Jane Harper

Ins Dunkel

Grausamer als die Natur ist nur der Mensch.
Fünf Frauen unternehmen eine Wanderung durch den australischen Busch, organisiert von ihrer Firma, ausgerüstet nur mit Kompass und Landkarte.
Tage später kommen nur vier von ihnen zurück.
Aaron Falk, Ermittler der australischen Polizei, muss die vermisste Alice Russell unbedingt finden. Sie ist seine Informantin bei einem Unternehmen, das unter dem Verdacht der Geldwäsche steht. Alice kennt nicht nur die Machenschaften der Firma, sondern auch die dunklen Geheimnisse ihrer Kolleginnen, mit denen sie unterwegs war. Die Wildnis ist unerbittlich, lange wird Alice hier nicht überleben. Doch die wahre Gefahr droht von ganz anderer Seite ...


Autorenbild Foto von Jane Harper

Der  Autor

Jane Harper ist Journalistin beim Herald Sun. Sie lebt in Melbourne. Mit ihrem Erstling «Hitze» gewann sie den wichtigsten britischen Krimipreis, den «Gold Dagger».


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Rezensionen

leseratte1310

Beiträge 28
17.01.2019

    Die Firma Bailey Tennants will einen besseren Zusammenhalt bei ihren Angestellten fördern und schickt sie auf eine Teambildungsmaßnahme in die australische Wildnis. Die Gruppen von jeweils fünf Personen sind nur mit Kompass und Landkarte ausgerüstet. Während die fünf Männer unbeschadet wiederauftauchen, kommen nur vier angeschlagene Frauen zurück. Alice Russell bleibt verschwunden. Aaron Falk, Ermittler der australischen Polizei, muss Alice unbedingt finden, denn sie ist seine Informantin, da Daniel Bailey der Geldwäsche verdächtig ist.
    Das Buch liest sich gut und ist spannend. Die Beschreibung der Landschaften sind sehr bildhaft beschrieben, so dass ich mir alles gut vorstellen konnte. Der australische Busch birgt viele Gefahren, aber die größten Gefahren gehen wohl von Menschen aus.
    Die Gruppe der Frauen besteht aus sehr unterschiedlichen Personen, die aber alle miteinander verstrickt sind. Es läuft nicht so gut in der Gruppe und die dominante Alice setzt sich ab. Die weiteren Mitglieder sind die Geschäftsführerin Jill, die Zwillinge Breanna und Bethany und Lauren, die Alice seit Schulzeiten kennt. Es kommt zu einer Gruppendynamik, die hochexplosiv ist. Keine dieser Frauen war mir wirklich sympathisch, aber ihre Darstellung ist sehr realistisch.
    Aaron Falk und seine Kollegin Carmen erinnern sich an frühere Fälle im Giralang-Massiv, wo die Vermissten häufig nur noch als Leiche auftauchten. Es würde ihre Ermittlungen gefährden, wenn Alice Russell nicht wiederauftauchen würde.
    Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. So erfahren wir, wie die Wanderung der Frauengruppe verlaufen ist und auf der anderen Seite, wie die Suche nach Alice verläuft.
    Psychologisch geschickt aufgebaut steigt die Spannung immer mehr und man will wissen, ob es Alice schafft. Es gibt immer wieder unverhoffte Wendungen, so dass ich bis zum überraschenden Ende keinen Verdacht hatte.
    Mir hat dieser Thriller gut gefallen.

    misery3103

    Beiträge 42
    16.01.2019

      Für eine Teambuildingmaßnahme starten fünf Frauen einer Firma zu einer Wanderung durch den australischen Busch, doch am Ende kehren nur vier von ihnen zum Ausgangspunkt zurück. Alice Russel, die für die Polizei als Informantin in der Firma spioniert, wird vermisst. Der Polizist Aaron Falk und seine Kollegin, für die Alice geheime Informationen über die Machenschaften der Firma sammelt, machen sich sofort auf den Weg, um bei der Suche nach Alice vor Ort zu sein. Doch was geschah wirklich im Wald und zwischen den fünf Frauen? Oder verschwand Alice aus einem ganz anderen Grund als vermutet?

