Stina Lund

Die Frauen von Skagen

Die legendäre Künstlerkolonie im dänischen Skagen - mit Malern wie Anna und Michael Ancher, Marie und Peder Severin Krøyer - bildet Hintergrund und Schauplatz des neuen Romans von Stina Lund («Preiselbeertage»).
Vibeke soll in die Frankfurter Farbenfabrik ihres Vaters einsteigen - doch mehr noch als den Farben gehörte ihr Herz schon immer der Kunst. Gegen den Willen des Vaters geht sie ins dänische Skagen, um dort Malerei zu studieren. In dem Café, in dem sie arbeitet, entdeckt sie ein Bild, von dem sie glaubt, es sei ein unbekanntes Werk der von ihr verehrten Malerin Marie Krøyer. Zusammen mit dem charismatischen Besitzer Thore will sie mehr herausfinden.
Skagen, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Asta ist im Haushalt der Triepkes als Gesellschafterin für Tochter Marie angestellt. Marie Triepke hat das große Glück, dass ihr schöpferisches Talent von ihrer Familie zu einer Zeit gefördert wird, in der Frauen eine künstlerische Laufbahn fast unmöglich ist. Als sie dem faszinierenden Maler Peder Severin Krøyer Modell steht, ist das der Beginn einer dramatischen Liebes- und Schicksalsgeschichte, die nicht nur Maries und Astas Leben, sondern die bildende Kunst Europas prägen wird.


Autorenbild Foto von Stina Lund

Der  Autor

Stina Lund wurde 1970 als Tochter einer deutschen Mutter und eines schwedischen Vaters in Vimmerby geboren. Sie wuchs in der Kleinstadt in Småland auf und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in der Buchhandlung der Eltern. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Buchbinderlehre und studierte anschließend Buchwissenschaften. Danach arbeitete sie als freiberufliche Restauratorin. Nach der Geburt ihrer Zwillinge gab sie diese Tätigkeit auf und widmete sich dem Schreiben. Heute lebt Stina Lund mit Mann, Kindern und Hund in der Nähe von Münster.


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Rezensionen

san1

1 Beitrag
15.01.2020

Zwei parallel erzählte Geschichten mit so vielen Ähnlichkeiten - die eine spielt in der Gegenwart, die andere im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts - und trotzdem so verschieden. Die noch kindliche Marie, ausgestattet mit reihenweise Privilegien und einer Gesellschafterin namens Asta im gleichen Alter, will nichts anderes tun als zu malen. Zu jeder Tageszeit kann sie an nichts anderes denken und hat nur den Wunsch eine Malerin zu werden. Parallel dazu lernen wir Vibeke kennen, die den großen Wunsch hat, eine Kunsthochschule zu besuchen und ihren Traum wahr werden zu lassen. Beide Väter sind komplett dagegen. Marie solle lieber heiraten und Vibeke in die Farbenfabrik des Vaters einsteigen. Beide können auf ganz unterschiedliche Art ihren Kopf durchsetzen, jedoch bewegen sich die Parallelen ab diesem Zeitpunkt leider stark auseinander. Marie trifft auf Peder Severin Krøyer, kurz Sören, einen der wohl berühmtesten Künstler Dänemarks zu dieser Zeit, und möchte mit ihm Liebe und Malleidenschaft verbinden. Das perfekte Paar möchte man meinen, jedoch immer auch dabei: Asta. Beide Geschichten haben eine starke Parallele vorzuweisen und hierbei handelt es sich um den wundervollen Ort Skagen.

Stina Lund präsentiert uns in ihrem Roman äußerst toughe (junge) Frauen, die an ihrer Leidenschaft anfangs festhalten. Die gesellschaftliche Abneigung gegen den Beruf und auch die Berufung zur Malerin begegnet uns in beiden Zeitsträngen. Die Väter als starke Figuren sind gegen die Wünsche und trotzdem schaffen sie es sich irgendwann von ihnen diesbezüglich loszusagen. Maries Leben findet zudem fast ausschließlich mit Asta im Schlepptau statt. Zuerst als Gesellschafterin verpflichtet und danach als fester Bestandteil in ihrem Leben, auf den sie immer wieder zurückgreift.

Die Autorin hat mich mit ihren starken Charakteren umgehauen! Der Roman ist vollgepackt mit Emotionen aller Art und ließ mich wie einmal durchgekaut und wieder ausgespuckt zurück - im positivsten Sinne. Astas Ehrgeiz und Außenseiterrolle rief bei mir starkes Mitgefühl herbei und ließ mich doch oftmals mit dem Kopf schütteln. Auch Marie möchte man einerseits manchmal zur Vernunft rufen und andererseits möchte man sie im Arm wiegen sowie ihr zuflüstern, dass alles gut werden wird. Besonders die Geschichte der Vergangenheit hat mich besonders berührt. Die Emotionen gingen von überschäumender Lebenslust bis hin zu Trübsinnigkeit kurz vorm Selbstmord. Besonders Sören, Maries Ehemann, tritt hier die Rolle des fanatischen Künstlers an und fasziniert durch seine überbordenden Ausbrüche. Auch die Kameradschaftlichkeit unter den Künstlern - hierbei werden einige fast schon familiäre Freundschaftsbeziehungen beschrieben - beeinflussten mich als Leser sehr und schafften eine unendlich natürliche Stimmung. Die Autorin hat das Beisammensein in der Künstlerkolonie meiner Meinung nach perfekt, klischeefrei und fast unnachahmlich eingefangen.

