Anne Stern

Fräulein Gold: Schatten und Licht

Der Auftakt zu einer farbenprächtigen Saga voller Spannung und atmosphärischer Berliner Geschichte der 1920er Jahre.
1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.


Autorenbild Foto von Anne Stern

Der  Autor

Anne Stern wurde in Berlin geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Nach dem Studium der Geschichte und Germanistik promovierte sie in deutscher Literaturwissenschaft und arbeitete als Lehrerin und in der Lehrerbildung. Sie hat als Selfpublisherin bereits erfolgreich historische Saga-Stoffe veröffentlicht.


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Rezensionen

hasi_rasi

Beiträge 114
eine Antwort 01.06.2020

Starker Auftakt

Berlin 1922: Hulda Gold ist schon 26, unverheiratet und Hebamme im Bülowbogen im Stadtteil Schöneberg. Eine ihrer Schwangeren sorgt sich, weil ihre Nachbarin Rita (eine Säuferin und Hure) tot im Landwehrkanal gefunden wurde für die Polizei schon feststeht, dass es Selbstmord war. Hulda wiegelt ab, aber als sie den zuständigen Kriminalkommissar Karl North kennenlernt und hat sie auch das Gefühl, dass der in dem Fall gar nicht ermitteln will. Als sie erfährt, dass Rita Streit mit ihrem Zuhälter und ihm mit seiner Vergangenheit gedroht hatte, begibt sie sich selber in die Berliner Unterwelt und damit in Gefahr …

„Fräulein Gold: Schatten und Licht“ ist der Auftakt der Trilogie um die Hebamme Hulda Gold und den Kriminalkommissar Karl North und hat mich von Beginn an gefesselt. Es ist eine Symbiose der Hebammensaga von Linda Winterberg und der Gereon-Rath-Reihe von Volker Kutscher. Man erfährt viel über die Arbeitsweise der Hebammen, bekommt man einen guten Einblick in die Polizeiarbeit, die politischen Entwicklungen und das Erstarken der Nationalsozialisten.
Autorin Anne Stern lässt das Berlin der 20er Jahre lebendig werden. Sie zeigt einerseits die Wunden, die der Krieg in die Stadt und ihre Bevölkerung gerissen hat, den täglichen Kampf ums Überleben, Frauen, die arbeiten gehen oder sich prostituieren müssen, hungernde Waisenkinder und andererseits das wilde Nachtleben mit Jazz, Alkohol, Koks und schnellen Sex mit Fremden – die vielen Varianten, wenigstens kurz den Krieg, Alltag, Hunger und die Sehnsüchte zu vergessen. Die Zeit ist schnelllebig und gefährlich. „Berlin war ein einziger Reigen aus Vergnügungen, Champagner und Zügellosigkeit, aus irrlichterndem Glitzern, Drogen, körperlicher Liebe, so viel man wollte. Doch am Ende bezahlte man immer dafür.“ (S. 317)

Anne Sterns Protagonisten haben Ecken und Kanten, eine Vergangenheit.
Rita hat in einem Irrenhaus vor den Toren Berlins gearbeitet. Lange war sie überzeugt, dass die Ärzte den Patienten mit den zum Teil sehr ungewöhnlichen Behandlungsmethoden helfen wollen, aber der Krieg und der Umgang mit den Versehrten und Kriegszitterern hat ihr die Augen geöffnet.
Hilda ist mutig, dabei manchmal etwas leichtsinnig, hilfsbereit, durchsetzungsfähig und lässt sich nichts verbieten. Sie liebt ihre Arbeit und ist trotzdem oft unzufrieden, weil gern mehr für ihre Patientinnen tun würde, aber nicht darf. „Ich kann schlecht wegsehen, bin mit meinen Gefühlen immer gleich dabei. Vielleicht hoffe ich, dass ich mich dadurch selbst erlösen kann.“ (S. 197) Sie hat eine gescheiterte Beziehung hinter sich, kann den Mann aber immer noch nicht loslassen. Außerdem quälen sie nächtliche Albträume – ihre Mutter war psychisch krank und sie hat Angst, wie sie zu werden.
Karl ist ein Einzelgänger und hat Angst, dass jemand von seiner Herkunft erfährt, darum lässt er erst niemanden an sich heran. Er wird die Dämonen seiner grausamen Kindheit im Waisenhaus nicht los. Die Frage, warum seine Mutter ihn weggeben hat, ihn nicht lieben konnte, beschäftigt ihn sehr, er fühlt sich in seinem Leben fremd. „Er würde sich, egal wie hoch er die Karriereleiter noch emporsteigen würde, doch immer wie der kleine Waisenjunge fühlen, während sein Assistent schon jetzt so selbstverständlich auftrat, als gehöre ihm die ganze Welt.“ (S. 171) In Ritas Wohnung entdeckt er etwas, was ihn erschrickt und vielleicht seiner Herkunft näherbringen könnte – aber will er es wirklich wissen?

Hulda und Karl geraten bei der Aufklärung des Falls immer wieder aneinander. Sie hält ihn für unfähig und bequem, er sie für vorlaut, zickig und streitsüchtig. Und obwohl sie ihre Nachforschungen getrennt anstellen, kommen sie letztendlich zum gleichen Ergebnis. Zudem finden sie sich, geben das aber natürlich nicht zu.

Anne Stern schreibt sehr spannend, farbenprächtig, mitreißend – einfach grandios. Ich bin begeistert und will unbedingt wissen, wie es mit Hulda und Karl weitergeht, welche Fälle sie in Zukunft aufklären werden.

  • KleineDott

    Beiträge: 10
    03.06.2020

    Vielen Dank für die großartige Rezension, sie hat mir das Buch sehr viel näher gebracht.

Caillean

Beiträge 17
eine Antwort 08.06.2020

Hier ist alles Gold, was glänzt!

„Berlin war ein einziger Reigen aus Vergnügungen, Champagner und Zügellosigkeit, aus irrlichterndem Glitzern, Drogen, körperlicher Liebe, so viel man wollte. Doch am Ende bezahlte immer jemand dafür.“

Besser könnte man dieses Buch nicht beschreiben als mit den Zeilen, die ich mir von Seite 317 entliehen habe. Es zeigt, wie Berlin in jenem Sommer 1922 war – laut, mondän, verrucht, berauschend – und kriminell. Diese Stimmung fängt Anne Stern in ihrem historischen Kriminalroman bestens ein, mit einer Heldin, die unerschrocken ist, aber auch zweifelt. Denn an niemandem sind die Schrecken der Kriegs- und Nachkriegsjahre spurlos vorbeigegangen, auch wenn man das noch so sehr mit glänzenden Kleiderstoffen und auffälligem Makeup zu übertünchen versucht.

Ich habe mich mit Hulda Gold ins Berliner Nachtleben ge-stürzt, bin ihr durch schmale Straßen gefolgt und habe mit ihr herumgeschnüffelt, als sie der Tod einer Frau in ihrem Kiez nicht losließ. Und was soll ich sagen? Es hat riesigen Spaß gemacht! Ich war völlig gefangen in ihrer Zeit und ihrer Umgebung.

Hulda ist eine Frau, der man Achtung entgegenbringt. Sie ist berufstätig und alleinstehend, hat sich bisher bewusst gegen eine Heirat entschieden, um nicht in eine Abhängigkeit zu geraten. Die Liebschaft ist auseinandergegangen, obwohl beide sich noch zueinander hingezogen fühlen. Hulda gießt immer wieder Öl ins Feuer, als sie an ihrer Gewohnheit festhält, im Café ihres ehemaligen Freundes einzukehren.

Doch dann ertrinkt eine Frau des Nachts im Landwehrkanal. Für die meisten ist klar, dass sie ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt hat. Doch Hulda, die ihre Ohren überall hat, kommen seltsame Gerüchte zu Ohren und sie glaubt nicht an einen Selbstmord. Sie beginnt herumzuschnüffeln und ist dem auf den Fall angesetzten Kommissar Karl North irgendwie immer eine Nasenspitze voraus…

Hulda „ermittelt“ mit Gespür für die Feinheiten menschlicher Konflikte und mit einem beachtlichen Tatendrang. Nicht immer konnte ich wirklich nachvollziehen, weshalb sie sich in die eine oder andere gefährliche Situation begibt – aber die Geschichte ist einfach so mitreißend erzählt, dass das zur Nebensache wird.

Auch Kommissar Zufall ermittelt fleißig mit, denn merkwürdigerweise scheinen all ihre Patientinnen zufällig eine Verbindung zum Mordopfer gehabt zu haben. Der Plot wäre hier noch ein wenig verbesserungswürdig gewesen aus meiner Sicht. Aber - und das wiegt für mich schwerer – diese kleinen Mankos haben mich beim Lesen nicht gestört. Ich habe sie zur Kenntnis genommen und war sofort wieder mittendrin in Huldas Leben. Deshalb möchte ich dafür auch die Bewertung nicht schmälern, denn insgesamt hat mich das Buch einfach bestens unterhalten und ich fiebere schon dem nächsten Band „Scheunenkinder“ (der für Oktober 2020 angekündigt ist), entgegen.

Ich hoffe, dass ich mit Hulda noch viele Abenteuer erleben kann!

  • querleserin

    Beiträge: 15
    19.06.2020

    Tolle Rezension! Gibt es denn einen Cliffhanger?

    • Buchstabengeflüster

      Beiträge: 9
      15.09.2020

      Nein, die Geschichte ist in sich abgeschlossen und laut Klappentext ermittelt Hulda im zweiten Band in einem neuen Fall.

Arietta

Beiträge 50
eine Antwort 02.06.2020

Eine Frau zwischen Licht und Schatten

Schatten und Licht
Inhaltsangabe: Quelle Rowohlt Polaris

Der Auftakt zu einer farbenprächtigen Saga voller Spannung und atmosphärischer Berliner Geschichte der 1920er Jahre.
1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.

Meine Meinung zur Autorin und Buch
Es ist mein erster Roman von der Autorin, Anne Stern, und sie hat mich sehr begeistert beim Lesen, obwohl ich kein großerKrimi-Fan bin. Aber sie hat mit diesem Thema mein Interesse geweckt , und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Sie hat in diesem Roman die Missstände im damaligen Berlin sehr gut beschrieben. All das Elend und die Armut in Bülowbogenviertel, es war schon sehr erschütternd, wie die Menschen dort lebten und hinvegetierten.
Es ist alles so Bildhaft und lebendig beschrieben, das man das Gefühl hatte, selbst dort zu sein, und Hulda zu begleiten. Der Schreibstil ist sehr flüssig, spannend und mitreißend. Ihre Figuren, wirken wie aus Fleisch und Blut, auch die einzelnen Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet, so das man sich in sie hinein versetzen konnte.

Ja, Hulda ist wirklich eine Person für sich, mit zwei Gesichtern und vielfältiger Begabung. Man spürt wie sie mit Leib und Seele Hebamme ist. Sich für die Armen einsetzt, und alles für die Gerechtigkeit tut. Aber sie liebt auch das Berliner Nachtleben, und versteht es auch sich hin und wieder in Schwierigkeiten zubringen. Ihr liegt sehr viel an dem Schicksal der Frauen und Wöchnerinnen, besonders ihre Patientin Lilo , die durch einen tragischen Unfall, oder war es doch Mord ihre beste Freundin und Nachbarin Rita verloren hat.
Natürlich, wittert unsere Hulda, das etwas hinter dem Schicksal von der fixen Rita , etwas anderes Stecken muss, sie glaubt nicht an deren Freitot, sie vermutet, das sie jemanden im Weg war, und man sie umbrachte. Unsere Liebe Hulda, kommt mit ihren Nachforschungen, dem Kriminalkommissar Karl North, sehr oft in die Quere, und gerät dabei selbst oft in Gefahr. Karl North musste man auch einfach mögen, auch er hatte keine schöne Kindheit, ich fand Hulda und Karls Seelen sind zerrissen, sie sind zwei getriebenen. Bei ihren Nachforschungen, bekam man sehr tiefe Einblicke, in die Abgründe der Stadt und der wilden zwanziger. Wie es schon im Titel heißt, ein Leben im Licht und Schatten. Wir Tauschen auch ein in die Weimarer Republik, die Nachwehen des 1. Weltkriegs, die Probleme der Menschen, die Kluft zwischen Arm und Reich.
Es hat riesigen Spaß gemacht Hulda auf ihren Streifzügen durch Berlin zu begleiten und Karl North kennen gelernt zu haben.

  • KleineDott

    Beiträge: 10
    03.06.2020

    Eine schöne und hilfreiche Rezension.

Hyperventilea

Beiträge 13
27.06.2020

Fesselnder Historienkrimi mit Atmosphäre: Absolut gelungenes Debüt

„Denn was war schlimmer, dachte er und kaute auf seinem Daumennagel herum, blind zu bleiben oder dem Bösen in die hässliche Visage zu sehen?“
Berlin 1922: Im Landwehrkanal wird die Leiche einer älteren Prostituierten, Rita Schönbrunn, gefunden. Unfall oder Mord? Kriminalkommissar Karl North wird mit den Ermittlungen beauftragt. Aber er scheint nicht ernsthaft darum bemüht, die Wahrheit herauszufinden. Das findet zumindest die Hebamme Huldas Gold, die zufällig anwesend ist, als North Ritas Nachbarin Lilo befragt, die gerade frisch entbunden hat. Huldas Neugier ist geweckt und sie versucht nun ihrerseits Licht ins Dunkel des Falls zu bringen. Dabei lehnt sie sich mitunter ganz schön weit aus dem Fester und bringt sich in große Gefahr.

