflich davon kommen.
                                      Der rebellische Charakter der Flori, die als Jüngste am unerfahrensten ist und einen Fehler begeht, der ihren beruflichen Ambitionen schadet, ist empathisch dargestellt. Ihre Leidenschaft für die Kunst, aber auch die wachsende Liebe zu ihrem besten Freund, ist spürbar.
                                      Flori entwickelt sich weiter, wird erwachsen und geht ihren eigenen Weg, der auch von ihrer Familie respektiert und anerkannt wird. Ich empfand die Darstellung der fünf Jahre jedoch phasenweise langatmig und fand die Geschichte um Flori wenig fesselnd. Gerade die Jahre bis zum Bau der Berliner Mauer zogen sich spannungsarm ohne wesentliche Ereignisse in die Länge. Da hätte ich mir noch mehr Einblicke in das Leben der Familie Thalheim gewünscht, mehr Drama und mehr Schwierigkeiten im Leben der Protagonisten gewünscht, um den Roman etwas interessanter und lebendiger zu gestalten. Die geschilderten historischen Ereignisse bilden einen Rahmen für die Geschichte, rufen durch die nüchterne Darstellung jedoch wenig Emotionen hervor. Die wenigen Probleme wurden schnell und simpel gelöst.

                                      In Ergänzung zu den beiden Vorgängerromanen sind auch alle anderen Protagonisten stets gegenwärtig, so dass Teil 3 einen runden Abschluss bietet. Um alle Zusammenhänge zu verstehen und eine Übersicht über die Vielzahl der Personen und inzwischen sehr komplexen Verwandtschaftsverhältnisse zu verstehen, sollte man unbedingt die beiden ersten Bände der Trilogie gelesen haben.

                                      Sonjas Bücherecke

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                                      21.04.2020

                                        „Tage der Hoffnung“ aus der Feder der Autorin Brigitte Riebe ist nun der krönende Abschluss ihrer 50er Jahre-Triologie über drei Schwestern und ihr Kaufhaus am Ku’damm.
                                        Im ersten Teil spielt die älteste der Thalheim-Töchter, Rike, die Hauptrolle; im zweiten Teil ist die mittlere Thalheim-Tochter die Protagonistin. Und jetzt im letzten Band dieser herausragenden Triologie spielt das Nesthäkchen Florentine eine tragende Rolle. Wir befinden uns in einer Zeit als die Zukunft begann, und zwar im Jahr 1958 in Berlin. Seit Florentine denken kann, träumt sie vom Zeichnen und der Malerei. Leider hat die Familie andere Pläne mit ihr, soll sie sich doch auch im Kaufhaus Thalheim einbringen. Doch die jüngste Thalheim Tochter ist rebellisch. Sie will sich einfach dem Zeichnen und der Malerei hingeben. Sie träumt von einem Studium an der Kunstakademie. Als sie dort angenommen wird, glaubt sie am Ziel ihrer Träume zu sein. Doch leider macht ihr Professor Lindberg das Leben schwer und ihr Traum wird zum Albtraum. Außerdem machen politische Spannungen zwischen Ost und West der Familie zu schaffen. Wie wird das alles enden? Gibt es Hoffnung für Florentine und ihre Familie und für Berlin?
                                        Wow! Gigantisch! Ein sensationeller Abschluss. Wenn ich die Augen schließe, läuft das ganze Buch wie ein Film vor meinem inneren Auge ab und weckt in mir viele Emotionen. Ich bin wieder total beeindruckt. Die Autorin lässt die deutsche Geschichte lebendig werden. Wir erleben die Zeit von 1958 – 1963. Ich habe das Gefühl mitten im Geschehen live dabei zu sein, stehe mitten im Kaufhaus im Ku’damm, dass wieder zu seiner vollen Pracht erstrahlt ist und bewundere die Mode der damaligen Zeit. Man hat einfach das Gefühl zuhause zu sein, da mir alle Mitwirkenden bestens vertraut sind. Protagonistin ist dieses Mal jedoch Flori, das Nesthäkchen, das sich ihren Platz im Leben erst suchen muss. Wie habe ich mich gefreut, als sie an der Kunstakademie aufgenommen wurde. Ich habe sie für ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihren Durchsetzungswillen bewundert. Sie hat wirklich alles daran gesetzt, ihren Traum zu verwirklichen. Ich sehe auch ihre Begeisterung beim Malen und Zeichnen. Aber dann kommt wieder eine dunkle Wolke am Himmel. Und hier hätte ich sie gerne mal in den Arm genommen. Gut, dass Flori einen so tollen Freund hat, der immer für sie da ist und auffängt. Und auch auf ihre Familie kann sie sich verlassen. Der Spannungsbogen in der Lektüre ist einfach spitze. Vielen Szenen haben mich sehr berührt und sind mir unter die Haut gegangen. Bei den Thalheims ist immer einiges los und langweilig wird es keine Sekunde. Ich hatte beim Lesen dieser Lektüre wirklich eine genaue Vorstellung der 50er Jahre, so lebendig ist alles beschrieben. Einfach spitzenmäßig.
                                        Das Cover ist ja auch wieder ein echter Hingucker. Und diese gigantische Lektüre ist für mich ein absolutes Lesehighlight. Diese Traumlektüre hat mir unterhaltsame, spannende, aber auch nachdenkliche Lesestunden beschert. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne (leider können es nicht mehr sein).