Die Geschichte der Gegenwart läuft etwas weniger dramatisch ab, jedoch findet man als Leser immer wieder kleine Parallelen zur anderen Story, was äußerst spannend war. Auch Vibeke erschien mir immer wieder äußerst kindlich und naiv, trotzdem fühlt man mit ihr mit. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich auch eine ganz besondere Verbindung zu ihrer Mutter, die eine ganz eigene Dynamik hat. Die Verwandlung durch Skagen war auch hier fast greifbar zuspüren.

Alle Charaktere waren für mich authentisch. In diesem Buch gibt es keine flache Persönlichkeit, sondern Menschen mit intensiven Wünschen, Lebenszielen und allerlei Emotionen. Charakterschwächen werden gepflegt und nicht versteckt, genau das fand ich außerordentlich toll.

Der Ort Skagen war mir bis zu diesem Buch unbekannt. Die Beschreibungen sind jedoch unglaublich schön und haben mein Interesse stark geweckt. Zudem weiß die Autorin wie sie für den Leser ganz anschaunliche Bilder gestalten kann und nutzt dies äußerst gekonnt immer wieder.

Ich wollte das Buch einfach nicht mehr zur Seite legen. Die Charaktere und deren Geschichte haben mich so sehr gefesselt, dass ich mich regelrecht in ihren verloren habe und in der Zeit des Nicht-Lesens meine Gedanken immer wieder zur Geschichte glitten. Ich war regelrecht unruhig und musste die Geschichte beenden.

Obwohl ich mir das Ende etwas "bombastischer" gewünscht hätte, zumindest in Bezug auf Vibekes Handlungsstrang, möchte ich dem Buch trotzdem die bestmögliche Bewertung geben. Auch Leser, die nicht kunstaffin sind, dürfen ohne Bedenken zu diesem Buch greifen, denn die Autorin hat es geschafft dem Leser auch ohne Vorwissen die Künstlerumgebung anschaulich nahezubringen.

Bibliomarie

Beiträge 28
10.01.2020

Ende des 19. Jahrhunderts: Marie, Tochter aus gutbürgerlichem und wohlhabendem Haus, möchte Malerin werden. Sie bekommt Unterricht an einer Malschule. Immer an ihrer Seite ist ihre Gesellschafterin Asta. Sie kam als junges Mädchen in den Haushalt um als Spielgefährtin für Marie da zu sein. Ein ach so menschenfreundlicher Akt von Maries Eltern, denn Astas Mutter war die Köchin des Hauses, die bei der Explosion des Küchenherds schwer verletzt wurde. Um der nun arbeitsunfähigen und damit mittellosen Frau als Los zu erleichtern wurde eben Asta eingestellt, wobei nie vergessen wurde, Asta auf ihren Stand hinzuweisen. Ist es wirklich Freundschaft was die beiden jungen Mädchen verbindet? In der Malschule lernt Marie den berühmten dänischen Impressionisten Peder Krøyer kennen und wird bald darauf seine Frau.

Immer an ihrer Seite, Marie – nun eher als Hausdame und Wirtschafterin, aber auch sie hegt Gefühle für Krøyer.

Der zweite Handlungsstrang führt in die Gegenwart, Vibeke Weber möchte gerne Malerei studieren. Ihr Vater sähe sie aber gern in seinem Betrieb für Künstlerfarben. Doch Vibeke lässt nicht locker, ein Besuch in Dänemark, bei der berühmten Malerschule in Skagen, bestärkt sie in ihrem Wunsch.

Und hier begegnen sich auch die beiden Handlungsstränge, auch Marie, die junge Ehefrau und Malerin lebte in Skagen.

Das Titelbild – ein Ausschnitt des lichtdurchfluteten Gemäldes „Am Strand von Skagen“ von Michael Ancher, auch einem Mitglied der Skagener Malerschule – hat mich sofort in Bann gezogen. Ein Künstlerroman um eine junge Malerin, die immer im Schatten ihres berühmten und übermächtigen Mannes stand, das klang sehr verheißungsvoll.

Der historische Teil des angenehm und unterhaltsam geschriebenen Romans war ein besonderes Lesevergnügen. Ich habe viel über die nordischen Impressionisten erfahren und wurde neugierig auf ihre Werke.

Hier sind auch die Figuren – allesamt nah an ihren echten Biografien – sehr gelungen. Ein wenig enttäuschend, sowohl von den Personen, wie auch den Ereignissen, fand ich den aktuellen Erzählstrang. Vibeke blieb einfach nur blass. Vielleicht empfand ich auch deshalb das letzte Drittel des Buches schwächer. Es bleibt durchgehend ein flüssig und anregend geschriebenes Buch, aber nach der Beschreibung und dem Beginn, hatte ich mir mehr erwartet. Besonders die Liebesverwicklungen von Vibeke in Skagen sind mir einfach flach gewesen.

