Richard Roper

Das Beste kommt noch

Es ist nie zu spät für einen Neuanfang – und für die große Liebe.
Andrews Beruf ist der Tod. Seine Arbeit als Nachlass-Verwalter ist nichts für Zartbesaitete, aber zum Glück wartet auf ihn zuhause eine liebevolle Familie, die ihn aufheitert - glauben zumindest seine Kollegen. Aber das ist eine Notlüge, die irgendwann ein Eigenleben entwickelte. In Wahrheit wohnt Andrew allein in einem Londoner Ein-Zimmer-Apartment in und führt ein genauso einsames Dasein wie seine Verstorbenen kurz vor ihrem Tod. Das ändert sich, als eine neue Kollegin in der Abteilung anfängt. Peggy bringt frischen Wind in Andrews Welt und sein Herz schlängt in ihrer Nähe schneller. Das Problem: Peggy ist verheiratet, hat zwei Kinder und glaubt, Andrew wäre in der gleichen Situation.


Autorenbild Foto von Richard Roper

Der  Autor

Richard Roper arbeitet als Sachbuch-Lektor für einen großen Londoner Verlag. Niemals hätte er sich träumen lassen, dass sein Debüt-Roman bereits vor Erscheinen für Furore sorgen würde: Die nationalen und internationalen Verlage rissen sich förmlich um die Veröffentlichungsrechte, mit dem Ergebnis, dass "Das Beste kommt noch" in 19 Ländern erscheint. Der überglückliche Autor lebt in London und schreibt an seinem zweiten Roman.


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Rezensionen

misery3103

Beiträge 27
eine Antwort 15.03.2020

Gegen die Einsamkeit

Andrew ist Nachlassverwalter im Auftrag der Stadt. Er durchsucht die Wohnungen Verstorbener auf der Suche nach Geld und eventuellen Angehörigen. Als er eine neue Kollegin bekommt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützt, merkt er schnell, wie gut ihm ihre Nähe tut – obwohl er sich normalerweise von Menschen fern hält. Das Problem ist nur, dass Peggy verheiratet ist – und seine Kollegen glauben, dass auch er eine glückliche Ehe führt und zwei Kinder hat. Auch wenn das eine Lüge ist, kann Andrew nicht plötzlich die Wahrheit sagen. Und nach und nach verzweifelt er auch daran, dass immer mehr Menschen einsam sterben. Kann er etwas daran ändern?

Andrews Job ist wirklich deprimierend. Eigentlich ist er damit beendet, wenn er in der Wohnung fündig wird oder nicht und die Beerdigung organisiert hat. Doch Andrew geht auch zu den Beerdigungen, wo er oft der einzige Besucher der Messe ist. Mit Peggys Auftauchen ändert sich das, denn auch sie will die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg nicht alleine lassen.

Andrew und Peggy fand ich toll. Beide zusammen sind witzig – und sie machen sich wirklich was aus den Verstorbenen. Die sich anbahnende Liebesgeschichte ist sehr liebevoll erzählt und Andrews Lebenslüge bringt ihn immer mehr in Bedrängnis – vor allem, als Peggys Ehe vor einem Ende steht. Die sonstigen Kollegen sind wirklich Nieten, sehr merkwürdige Ansammlung verschiedener Menschen, die selbst mich zur Verzweiflung trieben.

Ich mochte das Buch, auch wenn die Geschichte auch neben Andrews und Peggys Zusammensein sehr traurig ist. Leider entspricht es wohl wirklich der heutigen Zeit, dass immer mehr Menschen einsam sterben und sich niemand darum schert. Das fand ich bedrückend.

Insgesamt ein schöner Roman über Einsamkeit und einer Idee, diese zu beenden. Nett!

