Ildikó von Kürthy

Es wird Zeit

«Was soll jetzt noch kommen?» Judith ist fast fünfzig, und auf diese Frage fällt ihr leider keine zufriedenstellende Antwort ein. Die Kinder sind groß, ihr Mann ist in die Jahre gekommen und das Leben auch. Von der Liebe und dem Bindegewebe mal ganz zu schweigen. Dann stirbt ihre Mutter, und Judith kehrt nach zwanzig Jahren in die alte Heimat zurück, wo sie ein gut gehütetes Geheimnis, ein leeres Grab und einen Haufen Hoffnungen, Träume und Albträume zurückgelassen hat. Und plötzlich gerät alles aus den Fugen. Eine lebenslange Lüge stellt sich als Wahrheit heraus. Eine wiedergefundene Freundin hofft, den nächsten Sommer noch zu erleben, und will endlich wissen, was damals wirklich passiert ist. Eine Jugendliebe funkelt vielversprechend, eine Urne macht Umwege, und Judith stellt fest, dass es besser ist, sich zu früh zu freuen, als überhaupt nicht.
«Es wird Zeit» ist eine Geschichte von Schuld und Freundschaft, vom Älterwerden und vom Jungbleiben, es geht um die Heimat, die Liebe und den Tod und darum, dass am Ende nichts verlorengehen kann.


Autorenbild Foto von Ildikó von Kürthy

Die  Autorin

Ildikó von Kürthy ist Rheinländerin, Mutter von zwei Söhnen, Journalistin und Kolumnistin bei der Brigitte. Sie lebt mit ihrem Mann und den Kindern in Hamburg, und besonders an Karneval hat sie schlimme Sehnsucht nach ihrer alten Heimat. Ildikó von Kürthys Romane wurden mehr als sechs Millionen Mal gekauft und in 21 Sprachen übersetzt. Sie ist eine der meistgelesenen deutschen Schriftstellerinnen, ihr erster Roman «Mondscheintarif» wurde fürs Kino verfilmt, und auch ihre Sachbücher, «Unter dem Herzen», «Neuland» und «Hilde» waren allesamt Bestseller.


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Rezensionen

Rebecca1

Beiträge 6
30.08.2019

Judith ist 50, die Kinder sind erwachsen und sie hat einen Mann, den sie nicht aus Liebe geheiratet hat. Mit ihrem Leben ist sie mehr als unzufrieden – nicht nur mit ihrer Figur. Nun muss sie nach 2 Jahrzehnten in ihre alte Heimat zurück, um die Beerdigung ihrer Mutter zu organisieren. Ja und hier trifft sie nicht nur ihre Jugendliebe wieder, sondern auch ihre beste Freundin aus Jugendtagen…
Die Autorin hat diesen Roman in Ich-Form geschrieben, was ich sehr ansprechend fand. Dabei trifft sie mit ihrem einzigartigen Humor genau den Nerv des Lesers. Ohne es zu wollen muss man beim Lesen einfach schmunzeln. Gleich am Anfang des Romans, als Judith aus Versehen auf einem Grab stolpernd zu Fall kommt und dieses gedanklich als Grundstück der darin zur letzten Ruhe gebetteten Eheleute bezeichnet, das fand ich originell. Darauf muss man erst einmal kommen. Irgendwie hat Judith alles im Leben und an sich selbst von der humoristischen Seite betrachtet. Irgendwann war mir das dann doch zu viel. Die Hauptfigur hat mich mit dieser ganzen humoristischen Selbstdarstellung nicht wirklich angesprochen. Sehr schön fand ich die Illustrationen, die immer wieder in einzelnen Kapiteln auftauchen. Alles in allem gibt’s von mir 3,5 Lese-Sterne.

Adela

Beiträge 4
27.08.2019

„Manchmal erwische ich mich bei dem kühnen Gedanken, ich könnte doch einfach so bleiben, wie ich bin. Keine Therapie, keine Diät mehr. Kein Hadern mit meinen Ecken und Kanten, Dellen und Falten. Einfach mal nicht mehr nachdenken über sich und andere und die Beschwernisse des Lebens. Ich denke eigentlich nicht gerne nach. Man kommt dabei so leicht ins Grübeln.“
Oh ja, wie oft haben wir Frauen uns das nicht schon gewünscht. In einer Welt der Selbstverwirklichung, der Diktate der Medien aller Art, das Beste aus sich zu machen, noch perfekter zu werden, noch eins draufzusetzen auf unsere bereits angeborene Kreativität, dem Multitasking, nein – dem Multi-Multi-Tasking. Es ist ein Wettrennen mit all den Vorschriften, den gern gehassten Regeln, die unsere sogenannte Zivilisation uns auferlegt.
Judith erlebt eine Zeit der Selbstbefragung – nicht dass sie sich das gewünscht hätte. Doch die Ereignisse zwingen sie dazu, die Ereignisse in ihrer Familie, ihrem Freundeskreis und die in ihrer Vergangenheit, die nun wieder wie aus dem Himmel gefallen in ihre Gegenwart hineinreichen und sie beunruhigen, ja, sogar ängstigen.
Sie hat keine Wahl, als die Herausforderungen anzunehmen, die das Leben ihr in den Weg stellt – Krankheiten, sogar Tod, Enttäuschungen, verlorene Liebe, ein sich leerendes Haus – sie muss all diesem und den Erinnerungen in die verzerrten, hässlichen und schmerzverzogenen Grimassen blicken, die aus den Ecken des Gedächtnisses unerbittlich hervorkriechen.
Der Aufbau dieser Geschichte ist bestechend. Die Kapitelüberschriften finden sich im Kapitel wieder. Ein großer Teil der Rückblenden wird aus Judiths Tagebuch aus vergangener Zeit erzählt und in Zusammenhang gebracht mit der Jetzt-Zeit. Jede Seite ist bewegend, kann einen zum Lachen oder zum Weinen bringen. Von Kürthys Gabe, ernste Themen so darzustellen, dass ihnen noch eine Prise Humor innewohnt ist einzig und bestechend. So wie ihrer Protagonistin Judith scheint auch ihr das Schreiben aus der Feder zu fließen. Scheint – denn Schreiben kann nicht immer einfach nur so fließen. So wie es nicht ist, illustriert Heikos zynische Ehefrau auf Seite 145. Schreiben ist eben nicht „einfach so in den Tag hineinleben und irgendwas schreiben“.

