Kerstin Sgonina

Als das Leben wieder schön wurde

Mit Lippenstift und Lebensmut. Drei Frauen bringen mit ihrem mobilen Schönheitssalon Farbe in das Hamburg der 50er Jahre.
1954 sind die dunklen Jahre vorbei, die Wunden des Krieges jedoch noch lange nicht verheilt. Greta Bergström hat fast ihr gesamtes Leben in Stockholm verbracht, bei ihrer Ankunft in Hamburg ist der Himmel über der Stadt so grau wie die Seelen der Menschen. Mit ihrer offenen Art eckt die fröhliche Schwedin überall an, eine Stelle als Kosmetikerin sucht sie vergebens. Alles ändert sich, als Greta sich mit zwei Frauen anfreundet: Marieke, die aus Ostpreußen fliehen musste und den Nachbarinnen in den Altonaer Nissenhütten die Haare macht; und Trixie, die im feinen Blankenese lebt und unglücklich in einen amerikanischen Soldaten verliebt ist. Gemeinsam beschließen die drei Frauen, einen mobilen Schönheitssalon zu eröffnen. Ihre Kundinnen sollen sich wieder wohl in ihrer Haut fühlen, das Leben endlich wieder genießen. Nach den schweren Jahren ein Stück vom Glück zu finden, davon träumen auch die drei Freundinnen…


Autorenbild Foto von Kerstin Sgonina

Der  Autor

Kerstin Sgonina arbeitet als Autorin, Journalistin und Lektorin. Mit 18 Jahren kam sie nach Hamburg und schlug sich nach ihrem Abitur dort unter anderem als Türsteherin und Barfrau in Sankt Pauli durch. Nach wie vor liebt sie die Stadt an der Elbe heiß und innig, lebt aber heute mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern nahe Berlin.


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Rezensionen

engi

Beiträge 54
25.02.2021

"Aller Anfang ist schwer ..."

Sie sind schon ein ungewöhnliches Trio, die drei jungen Frauen namens Greta, Marieke und Trixie. Und was für nette Zufälle die drei zusammengebracht haben. Nun sind sie ein dreiblättriges Kleeblatt und mit der Geburt der „Schnieken Deern“ soll es aufwärts gehen für die Mädels. Aber das ist einfacher gesagt und gedacht als getan. Die Anfangsschwierigkeiten lassen nicht lange auf sich warten. Auch persönlich sieht es für die Drei alles andere als rosig aus. Greta, der Sonnenschein der Truppe, macht sich mit ihrer fröhlichen Art nicht nur Freunde und Marieke verrät ein Geheimnis, das ihr nachts vor Kummer den Schlaf raubt. Auch Trixie trägt ihr Päckchen, doch ein wenig Licht am Horizont scheint durch ihre Mutter Regine zu leuchten, die vielleicht der Schlüssel zu Gretas Mutters Verschwinden sein könnte ...

Aus meiner Zusammenfassung lässt sich schnell erkennen, dass Kerstin Sgonina es möglich gemacht hat, uns als Lesern die Atmosphäre der frühen fünfziger Jahre – einige Jahre vor meiner Geburt – nahezubringen. Bildhaft konnte ich mir durch ihre lebhaften Schilderungen vorstellen, wie es in meiner zerbombten Heimatstadt ausgesehen haben muss. Dennoch wurde ich aus mir irgendwie unerfindlichen Gründen nicht ganz warm mit dem Triumvirat. Ich konnte weder richtig mitleiden mit den Mädels noch mich herzlich mit ihnen freuen. Der Geschichte an sich tat das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, in ihr steckt noch so viel Potential, dass ich mir eine Fortsetzung gut vorstellen könnte und dann auch gerne wieder mit von der Partie wäre. Liebe Kerstin, ich vergebe für diesen tollen Einblick in die Nachkriegszeit sehr gerne vier von fünf Sternen.

