Carmen Korn

Zeitenwende

Vier Frauen. Vier Familien. Ein Jahrhundert.
Henny Unger feiert einen runden Geburtstag, siebzig Jahre ist sie geworden. So alt wie das Jahrhundert. Beim Gartenfest an ihrer Seite: die Freundinnen Käthe, Lina und Ida – wie seit Jahrzehnten schon. Doch längst hat sich der Kreis der Gratulanten erweitert. Aus den vier Freundinnen sind Mütter und Großmütter geworden. Hennys Enkelin Katja träumt davon, als Fotoreporterin um die Welt zu reisen, Idas Tochter Florentine kehrt mit einer Überraschung nach Hamburg zurück. Und auch Ruth, die Adoptivtochter von Käthe, ist fester Teil des Freundschaftsbunds. Denn zu Hennys großer Freude führt die nächste Generation die Tradition fort: Sie teilen Glück und Leid miteinander, die kleinen und die großen Momente.
Vom Deutschen Herbst über die Wiedervereinigung bis zur Jahrtausendwende – anhand der vier Familien aus Uhlenhorst erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Carmen Korn ein Jahrhundert bewegter und bewegender deutscher Geschichte. Mit „Zeitenwende“ findet die Jahrhundert-Trilogie ihren Abschluss.


Autorenbild Foto von Carmen Korn

Der  Autor

Carmen Korn wurde 1952 in Düsseldorf als Tochter des Komponisten Heinz Korn geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin u.a. für den «Stern». Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.


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Rezensionen

Arietta

Beiträge 52
2 Antworten 25.09.2018

Meine Meinung:

Zur Autorin:

Carmen Korn ist ein krönender Abschluss mit ihrem letzten Band ihrer Jahrhundert Trilogie gelungen, bewegend und ergreifend erzählt sie die letzten 30 Jahre von 1970 bis zur Jahrtausendwende. Sie erzählt über den Terror, die RAF, die Badearmeinhofbande und der Wiedervereinigung Deutschlands, bewegende Jahre mit vielen Höhen und tiefen. Von den vier Freundinnen, Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und ihren Familien, aber zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Sie lässt uns wieder abtauchen in deren leben, erleben mit ihnen Freude, Sorge, Trauer und Leid. Es wurden Erinnerungen wach an den Terror in Deutschland, geschickt hat sie Politik und Familienleben verbunden. Vieles beim Lesen ruft Erinnerungen hervor beim Lesen, das man glaubte es wäre gestern gewesen. Sie hat mit dem letzten Teil ein sehr facettenreiches Epos geschaffen, vor großem historischen Hintergrund. Der Schreibstil ist sehr Kraftvoll, Klar, fesselnd ohne unnötigen Schnörkel, sie versteht es einem beim Lesen abtauchen zulassen, es ist wie ein Sog dem man sich nicht mehr entziehen kann. Ihre Protagonisten sind sehr Authentisch und real, auch die einzelnen Charaktere und deren Gefühle sind hervorragend beschrieben, so das man sich leicht in sie hineinversetzen konnte. Der Kreis deutscher Geschichte zur Jahrtausendwende schließt gelungen sich zum Schluss. Das Politische Zeitgeschehen kommt nicht zu kurz, sie hat es mit den vier Familienleben wundervoll verwebt.


Zur Inhalt:

Es war schön wieder an der Seite der 4 Freundinnen, Henny, Käthe, Lina, Ida und ihren Familien zu sein und sie noch einmal 30 Jahre zu begleiten. Freude, Kummer, Sorgen und Leid mit ihnen zu teilen. Aus den vieren sind Mütter und Großmütter geworden, dieses Kleeblatt hält zusammen wie Pech und Schwefel, ob Sturm oder Sonnenschein, brenzlige Situationen, man ist für einander da, was ich immer wieder bewundert habe beim Lesen. Gerade als Ruth, die Adoptivtochter von Käthe und Rudi, in den Poltischen Terror Abgrund abrutscht, stehen die Freunde ihnen bei. Oder die Enkelin Katja, von Henny und Theo, die als Reporterin arbeitet, und ausgerechnet sich in Ostberlin in Jon verliebt, eine Liebe die keine Chance hat, außer Katja geht nach Ostberlin, oder Jon und sein Bruder fliehen. Wenn es brenzlig wird, sind alle da, man will den Liebenden helfen, eine gefährliche Situation tut sich auf, die beiden fühlen sich beschattet, ob die Fluchtpläne gelingen ? Jedenfalls habe ich gebangt und gezittert beim Lesen. Mareike die Tochter von Henny , ist Ärztin geworden, ihr Sohn Klaus ist Homosexuell und mit Alex einem Jazzpianisten zusammen, zur damaligen Zeit noch ein großes Makel, aber das ist das schöne an den vier Familien, sie schweißt alle Momente zusammen, ob schöne oder traurige. Auch Florentine, die Tochter von Ida und Tian, hat große Karriere gemacht, sie ist ein gefragtes Fotomodel, ihr Ruhepol ist Robert, selbst als sie schwanger ist, und nach der Geburt von Lorenz immer noch nicht so richtig sesshaft werden will, er ist da und auch die ganze Uhlenhorster Freunde. Mich hat alles sehr bewegt beim Lesen, die Figuren habe ich in mein Herz geschlossen und Liebgewonnen. Eine wunderbare und berührende Geschichte mit vielen unvorhersehbaren Wendungen.