  • Annette126

    Beiträge: 16
    25.03.2020

    Wow. Ich bin so begeistert von Deiner Rezension. Da bin ich wirklich platt wie eine Briefmarke gewesen, als ich die jetzt gelesen habe. Und dafür bekommst Du auch heute ein grosses Lob von mir.

schnäppchenjägerin

Beiträge 71
eine Antwort 13.03.2020

Andrew Smith ist 42 Jahre alt und arbeitet als Nachlassverwalter bei der Bezirksverwaltung in London. Seine Aufgabe ist es, durch Inspektionen in den Wohnungen einsam Verstorbener mögliche Verwandte ausfindig zu machen und Vermögen für die Finanzierung der Beerdigung aufzufinden. Es ist ein trauriger Job, den er sehr gewissenhaft ausübt und den Menschen respektvoll die letzte Ehre erweist.
Als sein Vorgesetzter Cameron auf die Idee einer Teambuilding-Maßnahme kommt und die Veranstaltung von Dinnerpartys bei Kollegen vorschlägt, hat Andrew ein Problem. Bei seinem Bewerbungsgespräch hatte er behauptet, Frau und Kinder zu haben und die Notlüge nie aufgeklärt, sondern immer weiter gesponnen. Dies wird ihm weiter zum Verhängnis, als er Gefühle für seine neue Kollegin Peggy entwickelt. Diese hält ihn im Glauben, dass Andrew glücklich verheiratet ist, auf Abstand. Andrew hat Angst, allein und einsam zu sterben, wie die Nachlasse, die er tagtäglich bearbeitet.

Andrew ist ein sympathischer Eigenbrötler, der in einem Ein-Zimmer-Apartment wohnt, leidenschaftlich Platten von Ella Fitzgerald hört und nur virtuelle Kontakte zu Modelleisenbahn-Freunden in einem Internetforum pflegt. Er ist introvertiert und scheut den Kontakt zu anderen Menschen, was sich erst ändert, als er Peggy kennenlernt, die ihm mit ihrer offenen und unkomplizierten Art gefällt. Auch wenn Andrew sich Peggy gegenüber gern öffnen würde, hat er die Befürchtung, durch die Aufklärung seiner Lüge ihre Freundschaft zu gefährden.

Die Geschichte dreht sich um Ängste und Einsamkeit, was durch den ungewöhnlichen Beruf, den Andrew ausübt, im Vordergrund steht und Andrews Leben ausmacht. Er hat jeden Tag mit dem Tod zu tun, was beklemmend ist und scheint zudem eine Last aus der Vergangenheit mit sich zu herumzutragen, die ihn daran hindert, offen auf andere Menschen zuzugehen und ihnen Vertrauen zu schenken.
Der Roman liest sich dennoch nicht schwermütig, hat einige makabere, aber auch amüsante Momente. Peggy bringt ein bisschen Licht in Andrews Alltag und es ist schön zu sehen, wie er sich zu verändern beginnt und erkennt, dass sein leben auf einer Lüge aufgebaut ist, die es ihm nicht ermöglicht, glücklich zu werden.

"Das Beste kommt noch" ist eine Geschichte über Freundschaft und den Mut, einen Neuanfang zu wagen, die unterhaltsam und charmant geschildert ist, die aber durch Andrews und Peggys Probleme und der Auseinandersetzung mit den Themen Tod und Einsamkeit nicht oberflächlich bleibt.
Der Roman prangert ohne erhobenen Zeigefinger und mit einer angenehmen Leichtigkeit den Individualismus in unserer modernen Gesellschaft an, in der Menschen über Wochen und Monate tot in ihren Wohnungen liegen können und regt damit zum Nachdenken an. Gleichzeitig ist es eine warmherzige, hoffnungsvolle Erzählung über Freundschaft und Liebe.

