Nikola Scott

Zeit der Schwalben

Ein Sommer, der alles verändert
Es ist ein goldener Sommer im England der späten 50er Jahre: Die 16-jährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Sie erlebt unbeschwerte Tage mit Ausflügen, Picknicks und Partys. Und sie verliebt sich prompt...
London, 40 Jahre später. Nach dem Unfalltod ihrer Mutter erhält Adele Harington einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von "neuen Spuren" und nennt immer wieder ein Datum. Und dann steht plötzlich eine Fremde vor der Tür und behauptet, Teil der Familie zu sein...


Autorenbild Foto von Nikola Scott

Der  Autor

Nikola Scott ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, bevor sie jahrelang in den USA und in Großbritannien in verschiedenen Verlagen arbeitete. Sie lebt inzwischen mit ihrer Familie in Frankfurt am Main. "Zeit der Schwalben" ist ihr erster Roman.


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Rezensionen

Heike65

Beiträge 11
2 Antworten 13.09.2017

Rückblick: Sussex, England, 1958:
"Es ist ein goldener Sommer im England der späten 50er Jahre: Die sechzehnjährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Sie erlebt unbeschwerte Tage mit Ausflügen, Picknicks und Partys. Und sie verliebt sich prompt....
London, 40 Jahre später:
Nach dem Unfalltod ihrer Mutter erhält Adele Harington einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von "neuen Spuren" und nennt immer wieder ein Datum. Und dann steht plötzlich eine Fremde vor der Tür und behauptet, Teil der Familie zu sein...
(Klappcovertest von Buch)

Ich bin gut in die Geschichte gekommen, auch wenn sie in verschiedenen Zeiten abläuft. Der Schreibstil ist gut zu lesen und sehr einfühlsam und emotionsvoll geschrieben. Das Buch ist tiefgründig und interessant zu Lesen und ist ein Schicksalsroman. Es gibt einige Familiengeheimnis zu lüften, die auch nach einander von der Autorin gut gelüftet werden. Dabei lernt man die ganze Familie gut kennen. Der Charakter von Addie gefällt mir am besten und sie ist mir sehr sympathisch. Am Schluss waren alle meine Fragen beantwortet und ich konnte die Geschichte gut beenden.

Ich kann dem tiefgründigen emotionsvollen Buch nur empfehlenswerte. Für mich war es eine tolle Geschichte.

  • Bobbi

    Beiträge: 24
    18.11.2017

    danke für die super Rezension :)
    kling gut:)

  • Kötra

    Beiträge: 65
    01.10.2017

    Klingt gut

Leseratte_Jasi

Beiträge 6
07.09.2017

Oh die Leseprobe ist der Hammer.

Mir ist Adele schon jetzt nach 1,5 Kapiteln sehr sympathisch und ich bin total gespannt wie es mit der Frau an der Tür weiter geht!

Dieses Buch ist sehr viel versprechend. Ich werde es mir unbedingt kaufen!

Chrissy

Beiträge 8
2 Antworten 21.08.2017

Dieses Buch spielt in London um 1856.
Vorab ging es um ein Geburtstagskind das 17 Jahr geworden ist und zum 1x Verliebt.
Es geht um eine Familie die wo die Mutter gestorben ist.
Jeder in diesem Buch geht mit ihrer Trauer anders um. Der Vater in sich gekehrt, redet nicht,spielt kein Schach liegt nur im Bett.
Die kleine Schwester schwanger und hat einen Trauerberater an der Seite, der verlangt alles loszulassen wie es ist. Und die Adele auch Addie genannt kann nicht weinen um ihrer Mutter. Die 2 hatten auch ein angespanntes Verhältnis.
Es sind wohl mehrere Jahre vergangen und plötzlich kam Anruf von fremden Mann wollte die Mutter haben.
Und plötzlich an Todestag der Mutter stand eine fremde Frau in der Küche und sagte sie sei die Tochter von den beiden.