                                        Arietta

                                        Beiträge 45
                                        21.04.2020

                                          Mit viel Wehmut habe ich den 3. und letzten Teil von „Die Schwestern vom Ku’damm , Tage der Hoffnung „ beendet. Besonders Flori ist mir sehr ans Herz gewachsen . Eine Fortsetzung wäre toll. Die Geschichte ist so voller Wärme.

                                          Hier meine Rezension : ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

                                          Inhaltsangabe: Wunderlich Verlag

                                          Die 50er-Jahre-Trilogie
                                          Teil 3 der packenden 50er-Jahre-Trilogie von Bestsellerautorin Brigitte Riebe.
                                          Berlin 1958: Farben und Formen, Augenblicke eingefangen in Bleistift und Papier. Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz der Malerei und dem Zeichnen hingeben, erst recht, seit sie bei einem Aufenthalt in Paris die Werke der ganz großen Künstler bestaunen konnte. Doch die jüngste von drei Töchtern hatte schon immer einen rebellischen Geist, mehr als eine Ausbildung zur Dekorateurin hat sie nicht vorzuweisen. Während ihre Eltern und die älteren Schwestern Rike und Silvie hoffen, dass sie ihr Talent eines Tages für das Familienunternehmen, das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm, einsetzen wird, träumt Florentine weiterhin den wagemutigen Traum, an der Berliner
                                          Kunstakademie angenommen zu werden…

                                          Meine Meinung zur Autorin und Buch
                                          Brigitte Riebe ist mit ihrem 3. Band von , Die Schwestern vom Ku’damm, wieder eine hervorragende und zu Herzen gehende Trilogie gelungen mit einem großen facettenreichen Finale. Schon die beiden Vorgänger hatten schon mich Restlos begeistert, aber dieser Band war der krönende Abschluss. Ich vermisse jetzt schon schmerzlich die Thalheim Familie. Sie sind mir so ans Herz gewachsen während dem Lesen. Von 1958 -1963 begleiten wir ihre Figuren, gehen mit ihnen durch Tiefen und Höhen, lachen, bangen und weinen mit ihnen. Erleben die Kubakrise, den Bau der Mauer und erleben neue Zeiten, das Politische kommt nicht zu kurz und im Anhang finden wir chronologisch alle Daten über Berlin. In diesem 3. Teil geht es um unsere Küken Florentine, die wir als rebellischen Teenager kennen gelernt haben, und die uns positiv überrascht.
                                          Der Schreibstil ist wie immer brillant, kraftvoll und sehr Bildlich, auch ihre Figuren und deren Charaktere sind sehr Authentisch , so das man sich in sie hinein versetzen konnte und ein Teil der Geschichte wird.