Ein kleiner Wermutstropfen war auch, dass der Weg eines Bildes, das Vibeke im Kavehus in Skagen entdeckte und eigentlich der Auslöser für ihren Aufenthalt und ihre Bekanntschaft mit Thore war, so gar nicht mehr thematisiert wurde.

Ascora

Beiträge 3
09.01.2020

Drei sehr unterschiedliche Frauen

Der Klappentext: „Vibeke soll in die Frankfurter Farbenfabrik ihres Vaters einsteigen - doch mehr noch als den Farben gehörte ihr Herz schon immer der Kunst. Gegen den Willen des Vaters geht sie ins dänische Skagen, um dort Malerei zu studieren. In dem Café, in dem sie arbeitet, entdeckt sie ein Bild, von dem sie glaubt, es sei ein unbekanntes Werk der von ihr verehrten Malerin Marie Krøyer. Zusammen mit dem charismatischen Besitzer Thore will sie mehr herausfinden. Skagen, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Asta ist im Haushalt der Triepkes als Gesellschafterin für Tochter Marie angestellt. Marie Triepke hat das große Glück, dass ihr schöpferisches Talent von ihrer Familie zu einer Zeit gefördert wird, in der Frauen eine künstlerische Laufbahn fast unmöglich ist. Als sie dem faszinierenden Maler Peder Severin Krøyer Modell steht, ist das der Beginn einer dramatischen Liebes- und Schicksalsgeschichte, die nicht nur Maries und Astas Leben, sondern die bildende Kunst Europas prägen wird.“

Zum Inhalt: Diese Geschichte hat zwei Erzählstränge, einmal die Geschichte zweier junger Frauen Marie und Asta, die der Leser im ausgehenden 19. Jahrhundert auf ihren Weg in die Malerkolonie von Skagen begleitet. Der zweite Strang spielt in der Gegenwart und begleitet die junge Industriellentochter Vibeke, die schließlich ebenfalls in Skagen ankommt. Obwohl die Frauen sehr unterschiedlich sind, weisen ihre Lebenswege Parallelen auf und bringen dem Leser die legendäre Künstlerkolonie in Skagen auf ihre Weise näher.

Der Stil: Die Autorin Stina Lund hat einen sehr angenehmen und fesselnden Schreibstil. Durch die beiden Erzählstränge, die sich abwechseln wird nicht nur die Lebenswege der drei Frauen beschrieben, sondern auch die Skagener Künstlerkolonie und die Malerei dem Leser näher gebracht. Die Geschichte der Maler von Skagen ist gut recherchiert und wird leicht und verständlich erzählt, so dass der Leser sowohl die Gemälde als auch den Ort selbst bildlich vor Augen hat. Ich persönlich hätte mir vielleicht die eine oder andere Information mehr gewünscht, aber es ist in der Hauptsache ein Roman, der das Leben dreier sehr unterschiedlicher Frauen erzählt.

Mein Fazit: Eine gelungene Verknüpfung einer historischen Geschichte mit einem Gegenwartsroman und einem Einblick in einen interessanten Abschnitt der Kunstgeschichte mit einem emotionalen Lebensweg.

schnäppchenjägerin

Beiträge 73
22.11.2019

Asta ist bei der Familie Triepke in Skagen als Gesellschafterin der Tochter Marie angestellt. Diese träumt davon, Malerin zu werden und kann ihren Vater davon überzeugen, dass sie sich ein Jahr auf Reisen begeben darf, um ihrer Passion nachzugehen, bevor sie heiraten muss. Unterwegs treffen sie auf andere Künstler und in Paris begegnen sie dem Maler Peder Severin Krøyer wieder, dem Marie in Skagen schon Modell gesessen hatte. Während er nur Augen für Marie zu haben scheint, entwickelt Asta eine wahre Besessenheit für ihn.

Über hundert Jahre später soll Vibeke perspektivisch die Firma ihres Vaters übernehmen, träumt aber von einer Künstlerkarriere. Mit der Unterstützung ihrer Mutter reist sie nach Skagen, erfährt mehr über die berühmte Künstlerkolonie und bleibt vor Ort, um eine Malschule zu besuchen. In dem Café, in dem sie nebenbei arbeitet, entdeckt sie ein Gemälde, auf dem die Familie Krøyer dargestellt ist. Da schon ihre Mutter fasziniert von der Künstlerin Marie Krøyer war, möchte Vibeke mehr über das Bild herausfinden, das nicht signiert ist. Doch nicht nur das Bild in dem Kavehus weckt das Interesse von Vibeke, sondern auch der Inhaber Thore.

Der Roman erzählt von der legendären Künstlerkolonie im dänischen Skagen um die Künstlerpaare Anna und Michael Ancher sowie Marie und Peder Severin Krøyer. Auf zwei Zeitebenen, 1883-1905 und 2018, wird in beiden Erzählsträngen auf sie Bezug genommen. Erzählt werden jeweils fiktive Geschichten in Vergangenheit und Gegenwart, wobei historische Fakten und die Biografien der Skagen-Maler den Rahmen vorgeben.