Sehr interessantes Buch. Macht sehr neugierig.
Sehr , detaliert, gut geschrieben

  • Kötra

    Beiträge: 65
    31.08.2017

    Deine Rezension macht Lust aufs Buch :)

  • Blümchen

    Beiträge: 17
    21.08.2017

    Eigentlich mag ich keine Bücher die "früher" spielen, aber dieses scheint laut Klappentext und Rezesion ein ganz interesantes Buch zu sein.
    Ich werde es mal auf meine "Evtl. Liste" setzen.

ingrid_esser

Beiträge 26
13.11.2017

    „Zeit der Schwalben“ ist der Debütroman der deutschen Autorin Nikola Scott. Die Geschichte spielt in England auf zwei Zeitebenen, einerseits im Jahr 2010 und in Rückblicken zwischen 1958 und 1960. Die Mutter der sechszehnjährigen Elizabeth ist sterbenskrank, doch auf ihren Wunsch hin verbringt ihre Tochter vier Wochen im Sommer 1958 bei Freunden auf dem Anwesen Hartland in East Sussex in der Nähe des Meers. Unerwartet erlebt sie dort unvergessliche, unbeschwerte heitere Tage mit Ausflügen, sportlichen Aktivitäten und einer ersten Schwärmerei. Schwalben stehen allgemein als Symbol für Freiheit und Hoffnung. Hier auf Hartland, wo die Schwalben fliegen, fühlt Elizabeth sich losgelöst und frei von den heimischen Sorgen. Die Hoffnung darauf, dass ihre Mutter wieder gesund wird und sie ihre gemeinsamen Zukunftspläne umsetzen können, fühlt sich real und richtig an. Das sich auf dem Cover die junge Frau im Wasser spiegelt ist kein Zufall, sondern deutet auf die Beziehung von zwei Charakteren in der Geschichte hin.

    Adele Harington ist 40 Jahre alt und als Konditorin in einem Café angestellt. Vor einem Jahr ist ihre Mutter gestorben, ihre vier Jahre jüngere Schwester möchte als Jahresgedächtnis eine kleine Feier im elterlichen Haus gestalten. Während Adele etwas Abstand im früheren Arbeitszimmer ihrer Mutter sucht, klingelt das Telefon, sie nimmt das Gespräch entgegen und eine ihr unbekannte Person berichtet von einem eingetroffenen Brief, der nach ihrer Vorgabe jedoch wie alle Informationen nur nach Ankündigung zugestellt werden soll. Des Weiteren fällt noch ein Datum: ihr eigener Geburtstag. Doch damit ist nicht genug der seltsamen Ereignisse an diesem Tag, denn kurze Zeit später steht eine Frau vor der Haustür, die ihre Mutter sucht und vollkommen überrascht stellt Adele fest, dass es ihre eigene ist.

    Der Roman verbirgt einige Geheimnisse und Nikola Scott versteht es, sie erst mit und mit zu lüften. Es ist nicht nur spannend mit ihr in die Vergangenheit der Familie zu reisen, sondern auch zu verfolgen, wie Adele sich langsam aus den noch immer im Raum stehenden Ansprüchen ihrer verstorbenen Mutter an ihre Person löst. Adele ist das einzige der drei Geschwister das kein Studium beendet hat. Sie ist von Kindheit an risikoscheu und häufig fließen Tränen aus kleinstem Anlass. Erst als immer mehr Details aus der Jugend ihrer Mutter bekannt werden, kann sie deren Handlungsweise im Umgang mit ihr verstehen und darauf aufbauend ergründen, was sie selbst als Persönlichkeit ausmacht. Adele ist ein Sympathieträger. Ihre Schwester Venetia hat häufig eine andere Meinung als sie und so ergeben sich ständig Reibereien.

    Erschien mir Venetia schon nicht liebenswert, so empfand ich im Roman vor allem den Vater von Elizabeth als echten Unsympathen, obwohl als Entschuldigung für sein Verhalten sicher auch die Konventionen seiner Zeit zu sehen sind. Nikola Scott hat ausführlich zum Thema Frauen in Schwierigkeiten in den 1950er Jahren recherchiert. Anhand einer Begebenheit in meiner eigenen Familiengeschichte kann ich bestätigen, dass ihr eine überaus realistische Darstellung der Ereignisse gelungen ist. Sowohl Adele wie auch Elizabeth schildern die Geschichte in der Ich-Form, wobei die Autorin Tagebucheinträge von Elizabeth als Rückblick in die Vergangenheit nutzt. Auf diese Weise gelingt es ihr sehr gut, die Gefühle und Gedanken beider Personen in ihrer jeweiligen Zeit einzufangen.

    „Zeit der Schwalben“ ist eine berührende Familiengeschichte, die ein Beispiel aufzeigt für die Folgen der gesellschaftspolitischen Stellung der Frau in der Familie von vor fünfzig Jahren. Die Suche nach der Wahrheit hält eine gewisse Spannungskurve bis zum Schluss. Mich hat der Roman fasziniert und daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung.