„Fräulein Gold- Schatten und Licht“ ist klar und sehr flüssig formuliert. Dank Anne Sterns angenehm natürlichen Schreibstil dauerte es nicht lange, bis ich mich im Berlin der 20er Jahre wiederfand und komplett vom Geschehen eingenommen war.

„Hulda Gold war kein Mädchen wie die anderen“. Nein, Hulda ist eine besondere Protagonistin, unabhängig, scharfsinnig und neugierig, sie arbeitet selbständig, was in der damalige Zeit nicht Usus ist und setzt sich engagiert für „ihre Frauen“ ein. Doch da ist auch eine andere Hulda. Eine verletzliche, die es alles andere als leicht hat, die nicht weiß, was sie von der Zukunft erwartet und die mit mit den Geistern der Vergangenheit kämpft. Manchmal versucht sie deshalb ihre Sorgen zu vergessen, indem sie abends ausgeht, sich Drogenexzessen hingibt und die Kontrolle verliert. Doch Huldas Probleme lassen sich auf diese Weise nicht dauerhaft lösen. Als sie beginnt sich für Ritas Todesfall zu interessieren, ändert sich einiges und durch ihre neue Aufgabe lernt sie viel über sich selbst.
Karl North, der Ermittler der Polizei, wirkt nicht sehr vertrauenswürdig, eher zerrissen, fast etwas dubios. Er scheint eine persönliche Verbindung zum Fall zu haben, die ihn daran hindert, alles Notwendige für die Aufklärung zu tun.
Mir gefallen die beiden Hauptfiguren, beide sind durch ihre Erfahrungen verwundbar geworden, was sie nach außen zu verbergen und zu kompensieren versuchen, aber nicht leugnen können. Wie beide miteinander umgehen und interagieren, sorgt für eine besondere Dynamik. Sie begegnen sich mit Misstrauen, können aber ihre Sympathie zueinander ebensowenig verstecken.
Neben Karl und Hulda beherrscht noch eine weitere zentrale Hauptrolle den Roman: Berlin, die „janusköpfige Großstadt“, „ein einziger Reigen aus Vergnügungen, Champagner und Zügellosigkeit, aus irrlichterndem Glitzern, Drogen, körperlicher Liebe, so viel man wollte. Doch am Ende bezahlte immer jemand dafür“. Berlin, das mit seinen ganz unterschiedlichen Vierteln und Bewohnern so ambivalent ist, so viele Gesichter hat: bitterer Armut und verschwenderischer Reichtum, Schatten und Licht. Anne Stern fängt die Atmosphäre dieser besonderen Stadt sehr eindrucksvoll und anschaulich ein.

„Fräulein Gold“ hat für mich alles, was ein guter historischer Krimi braucht: Einen logisch strukturierten Fall, sich stetig steigernde Spannung, eine interessante Kulisse, einen mehr als aufregenden historischen Hintergrund und Hauptfiguren, die traurige Geheimnisse haben, nicht unfehlbar, sondern menschlich sind und dadurch Sympathien wecken.

Zur Zeit schießen historische Roman über Frauen in der Medizin fast wie Pilze aus dem Boden. Alle ähneln sich in der Handlung und der Figurenkonstellation sehr stark. „Fräulein Gold“ sticht für mich angenehm positiv heraus. Die Hauptfiguren weniger stereotyp, glatt und perfekt, dafür mit tiefen „Narben“ versehen. Auch „Fräulein Gold“ ist nicht frei von Klischees, aber längst nicht so bestimmt davon, wie andere aktuelle Vertreter des Genres. Anne Stern spart mit „Zuckerguss“ und macht ihre Geschichte dadurch glaubwürdig und authentisch. Für mich ein absolut gelungenes Debüt. Ich bin sehr gespannt, mit welchen Licht- und Schattenseiten Huldas, Karls und Berlins uns die Autorin in den folgenden Bänden überrascht. Bei der Fortsetzung bin ich jedenfalls gerne wieder mit dabei.

Sandraliest

Beiträge 40
24.06.2020

Ein mehr als gelungenes Debüt und ein richtig starker Reihenauftakt.
Dies ist mein erstes Buch der Autorin und garantiert auch nicht mein letztes.
Ich freue mich jetzt schon riesig auf die nächsten beiden Bücher.
Das Cover ist wunderschön und passend und harmonisch zur Geschichte gestaltet.
Auch fühlt sich das Buch haptisch sehr gut an und liegt sehr gut in der Hand.
Man sieht innen, wie auch außen wie viel Arbeit in das Buch geflossen ist.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig, locker und leicht.
Der Autorin ist es mehr als gelungen den Zeitgeist der goldenen Zwanziger auf Papier zu bannen. Man hat sich wirklich in die Zeit zurückversetzt gefühlt.
Die Sprache war sehr bildlich und nicht komplex.
Das Buch hat mich von Seite eins bis zum Schluss gefesselt und gar nicht mehr losgelassen.
Die Geschichte ist sehr spannend und schlüssig.
In meinen Augen hat die Geschichte alles was es braucht.
Es hatte laute und leise Momente, hatte Krimi und Liebeselemente.
Auch wurde das damalige Leben sehr gut beleuchtet und bearbeitet.
(Armut, Prostitution, geistliche Gesundheit, etc...
Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und haben der Geschichte Lebendigkeit verliehen. Ich persönlich möchte keinen missen und freue mich schon vielleicht bereits bekannte Gesichter in den folge Bänden wiederzusehen.
Das Buch/ die Geschichte ist einfach nur phänomenal.
Das Buch hat mich wunschlos glücklich zurückgelassen.
Ich hoffe wirklich, dass viel mehr Menschen dieses Buch lesen werden und eine tolle Lesezeit haben werden.
Das Buch wird mit Sicherheit mir länger im Gedächtnis bleiben.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Buchboutique/ den Verlag/ der Autorin für die freundliche Bereitstellung eines Leseexemplares bedanken.
Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine Bewertung / Meinung zum Buch,

Ich freue mich riesig dieses Schmuckstück im Regal stehen zu haben.

Hermione

Beiträge 32
23.06.2020

Als wäre man selbst im Berlin der 1920er Jahre unterwegs…:

Berlin, 1922. Hulda ist Hebamme in einem weniger privilegierten Kiez. Dennoch versucht sie sich so gut wie möglich um ihre Schwangeren und Wöchnerinnen zu kümmern.
Eine der jungen Frauen ist ganz betrübt, weil ihre Nachbarin bei einem Sturz in den Landwehrkanal gestorben ist. Sie kann sich nicht vorstellen, dass es Selbstmord war.
So ermittelt die junge Hebamme auf eigene Faust und kreuzt immer wieder die Wege des jungen Kommissars Karl North, der scheinbar gar kein so großes Interesse daran hat, den Fall aufzuklären…


Meine Meinung:
Dieses Buch ist eine tolle Mischung aus historischem Roman, Kriminalfall und Liebesgeschichte. Durch die wahnsinnig lebendigen Beschreibungen fühlte ich mich sofort ins Berlin der 1920er Jahre versetzt – als wäre ich mit Hulda, die mir gleich sympathisch war – in ihrem Kiez unterwegs.
Der Roman spiegelt extrem gut die verschiedenen politischen Stimmungen, die zunehmenden rechten Strömungen und Putsch(versuche) wider. Man kann richtig spüren, wie schon Anfang der 1920er Jahre die Nazis zunehmend Anhänger gewinnen.
Darüber hinaus werden auch die Auswirkungen des ersten Weltkriegs auf die Bevölkerung, insbesondere die Soldaten, beschrieben.

Neben dem exzellent recherchierten und authentisch wiedergegebenen historischen Hintergrund hat mir auch die Geschichte gut gefallen. Neben den stimmig gezeichneten Personen (die zum Teil sehr tiefe und komplexe Charaktere sind) ist auch der Spannungsbogen sehr gelungen. Durch die Ermittlungen zu dem Kriminalfall von verschiedenen Seiten – aus Sicht von Hulda, als Sicht des Kommissars – ist die Geschichte sehr lebendig und facettenreich zu lesen.


Fazit:
Der Auftakt zu der Trilogie hat mir aufgrund der atmosphärischen Darstellung sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf die nächsten Bände mit Hulda und Karl! Mit ihnen würde ich gerne mehr Zeit verbringen und durch Berlin streifen!

Buchbiene

Beiträge 15
20.06.2020

Hulda Gold ist Hebamme und im Kiez sehr beliebt. Da sie Hausbesuche macht, lernt sie viele Familien und ihre Wohnverhältnisse kennen. Die unterschiedlichsten Menschen und ihre Schicksale,
besonders die der Frauen liegen ihr am Herzen. Eine ihrer Kundinnen ist zu tiefst erschüttert. Ihre Nachbarin wurde tot im Landwehrkanal gefunden. Es soll ein Unfall sein nur warum interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North so für den Fall?

Die Atmosphäre Berlins in den Zwanziger Jahren die Abgründe einer Stadt,
in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen kommt sehr gut rüber.
Wobei man hier eher die Schattenseiten vermittelt bekommt.
Die Zeit zwischen den Weltkriegen. Das Elend der Bevölkerung, der tägliche Kampf ums Überleben. Frauen die sich prostituieren müssen, Waisenkinder immer auf der Suche nach Essbarem.
Alle haben den Krieg noch in den Knochen und suchen Ablenkung im aufregenden Berliner Nachtleben.
Alkohol, Drogen, schneller Sex lassen den Alltag kurz in Vergessenheit geraten.
Auch die Charaktere sind so herrlich echt und kantig.
Hulda Gold, 26 Jahre alt, ein spätes Mädchen, geht ihren Weg.
Sie ist mit Leidenschaft Hebamme, liebt ihre Arbeit, ist pfiffig und sehr patent. Hilft, wo sie kann und durch ihre engagierte Art bringt sie sich oft selbst in Gefahr. Auf der anderen Seite kann sie den Mann aus einer gescheiterten Beziehung nicht loslassen und sie hat Angst so zu werden wie ihre Mutter. Die hatte psychische Probleme und hat sich umgebracht.
Deshalb taucht Hulda oft in die Berliner Nächte ein und versucht zu vergessen.

Karl North, der junge Kommissar, flüchtet vor seinen Dämonen. Er ist in einem Waisenhaus groß geworden.
Kennt seine Eltern nicht und hat eine sehr trostlose und gefühlskalte Kindheit hinter sich.
Trotzdem hat er es geschafft Karriere zu machen.
Seine Angst ist, das jemand von seiner trostlosen Vergangenheit erfährt. Das will er unbedingt vermeiden.

Beide fangen an Nachforschen was es mit dem Tod der Frau aus dem Landwehrkanal wirklich auf sich hat. War es Selbstmord oder doch Mord? Hulda ist Karl immer einen Schritt voraus.
Anfangs mögen sich die beiden nicht besonders aber das ändert sich mit der Zeit.
Eine sehr gut recherchierte Geschichte, in die man so richtig eintauchen kann. Die Wohnsituation der armen Menschen, ihre Sorgen und Nöte sind atmosphärisch dicht erzählt.
Der alte Kiez mit seinen Originalen lebt wieder auf. Ob Portiersfrau, Pensionswirtin, Zeitungsverkäufer, Prostituierte, Zuhälter etc. bereichern hier die Geschichte.
Sehr gelungen ist auch die Karte des Kiezes aus dem Jahr 1922.
Dieser Roman ist nicht nur eine Miljöstudie, sondern auch spannend mit einer kleinen Liebesgeschichte.
Ein wunderbarer Auftakt der Lust auf weitere Bände macht.

yellowdog

Beiträge 20
20.06.2020

Die Menschen in Berlin, 1922

Der Roman geht dicht in das Jahr 1922. Durch die Protagonistin Hulda Gold, die als Hebamme in Berlin wirkt und deswegen vielen Familien begegnet, wird es ein Portrait der Stadt in dieser Zeit. Die Autorin Anne Stern ist in Berlin geboren und hat viel Gefühl für die Mentalität der Menschen dieser Stadt. Man lernt die Menschen kennen und ihre Armut, die wenige Jahre nach Kriegsende ziemlich verbreitet war.

Hinzu kommt ein Mord an einer Prostituierten, daher erhält das Buch auch den Anklang eines Histokrimis. Der junge Kommissar Karl North kommt hinzu.

Hulda ist eine selbstbewusste, mitfühlende Frau. Daher wirkt sie gut als Hauptfigur.

Schatten und Licht ist der Beginn einer Reihe. Weitere Teile werden folgen.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, wie schön das Buch vom Verlag gearbeitet wurde, mit fabelhaften Covermotiv und Karte im Klappcover.

Zauberberggast

Beiträge 2
18.06.2020

Historische Hebammenromane gibt es ja zuhauf, ist doch die Hebamme eine archetypische weibliche Figur in der Literatur: Der erste Mensch, mit dem ein neuer Mensch Kontakt hat - die “Auf-die-Welt-Holerin” schlechthin. Muss man also unbedingt den “zigten” Hebammenroman lesen, gar noch eine Reihe? Man muss nicht, aber wenn man “Fräulein Gold” nicht gelesen hat, entgeht einem zumindest sehr viel historisches Berliner Flair der 1920er Jahre.

