Brigitte Riebe

Weihnachten am Ku'damm

Eine bewegende Weihnachtsgeschichte mit den Thalheim-Schwestern aus Brigitte Riebes Bestsellertrilogie «Die Schwestern vom Ku'damm».
Bitterkalt ist es im Jahrhundertwinter des Jahres 1946. Der Krieg ist vorbei, nun ächzt das zerstörte Berlin unter dem „Hungerwinter“. Auch das einst prächtige Kaufhaus am Ku’damm liegt in Trümmern, selbst die vergleichsweise wohlhabende Familie Thalheim kann von einem opulenten Weihnachtsfest nur träumen. Eines Abends weht der klirrend kalte Winterwind einen kleinen Jungen zum provisorisch eingerichteten Modegeschäft am Savignyplatz. Erich ist halb verhungert und scheint mutterseelenallein in der Stadt zu sein. Kurzentschlossen nimmt Rike, die älteste von drei Schwestern, ihn mit nach Hause - sein weizenblondes Haar erinnert sie an Oskar, ihren im Krieg verschollenen Bruder. Der Kleine soll ein Weihnachtsfest haben, das er nie vergisst, da sind Rike, Silvie und Florentine sich einig. Doch woher einen Weihnachtsbaum nehmen, wenn sogar der Tiergarten abgeholzt ist?


Autorenbild Foto von Brigitte Riebe

Der  Autor

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.


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Rezensionen

sylvia_hertel

Beiträge 19
07.01.2021

Weihnachten mit den Thalheims
In „Weihnachten am Ku’damm lässt Brigitte Riebe ihre Leser noch einmal die Familie Thalheim treffen.
Es ist schön die vertrauten Protagonisten wiederzusehen, sind sie mir in den 3 Bänden der Ku’damm Trilogie doch so vertraut geworden und richtig ans Herz gewachsen.
Die Geschichte geht noch einmal zurück in das Jahr 1946, genauer in die Woche vor Weihnachten.
Das Modekaufhaus Thalheim liegt in Schutt und Asche aber die Hoffnung stirbt zu Letzt. Die Thalheims hoffen, dass sie ihr Modekaufhaus eines Tages wiederaufbauen können.
In dieser kurzen Geschichte erfährt der Leser wieder einiges an Zeitgeschehen.
Der Krieg ist zwar aus aber die Menschen hungern und frieren. Ja, die Entbehrung scheint noch größer als in den Kriegsjahren zu sein.
Bäume und Sträucher gibt es in der Stadt schon lange nicht mehr. Alles was sich verheizen lässt ist längst verbrannt. Es muss ein schrecklich kalter Winter gewesen sein indem die Menschen sogar nachts im Bett erfroren sind.
An alle dem lässt Brigitte Riebe ihre Leser noch einmal teilhaben.
Das kleine Buch ist für alle Fans der Ku’damm Trilogie noch einmal ein kleinen Schmankerl und für alle anderen vielleicht der Türöffner für eine wunderbare Familiensaga mit sehr viel Zeitkolorit.
Jetzt muss ich mich endgültig von Rike, Silvie und Florentine verabschieden aber nicht ohne mich noch einmal für die wunderbare Zeit mit den Thalheims bei Brigitte Riebe zu bedanken.

medsidestories

Beiträge 3
05.01.2021

Jedes Jahr um die Weihnachtszeit steht mir der Sinn nach einer besonderen Art von Geschichte. Nach Nostalgie und der „guten alten Zeit.“ Gut war die Zeit im Jahr 1946 bestimmt nicht, trotzdem schafft es dieses schmale Büchlein von Wärme in einem dunklen, kalten Winter zu erzählen.

Inhalt:
Dezember 1946: Der Krieg ist verloren und das besetzte Berlin liegt in Trümmern. Der Winter ist eisig, das Essen knapp. Die Leute verhungern und erfrieren in ihren eigenen Betten. Auch die Thalheim-Schwestern, deren Familie einst ein glamouröses Modekaufhaus gehört hat, haben Vieles verloren. Das bevorstehende Weihnachtsfest scheint trostlos zu werden. Nicht einmal ein Baum ist in Berlin noch zu bekommen Mit einem schäbigen kleinen Geschäft versuchen sie sich die Thalheims jetzt über Wasser zu halten. Eines Tages findet Rike, die älteste der Schwestern, einen kleinen Jungen vor eben diesem Geschäft. Erich ist bettelarm und scheinbar ganz allein. Die Familie nimmt sich ihm an und beschließt dem Kind das schönste Weihnachten seines Lebens zu bereiten.

Meine Meinung:
Ich kannte Brigitte Riebes Triologie über die Thalheim-Schwestern zuvor nicht. Insofern bin ich völlig unwissend in die Geschichte gestartet. Trotz der geringen Seitenzahl ist es dem Leser relativ schnell möglich sich einen Überblick über die Familie und ihre Freunde zu verschaffen. Außerdem vermittelt die Autorin ein eindrückliches Bild vom Nachkriegsberlin und den vielen Herausforderungen, die die Menschen seinerzeit zu bewältigen hatten.
Es werden oft Konflikte und Verwicklungen zwischen den Protagonisten angedeutet, die vermutlich in den kommenden Bänden noch eine Rolle spielen werden. Unbedingt wissen möchte man beispielsweise, ob Oskar, der Bruder der Mädchen, tatsächlich noch aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt. Wie es mit der geheimen Liebe von Familienfreundin Miriam zu dem britischen Soldaten Ben weitergeht. Und natürlich ob Rike es schafft, das legendäre Modekaufhaus wieder aus seinen Ruinen auferstehen zu lassen.
„Weihnachten am Ku’Damm“ ist ein kleines, herzerwärmendes Märchen aus einer grauen, tristen Zeit, in dem es Nächstenliebe und Zusammenhalt und Gerechtigkeit gibt, trotz all der Widrigkeiten.
Es zeigt dass ein Happy End immer irgendwie möglich ist, auch wenn alles dagegen zu sprechen scheint und ist genau richtig um in den Tagen vor Weihnachten gemütlich auf dem Sofa gelesen zu werden.