      Die Geschichte ist so aufgebaut, dass man in wechselnden Kapiteln die Geschehnisse im Jetzt während der Suche nach Alice und den Ereignissen während der Wanderung der Frauen im Wald mitverfolgen kann. Die Spannung ist sofort da, weil schon nach wenigen Seiten klar ist, dass die fünf Frauen sich nicht unbedingt gut leiden können. Außerdem wabert die Geschichte eines Serienmörders durch das Buch, der vor Jahren in diesem Wald mehrere Frauen verschwinden ließ, so dass die Möglichkeit besteht, dass Alices Verschwinden andere Gründe haben könnte. Doch auch die anderen Teilnehmer an der Teambuildingmaßnahme sind eine Sache für sich. Da auch Jill, die Tochter des Firmengründers bei den Frauen ist, besteht immer die Möglichkeit, dass Alice aufgeflogen ist und zum Schweigen gebracht wurde.

      Insgesamt zeichnet sich schnell ab, dass Alice kein sehr netter Mensch ist und von ihren Kolleginnen nicht unbedingt gemocht wird … mit Recht wie ich finde. Die Spannungen in der Gruppe, vor allem nachdem sie sich verlaufen und mit Hunger und Angst zu kämpfen haben, sind mit Händen greifbar und lassen einen gespannt auf die Auflösung hinfiebern.

      Aaron Falk und seine Kollegin Carmen mochte ich sehr. Da es einen Vorgängerband zu „Ins Dunkel“ namens „Hitze“ gibt, auf den in diesem Buch auch Verweise zu finden sind, werde ich dieses Buch auch noch lesen, denn es interessiert mich, woher Falks Verletzungen rühren, mit denen er auch in diesem Buch noch zu kämpfen hat.

      Ein spannendes Buch, das einen gespannt auf die Auflösung warten lässt, weil viele Möglichkeiten bestehen, warum Alice verschwunden ist. Gut!

      SBS

      Beiträge 70
      09.01.2019

        Zwei Fünfer-Team einer Firma machen sich auf eine Trekking-Tour durch tiefsten australischen Wald. Schon Beginn hat gibt es im Frauenteam Reibungen und am Ende kommen nur vier Frauen – teilweise ziemlich angeschlagen – aus dem Wald. Wo ist Alice? Diese Frage stellt sich vor allem Aaron Falk, denn Alice ist seine Informantin. Falk und Kollegin Cooper ermitteln in einer Geldwäscheangelegenheit und nun fragt sich, ob Alice aufgeflogen ist, sich aus dem Staub gemacht hat oder ob etwas ganz anderes passiert ist.

        Zu Beginn hatte ich ein klein wenig meine Schwierigkeiten in das Buch zu finden, obwohl ich den Vorgänger kannte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mir irgendeine Info fehlt – das gab sich aber dann doch recht schnell. Hier möchte ich direkt erwähnen, dass man den Vorgänger nicht kennen muss, um nach spätestens knapp 50 Seiten mitten im Geschehen zu sein und das Buch kaum mehr weglegen zu wollen. Die recht kurzen Kapitel erzählen im Wechsel das aktuelle Geschehen, sowie die Geschehnisse des Outdoor-Abenteuers chronologisch und die meiste Zeit mit einem Cliffhanger. Das fördert, dass man unheimlich mitfiebert und sich immer wieder fragt, was genau vorgefallen sein könnte. Das Tempo ist extrem hoch und die Geschichte so dramatisch, dass man dem Sog einfach verfällt. Dabei weiß der Leser nicht mal, ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt und wenn ja, welche(s).

        Interessant ist natürlich auch das Setting mittendrin im Nirgendwo, ohne Möglichkeiten Hilfe zu rufen, mit verzweifelten, müden und hungrigen Frauen, die alle so ihre Probleme haben, die sich nach und nach hochschaukeln. Ein wenig ein moderner „Herr der Fliegen“.

        Die Auflösung fand ich sehr gelungen und ich freue mich schon auf die nächste Geschichte um Aaron Falk.