Der Roman spielt im Frühsommer des Jahres 1922 in Berlin. Der Krieg ist seit wenigen Jahren vorbei, aber seine Verletzungen sind überall sichtbar. Viele Menschen leben in Armut in der jungen Republik, sind physisch oder psychisch versehrt. Das rigide Moralkonstrukt des Wilhelminischen Kaiserreichs lebt noch in vielen Köpfen weiter. Dass Schwangerschaft und Geburt als natürliche Vorgänge behandelt werden, dafür kämpft die junge, fortschrittlich denkende Hebamme Hulda Gold. Als ledige Frau von 26 Jahren wird sie von der Gesellschaft bereits als "spätes Mädchen" abgestempelt. Ihre Beziehung zum Cafébesitzer Felix Winter ging vor Jahren in die Brüche. Seitdem schlägt sie sich als “Fräulein” alleine durch, denn auch ihre Familie ist quasi nicht mehr vorhanden.

Hulda ist eine vielschichtige, sympathische Protagonistin mit viel Potenzial und einigen Ecken und Kanten. Sie ist empathisch, hat aber auch eine schwierige Vergangenheit und einen ungefestigten Charakter. Ich kann mir sehr gut vorstellen, ihre Geschichte, die als Trilogie angelegt ist, noch über zwei weitere Bände zu verfolgen. Ihr Gegenpart, Kommissar Karl North, ist ebenfalls kein eindimensionaler Charakter. Er ist ein sehr verletzlicher Mensch, der sich durch eigene Kraft aus einer niedrigen Herkunft heraus eine Beamtenexistenz aufgebaut hat.
Auch die anderen Figuren sind sehr schön ausgearbeitet worden. Wir bekommen sogar die Sicht von "Nebenfiguren" wie der Hausmeisterin, der Pensionswirtin, etc., präsentiert, was dem erzählerischen Konstrukt zusätzliches Leben einhaucht.

Die Autorin ist sehr gut darin, Zwischentöne durch ihre dichte, atmosphärische Prosa lebendig werden zu lassen. Für mich wirkt der Roman manchmal wie eine historische Milieustudie: Die Berliner Welt der "einfachen Leute" wird überaus anschaulich beschrieben und auch die gesellschaftlichen Randbereiche dieser Welt der Ottonormalbürger (Nervenheilanstalt, Künstler und Nachtleben, Prostituierte, Straßenkinder, kriminelle Unterwelt, etc.) werden aufgefangen.

Mir persönlich waren es inhaltlich dann aber doch etwas zu viel Düsternis und eine Anhäufung von schlimmen, tragischen Schicksalen. Hin und wieder hätte ich mir ein wenig mehr Leichtigkeit gewünscht. Fast jede handelnde Figur hat eine tragische Vergangenheit im Gepäck, fast alle kommen aus dysfunktionalen Familien. Selbst der Zeitungsverkäufer, der alles etwas aufzulockern schien, kommt später mit einer weniger schönen Story um die Ecke. Ich sehe schon den Sinn dahinter, die Autorin will sozialkritisch das Elend der kleinen Leute damals spürbar machen, aber heutzutage muss man fast schon eine “Triggerwarnung” an dieses Buch heften. Mit Not und Elend wird nicht gespart und Themen wie Suizid, Euthanasie, psychische Krankheiten, Missbrauch, Abtreibung, etc., sind so geballt wie hier für viele Leser in einem Unterhaltungsroman sicher nur schwer zu ertragen.

Meine Kritik an der Krimihandlung ist, dass sie stark von Zufällen bestimmt wird. Hulda ist immer genau dort, wo ihr Informationen zugeführt werden, die zur Aufklärung des Verbrechens führen. Natürlich gelangt sie auch durch Eigeninitiative an Infos, aber die Zufälle sind doch in der Überzahl. Hier ist Berlin dann tatsächlich ein sehr kleines Dorf.

Was mir sehr gefallen hat, ist, dass Huldas Kiez erzählerisch sehr schön “abgegangen” wird. Durch die Karte in der vorderen Klappe können wir als Leser ihren Radius mitverfolgen und die Topographie Berlins besser kennenlernen.

Trotz der vielen düsteren Stellen habe ich den Roman insgesamt sehr gerne gelesen. Er ist ein stimmiger, atmosphärischer Auftakt zu einer historischen Krimi-Trilogie.

Fun fact: Ich habe schon lange (wenn überhaupt) keinen Roman mehr gelesen, in dem so viel geraucht wird wie in diesem hier.

Sonjas Bücherecke

Beiträge 82
03.06.2020

Fräulein Gold“ aus der Feder von Anne Stern ist der äußerst gelungene Auftakt einer Trilogie, in der die Hebamme Hulda Gold die Hauptrolle spielt. Ein historischer Kriminalroman, der uns in die 20er Jahre entführt.
Hier in Berlin in ihrem Viertel um den Winterfeldtplatz ist die 26jährige Unverheiratet Hulda sehr beliebt. Unerschrocken und gewitzt schlägt sie sich in dieser schwierigen Zeit durchs Leben. Hulda begegnet den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen die in diesen Mietskasernen leben und von Armut umgeben sind, besonders am Herzen. Nach immer sind die Spuren des großen Krieges zu spüren. Und Hulda gerät durch ihre engagierte Art selbst ab und an in Schwierigkeiten. Denn sie begegnet zu weil auch dem Tod. Zurzeit kümmert sich Hulda auch um eine Schwangere, die im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt lebt. Die junge Frau ist erschüttert, denn ihre Nachbarin wurde tot im Landwehrkanal gefunden. War es wirklich ein tragischer Unfall? Ausgerechnet der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North kümmert sich um den Fall? In Huldas Augen stimmt hier etwas ganz und gar nicht. Und sie stellt auf eigene Faust Nachforschungen an und gerät immer tiefer in die Abgründe der Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen….
Wow! Was für ein Roman – ich bin total begeistert. Der Schreibstil ist gigantisch. Noch jetzt läuft die ganze Geschichte wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich befinde mich in Berlin in den 20er Jahren, die Armut und das Elend das in vielen Viertel herrscht ist völlig zu spüren. Berlin befindet sich im Aufbruch und die Gegensätze sind greifbar. Auf der einen Seite Armut, Angst, Verbrechen und aber es beginnen ja auch die Goldenen 20er Jahre mit Glitzer und Glamour. Und in dieser Zeit kümmert sich Hulda mit Aufopferung um ihre angetrauten Personen. Hulda ist eine liebenswerte Person, die auch an einem schweren Schicksal zu knabbern hat, sich jedoch nicht unterkriegen lässt. Sie hat ein ganz besonderes Erscheinungsbild. Und dann wird sie auch noch in einen Kriminalfall verwickelt und geht auf eigene Faust auf Verbrecherjagd. Hier hatte ich dann des Öfteren ein Gänsehautfeeling, denn Hulda ist ja mutig, unerschrocken und kämpft um Gerechtigkeit. Dann lernt sie den Kriminalkommissar Karl North kennen. Doch dieser verhält sich oft seltsam und trotzdem besteht zwischen den beiden eine gewisse Anziehungskraft. Ob es ihnen gemeinsam gelingt, den Fall zu lösen?
Ein tolle Lektüre – für mich ein Lesehighlight – das uns deutsche Geschichte wieder näher bringt.
Mit dieser spannenden und packenden Lektüre habe ich Traumlesestunden verbracht. Gerne vergebe ich 5 Sterne und freue mich schon riesig auf die Fortsetzung. Das Cover ist auch ein echter Hingucker.

Addicted2Books2

Beiträge 4
25.10.2020

    Leider konnte mich der Schreibstil der Autorin nicht erreichen. Auch hatte ich ein wenig meine Schwierigkeiten damit, dass es mir ein wenig zu vorhersehbar war.
    Mir hat aber das Thema und der Hintergrund gefallen und ich fand es unheimlich interessant.
    Es ist aber keine Reihe, die ich weiterverfolgen möchte.

    Marzipanmädchen

    Beiträge 10
    25.10.2020

      Das Buch habe ich als Überraschung zugeschickt bekommen. Das Cover ist toll und ich mag auch die 20ziger Jahre aber leider ist es überhaupt nicht mein Genre und auch der Schreibstil sagt mir nicht zu.

      flieder

      Beiträge 22
      21.10.2020

        Die Hebamme Hulda Gold ist so etwas wie die gute Seele im Berliner Viertel Bülowbogen. Das Elendsviertel ist geprägt von Armut, Hunger und Gewalt. Doch Hulda hat keine Angst und verrichtet mit hoch erhobenem Kopf ihre Arbeit. Nicht selten schlittert sie auch mal in heikle Situationen, die sie auf ihre unnachahmliche Art meistert.
        Die Autorin war mir bisher völlig unbekannt, doch sie konnte mich sofort begeistern. Das Berlin von 1922 wurde bildlich beschrieben und man bekommt einen guten Eindruck, wie hart das Leben für die Leute damals war. Auch die schwierige politische Situation wird gut in Szene gesetzt und die Unterschiede zwischen Arm und Reich werden eindrucksvoll vor Augen geführt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf ein Wiederlesen mit Hulda Gold

        Ana

        1 Beitrag
        20.10.2020

          Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.

          Fräulein Gold Schatten und Licht von Anne Stern ist der erste Teil einer Reihe über die Berliner Hebamme Hulda Gold. Eine junge Frau im Berlin der 1920er Jahre die einen Mord aufklären will. Klang nach einem guten Buch für mich.
          Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Unter anderem von Hulda und Kriminalkommissar North. Auch über die ermordete Rita erfahren wir dank ihres Tagebuches sehr viel.
          Klingt eigentlich nach einer tollen Geschichte für mich. Leider fehlt mir beim Schreibstil von Anne Stern dieses gewisse etwas. Ich fand die Geschichte langweilig.

          esmeralda19

          Beiträge 2
          16.10.2020

            Fesselnder Beginn der Trilogie um Hulda

            Hulda Gold ist Hebamme in Berlin im Jahre 1922. Besonders das Schicksal der Frauen liegt ihr am Herzen. Durch ihre Tätigkeit besucht sie viele zu Hause. Das Land ist wegen dem Krieg von grosser Armut geprägt. In einem Elendsviertel der Stadt kümmert sich Hulda um eine Schwangere, die erschüttert ist, weil ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden wurde. Hulda kommt es komisch vor und fängt an zu ermitteln.

            Dieses Buch hat mich sehr überrascht. Ich glaubte, einen historischen Roman zu lesen. Aber er entwickelte sich zu einem Kriminalroman. Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht. Der Roman ist in unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben. Die Perspektive wechselt zwischen Hulda, dem Kommisar North, einem Zeitungsverkäufer und einer Vermieterin. Dadurch erhält das Geschehen viel Dynamik. Vor allem die Tagebucheinträge der Toten fand ich sehr spannend. Man taucht in ihr Leben ein und erfährt, was zu ihrem Tod geführt hat. Hulda ist mir sehr ans Herz gewachsen. Wie sie sich um die Ärmsten kümmert, ist von der Autorin glänzend dargestellt. Leider war mir Kommisar Nordt die ganze Zeit sehr unsympathisch. Berlin wird in der Zeit von 1920 dargestellt. Auch das damalige Elend wird einem vor Augen geführt. Ich finde, dass der Autorin dieser Mix aus Historie und Krimi sehr gut gelungen ist. Am Ende macht noch eine Leseprobe von Band zwei neugierig, wie es weitergeht. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

            Spannender Krimiauftakt um Hulda im historischen Berlin von 1920.

            NadineR

            Beiträge 10
            08.10.2020

              Der Auftakt zu einer farbenprächtigen Saga voller Spannung und atmosphärischer Berliner Geschichte der 1920er Jahre.
              Genau so ist es. Dieses Buch hat mich sehr überrascht. Normalerweise lese ich Bücher aus der „moderneren“ Zeit, aber das war sehr schön geschrieben und emotional.

              morlin

              1 Beitrag
              06.10.2020

                Gelungener Auftakt einer Trilogie

                Wir befinden uns in Berlin der zwanziger Jahre und begleiten die Hebamme Hulda Gold bei ihrer Arbeit. Gerade dieser Aspekt hat mir im Buch ganz besonders gut gefallen. Man erfährt einiges über Geburten in der damaligen Zeit – aber auch über die Lebensumstände der Menschen in Berlin insgesamt und die großen Unterschiede zwischen Arm und Reich.

                Bei einer ihrer Hausbesuche wird sie in einen Kriminalfall verwickelt. Das ist nicht ganz ungefährlich und Hulda kommt dabei in die ein oder andere brenzlige Situation. Außerdem lernt sie bei ihren „Ermittlungen“ den Kriminalbeamten Karl North kennen und ich vermute mal, er wird auch in den nachfolgenden Bänden noch eine Rolle spielen.

                Am spannendsten fand ich die einzeln in die Geschichte eingestreuten Tagebuchaufzeichnungen der Ermordeten, bei denen die Zustände in der Irrenanstalt bei Dalldorf bzw. im Nervenlazarett bei Brandenburg beschrieben werden. Darüber hätte ich gerne noch mehr erfahren.