                                          Florentine hat mich so etwas von positiv überrascht, sie hat sich zu einer mutigen jungen Frau entwickelt. Ihr Leben gilt noch immer der Kunst, das spürt man wenn man ihr über die Schulter schaut, sie brennt regelrecht dafür. Das ich sehr gut nachvollziehen konnte, den das war auch mal mein Traum, deshalb ist sie mir vielleicht auch so ans Herz gewachsen. Aber Eltern haben nun mal immer andere Pläne für ihre Kinder. Aber unsere Flori, ist eine Kämpfernatur, und setzt sich durch das sie an der Kunstakademie studieren darf, nicht ganz so leicht mit diesem ekelhaften Lehrer Rufus Lindberg, der macht ihr wirklich das Leben zur Hölle. Überhaupt fühlt sich Flori von ihren großen Schwestern nicht so richtig anerkannt, man konnte ihre innere Zerrissenheit so richtig fühlen. Ganz im Gegenteil zu seinen Schwestern gibt Cousin Gregor ihr halt, aber auch Franzi hat immer ein offenes Ohr für sie. Es kommt noch so, einiges auf Flori zu, das ihre Welt auf den Kopf stellen wird. Überhaupt ist die Familie Thalheim immer für eine Überraschung gut. Da kommen so einige alte Familien Geheimnisse ans Licht. Sehr gut ist der Konflikt zwischen Ost und West beschrieben, der Bau der Mauer, der Aufmarsch der Panzer, zwischen den Alliierten und Russland, ich kann mich noch genau an diese Bilder erinnern, da war ich gerade 9 Jahre, als man diese Bilder im Fernsehen sah. Auch an die Kuba Krise, als Kind war mir das ganze noch nicht so bewusst, das wir auf eine 3. Weltkrieg zusteuerten. Heute kann ich die Aufregung meiner Großmütter verstehen. Sehr schön fand ich die Rede von Kennedy, sie ist wirklich wunderschön wiedergegeben. Egal ob Flori, Franzi, Luisa, Ricke, Silvie man muss diese ganze Thalheim Frauen lieben , mit ihnen Bangen , Zittern, Hoffen und Freuen. Auch wenn alle durch Tiefen und Höhen gehen müssen, das Modehaus auch ins Schlingern gerät, hoffen wir das sie es am Schluss alle meistern, und ihre Welt wieder in die richtige Bahn gerät. So viele schöne Erinnerungen und tragische Ereignisse wurden wieder wach, es hat Spaß gemacht in die Vergangenheit abzutauchen.
                                          Es wäre schön wenn es vielleicht eine Fortsetzung geben würde.

                                          sommerlese

                                          Beiträge 100
                                          21.04.2020

                                            Ein fesselnder, grandioser Abschluss der Kaufhaussaga!
                                            "Tage der Hoffnung" ist der dritte Teil von "Die Schwestern vom Ku`Damm" von Brigitte Riebe und erscheint im Wunderlich Verlag.

                                            Dieser Roman spielt in den Jahren von 1958 bis 1963 - die fünfziger Jahre erreichen ihren Höhepunkt, der West-Ost-Konflikt eskaliert bis hin zum Mauerbau. Neue Strömungen in Literatur, Musik und Kunst bahnen sich ihren Weg und Flori, die jüngste der drei Thalheim-Schwestern, studiert bildende Kunst an der Hochschule in Berlin. Die rebellische junge Frau sucht ihren Weg im Leben und in der Liebe.


                                            Die spannende Familiengeschichte der Thalheims geht in die letzte Runde, dieses Mal wird Flori in den Mittelpunkt der Geschichte gestellt. Sie ist ein kämpferischer Geist, besessen von der Malerei und sucht die Liebe ihres Lebens. Die Thalheims sind weiterhin für Überraschungen und Geheimnisse gut, die Vorgänge, Eskapaden und Entwicklungen der Familie werden lebendig und spannend erzählt. Auch Floris Liebe zur Kunst entwickelt sich und findet durch ihre Fotografien allmählich Anerkennung. Aus der kleinen Schwester wird eine starke erwachsene Frau, die ihren Weg meistert.

                                            "Zum ersten Mal im Leben hatten sich beim Malen für sie nicht Worte in Farben verwandelt, sondern Farben waren zu Musik geworden." Zitat Seite 99

                                            "Was beim Malen in ihr sang, klang wie Zwölftonmusik. Keine Spur von harmonie, und doch passte alles auf verblüffende Weise zusammen." Zitat Seite 124

                                            Synästhesie nennt man diese besondere Gabe und Flori versteht allmählich, was diese Gabe mit ihr macht. Der Schaffungsprozeß ihrer Bilder ist wie ein Ausbruch eines inneren Vulkans. Diese Beschreibungen habe ich sehr bewundert.