Ildiko von Kürthys Humor ist unerreicht in der Welt der Unterhaltungsromane mit Tiefgang. Mit der Selbstironie ihrer Protagonistin kann sich wohl jede Frau mit Judiths Lebenserfahrung identifizieren. Von Kürthys Sprache ähnelt einem sprühenden Feuerwerk, so überraschend, witzig und lebhaft amüsieren ihre Vergleiche die Leser*in. Sie treffen genau den Nerv, den wir am liebsten verstecken und vor Schmerzen schützen möchten. Wir können uns Judiths Elternhaus, ihre Eltern, ihre Schulzeit, ihre erste Liebe, ihre beste Freundin, ihre Karriere und Ehe so gut vorstellen, dass alles eindringlich vor unserem inneren Auge erscheint. Und dann kommt ein Überraschungseffekt nach dem anderen und wir möchten nicht mehr aufhören zu lesen.
Last but not least tragen Peter Pichlers Illustrationen - mit leichter Hand entworfene aquarellierte Zeichnungen - zum ästhetischen Genuss dieses überaus klugen Lesevergnügens bei.

hasi_rasi

Beiträge 100
18.08.2019

Try before you die

„Die Mutter tot, die Kinder weg, die Ehe am Ende ...“ (S. 353) treffender als ihre Freundin Martina könnte Judith ihr Leben auch nicht beschreiben. Sie ist seit 20 Jahren mit Joachim verheiratet, er war ihre Notlösung. Jetzt haben sie drei erwachsene Kinder, die sie nicht mehr brauchen, und ein Haus, das nach seinen Bedürfnissen ausgesucht und eingerichtet ist und ihr nicht gefällt. Judith hadert mit ihrem Mann, ihrem Aussehen und ihrem Gewicht, will sich endlich wieder gebraucht und begehrt fühlen. Als dann auch noch ihre Mutter stirbt, gibt ihr das den Rest. Ist sie jetzt die nächste? Soll das schon alles gewesen sein?

Judith fährt wegen der Beerdigung ihrer Mutter zurück in die Heimat und stolpert dort über ihre ehemals beste Freundin Anne und Jugendliebe Heiko. Sie spricht sich mit Anne aus nur um zu erfahren, dass sie sie wahrscheinlich bald wieder verlieren wird. Und Heiko, der sie damals verlassen hat, macht ihr jetzt wieder Avancen. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch fliegen – aber meint er es auch ehrlich? Sie erlebt endlich wieder echte Abenteuer und macht Dinge zum ersten Mal. „Es war, als hätte ich mir eine Auszeit von meinem echten Leben genommen. Ich machte eine Zeitreise, war mir aber selber nicht mehr ganz sicher, in welche Richtung. In die Vergangenheit? Oder in die Zukunft?“ (S. 229) Doch wie soll es jetzt weitergehen? Soll sie einen echten Neuanfang wagen oder nur eine kleine Veränderung? „Alle um mich herum erfüllen sich einen Traum. Und ich? Ich hab nicht mal einen!“ (S. 302)

In Judith habe ich mich oft wiedergefunden. Sie hat Angst vor allem und jedem und steigert sich da auch noch rein. Therapie zwecklos. Sie traut ihrer eigenen Courage nicht, ihr Selbstwertgefühl geht gegen Null. Aber wenn es drauf ankommt, können ihre Freunde auf sie zählen.

Ich bin seit ihrem ersten Buch ein Fan von Ildikó von Kürthy und habe mich sehr gefreut, dass auch Erdal Küppers und sein Mann Karsten wieder mit dabei sind. Auch sie sind älter geworden – in Erdals Fall aber nicht unbedingt weiser oder taktvoller: „Er ist das fleischgewordene Drama ... mein bester Freund, meine beste Freundin, mein Seelenverwandter, Patenonkel meiner Zwillinge, mein gnadenlosester Kritiker, egoistisch, selbstlos und stets aufgewühlt und zu allem bereit.“ (S. 98/99).

Das Buch hat mich zum Nachdenken, Lachen und Weinen gebracht und immer wieder überrascht. Es ist ein Buch voller Abschiede – von Menschen, von unrealistischen Erwartungen und Träumen. Aber es macht auch Mut, sein Leben zu überdenken, im Moment glücklich zu sein und sich vielleicht doch noch mal zu verändern. Schlimmer kann es ja meist eh nicht mehr werden.

Mein Fazit: „Es wird Zeit“ von Ildikó von Kürthy ist ein Buch übers Älterwerden und endlich Ankommen – oder doch lieber neu Durchstarten? Perfekt zum Abtauchen, Auftauchen, Innehalten und Weiterlesen. Ich schließe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Sissy

Beiträge 21
13.09.2019

    Judith ist fast 50, die Kinder sind aus dem Haus und unweigerlich stellt sie sich die Frage nach dem bekannten "war das alles gewesen?". Als ihre Mutter stirbt, kommt sie nach 20 Jahren wieder in ihre alte Heimat und trifft dort ihre ehemals beste Freundin, die schwer krank ist, und ihre Jugendliebe wieder.

    Ich habe bisher von der Autorin nur ihr Buch "Hilde" gelesen und das fand ich recht amüsant. Da ich mich auch so allmählich Richtung 50 bewege, dachte ich mir "Oh, ein humorvolles Buch über dieses Lebensalter, das muss ich lesen". Allerdings muss ich gestehen, ich bin ein bisschen hin- und hergerissen. Zum einen hat mir das Buch wirklich gefallen - nachdenklich, aber auch humorvoll. Aber auf der anderen Seite gab es dann doch auch die Stellen, an denen ich über Judith nur den Kopf schütteln konnte, sie nicht verstanden habe, den Faden in der Geschichte verloren habe. Aber da ich immer weiter lesen musste, weil ich wissen wollte wie es letztendlich ausgeht, hat das Buch doch seine 4 Sterne verdient.

    Pageturnerin

    Beiträge 3
    12.09.2019

      Bisher habe ich alle Romane der Autorin mit Genuss gelesen und so habe ich mich auf ihr neuestes Werk gefreut. Ildikó von Kürthy hat einen einzigartigen Schreibstil, der mich bisher in jedem ihrer Bücher voll berühren konnte.
      In „Es wird Zeit“ geht es um Judith, die kurz vor ihrem 50. Geburtstag steht. Für sie Anlass genug, ein Resümee über ihr Leben zu ziehen. In ihrer Ehe mit Joachim ist sie lange nicht mehr glücklich, in Wedel, vor den Toren Hamburgs, hat sich Judith nie richtig wohl gefühlt und ihre drei erwachsenen Söhne haben bereits das Haus verlassen. Was hat die Zukunft da noch an Aufregung zu bieten? Judith steckt in einer Lebenskrise, ihre Gedanken drehen sich ständig um die paar Kilos zu viel auf den Hüften, Essen und welche Lebensweise doch die gesündere wäre. Der Tod ihrer Mutter ändert alles. Judith reist nach 20 Jahren in ihre rheinländische Heimat und trifft dort auf ihre Jugendfreundin Anne. Genau vor dieser Begegnung hatte sie sich die letzten Jahre gedrückt, denn Judith hat ein großes Geheimnis. Doch sie ist nicht die einzige. Anne ist an Krebs erkrankt und Judith steht ihr bei, die beiden kommen sich wieder näher. Können sie die alte Vertrautheit aus Kindertagen wieder aufbauen? Und findet Judith Erfüllung in ihrem Leben?