Fazit:

„Weihnachten am Ku’damm“ macht Lust auf mehr Lesestoff über diese starke und herzliche Familie und das sage ich, obwohl ich gar nicht so viel in diesem Genre lese. Die Geschichte ist definitiv eines meiner Weihnachts-Highlights 2020 gewesen.

Kaijun

Beiträge 5
08.01.2021

Eine etwas andere Geschichte.
Also als Weihnachtsgeschichte würde ich es nicht bezeichnen, aber es war auf eine bizarre Art schön.
Der Anfang war sehr stark, danach hat es leider etwas geschwächelt, deshalb der Punktabzug.
Es ist nicht still oder heimelig sondern düster und kalt... Also wer Mal eine etwas andere Geschichte lesen will dem kann ich es empfehlen.

MarySophie

Beiträge 17
15.01.2021

    Handlung
    Berlin 1946
    Die Bevölkerung ist zwar erleichtert, dass der Zweite Weltkrieg endlich vorbei ist, muss aber noch immer in vielen Belangen zurückstecken. Und als hätten es die Menschen nicht schon schwer genug, ist dieser Winter besonders kalt, es wird nicht nur von einem Jahrhundertwinter, sondern auch von einem Hungerwinter gesprochen.
    Auch die Familie Thalheim, denen vor dem Krieg ein großes und bekanntes Kaufhaus gehört hat, muss schauen, wie sie sich das Weihnachtsfest so schön wie möglich gestalten können. Sie haben zwar mittlerweile ein kleines und einfach eingerichtetes Modehaus am Savignyplatz eröffnet, doch von dem einstigen Reichtum und Ansehen sind sie noch weit entfernt. Zufällig findet Rike eines Abend den kleinen Erich vor dem Geschäft und nimmt sich kurzerhand dem Kinde an. Er ist halb verhungert, friert und trägt einfache, nicht sehr wärmende Kleidung. Ihr Ziel, und das ihrer Familie ist es nicht nur, den Jungen wieder aufzupäppeln, sondern ihm auch ein so schönes Weihnachtsfest zu bieten, wie es zu den Zeiten möglich ist.

    Meinung
    Ich mag das Cover recht gerne. Es ist stimmungsvoll und erscheint anhand der warmen Farben als sehr einladend und ansprechend. Im Vordergrund ist eine Dame mit einem Kind an der Hand zu sehen, nach der Lektüre kann ich mir sehr gut vorstellen, wer damit gemeint sein könnte. Sie sind der damaligen Mode entsprechend gekleidet und laufen im Schnee zielstrebig auf Gebäude zu, die im Hintergrund zu sehen sind.
    Das restliche Bild wurde in einem zarten Beige gehalten und erscheint schlicht und sehr passend zur Szenerie. Und es gibt auch einen Zusammenhang zu den restlichen Büchern der Ku'damm-Reihe. Dies findet sich in der Darstellung des Titels, der in einem Rechteck abgedruckt wurde. Der Hintergrund dessen ist ein weihnachtlich-festliches Rot und gibt dem Cover einen Hingucker. Insgesamt ein schönes Bild, welches gut zu der Reihe und der Handlung passt.

    Ich habe bereits alle drei Bände der Ku'damm-Reihe gelesen und ein jeder hat mir gut gefallen. Ich empfinde die Reihe als sehr empfehlenswert und habe die Lektüre eines jeden Einzelnen sehr genossen. Nun zu lesen, dass es noch einen Zusatzband geben wird, der noch dazu zur für mich schönsten Jahreszeit spielt, hat direkt mein Interesse geweckt. Nicht nur auf ein Wiedersehen mit den bekannten Protagonisten habe ich mich gefreut, sondern ich empfinde es als spannend und interessant, von Kriegs- und Nachkriegsweihnachten zu lesen. Das gibt mir immer noch mal einen anderen Blick auf das Fest und gibt lebendige Eindrücke, wie die Menschen es früher geschafft haben, mit einfachen Mitteln ein paar schöne Tage zu verleben. Und gerade in der Handlungszeit, 1946, wird dies nicht immer einfach gewesen sein, wie man auch im Roman nachlesen kann.
    Auf jeden Fall stand für mich fest, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte und habe vom Rowohlt Verlag freundlicherweise das E-Book zugeschickt bekommen, wofür ich mich auch hier noch einmal ganz herzlich bedanken möchte!

    Meiner Meinung nach gab es einen direkten und angenehmen Start in den Roman. Ich hatte absolut keine Probleme und fand es gut, dass es nicht erst seitenlange Erklärungen und Vorgeplänkel gab. Das wäre bei dem knapp 160 Seiten zu viel des Guten gewesen und mir sind schon nach wenigen Sätzen bereits wieder viele Details aus den anderen Teilen eingefallen.
    Doch ich denke auch, dass man das Buch gut ohne die Vorkenntnisse lesen kann. Vieles wird kurz und knapp erläutert, manches bleibt ein wenig vage und gibt Platz zum Spekulieren. Und natürlich würde in diesem Falle das Interesse angeregt werden, die anderen drei Bände rund um die drei Schwestern der Familie Thalheim zu lesen!
    Und auch mit der verwendeten Sprache hatte ich null Probleme. Sie war einfach gehalten, hatte teilweise einen kleinen Hauch von Dialekt und erschien dadurch sehr authentisch. Ich bin mit dem Lesen sehr flott vorangekommen und hatte den Roman innerhalb weniger Stunden ausgelesen. Die Geschichte eignet sich also perfekt für einen kalten Nachmittag oder Abend, man kann es sich damit gemütlich machen und eine Zeit vollkommen in die Welt von 1946 eintauchen.

