Jean Hendry

Die Rosen von Fleury

Das verträumte «Rosenstädtchen» Fleury-sur-Azurain im Périgord erwacht jäh aus seinem Dornröschenschlaf, als es von immer mehr Brautpaaren als romantische Location für ihre Hochzeit entdeckt wird. Der «Heiratsboom» ist vielen Bewohnern hochwillkommen, nicht aber der Landadelsfamilie Bricassart im Château auf dem Hügel über der Stadt. Auch die junge Engländerin Emily landet eines Tages in Fleury – nicht, um zu heiraten, sondern um das Erbe ihrer Tante anzutreten: ein heruntergekommenes Manoir. Warum nicht ein kleines Hotel für frisch verheiratete Paare daraus machen? Doch vom Schloss ziehen dunkle Wolken heran, die nicht nur Emilys großes Projekt gefährden, sondern auch ihre sich stürmisch entwickelnde Liebe zu Jean-Luc, dem Sohn des Barons …


Autorenbild Foto von Jean Hendry

Der  Autor

Jean Rémy ist ein Pseudonym; der Autor ist in Deutschland zuhause. Das Périgord fasziniert ihn mit seiner vielfältigen Natur, seiner mittelalterlichen Vergangenheit, den charmanten Dörfern und kulinarischen Genüssen – und hat ihn zu diesem Roman rund um das fiktive Städtchen Fleury-sur-Azurain im Val d'amour inspiriert.


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Rezensionen

Hyperventilea

Beiträge 25
11.05.2021

Sehr leichte Unterhaltung

Die Engländerin Emily Bennett steckt beruflich in einer Sackgasse. Da trifft es sich gut, dass sie von ihrer Tante völlig unerwartet ein Manoir im Périgord, genauer in Fleury-sur-Azurain, der Hochzeitstadt erbt. Gemeinsam mit ihrer Jugendfreundin Isabelle träumt sie davon, aus dem Manoir ein Hotel für Verliebte zu machen. Doch als sie ihr Erbstück das erste Mal genauer unter die Lupe nimmt, möchte sie am liebsten Reißaus nehmen. Das Haus ist ziemlich heruntergekommen und bedarf einer grundlegenden und teuren Renovierung. Emily ist sehr skeptisch, aber Isabelle überzeugt ihre Freundin schließlich, das Projekt anzugehen. Und während das Manoir in neuem Glanz zu erstrahlen beginnt, verändert sich auch im Leben der beiden jungen Frauen etwas. Fleury gilt nicht umsonst als die Stadt, in der die Liebe zu Hause ist.....

Autor Jean Rémy schreibt einfach und gut verständlich. Seine Formulierungen empfand ich allerdings mitunter als etwas „zu gewollt“ und recht phrasenreich.

Die Figuren in „Die Rosen von Fleury“ konnten mich leider überwiegend nicht überzeugen. Sie werden allesamt doch ziemlich einfach und oberflächlich dargestellt, Emiliy bleibt recht blass, ihre Freundin Isabelle war mir anfangs sympathisch. Doch dann verhält sie sich, wie Emily teilweise auch, im Verlauf wie ein unreifer Teenager. Für mich waren ihren Reaktionen dann wenig nachvollziehbar. Eine Weiterentwicklung der Charaktere findet leider nicht statt.
Die im Ort recht unbeliebten de Briccassarts sind auch nicht differenziert ausgearbeitet, zwei der Töchter wirken lediglich „nett“, die Mutter ziemlich klischeehaft und vollkommen überzeichnet. Was den Reiz des Sohns der Familie Jean-Luc ausmacht, konnte ich leider auch nicht begreifen, hat er doch nichts Charismatisches an sich. Zwischen den Liebespaaren der Geschichte fehlte mir „das gewisse Etwas“, der Funke wollte einfach nicht überspringen.
Wie die Einwohner des Örtchens zusammenhalten, das gefällt mir allerdings sehr. In Fleury verbreitet sich -wie in so kleinen Orten üblich - Klatsch wie ein Lauffeuer, aber die Menschen pflegen einen sehr herzlichen Umgang miteinander, interessieren sich für das Wohlergehen ihrer Nachbarn und setzen sich engagiert füreinander ein.


Der Roman macht durchaus Lust auf einen Besuch im Périgord und in der fiktiven Stadt Fleury sur Azurain. Genuss wird hier großgeschrieben und ich hatte großen Appetit, die beschriebenen Speisen auch einmal selbst zu probieren. Allerdings wird für meine Begriffe auch zuviel getrunken, man bekommt das Gefühl, dass Amüsieren hier eigentlich nur mit Unmengen von Alkohol funktioniert. Das Buch versucht die Atmosphäre des französischen Lebensgefühl einzufangen, aber manchmal scheint diese Atmosphäre einfach zu konstruiert.
Die Grundidee der Handlung ist nett und schön romantisch, aber wie sich die Handlung gestaltet, ist leider zu vorhersehbar. Manchmal wirkt die Geschichte derart naiv und märchenhaft, dass man sich als Leser fast ein wenig veräppelt vorkommt. Ein bisschen mehr Tiefe und Komplexität hätte da wirklich nicht geschadet.
Ich wurde weitestgehend unterhalten, konnte mich beim Lesen gut ablenken, aber gefesselt und mitgerissen hat mich der Plot nicht. Ich erlebte eine leichte kurze Auszeit, mehr aber leider nicht. Einen bleibenden Eindruck hat der recht seichte Roman bei mir nicht hinterlassen.

