A.J. Pearce

Liebe Mrs. Bird

Der Sunday Times Top Ten Bestseller: Eine Liebeserklärung an die Macht der Freundschaft und den Mut einfacher Menschen in schwierigen Zeiten
London 1941: Emmeline Lake träumt davon, Kriegsreporterin zu werden. Als sie eine Anzeige für einen Job beim London Evening Chronicle sieht, scheint ihr Traum in greifbare Nähe gerückt zu sein. Stattdessen stellt sich heraus, dass sie als Sekretärin bei der respekteinflößenden Kummerkastentante Henrietta Bird arbeiten soll. Ihre Hauptaufgabe wird darin bestehen, die Leserbriefe für Mrs.Bird vorzusortieren. Die Anweisungen ihrer Chefin sind unmissverständlich: Alle Briefe, die irgendwie anstößig sind, gehen sofort in den Papierkorb. Doch Emmy liest Briefe von Frauen, die mit ihren Verlobten zu weit gegangen sind oder die sich von ihren Männern mehr körperliche Aufmerksamkeit wünschen. Emmy fühlt mit ihnen: Sie beginnt, den Frauen Antworten zu schreiben. Und unterzeichnet mit Mrs. Bird …


Autorenbild Foto von A.J. Pearce

Der  Autor

A.J. Pearce wuchs in Hampshire auf uns studierte an der University of Sussex. Sie arbeitete in Zeitschriftenverlagen und im Marketing. Heute lebt sie in Südengland. "Liebe Mrs Bird" ist ihr erster Roman. Sie hat unzählige Kisten mit Fotos, Zeitschriften und Flyern aus der Zeit durchforstet, in der ihr Buch spielt.


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Rezensionen

Carmen65

Beiträge 7
19.01.2020

Ein sehr guter Roman mit viel Feingefühl und Herzenswärme, doch leider sehr vorhersehbar. So das man einen leichten Roman für zwischendurch hat. Man braucht sich nicht viel anzustrengen um in das Zeitgeschehen einzutauchen und es zu verstehen. Was eigentlich ein bisschen Schade ist, da mit ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl die Erzählung noch besser wäre.
Was nicht bedeutet das er schlecht wäre, nein nur halt ohne viel Spannungsbögen.

Shilo

Beiträge 3
24.11.2020

    Emmeline Lake hat den Traum, Reporterin zu werden. Am besten Kriegsberichterstatterin, denn sie lebt 1942 in London, das regelmäßig von der deutschen Wehrmacht bombardiert wird. Also bewirbt sie sich bei einem renommierten Zeitungsverlag und bekommt auch die Stelle, die allerdings so ganz anders ist, als sie sich erträumt hatte. Genau genommen arbeitet sie als Schreibkraft für die Redaktion der Woman's Friend, einem auflagenschwachen Frauen-Blättchen, das nach altem Muster seit Jahren erscheint und kurz vor der Einstellung steht. Zu ihren Aufgaben gehört das Öffnen und Vorsortieren der Leserbriefe, in denen ratsuchende, meist junge Frauen sich an die Kummerkasten-Tante Mrs. Bird wenden. Leider hat diese äußerst strenge Kriterien für diese Briefe, mit denen sie sich überhaupt befassen will. Alles, was ihrer Meinung nach zu anstößig oder verweichlicht ist, soll mit einer Schere zerschnitten werden und in den Papierkorb wandern. Emmy jedoch liest diese Briefe und kann sie nicht guten Gewissens unbeantwortet lassen, sodass sie beginnt, den Absenderinnen heimlich Antworten zu schreiben - unterzeichnet mit Mrs. Bird...