                Insgesamt ist der erste Band um Hulda Gold ein gelungener Auftakt der geplanten Trilogie und im Oktober geht es direkt weiter mit dem nächsten Band. Da bin ich auf jeden Fall auch wieder mit dabei.

                buecherwurm_01

                Beiträge 4
                27.09.2020

                  Die Protagonistin ist Hebamme im Berlin zu Beginn der 1920er Jahre und geht total auf in ihrem Beruf. Sie kämpft mit den Widrigkeiten der Zeit, denn es ist für (alleinstehende) Frauen nicht leicht zurecht zu kommen, aufgrund der vielen Hindernisse in der Nachkriegszeit des ersten Weltkriegs. Ihr Privatleben stellt sie nicht zufrieden, in ihrem beruflichen Umfeld trifft sie auf Frauen in armen Verhältnissen und schwierigen Teilen Berlins mit hoher Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot. Und dennoch geht sie selbstbewusst ihren Weg, der ihr zu Unabhängigkeit verhilft; sie ist eine taffe Persönlichkeit. Im Laufe ihrer Tätigkeit und einem Todesfall in der Umgebung trifft sie auf einen traumatisierten Kommissar, mit ihm zusammen löst sie letztendlich den Fall.

                  Bei diesem Buch mit einer Mischung aus historischem Roman und Kriminalgeschichte treten interessant skizzierte Personen auf, die von Anfang bis zum Ende authentisch auftreten. Dieser gelungene Genremix gibt einen interessanten Einblick in Wirtschaft und Politik der 1920er Jahre, ist bildhaft erzählt und lässt ein lebendiges und atmosphärisch gut getroffenes Berlin vor meinem inneren Auge entstehen. Die Protagonistin ist eine starke Frau, deren Persönlichkeit sie auszeichnet. Den Titel finde ich gut getroffen.

                  tigerbea

                  Beiträge 94
                  25.09.2020

                    Fräulein Hulda Gold arbeitet im Jahr 1922 in Berlin als Hebamme. Sie kämpft dabei unermüdlich gegen die steigende Armut und die mangelnde Hygiene. Trotzdem liebt sie ihren Beruf, denn der gibt ihr Unabhängigkeit. Als die freundliche Nachbarin ihrer Patientin Lilo tot aus dem Kanal gefischt wird, möchte die Polizei die Sache schnell als Selbstmord zu den Akten legen. Bei Hulda kommen aber Zweifel auf und sie beginnt im Umfeld der Toten nachzufragen. Auch der junge Kommissar Karl North glaubt nicht an Selbstmord und so kommen die beiden sich immer wieder in die Quere. Schnell stellen sie fest, daß sie zusammen schneller ans Ziel kommen. Sie ahnen nicht, daß durch ihre Neugier Hulda in große Gefahr gerät.

                    Anne Stern hat mit "Fräulein Gold - Schatten und Licht" für eine große Überraschung gesorgt. Ich erwartete eine Geschichte über Schwangere und Babys, aber die spielen eigentlich nur eine Nebenrolle. Stattdessen bekommt man hier eine spannende Kriminalgeschichte. Das hat mich wirklich sehr begeistert! Das Buch ist in einem lockeren und lebhaften Stil geschrieben, der großen Spaß macht. Die Personen sind so herrlich unperfekt - eben ganz normale Menschen! Die Spannung baut sich von Seite zu Seite auf. Das zieht sich bis zum Schluß durch das ganze Buch.

                    "Schatten und Licht" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe. Von mir wird das nächste Buch schon mit Spannung erwartet!

                    Adina13

                    Beiträge 30
                    25.09.2020

                      Im Buch "Fräulein Gold" begleitet man die Protagonisten Hulda Gold durch ihr Leben als Hebamme in Berlins goldenen Zwanzigern. Ein bisschen erinnert sie mich an die Charaktere aus "Call the Midwife" - was durchaus ein Kompliment ist. So würde ich mich sehr freuen, falls "Fräulein Gold" und diese wunderbare Geschichte auch verfilmt werden sollte.
                      Mit Hulda kann mich sich wunderbar identifizieren, mit ihrer offenen und herzlichen Art ist sie nicht nur für die Leser sympathisch sondern auch für ihre "Mitcharaktere"! Auch die anderen Charaktere hat die Autorin liebevoll gezeichnet.
                      Durch den Wechsel der Erzählperspektiven bleibt es durchweg spannend und man hat nicht nur einen solitären Blick auf die Handlung.
                      Dieser Roman ist ein historischer Ausflug und bietet damit einen Einblick in die Geburtshilfe der 20er Jahre, aber zu anderen Teilen genauso spannender Krimi und emotionale Liebesgeschichte. Alles in allem ein wundervoller Roman, der einem von allem etwas bietet und ein sehr gelungener Auftakt zur Trilogie.
                      Ich freue mich jetzt schon auf den Nachfolger.

                      Buchstabengeflüster

                      Beiträge 9
                      15.09.2020

                        > Ein cozy Krimi mit historischem Setting

                        Hulda Gold ist als Hebamme tätig und begleitet Schwangere bis zur Geburt und darüber hinaus. Durch eine ihrer jungen Patientinnen wird sie auf deren Nachbarin Rita aufmerksam, die tot im Kanal gefunden wurde. Die Hochschwangere glaubt, Rita ist einer Gewalttat zum Opfer gefallen, die Polizei jedoch geht von einem Selbstmord aus. Da sich Hulda sehr um ihre Patientinnen sorgt, fängt sie selbst an, mehr darüber herauszufinden.

                        >> Seltsam, an welch dünnen Fädchen so ein Leben hängt. Die Kinder, die ich auf die Welt hole, [...] kämpfen sich ans Licht, klammern sich mit ihren winzigen, aber starken Fingern ans Leben. Und dann geht es wie auf einer Rutschbahn los, ohne dass man ahnt, wo das Ziel ist. Die Fahrt ist zu Ende, ehe man sich’s versieht. , Hulda, S. 78

                        Sehr schön ist, dass man ein umfassendes Bild von Huldas Leben und dem damaligen Berlin erhält. Zum einen werden politische Geschehnisse von den Figuren im Buch kritisch beäugt, unterstützt oder diskutiert. Da Hulda durch ihren Beruf und auch privat viel unterwegs ist, lernt man ihre Ecke von Berlin und deren Bewohner, wie z. B. den Zeitungsverkäufer Bert, gut kennen. Auch die medizinische Versorgung von damals wurde durch Huldas Beruf und den Einblicken in die Behandlung der Kranken in der Irrenanstalt angesprochen.
                        Zum anderen bekommt der Leser auch einen umfassenden Einblick in Huldas Leben, weil einige wenige Kapitel auch aus der Sicht von anderen Buchfiguren beschrieben sind, die gerade mit Hulda agieren. Ab und zu werden auch Huldas Kindheit mit ihren Eltern und ihr momentanes nicht ganz rosiges Liebesleben angesprochen.

                        Deswegen habe ich auch hauptsächlich die Geschehnisse rund um Hulda sehr genossen und mir bezüglich des Todesfalls kaum selbst Gedanken darüber gemacht, wer der Mörder sein könnte. Ich hing gebannt an den Seiten und habe interessiert verfolgt, wie Hulda immer mehr Hinweise bezüglich Ritas Tods herausfindet und immer wieder neue schwangere Frauen besucht. Bezüglich des Kriminalfalls werden auch einige Kapitel aus der Sichtweise des Kommissars Karl beschrieben, sodass man auch den offiziellen Ermittlungen folgen kann.

                        Fazit:
                        „Fräulein Gold – Schatten und Licht“ ist ein schöner cozy crime Roman in historischem Setting. Der Leser verfolgt gespannt Huldas Leben als Hebamme und den Fall der toten Rita, in den sie sich immer weiter verstrickt.

                        BücherwurmNZ

                        Beiträge 4
                        13.09.2020

                          Ein Buch, das man nicht mehr weglegen möchte

                          Sofort war ich vom besonderen Schreibstil begeistert. Sehr anschaulich mit vielen bildhaften und außergewöhnlichen Vergleichen schafft es Anne Stern, den Leser mit der Geschichte um die Hebamme Hulda Gold zu begeistern. Sie begleitet ihre Patienten vor, während und nach der Geburt. Durch Zufall erfährt sie vom Tod einer Bekannten einer ihrer Patientinnen und fängt an, Nachforschungen anzustellen, da ihr Schicksal sie nicht mehr loslässt. Dabei gerät sie immer wieder an den Kommissar Karl North, der von ihrem Einmischen nicht begeistert ist.

                          Durch Huldas Perspektive erfährt man viel von ihrer Arbeit und ihrem Leben. Man taucht völlig in ihre Welt und in das Berlin rund um den Winterfeldplatz ein. Als alleinstehende Frau in Berlin 1922 geht sie gewissenhaft und mit viel Herz ihrer Arbeit nach, interessiert sich für das Schicksal ihrer Mitmenschen und muss sich manchmal von ihrer neugierigen Wirtin ausfragen lassen. Hulda ist eine starke Persönlichkeit mit viel Engagement und Positivität, wodurch sie leicht ausgenutzt oder auch mal in Gefahr geraten kann. Trotzdem behauptet sie sich im Leben und gegenüber anderen.

                          Ergänzt wird Huldas Sichtweise mit der des Ermittlers Karl North im Fall der ertrunkenen Frau namens Rita im Landwehrkanal. Neben der Ermittlungsarbeit bekommt man auch einiges über ihn persönlich erzählt. Er ist ein Mann, der seinen Platz im Leben bereits gefunden hat, aber dennoch mit seiner Vergangenheit hadert und oft grübelt. Er könnte ein wenig selbstbewusster sein, ist aber durchaus sympathisch.
                          Abgerundet werden die beiden gegensätzlichen Perspektiven mit Auszügen aus Ritas Tagebuch. Dies steigert die Spannung im Kriminalfall und ermöglicht Einblicke in ihr Leben und was zu ihrem Tod geführt hat.

                          Der Fokus der Geschichte liegt auf den Ermittlungen im Todesfall, lässt aber auch sehr viel Raum, um das Leben in Berlin in Huldas Viertel lebendig werden zu lassen. Vor allem wird einem bewusst, wie es den armen Menschen dieser Zeit ergangen ist und jenen, die auf der Straße lebten. Neben Hulda sind auch ihr Freund aus Kindertagen und der Zeitungsverkäufer Bert dreidimensional gezeichnete Figuren, die eine große Bedeutung für Hulda haben. Ihre Tätigkeiten als Hebamme stehen etwas im Hintergrund, dennoch ist Huldas Leben anschaulich und realtitätsnah mitzuverfolgen. Es ist sehr spannend und aufregend, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte und gerne wissen wollte, was als nächstes passiert. Am liebsten würde ich sofort den zweiten Band um Hulda Gold Scheunenkinder (Band 3 Der Himmel über der Stadt) beginnen.

                          Fazit:

                          Eine packende Handlung und ein außergewöhnlicher Schreibstil mit bildhaften Vergleichen, der das Berlin im Jahr 1922 lebendig werden lässt, machen dieses Buch zu einem gelungenen Auftakt der Reihe um die Hebamme Hulda Gold. Vor allem das Leben der Armen und Obdachlosen im Elendsviertel begegnen der sympathischen Hebamme, die unerschrocken dem Tod der Nachbarin einer ihrer schwangeren Frauen auf den Grund geht und dabei auch mal mit dem Kommissar aneckt.

                          chrissysbooks

                          Beiträge 8
                          12.09.2020

                            Hulda Gold lebt 1922 in Berlin und arbeitet als unabhängige Hebamme. Sie unterstützt Hausgeburten und nimmt sich auch den Schicksalen der Frauen an. Die Nachkriegszeit hinterlässt eine große Armut, die Hulda Tag täglich bei den Familien erlebt. Als sie eines Tages von ihrer schwangeren Patientin erfährt, dass deren Nachbarin, Rita Schönbrunn, tot im Landwehrkanal gefunden wurde, beginnt sie selbst zu recherchieren, denn der Kriminalkommissar Karl North will es als Selbstmord abtun. Durch die Nachforschungen auf eigene Faust begibt sich Hulda selbst in Gefahr.

                            Mit "Fräulein Gold - Schatten und Licht" ist der Autorin der Auftakt dieser Reihe richtig gut gelungen. Sie vermittelt dem Leser eine gute Darstellung der Berliner Atmosphäre in der Nachkriegszeit. Der Schreibstil ist flüssig und ich wollte immer wissen, wie es weiter geht.

                            Die Hebamme Hulda habe ich gleich mit ihrer liebenswerten, hilfsbereiten und engagierten Art ins Herz geschlossen. Eine schlimme Kindheit und die Erinnerungen daran machen ihr noch immer zu schaffen. Der Tot von Rita Schönbrunn ließ sie nicht mehr los, weshalb sie daraufhin alleine Nachforschungen anstellte. Diese waren mir stellenweise etwas zu mutig und unüberlegt.

                            Dem Kommissar Karl North war das Schicksal von Rita etwas unbequem. Er wollte sich eigentlich gar nicht richtig mit dem Fall befassen. Er las aus dem gefundenen Notizbuch von Rita, deren Einträge mich sehr erschütterten.

                            Die Gefühlswelt von Hulda, Karl sowie auch der toten Rita wurden dem Leser sehr gut näher gebracht. Der Roman fesselte mich besonders durch die Vielfalt der Themen. Historische Einblicke, der Kriminalfall, die Arbeit der Hebamme und die Rückblicke durch die Notizbucheinträge wurden von der Autorin gekonnt verknüpft. Aber auch etwas Romantik fehlte in diesem Roman nicht. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und bin schon gespannt, wie es in mit Fräulein Gold weiter geht.