Sarahsbuecherwelt

Beiträge 34
24.02.2021

Ich habe das Buch von meiner Mutter bekommen und habe es an einem Abend in der Wanne verschlungen. Das Buch spielt in der Nachrkiegszeit und zeigt auf, wie mit Mut, Träumen und etwas Farbe, das Leben wieder in die richtigen Bahnen geleitet wird.

Es ist eine authentische Geschichte über drei Frauen, mit denen ich mich mehr oder weniger identifizieren konnte. Sie sind alle sympathisch. Leicht zu lesen, flüssig, nicht zu viele Ablenkungen, dafür ein roter Strang, der Spaß macht. Gerade Hamburg wurde total schön beschrieben. Ich komme aus Hamburg und habe viele Orte wieder erkannt, auch wenn sich da einiges natürlich geändert hat.

GErade in Zeiten der Pandemie, ist es ein wunderbares Buch, das mir als Leserin ebenfalls Mut gemacht hat.

Lesefeuer

Beiträge 36
25.01.2021

Greta Bergström macht sich nach dem Tod ihrer Oma auf den Weg nach Hamburg um ihre Mutter zu suchen, die während des Krieges spurlos verschwunden ist. In Hamburg angekommen hat sie es nicht leicht aber ihre beiden Freundinnen Marieke und Trixie machen es erträglicher. Die Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein, aber eine Sache verbindet sie - und das ist die Liebe zum Schönsein. Also beschließen sie einen mobilen Schönheitssalon zu betreiben. Mit viel Fleiß und Mut gelingt das mal mehr und mal weniger gut. Das andere Hauptthema des Buches ist Gretas Suche nach ihrer Mutter. Greta hofft, dass ihr Vater ihr eine Hilfe sein könnte. Allerdings sind er und seine neue Familie mehr als merkwürdig und man fragt sich eigentlich ständig, warum tut Greta sich das an - warum geht sie nicht zurück nach Stockholm? Die Suche nach ihrer Mutter ist spannend, bis zum Schluss. Die beiden Themen sind wirklich gut miteinander verstrickt und ergänzen sich ganz wunderbar auf eine besondere Art und Weise. Obwohl das Buch zwischendurch auch mal ein wenig langatmig war, war es nie langweilig. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen.

Laudibook

Beiträge 17
15.04.2021

    Inhalt:
    Hamburg 1954, Greta Bergström hat fast ihr gesamtes Leben in Schweden verbracht. Nach dem Tod ihrer Großmutter zieht sie von Stockholm nach Hamburg. Ihr Vater, der mit seiner neuen Familie in St. Pauli lebt ist wenig begeistert. Greta möchte nach ihrer Mutter suchen, die 1941 spurlos verschwand. Die junge Frau fühlt sich fremd und allein gelassen, dies ändert sich, als die Kosmetikerin Marieke und Trixie kennenlernt. Marieke lebt in einer Flüchtlingsbaracke und verdient sich ihr Geld mit "Haare machen". Trixie wohnt in Blankenese und kommt aus "Gutem Hause. Eigentlich wollte sie mal etwas mit Mode studieren. Gemeinsam beschließt das Trio, einen mobilen Schönheitssalon zu eröffnen und den Damen wieder ein Stück Glück, Freude und Lebensqualität zu schenken.

    Meine Meinung:
    Der Schreibstil von Kerstin Sgonina ist flüssig und sehr erfrischend. Die Autorin schafft es mit ihrer lebendigen Erzählweise, eine gelungene zeitliche Atmosphäre, der Nachkriegszeit darzustellen. Der Roman beginnt mit seinem Geschehen sehr ruhig und man hat Zeit die Protagonisten kennenzulernen. Mir persönlich blieb der komplette Handlungsverlauf bis zur letzten Seite viel zu ruhig, fast ein bisschen langweilig. Eigentlich war alles vorhanden, was eine gute Geschichte braucht. Warum auch immer? Ich wurde nicht richtig warm mit den Figuren. Ich liebe Geschichten aus der Nachkriegszeit, aber diesmal konnte mich die Handlung emotional nicht erreichen. Geschmäcker sind verschieden und ich habe schon viele positive Stimmen zu diesem Roman gelesen.
    Fazit:
    3,5/5