    Es gibt einen allwissenden Erzähler, der nicht nur einen guten Blick auf die Charaktere bietet, sondern die Szenen mit lebendigen Worten wiedergibt und so dazu beiträgt, dass man als Leser gerne weiterliest. Dabei merkt man als Leser auch, dass er immer nur so viel verrät, wie er gerade möchte und es im Folgenden noch einige Überraschungen geben wird. Dies lässt sich entweder aus manchen Sätzen herauslesen oder es gibt direkte Andeutungen, so wird z.B.: ein bestimmter Sachverhalt immer wieder erwähnt und man kann sich als Leser bereits denken, dass hierzu noch etwas kommen wird.
    Im Verlauf der gut 160 Seiten vergehen nur wenige Wochen, was ich als vollkommen ausreichend empfand. Die Geschichte setzt eine Woche vor Weihnachten ein und endet mit Silvester. Ich mag diese kurze Zeit, die hier erzählt wird, es können keine Längen entstehen und es gibt eine prägnante Beschreibung von Situationen und Gesprächen. Man ist als Leser immer top informiert, die Handlung wird aber auch nicht ins Unendliche gezogen. Und viele Momente drehen sich um das Hauptthema: den Hungerwinter 1946 und das Weihnachtsfest.

    Mir hat durchweg die Stimmung gefehlt. Nicht nur die Stimmungen der Protagonisten waren mir teils zu schwach, sondern auch eine festliche oder weihnachtliche Stimmung habe ich nie wahrgenommen. Zudem habe ich leider an keiner Stelle mit den Protagonisten mitgefühlt oder mich groß mit ihnen gefreut oder mit ihnen gelitten. Das war mir wirklich ein bisschen zu schwach und hätte für meinen Geschmack stärker sein können. Mir ist zwar auch klar, dass in diesem Winter andere Dinge, allen voran das Überleben eine große Rolle gespielt haben aber ein wenig mehr hatte ich stimmungsmäßig schon erwartet.

    Im Gegensatz dazu hat es mir richtig gut gefallen, wie der Hungerwinter mit unglaublich eingängigen und bildhaften Worten beschrieben wurde. Ich kann mich kaum entsinnen, über dieses Thema viele Romane gelesen zu haben und empfand die Darstellung hier als unglaublich gut. Man konnte sich recht gut von der Situation ein Bild machen, bekam allerhand Informationen über fehlende Güter, die man heutzutage als selbstverständlich ansieht, man lernt Nachbarschaftshilfe noch einmal von einem komplett anderen Standpunkt kennen und erlebt mit den Thalheims zusammen ein ganz besonderes Weihnachten. Mir hat es sehr gut gefallen, wie lebendig die Wochen beschrieben wurden und wie viele Details zwischen die Buchdeckel gepackt wurden!

    Ich weiß nicht, ob es vielleicht ein wenig beabsichtigt wurde: Jedes Setting hatte für mich irgendwie ein sehr tristes und trostloses Auftreten. Ich habe es mir nur in weißen, grauen und schwarzen Tönen vorstellen können, die Zimmer und Gebäude wirkten eisig und abstoßend. Wie gesagt, vielleicht ist es Absicht, um die Situation noch mehr zu verdeutlichen, mir war das Setting etwas zu grau und düster. Gerade die weihnachtliche Stube der Thalheims hätte ein wenig mehr Farbe gut vertragen!

    Zu guter Letzt noch einige Worte zu den Protagonisten. Viele der Personen sind bereits aus der Ku'damm-Reihe und hierbei natürlich aus dem ersten Band bekannt. Lediglich drei der Personen tauchen erstmals auf und nehmen in der Geschichte eine wichtigere Rolle ein. Was alle Charaktere gemein haben: sie sind sich treu geblieben und haben alle unterschiedliche und auf einen jeden Menschen zugeschnittene Wesen erhalten. Dadurch gibt es ein starkes und ansprechendes Auftreten und hier kann der Roman viele Pluspunkte sammeln. Kein Protagonist gleicht dem anderen, sie haben eigene Vorstellungen vom Leben und über die Moral und zeigen häufig, dass sie das Herz am rechten Fleck haben. Es gibt eine gute Auswahl, jeder vertritt seinen Standpunkt und obwohl recht wenige Personen auftreten, wird doch ein gutes Bild der Gesellschaft vermittelt.

    Fazit
    Ich fand die Lektüre des Buches sehr angenehm, es handelt sich hierbei um eine interessante und gut zu lesende Geschichte. Es gibt einige historische Fakten und der Hungerwinter wird eindrucksvoll und mit starken Worten beschrieben. Ich habe mich sehr über das Wiedersehen mit der Familie Thalheim gefreut und hatte schöne Lesestunden.
    Trotzdem muss ich leider die für mich fehlende Stimmung, sowie das etwas eintönige Setting bemängeln. Das war für mich einfach nicht perfekt und ansprechend, ab und an hat es mich etwas beim Lesen gestört und hier ist noch ein wenig Verbesserungsbedarf.
    Nichtsdestotrotz möchte ich den Roman empfehlen. Allein für die anschaulichen Beschreibungen der Situation nach dem Krieg ist es das Büchlein wert, gelesen zu werden. Und auch die Geschichte ist reizend und hat ihren Charme, welcher mich nicht ganz erreicht hat.