                                            Der Erzählstil ist wie immer packend, lebensnah und gefühlvoll, die Charaktere entwickeln sich sehr authentisch weiter und man erlebt die politische und gesellschaftliche Entwicklung mit vielen wissenswerten Details aus Mode, Musik und Kunst fast hautnah mit. Diese Geschichte geht unter die Haut, denn die Familie hält trotz aller Widrigkeiten zusammen und hat einige Besonderheiten, die sie so spannend und interessant macht.

                                            In diesem Band zeigt Brigitte Riebe sehr lebendig das Zeitgeschehen auf, gerade die politische Entwicklung im geteilten Berlin kann man hier bewusst miterleben, auch welche Folgen die Menschen durch diese Abtrennung erlitten. Was man vielleicht aus Erzählungen bruchstückweise weiß, stellt die Autorin hier als einen kompletten Abriß der Zeit vor. Hautnah erfährt man hier die Einschränkungen der DDR-Bürger, angefangen von Repressalien beim Grenzübergang, bis hin zur Abriegelung der Grenze zwischen Ost- und West, die am 13. August 1961 stattfand. Dieser Stichtag zerriß mit einem Mal ganze Famlien und sorgte für großes Leid auf beiden Seiten.


                                            Brigitte Riebe erzählt eine fesselnde Familiengeschichte im Berlin der 50er Jahre, die nicht nur das Zeitgeschehen realistisch und packend festhält, sondern die authentisch wirkenden Figuren in dieser Zeit wirklich leben lässt. Durch die Familienmitglieder erlebt man die Entwicklung in der Mode- und Kunstwelt mit, den Bauhaus-Stil, erkennt die Öffnung von Universitäten für Frauen im Studium und hört die aktuelle Musik der Zeit. Der Aufschwung des Wirtschaftswunders bringt Wohlstand in die Familien, man hört Musik und freut sich über die Fußball-WM und das Wunder von Bern.


                                            Hervorragend erzählter und damit absolut würdiger Abschluß der Familiengeschichte mit fesselnden Einblicken in das Zeitgeschehen und in das neue Bewusstsein der Menschen.

                                            sylvia_hertel

                                            Beiträge 17
                                            20.04.2020

                                              Ein grandioses Ende der Ku’damm Trilogie

                                              Brigitte Riebe bewegte sich in ihren früheren Werken meist im Mittelalter und hat viele Bestsellerromane veröffentlicht. Seit einiger Zeit hat die Autorin sich den Nachkriegsjahren zugewandt und ist mit ihren Büchern erfolgreicher denn je. Brigitte Riebe vermittelt ihren Lesern die Zeit nach dem 2. Weltkrieg ungeschönt und authentisch, ich bin immer wieder begeistert über die historischen Hintergründe in ihren Geschichten.
                                              „Die Schwestern vom Ku’damm – Tage der Hoffnung“ ist nun der 3. und letzte Teil der Trilogie um die Familie Thalheim und ihrem Kaufhaus.
                                              In diesem Buch wird der Leser nach Berlin in die Jahre 1958-1963 versetzt.
                                              Im Westen sind die Menschen wieder zu einem normalen Leben übergegangen. Es gibt wieder alles zu kaufen. Die ersten Wohlstandbäuche erblicken das Licht der Welt.
                                              Fernsehgeräte erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Zur Krimizeit sind die Straßen oft menschenleer.
                                              Im Osten hingegen werden gerade erst die Lebensmittelkarten abgeschafft.
                                              Zu kaufen gibt es auch noch nicht alles und viele gehen noch in den Westen zum Arbeiten.
                                              Ost und West entfernen sich immer weiter voneinander. Immer mehr DDR-Bürger flüchten in den Westen was eine totale Abriegelung zur Folge hat.
                                              Im 1. Band stand Rike, die älteste der 3 Thalheim Mädchen im Mittelpunkt.
                                              Im 2. Band war es Silvie, die mittlere Tochter
                                              und jetzt im 3. Band ist es Florentine, die jüngste der 3 Thalheim Mädels.
                                              Während Rike sich ganz dem Kaufhaus verschrieben hat und Silvie mit ihrer Sendung „Stimmen“ Karriere beim Rundfunk gemacht hat war Flori immer die kleine Rebellin gewesen die nicht so recht wusste welches Ziel sie verfolgte.
                                              Ganz anders in diesem Buch. Flori kehrt aus Paris zurück und ist erwachsener geworden.
                                              Für sie gibt es nur eins, die Malerei und so kämpft sie auch um einen Platz an der Kunsthochschule wo sie auch die Freude an der Fotografie entdeckt.
                                              Aber ihre Entwicklung ist noch nicht am Ende. Flori durchlebt Hochs und Tiefs bis sie ihren Weg findet und sich erdet.
                                              Natürlich werden auch wieder viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Film und Musik in diesem Buch erwähnt, was die Erzählung noch authentischer werden lässt.
                                              Viele der Namen sind mir noch aus meiner Jugend bekannt.
                                              Im Anhang des Buchs gibt es wieder eine Zeittafel wo wichtige Ereignisse der Jahre 1958-1963 aufgeführt werden.
                                              So einiges ist in die Handlung des Buchs mit eingeflossen so, dass Realität und Fiktion kaum zu trennen sind.
                                              Wieder einmal hat Brigitte Riebe mich mit ihrem Schreibstil begeistert. Das Buch hat mich einfach so gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.
                                              Ich war von der 1. Seite an von der Geschichte begeistert und habe mich gefreut die Protagonisten über 3 Bände begleiten zu dürfen.
                                              Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne, könnte ich 10 Sterne vergeben so würde ich es gerne tun den das Buch gehört zu meinen Highlights des Jahres 2020 wie schon der 1. und der 2. Band zu meinen Highlights 2018 und 2019 gehört hatten.