Es ist ein Roman, in der die Kunst und Malerei wesentliche Rollen spielen und die Erzählung von sehr eigenwilligen Charakteren dominiert wird. Auf der einen Seite sind Künstler wie Peder Severin Krøyer, der sehr von sich und seinem Talent überzeugt ist und andere wie Marie, die von seinem Können eingeschüchtert sind oder Vibeke, die an sich und ihren Fähigkeiten zweifelt. Als Leser sollte man deshalb ein Interesse an der Kunst bzw. dem Künstlermilieu haben.
Das Zusammenspiel der Protagonisten ist aber nicht nur auf die Kunst beschränkt, sondern betrifft insbesondere auch die zwischenmenschliche Ebene. Neid und Eifersucht werfen einen Schatten auf die Beziehungen und sorgen in Vergangenheit und Gegenwart für Konfliktpotenzial, dass sogar die Gemeinschaft der Künstler auseinanderzubrechen droht.
Dabei sind die Charaktere so plastisch dargestellt, wie man sich typische Künstler vorstellt - entweder exzentrisch und mit enormer Sendungswirkung oder verunsichert mit einem Hang zur Melancholie.

Während ich mich auf beiden Zeitebenen sehr anschaulich nach Skagen, wo Nord- und Ostsee am Skagerrak/ Kattegat zusammenfließen und wo in den Sommermonaten ein besonderes Licht herrschen soll, das die Künstler für ihre Freiluftkunst und ihre Malerei nutzten, versetzen lassen konnte, empfand ich die Charaktere als etwas unnahbar, Interessant ist vor allem Asta, die trotz ihrer gesellschaftlich niedrigen Stellung und ihrem Abhängigkeitsverhältnis zu den Triepkes bzw. Marie wesentlich selbstbewusster auftritt und auf ihren Vorteil bedacht ist. Mit Marie verbindet sie weder ein Arbeitsverhältnis, noch eine Freundschaft, sondern vielmehr eine Hassliebe; in Peder Severin Krøyer findet sie ihren Seelenverwandten.

Beide Erzählstränge fügen sich zu einer Künstlergeschichte, die die Künstlerkolonie des späten 19. Jahrhunderts lebendig werden lässt. Die Charaktere -allesamt verletzliche Künstlerseelen - blieben mir allerdings zu distanziert, weshalb mich ihre Schicksale nicht in vollem Umfang berühren konnten.

Apple

Beiträge 22
03.05.2020

    Das wunderbare, romantische Cover des Buches hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, obwohl ich normalerweise eher nicht zu historischen Romanen greife, habe ich hier eine Ausnahme gemacht und es auch nicht bereut. Die zwei Erzählstränge in der Geschichte liegen mehr als 100 Jahre auseinander, verbunden werden sie über den Ort Skagen, der eine Künstlerkolonie am Meer ist. Ende des 19. Jahrhunderts lebt Marie Kroyer dort entgegen der damaligen Konventionen ihre Leidenschaft für Malerei aus. 2018 verschlägt es auch Vibeke Weber an diesen Ort, sie flieht vor dem familiären Druck das väterliche Unternehmen übernehmen zu müssen. Auch Vibeke will ihr Leben lieber der Kunst und Malerei verschreiben. Obwohl der Roman auf zwei Zeitachsen spielt, war das keine allzu große Schwierigkeit beim Lesen. Die Geschichte beider Frauen wird sehr einfühlsam beschrieben und als Leser fiebert man tatsächlich sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart mit. Meiner Meinung nach ist das Buch auf jeden Fall etwas für Leserinnen, die gerne Geschichten über starke Frauen lesen, die ihren eigenen Weg finden und ihren Kopf auch gegen Konventionen durchsetzen.

    AntjeDomenic

    Beiträge 33
    24.04.2020

      Dies war mein drittes Buch, was ich von Stina Lund gelesen habe. Ich find den Schreibstil der Autorin flüssig und ich fand auch bei diesem Buch wieder gut in die Geschichte, obwohl es von der Zeit der Geschichte nicht unbedingt ein Buch für mich ist. Denn wer mich kennt weiß, dass ich solche Bücher ungern lesen. Jedoch hat es Stina Lund auch dieses Mal wieder geschafft mich von der ersten bis zur letzten Seite zu begeistern.


      Wir sind beim Lesen im 19. Jahrhundert in Skagen. Asta ist jung und arbeitet im Haushalt der Triepckes. Als sie dann auf den Maler Peder trifft und Modell steht entwickelt sich die Geschichte der Beiden.


      Skagen, 2018: Vibeke soll eigentlich die Firma des Vaters übernehmen, doch das will sie nicht. Denn ihr Herz schlägt für die Kunst. Sie fängt ein Studium in Skagen an und widmet sich damit der Malerei. Dort wird sie auf ein Werk aufmerksam und will darüber dann mehr erfahren.


      Der Schreib- und Erzählstil der Autorin ist flüssig und die Recherche wurde auch wunderbar erledigt. Man hatte direkt beim Lesen das Gefühl, das alles zusammen passt und man konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Das Thema Malerei und Kunst spielt eine große Rolle und ist sehr gut gelungen.