    Bücherratte36

    Beiträge 17
    10.01.2021

      Inhaltsangabe:
      Berlin 1946
      Der zweite Weltkrieg ist vorbei, aber die wirtschaftliche Lage hat sich kaum verbessert und es herrschen immer noch katastrophale Lebensbedingungen. Überall stehen Ruinen, Woh-nungen sind Mangelware, das Geld verliert immer mehr an Wert, Lebensmittel sind knapp und das was die Menschen für ihre Lebensmittelkarten bekommen, reicht kaum aus, um den Hunger zu stillen. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, bedroht der kälteste Winter aller Zeiten die Bevölkerung und Heizmittel sind kaum noch vorhanden. Aber die Familie Thalheim lässt sich nicht unterkriegen und machen aus der Not eine Tugend. Eines Abends entdeckt Rieke vor ihrem Laden den kleinen Erich. Unter alten Lumpen und Kleidungsstü-cken versteckt, durchgefroren und ausgehungert nimmt sie den Jungen mit zu sich nach Hause. Dort erfährt sie das ganze Schicksal über den Ausreißer.

      Weihnachten am Ku´damm von Brigitte Riebe ist eine kleine weihnachtliche Geschichte. Wer die Trilogie „Die Schwestern vom Ku´damm“ schon kennt, der darf sich hier auf ein Wiedersehen mit der Familie Thalheim freuen.
      Der flüssige und leichte Schreibstil ließ mich sofort wieder in die Geschehnisse der Thal-heims ein und abtauchen. Ausdrucksstark schildert die Autorin über die schlechten Zustände, die die Nachkriegszeit mit sich brachte. Lebensmittelmangel, Hunger, Schwarzmarkt oder über die Jahrhundertkälte, die den Menschen damals zusetzten. Auch wenn diese Zeit noch so schwer und an manchen Tagen sehr trostlos war, gibt die Familie Thalheim nicht auf, sondern schenkt noch Herzenswärme und Menschlichkeit, indem sie sich um den kleinen Erich kümmern. Das Schicksal des kleinen Jungen lässt vieles für den Moment vergessen und zeigt, dass es einigen Menschen noch viel schlimmer ergeht als ihnen. Ein Kampf gegen Ungerechtigkeit beginnt und trotz der widrigen Umstände wird es ein unvergessliches Weih-nachten werden.

      Mit ihrem Roman hat Brigitte Riebe es wieder einmal geschafft, mich emotional zu berüh-ren. Heute jammern wir über so vieles, aber was unsere Vorfahren im Krieg oder in der Nachkriegszeit erleben mussten war weitaus schlimmer und sie haben eins definitiv nicht gemacht: gejammert oder gar aufgegeben! So eine Geschichte ist nicht nur berührend, son-dern hält uns heute ein Spiegel vor: wir sollten für heutige Zeit dankbar sein und mehr Menschlichkeit zeigen!
      Ein kleiner Minuspunkt muss ich leider anmerken: ein 160seitiges Buch 18,00 Euro kosten zu lassen, finde ich jetzt nicht gerechtfertigt.

      Wer die Geschichten um die Familie Thalheim liebt wird auch dieses Buch lieben! Eine ab-solute Leseempfehlung und 4 Sterne (1 Stern ziehe ich wegen dem überteuerten Preis ab)

      sommerlese

      Beiträge 102
      05.01.2021

        Als Hungerwinter ging der Winter des Jahres 1946 in die Geschichte ein. Nach dem Krieg lag alles in Schutt und Asche, dazu herrschte eisige Kälte, keine Kohlen und wenig Lebensmittel machten den Menschen das Leben schwer. Auch das prunkvolle Kaufhaus am Ku’damm ist ein Trümmerhaufen. Im provisorisch eingerichteten Modegeschäft verkauft Rike weiterhin Kleidung. Dort entdeckt sie den kleinen Erich, der sie an ihren verschollenen Bruder Oskar erinnert und allein und hungrig einen dermaßen mitleiderregend Eindruck macht, dass Rike ihn mit nach Hause nimmt. Die drei Schwestern möchten dem Kleinen ein schönes Weihnachtsfest machen, doch dazu brauchen sie einen Weihnachtsbaum. Ein schwieriges Unterfangen, denn sogar der Tiergarten ist abgeholzt.

        "Deutschland, Deutschland ohne alles, ohne Butter, ohne Speck. Und das bißchen Marmelade frisst uns die Besatzung weg." Zitat S. 93

        Wieder einmal ist Brigitte Riebe die Ausarbeitung der Figuren ganz wunderbar gelungen, sie sind lebendig und gut erkennbar weiter entwickelt. Von Anfang an war ich wieder mit den Thalheims verbunden und ich habe sie in dieser schwierigen und doch weihnachtlichen Zeit begleitet und auf ein gutes Ende der Story hingefiebert. Der Weihnachtsbaum steht als Symbol der Hoffnung zum Fest, in dieser Zeit ist er jedoch so schwer zu bekommen wie die Kronjuwelen mancher Königshäuser. Kann es den Thalheims gelingen, zum Fest einen Baum zu ergattern?

        In dieser Geschichte spielt sich sehr anschaulich das alltägliche Leben der Thalheims und anderen Bewohnern Berlins ab. Der Hungerwinter ließ die Menschen darben, viele erfroren in ihren ungeheizten Wohnungen, Lebensmittel gab es auf Zuteilung und davon viel zu wenig. Einquartierungen von Vertriebenen ließen die Menschen enger zusammen rücken, was nicht immer einfach war und selten eine Geste der Humanität, es wurde von oben durch die Besatzungsmächte angeordnet.