                                              nati

                                              Beiträge 21
                                              19.04.2020

                                                Faszinierende Zeitreise
                                                Nach dem mich bereits die ersten beiden Bände um die Familie Thalheim begeistert haben, musste ich unbedingt den dritten Band lesen. Er umfasst die Jahre 1958 bis 1963. Während in den Vorgängerbänden die Schwestern Rike und Silvie eine tragende Rolle spielten, nimmt in diesem Band die jüngste Thalheim Tochter Florentine diesen Platz ein.

                                                Florentine ist ein rebellischer Geist. Sie widersetzt sich dem Wunsch ihres Vaters im Modekaufhaus Thalheim zu arbeiten. Immer haben für sie Farben und Papier eine wichtige Rolle gespielt. Durch Beharrlichkeit gelingt es ihr einen Studienplatz an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin zu bekommen. Sie fühlt sich wohl bei ihrem Studium, bis sich Diskrepanzen zwischen ihrem Lehrer Rufus Lindberg und ihr einstellen. Wird Florentine ihren Weg finden?

                                                Der fesselnde Schreibstil von Brigitte Riebe hat mich auch in diesem Band wieder von Anfang an gefangen genommen. Sie schafft es die jüngere deutsche Geschichte fesselnd und mitreißend zu erzählen. Geschickt hat die Autorin das Leben der Familie Thalheim mit den historischen Ereignissen in Berlin verwoben. Sie hat Erinnerungen an die Spannungen zwischen Ost und West sowie den Mauerbau wieder aufleben lassen. Aber auch der damalige Zeitgeist war beim Lesen spürbar. Historische und fiktive Personen spielen perfekt zusammen und bereichern das Geschehen ungemein. Eine chronologische Zeittafel von 1958 – 1963 am Ende rundet die Geschichte perfekt ab.

                                                Auch der dritte Band dieser Reihe um die Familie Thalheim hat mir wieder sehr gutgefallen. Es war wieder ein wunderbarer Lesegenuss.

                                                Langeweile

                                                Beiträge 34
                                                19.04.2020

                                                  Inhalt übernommen:

                                                  Berlin 1958: Farben und Formen, Augenblicke eingefangen in Bleistift und Papier. Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz der Malerei und dem Zeichnen hingeben, erst recht, seit sie bei einem Aufenthalt in Paris die Werke der ganz großen Künstler bestaunen konnte. Doch die jüngste von drei Töchtern hatte schon immer einen rebellischen Geist, mehr als eine Ausbildung zur Dekorateurin hat sie nicht vorzuweisen. Während ihre Eltern und die älteren Schwestern Rike und Silvie hoffen, dass sie ihr Talent eines Tages für das Familienunternehmen, das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm, einsetzen wird, träumt Florentine weiterhin den wagemutigen Traum, an der Berliner Kunstakademie angenommen zu werden…