        Gisel

        Beiträge 4
        16.10.2018

          Atmosphärisch düster

          Bei einer Teambildungsmaßnahme im australischen Busch geht etwas ganz gewaltig schief, und eine der Teilnehmerinnen kehrt nicht mehr zurück. Aaron Falk und seine Kollegin von der australischen Polizei müssen die vermisste Alice unbedingt finden, denn sie war seine Informantin bei ihrem Unternehmen, das unter dem Verdacht der Geldwäsche steht. Die anderen vier Frauen aus ihrem Team berichten, dass Alice sich auf eigene Faust allein durch den Busch schlagen wollte, entgegen der Absprachen untereinander. Ob Alice wohl noch lebend aufgefunden werden kann?

          Was ist wohl mit Alice passiert? Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass die Vermisste keine einfache Frau ist. Sie kannte sowohl die dunklen Machenschaften ihrer Firma wie auch die dunklen Geheimnisse ihrer Kolleginnen, mit denen sie unterwegs war. Dabei konnte sie recht skrupellos ihre Ziele verfolgen. Beliebt war sie überhaupt nicht. Aber sind die Kolleginnen bei der Teambildungsmaßnahme wirklich so geradlinig, wie sie es vorgeben, oder haben sie auch das eine oder andere Geheimnis, das sie auf keinen Fall preisgeben wollen? Aus dieser Geheimniskrämerei lebt das Buch, in zwei Zeitschienen werden die Ereignisse während der Suche nach Alice wie auch während der Wanderung durch den Busch abwechselnd aufgerollt.

          Ich kenne den ersten Teil der Reihe um Aaron und Carmen nicht, doch die Geschichte ist in sich selbst abgeschlossen, man kann sie gut für sich allein lesen. Bezeichnend für diesen Band ist die düstere Stimmung, in der dieser Krimi spielt, sowohl von den Ereignissen her wie auch von der Befindlichkeit der Frauen. Sehr schnell taucht der Leser ein in die Situation der Frauen und erlebt mit ihnen die scheinbar ausweglose Situation, die Verzweiflung, in der sie sich schnell wiederfinden.

          Mir fehlte dennoch ein wenig die Spannung, zumindest im größten Teil der Erzählung. Deswegen möchte ich diesem Krimi vier von fünf Sternen geben und empfehle das Buch gerne weiter.

          scarlett59

          Beiträge 5
          23.09.2018

            Zum Inhalt:
            Im Rahmen eines Teamtrainings machen sich fünf Frauen auf eine Wanderung durch den australischen Busch. Am Ziel kommen nur vier der Frauen mit großer Verspätung wieder an und können nicht erklären, wo die fünfte abgeblieben ist …

            Meine Meinung:

            Die Autorin erzählt die Geschichte in zwei Strängen, zum einen ausgehend vom Ziel der Wanderung fortlaufend mit der Suchaktion, zum anderen rückblickend vom Start der Wanderung aus. Diese beiden Zeitebenen werden abwechselnd erzählt. Und obwohl es so klingt, war es für mich als Leser nie verwirrend, sondern hat im Gegenteil zum Spannungsaufbau beigetragen.

            Gerade die Geschehnisse auf der Wanderung werden durch das Setting in der Abgeschiedenheit des australischen Busches noch beängstigender. Das Buch wird u.a. mit „Grausamer als die Natur ist nur der Mensch“ beworben und so spielen auch zwischenmenschliche Konflikte eine tragende Rolle.

            Recht blass bleiben die Ermittler und geraten fast zu Randfiguren, was aber der Spannung keinen Abbruch getan hat.

            Fazit: eine fesselnde Geschichte, die ich innerhalb von 24 Stunden ausgelesen habe

            Wolly

            Beiträge 5
            26.07.2018

              Jane Haper entführt uns mit ihrem Thriller "Ins Dunkel" mitten in den australischen Buch. Fernab der Zivilisation soll Alice Russel, Angestellte in einem erfolgreichen Familienunternehmen, mit 4 weiteren Kolleginnen eine Teambuildingmaßnahme absolvieren. Die Aufgabe für die Frauen besteht aus einer mehrtägigen Wanderung durch den Busch, nur mit Kompass und Karte bewaffnet. Am Tag der erwarteten Rückkehr, kehren allerdings nur 4 Frauen zurück, alle außer Alice. Ermittler Aaron Falk nimmt die Ermittlungen auf.