  • Sonjas Bücherecke

    Beiträge: 66
    16.10.2018

    Deine Rezension hat mich total neugierig auf dieses Buch gemacht. Selbstverständlich werde ich mit dem ersten Teil der Triologie beginnen.

  • Vince

    Beiträge: 7
    26.09.2018

    Vielen Dank für Deine Rezension. Sie macht Lust, auch den letzten Band der Trilogie noch zu lesen, zumal ich mich an das Zeitgeschehen und die politischen Entwicklungen noch sehr gut erinnern kann. Ich bin gespannt auf das Buch!

su-sun

Beiträge 37
10.01.2019

    Endlich Teil 3 der Trilogie und ein gelungener Abschluss !
    Mit Ungeduld habe ich den letzten Teil der Trilogie erwartet und mich sogleich darauf gestürzt. Die Vorstellung der einzelnen Protagonisten vorneweg empfand ich als hilfreich, auch, dass zwischendurch immer wieder Bezug auf frühere Ereignisse genommen wurde. Man wird in diese Geschichte hineingezogen, verliert die Distanz zu den Personen und erlebt manche Ereignisse mit einem Kloß im Hals mit. Mir gefällt die Genauigkeit der Beschreibung (Restaurants, Speisen, die seinerzeit „in“ waren, Getränke, die modern waren). Auch winzige Kleinigkeiten fließen, sozusagen ganz nebenbei, ohne dominant zu wirken, in die Geschichte ein und geben ihr noch zusätzliche Farbtöne. Und Erinnerungen werden wach an die eigene Zeit des Heranwachsens! Immer wieder erlebe ich den „Ach ja, genauso war’s“-Effekt. Die Menschen und ihre Handlungsweise sind so vertraut, als gehöre man selbst zu diesen vier Familien. Carmen Korn liefert keine Dokumentation, aber der Stimmung und den persönlichen Empfindungen hat sie sehr genau nachgespürt und in einer überhaupt nicht dramatischen Sprache, eher mit einem Hauch von Sachlichkeit wiedergegeben. Mit großem Einfühlungsvermögen hat sie sich den einzelnen Charakteren genähert und große erzählerische Kraft gezeigt mit einem langen Atem. Am Schluss nimmt man Abschied von den Menschen, die einem so liebevoll nähergebracht wurden und wünscht sich, es könnte weitergehen. Ich durfte zu meiner Freude die erste Buchvorstellung miterleben. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so eingefangen wurden die meist weiblichen Zuhörer im großen Saal der Hamburger Kammerspiele, die sicherlich die vorangegangenen Bände kannten.
    Für mich ist dies, wie die beiden ersten Bände, ein Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte, bevor es ausgelesen ist.

    Nikas Lesewahnsinn

    Beiträge 2
    09.01.2019

      Carmen Korn - Zeitenwende


      Klappentext


      Vier Frauen. Vier Familien. Ein Jahrhundert.

      Henny Unger feiert einen runden Geburtstag, siebzig Jahre ist sie geworden. So alt wie das Jahrhundert. Beim Gartenfest an ihrer Seite: die Freundinnen Käthe, Lina und Ida – wie seit Jahrzehnten schon. Doch längst hat sich der Kreis der Gratulanten erweitert. Aus den vier Freundinnen sind Mütter und Großmütter geworden. Hennys Enkelin Katja träumt davon, als Fotoreporterin um die Welt zu reisen, Idas Tochter Florentine kehrt mit einer Überraschung nach Hamburg zurück. Und auch Ruth, die Adoptivtochter von Käthe, ist fester Teil des Freundschaftsbunds. Denn zu Hennys großer Freude führt die nächste Generation die Tradition fort: Sie teilen Glück und Leid miteinander, die kleinen und die großen Momente.

      Vom Deutschen Herbst über die Wiedervereinigung bis zur Jahrtausendwende – anhand der vier Familien aus Uhlenhorst erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Carmen Korn ein Jahrhundert bewegter und bewegender deutscher Geschichte. Mit „Zeitenwende“ findet die Jahrhundert-Trilogie ihren Abschluss.

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      Mein Fazit


      Ich habe den ersten und den zweiten Teil der Trilogie wirklich verschlungen und habe mich riesig auf Teil drei gefreut.


      Das Cover passt perfekt zu den anderen beiden und die 4 Frauen sind super gewählt.

      Auch der Klappentext hat mich als Leserin neugierig gemacht und ich wollte einfach wissen, wie es um die 4 Frauen und ihren Familien weiter geht .


      Der Schreibstil der Autorin war mir durch die anderen beiden Teile schon bekannt und ich war sehr schnell wieder im Geschehen drin .