Stardust

Beiträge 3
10.05.2021

Heiraten im Périgord
"Die Rosen von Fleury " von Jean Rémy ist ein sehr romantisches Buch. Die Engländerin Emily Bennett erbt in dem Städtchen Fleury-sur-Azurain, dass inmitten von Weinbergen in der Dordogne in Frankreich liegt, ein altes und fast baufälliges Manoir. Erst ist sie wenig von dieser Erbschaft begeistert, doch lässt sie sich von ihrer Freundin überzeugen, vor Ort zu bleiben. Da der Ort groß im "Hochzeitsgeschäft" eingebunden ist und das auch floriert, baut sie das Manoir zu einem kleinen Hotel um, sie restauriert es aufwändig und liebevoll. Als das Hotel dann läuft, melden sich die Vorbesitzer, die adeligen de Bricassarts, deren Château über der Stadt thront. Es kommt zu Rechtsstreitigkeiten und auch Liebesgeplänkel zwischen Emily und dem Sohn des Barons.
Die Geschichte klingt so locker und leicht und interessierte mich am Anfang auch sehr. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich von den vielen französischen Begriffen aber regelrecht erschlagen. Die Charaktere blieben für mich fremd und klischeebehaftet, mir war hier niemand wirklich sympathisch.
Für mich hatte das Buch im Mittelteil auch einige Längen, die zu ausschweifend und langatmig waren. Immer wieder verlor sich dabei der Faden der Erzählung. Die Geschichte war es schon wert erzählt zu werden, aber mir persönlich fiel es hier sehr schwer bis zum Ende dabeizubleiben, auch weil der Sache etwas die Spannung gefehlt hatte.

BOOKSLOVE1511

Beiträge 20
30.04.2021

Bienvenue à Fleury

Fleury-sur-Azurain im Périgord. Seitdem die berühmte französische Schauspielerin ihre Märchenhochzeit in ihrer Heimat gefeiert hat, boomt das Hochzeitgeschäft in dem verschlafenen Rosenstädtchen und zieht die Brautpaare aus nah und fern wie ein Magnet an. Auch die Engländerin Emily Bennett landet in Fleury, bedauerlicherweise nicht zum Heiraten, sondern um ihrem Erbe anzutreten, denn die junge Journalistin erbt von ihrer Tante ein total heruntergekommenes Herrenhaus. Als Emily ihre Jugendfreundin Isabel wieder trifft und mit paar Fleury Bewohner Freundschaften schließt, ist für sie eins klar: Sie will in Fleury neu anfangen. Verstärkt von ihrer optimistischen Freundin Isabel möchte Emily aus ihrem Monoir ein kleines Hotel für die Hochzeitgesellschaften umbauen. Doch was sie dabei nicht berechnete, ist, die Adelsfamilie und ihrem Sprössling Jean-Luc...

Ich mag die Geschichten, die mich auf Reisen mitnehmen und ein Stückchen Urlaubsgefühle hervorrufen. Auch Jean Rémy hat mich mitten in der historischen Provinz von Frankreichs Südwesten entführt aber leider hat diese Reise mich nicht so richtig begeistert, wie ich mir erwünscht habe. Fleury ist ein wunderschönes Städtchen mit typischen französischen Bewohner. Es wird viel gegessen, gelacht, getrunken und zusammengehalten, was ich an der Geschichte total herrlich fand. Aber nun ja, das war's dann auch. Denn bis Hälfte des Buches plätschert die Handlung vor sich hin, erst kurz vor dem Ende kommt etwas Spannung, die für meinen Geschmack zu spät kam. Auch mit dem Charaktere bin ich nicht warm geworden. Wie Emily in Fleury aufgekratzt kommt, mit der damaligen Sommerfreundin, mit der sie Jahrzehnte keinen Kontakt mehr hatte, sofort ein Herz und eine Seele wird und noch dazu in kurze Zeit viele neue Freundschaften schließt, die sie mit Tat und Kraft unterstützen, fand ich total unrealistisch.

Es ist ein ruhiger „Wohlfühlroman“, welcher für mich zu Ruhig war. Ich denke die LeserIn, die mit dem französischen Flair aus dem Alltag entfliehen wollen und ein paar ruhige Lesestunden wünschen, sind hier richtig.

yellowdog

Beiträge 29
12.04.2021

Emily Bennett kehrt nach dem Tod ihrer Tante zurück nach Fleury und trifft ihre Freundin Isabelle wieder. Sie sind sehr unterschiedliche Charaktere, verstehen sich aber gut und ergänzen sich.
Aus ihrem Erbe muss Emily erst einmal etwas machen: Ein Hotel.