    Tiara

    Beiträge 22
    06.04.2021

      Auf das Buch aufmerksam wurde ich wegen des schönen Titels, der genau in die jetzige Zeit passt.
      Auch der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, ich finde aber, die Geschichte hat noch soviel mehr zu bieten.
      Greta sucht nebenbei nach ihrer Mutter, die vor längerer Zeit spurlos verschwunden ist. Marieke versucht alles, um ihren kleinen Sohn wieder zugesprochen zu bekommen und Trixie sucht nach einem amerikanischen Soldaten, von dem sie leider nur einen Knopf hat. Sie opfert sich auch für die Pflege ihrer Mutter auf und so ganz heimlich läuft das Leben an ihr vorbei.
      Alle drei Charaktere sind sehr sympathisch und ich habe gebannt mitverfolgt, wie sich das Leben von ihnen weiterentwickelt und vor allem, ob sie es schaffen, den Traum vom mobilen Schönheitssalon zu verwirklichen.
      Ich mochte den gefühlvollen Schreibstil der Autorin sehr, der uns die Nachkriegszeit mit allen Höhen und Tiefen nahe bringt.
      Obwohl die Geschichte teilweise sehr traurig und schockierend ist, konnte ich mich richtig darin vertiefen und habe jede Zeile genossen.
      Fazit: Eine Geschichte, die sehr emotional ist und wirklich jeden berührt. Gut gefallen hat mir die unzerbrechliche Freundschaft der drei Frauen.

      leseratte1310

      Beiträge 42
      17.03.2021

        Nach dem Tod ihrer Großmutter Annie kehrt Greta Bergström 1954 nach Hamburg zurück, um ihre Mutter Linn zu suchen. Die Spuren des Krieges sind überall noch zu sehen. In der neuen Familie ihres Vaters ist sie nicht willkommen und der Vater weigert sich beharrlich, ihre Fragen zu beantworten. Glücklicherweise trifft Greta auf Marieke und Trixie, mit denen sie sich anfreundet. Die jungen Frauen beschließen, einen Schönheitssalon zu eröffnen, doch es fehlt an den passenden Räumlichkeiten. So richten sie einen mobilen Salon ein, damit die Frauen sich in ihrer haut wieder schön fühlen können. Aber Greta gibt ihre Suche nicht auf und lässt sich auch durch Widerstände nicht aufhalten.
        Der Schreibstil ist sehr lebendig und angenehm zu lesen.
        Der Krieg hat seine Spuren hinterlassen – nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Herzen der Menschen. Viele Träume wurden zerstört und viele Menschen sind verbittert. Gretas Vater nimmt nicht mehr am Leben teil und seine Frau hadert damit, dass sie in einem ungeliebten Job für den Unterhalt sorgen muss. Greta aber will sich nicht unterkriegen lassen. Mit ihren ungleichen Freundinnen, die auch ihr Päckchen zu tragen haben, will sie etwas verändern. Sie tun sich gegenseitig gut. Die aus gutem Hause stammende Trixie fühlt sich endlich zu etwas nütze und Marieke will nicht immer mit Angst leben. Die Frauen, die sich bei ihnen verschönern lassen, genießen die kleinen Auszeiten. Ich mochte diese sympathischen jungen Frauen und habe mit ihnen gefiebert. Aber daneben gab es auch noch andere interessante Charaktere.
        Aber Greta gibt ihre Suche nicht auf. Sie kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur, das sie zurückführt in die dunkle deutsche Vergangenheit, von der niemand mehr etwas wissen will.
        Trotz der Düsternis in dieser Geschichte, spürt man Hoffnung und Lebensfreude. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen.