    Das liest sich auf den ersten Blick nur amüsant und amüsant ist der Roman größtenteils auch tatsächlich. Genauer betrachtet geht es jedoch gar nicht hauptsächlich um diese Briefe, sondern um das Leben und die Schicksalsschläge einer ganzen Generation junger Frauen im vom Krieg gebeutelten England.
    Man erlebt Bombenangriffe mit - Emmy arbeitet nach Feierabend bei der Feuerwache als Telefonistin, die während Bombenangriffen Schadensmeldungen entgegen nehmen und die Einsatzfahrzeuge auf den Weg bringen. Man ist erstaunt, wie die Menschen trotz dieser fürchterlichen zermürbenden Angriffe trotzdem wie gewohnt funktionieren und wie sie sich bemühen, ein ordentliches wie auch optimistisches Leben aufrecht zu erhalten.
    Heute kann man sich kaum in ein solches Leben hinein versetzen; Pearce gelingt das hervorragend und vermittelt es auch glänzend! Die Story ist aus Sicht von Emmy geschrieben und ausgesprochen launig in ihren Gedanken, ganz so, wie vielleicht tatsächlich eine etwas kecke junge Frau gedacht haben mag. Denn auch bei diesen Gedankengängen bleibt sie der geschilderten Zeit treu und vermittelt nicht den Eindruck, als hätte Emmi einen Zeitsprung von 70 Jahren hinter sich, mit all unserem modernen Gedankengut. Das macht für mich die Story absolut glaubwürdig und rund.
    Angenehmerweise kommt die Story ohne viel Romantik aus und lässt sie nur am Rande mitspielen. Wesentlich schärfer wird der Fokus auf Familie und Freundschaft gerichtet.
    Dieses Buch macht Spaß aber durchaus auch nachdenklich. In lockerem, leichtem Ton geschrieben liest es sich wie Butter. Gute Unterhaltung für Lesende, die mehr als seichte Unterhaltung suchen.

    goejos

    Beiträge 45
    12.07.2020

      Emmeline Lake bewirbt sich beim London Evening Cronicle als Reporterin. Als sie zum Vorstellungsgespräch erscheint, ist Mrs. Bird nicht da, sondern Mr. Collins, ein etwas sonderbarer Vogel. Als sie ihre eingelernten Bewerbungserfordernisse vorgetragen hat, scheint es so, als ob sie hier eine Stelle bekommen wird. Ob das wirklich so wird und ob alles gut gehen wird, werden wir im Verlauf dieses Romanes erfahren, wenn wir dranbleiben. Was die Autorin erhofft.

      Sabienchen65

      Beiträge 33
      05.06.2020

        Meine Meinung:
        Wow, einfach eine wundervoll geschriebene Lektüre, die Tiefgang besitz und dabei soviel Wertvolles zu erzählen weiß!!!
        Die Autorin schafft es eine so entzückende Atmosphäre zu erschaffen und gleichzeitig besitzt sie einen sehr nahbaren und emotionalen Schreibstil, der genau die Richtig Stimme im Leser anspricht.
        Diese Lektüre war für mich ein Lesegenuss erster Klasse, den ich nicht mehr aus meinem Bücherregal wegdenken kann.

        misery3103

        Beiträge 31
        16.04.2020

          Liebe Mrs. Bird,

          so beginnen die Briefe, die von Leserinnen an die „Woman‘s Friend“ geschickt werden, um in der Kummerkastenecke oder persönlich per Rückumschlag beantwortet zu werden. Emmeline Lark arbeitet als Sekretärin für Mrs. Bird, die die meisten dieser Briefe nicht mal ansieht, nämlich immer dann, wenn sie Themen der Tabuliste beinhalten – und das sind leider die meisten Briefe. Doch Emmeline kann nicht länger wegsehen und beginnt, auf eigene Faust Briefe zu beantworten. Gleichzeitig versucht sie, ihr Leben im zerbombten London zu Kriegszeiten zu bewältigen, was von Tag zu Tag schwieriger wird.

          Liebe Mrs. Bird spielt zu Kriegszeiten in London und bietet einen schönen Einblick in eine wirklich finstere Zeit. Fast täglich sind die Einwohner Londons Angriffen der deutschen Luftwaffe ausgesetzt. Emmeline arbeitet neben ihrer Tätigkeit bei der Zeitung noch als Freiwillige bei der Feuerwehr, weshalb man als Leser einen noch tieferen Einblick in die Zerstörung der Stadt bekommt. Das hat mir gut gefallen.

          Auch Emmys Umgang mit den Briefen, die für Mrs. Bird selbst zu unanständig sind, um sie zu beantworten, hat mir gefallen. Jedes wirkliche Problem wurde von der alten Dame abgelehnt, die sich mit Liebesdingen und törichten Frauen nicht beschäftigen möchte. Emmy hat sich ihrer angenommen und ihnen Mut gemacht, das mochte ich sehr.