      Stina Lund hat für mich einen beeindruckenden Roman geschaffen, der zu keiner Zeit hin langweilig war oder das ich das Gefühl hatte das Buch zur Seite legen zu müssen. Wirklich eine absolute Leseempfehlung!!

      Eseskalierteh

      Beiträge 32
      13.04.2020

        Ein Buch mit viel liebe zur Leidenschaft. Kunst.

        Das Cover ist beruhigend und schon eine Kunst für sich, genauso wie das geschriebene Buch. Es hatte einen starken Ausdruck und der Schreibstil war sehr angenehm.

        jackleser

        Beiträge 42
        03.04.2020

          Im Mittelpunkt des Romans stehen drei Frauenschicksale auf zwei Zeitsträngen. Zum einen geht es um das Leben von der späteren Marie Krøyer von Ende des 19.Jh bis zu Beginn des 20.Jh. Ihr Leben wird aus der Sicht ihrer angestellten Gesellschafterin Asta erzählt, dabei erfährt man natürlich auch das Leben von Asta selbst, die zu einer der wichtigsten Personen beider Krøyers wird.
          Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit der jungen Vibeke im heutigen Frankfurt. Sie entstammt einer gutsituierten Familie und möchte gegen den Willen ihres Vaters Malerin werden. Zusammen mit ihrer Mutter, die selbst mal Künstlerin werden wollte, fahren sie nach Skagen, um Inspiration zu finden.
          Beide Erzählstränge erzählen die Emanzipation der jungen Frauen, die mal mehr oder weniger erfolgreich gelingt. Dabei gibt es immer wieder starke Parallelen zwischen den Geschichten, obwohl sie in ganz unterschiedlichen Zeitepochen spielen. Durch den Wechsel der Handlungsebenen bleibt es spannend und abwechslungsreich. Besonders der Handlungsstrang aus der Sicht von Asta hat mir sehr gefallen. Vibekes Charakter dagegen empfand ich als etwas oberflächlich dargestellt. Da kam Spannung erst so im zweiten Drittel auf. Das Ende empfand ich nach dem Aufbau der verschiedenen Erzählstränge doch etwas zu schnell gelöst, da hatte ich nach dem langen Spannungsaufbau mehr erwartet, gerade bei Vibeke lösten sich die Probleme allzu schnell auf.
          Insgesamt hat mir der Roman aber gefallen, besonders die Beschreibungen von Skagen sind sehr gelungen. Man merkt, dass die Autorin vor Ort war und sich auch in den Ort verliebt hat. Außerdem habe ich jetzt richtig Lust ein paar Biografien der Skagener Maler zu lesen, denn es wurden ein paar sehr interessante Maler*innen Charaktere vorgestellt.

          Buchbiene

          Beiträge 12
          10.02.2020

            Inhalt:
            Zwei Handlungsstränge, der erste spielt vor allem Ende bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts, der zweite 2018,
            berühren sich. Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt, deren Geschichte erzählt wird: Marie Krøyer und Vibeke Weber.
            Obgleich sie mehr als ein Jahrhundert trennt, vereint sie der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.
            Skagen: Die junge Asta ist im Haushalt der Triebkes als Gesellschafterin für Tochter Marie angestellt.
            Marie hat das große Glück, dass ihr schöpferisches Talent von der Familie gefördert wird.
            Das zu einer Zeit, in der für Frauen eine künstlerische Laufbahn fast unmöglich ist.
            Hamburg: Vibeke soll in die Farbenfabrik ihres Vaters einsteigen.
            Gegen den Willen des Vaters reist Vibeke ins dänische Skagen, um dort Malerei zu studieren. Sie entdeckt ein Bild, von dem sie glaubt,
            dass es sich um ein unbekanntes Werk der Malerin Marie Kroyer handelt.


            Die Autorin schafft es den Leser geschickt in die Geschichte zu
            entführen. Dabei hält sich Stina Lund an die biografischen Fakten.
            Alles wurde sehr gut recherchiert.
            Das und liebevoll erdachtes mit vielen Details lässt diese Geschichte sehr lebendig werden.
            Erzählt wird in zwei Handlungssträngen die sich wunderbar zu einer ganzen Geschichte
            zusammenfügen.
            Die Charaktere sind sehr lebensecht gezeichnet.
            Die Beschreibungen der Landschaft und der Arbeit der Künstler mit all ihren
            Problemen und Nöten sind sehr gelungen. Man fühlt sich so mittig in deren Alltag.
            Die Schreibweise ist gut und sehr bildhaft. Der Wunsch dort vor Ort zu sein und
            dieses besondere Licht zu erleben ist sehr groß. Ein schöner Roman über die legendäre
            Künstlerkolonie und ihren Persönlichkeiten.

            schafswolke

            Beiträge 9
            29.01.2020

            Ein Künstlerroman, der einen mit nach Skagen nimmt

            Skagen, 1983:
            Die junge Asta wird für Marie Triepckes als Gesellschafterin angestellt. Marie ist immer gewohnt, dass zu bekommen, was sie möchte und so setzt ihren Kopf durch und steht dem Maler Peder Severin Krøyer Modell. Keiner ahnt, wie sehr ihr Leben noch miteinander verknüpft sein wird.