      In diesem Roman dreht es sich um die großen Themen wie Liebe, Heimat, Vergangenheitsbewältigung und Neuanfänge. Gleichzeitig begibt man sich als LeserIn auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. In Rückblicken wird über die Kindheit und Jugendzeit der beiden Freundinnen erzählt, immer wieder verknüpft mit der Gegenwart. Ildiko von Kürthy hat mich mit ihrem unnachahmlichen Stil wieder genauso eingenommen wie in ihren vorherigen Romanen. Hier bekommt man wirklich die gesamte Palette an Emotionen, gerade noch spürte man die Melancholie über Vergangenes, schon muss man im nächsten Moment wieder schmunzeln. Jeden Gedankengang der Protagonistin bekommt man schonungslos mitgeteilt, wobei sie ständig abschweift und die Gedanken sich überrollen, aber im positiven und humorvollem Sinne. Ständig dachte ich, ja, genauso ist es, ja, genauso war es früher in meiner Kindheit und Jugend.
      Nur manchmal hätte ich Judith gern ein bisschen geschüttelt, dass sie doch endlich handelt, ihr Leben in die Hand nimmt und nicht nur melancholisch zurückblickt und lamentiert. Doch so ist eben ihr Charakter und schließlich macht sie gemeinsam mit Anne eben doch eine Entwicklung durch.
      Zudem nimmt die Geschichte ihren ganz eigenen Verlauf, es gibt Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, was diesem Buch eine gewisse Spannung verleiht, möchte man doch zu gerne wissen, wie einzelne Figuren auf die Begebenheiten reagieren.
      Besonders über die Nebencharaktere Erdal und Karsten habe ich mich gefreut. Erdals divenhafte Art war mir bereits schon aus den vorherigen Romanen bekannt und so war er mir auf Anhieb wieder vertraut. Was habe ich mich gefreut, als er mit Pauken und Trompeten wieder auf der Bildfläche erschien.
      Besonders schön an den Romanen der Autorin finde ich, dass die Protagonisten mit meinem zunehmenden Alter genauso mitwachsen und ich mich desöfteren, wenn auch nicht in allen Punkten, mit den Charakteren identifizieren kann.
      Auch von der Aufmachung her ist das Buch ein Highlight. Eigentlich ist mir der Inhalt wichtig, die Optik spielt für mich eher eine untergeordnete Rolle. Doch hier ist die Story mit wundervollen Zeichnungen gespickt, angepasst an den Inhalt.
      Ganz große Klasse, dieser Roman besticht gleichzeitig durch Leichtigkeit und Trauer, Melancholie und wirkt doch so lebensbejahend. Man sollte nie die Hoffnung aufgeben und das Leben in vollen Zügen und all seinen Facetten genießen, Nächte durchtanzen und sich keine Gedanken über das nächste Glas Wein nach Mitternacht machen.
      Zum Schluss kann ich nur noch hoffen, dass sich die Autorin bis zu ihrem nächsten Roman nicht so viel Zeit lässt.

      kelo24

      Beiträge 8
      12.09.2019

        Das ist nicht mein erster Roman von Ildiko von Kürthy, der mich gut unterhalten hat, aber der erste, der mich dabei auch beeindruckt hat, weil ich mich zwischen den Zeilen so oft wiedererkannt habe.
        Für dieses wundervolle Buch braucht man allerdings meiner Meinung nach schon ein/e gewisse/s Lebensalter und -erfahrung, um manche Gedankengänge nachvollziehen zu können.

        Judith als Protagonistin war mir sofort sehr nah, weil mir einige ihrer Fragen über das bisher gelebte Leben sehr bekannt vorgekommen sind. Die 2. Lebenshälfte, also ü 50, hat bei mir zumindest auch die eine oder andere gedankliche Verwirrung hervorgerufen, so dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Im Roman gibt es jede Menge Lebensweisheiten, mein Lieblingszitat ist dieses: "Ich finde, zum gelungenen Älterwerden gehört, zu akzeptieren, dass nicht alles so gelaufen ist, wie man sich das Anfang zwanzig mal ausgedacht hatte." Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

        Aber dieser Roman hat noch so viel mehr zu bieten als gut Ratschläge. Es geht um langjährige Freundschaften, Träume, auch unerfüllte, den Mut zum Neubeginn und zu seinen eigenen Entscheidungen und um Abschiede. Mit Judith und ihrem durchweg sympathischem Freundeskreis hatte ich viel Spaß, aber die eine oder andere Träne war auch dabei.

        Schon das Cover hat mir sehr gut gefallen und mich an die 50-er Jahre erinnert. Zufall oder ein Bezug zum Alter der Protagonistin? Durch den angenehmen Schreibstil sind die Kapitel nur so dahingeflogen und ich war sehr schnell mitten im Geschehen.

        Ich habe jede Buchseite genossen, auch wegen der schönen colorierten Zeichnungen, die auf die einzelnen Kapitel abgestimmt sind.
        Meine Empfehlung lautet daher: "Es wird Zeit", dies Buch möglichst schnell zu lesen.

        Nele22

        Beiträge 14
        08.09.2019

          Ich habe den neuen Roman von Ildiko von Kürthy „Es wird Zeit“ schon sehnlichst erwartet.
          Es geht um die 50jährige Judith, deren Leben stagniert, die Kinder sind aus dem Haus, die Ehe dümpelt vor sich hin. Sie ist unzufrieden. Als ihre Mutter stirbt, begibt sich die Protagonistin zurück in ihre Heimatstadt und trifft dort auf ihre Vergangenheit in Form ihrer Jugendliebe und ihrer ehemals besten Freundin.
          Ich konnte mich sehr gut in die Personen hinein fühlen und habe auch einige Parallelen ziehen können. Es ist ein Buch, dass sich mit Freundschaft, Liebe, Krankheit und Neuanfängen beschäftigt.
          Der Schreibstil ist, wie auch bei ihren vorherigen Büchern sehr flüssig, humorvoll aber auch feinfühlig. Die Autorin schafft es auf wunderbare Weise, den Leser mit viel Witz und auch Ernsthaftigkeit sehr gut zu unterhalten.

          Blondy67

          Beiträge 2
          08.09.2019

            Ich erwarte jedes neue Buch dieser Schriftstellerin mit grosser Erwartung.

            Um es vorweg zu nehmen. Dieses Buch ist anders, als die Vorgängerwerke.
            Berührend und witzig, einfühlsam und ironisch.
            Es erfasst alle Facetten menschlicher Emotionen und man ist ständig im Wechselbad der Gefühle - und das im positiven Sinn.
            Wie sie auch sehr ernsthaften Situationen mit ihrer speziellen Art von Humor entgegentritt, ist einfach unschlagbar.

            Die meisten Frauen werden sich in der Protagonistin Judith wiederfinden.