              Meinung:
              Die Autorin hat auf einen spannungsreichen Thriller hingearbeitet, was ihr leider nur zum Teil gelungen ist.
              Das Setting lädt natürlich sehr ein. Ein dunkler Wald, weit und breit keine Rettung und eine Gruppe einsamer Frauen. So weit so schön. Dazu kommt der klassische Aufbau mit mehreren Verdächtigen und einem unklaren Tatbestand. Auch das kann durchaus seinen Reiz haben. Leider lässt der Thriller für mich trotzdem an Spannung missen. Die wirklich bedrohlichen Szenen und Stimmungen, gehen unter Geplänkel über Kleinigkeiten ein wenig unter. Schade drum, denn aus dem Setting hätte man atmosphärisch mehr machen können. Trotzdem war die Spannung zumindest teilweise Thrillertauglich und damit in Ordnung.

              Etwas mehr Probleme hatte ich da tatsächlich mit den Charakteren. Es war für mich niemand dabei, den ich wirklich sympathisch gefunden hätte oder mit dem ich mich hätte identifizieren wollen. Alle waren irgendwie zickig und sehr oberflächlich. Die Ermittler fand ich noch am normalsten und auch am ehesten sympathisch, wobei nicht so viel über sie berichtet wurde.

              Der stärkste Pluspunkt des Buches waren für mich die einzelnen Handlungsfäden, die gut vernetzt wurden. Die Ideen waren stimmig und nicht unlogisch. Hier hat Jane Harper einen soliden Job gemacht.

              Fazit:
              Ein solider Thriller, mit ausbaufähiger Spannung und wenig liebenswerten Charakteren.

              Petzi_Maus

              Beiträge 13
              24.07.2018

                Was passierte im Australischen Dschungel?


                Kurz zum Inhalt:
                Die Firma BaileyTennants schickt als Teambuilding Maßnahme eine Männer- und eine Frauengruppe mit je 5 TeilnehmerInnen für 3 Tage in den Australischen Busch. Ausgerüstet nur mit Zelten, Schlafsäcken, einer Landkarte und Kompass. Ohne Handys.
                Als jedoch die Frauengruppe zum vereinbarten Zeitpunkt nicht erscheint, wird eine Suchaktion gestartet. Mit 6-stündiger Verspätung kommen die Frauen an - jedoch eine fehlt: Alice. Wo ist sie? Was ist mit ihr geschehen?
                Der australische Ermittler Aaron Falk muss Alice unbedingt finden; sie war seine Informantin in dem Unternehmen, das unter dem Verdacht der Geldwäsche steht.
                Und das Monster Martin Kovac spukt auch noch allen im Kopf herum, der vor 20 Jahren im Giralang-Massiv junge Frauen getötet hat...


                Meine Meinung:
                Der Schreibstil von Jane Harper ist unfassbar toll; das Buch ist flüssig und schnell zu lesen. Es ist alles so lebendig beschrieben; die Charaktere der handelnden Personen sind detailliert ausgearbeitet und die Beschreibung der tollen Dschungellandschaft ist so anschaulich, so dass man das Gefühl hatte, mit der Frauengruppe mittendrin im unendlichen Grün zu sein.
                Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so fesselnd war es für mich. Auch ist der Spannungsbogen konstant aufrecht gehalten, und man rätselt fieberhaft mit, wo Alice geblieben und was mit ihr geschehen ist.
                Sehr gut hat mir auch gefallen, dass abwechselnd über die Ermittlungen von Aaron Falk und seiner Kollegin Carmen Cooper und der Suche nach Alice berichtet und dann wieder die Erlebnisse der Frauengruppe chronologisch beschrieben werden.
                So erfährt man als Leser, was den Frauen während der Wanderung durch den Kopf geht, und wie eine Verkettung kleiner Fehler zu einem großen Ganzen führt. Und die Panik der Frauen konnte man auch gut spüren und nachvollziehen.

                Auch das Cover passt bestens zum Inhalt des Buches; ist doch das dunkle unendliche Grün des Australischen Buschs abgebildet.


                Fazit:
                "Ins Dunkel" war ein wahrer Lesegenuss für mich; ich war von der ausführlichen und anschaulichen Beschreibung fasziniert und fühlte mich mitten drin im Busch. Auch die interessanten Charaktere und die tolle Spannung lassen mich eine eindeutige Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen.

                Karin K.