  • Annette126

    Beiträge: 16
    25.03.2020

    Deine Rezi hat mir so gefallen, das ich mir das Buch schonmal vorgemerkt habe. Du hast diese so leidenschaftlich geschrieben. Super.

hasi_rasi

Beiträge 107
eine Antwort 11.03.2020

…. erledigt Andrew seine Arbeit als Nachlassinspektor. Er ist dafür zuständig, die Familien einsam Verstorbener ausfindig zu machen und, wenn er keine Angehörigen ermitteln kann, die Beerdigung zu organisieren. 25 Begräbnisse waren es im Vorjahr und an jeder hat er teilgenommen, oft als einziger neben dem Pfarrer: „... die Vorstellung, dass am Ende niemand bei diesen Verstorbenen war, der bezeugte, dass die Menschen gewesen waren, die gelitten und geliebt hatten - diese Vorstellung konnte Andrew einfach nicht ertragen.“ (S. 91)
Über sein Privatleben denken seine Kollegen, dass er in einem Stadthaus lebt, seine Frau Diane Anwältin ist und die beiden Kinder kaum Probleme machen. In Wahrheit lebt Andrew in einem winzigen, heruntergekommenen 1-Zimmer-Appartement, dessen Boden komplett von einer Modelleisenbahn belegt ist. Seine ganze Freizeit und den größten Teil seines Gehaltes opfert er dafür, seine einzigen Freunde sind die Mitglieder des Modellbahn-Forums im Internet.
Erst als ihm Peggy, eine neue Kollegin, zugeteilt wird, beginnt er an seinem Lebensentwurf zu zweifeln. Peggy holt ihn aus seinem Schneckenhaus und bringt Farbe und Aufregung in sein Leben, tut ihm richtig gut. Er mag sie immer mehr, aber sie ist verheiratet und denkt das gleiche von ihm. Er muss etwas ändern, denn: „Wenn er diese Lüge weiterhin aufrechterhielt, würde das ein einsamer Tod sein.“ (S. 165)

Andrew ist ein sehr genügsamer, einfacher und vor allem einsamer Mensch. Seine Eltern sind relativ früh verstorben und seine ältere Schwester ist lange durch die Welt gereist. Jetzt meldet sie sich einmal im Vierteljahr bei ihm, gesehen haben sie sich vor 7 Jahren das letzte Mal. Sein Leben klingt trostlos, aber meist empfindet er es nicht so, denn er hat sich gut mit seinen Schwindeleien eingerichtet. Aber dann passiert etwas und das Lügengebäude droht einzustürzen.

Andrew wirkt oft altmodisch und wie aus der Zeit gefallen. Er hat kein Smartphone und nur einen uralten Computer, am liebsten hört er alte Ella-Fitzgerald-Schallplatten. Zudem hat er sich schon ewig keine neuen Klamotten mehr gekauft – inzwischen sind seine alten schon wieder in. Ich mochte ihn auf Anhieb und hatte oft Mitleid mit ihm, habe ihn aber auch für seinen Job bewundert, den ich nicht machen könnte. Die Wohnungen der Verstorbenen sind oft zugemüllt, die Toten werden zum Teil erst nach Monaten gefunden, entsprechend riecht es dann auch.

Richard Roper hat ein sehr gefühlvolles und nachdenklich machendes Debüt geschaffen. Beim Lesen stellt man sich die Frage, wie und mit wem man leben will, und vor allem, wie sterben. Einsam auf keinen Fall.
Das erste Drittel und das Ende des Buches haben mir besonders gut gefallen, dazwischen gab es für meine Begriffe ein paar kleine Ungereimtheiten, die meinen Lesefluss etwas gestört haben.
Der Autor hat einen feinen Humor und beschreibt seine Protagonisten sehr liebevoll, sie sind trotz ihrer kleinen Schwächen sympathisch. Die sich langsam entwickelnde Verbindung zwischen Peggy und Andrew habe ich gern begleitet.

Mein Tipp für alle, die emotionale Bücher mögen, welche zum Nachdenken anregen.

  • Annette126

    Beiträge: 16
    25.03.2020

    Ich liebe emotionale Bücher, die zum Nachdenken anregen, über alles. Du hast mich daher sehr überzeugt, das ich mir dieses Buch noch zulegen werde.

Stefanie_booksweetbook

Beiträge 10
11.03.2020

Humorvoll und traurig zugleich ❤
Der Klappentext hat mich doch sehr neugierig gemacht. Ein Mann der als Nachlassverwalter täglich mit dem Tod zu tun hat und seinen Kollegen vortäuscht, eine Familie zu haben, klang für mich nach einer sehr interessanten, aber auch traurigen Geschichte, die ich unbedingt lesen wollte.