        Die liebevolle Fürsorge um den kleinen Erich, auch ein Vertriebener, macht die eigentliche weihnachtliche Stimmung aus. Sie ist Sinnbild von Hoffnung und Zuversicht und lässt mich als Leserin gespannt in die Geschichte eintauchen. Denn Rike und ihre Schwestern setzen alles daran, Erichs Situation zu verbessern.

        Eine wunderschön erzählte Weihnachtsgeschichte mit dem spürbaren Zeitgeist der Nachkriegsjahre. Ein lesenswertes kleines Juwel in der Ku'damm-Reihe.

        Buchwurm05

        Beiträge 2
        27.12.2020

          Inhalt:
          1946. Der Winter ist bitterkalt. Die Berliner Bevölkerung hat mit den Auswirkungen des Krieges zu kämpfen. Kohle und Lebensmittel sind Mangelware. Das Modehaus Thalheim wurde zerstört. Provisorisch führt die Familie an anderer Stelle den Verkauf weiter. Da findet Rike, eine der Thalheim Schwestern, eines nachts vor ihrem Laden den kleinen Erik. Halb erfroren und krank. Obwohl die Verhältnisse zu Hause beengt sind, gewährt sie ihm Obdach.......

          Mein Leseeindruck:
          "Weihnachten am Ku'damm" ist ein Weihnachtsspecial rund um die Familie Thalmann, bekannt aus der 50er Jahre Trilogie "Die Schwestern vom Ku'damm". Man kann sie unabhängig von der Reihe lesen. Das Büchlein selbst spielt noch bevor diese Geschichte beginnt. Allerdings habe ich gemerkt, dass es von Vorteil ist, wenn man sie kennt. Große Erklärungen zu den Figuren gibt es nicht. Man wird sozusagen ins kalte Wasser geschmissen. Neben der Geschichte um Erik und ein Weihnachtsfest bei dem sich alles um den nicht vorhandenen Baum dreht, erfährt man noch einiges Wissenswertes über die Familie während des Krieges. Die Hauptstory hat mir gut gefallen. Mein Herz erwärmt und mir einen guten Eindruck über die Nachkriegszeit in Berlin vermittelt. Störend im Lesefluss empfand ich jedoch die Ausflüge tiefer in die Vergangenheit. Meiner Meinung nach hätte es das nicht unbedingt gebraucht. Zumal das in diesem kurzen Roman nur angerissen werden konnte.

          Fazit:
          "Weihnachten am Ku'damm" ist eine herzerwärmende Weihnachtsgeschichte im Berlin der Nachkriegszeit. In der mir einmal mehr bewusst wurde wie gut wir es doch haben, trotz der aktuellen Einschränkungen. Ich empfehle den Roman gerne weiter und werde mir die dazugehörende Reihe auf die Wunschliste setzen. Denn dieses Special hat mich neugierig auf die Trilogie werden lassen.

          Lexa

          Beiträge 12
          27.12.2020

            Wir befinden uns im Winter 1946 in Berlin. Der Krieg ist vorbei, doch die Nachwehen noch lange nicht. Die Kälte macht den Berlinern zu schaffen und Holz ist knapp. Die Schwestern des Kaufhausunternehmers Thalheim nehmen sich eines kleinen Jungen an, der im Schnee fast umkommt. Sie wollen ihm ein schönes Weihnachtsfest bescheren – nur eins fehlt, und das ist weit und breit nicht zu finden, ein Weihnachtsbaum.
            Wow, die Autorin hat mich von der ersten Seite an mit ihrer malerischen, dichten, atmosphärischen Sprache verzaubert. Sie kreiert ein greifbares Berlin in der Nachkriegszeit und schildert die damaligen Umstände ungeschönt und anschaulich. Das hat mir sehr gut gefallen, denn Geschichten die in dieser Zeit spielen habe ich noch nicht wirklich viele gelesen. Es war neben dem Atmosphärischen, was die Autorin mit ihren Schilderungen geschaffen hat, auch sehr interessant und lehrreich. Die drei Schwestern sind mir auf Anhieb sympathisch gewesen und die Perspektiven wechseln im Laufe des Buches immer wieder. So kommen nicht nur die Schwestern zu Wort, sondern auch ihr Vater der sich an der Weihnachtsbaumsuche beteiligt. Und dann ist da noch Erich, der kleine Junge deren sich die Schwestern annehmen. Der Kleine lässt nicht nur die Herzen der Thalheimschwestern schmelzen. Die Geschichte hatte einen gewissen Zauber an sich, der mich noch einmal an das Grundlegendste des Weihnachtsfestes denken ließ. Es kommt nicht immer auf das Materielle oder den Luxus an mit dem man sich umgibt. Die Wärme im Herzen und die Menschen die man liebt, sind in diesen Tagen einfach besonders wichtig. Und die drei Schwestern vermitteln als das in ihrer ganz individuellen Art und Weise. Jede von ihnen hat das Herz am rechten Fleck.
            Dieses kleine Büchlein ist etwas ganz Besonderes und hat mir die Weihnachtstage versüßt. Es hat mein Herz erwärmt und wunderbar unterhalten. Eine klare Weihnachtsbuchempfehlung. Deswegen gibt es auch wohlverdiente 5 von 5 Sternchen.