                1 Beitrag
                23.07.2018

                  Mein neuer Stern am austalischen Krimi-/Thriller-Himmel

                  Jane Harper entführt in ihrem zweiten Thriller "Ins Dunkel" ihre Leserschaft zu einem Teambuilding-Survival-Camp eines jeweils gegeneinander entretenden fünfköpfigen Frauen- und Männer-Teams der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Bailey Tennants aus Melbourne in die Berge des Giralang-Massivs.

                  Am dritten Tag erreichen die Männer den vereinbarten Treffpunkt, doch von den Frauen fehlt jede Spur. Stunden später wanken vier von ihnen abgekämpft und teilweise verletzt aus dem Wald, aber wo ist Alice Russell?

                  Zwischenzeitlich hat Aaron Falk, Ermittler der australischen Finanzpolizei, seine Mobilbox abgehört, auf welcher sich eine Sprachnachricht von Alice befindet, auf welcher eine männliche (?) Stimme bloss mit einem "... ihr weh tun ..." zu vernehmen ist.
                  Seit Wochen arbeiten Aaron Falk und seine Kollegin Carmen Cooper mit Alice zusammen, um ihre Arbeitgeber - Jill und Daniel Bailey - der Geldwäsche zu überführen. Hat Alice Verschwinden etwa mit diesen Ermittlungen zu tun?

                  Umfangreiche Sucharbeiten nach Alice starten in den Bergen, die bereits vor vielen Jahren Schauplatz eines Serienmöders waren. Kann Alice gefunden werden?

                  Meine Meinung:
                  Hochspannung, die bereits in der Leseprobe versprochen wurde, kann bis zuletzt aufrecht erhalten werden!

                  Aufgrund des flüssigen Schreibstils ist man schnell mit den Hauptcharakteren - allen voran dem Ermittler Aaron Falk und dem Frauen-Team mit Alice, Lauren, Bree, Beth und Jill - vertraut.

                  Durch die Rückblenden im Zuge der "Vernehmungen" der Frauen werden die gemeinsamen Berg-Stunden jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wodurch das komplexe und komplizierte emotionale Beziehungsgeflecht geschickt dargestellt wird.

                  Die zusätzlichen Ermittlungsergebnisse von Aaron Falk und Carmen Cooper fordern den Leser zusätzlich, immer wieder neue Hypothesen über den möglichen Verbleib von Alice Russel anzustellen.

                  Fazit:
                  Mit Jane Harper würde ich jederzeit sofort wieder in Down Under ermitteln, denn Spannung bis zum Ende zu halten, schaffen die Wenigsten ... und ganz besonders gern wieder mit dem Polizistenteam Aaron Falk und Carmen Cooper!

                  Igela

                  Beiträge 23
                  20.07.2018

                    Die Firma " Bailey Tennants " organisiert für zehn ihrer Mitarbeiter eine Teambuildingwoche im australischen Niemandsland. Im Giralang - Massiv sollen 5 Frauen und 5 Männer, nur mit dem Nötigsten versorgt, eine Woche im Wald überleben und ein bestimmtes Ziel erreichen. Am Ende der Woche kommen dort nur 5 Männer und 4 Frauen an. Alice Russell fehlt! Eine Suchaktion, bei der die örtliche Polizei von Federal Agent Aaron Falk, und seiner Partnerin Carmen Cooper, unterstützt wird, startet.