                            YH110BY

                            Beiträge 17
                            12.09.2020

                              Hulda Gold lebt im Jahre 1922 in Berlin und ist Hebamme. Sie betreut die Frauen schon während der Schwangerschaft und ist auch während und nach der Geburt für sie da. Als sie eine ihrer Patientinnen besucht, erfährt sie vom Tod deren Nachbarin. Diese war eine Prostituierte und wurde ermordet. Auf den ersten Blick jedoch scheint sie sich selbst ertränkt zu haben. Durch einige Zufälle erhält Hulda mehrere Informationen, die sie auf die Spur des wahren Täters und sie selbst in große Gefahr bringen. Immer wieder trifft sie dabei den Polizisten Karl North und die beiden merken, dass da etwas zwischen ihnen ist, dass sie gegenseitig anzieht.

                              Der Roman war eine positive Überraschung für mich. Das Buch hat sich kurzweilig und angenehm lesen lassen und hat mir richtig gut gefallen. Der Schreibstil ist wunderschön. Die einzelnen Charaktere wurden gut beschrieben und auch die Beschreibung der Geburten und die Behandlungen in der Nervenheilanstalt in dieser Zeit war sehr interessant. Insgesamt ein wunderschöner Roman, der mich schon gespannt auf die Fortsetzung warten lässt.

                              Die Tanni

                              Beiträge 7
                              12.09.2020

                                Der erste Teil der Fräulein Gold Saga Schatten und Licht von Anne Stern ist ein ganz toller Auftakt der Saga und hat mich von Beginn an gefesselt. In einem Rutsch hatte ich das Buch durchgelesen.
                                Bereits das Cover mit der goldenen Aufschrift und der Abbildung von Hulda Gold und der vielversprechende Klappentext haben mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht.

                                Zum Inhalt des Buches möchte ich gar nicht so viel verraten. Es geht um das junge hübsche Fräulein Gold, um ihren Alltag als Hebamme im Jahr 1922 und um den Fund einer Leiche im Landwehrkanal. Während der Kriminalkommissar Karl North seine Ermittlungen aufnimmt, stellt Hulda eigenständig Nachforschungen an, was es mit dem Tod der Frau auf sich hat.

                                Hulda ist eine faszinierende Protagonistin. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und fiebert und leidet mit ihr. Eigenständig und selbstbewusst meistert sie ihr Leben, stößt dabei aber immer wieder an ihre Grenzen. Mit ihrer liebenswerten, hilfsbereiten und herzlichen Art wächst sie dem Leser schnell ans Herz. Aber auch alle anderen Charaktere sind liebevoll kreiert und wirken mit ihren Eigenschaften und Handlungsweisen authentisch.

                                Der flüssige Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Perspektivenwechsel sorgen für einen größeren Bezug zu den entsprechenden Personen. Sogar in das Leben der tot aufgefundenen Rita bekommt man durch die Ausschnitte aus dem Notizbuch und den Erzählungen anderer Personen einen guten Einblick.

                                Auch der geschichtliche Aspekt macht das Buch sehr interessant. Gut recherchiert gibt es einen Einblick in die Zeit um 1922 und erzählt, wie die Menschen mit ihren finanziellen Nöten, Sorgen und der ungewissen Zukunft zurecht kommen mussten.

                                Sehr berührend werden auch die Schicksale einzelner Charaktere in die Geschichte eingebunden. Auch erfährt der Leser einiges über die damaligen Schwierigkeiten und Probleme, mit denen selbstständige Hebammen zu kämpfen hatten.

                                In meinen Augen ein gelungener Auftakt zur Saga mit interessantem geschichtlichen Hintergrund, tollen Charakteren und vielen Emotionen.
                                Das Buch hat mich sehr begeistert und ich vergebe gerne fünf absolut verdiente Sterne. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil.

                                MAD-Moiselle

                                Beiträge 4
                                11.09.2020

                                  Buchbesprechung zu "Fräulein Gold - Schatten und Licht" von Anne Stern

                                  Die broschierte, 400-seitige Ausgabe mit der EAN 978-3-499-00427-8 kostet 16.00 € und erschien am 16. Juni 2020 bei Rowohlt.

                                  *INHALT*
                                  Berlin, 1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt.

                                  *MEINUNG*
                                  Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.

                                  Ich habe gleich nach meiner Anmeldung auf buchboutique.de überraschenderweise ein Rezensionsexemplar als Willkommensgeschenk erhalten, womit ich nicht gerechnet hatte. Natürlich habe ich mich über das Buch gefreut, obwohl ich es mir nicht gewünscht hatte. Nun, das konnte der Verlag nicht wissen. Also: Das Leben in den 1920er Jahre wird authentisch und glaubhaft geschildert, mich persönlich hat die Geschichte aber nicht ergriffen. Im Gegenteil, sie hat bei mir eher Abneigung und negative Stimmung erzeugt. Der Beruf Hebamme ist nicht gerade mein Traumberuf und daher konnte ich leider auch keine Beziehung zur Protagonistin aufbauen. Sie war mir nicht sonderlich sympathisch. Insgesamt fand ich die Handlung teilweise unlogisch, wenig nachvollziehbar und eher erzwungen bis aufgesetzt. Der unkomplizierte Schreibstil und die Sprache sind dagegen durchaus zeitgemäß, sie passen zur Geschichte und man kann beides als unterhaltsam bezeichnen. Das Buch lässt sich soweit gut lesen, man muss aber wie gesagt ein erhebliches Maß an Interesse für Armut, Not und Elend aufbringen, was mir zurzeit offen gesagt nicht gelingen will. Mein Leben ist im Augenblick öde genug, da lese ich lieber etwas Aufmunterndes.

                                  *FAZIT*
                                  Ein gelungener Auftakt, wenn man sich für das Zeitgeschehen der 1920er Jahre in Berlin und für das damals herrschende Elend interessiert. Ich brauche keinen zweiten und auch keinen dritten Teil. Sorry!

                                  Anaba

                                  Beiträge 12
                                  08.09.2020

                                    Selten war es so einfach für mich in einer Geschichte anzukommen. Anne Stern zeichnet ein lebendiges Berlin der 20er Jahre, mit Sonnen- und Schattenseiten. Ihr wortgewandter Schreibstil hat mich sofort mitgerissen. Die von ihr geschaffene, einzigartige Atmosphäre war von Anfang an spürbar und lässt ein großartiges Kopfkino entstehen. Ganz nebenbei fließen historische Fakten ein, ohne sich aufzudrängen oder den bildhaften Erzählstil zu beeinträchtigen.

                                    Die Geschichte ist in der dritten Person gehalten. Hulda nimmt einen größeren Teil ein, doch wird zu mehreren anderen Charakteren ein Einblick gewährt.

                                    Besonders die von Anne Stern geschaffenen Charaktere konnten mich überzeugen. Jeder einzelne hat gute und schlechte Eigenschaften. Außerdem bekommen mehrere Charaktere die ein oder andere Szene um ihre Persönlichkeit zu entfalten. Dieser Kunstkniff lässt die Spannung zwar langsamer ansteigen, doch entstehen so vielschichtige Persönlichkeiten, die mich begeistern. Hulda hat mir persönlich sehr gut gefallen, sie ist eine fürsorgliche Frau mit einem großen Herzen und muss doch ihre eigenen Probleme mit sich tragen. Diesen versucht sie regelmäßig zu entfliehen und in langen Nächten zu betäuben.

                                    Nach der Begegnung mit Kriminalkommissar Karl North mischt sich Hulda in die Ermittlungen zu einem Mordfall ein. Stellenweise erschien mir ihr Verhalten etwas leichtsinnig, doch ihrem Charakter entsprechend, als sie sich mehr und mehr in Gefahr bringt.

                                    Einen Hauch von Romantik gibt es ebenfalls, denn Hulda wird zwischen ihrer verlorenen Liebe und neuen Gefühlen hin und her gerissen.

                                    Der Kriminalfall selbst wird aufgeklärt, doch bleiben genug lose Enden, die die Vorfreude auf den nächsten Band schüren.

                                    Auf ein weiteres Abenteuer rund um Hulda Gold muss man zum Glück nicht zu lange warten, Band zwei "Scheunenkinder" ist für Oktober 2020 angekündigt. Das passende Hörbuch soll zum selben Termin erscheinen und wird ebenfalls von Anna Thalbach gelesen. Ich freue mich bereits auf eine weitere Zeitreise in ein spannendes Berlin der 20er Jahre.

                                    Paula40

                                    Beiträge 29
                                    05.09.2020

                                      Der Schreibstil ist angenehm, flüssig zu lesen und auch die authentischen Protagonisten, so verschieden sie sind, haben mit ihrem Facettenreichtum überzeugt. Der Zeitgeist wird anschaulich präsentiert und ganz nebenbei zeigt die Autorin die Unsicherheiten und Ängste jener Zeiten auf. Das Aufbäumen der Rechten wird immer wieder kurz thematisiert. Hulda scheint die Brisanz ob ihres politischen Desinteresses gar nicht so richtig wahrzunehmen. Viel lieber beschäftigt sie sich auf Mikroebene um die Menschen, statt sich um das ganz große Ganze den Kopf zu zerbrechen. Das mag naiv wirken, aber aus ihrer Sicht es ist nachvollziehbar.
                                      Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und dann gibt es da noch das Tagebuch von Rita, welches sie trotz ihres Todes greifbar werden lässt.

                                      Melli B.

                                      Beiträge 28
                                      04.09.2020

                                        Ich möchte mich gar nicht groß in der Geschichte verlieren. Das haben meine Vorredner bereits Ganz ausführlich und detailliert getan !
                                        Aber ich möchte trotzdem das Buch wärmstens empfehlen.
                                        Ein geschichtlicher Roman, der sich flüssig liest und alles andere als verstaubt ist.
                                        Ich war mehr als skeptisch, da so Kriminalfälle nicht so mein Ding sind, aber Hulda hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und ich musste ihr folgen.
                                        Ich kann ihn Euch mit ganz gutem Gewissen empfehlen!!! Absolut lesenswert.

                                        Viola

                                        Beiträge 13
                                        31.08.2020

                                          Toller Auftakt

                                          Da ich die Reihe von Volker Kutscher und auch Susanne Goga gelesen habe und sehr mochte und auch die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen sehr spannend finde, habe ich mich umso mehr auf dieses Buch gefreut. Und ich wurde nicht enttäuscht. „Fräulein Gold“ ist eine Lesereise wert und macht Lust auf mehr. Daher bin ich froh, dass es sich um eine Reihe handelt und ich schon im Oktober erfahre, wie es weitergeht.

                                          Hulda ist eine spannende und interessante Romanfigur – vor allem auch deswegen, weil sie sich einerseits für das Wohlergeben von Frauen und ihr eigenes Glück einsetzt, gleichzeitig aber auch eine dunkle Seite hat. Ich mag Figuren mit Ecken und Kanten, sie faszinieren mich ungemein. Sie ist nicht nur Hebamme, sondern gleichzeitig auch Ermittlerin und das macht es dann richtig spannend. Der Fall ist rund und stringent und es macht Spaß, mit zu fiebern und mit zu rätseln.

                                          Gleichzeitig finde ich die 1920er wirklich spannend und auch hier wird das wieder deutlich. Die Autorin lebt selbst in Berlin und das merkt man auch. Sie schreibt mit viel Lokalkolorit und Flair und lässt längst vergangene Zeiten wieder aufleben. Berlin war damals eine glänzende und zugleich düstere Metropole, die die verschiedensten Menschen angezogen hat. Auch das zeigt der Roman von Anne Stern deutlich und einprägsam. Mir gefällt die Atmosphäre im Buch sehr und ich bin schon gespannt auf Band 2.

                                          Nele22

                                          Beiträge 25
                                          29.08.2020

                                            Die Protagonistin Hulda Gold ist eine junge und mutige Frau. Sie ist eine engagierte junge Hebamme im Berlin der zwanziger Jahre, durch ihre Hartnäckigkeit und Neugier erlebt sie einige gefährliche Situationen, sogar ein Mordfall wird aufgeklärt. Sie hilft, wo sie nur kann und das uneigennützig. Sie liebt das Leben und geht gern tanzen, trinkt Alkohol und genießt ihr Dasein.
                                            Das ist der Glanz der zwanziger Jahre. Aber auch die Schattenseiten der damaligen Metropole Berlin, Armut , Arbeitslosigkeit werden bildhaft und greifbar beschrieben.
                                            Es ist das erste Buch, das ich von der Autorin Anne Stern gelesen habe, aber bestimm nicht das letzte.
                                            Die Kapitel werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Autorin schafft es, dass der Leser sich durch die bildhafte Sprache das Berlin in den goldenen Zwanzigern ebenso mit seinen Nöten von damals sehr gut vorstellen kann.
                                            Es ist der Auftakt einer dreiteiligen Lesereihe, auf den ich mich sehr freue.
                                            Das Buch hat mir schöne Lesestunden beschert und ich kann das Buch gut und gern weiter empfehlen.

                                            reading.squirrel

                                            Beiträge 10
                                            27.08.2020

                                              Hulda Gold zwischen Licht und Schatten

                                              Die Zeiten in Deutschland im Mai 1922 sind hart. Die Wirtschaft hat sich noch nicht von den Auswirkungen des letzten Krieges erholt. Auch die Menschen kämpfen mit den Folgen und den Auswirkungen. In Berlin, einer Stadt die immer größer wird, sind diese Spuren immer deutliche zu spüren. Die Armut der Bevölkerung, die Arbeitslosigkeit und der Hunger nehmen immer mehr zu. Auch die medizinische Versorgung ist schwach. Aber es gibt im Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel, Hulda Gold eine junge Hebamme. Sie ist engagiert, gewitzt und in ihrem Viertel nicht nur gut bekannt, sondern auch sehr beliebt. Sie kümmert sich rührend und mit viel Liebe um die Schwangeren und lässt auch die späteren Mütter in der Anfangsphase nicht im Stich.