        C. Sch.

        Beiträge 66
        08.03.2021

          INHALT:
          1954: Die Schrecken und die Nachwirkungen des Krieges sind noch nicht vergessen. Greta hat fast ihr gesamtes Leben in Stockholm verbracht und kehrt jetzt nach Hamburg zurück um die Spuren ihrer verschwundenen Mutter zu folgen. Mit ihrer Art eckt sie in Deutschland an und findet auch keine Stelle als Kosmetikerin. Das ändert sich, als sie Mareike und Trixie findet. Gemeinsam beschliessen die drei Frauen, einen mobilen Schönheitssalon zu eröffnen, um Frauen wieder ein gutes Gefühl zu geben und das Leben wieder geniessen zu können. Und ein Stück vom Glück nach entbehrungsreichen Jahren wünschen sich auch die drei Freundinnen.
          MEINE MEINUNG:
          Ein schöner Titel, ein schönes Cover und eine Geschichte, die nach Leben und Glück und Freiheit klingt. Die Menschen sind nach dem Krieg ausgezerrt und sehnen sich nach Glück. So auch die drei Protagonisten hier in diesem Roman. Aber dass es so einfach nicht sein wird, davon erzählt und Kerstin Sognina mit dieser Geschichte. Vom Schreibstil bin ich schon seit der ersten Seite an begeistert. Das Buch ist so lebendig und lebensnah geschrieben und lässt sich fantastisch lesen. Mit jedem Satz kommt auch die starke Wille und der unbändige Wunsch der drei Frauen nach Freiheit und Glück und Sorglosigkeit beim Leser an. Aber auch der starke und manchmal aussichtlose Kampf dahinter. Wie begleiten sie auf ihrem Weg, hinweg über Steine, und immer mehr merkt man, wie stark sie sind und wie wichtig ihr Zusammenhalt ist und was Freundschaft eigentlich bedeutet. Mich konnte das Buch sofort begeistern und ich habe bis zur letzten Seite mit ihnen mitgegiebert und mitgelitten und mich auch mitfreuen konnen. Eind ganz grossartige Geschichte über starke Frauen und ihre Sehnsucht.
          FAZIT:
          Grossartig, fantastisch und authentisch, emotional und spannend.

          Dreamworx

          Beiträge 43
          27.02.2021

            "Schönheit liegt im Auge des Betrachters" (Thukydides)
            1954. Die Suche nach ihrer Mutter treibt Greta Bergström nach dem Tod ihrer Großmutter Annie von Schweden nach Hamburg und steht unangemeldet bei ihrem Vater Harald vor der Wohnungstür, den sie nach Jahrzehnten wiedersieht. Bevor sie jedoch Harald und seine Familie kennenlernt, stößt sie erst einmal mit Mareike zusammen, die aus der Wohnungstür geschubst wird. Mit Harald, Trude und Ellen fühlt sich Greta schon bald unwohl, zu streng, still und freudlos ist es in dem Haushalt. Einzig ihr Halbbruder Mickey freundet sich mit ihr an, und durch ihn trifft sie auch Mareike wieder, die sich als Friseurin in ihrem Viertel den Lebensunterhalt verdient. Greta, selbst gelernte Kosmetikerin, tut sich bald mit Mareike zusammen und mit Trixie, der Tochter aus wohlhabendem Hause, gründen sie zu dritt den fahrenden Schönheitssalon „Schnieke Deern“, der in einem ausrangierten Lastwagen untergebracht ist. Während die Frauen auf Kundenfang sind und immer mehr voneinander erfahren, treibt Greta die Suche nach ihrer Mutter weiter, lernt die Liebe kennen und erfährt ein paar schreckliche Dinge über ihre eigenen Familienangehörigen. Wie gut, dass man da Freundinnen wie Marieke und Trixie hat…