Ich hatte Andrew, ab der ersten Seite in mein Herz geschlossen. Er ist eher zurückhaltend und oft auch im Umgang mit seinen Mitmenschen unsicher. Er ist eine einsame Seele, die das Herz am rechten Fleck hat.
Ich fand es so schön von ihm, den Verstorbenen deren Nachlass er verwaltete, die letzte Ehre erwies und meist als einziger den Beerdigungen beiwohnte. Das hat mich sehr gerührt. ❤
Die Geschichte führt dem Leser vor Augen, wie viele Menschen ganz alleine leben und sterben, ohne das es jemand merkt. Oft werden sie erst Monate später tot aufgefunden. Ein sehr trauriger Gedanke.
Dennoch ist hier auch einiger Humor zu finden und ich musste oft über Andrews Gedanken und Handlungen schmunzeln. Als dann noch Peggy, seine neue Arbeitskollegin hinzukommt, blüht er auf. Ich mochte Peggy sehr, sie ist ein wahrer Sonnenschein, obwohl auch sie ihre Probleme hat.
Die Charakteren sind mir alle ans Herz gewachsen, mit all ihren Eigenarten, Ecken und Kanten.
Fazit
Ein zum Nachdenken anregender Roman, der unbedingt mehr Beachtung verdient. Ein Roman mit Witz, Charme, liebenswerten Protagonisten und einer tiefgründigen Thematik, die der Autor bildlich und wunderbar in Worte gefasst hat. Für mich ein

Lesehighlight imLesemonatMärz ❤
Daher vergebe ich eine absolute #Leseempfehlung und 5 verdiente Sterne.

Rebecca1

Beiträge 9
09.03.2020

Andrew ist Anfang 40, alleinstehend und in meinen Augen auch etwas verpeilt. Sein größtes und einziges Hobby ist seine Modelleisenbahn und seine einzigen Freunde sind die Chat-Mitglieder mit dem gleichen Hobby. In seiner Wohnung kann er sich >wegen der allumfassenden Eisenbahnlandschaft, die er auch immer jahreszeitengerecht ändert< nur gaaanz vorsichtig bewegen.
Sein Geld verdient er als Nachlassverwalter für Menschen, die keine Verwandten oder sonstige "Kümmerer" bei ihrem Ableben haben, sucht er nach Werten, um die Beerdigung bezahlen zu können. Im Büro denken alle, er hat daheim eine kleine, glückliche Familie - Frau und 2 Kinder. So hat er es ihnen damals, kurz nachdem er in diesen Job eingestiegen ist, erzählt, um so normal wie möglich zu erscheinen. Wer gibt schon gerne zu mit 42 noch Single und ohne echte Freunde dazustehen. Ja und dann hat sich diese Aussage mit der Zeit immer mehr verselbständigt, auf Nachfrage wurden heimische Probleme erfunden und Urlaube nach Frankreich gemacht... Für die Richtigstellung war nie der richtige Zeitpunkt, obwohl Andrew anfangs noch mit dem Finden von Antworten auf persönliche Fragen seine Schwierigkeiten hatte, wurde er darin immer besser. Bis dann der Chef vorschlug um das Kollektiv zu festigen reih um bei jeden zu Hause ein Abendessen durchzuführen…
Ja, den Chef fand ich herrlich. Immer wieder lässt er sich neue, meist sinnlose Dinge einfallen. Tut sie kund, verfolgt sie dann aber nicht weiter und schon kommt eine neue sinnfreie Idee von seiner Seite. Köstlich!
Überhaupt finde ich die Figuren in diesem Buch sehr gut beschrieben. Da geht gleich das Kopfkino an und man denkt: ja so einen Menschen kenne ich auch.
Das Beste ist aber Andrew. An sich sehr introvertiert, auf der anderen Seite aber auch so emphatisch. Beispielsweise lässt er es sich nicht nehmen an der Beerdigung "seiner" Toten teilzunehmen, weil es ihm leidtut, wenn keiner zu deren Beerdigung kommt. Zu seinem Job zählt diese Geste jedenfalls nicht. Erst als Diane, eine neue Kollegin, die er in seinen Job einarbeiten soll ins Spiel kommt, beginnt Andrew sich ganz langsam zu öffnen. Sogar Gefühle lässt er zu. Ich habe mich für ihn gefreut.
Gleichzeitig wird im Buch aber auch das Thema - Einsamkeit im Alter - verdeutlicht und hat mich nachdenklich gestimmt. Die Zahl derer, die lange Zeit unbemerkt tot in ihrer Wohnung liegen, nimmt immer mehr zu. Wenn man dann auch noch daran denkt, dass diese einsamen Menschen sicher auch vor ihrem Tod keine Kontakte und somit auch keine Hilfe hatten, wird das Ausmaß der Missstände in der derzeitigen Gesellschaft noch deutlicher.
Mich hat der Autor mit seinem humorvollen Schreibstil nicht nur gut unterhalten, nein das Buch hat mich auch nachdenklich gestimmt. Von mir gibt's 5 Lese-Sterne.