                                              Ihre ganz besondere Sorge gilt im Moment Lilo. Ihre Geburt steht unmittelbar bevor. Ihre Sorge um ihr Baby ist groß. Unterstützung in dieser schweren Zeit hatte sie auch durch ihre Nachbarin, aber diese hat man gerade tot aus dem Landwehrkanal gefischt. Alle gehen von einem tragischen Unfall aus. Lilo kann sich das nicht vorstellen und bezieht Hulda in ihre Überlegungen mit ein. Hulda, die sich in ihrem Viertel sehr gut auskennt, versucht Hinweise und Spuren zu finden, die gegen einen Selbstmord oder Unfall sprechen. Dabei trifft sie auch auf Karl North, dem undurchsichtigen Kriminalkommissar, der den Fall untersucht.

                                              Die Autorin gelingt hier ein gutes Bild der damaligen Zeit. Ihre anschaulichen Beschreibungen der Zustände in den Straßen, Wohnungen und bei den Familien lassen nur ungefähr ahnen, wie schlimm und entbehrungsreich diese Zeit damals gewesen ist. Ihre Protagonistin Hulda Gold ist in dieser Zeit schon etwas Besonderes. Sie trägt ihr Herz auf dem rechten Fleck und kann gut mit den Leuten umgehen. Obwohl sie selbst sehr bescheiden wohnt, hat sie zumindest ein regelmäßiges Einkommen. Trotzdem ist sie immer bereit die Hilfsbedürftigen zu unterstützen.

                                              Was mir aber an diesem Buch besonders gefallen hat, ist die Darstellung des Milieus zur damaligen Zeit verpackt in eine spannende Geschichte um eine Berliner Hebamme. Auch die Einbeziehung eines Mordfalls gibt der Geschichte zusätzliche Spannung. Das einzige, was mich ein wenig gestört hat, ist die echt häufige Wiederholung der besonderen Augen von Hulda. In dem Fall wäre weniger einfach mehr gewesen.

                                              Gespannt bin ich auf den nächsten Teil, denn es soll ja insgesamt drei Bücher über "Fräulein Gold" geben. Von mir gibt es natürlich eine Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.

                                              Knopf

                                              Beiträge 9
                                              18.08.2020

                                                Anne Stern hat mit Hulda Gold eine sehr sympathische Protagonistin für ihre Trilogie erschaffen. Wir begleiten die 26-jährige Hebamme im Berlin der beginnenden 1920er Jahre. Sie ist unabhängig und übt ihren Beruf mit Herzblut aus. Allerdings genießt sie auch die Freiheit und stürzt sich manchmal ins wilde Nachtleben. Bei den Schwangeren, bei denen es vorne und hinten nicht reicht, verzichtet sie auch schon mal auf den Lohn. So wie bei Lilo, welche kurz vor der Niederkunft steht. Diese macht sich aber nicht nur Sorgen um die Geburt, sondern auch um Rita, ihre Nachbarin. Diese ist verschwunden und wird kurze Zeit später tot aus dem Landwehrkanal gefischt. Für Lilo steht fest: es war kein Selbstmord!
                                                Karl North, der Kommissar, der für diesen Fall zuständig ist, würde es aber lieber so behandeln und verschleppt die Ermittlungen. Er hat die Rechnung aber ohne Hulda gemacht, die eigene Ermittlungen aufnimmt und sich dabei öfter in Gefahr begibt und ihm langsam dabei den Kopf verdreht.
                                                Zusätzlich erfährt man auch einiges über die politische Situation in jener Zeit. Die Rechten beginnen sich zusammenzuschließen, der erste Weltkrieg ist gerade erst vier Jahre vorbei, die spanische Grippe hat gewütet. Überall Kriegsversehrte und Armut, aber auch der eiserne Wille, nach dem Überleben auch zu leben und einer besseren Zukunft zuzustreben.
                                                Das Hörbuch wird von Anna Thalbach wunderbar vorgetragen. Anne Stern hat das Milieu wunderbar beschrieben und Anna Thalbach läßt es fast bildlich auferstehen. Sie gibt den handelnden Figuren verschiedene Stimmen, sodass man fast meint, mitten in der Handlung zu stehen und den Gesprächen zu lauschen. Die Berliner Schnauze von manchen Figuren kommt gut rüber.
                                                Am Ende wird zwar der Täter ermittelt, aber (noch) nicht gefasst. Hulda und ein Verehrer verbringen einen entspannten Sonntagnachmittag am Wannsee und ich freue mich auf den zweiten Teil der Geschichte, den ich dann wahrscheinlich auch als Hörbuch genießen werde.

                                                Gartenfee

                                                Beiträge 18
                                                11.08.2020

                                                  Dieser Roman um die Hebamme Hulda Gold spielt Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Sie möchte unbedingt selber den rätselhaften Tod der älteren Prostituierten Rita aufklären und begibt sich dabei mehr als einmal in Gefahr. Während ihrer Recherchen kommt die dem Kriminalkommissar Karl North näher, hat aber gleichzeitig noch mit ihrer alten Beziehung zu Felix zu kämpfen, der scheinbar eine neue Frau in seinem Leben hat.

                                                  In diesem Buch lernt man das Berlin der goldenen Zwanziger ein wenig kennen. Schatten und Licht liegen dicht beieinander. Auf der einen Seite hat Hulda die armen schwangeren Frauen, die in sehr beengten Verhältnissen leben und auf der anderen Seite auch die gutbürgerlichen, denen es an nichts fehlt. Auch bekommt man hier einen Einblick in das ärmliche Leben der Kriegswaisen, die sich mehr schlecht als recht über Wasser halten.

                                                  Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich Hulda manchmal für sehr naiv und leichtsinnig gehalten habe. Aber Anne Stern hat die Geschichte gut aufgebaut, vor allem durch das Notizbuch von Rita, welches Karl zwischendurch liest und man so von Ritas früherem Leben erfährt.

                                                  Das Ende ist halbwegs offen geblieben, da man weiß, wer die Taten verübt hat, derjenige aber nicht gefasst wurde. Auch die Beziehung zwischen Hulda und Karl hat noch sehr viel Potential für eine Fortsetzung.

                                                  nicigirl85

                                                  Beiträge 12
                                                  11.08.2020

                                                    Titel: Einblicke in das Berlin der 20er...

                                                    Der Klappentext hatte mich so sehr angesprochen, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte und ich habe es nicht bereut.

                                                    In der Geschichte geht es um die Hebamme Hulda Gold, die im Armenviertel der Hauptstadt ihre Dienste anbietet. In diesem Beruf sind Freud und Leid nah beieinander. Als dann eine Frau spurlos verschwindet, lässt sie das nicht kalt und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Wird sie sich damit nicht in Schwierigkeiten bringen?

                                                    Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt, denn mal begleiten wir Hulda bei ihrem Tun im Sommer 1922 und mal lesen wir Notizbucheinträge von Rita Schönbrunn über die Jahre davor.

                                                    Mir gefällt bei dem Roman der Mix aus Krimi und historischem Roman.

                                                    Hulda ist eine Figur, die ich direkt mochte, da sie zwar so ihre Makel hat, damit aber hervorragend umgehen kann und zudem einfach nur herzensgut ist. Ich mochte ihren Mut und ihre Durchsetzungskraft.

                                                    Bei Kriminalkommissar Karl North fand ich die Entwicklung der Figur richtig gelungen, denn zu Beginn mochte ich ihn so gar nicht und mit der Zeit stellt sich dann heraus, dass es Gründe für sein etwas merkwürdiges Verhalten gibt.

                                                    Der Kriminalfall war immer im Fokus der Handlung und wirklich bis zur letzten Seite spannend. Da denkt man schon alles zu wissen und dann kommt noch ein Knaller.

                                                    Richtig gut war außerdem, dass die Autorin ein sehr authentisches Bild vom Berlin der 20er zeichnet. Die Gefühlskälte der Menschen spürte man beim Lesen beinahe am eigenen Leib.

                                                    Fazit: Gelungener erster Band, der mich sehr gut unterhalten hat. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus und die weiteren Bände werde ich in jedem Fall auch lesen. Klasse!

                                                    Laudibook

                                                    Beiträge 12
                                                    10.08.2020

                                                      Inhalt und meine Meinung:
                                                      Berlin 1922: Noch deutlich sind die tiefen Wunden des letzten Krieges zu spüren. Der Bevölkerung merkt man zwar die energiegeladene positive Stimmung an, aber auch furchtbare Armut prägt das Land. Mittendrin arbeitet die taffe, junge und unverheiratete Hebamme, Fräulein Gold. Sie liebt ihre Arbeit und ist mit vollem Herzen dabei. Nicht selten wird sie mit schwierigen und traurigen Schicksalen konfrontiert. Eine Schwangere Patientin sorgt sich, weil ihre Nachbarin und Freundin tot im Landwehrkanal gefunden wurde. War es ein tragischer Unfall, Selbstmord oder sogar Mord? Hulda lässt die Sorge ihrer Patientin keine Ruhe und fängt an Fragen zu stellen. Sie ärgert sich über Kommissar Karl North und dessen mangeldem Ermittlunsenthusiasmus. Sie fängt an auf eigene Faust zu ermitteln. Wagt gefährliche Alleingänge und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe der Stadt.

                                                      Ich bin dem Schicksal so dankbar, dass ich Hulda kennenlernen durfte. Ich habe einen typischen historischen Hebammenroman erwartet, aber viel besseres bekommen.
                                                      Mit eindrucksvollen Charakteren und einem spannungsgeladenen Krimifall startet Anne Stern ihren Auftakt ihrer neuen historischen Saga.
                                                      Der Einstieg ist mir problemlos gelungen. Dank des flüssigen und klaren Schreibstil war ich sofort mittendrin um Geschehen. In farbenprächtigen Bildern beschreibt die Autorin die 20er Jahre mit ihrer dynamischen Aufbruchstimmung und dann wiederum den Hunger, die Krankheiten und das Wohnungselend. Ein Jahrzehnt der krassen Gegensätze.
                                                      Hulda war mir von der ersten Sekunde an sympathisch. Sie trägt ihr Herz auf dem rechten Fleck. Mit Leib und Seele kümmert sie sich um ihre Schwangeren. Trotz ihrer taffen und selbstbewussten Art, lässt ihre Kindheit sie nicht los. Durch ihre Vergangenheit kann sie sich schwer öffnen und lässt Menschen nicht wirklich zu nahe an sich heran. Beim Lesen spürt man sehr deutlich ihre Sorgen und Sehnsüchte. Ein großer Genuss ist, wenn Karl der gutaussehende, jedoch absolut spröde Typ und Hulda aufeinander treffen. Da sprühen Funken in sämtlichen Gefühlslagen.
                                                      Fazit:
                                                      ⭐⭐⭐⭐⭐+/5 Sternen

                                                      Langeweile

                                                      Beiträge 35
                                                      08.08.2020

                                                        Inhalt übernommen:

                                                        1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.

                                                        Meine Meinung:

                                                        Der Autorin ist es gut gelungen, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen. Mit den Protagonisten hatte ich anfangs etwas Probleme, mittlerweile mag ich sie aber sehr gerne.
                                                        Hulda ist eine sehr mutige und beeindruckende Person,die unerschrocken agiert ,oft an der Grenze zum Leichtsinn. Es gefiel mir gut,dass hin und wieder auch der Berliner Dialekt in die Geschichte einfloss.
                                                        Die Beschreibungen der Irrenanstalt und was dort mit den Menschen geschah, war sehr grausam, entspricht aber wohl der Realität.
                                                        Das Cover, was ja wohl Hulda darstellen soll,passte nicht zu der Beschreibung im Buch, da war immer von einer Bubikopf Frisur die Rede.
                                                        Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, vor allen Dingen, weil ich wissen will wie es mit Karl und Hulda weitergeht.

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                                                        08.08.2020

                                                          Hulda Gold ist in einer Zeit als Hebamme tätig, in der es alles andere als leicht ist, als ledige junge Frau selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Der Berliner Stadtteil Schöneberg in den 1920er Jahren ist ein Ort voller Armut, Kriminalität, Prostitution und Leben in dunklen Hinterhöfen. Dort sieht Hulda ihren Platz und sie nimmt sich all der Schwangeren und Wöchnerinnen an, die in dieser wechselvollen Zeit neues Leben auf die Welt bringen. Und so lernt sie auch Lilo Schmidt kennen, deren Sorge nicht nur ihre bevorstehende Entbindung ist, sondern auch der unerwartete Tod ihrer Nachbarin Rita. Da Hulda dieses Schicksal keine Ruhe lässt, begegnet ihr recht bald Kriminalkommissar Karl North, der ebenfalls Licht in diesen Fall bringen möchte. Nicht nur die Ermittlungen dazu werden die beiden näher bringen ...
                                                          Von der ersten Seite an fühlt man sich zurückversetzt ins pralle Leben Berlins der 1920er Jahre, ganz besonders unterstrichen von einigen Dialogen im Berliner Dialekt. Man lernt alle Facetten des damaligen Lebens kennen, ebenso auch geschichtliche Hintergründe und was es hieß, in dieser Zeit eine Frau zu sein oder Krankenschwester in einer sogenannten Irrenanstalt. Die Aufklärung des Todesfalls ist der Kern der Geschichte und keinesfalls vorhersehbar, auch wenn man sich schon manchmal auf der richtigen Spur wähnt.
                                                          Beide Hauptfiguren wirken nicht gleich auf den ersten Blick sympathisch. Hulda ist sehr flatterhaft und handelt deshalb oft unüberlegt, was sie immer wieder in sehr gefährliche Situationen bringt. Kurt ist sehr verschlossen und wirkt sehr launisch, wobei ihm seine Herkunft aus einem Waisenhaus am meisten zu schaffen macht. Doch beide kennzeichnet ein gutes Herz und die Bereitschaft, Schwächeren zu helfen.
                                                          Ein wunderbares Buch mit einem sehr auffälligen Cover, das schon jetzt große Vorfreude auf die Fortsetzung weckt.