          Insgesamt ist das Buch eine sehr schön geschriebene Geschichte über Menschen in einer extrem schlimmen Zeit. Mir haben Emmy, Bunty und alle anderen sehr gut gefallen und ich begleitete sie gerne durch diese dunkle Zeit – wobei mir hier besonders gefallen hat, wie sie sich alle nicht den Mut nehmen ließen, auch wenn man jederzeit mit Bombenangriffen rechnen musste. Starke Frauen in einer grausamen Zeit! Gut!

          Paulaaa

          Beiträge 50
          15.04.2020

            Das Cover fand ich sehr interessant. Auch der Klappentext hat mich angesprochen, das Buch an sich war aber leider eine kleine Enttäuschung. Es war nicht schlecht, aber ich hätte einfach mehr erwartet, mehr Spannung, mehr Handlung und mehr Gefühl.
            Mit Emmy konnte ich leider nicht richtig warm werden was mir das Lesen sichtlich erschwert hat. Wenn einem der Hauptcharakter nicht sympathisch ist macht die Geschichte leide keinen Spaß. Auch die Briefe an die Frauen fand ich seltsam, sie waren nicht wirklich authentisch und das hat sich leider durch die ganze Geschichte gezogen.
            Mit einem aufgeweckteren Schreibstil und einem sympathischen Hauptcharakter wäre dieses Buch sicherlich großartig geworden.

            erlesen

            Beiträge 6
            31.03.2020

              Emmy ist eine junge Frau, die im bombardierten London leben muss und von einer Karriere als Kriegsberichterstatterin träumt. Da kommt ihr die Stellenanzeige für eine Schreibhilfe im Zeitungsverlagshaus gerade recht und mit den kühnsten Vorstellungen stellt sie sich dort vor. Doch schon bald findet sie sich in der Realität wieder und darf im Vorzimmer eines alten Drachens sitzen, der völlig am Zeitgeist vorbei Leserbriefe beantwortet und dabei auf den Gefühlen der Ratsuchenden herumtrampelt. Emmy ist außerdem bei der Feuerwache beschäftigt, was ihren sozialen Charakter widerspiegelt und schon bald kann sie diese Grundeinstellung auch in ihrem Job als Schreibhilfe nicht zurückhalten und die Ereignisse nehmen ihren Lauf ...
              Emmys Freundin Bunty ist ihr bei allem ein treuer Begleiter und verlässlicher Ratgeber. Beide machen eine bewegende Zeit durch, denn in Kriegszeiten verliebt zu sein, ist keine leichte Angelegenheit. Auch hier werden beide einer großen Prüfung ausgesetzt.
              Mit dieser Geschichte taucht man in eine Zeit ein, die man selbst niemals erleben möchte - schon gar nicht als junge Frau mit vielen Träumen und Erwartungen. Der Leser erlebt zusammen mit Emmy viele verlustreiche Bombennächte und trotzdem lässt sich keiner der Beteiligten seine Lebensfreude nehmen. Es werden weiterhin Pläne geschmiedet und mit nur wenigen Mitteln Träume verwirklicht.
              Leider wirkt Emmy oft sehr naiv, obwohl sie gern reif und erfahren sein möchte. Und das lässt dass das Buch manchmal etwas wie ein Groschenheftchen wirken. Das finde ich sehr schade, denn eigentlich hätte der Rahmen mehr zu bieten als alberne Dialoge. So entwickelt sich auch das Ende mehr als vorhersehbar und der Leser bleibt recht unbefriedigt zurück. Ich hatte jedenfalls höhere Erwartungen. Anstrengend sind auch die vielen Druckfehler im Buch. Ein Lob für das Cover - es zeigt sofort, in welche Zeit sich der Leser hineinversetzen kann.

              Dark Rose

              Beiträge 27
              10.03.2020

                Ein richtig guter Roman über eine mutige junge Frau im London der frühen 1940er Jahren


                London, Dezember 1940: Emmys größter Traum ist es, Journalistin zu werden, am liebsten Kriegsberichterstatterin. Sie will an forderster Front stehen und über Dinge berichten, die wirklich wichtig sind. Als sie eine Stellenanzeige findet – direkt unter einer, die eine Marmeladen-Köchin sucht – hält sie das für ihre große Chance. Sie schreibt sofort ihre Bewerbung und schwebt auf Wolken. Bis sie mit einem ziemlich harten Plumps wieder auf dem Boden aufschlägt: die Stelle sucht niemanden für „richtigen“ Journalismus, es geht lediglich darum, als Sekretärin für „Mrs. Bird“ zu fungieren. Mrs. Bird hat eine Ratgeber-Kolumne und Emmys hauptsächliche Aufgabe ist es, die Leserbriefe vor zu sortieren. Die wichtigste Regel: alles anstößige landet sofort im Papierkorb. Doch Emmy bringt es nicht über sich diese teilweise verzweifelten Frauen im Stich zu lassen und beginnt ihnen heimlich zu antworten, unterschrieben mit Mrs. Bird.