    Nabura

    Beiträge 21
    03.11.2017

      Adele lebt in London, arbeitet dort als Bäckerin und ist zufrieden mit ihrem Job, obwohl ihr von ihrer Mutter Elizabeth immer signalisiert wurde, dass sie wie ihre höchst erfolgreichen Geschwister mehr aus ihrem Leben machen soll. Doch nun liegt Elizabeths Unfalltod genau ein Jahr zurück. Als sich die Familie zu diesem Anlass im Elternhaus versammelt, schleicht sich Adele ins Arbeitszimmer ihrer Mutter, als das Telefon klingelt und sie einen verwirrenden Anruf annimmt: Ein Mann spricht von Nachforschungen und nennt den vierzehnten Februar – ihren Geburtstag. Kurz darauf steht eine Frau vor der Tür, die behauptet, herausgefunden zu haben, dass Elizabeth auch ihre Mutter sei. Was steckt dahinter? Adele folgt den Spuren in die Vergangenheit ihrer Mutter, bis hin zu einem Sommer, der alles verändert hat.

      Ich lese sehr gern Familiengeschichten mit einem lange gehüteten Geheimnis, weshalb dieses Debüt meine Neugier geweckt hat. Die ersten Seiten machen schnell Lust, tiefer in die Vergangenheit einzutauchen: Sie berichten von einem Haus, das schon viel gesehen hat und auch die Erinnerung an die erste Liebe eines Mädchens im Jahr 1958 bewahren wird. Bevor der Leser darüber mehr erfährt, springt die Geschichte gut vierzig Jahre in die Zukunft, wo sich für Adele die Ereignisse mit einem Anruf und einer angeblichen Schwester vor der Tür überschlagen.

      Ich konnte gut nachvollziehen, dass Adele und ihre hochschwangere Schwester Venetia abwehrend reagieren und der Frau auf ihrer Türschwelle nicht so recht glauben wollen. Doch warum sollte diese sich so etwas ausdenken? Es scheint ihr nicht ums Geld zu gehen, und sie ist tatsächlich im Besitz von Notizen Elizabeths. Nach dem ersten Schock beginnt Adele, sich damit auseinanderzusetzen, was das für ihre Familie bedeutet. Natürlich will sie auch mehr darüber erfahren, was ihre Mutter ihr verschwiegen hat. Doch die Personen, die Informationen haben könnten, wollen oder können ihr diese aus nachvollziehbaren Gründen nicht preisgeben. Das wirkte auf mich etwas konstruiert, führt aber zu einer interessanten Spurensuche, auf die Adele sich gemeinsam mit ihrer angeblichen Schwester Phoebe begibt.

      Adele und Phoebe sind vom Charakter her völlig unterschiedlich. Adele ist eher zurückhaltend und bedacht, sie wägt Optionen sorgfältig ab und scheut sich eher davor, etwas Neues zu beginnen. Phoebe ist hingegen ein Energiebündel, als Pilotin ist sie überall in der Welt unterwegs und will Dinge am liebsten gestern erledigt haben. Oft prescht sie aber auch zu schnell vor und verunsichert dadurch ihr Gegenüber. Die beiden können also noch einiges voneinander lernen und es war schön, sie bei ihrer gemeinsamen Suche zu begleiten.

      Die Nachforschungen im Jahr 2000 werden immer wieder von Rückblicken unterbrochen, in denen Elizabeth in Form ihres Tagebuchs zu Wort kommt und hauptsächlich über die Jahre 1958 bis 1960 berichtet. Man begleitet sie auf ihrem Weg nach Hartheim, wo sie den Sommer verbringen soll, weil ihre Mutter im Sterben liegt. Dort verbringt sie unbeschwerte Wochen. Doch irgendwann kommt alles ganz anders als gedacht. Die Rückblicke fügen sich gelungen in die Handlung ein und erlauben es dem Leser, tief in Elizabeths Gedanken und Gefühle einzutauchen. Neue entscheidende Informationen erhält man dabei gleichzeitig mit Adele und Phoebe, sodass der Handlungsstrang im Jahr 2000 interessant blieb und einige überraschende und auch bedrückende Momente bereit hält, während die Wahrheit stückweise ans Licht kommt. Die Seiten flogen nur so dahin in dieser rundum gelungenen Geschichte, die am Ende alle wichtigen Fragen beantwortet.