            Kerstin Sgonina hat mit „Als das Leben wieder schön wurde“ einen sehr gefühlvollen, leicht melancholisch anmutenden Roman vorgelegt, dessen Handlung sich in der Nachkriegszeit abspielt und einige Schicksale beinhaltet, die so wirklichkeitsgetreu geschildert werden, dass sie sich genauso zugetragen haben können. Der flüssige, bildhafte und anrührende Erzählstil lässt den Leser sofort an Gretas Seite treten, um ihr bei ihren Begegnungen und Erlebnissen über die Schulter zu sehen. Die Autorin hat die 50er Jahre wunderbar eingefangen und zaubert mit ihrer leisen und schnörkellosen Sprache Bilder im Kopf des Lesers hervor, der die alten Nissenhütten vor sich sieht, die Wohnungsknappheit im Hamburg, aber auch die Armut der Menschen, die eine neue Frisur oder eine Gesichtsmassage mit Lebensmitteln bezahlen wollen, weil kein Geld da ist, der rollende rote Schönheitssalon sowie die Streifzüge durch Hamburg, aber auch die Heilanstalt in Hadamar. Durch die drei Hauptprotagonistinnen unterschiedlicher Herkunft lernt der Leser nach und nach die Schicksalsschläge einer jeden kennen, aber auch deren Träume und Wünsche für ihr zukünftiges Leben. Dabei entwickelt die Autorin behutsam nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen weiter, sondern legt nach und nach einige Geheimnisse offen, die den Leser durch eine Achterbahn der Gefühle jagen, denn es wird eine Bandbreite an Themen offenbart, die das Leben der Protagonisten beherrschen. Da geht es um Kindesentzug, Alkoholismus, Armut, Verschwiegenheit innerhalb der Familie, Nazivergangenheit, Misshandlung der eigenen Kinder. Aber so war es damals und gerade dieses lebendige Bild der vergangenen Zeit fasziniert, erschreckt und macht nachdenklich.

            Die Charaktere sind mit ihren Ecken und Kanten sehr glaubwürdig und authentisch in Szene gesetzt, sie sprühen vor Leben, so dass der Leser schnell Zugang zu ihnen findet und mit ihnen leidet, bangt und hofft. Greta ist eine offene und selbstsichere junge Frau, die nach außen Fröhlichkeit verbreitet, doch innerlich auch zerrissen ist. Mareike trägt das Herz auf der Zunge, ist fürsorglich und hilfsbereit zu jedem. Trixie kümmert sich um ihre demente Mutter, ist unglücklich verliebt, wirkt etwas naiv, hat aber ein gutes Stilgefühl. Mickey hat Musik im Blut und ein großes Herz. Felix ist zurückhaltend, anständig und beschützend. Harald hat sich in sich zurückgezogen, kommt mit dem Leben nur schwer zurecht. Trude wirkt verbittert und hart. Aber auch Fr. Wilkins, Renate, Elfriede, Benno und viele weitere haben wichtige Rollen übernommen.

            „Als das Leben wieder schön wurde“ ist sowohl eine Suche als auch ein Hoffnungsschimmer. Eine Reise in die 50er Jahre, so lebendig wie traurig, voller Bilder und Emotionen, hart an der Realität. Ein Roman, der einen nicht loslässt. Sehr zu empfehlen!

            nati

            Beiträge 26
            18.02.2021

              Sonne in den Alltag bringen
              Hamburg 1954 – Nach 15 Jahren kam Greta Bergström nach Hamburg zurück. Sie war bei ihrer Großmutter in Stockholm aufgewachsen. Da diese nun verstorben war, stand sie unangemeldet bei ihrem Vater vor der Tür. Sie wollte Licht ins Dunkel bringen, weshalb ihre Mutter Linn 1941 plötzlich verschwand. Ihre Arbeitssuche in einem Kosmetiksalon gestaltet sich hoffnungslos. Doch das ändert sich, als sie Marieke, die aus Ostpreußen fliehen musste und ihren Nachbarinnen die Haare machte, kennenlernte sowie die junge Trixie aus Blankenese, die in einem amerikanischen Soldaten verliebt war. Alle drei hatten Träume, die im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben sind. Da in Hamburg Wohnraum und Läden knapp waren, hatten sie die Idee einen Lastwagen als mobilen Schönheitssalon umzubauen. Sie wollten ihren Kundinnen ein Stück Lebensqualität zurückbringen.