Bibliomarie

Beiträge 25
25.03.2020

    Eine kleine Unaufmerksamkeit lässt Andrew beim Einstellungsgespräch einer städtischen Behörde mit „Ja“ antworten – es war die Frage nach Ehefrau und Kindern – und nun kommt er aus der Nummer nicht mehr raus. Immer mehr muss er seine Geschichte ausschmücken, wenn der harmoniebedachte Chef sich nach der Familie erkundigt. Das ist eigentlich Andrews einzige Abwechslung in seinem privaten und beruflichen Dasein. Er ist amtlich bestellter Nachlassverwalter, für all die alten und einsamen Menschen, die unbemerkt in ihren Wohnungen versterben. Seine Arbeit hat ihn nicht abstumpfen lassen, im Gegenteil, jeden Auftrag versucht er mit Empathie zu erledigen. Egal, wie verwahrlost und vermüllt die Wohnungen sind, die er betritt, immer versucht er etwas Positives im Leben der Verstorbenen zu finden.

    Doch als die neue Mitarbeiterin Peggy kommt, werden seine ganzen Pläne über den Haufen geworfen.
    Was auf den ersten Blick wie ein eintöniges Leben wirkt, ist auf den zweiten Blick vielschichtiger. Mit Andrew lernen wir einen Mann kennen, der sich nicht freiwillig zurückgezogen hat, aber allmählich damit abgefunden hat. Es scheint ihm an Antrieb zu fehlen, seine Situation zu ändern. Aber dennoch bleibt er ein sympathischer Charakter. Ich finde diesen Protagonisten typisch „englisch“ – ein wenig verschroben und eigenbrötlerisch. Auch die Geschichte wirkt erst recht makaber, mit skurrilem Humor, aber dann spürt man auch die Anteilnahme des Autors mit seiner Figur und seinem Plot.

    Mir hat dieser Roman wirklich gut gefallen, der Plot ist ausgefallen und mit viel Witz und Empathie umgesetzt. Alle Figuren, ob sympathisch oder Unsympathen, wie Andrews Schwager Carl, sind sehr gut portraitiert. Ich habe auch die Erzählweise von Richard Roper genossen, er schreibt unterhaltsam und kurzweilig zu lesen. Vom Drama bis zur Liebesgeschichte ist alles drin, was gute Unterhaltung ausmacht.

    Das Fazit: es ist nie zu spät, dem Leben eine neue Richtung zu geben.

    SiWel

    Beiträge 14
    23.03.2020

      Das Beste kommt noch von Richard Roper wirkt auf den ersten Blick wie ein leichter, lockerer und witziger Roman. Zumindest erweckt der lose Einband diesen Eindruck. Entfernt man den dann um besser in dem Buch lesen zu können, erscheint ein rauher mattierter schwarzfarbener fester Einband, der einen sehr edlen Eindruck hinterlässt und für meinen Geschmack wesentlich besser zum Inhalt passt. Für mich weist er auf die aktuelle Thematik die hier abgehandelt wird hin, nämlich auf die Vereinsamung vieler Menschen.