                                                  Meine Meinung:

                                                  Während in den beiden vorhergehenden Büchern die Schwestern Silvie und Rieke im Vordergrund standen, steht nun die jüngste Schwester im Fokus.
                                                  Nach einer großen Enttäuschung in der Liebe, verlässt sie Paris Knall auf Fall und kehrt zur Familie nach Berlin zurück. Ehrgeizig verfolgt sie ihren Plan, an der Kunstakademie zu studieren. Die Hindernisse, welche ihr dort in den Weg gelegt werden, sitzt sie im wahrsten Sinne des Wortes aus.
                                                  Obwohl sie von einem rebellischen Teenager zu einer selbstbewussten jungen Frau gereift ist, bewahrt sie das nicht vor weiteren Enttäuschungen in der Liebe.Auch hier zeigt sich, dass die Familie zusammenhält und ihr den nötigen Rückhalt gibt.
                                                  Auch in der restlichen Familie gibt es einige Neuigkeiten zu verdauen und diverse Aufs und Abs zu bewältigen.
                                                  Brigitte Riebe versteht es sehr gut,die fiktive Familie Thalheim mit realen Ereignissen zu verknüpfen. Viele geschichtliche Dinge werden in Erinnerung gebracht,einiges neue Wissen kommt dazu,Geschichtsunterricht auf unterhaltsame Art.
                                                  Die politische Entwicklung in um und um Berlin, die immer wieder aufflammenden Unruhen und schließlich der Bau der Mauer wurden erläutert. Nicht zu vergessen der legendäre Satz John F. Kennedys „Ich bin ein Berliner “,der sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt hat.
                                                  Der sehr schöne Erzählstil ,die gut platzierten Cliffhanger führten dazu ,dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und es in kurzer Zeit quasi inhaliert habe.
                                                  Besonders hervorheben möchte ich auch die gute Recherchearbeit,welche diesem Roman zugrunde liegt,die ausführliche Zeittafel am Ende des Buchs ist sozusagen das I Tüpfelchen.

                                                  Fazit:

                                                  Das Buch hat mich außerordentlich gut unterhalten und mein Geschichtswissen erweitert beziehungsweise aufgefrischt.
                                                  Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit den Thalheims zu Weihnachten.

                                                  KimVi

                                                  Beiträge 31
                                                  19.04.2020

                                                    1958 kehrt Florentine, die jüngste Tochter der Thalheims, von ihrem Aufenthalt in Paris, zurück ins heimatliche Berlin. Sie muss sich entscheiden, wohin ihr Lebensweg sie führen soll. Nach einer Anstellung im Kaufhaus der Familie steht ihr nicht der Sinn. Denn von Kindesbeinen an, steht für Flori fest, dass sie ihre besondere Gabe, das Malen und Zeichnen, vertiefen und damit ihren Lebensunterhalt bestreiten möchte. Die Erfahrungen und Eindrücke, die Flori in Paris sammeln konnte, haben diesen Wunsch untermauert. Deshalb ist es ihr großer Traum, an der Berliner Kunstakademie angenommen zu werden und damit allen zu beweisen, was wirklich in ihr steckt. Das fehlende Abitur ist nur die erste, scheinbar unüberwindbare Hürde, die sie auf diesem Weg nehmen muss. Doch manchmal muss man kämpfen, damit Träume Wirklichkeit werden können....

                                                    Nach "Die Schwestern vom Ku'damm - Jahre des Aufbaus" und "Wunderbare Zeiten", ist "Tage der Hoffnung" der finale Band der 50er-Jahre-Trilogie von Brigitte Riebe. Im Zentrum der Reihe stehen die drei Thalheim-Schwestern. Im ersten Band lag der Fokus auf der ältesten Tochter Rike, im zweiten stand die mittlere Tochter Silvie im Mittelpunkt und in diesem Finalband dreht sich alles um Flori, die Nachzüglerin. Da die Autorin wichtige Hintergrundinformationen aus den vorherigen Teilen einfließen lässt, kann man der Handlung des Finalbands sicher auch dann folgen, wenn man noch kein Buch der Serie gelesen hat. Dennoch ist es nicht empfehlenswert, da Brigitte Riebe wunderbar lebendige Charaktere erschaffen hat, deren Weiterentwicklung es, auch innerhalb der Familie, zu beobachten gilt. Es lohnt sich wirklich die Reihenfolge einzuhalten.