      „Zeit der Schwalben“ erzählt von Adele, die ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter damit konfrontiert wird, dass diese ihr vierzig Jahre lang etwas Entscheidendes verschwiegen hat. Die beiden Zeitebenen, auf der die Geschichte erzählt wird, sind gelungen miteinander verwoben und ich konnte mich sehr gut in die interessanten Charaktere hineinversetzen, die ein Wechselbad der Gefühle durchleben. Das Buch thematisiert ein ernstes Thema der englischen Geschichte und stimmt nachdenklich, verliert gleichzeitig aber nie eine gewisse Leichtigkeit. Ich gebe eine ganz große Leseempfehlung an jeden, der gerne in Familiengeschichten mit Geheimnissen eintaucht!

      SLovesBooks

      Beiträge 10
      10.10.2017

        Dieses Buch wird in zwei unterschiedlichen Erzählsträngen, in zwei verschiedenen Zeiten erzählt. Der eine beschäftigt sich mit der Gegenwart, während der andere in England in den 50er Jahren.

        Das Buch berichtet von einem Familiengeheimnis. Erst hat man gar keine Ahnung was dort vor sich geht. Durch die Rückblenden in die Vergangenheit der toten Mutter anhand ihrer Tagebücher und Briefe, gelingt es dem Leser nach und nach den Schleier zu lüften und man erfährt, was damals wirklich geschehen ist. Meiner Meinung nach hat die Autorin die Emotionen der Charaktere damals wie heute sehr gut transportiert. Man wird in die Thematik gut eingeführt und erhält einen umfassenden Eindruck von den unterschieden zwischen der Sichtweise damals und heute.

        Neben dieser historischen Komponente gibt es auch eine Liebesgeschichte, die mich letztendlich überzeugen konnte. Aber ganz viel Wert wird eben auf die Familiengeschichte und den Umgang mit einer neuen Familienstruktur, die eigentlich nie hätte anders sein sollen, gelegt. Es geht hier um Menschlichkeit, Enttäuschung aber auch die Bewältigung von Trauer und die Suche nach der eigenen Identität.

        Die Charaktere sind aussagekräftig gestaltet. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Das Buch war auch nicht vorhersehbar, sondern ging stets seinen ganz eigenen Weg. Das war erfrischend. So konnte auch konstant die Spannung gehalten werden.

        Der Schreibstil ist angenehm lesbar. Er ist flüssig. Die Autorin legt dabei auf aussagekräftige Beschreibungen wert, die einem das Verständnis erleichtern. Die Dialoge sind oftmals tiefgründig und emotional aber auch eine Prise Humor darf nicht fehlen.

        Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ich finde es gut, dass auf diese Thematik aufmerksam gemacht wird, auch wenn sie vielleicht in der heutigen Gesellschaft nicht mehr so präsent ist, jedoch sieht man gerade an dem Fall, der in diesem Buch geschildert wird, dass solche Ereignisse durchaus Ausstrahlungswirkung bis in die Gegenwart haben.

        brigitte_schreiter

        Beiträge 69
        04.10.2017

          das Cover ist schön gestaltet. Der Schreibstil hat mich überzeugt. Es sind zwei verschiedene handlungsstränge und dadurch wird der Roman interessant. Die Zeitangaben zu Beginn der kapitel macht es einem leicht.
          Einmal spielt der Roman in der zeit um 1958 und einmal in der Gegenwart.
          Bei Familie Harington taucht eine Frau auf, die behauptet die Tochter der verstorbenen Elisabeth zu sein. Ein 40 Jahre gehütetes Geheimnis kommt ans Licht.
          Mir hat der Roman gut gefallen und bekommt 5 Sterne.

          Herzblatt

          Beiträge 38
          29.09.2017

            Schon die ersten Seiten haben mich sofort in die Geschichte hereingezogen.
            Nikola Scott schreibt eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte, ein Zeitengemälde,
            einfach wunderbar.
            Adele, von allen nur Addie genannt, trauert seit einem Jahr um ihre Mutter Elizabeth. Der Verlust macht ihr zu schaffen. Es scheint ihr, dass sie gegen ihre allzu perfekte jüngere Schwester Venetia nicht bestehen kann. Ebenso scheint ihr bereits verstorbener Bruder keine Fehler gehabt zu haben. Für Addie ist es eine schwierige Position in ihrer Familie. Gerade hatte ihr Vater einen Herzanfall und muss sich schonen. Jede Aufregung könnte die letzte sein. Ausgerechnet an diesem Tag steht eine fremde Frau vor der Tür und behauptet, Teil von Addies Familie zu sein. Sie bringt damit ein über 40 Jahre streng gehütetes Geheimnis ans Licht. Ich bin immer noch bestürzt, wie Frauen bis in die 1960 er Jahre behandelt wurden, die außerehelich schwanger wurden. Die Frauen wurden damals als Schande der Familie gesehen.
            Ein sehr emotionale Geschichte, die mir aber ganz gut gefallen hat.