      " Wir haben uns aus den Augen verloren " ist der Satz, den Andrew in seinem Job als Nachlassverwalter der Londoner Stadtverwaltung am meisten zu hören bekommt. Ziemlich trist, genauso wie das Leben in seinem in die Jahre gekommenen Ein Zimmer Apartment. Freunde hat er nur im Netz, im Eisenbahnforum und für sein eigenes Wohlbefinden hat er sich eine Frau und zwei Kinder erfunden die mit ihm zusammen in einer schönen Stadtvilla leben. Dann tritt eine neue Arbeitskollegin in sein Leben, für die sein Herz anfängt zu schlagen.

      Die Charaktere Andrew und Peggy waren mir von Anfnag an sympathisch. Besonders gut hat mir gefallen, dass beide im Laufe der Geschichte positive Entwicklungen machen.

      Der Schreibstil ist einfach und gut lesbar. Mal locker, witzig, interessant, traurig und aufrüttelnd wird flüssig erzählt. Eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit, Leichtigkeit und Verliebtheit.

      weberin

      Beiträge 16
      20.03.2020

        Der Roman „Das Beste kommt noch“ von Richard Roper hat mich v.a. wegen des Covers angesprochen und schon der erste Satz des Klappentextes „Andrews Beruf ist der Tod.“ weckte meine Neugier, weil beides (Cover und Klappentext) auf jeden Fall eine etwas andere Geschichte versprachen.

        Im Roman geht es um Andrew, der als Nachlassverwalter täglich mit dem Tod einsamer, meist älterer Menschen zu tun hat. Sein Alltag ist bis auf den wohl nicht alltäglichen Beruf, eher eintönig. Zum Schutz vor seinen neugierigen Kollegen hat sich Andrew ein anderes Leben als sein eigenes, einsames und durchschnittliches zusammen erdacht: Er hat eine imaginäre Frau, die hübsch und sehr erfolgreich ist, zwei Kinder und wohnt in einem schönen Haus. In Wirklichkeit kehrt er jeden Tag in eine kleine Wohnung zurück, wo niemand auf ihn wartet außer die Menschen, die er über ein Internet Forum für Modelleisenbahnliebhaber kennengelernt hat und mit denen er sich im Internet austauscht.
        Sein Leben würde wohlmöglich immer so weitergehen, wenn nicht eines Tages seine neue Kollegin Peggy alles auf den Kopf stellen würde. Außerdem hat sein Chef die grandiose Teambuilding Idee, dass sich alle Mitarbeiter abwechselnd bei einem der Kollegen zum Abendessen treffen. Andrews Lügengebilde gerät also ins Wanken, vor allem als die Gefühle, die er für Peggy entwickelt, immer stärker werden…

        Was sich auf den ersten Blick wie eine etwas makabre Liebesgeschichte liest, hatte doch mehr Tiefgang als erwartet. Den Protagonisten Andrew schließt man wegen seiner Eigenheiten und seiner Eigentümlichkeit sofort ins Herz, man wünscht ihm, dass er nicht so endet, wie seine „Klienten“. Als dann Peggy sein Leben gehörig durcheinander wirbelt, fiebert man mit, ob er mit ihr vielleicht endlich ihr Glück findet.

        Der Roman ist in einem lockeren Stil geschrieben, ein wenig makabrer Witz und schwarzer Humor fehlt auch nicht, für mich war die Lektüre daher wirklich kurzweilig!

        hapedah

        Beiträge 4
        17.03.2020

          Beinahe täglich inspiziert Andrew in seinem Job bei der Stadtverwaltung die Wohnungen verstorbener Personen, immer auf der Suche nach Angehörigen dieser einsamen Menschen. Auch im Privatleben ist er einsam, doch keiner seiner Kollegen ahnt etwas davon. Denn um den Job zu bekommen, hat Andrew angegeben, eine Ehefrau und zwei Kinder zu haben - im Lauf der Jahre hat sich diese Lüge immer weiter aufgebläht, an manchen Tagen träumt er beim Aufschließen der Haustür davon, dahinter seine imaginäre Familie zu finden.