            Ob es um Verlust, Freundschaft oder Neubeginn geht, Ildiko von Kürthy findet immer den richtigen Ton ohne es ins Lächerliche abdriften zu lassen.
            Die Personen werden dem Leser so vertraut, als handle es sich um gute Freunde.

            Dieser Roman wirkt nach und eignet sich als Lesestoff nicht nur für Frauen um die 50. Hätte ich noch mehr Sterne vergeben können, ich hätte es getan.

            buchleserin

            Beiträge 18
            05.09.2019

              Als ihre Mutter stirbt, kehrt Judith zurück in ihre Heimat. Die Urne ihrer Mutter muss beigesetzt werden und das Haus soll verkauft werden. In ihrer alten Heimat angekommen, muss Judith sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Es geht um alte Freundschaften und das Älterwerden und eine Jugendliebe taucht auch wieder auf.
              Ein ganz tolles Buch. Mir hat es richtig gut gefallen. Eine sehr emotionale Story, aber auch unterhaltsam und witzig. Ich musste doch öfter mal schmunzeln oder sogar auflachen. Eine aufregende Zeit dort für Judith, die ihr ganzes Leben verändert. Die Charaktere haben mir auch sehr gefallen, besonders Judith, die ich richtig klasse finde mit ihren Bemerkungen und Erzählungen, sehr amüsant. Und auch Erdal Küppers, der Mann von ihrem ehemaligen Mitbewohner Karsten, gefällt mir richtig gut. Judith trifft endlich ihre beste Freundin Anne wieder, die aber todsterbenskrank ist und eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen hat. Und Judith großes Geheimnis, eine lebenslange Lüge, war gar keine, sondern die Wahrheit. Eine alte Jugendliebe taucht auf und will sich mit Judith treffen. Es passiert hier allerhand in dem Buch.
              Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Ich war wirklich sehr auf Judith Erlebnisse in ihrer alten Heimat gespannt und bin begeistert von diesem Roman. Ein sehr unterhaltsamer und auch emotionaler Roman.
              Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

              Franzi79

              Beiträge 9
              05.09.2019

                Mein erstes Buch von Ildiko von Kürthy. Es ist einfach nur empfehlenswert. Man kann lachen und weinen. Es ist mit soviel Herzblut geschrieben und erinnert sicher viele Frauen an ihr eigenes Leben und lässt es überdenken.

                C. Sch.

                Beiträge 20
                02.09.2019

                  Inhalt:
                  Judiths Geburtstag steht kurz bevor. Ihr fünfzigster Geburtstag. Da kommt schon mal die Zeit über ihr Leben nachzudenken. Seit ewigen Zeiten lebt sie mit einer Lüge, und je länger sie dauert, umso mehr erscheint es Judith wie die Wahrheit. Plötzlich stirbt auch noch ihre Mutter und mit der Urne auf dem Beifahrersitz kehrt Judith in ihr Heimatdorf, in ihre Vergangenheit, zurück. Auf einmal ist nichts mehr in Ordnung. Ihre beste Freundin ist schwer krank, ihre Jugendliebe taucht wieder auf und macht ihr Versprechungen, ihr Mann schnarcht und ihr bester Freund meint, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Kann man noch einmal neu anfangen oder ist es dafür zu spät? Nein, aber es wird Zeit.
                  MEINE MEINUNG:
                  Als erstes ist mir positiv aufgefallen, wie hochwertig das Buch ist, wie gut es in der Hand liegt und wie liebevoll es gestaltet ist. Und dann habe ich es aufgeschlagen und angefangen zu lesen und dann war ich geflasht. Der Schreibstil ist wunderschön zu lesen, man kann lachen und weinen, man fühlt mit den Protagonisten mit, sie wirken völlig authentisch und alles ist so durchdacht und man findet sich in vielen Dingen wieder. Es ist eine Geschichte über Wahrheit und Lüge, über Schuld, Freundschaft, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, über Krankheit und Trauer. Und diese Geschichte ist doch soviel mehr, sie gibt dem Leser so viel, ich konnte so viel aus diesen Seiten für mich nehmen und noch lsnge werden diese Zeilen nachwirken. Die Protagonistin ist eine Person aus unserer Mitte, mit unseren Problemen und Sorgen und auch mit unserer Hoffnung und Zuversicht. Deshalb geht mir die Geschichte auch so unter die Haut. Das Buch ist voller Situationen, die mann kennt und selbst erlebt und Judith zeigt, oft auch sehr humorvoll, wie man an ihnen wächst.
                  FAZIT:
                  Ein wundervolles Buch. Ich konnte lachen und weinen, mich freuen und trauern und habe so viel aus diesem Buch herausgezogen. Bitte lest es. Es ist ganz besonders.

                  vronika22

                  Beiträge 20
                  01.09.2019

                    Judith ist fast 50 Jahre. Sie ist mit ihrem Leben nicht so wirklich zufrieden. Die Kinder sind aus dem Haus. Aus ihrer Ehe ist auch irgendwie die Luft raus. Als ihre Mutter stirbt, kommtJudith zur Beisetzung zurück in ihre Heimat. Sie begegnet ihrer ehemals besten Freundin, die inzwischen todkrank ist. Sie trifft einen Jugendfreund und erlebt einiges andere, was sie zum Nachdenken bringt.

                    Wow...ich muss sagen, ich mag die Autorin und ihre Bücher. Aber nachdem ich jetzt schon lange nichts mehr von ihr gelesen habe, wurde ich hier total überrascht. Ildiko von Kürthy ist auch über die Jahre reifer geworden (wie wir alle) und dieses Buch hebt sich von ihren anderen Büchern ab und ist für mich ein absolutes Lieblingsbuch. Während ihre Romane sonst eher locker-leicht und witzig waren, so ist in diesem Buch unheimlich viel Tiefgang enthalten, der zum Nachdenken anregt. Es geht um sehr ernste Themen wie Krankheit, Tod, Trauer und Hoffnung aber auch um wahre Freundschaft, um Lebensträume und natürlich ums Älterwerden.
                    Trotz der ernsten Thematik ist das Buch alles andere als traurig. Die Autorin schafft es, genau die richtige Balance zwischen Humor und Esprit in ihre Zeilen zu packen. Dadurch liest sich das Buch absolut unterhaltsam und humorvoll. Passende Skizzen zwischendurch, die sehr liebevoll gestaltet sind, runden dies noch zusätzlich ab.

                    Geschrieben ist das Buch in der Ich-Form aus Sicht von Judith. So konnte man sich auch wunderbar in sie hineinversetzen. Die Protagonisten kamen alle sehr glaubwürdig und authentisch rüber. Es sind Menschen wie du und ich! Häppchenweise bekommt man auch immer mehr Einblicke, was sich in der Vergangenheit so alles zugetragen hat.