            2018 führt Vibekes Weg sie nach Skagen, dort möchte sie Malerei studieren. Der Wunsch ihres Vaters ist allerdings ein ganz anderer, denn Vibeke soll seine Farbenfabrik übernehmen.

            Die Geschichte liest sich sehr leichtgängig und wer schon mal in Dänemark war, der fühlt sich auch direkt dorthin zurückversetzt. Dabei kommt den Künstlern näher und ich habe mich nach Ende des Buches auch gleich mal mit denen ein wenig beschäftigt. Maries und Astas Leben sind sehr dicht miteinander verflochten und gerade bei diesen Passagen konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, da entwickelte siche eine Dynamik. der ich mich schlecht entziehen konnte.

            Das Buch wird in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, wobei mir der Teil um Marie, Asta und Sören sehr gut gefallen hat und dafür würde ich auch 5 Sterne geben, allerdings fand ich Vibekes Geschichte nicht ganz so stark. Der künstlerische und malerische Ausflug ins schöne Skagenso bekommt insgesamt 4 Sterne von mir, gleichzeitig bekommt das Buch aber auch eine unbedingt Leseempfehlung für alle, die gerne unterhaltsame Romane über Künstler und ihr Leben lesen.

            Christiane

            Beiträge 13
            17.01.2020

              Der kleine Ort Skagen im Norden Dänemarks ist eine legendäre Künstlerkolonie und Schauplatz des Romans "Die Frauen von Skagen" der Autorin Stina Lund.
              Skagens Faszination beruht auf den einzigartigen Lichtverhältnissen und darin, dass hier zwei Naturgewalten (Nord- und Ostsee) aufeinanderprallen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich in Skagen Ende des 19. Jahrhunderts dem Impressionismus zugewandte Maler mit ihren Familien niedergelassen haben. Unter ihnen so berühmte Persönlichkeiten wie der Norweger Sören Kröjer oder das Künstlerehepaar Anna und Michel Ancher. Auch heute noch gibt es die Skagenmaler und das Licht Skagens sowieso.

              In diesem Ambiente lässt Stina Lund ihren Roman spielen. Hauptrollen haben drei Frauen bekommen: Marie Kröjer, begabte Ehefrau des berühmten Sören Kröjer, Asta, Maries Gesellschafterin und Freundin, sowie die dritte Skagen-Frau Vibeke, die hundert Jahre später in der Skagener Malschule ihre Fähigkeiten im Malen verbessern möchte.

              Die Verbindung zwischen den Frauen ist die Kunst und die Liebe, die sie in Skagen finden bzw verlieren. Vibeke kommt nach Skagen um das "richtige" Malen zu erlernen. Ihr Vater hat sie allerdings als Nachfolgerin für die elterliche Farbenfabrik vorgesehen, doch Vibeke kann sich mit Hilfe ihrer Mutter durchsetzen und findet nicht nur in künstlerischer Hinsicht ihr Glück in Skagen.

              Dramatischer ist es bei Marie und Asta. Marie ist eine sehr talentierte Malerin, die, fast möchte man meinen, das Pech hatte, sich in den großen Kröjer zu verlieben. Denn dieser, nachdem er ihr Ehemann geworden war, hat Maries Begabung in keinster Weise gefördert. Für Marie ist damit ein großer Traum geplatzt. Auch die Ehe der beiden endet glücklos. Kröjer wendet sich von Marie ab und erkrankt letztendlich dauerhaft. Asta, die Marie von Jugendtagen an begleitet, ist schon lange in Maries Ehemann verliebt, und so nutzt sie die Probleme der beiden aus, um Sören für sich zugewinnen.

              "Die Frauen von Skagen" ist ein leichter, fast luftiger Roman, der wegen des vielen Lichts nicht ohne Schatten bleibt. Marie und Asta sind Frauen ihrer Zeit. In ihrem Tun bleiben sie abhängig von Männern. Marie noch viel mehr als Asta. Auch für Vibeke gestaltet sich die Entscheidung für die Kunst nicht einfach. Doch glücklicherweise kann sie am Ende ihre Entscheidungen selber treffen.

              Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, da ich über Skagen und seine Maler*innen bisher wenig wusste. Neben dem anschaulich beschriebenen Lebensweg von Marie Kröjer, hat er auf jeden Fall Lust auf das dänsiche Örtchen Skagen gemacht.