              Als Leser begleiten wir die drei jungen Frauen, die von einem Neuanfang träumen. Greta begibt sich Stück für Stück auf die Suche nach ihrer Mutter und muss lernen mit der Wahrheit klar zu kommen. Auch Marieke kämpft um ihren kleinen Sohn Franz, der von den Behörden in ein Heim gesteckt wurde, weil sie unverheiratet war und als Kellnerin gearbeitet hat, die zum damaligen Zeitpunkt nicht gut angesehen waren. Auch Trixie hat ihr Päckchen zu tragen, sie kümmert sich rührend um ihre demente Mutter und ist auf der Suche nach einem amerikanischen Soldaten. Die Menschen kämpfen gegen die dunklen Jahre an und wollen wieder ein Stück Sonne sehen.

              Obwohl mir das Buch gut gefallen hat, fühle ich mich ein wenig hin- und hergerissen. Auf der einen Seite wollte ich natürlich wissen wie die Suche nach Linn weitergeht und wie sich der Schönheitssalon entwickelt, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass ich von den Protagonisten auf Distanz gehalten und nicht warm mit ihnen wurde.

              Gleichzeitig tauchten in dem Buch viele Probleme der damaligen Zeit auf, die Behandlung von Geisteskrankheiten, Misshandlung von Kindern, die Verarbeitung von Kriegstrauma, die Rechte der Frauen und einiges mehr. Diese Themen wurden nur angerissen, besser wäre es gewesen, sich auf einige zu konzentrieren und diese ausführlicher zu beschreiben. Hier trifft es zu, wenn man sagt, weniger wäre mehr.
              Trotzdem hat mir die Reise in die Vergangenheit angenehme Lesestunden bereitet.

              sommerlese

              Beiträge 108
              06.02.2021

                Hier trifft Nachkriegsstimmung auf neuen Lebensmut
                Der Roman spielt in der Nachkriegszeit und zeigt die Situation sehr lebendig am Beispiel der Frauen Greta, Marieke und Trixie.

                Greta Bergström wurde in Schweden von ihrer Oma Annie großgezogen, nach deren Tod reist sie zu ihrem Vater, der in Hamburg mit seiner neuen Familie lebt. Dort ist sie nicht willkommen, nur ihr Halbbruder Mickey hält mit ihr Kontakt. Nun sucht sie dringend nach einer Bleibe und Arbeit und lernt Marieke und Trixie kennen. Gemeinsam bauen sie einen alten Lkw zu einem Schönheitsmobil um und finden viele dankbare Kundinnen. Greta ist für Tinkturen und Cremes zuständig, Marieke frisiert und Trixie ist als Modeberaterin aktiv. Durch diese Tätigkeit erhält man Einblick in viele Frauenschicksale, die von der tristen und schweren Nachkriegszeit berichten.

                Greta hat in Hamburg nicht nur eine neue Heimat gesucht, eigentlich wollte sie das Schicksal ihrer Mutter aufspüren, die nach Schweden zu Greta zurückkehren sollte, aber in den Wirren des Krieges verschwand. Diese Geschichte war für mich der interessanteste Part im ganzen Roman.