          Als Peggy neu in Andrews Abteilung anfängt, weht ihm ein frischer Wind ins Gesicht, die quirlige und positiv gestimmte Kollegin wird bald eine gute Freundin für den einsamen Mann. Doch sie hat einen Ehemann und zwei Kinder und wie alle Anderen glaubt auch Peggy, dass Andrew ein glücklich verheirateter Familienvater ist......

          In seinem Roman "Das Beste kommt noch" beschäftigt sich Richard Roper sehr einfühlsam mit dem Thema Einsamkeit. Davon sind nicht nur die Verstorbenen vor ihrem Tod betroffen, auch der Protagonist Andrew lebt isoliert in seiner kleinen Wohnung, seine Kontakte beschränken sich auf die vierteljährlichen Pflichtanrufe seiner Schwester und dem Chat in einem Forum für Modelleisenbahnfreunde.

          Die Schicksale einiger von Andrews Klienten haben mich beim Lesen betroffen gemacht, oft sind es Kleinigkeiten, durch die sich die Menschen entfremden und manchmal hätte es nur einer kleinen Geste bedurft um eine Freundschaft zu erhalten. Die Zusammenarbeit mit Peggy bringt einen positiven Aspekt in Andrews Leben und in die Geschichte, ihre oft witzigen Dialoge haben das ernste Hintergrundthema aufgelockert, Richard Ropers Schreibstil habe ich als typisch britisch-humorvoll empfunden. Die Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt, das gefühlsbetonte Ende hat mich dann voller Hoffnung zurück gelassen.

          Fazit: Die Erzählung habe ich als typisch britisch empfunden, das ernste Hintergrundthema wird feinfühlig mit humorvollen Begebenheiten in Andrews Alltag verknüpft, dadurch habe ich den Roman als sehr angenehmes Leseerlebnis genossen.

          Bücher-Mops

          Beiträge 13
          16.03.2020

            An „Das Beste kommt noch“ von Richard Roper haben mich zunächst die Äußerlichkeiten gelockt. Das Cover mit der nicht in Gänze zu sehenden rothaarigen Frau plus der rotbraunen Umrandung gefällt mir sehr gut. Dazu gibt es ein passendes Lesebändchen. Leider hat sich die Farbe des Rahmens bereits nach dem ersten Lesen an einigen Stellen verabschiedet. Von daher rate ich zu einem Schutzumschlag oder dazu, das Cover beim Lesen abzunehmen.

            Als nächstes hat mich der Klappentext neugierig gemacht. In dem Roman geht es um Andrew, der als Nachlassverwalter arbeitet und die Wohnungen von verstorbenen, alleinstehenden Menschen auf der Suche nach Angehörigen sowie wertvollen Besitztümern zwecks Zahlung der Beerdigungskosten untersucht. Bei solch einer emotional kraftraubenden Arbeit wäre es gut, in der Freizeit mit Freunden und liebenden Familienmitgliedern zusammen zu sein. Doch Andrew ist ein Einzelgänger, der keine wirklichen Freunde und außer einer entfremdeten Schwester auch keine Familie mehr hat. Zu dumm, dass er seinen Kollegen aber erzählt hat, er wäre verheiratet und hätte zwei Kinder. Diese Lüge begleitet Andrew schon sehr lange – doch dann bekommt er mit Peggy eine neue Kollegin und die Dinge werden schwierig.