              C. Sch.

              Beiträge 45
              07.01.2020

                INHALT:
                2010: Vibekes Vater hat eine Farbenfabrik und er wünscht sich nichts mehr, als dass sie die Fabrik übernimmt. Vibeke liebt zwar Farben, aber noch mehr liebt sie das Malen und die Kunst. Gegen den Wilken ogrer Eltern geht sie ins dänische Skagen um dort Malerei zu studieren. Nebenbei jobbt sie in einem Cafè und entdeckt dort ein Bild von dem sie denkt, dass es die von ihr verehrte Malerin Marie Krøyer geschaffen hat. Mit dem Besitzer des Cafès macht sie sich auf die Suche.
                1883: Asta ist die Gesellschafterin von Marie. Durch ihre reiche Familie hat Marie das Glück und wird in Malerei unterrichtet. In dem Studium lernt Marie den berühmten Maler Peder Severin Krøyer kennen und steht ihm Model. Daraus entwickelt sich eine Liebe, die nicht nur Maries, sondern auch Astas Zukunft verändern wird.
                MEINE MEINUNG:
                Dieser Roman spielt in zwei Zeitebenen, was mir immer sehr gut gefällt. So auch hier. Ich bin super in den Roman gestartet und schon nach ein paar Seiten hatte mich die Geschichte gepackt. Ich kenne den Schreibstil der Autorin schon und wusste, dass sich das Buch sehr gut lesen lassen würde. Es ist eine sehr ruhige und angenehme Atmosphäre, die aber schnell an Kraft und Mächtigkeit gewinnt. Die Charaktere sind ihrer Zeit angepasst dargestellt und doch merkt man schnell, dass sie aus ihrem Korsett entfliehen wollen. Dafür brauchen sie viel Stärke und Durchsetzungsvermögen. Alle sind sie sehr authentisch dargestellt und man bekommt beim Lesen ein klares Bild von ihnen. Ich habe während des ganzen Romans ein Gefühl von Dazugehörigkeit und innere Ruhe gehabt. Es ist einfach so wunderschön geschrieben, so detailverliebt erzählt und strahlt eine Ruhe aus, obwohl die Schicksale doch sehr ergreifend und emotional sind.
                FAZIT:
                Ein Roman, der ruhig wirkt und doch eine Kraft hat, die man beim Lesen sehr stark spürt.

                hasi_rasi

                Beiträge 110
                21.11.2019

                  Wo Licht ist, ist auch Schatten

                  „Drei Menschen, die nicht in ihr richtiges Leben finden, drei Menschen – Marie, Sören und sie selbst - , die es einfach nicht schaffen, voneinander loszukommen und allein glücklich zu werden.“ (S. 235)
                  Skagen, Ende des 19. Jahrhunderts: Asta ist die Gesellschafterin der Fabrikantentochter Marie und wird mir ihr zusammen erzogen und unterrichtet. Da Marie Malerin werden will, erstreitet sie sich von ihren Eltern Zeichenunterricht und Asta muss bzw. darf sie zu jeder Stunde begleiten. Als der berühmte Maler Peder Severin Krøyer ein Portrait von Marie anfertigt, verliebt sich Asta in ihn, doch dieser hat nur Augen für Marie ...

                  Frankfurt, 2016: Vibekes Vater gehört eine Farbenfabrik und er wünscht, dass sie diese später übernimmt. Doch Vibeke möchte Malerin werden. „Das Leben ist sinnlos ohne Papier und Stift, ohne Leinwand und Farben.“ (S. 44) Ihre Mutter Malu unterstützt sie dabei, denn sie hat ihre Träume nach dem Kunstgeschichtsstudium für ihre Familie geopfert. „… zum Malen braucht man Mut. Ich glaube, der ist mir abhandengekommen.“ (S. 44) Malu reist mit Vibeke nach Skagen, wo es um 1900 eine berühmte Künstlerkolonie gab und sich heute noch eine außergewöhnliche Kunsthochschule befindet. Vibeke wird angenommen und entdeckt im Hinterzimmer eines Cafés ein bisher unbekanntes, nicht signiertes Gemälde, dass sie Marie Krøyer zuschreibt. Kann sie das Geheimnis des Bildes lüften?

                  Stina Lund erzählt im vorliegenden Roman die Biografien der Skagen-Maler als psychologischen Spannungsroman.

                  Asta beneidet Marie um ihr Aussehen, ihre Herkunft und ihr Talent. Sie schafft es auch Jahre nach deren Hochzeit mit Krøyer nicht, sich von ihnen zu lösen, sondern lebt als ihre Haushälterin und Vertraute mit in der Künstlerkolonie. Aber auch die Krøyers sind so daran gewöhnt, dass sich Asta um alles kümmert, dass sie nicht auf sie verzichten möchten. Marie hat erste Erfolge als Malerin, doch ihr Mann gibt ihr immer wieder zu verstehen, dass sie nicht gut genug ist. Sie beugt sich seinem Urteil, auch wenn die anderen Skagener Künstler das nicht so sehen. „Er ist nicht nur mein Ehemann, er ist auch mein Vorbild. Sein Wort hat Gewicht.“ (S. 172)
                  Asta ist von Krøyer besessen und nimmt jede Chance wahr, ihm nahe zu sein und sich in die Ehe einzumischen. Ihre Ménage á tois ist geprägt von gegenseitiger Eifersucht, Abhängigkeit, Machtspielen und Gewalt. Sie bindet sie immer fester aneinander und nimmt krankhafte Züge an.

                  Vibeke ist fasziniert von Skagens Künstler und ihrer Geschichte und dem ganz besonderen Licht, das dort strahlt. Sie hat das Gefühl endlich angekommen zu sein: „Ich möchte nie wieder weg von hier.“ (S. 103.