Die Landschaftsbeschreibungen sind typisch für den Blick von Außen. Jean Remy ist ein Deutscher Autor..
Fleury-sur-Azurain ist ein wunderschöner Ort. Als Leser wünschte man schon bald, ihn einmal besuchen zu können.
Für Fans von Frankreich-Romanen, die einen ruhigen, einschmeichelnden und gut lesenden Stil schätzen, ist „Die Rosen von Fleury“ eine Empfehlung wert.

kerstin2601

Beiträge 67
12.04.2021

Ein kleines, verträumtes, romantisches Dorf in Frankreich als Kulisse. Eine junge Engländerin die es genau dahin verschlägt. Eine wunderbare Geschäftsidee, die allerdings einer einflussreichen, alteingesessenen Familie nicht gefällt.
Und es kommt natürlich, wie es kommen muss, die Protagonistin und der Sohn der gegnerischen Familie laufen sich über den Weg. Ob es ein Happy End gibt? Zumindest dürfen wir hoffen und uns auf dieses Buch freuen!

Hermione

Beiträge 44
31.05.2021

    Nette Auszeit in Frankreich:

    Emily erbt ein altes Manoir im Perigord und eröffnet dort eine kleine Pension, obwohl sie sich erst nicht vorstellen kann, in dem kleinen Ort Fleury zu leben. Das Städtchen hat sich auf Hochzeiten spezialisiert und strahlt eine richtig romantische Stimmung aus. Emily und ihre alte Ferien-Freundin Isabelle knüpfen schnell wieder an ihrer alten Freundschaft an und dann klopft für die beiden auch noch die Liebe an.


    Meine Meinung:
    Von Anfang an hat diese Geschichte mich in eine sehr entspannte Stimmung versetzt. Dies lag vor allem an dem wunderschönen Flair einer französischen Kleinstadt im Perigord, das in der Erzählung ganz toll zur Geltung kam.
    Die Geschichte an sich fängt sehr vielversprechend an, hat in der Mitte für meinen Geschmack einiges kleine Hänger und etwas unrealistische Wendungen, kommt dann zum Ende hin aber wieder gut auf Spur und wartet mit einem einigermaßen stimmigen Ende auf.
    Die handelnden Personen sind unterschiedlich gut gezeichnet. Während Emily und Isabelle mir gleich sympathisch waren, auch wenn sie ein wenig blass bleiben, hat der Autor sich bei Nebenfiguren meines Erachtens nicht ganz so viel Mühe gegeben.
    Am schönsten sind für mich bei der Geschichte wirklich die landestypischen Besonderheiten wie französische Hochzeitsbräuche oder kulinarische Spezialitäten.


    Fazit:
    Mir hat die Geschichte einige entspannte Stunden beschert, denn ich konnte sie wie einen kleinen Urlaub in Frankreich genießen.

    leseratte1310

    Beiträge 45
    17.05.2021

      Fleury-sur-Azurain im Périgord zieht Brautpaare an, die den malerischen Ort als Location für ihre Hochzeit buchen. Was den Bewohnern des Ortes gefällt, ist den Bricassarts, die im Château auf dem Hügel leben, ein Dorn im Auge. Die junge Engländerin Emely Bennett ist in den Ort gekommen, um ihr Erbe anzutreten. Ihre Tante hat ihr ein heruntergekommenes Manoir hinterlassen. Emily will das Manoir zu einem Hotel für Hochzeitspaare ausbauen. Doch sie hat bei ihren Plänen nicht mit den Bricassarts gerechnet.
      Der Autor wollte das französische Flair rüberbringen und beschreibt den kleinen Ort sehr detailliert. Dazu kommen französische Redewendungen, kulinarische Köstlichkeiten und viel Wein. Mir war das manchmal zu ausschweifend.
      Bei den Charakteren hätte ich mir eine etwas tiefere Darstellung gewünscht. Emily ist jung und macht gleich Pläne für das geerbte Objekt. Jean-Luc Bricassart flirtet sie gleich an und ihr gefällt das. Nach dreizehn Jahren trifft sie auch Isabelle Améry wieder und ihre Freundschaft geht weiter, als hätten sie sich erst kurz vorher noch gesehen. Die meisten Personen waren nicht unsympathisch und doch wurde ich mit ihnen nicht warm. Jean-Luc blieb mir gänzlich fremd. Dafür mochte ich aber den Jack Russell Terrier Bobo.
      Natürlich gibt es einige Probleme in dieser Geschichte, doch am Ende löst sich alles unspektakulär auf. Natürlich nähern sich auch die Paare wieder an. Es hätte ruhig ein wenig dramatischer und gefühlvoller zugehen können.
      Ein Roman mit viel Périgord-Atmosphäre, der mich aber nicht begeistern konnte.