                                                          sylvia_hertel

                                                          Beiträge 18
                                                          07.08.2020

                                                            Emotionale und authentische Geschichte einer Berliner Hebamme
                                                            Das Berlin der 1920er Jahre.
                                                            Die Hebamme Hulda Gold ist sehr beliebt. In ihrem Viertel, dem berüchtigten Bülowbogen.
                                                            Hier gibt es viel Armut und viel Elend. Hulda kümmert sich rührend um die werdenden Mütter, hat für jede ein liebes Wort und hilft wo die Not sehr groß ist.
                                                            Als die Nachbarin einer ihrer werdenden Mütter tot im Landwehrkanal gefunden wird und es wie ein tragischer Unfall aussieht, stellt Hulda Nachforschungen an bei denen sie selbst in Gefahr gerät.
                                                            „Fräulein Gold-Schatten und Licht“ ist der Auftakt der Reihe Die Hebamme von Berlin von Anne Stern.
                                                            Im Mittelpunkt steht natürlich Hulda Gold, die 26jährige Hebamme.
                                                            Hulde ist einfach ein toller Charakter, den die Autorin mit sehr viel Hingabe kreiert hat.
                                                            Für die Zeit (1922) ist Hulda eine außergewöhnliche Frau. Sie ist nicht verheiratet und verdient sich ihren Lebensunterhalt selbst. Sie ist selbstbewusst und stark, ich möchte mich nur ungerne mit ihr anlegen. Und sie ist liebenswert, hat für ihre Patientinnen immer ein liebes Wort und hilft wo die Not zu groß ist.
                                                            Ihr Gerechtigkeitssinn und ihre Neugierde werden ihr in dieser Geschichte fast zum Verhängnis.
                                                            Auch die anderen Charaktere sind natürlich gut gelungen, haben alle verschiedene Charakterzüge.
                                                            Selbst die Nebenrollen sind so gut in Szene gesetzt, dass sie im Gedächtnis bleiben.
                                                            Durch den Berliner Dialekt wird das alles noch authentischer.
                                                            Der Handlungsort ist Berlin und da, das Elendsviertel Bülowbogen.
                                                            Es geht schon unter die Haut, wenn man von der großen Not der Menschen dort liest. Kaum vorstellbar, wer ein bisschen Platz erübrigen kann, vermietet den als Schlafplatz für die Nacht und wenn es nur in der Küche ist aber es hilft die Miete am Ende des Monates zu zahlen.
                                                            Anne Stern beschreibt das Leben in diesem Viertel sehr anschaulich und authentisch.
                                                            Bei mir habe sich sehr schnell Bilder im Kopf eingestellt.
                                                            Die Kriminalgeschichte macht das Buch zudem noch recht spannend.
                                                            Auch das Ende hat mir gut gefallen, es war eine echte Überraschung.
                                                            Da ich mich für das Hörbuch entschieden habe muss ich auch noch ein paar Sätze zu der Sprecherin Anna Thalbach loswerden.
                                                            Anna Thalbach hat der Geschichte und den Protagonisten Leben eingehaucht.
                                                            Mit ihrer „Berliner Schnauze“ hat sie das Buch zu einem wahren Hörgenuss gemacht.
                                                            Für dieses Buch hätte es keine besserer Sprecherin geben können. Anne Stern und Anna Thalbach sind ein echtes Dreamteam.

                                                            Sonja26

                                                            Beiträge 14
                                                            04.08.2020

                                                              Fräulein Gold von Anne Stern ist ein wunderbares Buch, welches mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Schon das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt dem Leser, in welcher Epoche die Geschichte spielt.
                                                              Sobald man das Buch beginnt, wird man auch automatisch tief ins Berlin der 20er Jahre hineingezogen. Schnell sieht den die Schauplätze vor sich, stellt sich die Kleidung der Menschen vor oder bewegt sich mit der Protagonistin durch ihr Viertel in Berlin. Ich konnte mir es so gut bildlich vorstellen und habe mich gleich abgeholt gefühlt. Dies mag auch daran liegen, dass einem Kostüme und historische Figuren aus dem Buch bereits aus anderen Romane und Fernsehserien bekannt sind. Auch jeden Fall hatte ich Hulda Gold, das Fräulein Gold, die Hebamme von Berlin, direkt vor Augen.
                                                              Was für eine Protagonistin ist Hulda Gold! Wunderbar geschaffen, beschreiben und erzählt, sie wirkt so unglaublich echt, als hätte es sie wirklich gegeben.
                                                              Ich bin völlig gefesselt von diesem Roman, der Frauengeschichten mit Krimi verbindet auf witzige und gleichzeitig spannende Art. Das Fräulein Gold leidet unter einer Art Helfersyndrom und steckt seine Nase gerne in Dinge, die sie nichts angehen. Und so stolpert sie beinah zufällig in einen Mordfall hinein. Klar, dass sie da nicht locker lassen kann. Und dann ist da noch dieser charismatische und gutaussehende Kommissar, dem Hulda wohl auch ziemlich gut gefällt.
                                                              Ich habe selten ein Buch gelesen, in das ich so völlig eingetaucht bin, wie in dieses. Ich habe es verschlungen und freue mich jetzt schon unglaublich auf die beiden Fortsetzungen. Einfach eine tolle Geschichte! Wunderbar!

                                                              PeWie

                                                              Beiträge 21
                                                              02.08.2020

                                                                Klappentext
                                                                1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.
                                                                Meinung
                                                                Eine gelungene Mischung aus Krimi, Historie und Liebe.
                                                                Die tollen zwanziger Jahre hatten böse Schattenseiten. Wer nicht im Licht geboren wurde, musste in schlechten Verhältnissen wohnen und hungern. Krankheiten waren an der Tagesordnung. Diese Atmosphäre ist immer im Hintergrund. Sie ist immer da egal was passiert, Geburten, Mordermittlungen oder ein privates Treffen.
                                                                Selbst als Leser kann man sich dem nicht entziehen, es ist beängstigend weil anscheinend keiner damals in der Lage war die Situation zu ändern. Auf der anderen Seite wissen wir von den mitreißenden Festen, die den Menschen in diesem Buch ein ordentliches Leben ermöglicht hätten.
                                                                Mit dem Wissen von heute ist das Buch ungeheuer spannend, weil ich ein Gefühl für die Menschen bekommen habe, die Verzweiflung wurde mir als Leserin vermittelt, vor allem wurde der große Unterschied zwischen den Bevölkerungsgruppen deutlich.

                                                                Annegreat

                                                                Beiträge 2
                                                                01.08.2020

                                                                  Großartiger Reihenauftakt

                                                                  Die 26-jährige Hulda Gold lebt in Berlin, ist ledig und Hebamme. Durch ihre Arbeit sieht sie eine Menge Leid und Armut und versucht die jungen Familien, auch über ihre eigentliche Aufgabe hinaus, so gut sie kann zu unterstützen. Als die Nachbarin (Rita, eine Prostituierte) einer Schwangeren tot im Landwehrkanal aufgefunden wird, stellt sich schnell die Frage, ob es Mord oder Selbstmord war. Hulda beginnt nachzuforschen und lernt dabei den mit den Ermittlungen beauftragen Kommissar Karl North kennen, der durch den Fall mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird.
                                                                  Hulda ist eine sympathische Protagonistin, mutig, quirlig, entschlossen, unvoreingenommen und sehr emanzipiert für die damalige Zeit.
                                                                  Der Zeitgeist wird gut geschildert und man ist direkt mitten in Berlin und mitten in dieser unruhigen Zeit.
                                                                  Neben der aktuellen Handlung gibt es immer wieder Notizbucheinträge von Rita, die Rätsel aufgeben.
                                                                  Gelesen wird das Hörbuch von Anna Thalbach und ihre Intonation ist einfach großartig. Die einzelnen Charaktere und der Dialekt mit dem sie diese spricht, werden so gelungen vertont, dass das Zuhören einfach Spaß macht.
                                                                  Ich bin jetzt schon ganz gespannt auf „Fräulein Gold: Scheunenkinder“, da ich unbedingt erfahren möchte, wie es für Huld weitergeht.

                                                                  Lysan

                                                                  Beiträge 3
                                                                  01.08.2020

                                                                    Spannend und informativ!
                                                                    Wir begleiten die Hebamme Hulda Gold durch den Juni 1922. Das "späte Mädchen" ist in Berlin im Bülowbogen tätig und liebt ihren Beruf und ihre Freiheit.
                                                                    Der Schreibstil hat mich sofort eingefangen und mit in die Geschichte genommen. Die Wortwahl trägt dazu bei, dass sich die Bilder im Kopf entfalten können. Eine sehr informative Zeitreise, in der der Leser eine Menge über Berlin, die Kriegsfolgen, das Frauenbild und viele andere Dinge erfährt. Da ich selbst im Berliner Umland lebe und die Orte in Berlin kenne, konnte ich mich auch hier wunderbar einleben. Die Szenen sind aber tatsächlich wunderbar ge- und beschrieben. Auch die gezeichneten Personen mit all ihren kleinen Geheimnissen sind so dargestellt, dass Sympathien entstehen. Ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Bände.

                                                                    Hagazussa

                                                                    Beiträge 9
                                                                    01.08.2020

                                                                      Endlich einmal wieder ein Buch, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Fräulein Hulda Gold, ihres Zeichens Hebamme, ist eine Protagonistin, die zwar viele Ecken und Kanten hat, aber trotzdem nachvollziehbar reagiert und der sich der Leser, gerade deshalb, verbunden fühlen kann. Ein spannender Auftakt, deren Fortsetzung man kaum erwarten kann.

                                                                      engi

                                                                      Beiträge 46
                                                                      30.07.2020

                                                                        Fräulein Hulda Gold, ein Name, den man sich merken sollte und das nicht nur, wenn man in anderen Umständen ist! Sie sieht die Aufgabe der Hebamme nämlich nicht nur als Beruf, sondern geradezu als Berufungen an. Ist es doch so auch kein Wunder, dass viele Frauen ihre Nähe, die der Kälte in den Geburtskliniken vorziehen und Hulda ihr Herz ausschütten. So kommt es dann auch, dass sie in einen Mord verstrickt wird, als immer wieder in ihrer Gegenwart der Name „Rita“ fällt. Was hat es auf sich mit der Toten im Landwehrkanal? Wer wollte ihr Leben auslöschen und warum? Oder war es doch ein Suizid? Sie begibt sich auf Spurensuche und prallt dabei mit Kriminalkommissar Karl North zusammen, der sie am liebsten nach Hause schicken würde, denn sie ist dabei sich selbst in große Gefahr zu bringen …
                                                                        Ich habe, wie viele andere Rezensenten vor mir, auch die Reihe von Volker Kutscher sowie die Bücher über Kommissar Wechsler von Susanne Goga gelesen. Beide Serien spielen zur gleichen Zeit am gleichen Ort, so dass es ja kein Wunder ist, wenn es Gemeinsamkeiten gibt, zumal auch viele Originalschauplätze und -personen bei allen drei Autoren eine Rolle spielen. Dennoch hat auch gerade die Geschichte um Hulda Gold und Karl North so ihren ganz eigenen Charme. Ich liebe die pfiffige und mutige Hebamme, die mit ihrem grummeligen Kommissar sicher in Zukunft ein nicht zu unterschätzendes Gespann bilden wird. Zudem ist Berlin so schön und anschaulich beschrieben, dass ich mich beim Lesen glatt um 100 Jahre zurückversetzt gefühlt habe. Ich freue mich schon auf einen neuen Band, der im November erscheinen wird und finde es sehr mutig und stark, dass sich Anne Stern mit ihrer Reihe auf den Markt gewagt hat. Meine Unterstützung ist ihr sicher und ich gebe dem Buch wohlverdiente 4,5 von 5 Sternen.