                  Zwischen beiden Erzählsträngen gibt es viele Parallelen. Es geht um Frauen, die von der Kunst leben können wollen, sich aber von Männern bzw. Vätern und ihren eigenen Ängsten bremsen und unterdrücken lassen.
                  Stina Lund schreibt sehr spannend und anschaulich, ich hatte die Gemälde und besonderen Lichtverhältnisse stets vor Augen. Die zwischenmenschlichen Spannungen und Wechselspiele haben mir gut gefallen, wobei ich den Erzählstrang um Marie und Asta etwas interessanter fand, als den um Vibeke.

                  Auch wenn ich die Handlungsweisen der Protagonistinnen aus heutiger Sicht nicht immer verstehen konnte – vor allem Maries bedingungslose Unterwürfigkeit – konnte ich ihr Verhalten trotzdem nachvollziehen.

                  sommerlese

                  Beiträge 98
                  19.11.2019

                    Eindrucksvoll und interessant geschriebener Roman auf den Spuren der Künstler in Skagen
                    Der eindrucksvoll und mit viel Gefühl geschriebene Künstlerroman "Die Frauen von Skagen" von Stina Lund erscheint bei Rowohlt Polaris.

                    Skagen, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Asta ist im Haushalt der Triepckes als Gesellschafterin für Tochter Marie angestellt. Als diese dem Maler Peder Severin Krøyer Modell steht, ist das der Beginn einer Liebes- und Schicksalsgeschichte, die nicht nur Maries und Astas Leben, sondern die Geschichte der Kunst Europas prägen wird.

                    Vibeke soll die Farbenfabrik ihres Vaters übernehmen - doch ihr Herz gehört der Kunst. Im dänischen Skagen nimmt sie ein Studium der Malerei auf. Dort entdeckt sie ein Bild, von dem sie glaubt, es sei ein unbekanntes Werk der von ihr verehrten Malerin Marie Krøyer. Zusammen mit dem charismatischen Thore will sie mehr herausfinden.

                    In den 1880er-Jahren erlebte die Künstlerkolonie in Skagen mit Künstlern aus Dänemark, Norwegen und Schweden ihre Blütezeit. Peder Severin Krøyer, Anna und Michael Ancher, Holger Drachmann und andere lebten und arbeiteten hier zusammen und schufen einen neuen Stil, der realistischer sein sollte als die früherer Kunstformen. Das besondere Licht am Meer und die Szenen aus dem Leben der örtlichen Bevölkerung wurden in der Freiluftmalerei zum Ausdruck dieser Kunstepoche.

                    In diesem großartigen Liebes- und Künstlerroman hält sich Stina Lund an die biografischen Fakten und lässt ihre Fantasie dort spielen, wo es Freiräume gibt. Sie stattet ihre Geschichte mit Details aus und lässt sie dadurch lebendig werden. Das Leben der Künstlerinnen wird so zu einer spannenden Romanbiografie, bei der man die Gefühle und künstlerischen Ambitionen gern verfolgt. Marie und auch Asta lernen bei Krøyer ihre künstlerischen Techniken. Das Zusammenleben geht nicht ohne Seitensprünge, Neid und Eifersucht ab, Krøyer vereinnahmt Marie als Ehefrau, gönnt ihr keinen Erfolg mit ihren Gemälden. Trotzdem entwickelt sich eine Dreiecksgeschichte.

                    Die Gegenwartsgeschichte um Vibeke ist ebenfalls perfekt erzählt, aber sie erscheint mir gegen die Künstlerkoloniegeschichte nicht ganz so ausdrucksstark. Sie hat für mich mehr den Sinn, den Bezug zur Gegenwart zu erstellen. Vibeke hat wie Marie ebenfalls den Wunsch, Kunst zu studieren und zieht nach Skagen. Dort trifft sie auf Thore, der ihr zur Seite steht. Sie ist hin und hergerissen zwischen ihrem Wunsch zu malen und dem Wunsch ihres Vaters, sein Farbengeschäft weiterzuführen.



                    Die beiden Handlungsstränge fügen sich zu einer wunderbaren Geschichte. Man beginnt zu lesen und begleitet diese interessanten Figuren durchs Leben. In der Künstlerkolonie versuchen die Maler ihre Bilder für geplante Ausstellungen zu erstellen. Es ist eine bewegende Zeit, auch für Marie, die immer etwas verzagt ist und viel auf die Meinung ihres Ehemanns Sören gibt, den sie als Maler verehrt und als Frau "gehorcht". Asta ist da schon viel emanzipierter, doch ihr fehlen die finanziellen Mittel. Mit ihrer Heirat gelingt ihr eine Grundsicherung, ihre Gefühle holt sie sich woanders.



                    Stina Lund versteht es, Emotionen und Gefühle, künstlerisches Handeln, Zeitgeist und ihre historischen Persönlichkeiten lebendig werden zu lassen. Die erzählte Gegenwartsstory bringt noch mehr Einblicke in die Künstlerkolonie und verknüpft so geschickt die Zeitebenen.


                    Ein emotionaler und eindrucksvoll erzählter Roman nicht nur für Kunstinteressierte!