                    Ich bin ein großer Fan von schönen Zitaten. Und hier kam ich bei diesem Buch wirklich auf meine Kosten. Ilkido von Kürthy hat viele wunderbare Lebensweisheiten mit in den Roman hinein gepackt. Ich fange gar nicht an, meine Lieblingszitate aus diesem Buch aufzuführen, sonst finde ich kein Ende mehr.

                    Alles in allem ein ganz wunderbarer und sehr berührender Roman, den jede Frau der Altersklasse um die 50 auf jeden Fall lesen sollte. Für mich in der Kategorie Frauenromane eines der Highlights dieses Jahres!

                    Alica

                    Beiträge 9
                    30.08.2019

                      Es ist das ideale Buch für Mütter von den 1990 - 2000 Kindern. Lustig, erstaunlich ehrlich und fesselnd. Man fiebert mit, lacht und weint Tränen um am Ende weiß man gar nicht wie einem geschehe. Das ist halt typisch Ildiko' von Kürthy.

                      maraAngel2107

                      Beiträge 21
                      29.08.2019

                        Ein Leben wunderbar verpackt als Roman

                        Judith steht im Mittelpunkt ihres Lebens, sie wird bald 50 und hat das Gefühl neu anfangen zu müssen, wer nicht, in diesem Alter? Das Buch beschreibt und erzählt von einem ganzen Leben, was von Kind sein an bis zum 49. Lebensjahr passiert ist, tolle Charaktere werden hier beschrieben und alle Protagonisten wachsen einem ans Herz. Die Geschichte, erzählt von Judith, könnte von unser jedem Leben erzählen, herzerweichend geschrieben, von Geheimnissen, die sich letztendlich nicht als Geheimnis heraus stellen und dem Gefühl, nichts wirkliches im Leben geschafft und erschaffen zu haben! Ein Buch, das mit Ironie, Witz & Humor sowie Traurigkeit und Sehnsucht geschrieben ist. Wehmut, in die Jahre gekommener Menschen, die glauben, Dinge nicht richtig gemacht oder verpasst zu haben. Judith erzählt hier ihr Leben und ihre Geheimnisse und erfährt am Ende einige Überraschungen, die nicht absehbar waren. Ihre beste Freundin, Anne, schwer krank, die sie glücklicherweise "wieder" findet, allerdings auf eine Art und Weise, die den Leser sehr zum schmunzeln bringt. Es macht Freude dieses Buch zu lesen, man muss jedoch mit Bedacht und Ruhe lesen, um wirklich mit zu kommen, jedes Detail zu erleben, um später die Zusammenhänge zu verstehen. An vielen Stellen habe ich sehr schmunzeln und teilweise auch lachen müssen, trotz Traurigkeit und Wehmut, die hier eine große Rolle spielen. Der Tod von Judith´ s Mutter, ein trauriges, sehr tiefgründiges Erlebnis und eine Beerdigung mit Hindernissen, zuerst unfassbar und dann mit Sinn, eine schöne Verabschiedung mit Unterbrechungen. Letztendlich bekommt man hier die Aussage mit auf den Weg gegeben, das Freundschaft und Zusammenhalt das wichtigste im Leben überhaupt ist und das unser Leben einzigartig und besonders ist, man darf keine Minute verschenken oder vergeuden, sondern soll das tun, was einem Freude macht, die Erfüllung schenkt und einem letztendlich am wichtigsten ist. Wir haben nur dieses eine Leben und es soll doch nach unseren Vorstellungen laufen und gelebt werden. Ich nehme als Leser die Botschaft mit, ohne Vorurteile zu leben, die Menschen, so zu nehmen wie sie sind, sich mitfühlend zeigen und doch auch sich selbst niemals zu vergessen. Ein wunderbares Buch in leichtem Schreibstil gelesen mit vielen Botschaften, mit unglaublich vielen Informationen, letztendlich hätte es auch mein Leben sein können. Nur mit anderen Erlebnissen und Begegnungen auf eine andere Art. Die Autorin hat es hier für mich geschafft, den Leser mit zu reißen, mit zu nehmen auf eine Reise durch ein halbes Leben, eine Reise in eine andere Welt und zu schauen, was man hier für sich selber mitnehmen kann. Die Botschaft, das Leben so zu gestalten, wie man es selber gerne möchte und vor allem den Mut dazu haben, dies auch umzusetzen, alte Türen zu schließen, damit sich neue öffnen. Denn es ist nie zu spät, aber irgendwann wird es einfach Zeit! Dinge zu ändern, Möglichkeiten aus zu schöpfen und das Leben in vollen Zügen zu genießen, denn wer weiß schon, wieviel Zeit und wieviel Glück uns noch bleibt und erwartet, jede Minute kann es vorbei sein und dann zurück schauen zu müssen und nicht gelebt zu haben … das wäre sehr schade! Ich sehe das Buch als Chance auf einen Neuanfang, die Autorin hat es hier geschafft diesen zu vermitteln, mit einem traurigen und sensiblen Ende, jedoch mit dem Gefühl, das genau hieraus ein neuer Anfang entstehen kann! Ich bin sehr dankbar dieses Buch gelesen haben zu dürfen und gebe es nun gerne an eine interessierte Leserin weiter und vielleicht werde ich es auch der einen oder anderen Leserin als sehr gute Lektüre ans Herz legen! Ich gebe hier unbedingt 5 von 5 Sternen, im Grunde hätte dieses Buch noch mehr verdient! Ein Werk des Lebens und der Liebe, der Höhen und Tiefen des Lebens, die ein jeder von uns erlebt und ein jeder von uns steht irgendwann vor dem Punkt, soll es wirklich so weiter gehen? In diesem Sinne, ein tolles Buch, das unbedingt gelesen werden muss!!!!!!

                        Bibliomarie

                        Beiträge 17
                        26.08.2019

                          Zwanzig Jahre lang hat Judith ihrer Heimat und ihrem Elternhaus den Rücken gekehrt. Nie wollte sie zurück, nun musste sie kommen und ihre Mutter beerdigen. Sie trifft auf ihre damals beste Freundin, auch sie hatte Judith aus ihrem Leben gestrichen. Doch Anne und sie knüpfen unmittelbar wieder an ihre Freundschaft an, als hätte es nie eine Pause gegeben und nie das, was Judith als ihren Verrat ansieht. Doch Anne ist krank, ihre Lebensspanne ist nur noch kurz und Judith begreift, dass sie endlich Entscheidungen treffen muss.
                          Fast 50 Jahre alt, die Kinder erwachsen und aus dem Haus, ist ihre Ehe auch zu einer Wohngemeinschaft geworden. Sie und ihr Mann haben eigentlich nicht mehr viel gemeinsam, wenn sie es denn je hatten, wie Judith konstatieren muss.

                          Kürthy lässt in ihrem Roman die Hauptfigur als Ich-Erzählerin agieren. Damit bekommt die Geschichte eine sehr persönliche Note und hat mir gleich eine Bindung zur Erzählerin ermöglicht.