                                                                        Maja20_14

                                                                        1 Beitrag
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                                                                          Das wunderschöne Cover hat mich auf Anna Sterns „Fräulein Gold: Schatten und Licht“ zuerst aufmerksam gemacht und der Klappentext und die Leseprobe haben mich dann auf das Buch neugierig gemacht.
                                                                          Protagonistin der Geschichte ist die 26jährige Hulda Gold, die im Berliner Arbeiterviertel als freie Hebamme arbeitet. Wegen ihrer engagierten und einfühlsamen Art ist sie sehr beliebt. Ihre Patientinnen leben in sehr ärmlichen Verhältnissen und auch Hulda ist, obwohl berufstätig, nicht gerade wohlhabend.
                                                                          Beim Besuch einer ihrer Patientinnen erfährt Hulda vom Tod deren Nachbarin, einer Prostituierten. Die Polizei möchte es scheinbar gern als Suizid behandeln, doch Hulda bekommt durch die Schilderung ihrer Patientin den Eindruck, dass die Tote, trotz ihres schweren Schicksals, keine Selbstmordkandidatin gewesen sein kann. Dadurch wird Huldas Neugier geweckt und sie beginnt zu recherchieren was für ein Mensch die Tote, Rita, eigentlich war und warum sie in die Prostitution abrutschte. Eine Spur führt in die Irrenanstalt Dalldorf, in der Rita früher als Krankenschwester arbeitete. Bei ihren Nachforschungen kreuzt sich Huldas Weg immer wieder mit dem des ermittelnden Kommissars Karl North, der zwar etwas gegen Huldas Ermittlungen hat, von Hulda selbst aber sehr angetan ist … Doch warum will der Kommissar den Fall unbedingt als Suizid abtun, was hat er zu verbergen? Hulda kommt der Lösung des Falls immer näher und gerät dabei in Lebensgefahr.
                                                                          Anna Stern hat es durch ihre wunderbar bildhafte Sprache geschafft, dass ich von der ersten Zeile an in den Armenvierteln Berlins in den 20er Jahren war. Ich habe die beschrieben Personen, ihre Kleidung, ihr Äußeres, ihre Wohn- und Lebenssituationen in den Mietskasernen und Hinterhöfen Berlins direkt vor mir gesehen. Dieser Krimi hat mich ein wenig an die Bücher von Volker Kutscher erinnert, auch wenn in Anne Sterns Geschichte die politischen Verhältnisse im Deutschland der 20iger Jahre nur am Rande eine Rolle spielt. Allerdings werden auch von ihr die Folgen des 1. Weltkrieges, wie Armut, Hunger, Obdachlosigkeit, Kriegsveteranen mit posttraumatische Belastungsstörungen und auch der Beginn der Machtergreifung Hitlers durchaus thematisiert.
                                                                          Dieses Buch gehört für mich definitiv zu meinen Lesehighlights 2020 und ist nicht nur für Fans der Fernsehserie „Babylon Berlin“ unbedingt lesenswert. Ich freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung der Krimireihe, die nächsten Bände werde ich auf jeden Fall ebenfalls lesen.

                                                                          pixibuch1

                                                                          Beiträge 22
                                                                          28.07.2020

                                                                            Gelungener Auftakt einer Trilogie über die Berliner Hebamme Hulda Gold in den frühen 20iger Jahren. Hulda ist sehr emanzipiert. Mit ihrem Fahrrad besucht und betreut sie Schwangere besonders in den Armenviertel von Berlin, wo die Frauen fast jedes Jahr ein Kind bekommen und sie nicht wissen, wie sie die hungrigen Mäuler stopfen sollen. Hulda tut alles, um diese Frauen zu unterstützen. Als sie bei einer Erstgebärenden ist, teilt diese ihr mit, dass ihre Nachbarin Rita verschwunden ist. Sie war als Prostituierte beschäftigt und wurde tot aus dem Landwehrkanal geboren. Selbstmord. Aber die junge Frau will es nicht glauben und ihr zuliebe beginnt Hulda mit den Ermittlungen. Dabei stößt sie auf Ungereimtheiten und trifft auch auf Kommissar North, der den Fall scheinbar mit großer Nachlässigkeit bearbeitet. Hulda nimmt am Berliner Nachtleben teil, experimentiert mit Drogen und hat dennoch für all ihre Mitmenschen ein offenes Ohr. Sei es der Zeitungsverkäufer Bert, ihre neugierige Zimmervermieterin. Die Autorin führt uns in das Berlin nach dem ersten Weltkrieg. Überall herrscht Hunger und Not, jedoch mach sich langsam aber sicher der Nationalsozialismus breit. Die Leute gehen auf die Straße, jedoch blüht das Nachtleben, mal will sich amüsieren, vergessen. Doch sind die Möglichkeiten der Hebammen beschränkt, die Geburten dürfen nur die Ärzte ausführen. Huldas Liebe zu dem Kaffeehausbesitzer Felix ist in die Brüche gegangen und sie lebt nur noch für ihren Beruf und die Schwangeren. Das Cover selbst ist ein Augenschmaus. Die Vorderseite ziert ein sepiafarbenes Foto einer wunderschönen Frau und der Titel ist in Gldbuchstaben verfaßt. Hulda selbst ist durch ihre verschiedenfarbigen Augen eine seltene Schönheit. Ein Buch, das jedenfalls den Leser ganz in seinen Bann zieht.

                                                                            kathrin_nievelstein

                                                                            Beiträge 2
                                                                            21.07.2020

                                                                              „Schon von weitem sah Hulda, dass Bert die Freitagsfliege umgebunden hatte. Er besaß für jeden Wochentag eine andere. Waren sich die Schöneberger einen Moment lang unsicher, welches Datum war, so mussten sie nur einen Blick auf den Mann im Pavillon werfen und waren wieder im Bilde. Heute prangte ein seidiges, hellblaues Exemplar an seinem Hals, leuchtend wie der Himmel über seinem runden Kiosk.“ (Auszug S. 116)

                                                                              Willkommen in Berlin der Zwanziger, der Nachkriegszeit mit all den Gegensätzen zwischen schillernden Figuren und düsteren Machenschaften, neuem Reichtum und bitterster Armut. Die Berliner Autorin Anne Stern nimmt uns mit in die Welt der Hebamme Hulda Gold, die sich um die Schwangeren im Armenviertel rund um den Bülowbogen kümmert. Durch eine junge Frau erfährt sie vom Tod der Prostituierten Rita. Während sich die Polizei scheinbar sicher ist, daß es ein Freitod war, regen sich in Hulda Zweifel, ob nicht doch jemand nachgeholfen hat... Und so beginnt eine spannende Geschichte mit vielen Krimielementen – eine Art Katz- und Maus-Spiel zwischen der Hebamme Hulda Gold und dem Kriminalkommissar Karl North.

                                                                              Nicht nur die Geschichte an sich empfand ich als wirklich interessant, auch der Stil hat mich gefesselt, denn der Roman spielt auf zwei Ebenen: einmal nach dem Tod Ritas und die Geschichte eines Tagebuchs. Geschickt verbindet die Autorin diese beiden Erzählfäden miteinander und so kommt ein wirklich spannender Roman heraus, den ich kaum aus der Hand legen wollte.

                                                                              Die Protagonisten sind anschaulich gezeichnet; ihre Charakterzüge lassen sich teilweise in der Kleidung erkennen (siehe oben bei Bert), teilweise auch in ihre Lebensart und man fühlt sich mittendrin. Das Bildhafte wird verstärkt durch die ausdrucksstarke Sprache der Schriftstellerin mit einem Hauch „Oldschool“, der so wunderbar zum Inhalt passt.

                                                                              Nicht zuletzt kreiert die Aufmachung des Romans ein schlüssiges Bild: Schwarz-Weiß & Gold – für mich der Inbegriff der Zwanziger mit all seinen Kontrasten, verbunden mit dem typischen Cover-Fräulein... ich liebe dieses Buchcover!

                                                                              Ausnahmsweise möchte ich hier auch auf das Hörbuch eingehen, welches von Anna Thalbach gesprochen wird. Die ausdruckstarke Stimme der gebürtigen Berlinerin passt perfekt zum Roman – daher mein absoluter Tipp: hört mal rein!

                                                                              „Schatten und Licht“ ist der erste Teil der Hebammen-Trilogie rund um Hulda Gold. Ich gebe ehrlich zu: ich freue mich auf die weiteren Bände und kann Fans von Romanen rund um die deutschen Zwanziger „Fräulein Gold“ nur ans Herz legen.

                                                                              ingrid_esser

                                                                              Beiträge 27
                                                                              14.07.2020

                                                                                Gelunger Auftakt der Serie über eine Berliner Hebamme in den 1920ern

                                                                                Der Roman „Fräulein Gold“ der Berlinerin Anne Stern ist der erste Teil einer Serie bei der die Hebamme Hulda Gold im Mittelpunkt steht. Die Geschichte ist ein Genremix: Sie spielt im historischen Berlin des Jahrs 1922, ein tragischer Unfall ist aufzuklären und neben der Beschreibung der Tätigkeiten rund um die Geburtshilfe schildert die Autorin auch eine beginnende Romanze ihrer Protagonistin.

                                                                                Entsprechend des Untertitels „Schatten und Licht“ erzählt die Autorin von der bewegenden Zeit kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Die Berliner sind voller Hoffnung auf anhaltenden Frieden, doch politisch kommt Deutschland nicht zur Ruhe. Die Armenfürsorge in Berlin ist überfordert und in den Clubs der Stadt frönen die Besucher manchem Laster. Auch Hulda ist nicht abgeneigt, sich einige schöne unterhaltsame Stunden mitten im Getümmel zu erlauben. Allerdings ist sie als ambulante Hebamme in ständiger Rufbereitschaft. Sie versorgt Schwangere in ihrem Wohnbezirk in Schöneberg und Umgebung, egal ob arm oder reich. Manchen Hausbesuch macht sie sogar umsonst, weil ihr das Leben von Mutter und Kind am Herzen liegt. Es ist nicht immer leicht, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, weil eine klare Abgrenzung zu den Tätigkeiten besteht, die ein Arzt vorzunehmen hat.

                                                                                Eine von Hulda betreute Schwangere wohnt am Bülowbogen. Die Wohnung der Nachbarin Margarita Schönbrunn, kurz Rita genannt, ist polizeilich gesperrt und wenig später erfährt Hulda davon, dass sie tot im nahen Landwehrkanal aufgefunden wurde. Das Schicksal von Rita ist ihr präsenter als ihr zunächst recht ist, doch dann beginnt sie Fragen zu stellen. Bei der Suche nach Antworten begegnet ihr Kriminalkommissar Karl North, der für sie im Laufe der Zeit in mehrfacher Hinsicht immer attraktiver wird.

                                                                                Hulda trägt ihr Herz auf dem rechten Fleck. Sie lebt als Untermieterin in der Mansarde eines Mehrfamilienhauses, ist kein Kind von Traurigkeit, sondern offen und ehrlich. Geheimnissen geht sie gern auf die Spur. Sowohl bei Rita wie auch bei Karl spürt sie, dass deren Vergangenheit schicksalsgebend war. In schwierigen Situationen spricht sie sich selbst Mut zu und geht unbeirrt ihren Weg.

                                                                                Die Perspektiven in der Geschichte wechseln, so dass in den einzelnen Erzählabschnitten nicht immer nur Hulda im Mittelpunkt steht. Dadurch wurde der Roman vielgestaltiger und neben der Protagonistin entwickelten sich auch andere Figuren darin mit. Einige Tagebuchauszüge aus dem Notizheft von Rita verdeutlichten den damaligen Umgang mit psychisch erkrankten Personen und gaben auf diese Weise weitere Einblicke in medizinische Gegebenheiten der damaligen Zeit.

                                                                                Der Auftakt der Romanreihe „Fräulein Gold“ ist Anne Stern mit ihrem Buch „Schatten und Licht“ gelungen. Dank der sehr guten Recherche des historischen Hintergrunds und der Ortskenntnisse der Autorin entsteht das bunte Porträt einer Berliner Gesellschaft der Gegensätze in einer Zeit des Aufbruchs mit einer sympathischen Hauptfigur. Gerne empfehle ich den Roman weiter und warte schon ungeduldig auf den nächsten Band.

                                                                                mannomania

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                                                                                13.07.2020

                                                                                  Fräulein Gold - Schatten und Licht - von Anne Stern
                                                                                  Ein Roman mit 400 Seiten und 34 Abschnitten dazu ein sehr schönes Cover mit goldener Schrift verziert, damaliger Hutmode und Berlinkarte
                                                                                  Erschienen am 16.06.2020 im rororo-Verlag

                                                                                  Zum Inhalt:
                                                                                  Hulda Gold, Mitte Zwanzig, ist als Hebamme in Berlin tätig.
                                                                                  In ihrem Viertel ist sie sehr beliebt, egal ob reich oder arm, sie hilft allen Frauen.
                                                                                  Bei einem Besuch im berüchtigten Bülowbogen bei einer Schwangeren erfährt sie von der toten Nachbarin, die im Landwehrkanal gefunden wurde.
                                                                                  Kurz danach trifft sie auf Kommissar North, der spricht von einem Unfall. Doch Hulda zweifelt und stellt eigene Nachforschungen an...

                                                                                  Die Autorin verwendet einen flüssigen Schreibstil, der angenehm zu lesen ist. Sie versteht es ausgezeichnet, die damalige Zeit anschaulich wiederzugeben.
                                                                                  Die einzelnen Charaktere wirken sehr authentisch.
                                                                                  Hulda ist eine taffe Frau, die sich nicht unterkriegen läßt, Chapeau.
                                                                                  Obwohl sie selbst bescheiden lebt, hat sie ein gutes herz und unterstützt die armen Leute, die der Hilfe bedürfen.

                                                                                  Desweiteren wird der Leser mit der Geschichte der damaligen Zeit vertraut gemacht. Das Berlin der 20er Jahre war alles andere als golden. Es gab noch viel Not, denn der erste Weltkrieg hatte seine Spuren hinterlassen...

                                                                                  Fazit:
                                                                                  Der Kriminalfall ist interessant und löst sich schlüssig auf. Das Ende hat mir gefallen. Ich hatte wirklich angenehme Lesestunden und empfehle das Buch und Teil 1 der "Hebamme von Berlin" daher gerne weiter.
                                                                                  Hierfür uneingeschränkt die Höchstpunktzahl!