            Suselovesbooks

            Beiträge 6
            24.09.2017

              Wie schwer doch der Einstieg in dieses Buch war... zu Beginn dachte ich stellenweise, 'Was habe ich da überhaupt gerade gelesen?' Doch ich habe mich weitergekämpft und schlussendlich hat es sich mehr als gelohnt. Ein wirklich bezauberndes, sehr emotionales Buch. Das Cover hat mir sehr gefallen. Die kühlen Farben einerseits, die traurige Zeiten erahnen lassen und andererseits die unbeschwert wirkende Frau (Ich vermute Lizzie zu ihrer Zeit auf Hartland). Der Schreibstil war angemessen und die beiden Erzählstränge habe die Spannung erhalten. Die Kapitellänge fand ich gut gewählt. Erschütternd fand ich die Thematik, wie mit den Frauen umgegangen wurde und was sie durchmachen mussten. Besonders Lizzie, die sich stets dem Willen ihres Vaters fügen musste. Zum Glück hat sie sich schlussendlich dagegen wehren können, auch wenn sie es ohne Unterstützung durch Graham und dessen Tante wahrscheinlich nicht geschafft hätte. Den Verlust ihrer Mutter fand ich besonders emotional. Das Gefühl sich nicht rechtzeitig verabschieden zu können, habe ich auch stets. Meine Mutter leidet genau unter derselben Krankheit und gerade diese Passagen machten mich besonders traurig. Ich bin heilfroh, dass Adele und Andrew zueinander gefunden haben, dass Phoebe jetzt eine zweite Familie hat und das unter Venetias dicker Schale, wohl doch ein Herz existiert. Danke Nicola Scott für diese tolle Erfahrung.

              leseratte1310

              Beiträge 11
              23.09.2017

                Adele Harington trauert um ihre Mutter Elizabeth, die vor einem Jahr tödlich verunglückte. Da geht erst ein merkwürdige Anruf ein und dann steht plötzlich eine Frau vor der Türe, die behauptet, ihre Zwillingsschwester zu sein. Kann das sein? Was ist damals geschehen? Die beiden Frauen machen sich auf die Suche, um das Rätsel zu lösen.
                So erfahren wir nach und nach die Geschichte der jungen Elizabeth. Ihre Mutter liegt 1958 im Sterben und daher wir die Tochter den Sommer über zu Freunden nach Sussex geschickt. Dort erlebt sie unbeschwerte Tage und verliebt sich.
                Die beiden Zeitstränge werden abwechselnd erzählt und erst so nach und nach erschließt sich, was geschehen ist.
                Zunächst konnte ich nicht verstehen, wie kalt und distanziert sich Elizabeth gegenüber ihrer Tochter Adele, genannt Addie, verhalten hat. Warum hat sie die jüngere Tochter Venetia immer vorgezogen? Je mehr ich über Elizabeth erfahren hatte, umso besser konnte ich sie verstehen. Sie stand mit den Folgen ihrer Verliebtheit plötzlich alleine da und wurde von einem sehr strengen und engstirnigen Vater überfahren. Zum Glück hat sie einen wunderbaren Mann geheiratet, der ein liebevoller Vater für Addie geworden ist.
                Addie und Phoebe machen sich gemeinsam auf eine Reise in die Vergangenheit und es ist schön zu sehen, wie gut sie sich nach kurzer Zeit verstehen. Addies jüngere Schwester Venetia ging mir wirklich oft auf die Nerven, aber ich denke, dass sie auch mit allem, was geschehen ist, ein wenig überfordert war.
                Es ist schon erschreckend, wie unverheiratete, schwangere Frauen früher behandelt wurden und wie man unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit grausame Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen hat. Moralvorstellungen und Angst vor dem Gerede der Leute waren wichtiger als die Gefühle der betroffenen Frauen.
                Ein sehr emotionale Geschichte, die mir gut gefallen hat.