                          Leid und Lebensfreude, Trauer und Optimismus, Verzweiflung und Trost liegen dabei nahe beieinander. Ihre Figuren sprühen vor Lebendigkeit und davon nehme ich auch die totkranke Anne nicht aus. Viele kleine und große Lebensweisheiten hat die Autorin in ihre Geschichte verpackt und man könnte sich eine Menge Sätze als Zitate notieren.

                          Ich habe Judith und Anne durch alle Höhen und Tiefen begleitet, die ihre neue-alte Freundschaft durchlebt. Dabei spart Kürthy auch nicht an ihrem warmen Witz und ihrer Lust an Situationskomik, die immer perfekt getimt daher kommt. Waren es früher meist junge Frauen, die im Mittelpunkt ihrer Bücher standen, ist mit den beiden gestandenen Frauen auch viel Lebenserfahrung in ihren Roman eingeflossen. Judith erkennt den Wert der Freundschaft, sie erlebt den Begriff Heimat ganz neu und ist nun soweit neue Herausforderungen anzunehmen und sie als Teil ihres Lebens zu begreifen. War ihr die Ehe bisher eine Komfortzone, merkt sie, dass auch ein schwieriger Weg Erfüllung und Freude bringt.
                          Ich konnte mich mit der Geschichte richtig identifizieren und habe zwischen Rührung und Unterhaltung einige wunderbare Lesestunden genossen.

                          Außerdem ist das Buch auch eine haptische Freude. Schönes glattes Papier, interessante Illustrationen von Peter Pichler machen aus dem Roman ein ganz besonders ansprechendes Buch.

                          SBS

                          Beiträge 53
                          25.08.2019

                            Neues wagen

                            Die fast 50-Jährige Judith hat eigentlich alles, was für ein gutes Leben nötig ist. Als Zahnarztgattin ein sicheres Auskommen, drei liebenswerte Kinder und doch ist nicht alles gut – ganz im Gegenteil. Nun ist in ihre alte Heimat zurückgekehrt, dabei sollte sie das nie. Ihr blieb jedoch nichts anderes übrig, da sie ihre Mutter bestatten muss. Dort trifft sie auch auf ihre frühere Freundin und ihre Jugendliebe. Es wird manches ganz schön auf den Kopf gestellt…

                            Die Ich-Erzählerin Judith nimmt den Leser an die Hand und gewährt Einblicke in das Leben einer Frau, die von außen betrachtet alles hat, was man so braucht. In ihr sieht es jedoch ganz anders aus. Ihren Mann liebt sie nicht richtig, sie leidet unter dem Empty-nest, denn alle drei Söhne sind mittlerweile ausgezogen und sie hadert mit der Vergangenheit. Nun ist der familiäre Zusammenhalt komplett weg, dafür sind Selbstzweifel und schlaffe Haut da. Was soll sie mit ihrem restlichen Leben noch anfangen? Vielleicht eine alte Jugendliebe aufwärmen? Mitten rein trifft sie auch noch der eine oder andere Schicksalsschlag und es ist Zeit sich zu öffnen. Längst Vergangenes kommt nochmal zur Sprache und die Emotionen spielen schier verrückt.

                            Ich gehöre altersmäßig noch nicht zur Zielgruppe, trotzdem konnte man sich in das Geschehen gut einfühlen – nicht selten habe ich auch ganz schön mit den Augen rollen müssen, weil Judith doch das eine oder andere Klischee ganz schön bedient, aber so ist sie nun mal. Es passt an dieser Stelle. Vieles ist heiter, die Selbstironie gekonnt auf den Punkt gebracht, manches tief traurig und anderes einfach unter Midlife-Crisis zu verbuchen. Gefallen haben mir die Bezüge zur Vergangenheit, denn auch wenn ich nicht so alt bin, sind mir viele der Dinge durchaus ein Begriff gewesen und haben Erinnerungen an meine Mutter und Oma geweckt.

                            Ich hatte bisher nur „Mondscheintarif“ von ihr gelesen und fand es furchtbar, aber ich wollte der Autorin noch eine Chance geben. Hier hatte sie mich auch schnell mit ihrem recht amüsanten Schreibstil gefangen genommen, mit ihren Anekdoten gut unterhalten, nachdenklich gestimmt und die Aussage des Buches ist bei mir auch angekommen. Manchmal muss man sich einfach verändern, mutig seinen Weg gehen und nicht nur das tun, was die anderen von einem erwarten.

                            Leserattenmama

                            1 Beitrag
                            22.08.2019

                              Ildikó von Kürthy... eine ganz besondere Autorin mit ihrem Humor und ihrem einmaligen Schreibstil!
                              „Es wird Zeit“ ist ein Buch für LeserInnen, die wie die Autorin selbst (Jahrgang 1968) reifer geworden sind: die Protagonistin Judith wird bald 50 und hat -statistisch- die Mitte ihres Lebens bereits hinter sich. Zeit, Bilanz zu ziehen...
                              Während „Mondscheintarif“ von 1999 noch die Mittdreißiger-Themen und -Probleme behandelte -wo ich mich persönlich derzeit eher wiederfinde

                              heidi_59

                              Beiträge 35
                              21.08.2019

                                "Es wird Zeit aufzustehen"

                                Wer kennt das nicht ?
                                Du bist fast 50….
                                Deine Kinder sind mittlerweile selbstständig …
                                Deine Ehe ist nach über 20 Jahren auch nicht mehr als die tägliche tägliche Routine beim abwaschen .
                                Dein Körper zeigt dir seine Grenzen und dein Bindegewebe wird auch immer schlaffer und lässt sich hängen…
                                Und doch sind da noch offene Wünsche , die du schon seit ewigen Zeiten vor dich herschiebst und immer wegen irgendwas Wichtigeren beiseite gestellt hast .
                                Deine Träume hast du irgendwann zwischen Windeln wechseln und Schulaufführungen verloren , weil deine Kinder zum Wichtigsten in deinem Leben geworden sind .
                                Doch jetzt sind sie groß , dein Mann ist genau wie Euer Leben in die Jahre gekommen und hat eigene Interessen entwickelt , ohne dich .
                                So oder ähnlich ergeht es Judith . Während ihr Mann sich in seine Arbeit als Zahnarzt verliert , verliert Judith sich in dem Trauma "verlassene Mutter" und stellt sich erneut die Frage , "Was soll jetzt noch kommen"? Als dann auch noch ihre Mutter unerwartet stirbt , und sie nach 20 Jahren in ihre ihre alte Heimat für die Beerdigung zurückkehren muss, trifft sie auf ein altes gut gehütetes Geheimnis, ein leeres Grab, einen Haufen Hoffnungen, Träume, und Albträume , die sie damals zurückgelassen hat.
                                . Ihre wiedergefundene , ehemals beste Freundin Anne , ist unheilbar an Krebs erkrankt und hofft darauf , den Sommer zu überleben .
                                Währenddessen versucht eine alte Jugendliebe mit mäßigem Erfolg, Judith und ihr Erbe zu erobern .
                                Judiths Leben Gerät völlig aus den Fugen , nichts ist mehr so , wie es mal war.
                                Selbst die Beerdigung gestaltet sich unerwartet schwierig und die Urne der Mutter muss auf Umwegen einem freien Platz auf dem Friedhof finden .
                                Judith erkennt ihre Chance auf Veränderung und
                                dass es besser ist, sich zu früh zu freuen als überhaupt nicht .
                                Denn von nun an wird nichts mehr so sein, wie es mal war.