                Der Erzählstil ist sehr flüssig, unterhaltsam geschrieben und mit vielen bildhaft geschilderten Szenen auch sehr abwechslungsreich zu lesen. Die Themen der Nachkriegsjahre werden hier sehr deutlich aufgezeigt und man bekommt einen umfassenden Eindruck dieser Zeit. Die Wohnsituation war sehr beschränkt und häufig armseelig und die Menschen litten Hunger. Immer wieder zeigt sich, wie sehr die gesellschaftliche Stellung der Männer gegenüber den Frauen dominierte. Viele Frauen liebten amerikanische Soldaten und wurden damit von der Bevölkerung geächtet. Alleinerziehende Frauen hatten ihre Not, für sich und das Kind zu sorgen. In vielen Familien herrschte häusliche Gewalt, viele litten unter ihren Erlebnissen des Krieges und der Flucht. Hinein in diese triste und graue Stimmung bringen die drei Freundinnen ihr Schönheitsmobil und Mickey seinen Traum von Jazzmusik.

                Die unzähligen Beschreibungen und zahlreichen menschlichen Schicksale habe ich interessiert verfolgt und auch die unterschiedlich gezeichneten Charaktere sind der Autorin gut gelungen. Dennoch habe ich zu keiner der Frauen eine tiefere Verbindung aufbauen können. Gretas Suche nach ihrer Mutter klärte sich in der Handlung nach und nach auf, allerdings verlor mein Interesse daran merklich.

                Durch die Menge an Informationen ging der Tiefgang der Geschichte verloren und der Fokus lag nicht so intensiv auf einer bestimmten Protagonistin, wie ich es mir gewünscht hätte.

                Ein lebendig erzählter Roman mit vielen Handlungssträngen, der die Nachkriegszeit gut aufzeigt, aber durch die Themenvielfalt auch nicht so tiefgründig und fesselnd wirkt.

                AntjeDomenic

                Beiträge 46
                30.01.2021

                  Es war mein erstes Buch, was ich von der Autorin gelesen habe. Und es wird auch nicht das Letzte gewesen sein, so viel kann ich vorab schon sagen. Der Schreibstil ist flüssig und sehr lebendig. Ich konnte mich direkt in die Geschichte und das Leben der drei Frauen gut einfinden. Auch das Cover ist wirklich schön gestaltet wurden.


                  Dieses Buch hat eine wunderbare Botschaft und auch wenn es viele Seiten hat bin ich im Nu durch gewesen, denn es hat mich wirklich ab Seite 1 begeistert bis zum Ende hin. Ein Buch, das mir Mut macht und da stehe ich sicherlich nicht alleine da mit meiner Meinung. Die Menschen sind zauberhaft und sehr reell beschrieben. Ich hatte keine Probleme in die Geschichte mich einzufinden.


                  Ich würde mich freuen, wenn es weitere Bücher von der Autorin gibt, denn diese werde ich dann auf jeden Fall auch lesen. Ich vergebe daher 5 Sterne!

                  Arietta

                  Beiträge 56
                  27.01.2021

                    Inhaltsangabe: Quelle Wunderlich Verlag

                    Mit Lippenstift und Lebensmut. Drei Frauen bringen mit ihrem mobilen Schönheitssalon Farbe in das Hamburg der 50er Jahre.

                    1954 sind die dunklen Jahre vorbei, die Wunden des Krieges jedoch noch lange nicht verheilt. Greta Bergström hat fast ihr gesamtes Leben in Stockholm verbracht, bei ihrer Ankunft in Hamburg ist der Himmel über der Stadt so grau wie die Seelen der Menschen. Mit ihrer offenen Art eckt die fröhliche Schwedin überall an, eine Stelle als Kosmetikerin sucht sie vergebens. Alles ändert sich, als Greta sich mit zwei Frauen anfreundet: Marieke, die aus Ostpreußen fliehen musste und den Nachbarinnen in den Altonaer Nissenhütten die Haare macht; und Trixie, die im feinen Blankenese lebt und unglücklich in einen amerikanischen Soldaten verliebt ist. Gemeinsam beschließen die drei Frauen, einen mobilen Schönheitssalon zu eröffnen. Ihre Kundinnen sollen sich wieder wohl in ihrer Haut fühlen, das Leben endlich wieder genießen. Nach den schweren Jahren ein Stück vom Glück zu finden, davon träumen auch die drei Freundinnen…