            leseratte1310

            Beiträge 34
            22.12.2020

              Der Hungerwinter 1946 bringt auch noch eine furchtbare Kälte ins zerstörte Berlin. Das Kaufhaus am Ku’damm liegt in Trümmern. Der Familie Thalheim geht es besser als den meisten, dennoch geht es bei ihnen auch viel bescheidener zu als vor dem Krieg. Dann hockt ein kleiner Junge vor dem Laden. Er ist halb verhungert und erfroren. Rike nimmt Erich mit nach Hause, da der kleine sie an ihren Bruder Oskar erinnert, die im Krieg verschollen ist. Die Thalheim-Schwestern wollen dem Kleinen ein schönes Weihnachtsfest bescheren.
              Diese kurze Geschichte ist eine wundervolle Ergänzung zur Trilogie „Die Schwestern vom Ku'damm“. Es sind sehr harte Zeiten und kaum jemand hat genug. Doch der Krieg ist vorbei und man sieht trotz aller Entbehrungen hoffnungsvoll in die Zukunft.
              Die Thalheim-Schwestern wollen für den aufgelesenen Jungen ein schönes Weihnachtsfest ausrichten. Doch dazu gehört auch ein Weihnachtsbaum. Aber woher soll man den nehmen, wenn alles abgeholzt ist?
              Es ist eine warmherzige und berührende Weihnachtsgeschichte.

              Laudibook

              Beiträge 14
              21.12.2020

                nhalt und meine Meinung:
                Der Krieg ist nun schon eine Weile vorbei, aber den Menschen geht es 1946 im zerstörten Berlin, noch nicht besser. Eine eisige Kälte zieht durchs Land. Mit einem bitterkalten Jahrhundertwinter und Hungerwinter kämpfen die Menschen. Das glanzvolle Kaufhaus der Familie Thalheim am Ku'damm, liegt in Schutt und Asche. Am Savignyplatz, wo das provisorische Modegeschäft, vorübergehend seinen Platz gefunden hat, gabelt eines abends, Rike den halb verhungerten Erich auf. Kurzerhand nimmt die Thalheim Schwester den Buben mit nach Hause. Seine Geschichte und seine Umstände, berührt die ganze Familie. Sie beschließen, dem Kleinen ein ganz besonderes Weihnachtsfest zu bescheren.

                Es war himmlisch wieder ein Teil der Familie Thalheim zu sein. Diese Kurzgeschichte, von knapp 160 Seiten, strahlt Zeile für Zeile, unendliche warmherzige Wärme aus. Mir gingen die Lebensumstände von Erich, ebenfalls sehr nahe. Brigitte Riebe schafft es, den Leser zu vermitteln, worum es Weihnachten tatsächlich geht. Man spürt die Hoffnung in jeder furchtbaren Zeit, im kriegsgeschädigten Berlin. Das Buch kann gelesen werden, ohne die Saga zu kennen. Eine Zeit voller Entbehrungen, aber wärmender Nächstenliebe. Sie macht Mut und Hoffnung stets positiv zu bleiben. Von Herzen ❤ empfehle ich diese warmherzige, wunderschöne Weihnachtsgeschichte.
                Fazit:
                5/5

                Sonjas Bücherecke

                Beiträge 84
                21.12.2020

                  In diesem Roman lässt uns die Autorin wieder einmal am Leben der Thalheim-Schwestern Rike, Silvie und Flori teilhaben. Alle drei sind mir durch die gelesenen Bücher über das Modehaus Thalheim bestens vertraut. Nun werden wir wieder in das Jahr 1946 versetzt. Der Krieg ist zwar vorbei, aber Berlin ächzt unter den Minusgraden. Ein Jahrhunderwinter fegt über das Land, es ist bitterkalt und es gibt kaum etwas zum Heizen. Auch bei der vergleichweise wohlhabenden Familie Thalheim kann man nur von einem rauschenden Weihnachtsfest träumen. Ihr einst so prächtiges Kaufhaus liegt in Trümmern. Doch die Thalheims geben nicht auf. Eines Abends findet Rike vor dem provisorisch eingerichteten Modegeschäft am Savignyplatz einen halberfrorenen Jungen im Schnee. Kurzentschlossen nimmt sie Erich mit nach Hause. Rikes Mutter Claire und die drei Thalheim-Schwestern kümmern sich rührend um den Kleinen, der sie mit seinen weizenblonden Haaren an ihren verschollenen Bruder Oskar erinntert. Und Erich soll ein Weihnachtsfest erleben, an das er sich noch lange erinnert. Doch leider gibt es keinen Weihnachtsbaum, aber da hat Flori eine geniale Idee...
                  In einem Stück habe ich diesen berührenden Roman zu Ende gelesen. Eine sehr berührende Geschichte, die uns wieder einmal zeigt, wie schwierig es in den Nachkriegsjahren war, zu überleben. Erich, den kleinen Jungen - dessen Geschichte ich ja miterlebt habe - ist mir sofort ans Herz gewachsen. Rührend wie sich alle um ihn und sein Schicksal gekümmert haben. Ich sehe Silvie in dem Club vor mir, wie sie die Weihnachtslieder zum Besten gibt und so zum Überleben der Familie beträgt. Und dann ist ja da auch noch die fleißige Miri, die auch bei den Thalheims Unterschlupf gefunden hat. Beim Lesen waren mir alle mit wirkenden Charaktere bestens vertraut. Eine beeindruckende Familie, die sich trotz aller widrigen Umstände nicht unterkriegen lässt und Rike träumt auch in dieser Zeit von der Auferstehung des Modeshaus Thalheim. Und dann erlebt der kleine Erich eine Weihnachtsüberraschung, die wahrlich an ein Wunder grenzt. Eine wirklich berührende Geschichte, die mir Traumlesestunden beschert hat. Gerne vergebe ich für dieses Lesevergnügen 5 Sterne.