                                                    Dieses Mal steht Flori, die man in den vorherigen Teilen eher rebellisch, verwöhnt und egoistisch eingeschätzt hat, im Mittelpunkt. Der erneute Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn durch kurze Rückblicke, die harmonisch eingebettet sind, ist man gleich wieder mitten im Geschehen und freut sich über das Wiedersehen der liebgewonnenen Charaktere. Es ist beinahe so, als ob man selbst Teil der Familie wäre, da man sich sofort wieder heimisch fühlt. Nun hat man die Chance, Flori besser kennenzulernen und mehr darüber zu erfahren, was die junge Nachzüglerin bewegt, wie sie ihre Stellung in der Familie sieht und was wirklich in ihr steckt. Und die Person, die man dabei entdeckt, scheint ein völlig anderer Mensch zu sein, als die Flori, die man in den vorherigen Bänden beobachtet hat. Denn Flori ist eine sehr empathische junge Frau, mit der man sich identifizieren kann, sobald man hinter ihre Fassade schaut. Deshalb kann man sich ganz auf sie einlassen und beobachten, wie sie die Verwirklichung ihrer Träume in Angriff nimmt. Da das natürlich nicht leicht ist, hofft und bangt man mit ihr. Brigitte Riebe gelingt es wieder mühelos, sowohl Floris Schicksal, als auch die Ereignisse innerhalb der Familie, so glaubhaft und lebendig zu schildern, dass man alles um sich herum vergisst. Der damalige Zeitgeist schwebt dabei zwischen den Zeilen und historische Begebenheiten verknüpfen sich schlüssig mit dem Leben der Thalheims und nehmen darauf Einfluss.

                                                    Aus den vorherigen Teilen ist ja bereits bekannt, dass es bei den Thalheims nie langweilig wird. Auch im Finalband hat das Schicksal für die Familie einiges vorgesehen. Dadurch kommt es zu einigen Wendungen und Überraschungen. Dabei gelingt der Autorin der Spagat, die Erfolge und Rückschläge intensiv zu vermitteln, ohne dabei ins Kitschige oder Unglaubwürdige abzudriften, ganz hervorragend.

                                                    Ein grandioser Abschluss der faszinierenden Familien-Saga, der nur dadurch etwas getrübt wird, dass man nun von den liebgewonnenen Charakteren Abschied nehmen muss.

                                                    karlssonvomdach

                                                    Beiträge 14
                                                    17.04.2020

                                                      Obwohl ich die ersten beiden Bände der Romantrilogie („Jahre des Aufbaus“ und „Wunderbare Zeiten“, erschienen 2018 bzw. 2019) nicht gelesen habe, bin ich gleich gut in die Geschichte hineingekommen. In jedem der in den Nachkriegsjahrzehnten in Berlin angesiedelten Bände steht eine von drei Schwestern im Fokus – die pflichtbewusste Rike, die ins Modegeschäft des Vaters einsteigt, die lebenslustige und beim Rundfunksender Rias moderierende Silvie und vorliegend die jüngste, in Kunst und Fotografie aufgehende Florentine. Daneben spielen weitere Angehörige der verzweigten Familie mit ihren speziellen Sorgen und Problemen eine Rolle. Es handelt sich um gute Unterhaltungsliteratur für Frauen, die enorm dadurch an Wert gewinnt, dass sie aus der Feder einer studierten Historikerin stammt. Diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, dass die Familiengeschichte in historische Zusammenhänge in den Jahren 1958 bis 1963 eingebettet ist, namentlich die Teilung Berlins und den Mauerbau. So werden fundiert bedeutende und interessante reale Ereignisse eingearbeitet wie Präsidet Kennedy’s Berlin-Besuch oder Willy Brandts Rede als Regierender Bürgermeister anlässlich des Mauerbaus. Bei Lesern, die schon einen Lebensabschnitt in den 1950er/60er Jahren zubrachten, werden schöne Erinnerungen geweckt, weil so manch schönes Detail verarbeitet wurde, z.B. die damalige Mode mit Pepitahosen und weißen Slingpumps, die Automarken Borgward, Taunus und Isetta oder Kameras der Marken Leica/Minolta.
                                                      Das Buch erhält von mir eine Leseempfehlung.