                    Vom ersten Satz an habe ich mich sehr wohl gefühlt mit dem Schreibstil von Jane Harper. So wohl, dass ich unbedingt noch ihr Debüt "Hitze" nachholen werde. Sehr präzise und ohne überflüssige Worte zu verlieren, kommt die Autorin auf den Punkt. Die Atmosphäre, dort in dem dunklen Wald, ist sehr gut beschrieben und gruselig. Zwar hatte ich ab und zu das Gefühl, dass vor allem das Zwischenmenschliche etwas ausufernd beschrieben wurde. Doch da diese Stellen immer wieder mit neuen Ereignissen in der Handlung überlagert wurden, konnte ich damit gut leben.
                    Der Aufbau des Buches ist so gestaltet, dass abwechselnd die Suche nach Alice und dann wieder das Geschehen in der Gruppe vor ihrem Verschwinden, beschrieben wird. So wird das Ganze sehr abwechslungsreich. Dies vor allem, da auch das Leben der Ermittler einen nicht zu kleinen Teil einnimmt. Man könnte nun anmerken, dass dies nicht relevant für die Hauptgeschichte ist. Doch ist es nicht so, dass gerade durch den Blick in das Private, Ermittler oftmals Tiefe bekommen?
                    Ich empfand fast von Beginn weg Spannung. Da man sich durchwegs fragt, was denn nun mit Alice geschehen und wo sie abgeblieben ist? Ein eingeflochtener Serientäter, der vor Jahren sein Unwesen in der Gegend trieb, hat noch für zusätzlich Nervenkitzel gesorgt. Ob jemand aus der Firma Alices Verschwinden geplant hat? Jemand von den anderen Frauen, oder etwa einer der Männer? Die Fragen sind mir nicht ausgegangen und sehr gefallen hat mir, dass ich bis zum Schluss rätseln konnte.
                    Zwei der Frauen , die an dem Teambuliding teil nehmen, sind Zwillinge mit den Namen Bree und Beth. Diese konnte ich durch das ganze Buch nicht auseinanderhalten. Zwilling hin oder her, da hätten ruhige differenziertere Namen benutzt werden können. So habe ich mich immer wieder gefragt, ob nun Bree oder Beth das Mauerblümchen oder die Chefsekretärin ist?
                    Dieses Buch hat mich gefesselt, obwohl ich mich frage, ob die Genreeinteilung "Thriller" hier richtig ist?

                    Marion2505

                    Beiträge 3
                    19.07.2018

                      Inhalt:

                      Fünf Frauen werden von ihrer Firma für eine Teambuilding-Maßnahme auf eine Wanderung durch den australischen Busch geschickt. Abgeschnitten von der Außenwelt besitzen sie nur Kompass und Landkarte. Doch am Ende des Wochenendes kehren nur vier von ihnen zurück. Was ist mit Alice Russell geschehen?

                      Aaron Falk ist Ermittler der australischen Polizei und muss die vermisste Alice unbedingt finden. Denn sie sollte ihm als Informantin dabei behilflich sein, das Unternehmen, in dem sie arbeitet, der Geldwäsche zu überführen. Ob er Alice rechtzeitig finden wird? Und was hat sich in der Wildnis wirklich zugetragen?

                      Meine Meinung:

                      Ein faszinierendes Buchcover

                      Das Buchcover gefällt mir unglaublich gut. Es ist düster und geheimnisvoll, genau wie sein Klappentext. Beim Betrachten überkommt mich ein beklemmendes Gefühl, wenn ich an die fünf Frauen denke, die darin herumgeirrt sind. Daher finde ich das Cover absolut perfekt ausgewählt.

                      Ein fesselnder Schreibstil

                      Der Schreibstil von Jane Harper hat mich sofort gepackt. Schon nach dem Prolog war mir klar, dass ich dieses Buch wohl nicht mehr aus der Hand legen werde. Und dieser erste Eindruck hat mich nicht getäuscht.

                      Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Zum einen wird aus der Sicht des Ermittlers Aaron Falk erzählt und zum anderen aus der Sicht der fünf Frauen, wobei auch bei den fünf Frauen immer wieder der Blickwinkel wechselt. Mal erzählt Jill, mal Lauren, mal Beth, Bree oder Alice. Durch diesen Wechsel des Blickwinkels war es für mich als Leserin mehr als leicht, mich in die verschiedenen Charaktere hineinzuversetzen und sie besser kennenzulernen. Darüber hinaus erfährt der Leser so Stück für Stück, was sich bei den fünf Frauen wirklich abgespielt hat.

                      Auch legt die Autorin sehr gekonnt immer wieder falsche Fährten aus, so dass das Lesen nie langweilig wird. Oft hatte ich das Gefühl, nun wirklich Bescheid zu wissen, um dann im nächsten Moment wieder mit meinen "Ermittlungen" ganz am Anfang zu stehen. Ich habe wirklich bis zum Schluss gerätselt und wurde am Ende noch einmal richtig überrascht.