                Dandy

                Beiträge 54
                20.09.2017

                  Bei Zeit der Schwalben handelt es sich um den Debütroman der Schriftstellerin Nikola Scott.

                  England 1958:

                  Die sechzehnjährige Elizabeth hat ein gutes Verhältnis zu ihrer lebenslustigen Mutter. Leider ist diese schwer erkrankt und liegt im Sterben. Ihre Eltern beschließen daher, dass Elizabeth den Sommer über bei Freunden der Familie verbringt um auf andere Gedanken zu kommen. Zuerst weigert sie sich , ihre Mutter alleine zu lassen. Ihr strenger Vater bringt sie dann doch zu der Familie und Elizabeth freundet sich langsam mit den Kindern der Familie an und erlebt eine unbeschwerte Zeit. Bis der Tod ihrer Mutter sie wieder in den Alltag zurückholt und Elizabeth von nun an mit ihrem strengen konservativen Vater alleine ist. Einige Zeit später freundet sie sich mit einem jungen Mann an. Die Beziehung zu ihm verändert ihr ganzes Leben.

                  London 40 Jahre später:

                  Elizabeth ist bei einem Verkehrsunfall gestorben. Adele, die Tochter von Elizabeth, bekommt einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von neuen Spuren und von einem ganz bestimmten Datum. Wer ist dieser Mann und von welchen Spuren spricht er? Welches Geheimnis hatte ihre Mutter. Dann steht noch eine Fremde vor der Tür und behauptet Teil der Familie zu sein. Adele und die Fremde begeben sich auf Spurensuche und lüften das Geheimnis, welches ihre Mutter 40 Jahre vor Adele verheimlicht hat.

                  Die Geschichte wird abwechselnd erzählt.

                  Einmal ab 1958. Liz hatte Tagebuch geführt und diese Auszüge erzählen ihre Geschichte. Von damals bis heute.

                  Und zweitens 40 Jahre später, wie Adele Stück für Stück Dinge aus der Vergangenheit ihrer Mutter erfährt und langsam hinter ihr Familiengeheimnis kommt. Ich fand es großartig, wie sich diese zwei Zeitebenen miteinander verbinden.

                  Der Spannungsbogen bleibt von der ersten bis zur letzten Seite bestehen. Immer wenn es spannend wird, wechselt der Erzählstrang und man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

                  Der Schreibstil ist sehr gut. Der Satzbau ist ebenfalls gut.

                  Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und man lernt sie Stück für Stück kennen und verstehen.

                  Liz, die ein distanziertes Verhältnis zu ihrer Tochter Adele hatte, oft unter Depressionen litt und ein Familiengeheimnis hatte.

                  Adele, die immer das Gefühl hatte, dass ihre Mutter nicht stolz auf sie ist.

                  Ich bin immer noch bestürzt, wie Frauen bis in die 1960 er Jahre behandelt wurden, die ausserehelich schwanger wurden. Dies hat mich sehr nachdenklich und traurig gemacht. Die Frauen wurden als Schande der Familie gesehen.

                  Nikola Scott hat eine tolle, emotionsreiche, warmherzige und aufklärende Geschichte geschrieben.

                  Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall weiter.

                  Hummel

                  Beiträge 30
                  eine Antwort 20.09.2017

                    Schon die ersten Seiten haben mich sofort in die Geschichte hereingezogen. Nikola Scott schreibt eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte, ein Zeitengemälde, einfach wunderbar.
                    Adele, von allen nur Addie genannt, trauert seit einem Jahr um ihre Mutter Elizabeth. Der Verlust macht ihr zu schaffen. Es scheint ihr, dass sie gegen ihre allzu perfekte jüngere Schwester Venetia nicht bestehen kann. Ebenso scheint ihr bereits verstorbener Bruder keine Fehler gehabt zu haben. Für Addie ist es eine schwierige Position in ihrer Familie. Gerade hatte ihr Vater einen Herzanfall und muss sich schonen. Jede Aufregung könnte die letzte sein. Ausgerechnet an diesem Tag steht eine fremde Frau vor der Tür und behauptet, Teil von Addies Familie zu sein. Sie bringt damit ein über 40 Jahre streng gehütetes Geheimnis ans Licht.

                    • AnneMF

                      Beiträge: 41
                      26.09.2017

                      Diesen Debütroman will ich auch mal lesen. Geschichten aus dem alten England lese ich sehr gerne.