                  claudi-1963

                  Beiträge 14
                  17.12.2020

                    "Jeden Tag ein bisschen Liebe verschenken, heißt jeden Tag ein bisschen Weihnachten haben." (Monika Minder)
                    Es ist einer der kältesten Winter im Berlin der Nachkriegszeit 1949. Die Menschen leben mit dem wenigen, was sie haben. Sie leiden an Hunger und Kälte, weil sie oft in ihren ausgebombten Häusern leben und es kaum noch Holz zum Heizen gibt. Zudem kommen jetzt noch Flüchtige aus dem Osten Deutschlands dazu, die ebenfalls Wohnraum benötigen. Selbst das große Kaufhaus Thalheim liegt in Trümmern und die Familie wohnt unter einfachen, bescheidenen Verhältnissen. Ein kleines provisorisches Kaufhaus soll derweil die Familie über Wasser halten, doch es läuft nur mäßig gut, weil die Menschen nach dem Krieg kein Geld für Kleider haben. Eines Nachts findet Rike den total durchgefrorenen, kranken Erich vor dem Kaufhaus. Er erinnert sie ein wenig an ihren Bruder Oskar. Sie kann den Jungen unmöglich in der Kälte liegen lassen und nimmt ihn mit nach Hause. Erichs Geschichte erschüttert die ganze Familie Thalheim. Deshalb wollen sie für Erich ein besonderes Weihnachten ausrichten.

                    Meine Meinung:
                    Das wunderschöne Cover stimmt mich sofort in die Weihnachtszeit der Nachkriegszeit. Nach der Thalheim-Trilogie kehre ich jetzt wieder zurück an die Anfänge der Familie nach dem Krieg, als sie noch recht bescheiden leben musste. Die Autorin zeigt in diesem Buch, das es nicht immer selbst verständlich ist, prächtige Weihnachtsfeste zu feiern. Gerade dessen sollten wir uns heute wieder bewusst machen, dass man durchaus bescheiden und ruhig diese Tage feiern kann. Mit dem überraschenden Fund des kleinen Erichs kommen ein wenig Erinnerungen an ihren Bruder Oskar wieder und die Geschichte wird zusätzlich interessant. Wie hart es für die Menschen aus dem Osten gewesen ist. Sie mussten in das zerbombte Deutschland flüchten und dabei alles zurücklassen. Oft haben sie dabei noch Angehörige verloren, die durch die Flucht gestorben oder gar erfroren sind. Dazu noch die Schikanen, wenn sie bei Fremden zwangseinquartiert wurden. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sich diese Menschen damals gefühlt haben. Den zu der Zeit hatten ja selbst viele im Westen nur das Nötigste an Proviant oder Holz zum Heizen. Schon alleine das Gedicht zu Beginn des Buches gibt Aufschluss, wie sich ein Erich Kästner zu dieser Zeit gefühlt hat. Was Erich mitmachen musste und wie einfallsreich die Thalheims sind auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum und einem Braten, das zeigt dieser Kurzroman. Natürlich haben gerade die Jüngsten ihre Erwartungen zum Fest. Flori hätte gerne einen schönen Weihnachtsbaum, Claire dagegen macht sich Sorgen um das Weihnachtsessen. Gerade da wird mir wieder einmal mehr klar, wie gut es uns heute geht. Selbst wenn wir in diesem Jahr wegen Corona etwas einfachere Weihnachten feiern werden, müssen wir doch zumindest nicht hungern und frieren. Weihnachten am Ku ´damm ist nicht nur ein Buch zum Einstimmen auf Weihnachten, sondern ich glaube, es ist zudem ein gutes Vorlesebuch für die Festtage. Den das Buch berührt, macht nachdenklich und vielleicht bewegt sich in manch einem Leser etwas. Für mich war es noch mal ein schöner Rückblick auf die Familie Thalheim. Und wer jetzt neugierig geworden ist, dem kann ich die Trilogie über die Thalheim-Schwestern nur ans Herz legen. Von mir gibt es für diese herzliche Geschichte 5 von 5 Sterne.

                    Sissy

                    Beiträge 25
                    17.12.2020

                      Im kalten Hungerwinter 1946 gabeln die Thalheim-Schwestern einen kleinen Jungen auf. Da er halb erfroren ist, nehmen sie ihn kurzerhand mit nach Hause und päppeln ihn gemeinsam mit Claire wieder auf. Bei der Suche nach seiner Mutter kommen sie einer ungehörigen Ungerechtigkeit auf die Spur.

                      Flori, die Jüngste im Bunde, hat derweil nur einen einzigen Wunsch - einen Weihnachtsbaum. Doch weit und breit ist in Berlin keiner zu finden, da die Bevölkerung aus lauter Verzweiflung alles abgeholzt hat.

                      Der Autorin ist es mal wieder mehr als gut gelungen, mich als Leserin völlig in ihre Geschichte und in eine andere Zeit zu ziehen. Es war wunderschön, wieder Teil der Familie Thalheim zu sein.

                      Diese weihnachtliche Geschichte ist sehr berührend, macht generell nachdenklich und ich finde, in der momentanen Situation noch ein bisschen mehr.

                      Ich kann das Buch eindeutig empfehlen - genauso wie die dazu gehörende Trilogie.