            Nach einem tollen Cover und einer ansprechenden Inhaltsangabe gilt es nun noch die Frage zu klären, wie mir das Buch gefallen hat und die Antwort lautet: sehr gut! Richard Roper hat einen wunderbar warmherzigen Roman geschrieben, in dem trotz seines schweren Themas auch Hoffnung und Humor mitschwingt. Schwer ist das Thema, da Andrew bei seiner Arbeit auf sehr viele einsame Menschen stößt, deren einziger Gast bei der Beerdigung er selbst ist. Auf diese Weise zollt er den Verstorbenen Respekt, die ihren letzten Weg ansonsten ganz alleine gehen müssten. Ein Wesenszug, der Andrew sehr sympathisch macht. Auch, weil spürbar ist, wie sehr ihn selbst das Thema belastet. Denn wer wird einmal zu seiner Beerdigung kommen? Andrew ist ein einsamer Mensch, der nicht viel Freude in seinem Leben hat. Da wäre seine große Modelleisenbahnsammlung, seine Verehrung für die Sängerin Ella Fitzgerald und eben seine Fantasie-Familie. Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser zudem, warum sich Andrew gerade die Ehe mit einer Frau namens Diane ausgedacht hat – eine Wendung, die ich nicht habe kommen sehen und die mich sehr berührt hat.

            Auch Peggy, die Frau, die für einigen Schwung in Andrews Leben sorgt, hat mir von Anfang an gut gefallen. Sie hat ihre ganz eigene Art, mit den Dingen umzugehen und ist einfach ein Mensch, dessen Freundschaft man sich nur wünschen kann. Sie setzt sich sehr für ihre Mitmenschen ein und ist schon nach wenigen Tagen in dem neuen Job an dem Punkt, an dem sie mehr will, als nur die Sachen der einsamen Verstorbenen zu durchwühlen.

            Dieser gelungene Debütroman ist einfühlsam geschrieben und bleibt dabei erstaunlich kitschfrei. Trotz des oftmals melancholischen Tons wird Andrews Geschichte immer wieder durch Humor aufgelockert. Ich habe „Das Beste kommt noch“ sehr genossen und kann es wärmstens empfehlen. Allerdings sei auch gesagt, dass Richard Roper einige schwierige Themen behandelt. Die Einsamkeit von Menschen, deren nicht minder einsamer Tod und dass sie oftmals wochenlang nicht gefunden werden, auch, weil sich so viele Menschen nur um sich selbst kümmern, ging mir sehr nahe. Besonders die „Enten“-Geschichte hat mir beinahe die Tränen in die Augen getrieben. Zudem werden Alkoholmissbrauch und Selbstmord thematisiert.

            Fazit: Richard Ropers warmherziger Roman zeigt, dass es möglicherweise viel Mut kostet, auf Menschen zuzugehen und sich ihnen zu öffnen, doch dass sich dieser Mut durchaus lohnt. „Das Beste kommt noch“ bietet ergreifende wie humorvolle Momente, sympathische Figuren und einen einnehmenden, schönen Schreibstil.

            brigitte_schreiter

            Beiträge 72
            16.03.2020

              Es ist nie zu spät für Veränderungen und einen Neuanfang. Dies wird mir hier in diesen außergewöhnlichen Roman gezeigt.
              Abdrew Smith ist nachlassverwalter. Er organisiert tagaus "Beerdigungen". Selbst ist er einsam, aber er täuscht vor eine familie zu haben. Andre war mir sofort sympatisch. Er ist sehr zurückhaltend.
              Hier in diesen Buch wird gezeigt wieviele Menschen eigentlich alleine leben uns sterben.
              Dennoch ist dieser Roman auch ziemlich humorvoll, mit liebenswerten Protoganisten.
              Eine klare leseempfehlung und 4 Sterne.

              Annette126

              Beiträge 16
              15.03.2020

                Ich bin sehr begeistert von diesem Buch. Schwärme jetzt immer noch davon. In meinen Augen ist es Buch recht interressant, da es dabei auch um eine sehr gute Thematik geht. Auch die Liebe spielt dabei mit eine extrem grosse Rolle. Man spürt dieses direkt ganz genau zwischen den einzelnen Zeilen. Wirklich einmalig. Von meiner Seite aus kann ich daher dieses Wunderwerk dabei auch durchaus wirklich sehr weiterempfehlen.