                                Ein wunderbarer Roman über Frauen als "best ager" .
                                Unsere Probleme , unsere ewigen Träume
                                und das Ganze dazugehörige Drumrum .

                                Ildikó von Kürthy weiß wovon sie schreibt , wenn sie ihre Protagonistin Judith von ihrem Leben erzählen lässt . Ich fühle mich sofort mit Judith, ihren Problemen und ihrem Selbstzweifel verbunden . Ganz schnell bin ich in ihrem Leben eingetaucht und entdecke mich so manches mal in ihrer Erzählung und finde sogar einige Gemeinsamkeiten in unserem Leben . Es ist fast als würde ich ein Gespräch mit einer guten, alten Freundin führen , die man durch Zufall nach Ewigkeiten wieder trifft .
                                Ich verstehe Judith und weiß was sie meint, aber ich weiß auch was schief läuft in ihrem Leben . Am liebsten würde ich ihr manchmal sagen :
                                "Steh auf Judith , da kommt noch so viel , wenn du es zulässt! "
                                Ein toller Roman so lebhaft und tiefgründig wie das Leben mit all seinen Facetten . Eine herrlich ironische Geschichte , erzählt mit viel Witz und Charme . Mal bissig und mal sehr sentimental und vor allem , sehr ehrlich .
                                Ildikó von Kürthy hat mein verwöhntes Leser Herz mit ihrem neuen Roman "Es wird Zeit" , im Sturm erobert und ich freue mich sehr , eine neue Autorin für mich entdeckt zu haben , die genau meine Sprache spricht .

                                Sehr gerne vergebe ich für den tollen Roman
                                5 Sterne
                                und eine ganz klare Leseempfehlung für alle Frauen (im besten Alter) ♡

                                sommerlese

                                Beiträge 85
                                21.08.2019

                                  Judith Rogge lebt in Wedel bei Hamburg, sie ist fast fünfzig Jahre alt, seit fast zwanzig Jahren mit einem Zahnarzt verheiratet und hat drei Kinder. Die Beerdigung ihrer Mutter führt sie zurück in ihre Heimat nach Jülich, dort trifft sie auf ihre ehemals beste Freundin Anne und ihre Jugendliebe Heiko. Voller Schrecken erfährt sie von Annes schwerer Krankheit und macht sich Gedanken über ihr eigenes Leben, aber auch über das ihrer Wegbegleiter. Für Anne, die nicht nur ihre berufliche Bestimmung gefunden hatte, sondern auch noch den perfekten Ehemann, steht jetzt das Leben auf der Kippe.


                                  Ildikó von Kürthy schildert das Glück und Leid ihrer fast fünfzig Jahre alten Protagonistin Judith als Ich-Erzählerin. Dadurch kommt man ihr nicht nur sehr nahe und kann in ihre Gedanken und Hoffnungen eintauchen, man erkennt auch eigene Lebenserfahrungen und Wünsche im Leben wieder. Ich gehöre altersmäßig genau zur Zielgruppe und kann die Lebenswünsche und Abschiede gut nachvollziehen.

                                  Die Kinder sind groß, die Ehe ist eingespielt oder eben wie bei Judith, nicht glücklich und als die Mutter stirbt, bricht der letzte familiäre Halt weg. Ist das schon das Leben gewesen oder sind da noch Ziele, Lebensabenteuer und Beziehungen, die auf sie warten. So oder so ähnlich wird es vielen Frauen gehen, die sich in dieser Lebensphase befinden.

                                  Judith lebt in einer lieblosen Ehe, sie hat Selbstzweifel und fühlt sich alleingelassen. Soll sie ihr altes Leben hinter sich lassen und ihrem Leben eine neue Wendung geben? Der Besuch in ihrer alten Heimat wirbelt viele Emotionen und Hoffnungen auf, die neue wiederentdeckte alte Freundin Anne hat mit ihrer tödlichen Krankheit zu kämpfen und Judith steht ihr liebevoll zur Seite. Hier in ihrer Heimat nimmt sie eine Auszeit von ihrem bisherigen Leben und stellt die Weichen für die Zukunft.


                                  Schwungvoll, heiter, bestürzend traurig und absolut lebensnah erzählt die Autorin ihre Geschichte und es gelingt ihr, diesen speziellen Erzählstil auch locker durch das ganze Buch zu tragen.

                                  Dieser Roman schildert die Probleme in der Midlife Crisis von Frauen. Es geht um viele bewegende Fragen, einige Schicksale, die zu Herzen gehen und die für einen Roman interessante Herangehensweise wirft die Leserin mitten in die Geschichte und lässt sie hautnah miterleben.
                                  "Schmerz öffet das Visier: Schmerz macht wehrlos. er reißt dir alle Masken vom Gesicht. Er macht den Schutzschild aus Ironie, Schlagfertigkeit und schlauen Bemerkungen durchlässig..." Zitat Seite 251

                                  Wer im Alter der Protagonistin ist, wird viele nostalgische Produkte und Songtexte aus der Zeit wiederfinden, die bewirken, das man sich sofort an seine eigene Jugend erinnert. Die spezielle Würze bekommt die Sache aber durch die selbstironischen Bemerkungen und humorvoll eingesetzten Spitzen über das Älterwerden und das Aussehen und das nachlassende Bindegewebe.

                                  "Es ist ja leider völlig unüblich geworden, so alt auszusehen, wie man ist." Zitat Seite 42

                                  "Ich bin 49, und ich fühle mich keinen Tag jünger. Warum sollte ich? Ich habe doch nicht umsonst ein halbes Jahrhundert gelebt, bloß um mich jetzt immer noch jung zu fühlen." Zitat Seite 231


                                  Die Autorin zeigt eine interessante Herangehensweise für einen Roman, indem sie viele bewegende Fragen und Schicksale aufwirft, die zu Herzen gehen und viele Frauen in diesem Lebensabschnitt betrifft.


                                  Sehr lebendig wird diese Lebensphase in der Mitte des Lebens in allen Facetten von Emotionen aufgezeigt und damit ist der Autorin ein humorvoller, gefühlvoller und nachdenklich machender Roman über die Beziehungen im Leben, über Familie, Abschiede und Heimat gelungen. Das Leben bedeutet Veränderung, man sollte sich diesen Veränderungen mutig stellen und das Beste daraus machen. Es gibt nur dieses eine Leben.