                      Dreamworx

                      Beiträge 36
                      16.12.2020

                        "Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl." (Edna Ferber)
                        Dezember 1946 Berlin. Der Krieg ist zwar seit fast zwei Jahren beendet, doch die Stadt ist immer noch ein Trümmerhaufen, die Lage für die Berliner wird immer prekärer, denn die extreme Kälte setzt den Menschen gehörig zu, weil sowohl Kohlen als auch Lebensmittel mehr als knapp sind. Auch von dem einst prächtigen, glanzvollen Modehaus „Thalheim“ ist kaum mehr als eine Ruine übrig, so behilft sich Rike mit einem beengten kleinen Ladenlokal am Savignyplatz, um dort weiterhin Kleidung zu verkaufen. Währenddessen zieht Silvie mit ihren Gesangsauftritten bei den britischen Besatzungskräften so manch gute Tauschware an Land, so dass das Leben der Thalheims halbwegs erträglich ist. Als Rike eines Abends kurz vor Weihnachten den 8-jährigen mageren und verfrorenen Emil auf der Straße antrifft, bringt sie es nicht übers Herz, den Jungen sich selbst zu überlassen und nimmt ihn mit in die alte Wohnung von Oma Frieda, wo die Thalheims nun Quartier bezogen haben. Dort kümmern sich sofort alle ganz liebevoll um den kleinen heimatlosen Kerl, dessen Geschichte sie so nach und nach erfahren…

                        Brigitte Riebe hat mit „Weihnachten am Ku’damm“ eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte vorgelegt, die als kleiner Nachschlag zu ihrer grandiosen „Ku’damm“-Trilogie das Leserherz höherschlagen lässt. Der flüssige, bildgewaltige und gefühlvolle Erzählstil der Autorin lässt den Leser schon mit wenigen Worten ins vergangene Jahrhundert abtauchen, ein zertrümmertes Berlin vor Augen, während er in die beengte Wohnung der Thalheims einzieht und für die Zeit der Lektüre das Schicksal mit der Familie teilt. Schon die Trilogie überzeugte mit warmherzigem Familienzusammenhalt und lebendigen Erlebnissen, aber auch hier lässt die Autorin den Leser eine unvergessliche Weihnachtszeit erleben. Der Jahrhundertwinter in der Geschichte macht nicht nur durch die extreme Kälte auf sich aufmerksam, sondern lässt den Leser miterleben, wie die Thalheims ihre wenige Habe und Lebensmittel teilen, um einen kleinen Jungen zu retten und ihm das Gefühl von Wärme und Geborgenheit zu vermitteln. Dazu gehört auch ein anständiges Weihnachtsfest mit Baum und allem Drum und Dran. Was sich für uns heute so selbstverständlich anhört, war damals nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, zumal es in Berlin kaum noch Bäume gab mangels Heizmaterial. Die Autorin hat nicht nur wunderbare Hintergrundrecherche betrieben, sondern lässt mit schönen Bildern das Familienleben und die Anstrengungen aller Beteiligten für ein schönes Weihnachtsfest vor dem inneren Auge entstehen, während sie alte Sehnsüchte, geheime Träume und Wünsche ihrer Protagonisten mit einflicht und sie so nahbar wie möglich macht.

                        Die Charaktere sind liebevoll und lebendig in Szene gesetzt, überzeugen mit glaubhaften Ecken und Kanten. Der Leser fühlt sich unter ihnen nicht nur wie bei guten Freunden, sondern ist durch die empathische Art der Erzählung schnell selbst Teil der Familie. Die fleißige und kämpferische Rike muss man einfach gernhaben, hat sie doch ein großes Herz und verliert nicht den Mut. Silvie ist eine Rebellin, die mit ihrem Gesang recht erfolgreich ist. Flori ist das Nesthäkchen, das unbedingt einen Weihnachtsbaum zum Fest möchte. Emil ist ein lieber kleiner Kerl, der alles verloren hat. Auch Miri, Claire, Carl, Friedrich und Brahms haben ihre Auftritte und versprühen ihren Charme an den Leser, der sich nur zu gern von ihnen allen becircen lässt und sie nicht verlassen will.

                        „Weihnachten am Ku’damm“ ist ein Geschichte von Entbehrungen, Hoffnung, Zuversicht und vor allem Nächstenliebe, die wunderbar in die Weihnachtszeit passt und einmal mehr deutlich macht, dass wir uns nicht nur um uns kümmern, sondern auch auf unsere Mitmenschen achtgeben sollten. Anrührend und mit viel Wärme erzählt, gilt hier das Prädikat „Besonders wertvoll“! Absolute Leseempfehlung – wunderschön!!!

                        goejos

                        Beiträge 47
                        16.12.2020

                          Keine "Stille" Nacht.
                          Dezember 1946. Klirrende Kälte, das Geld für Kohle und Essen geht zur Neige. Im Laden der Thalheims ist nicht viel Betrieb. Lediglich Silvie bringt mit ihren Gesangsauftritten im Club der englischen Soldaten Nahrungsmittel und Geldersatz nach Hause. Rikes Freundin wird von einem kleinen Jungen bestohlen. Und ausgerechnet diesen Jungen finden beide auf dem Nachhauseweg vom englischen Club halberfroren im Schnee. Was anfangen mit ihm? Dramatischer Beginn dieses Romanes, welcher mehr erwarten lässt.

                          1 Beitrag
                          16.12.2020

                            Mehr als eine "Stille" Nacht.
                            Weihnachten 1946 - Eisige Kälte, fast kein Brennmaterial mehr, kein Christbaum, es würden ziemlich traurige Weihnachten werden. Ein Kind stiehlt ihrer Freundin Geld und Marken im Geschäft. Rike ist am Verzweifeln. Einzig ihre Schwester Silvie hat den Optimismus noch nicht verloren. Sie singt zweitweise für die englischen Soldaten im Club und trägt damit wesentlich zur Verbesserung des Einkommens bei. Nach so einem auftritt entdeckt Rike am Heimweg ein Bündel in der Nähe ihres Ladens. Es ist der Junge, der sie beklaut hat. Super-Beginn dieser Story. Verspricht angenehmes Lesevergnügen.