                      Interessante und sehr vielschichtige Charaktere

                      Die Charaktere, denen ich als Leserin begegnen durfte, waren unglaublich interessant und konnten mich alle überzeugen. Die fünf Frauen sind sehr unterschiedlich und jede hat ihre eigene Geschichte, was ich höchst spannend fand. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint und das Aufdecken der verschiedenen Geschichten hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, denn es passierte nur langsam und blieb daher sehr lange spannend. Auch der Umstand, fünf Frauen in einer solchen Ausnahmesituation zu erleben, war ein tolles Leseerlebnis, denn - wie man sich vorstellen kann - geht es da alles andere als friedlich zu.

                      Aber auch den Ermittler Aaron Falk und seine Kollegin Carmen Cooper habe ich sofort gemocht. Sie sind ein geniales Ermittler-Team, das sehr harmonisch zusammen seiner Arbeit nachgeht. Auch über diese Beiden haben ich im Laufe des Buches einiges erfahren und ich hoffe auf ein Wiedersehen und bin gespannt, wie es mit ihnen weitergeht.

                      Spannung vor düsterer Kulisse

                      Mir hat die Atmosphäre, die Jane Harper in diesem Buch geschaffen hat, unglaublich gut gefallen und komplett in seinen Bann gezogen. Die trostlose Umgebung und die aussichtslose Lage habe ich als Leserin wahnsinnig gut mitfühlen können. Auch die nervliche Anspannung, die in einer so unterschiedlichen Gruppe herrscht, hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, ich bin mitten unter den fünf Frauen und darf sie aus ganz kurzer Distanz beobachten. Ein großartiges Leseerlebnis!!!

                      Mein Fazit:

                      "Ins Dunkel" von Jane Harper ist ein unglaublich spannender Thriller, der mich bis zum Schluss gefesselt hat. Er ist voller interessanter Charaktere und Geheimnisse, die der Leser nach und nach ergründen darf. Ich hatte mehr als aufregende Lesestunden und habe das Lesen sehr genossen. Wer Lust auf eine nervenaufreibende Teambuilding-Maßnahme vor unglaublicher Kulisse hat, ist hier genau richtig. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

                      yesterday

                      Beiträge 34
                      18.07.2018

                        Dieser Thriller entwickelt seine Spannung weniger aus einem klassischen Mord oder einer Gräueltat heraus sondern vielmehr aus der intensiven Betrachtung menschlicher Gefühle in extremen Situationen. Eine Gruppe von fünf Frauen wandert (gezwungenermaßen) durch den australischen Urwald. Während langsam aber sicher immer mehr Kleinigkeiten in ihrem Plan scheitern, erlebt der Leser den langsamen Verfall von höflichem, engagiertem Verhalten hin zu nackter Panik ums Überleben.

                        Was die Sache noch pikanter macht: die fünf sind keine homogene Freundinnen-Gruppe, sondern Arbeitskolleginnen, somit besteht noch eine Hierarchie zwischen ihnen, die zwar etwas verschwimmt, je länger sie unterwegs sind, aber unterschwellig immer Bestand hat. Sie müssen sich ja noch in die Augen sehen können, wenn sie aus dem Dschungel herauskommen…

                        Auch wenn grobe Punkte der Geschichte schon vorher zu erraten sind, ist der Thriller so gut geschrieben, dass man die Abschnitte (die gegen Ende deutlich kürzer werden) nur so verschlingt. Die kleinen Schwächen fallen nicht so sehr ins Gewicht, vielmehr beschäftigt man sich nebenbei noch mit einigen Fragen.

                        “Was, wenn mir das passieren würde?” “Wie würde ich mich gegenüber … verhalten?” “Würde ich abwarten oder versuchen einen Weg zu finden?” “Wie viel Mut hätte ich tatsächlich in einer fast ausweglosen Situation?”

                        Hinten auf dem Buchcover steht ganz oben ein Satz: “Grausamer als die Natur ist nur der Mensch.” Das ist soweit keine Überraschung, dennoch fasst er das Buch eigentlich sehr gut zusammen und zeigt schon, wo der Fokus liegt. Es ist keine blutrünstige Grausamkeit im Spiel, sondern in erster Linie psychische, verbale. Und die kann viel schlimmer sein.

                        “Ins Dunkel” ist der zweite Teil der Serie um Polizist Aaron Falk aus Melbourne.