                                  ingrid_esser

                                  Beiträge 22
                                  20.08.2019

                                    In ihrem Roman „Es wird Zeit“ schreibt Ildikó von Kürthy darüber, dass es immer wieder Herausforderungen gibt, die das Leben mit sich bringt. Das bedeutet oft, dass man Bekanntes, vielleicht sogar Gewünschtes oder aber bequem Eingespieltes hinter sich gelassen werden will und die Entscheidung für einen Neuanfänge zu treffen ist. Die Rosen auf dem Buchumschlag stehen mit ihrer stolzen Pracht für glückliche Zeiten, zeigen aber auch durch ihre Dornen die Schattenseiten und Gefahren.

                                    Für Judith Rogge, die Protagonistin des Romans, hat das Leben sich schon in vielen Höhen und Tiefen gezeigt. Sie ist fast fünfzig Jahre alt, wohnt seit fast zwanzig Jahren in Wedel bei Hamburg, wo sie seit genauso langer Zeit mit einem Zahnarzt verheiratet ist und mit ihm drei Kinder hat. Als ihre Mutter unerwartet stirbt, fährt sie zur Abklärung der Formalitäten und der anschließenden Beerdigung in ihre Heimat nach Jülich. Wider Erwarten trifft sie dort auf ihre frühere beste Freundin Anne. Erinnerungen an die alten Zeiten werden wach, aber das Erschrecken ist groß, als Anne von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit erzählt. Dabei war sie es doch, die im Gegensatz zu Judith den perfekten Beruf und den besten Ehemann gefunden hatte. Judith stellen sich im Vergleich zu ihr viele Fragen, die dazu führen, dass sie überlegt, ob ein Neubeginn für sie nützlich und möglich ist, so wie sie ihn damals schon mal für angebracht gehalten hat ...

                                    Bereits auf den ersten Seiten konfrontiert Ildikó von Kürthy mich mit dem Glück und Leid ihrer Hauptfigur, die ihre Geschichte in der Ich-Form erzählt. Der Umstand, dass ihre Ehe keine Liebesheirat war und ihre Freundschaft zu Anne zerbrochen ist, machte mich neugierig darauf, was vor vielen Jahren geschehen sein mag, bevor Judith ihr Leben in Wedel begonnen hat. Doch erst nach und nach setzte sich das Bild zusammen.

                                    Judith ist ein Mensch, der sich immer geliebt fühlte und auch gerne geliebt hat. Doch jetzt sind ihre Kinder flügge geworden und mit dem Tod ihrer Mutter ist sie Vollwaise und verliert dadurch ihren Halt für seelische Tiefpunkte. Nicht nur Judith erlebt auf den Seiten des Romans ein Wechselbad an Gefühlen, sondern auch ich als Leser. Die Autorin lässt Judith häufiger innehalten, um die Gedanken schweifen zu lassen und eine innere Diskussion über alltägliche Dinge des Lebens zu führen, die ich sehr gut nachvollziehen konnte.

                                    Ildikó von Kürthy schreibt mit einem Augenzwinkern über manche Ereignisse. Hier und da überspitzt sie Situationen, die auf diese Weise die darin enthaltene Aussage nur noch mehr vor Augen führen. Gleichzeitig schafft die Autorin es, mir die tiefe Traurigkeit von Judith über den Tod der Mutter und die Krankheit ihrer Freundin zu vermitteln. Die Autorin ist etwa im gleichen Alter wie ihre Hauptfigur und weiß genau worüber sie schreibt, denn vieles hat sie so oder ähnlich selbst. Die Widmung auf den ersten Seiten des Buchs richtet sie an einen lieben Menschen in ihrem Leben, die Zuneigung zu ihr glaubte ich in den Zwischenzeilen der Erzählung zu spüren.

                                    „Es wird Zeit“ ist ein Roman über Freundschaft, Heimat, Wohlbefinden, Glück, Lebensträume, aber auch Traurigkeit über verpasste Chancen und Verlust geliebter Menschen. Jeder Leser wird sich in der ein oder anderen Situation wiederfinden, so wie ich. Dadurch stimmt die Erzählung stellenweise nachdenklich, obwohl der Grundton heiter ist. Der Prolog setzte von Anfang an eine gewisse Spannung, ob der zu klärenden offenen Fragen in der Vergangenheit der Hauptfigur. Zur Klärung flogen die Seiten dahin und unterhielten mich aufs Beste. Gerne empfehle ich den Roman weiter.

                                    kerstin2601

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                                    15.08.2019

                                      Ein Buch, dass man unbedingt lesen sollte.
                                      Das Thema Frau Ü50 birgt einiges in sich und nicht selten werden sich Leserinnen in diesem Roman ein bisschen wiedererkennen. Ich zumindest tue das und was gibt's Besseres als eine Geschichte, in der man sich mit der Hauptfigur identifizieren kann?

                                      JanisZie

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                                      08.08.2019

                                      Bisher habe ich noch kein Buch von Ildikó von Kürthy gelesen. Eigentlich hatte mich die Aufmachung und die Beschreibung des Buches auch nicht angesprochen.
                                      Als ich mich jedoch fragte, was ich nun sinnvolles tun könnte, überlegte ich mir in die Leseprobe reinzuschnuppern.
                                      In der Beschreibung wurde von einer Frau im Alter von 50 Jahren gesprochen. Ich selbst bin noch keine 30 Jahre alt. Daher dachte ich, dass mich das Buch wahrscheinlich nicht ansprechen wird. Doch das war ein Fehler. Die Schreibweise der Autorin gefällt mir wirklich gut. Sie lässt mich häufig schmunzeln. Die witzige Art der Protagonisten Judith über ihr Leben zu meckern, hat mich zum Weiterlesen getrieben. Auch schafft es die Autorin mich direkt neugierig auf das Leben von Judith zu machen. Was ist passiert, dass sich Judith mit 30 Jahren einer lieblosen Ehe hingibt?
                                      Bisher bin ich also sehr erstaunt, dass mich eine Autorin, dessen Bücher ich sonst immer wieder weggelegt hatte, weil mich Cover und Buchbeschreibungen nicht ansprachen, so mitreißt, dass ich dieses Buch direkt weiterlesen möchte.
                                      Für mich bleibt daher spannend, ob Ildikó von Kürthy den Charakter und das Leben der Judith weiterhin so spannend und dennoch lustig gestaltet, wie ich es in der bisherigen Leseprobe erfahren durfte.

                                      jeschke64

                                      1 Beitrag
                                      04.08.2019

                                      Ich bin begeistert von der Geschichte. Am meisten habe ich über die Gäste amüsiert, die 10 Min. vor der Einladung eintreffen. Das geht gar nicht, denn es ist dann genau so wie bei uns zuhause wenn die Gäste früher kommen.