      Die ersten 60% vom Buch sind förmlich dahin geflogen. Leider muss ich sagen wurde es mir danach etwas zäh. Mir fehlte etwas, was ich aus den beiden vorhandenen Büchern kannte. Ich habe lange überlegt was es ist. Zum einen ist es mir teilweise zu viel gewesen, was zeitweise wirklich nur abgehandelt wurde. Zum anderen muss ich gestehen nervte es mich nachher gefühlt, das alle 10-20 Seiten jmd von den Charakteren einen Traumtod starb. Klar habe ich damit gerechnet, das Protagonisten und weitere Charaktere bei einer Jahrhunderttrilogie sterben müssen, das war mir total bewusst, nur warum geballt und so abgehandelt.

      Mir fehlte leider ein wenig die Tiefe, das emotionale Band aus den Vorgängern.


      Dennoch fand ich die Handlung gut und man hat noch mal einiges von allen Generationen erfahren.


      Das Buch bekommt von mir 3.5 von 5 Sterne

      Dori5638

      Beiträge 33
      25.12.2018

        Ein schönes Buch und ein würdiger Abschluss dieses mehr oder weniger heile Welt Romans. Teil 1 und Teil 2 waren besser, aber für eine Triologie ist es erstaunlich gut als letztes Buch. Ein wenig schade, dass es zu Ende ist!

        ingrid_esser

        Beiträge 31
        31.10.2018

          „Zeitenwende“ ist der dritte und abschließende Teil der Trilogie von Carmen Korn, die das Leben von vier jungen Frauen schildert, die alle etwa um das Jahr 1900 geboren wurden. Als Leserin konnte ich ihre Geschichte in den drei Bänden ab dem Frühjahr 1919 bis Januar 1999 verfolgen. Der vorliegende Roman schließt unmittelbar an den vorigen an und beginnt im März 1970. Anhand eines vorgeschalteten Personenverzeichnisses konnte ich nochmals in kurzer Form die Ereignisse nachlesen, die die vier Protagonistinnen und ihre Angehörigen in den ersten beiden Teilen erlebt haben.

          Die vier Freundinnen Henny, Käthe, Lina und Ida sind zu Beginn des dritten Teils etwa siebzig Jahre alt. Ihre Sorge gilt weniger sich selbst als ihren Lieben. Jede von ihnen lebt in einer langjährigen Beziehung und hat ein gutes Verhältnis zum Nachwuchs, einzig das Verhältnis von Käthe zu ihrer Adoptivtochter trübt sich durch deren Nähe zum linksextremen Untergrund. Die Jahre ziehen an ihnen vorbei und in manche bedeutende Zeitgeschichte sind auch die Familienmitglieder der Protagonistinnen eingebunden. Große Themen des Romans sind die Aktivitäten der RAF, Kriege im Nahen Osten, Aids, das geteilte Deutschland und die Wiedervereinigung sowie die Jahrhundertwende. Die Familien teilen Freude und Leid und feiern die Feste wie sie fallen. Meist erlebt man die Charaktere im Alltag, aber auch im Beruf als Ärztin, Redakteur, Buchhändler, Fotomodell, Journalistin oder Student.

          Über jedem Kapitel steht die Zeit in der die nachfolgenden Ereignisse spielen. Carmen Korn reiht darin kurze Szenen mit den Freundinnen und ihren Angehörigen aneinander. Nacheinander begegnete ich den inzwischen lieb gewonnenen Figuren. Vor allem zu Beginn erinnern ihre Charaktere sich gerne zurück, so dass auch Leser, die die vorigen Teile nicht kennen, einen Einstieg in die Erzählung finden.

          Am abschließenden Band hat mir besonders gefallen, dass er über eine Zeitspanne handelt, die ich selbst erlebt hatte. Ich erinnerte mich gerne an die im Text erwähnten Bücher, Filme und Songs. Die Geschehnisse in Deutschland und der Welt, die den Hintergrund des Romans bilden, ließen mich freudig oder betrübt zurück genau wie Henny und ihre Verwandten und Bekannten sie erlebten. Doch auch an ihnen geht das Alter nicht vorbei und es ist zwar vorhersehbar, doch stimmt es auch traurig, dass man von vielen der Figuren bis zum Ende des Buchs Abschied nehmen muss. Was mich vom ersten Band an bewegt hat, ist der besondere Zusammenhalt der Freundinnen und ihren Liebsten, die in guten wie in schlechten Tagen immer füreinander da sind.

          „Zeitenwende“ ist ein würdiger Abschluss der Romantrilogie von Carmen Korn. Wer „Töchter der Zeit“ und „Zeiten des Aufbruchs“ gelesen hat, sollte unbedingt auch diesen abschließenden Teil lesen. Wer Interesse an einem unterhaltsamen zeitgeschichtlichen Abriss des 20. Jahrhunderts hat mit dem Haupthandlungsort Hamburg, der sollte ebenfalls zu den Büchern dieser Trilogie greifen.