                    Meine Meinung zur Autorin und Buch
                    Es war mein erster Roman von Kerstin Sgonina, und ich war sehr begeistert von ihrem Roman der in den 50er Jahren spielt. Ich selbst bin ein Kind dieser Zeit, und sie hat die damalige Jahre sehr gut wiedergegeben. Es geht um die Rolle der Frauen im Nachkriegsdeutschland, die Armut, Hamburg zerstört, viele wohnen sehr beengt, alles ist immer noch Knapp. Es war mir ein vergnügen in die damalige Zeit abzutauchen, viele Erinnerungen wurden wach, man war da noch nicht so verwöhnt und freute sich über jede Kleinigkeit. Der Schreibstil ist sehr flüssig, Bildhaft und sehr mitreißend. Ihre einzelnen Figuren wirken sehr authentisch, auch deren Charaktere, ich konnte mich gut in sie hinein fühlen. Es wäre toll wenn es noch eine Fortsetzung geben würde.

                    Ich mochte Greta auf Anhieb, und konnte ihre innere Zerrissenheit förmlich spüren. Sie hat es nicht leicht als sie 1954 in Hamburg ankommt, sie wurde von ihrer Oma Annie in Stockholm großgezogen. Eine Frau die ihr viel Liebe gegeben hat. Mit 7 Jahren ging sie 1941 mit Annie von Hamburg zurück nach Stockholm, ihre Mutter Linnea ist Spurlos verschwunden, warum und weshalb das möchte Greta herausfinden. Annie ist Tod , und so sucht sie ihren Vater und dessen neue Familie auf. Der Empfang war mehr als frostig, Trude die Frau des Vaters ein Eisklotz, Ellen ihre Halbschwester, lehnte sie auch ab, eine wirklich komische Familie in der man sich unwohl fühlen muss. Bis auf ihren Halbbruder Mickey, der sie herzlich begrüßt und hinter ihr steht. Sie lernt seine Freundin Marieke kennen, offen und mit dem rechten Fleck auf dem Herzen, ihr schüttet sie ihr Herz aus, und erzählt von der Erfolglosen Arbeitssuche als Kosmetikerin. Schließlich beschließen sie ihren eigenen Salon aufzumachen, Marieke als Friseurin, und Greta als Kosmetikerin. Den beide finden , das die Frauen auch wieder Lichtblicke brauchen. Die beiden lernen durch Zufall Trixi kennen, als Greta bei deren Mutter Renate eine Freundin von ihrer Mutter nach Spuren von ihrer Mutter sucht. Die drei werden zu Freundinnen, obwohl die drei so Grundsätzlich verschiedenen sind, Marieke die aus dem Osten geflohen ist, Trixi die ihrer großen Liebe einem Amerikanischen Soldaten nach trauert, mit ihrer Demenzen Mutter im Schlepptau, die aus dem feinen Blankenese stammt. Und Greta die ihre Mutter sucht, und doch vereint die drei viele Gemeinsamkeiten, jede hat ein Päckchen zu tragen, und ihren Traum ihr Glück zu finden. Es war so schön die drei auf ihren Wegen und Träumen zu begleiten . Ich habe oft mitgefiebert ob auch alles klappt, es waren Wege durch Höhen und Tiefen , aber aufgeben war kein Obsession . Allein ihr knallrotes Schönheitsmobil , mit dem sie herum Touren, bis in die DDR, ich hätte mich am liebsten von den dreien verwöhnen lassen und habe sie bewundert, für ihren Wagemut in der damaligen Zeit. Wird Greta bei der Spurensuche nach Ihrer Mutter fündig und erfährt warum sie spurlos in den Kriegswirren 1941 verschwunden ist ? Es wird spannend und man hofft mit das Greta, Trixi und Marieke am Ende doch noch ihr Glück finden und Ihre Träume sich erfüllen.