                Emmy war mir direkt sympathisch. Sie ist eine zupackende junge Frau, die ihren Beitrag im Krieg leistet. Sie arbeitet freiwillig als Telefonistin bei der Feuerwehr und riskiert ihr Leben. Und trotz nur weniger Stunden Schlaf gibt sie auch für die Briefeschreiberinnen alles. Mrs. Bird weigert sich, sich mit irgendetwas ernsthaftem oder wichtigem zu beschäftigen. Die Liste der Themen, die ihr nicht unter die Augen kommen sollen, ist endlos. Doch Emmy bringt es irgendwann einfach nicht mehr über sich, die Briefe zu zerschneiden und wegzuwerfen. Sie kann diese verzweifelten Frauen nicht mehr ignorieren.
                Ihnen zu antworten ist extrem riskant. Besonders, als sie auch noch dafür sorgt, dass der ein oder andere Brief sogar abgedruckt wird, weil sie keine Adresse der Absenderin hat. Wenn das alles auffliegt, kommt sie in Teufelsküche. Aber es ist ihr das Risiko wert. Sie kann einfach nicht anders.
                Ihre Antworten sind sehr einfühlsam und nicht bloß heiße Luft. Sie fühlt sich in diese Frauen ein und versucht ihnen wirklich zu helfen, ihnen eine Freundin oder große Schwester zu sein.

                Gleichzeitig geht ihr „normales“ Leben weiter. Sie arbeitet in zwei Jobs und wird nur für einen bezahlt. Sie lernt einen jungen Mann kennen, geht auch mal ins Kino oder Tanzen. Währenddessen fallen Bomben andauernd auf London und von jetzt auf gleich sind ganze Straßen einfach weg. Sie sitzt am Telefon und nimmt die Treffer und daraus entstandenen Feuer auf, sie bleibt am Telefon, während die Bomben fallen, anstatt sich in einem Bunker zu verstecken. Doch auch Emmy bleibt vom Krieg nicht verschont. Auch sie erlebt Tragödien.

                Die Wendung ist ziemlich erschütternd. Ich meine, das gesamte Buch über ist einem klar, dass Krieg ist, aber da ist man plötzlich mittendrin. Emmy sieht Verletzte und Tote und muss schwere Entscheidungen treffen, für die sie sich selbst hasst. Aber gerade das macht das Ganze so realistisch. So war das damals. Es ist tragisch, was da passiert ist und wie es danach weitergeht, aber auch das ist realistisch. Menschen sind nun mal so. Ich muss hier leider so kryptisch bleiben, sonst würde ich spoilern.

                Einen kleinen Kritikpunkt habe ich und zwar, dass Emmy an einem Punkt sehr deutlich ihre Meinung sagt und in meinen Augen absolut im Recht ist. Doch sie knickt ein und versucht diese Meinung wieder zurückzunehmen. Gut, das passt vielleicht auch einfach zu der Zeit damals, aber mich wundert es nicht, dass der Versuch scheitert und sich alles noch mehr hochschaukelt, weil ihr Gegenüber nur Schwachsinn von sich gibt. Klar, will derjenige das nicht hören, was ihm Emmy vorwirft, aber sie hat recht! Viele lassen sich in dieser Art Beruf hinreißen und riskieren zu viel. In der Situation denke ich braucht man jemandem, der einem das auch mal ins Gesicht sagt. Wie gesagt, ich finde es schade, dass sie sich selbst da so fertig macht, weil es Streit gegeben hat. In meinen Augen hat sie recht und der Streit war notwendig.


                Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich finde es ist nicht nur interessant und teilweise emotional nicht ohne, sondern wirkt auch sehr realistisch. Gut, ab und an wird vielleicht etwas dick aufgetragen, aber es war jetzt auch nicht so schlimm, dass es mich genervt hat. Mich hat es nur etwas gestört, wenn Emmy ihrer Meinung nicht treu geblieben ist und gekuscht hat. Sie ist einfach nicht der Typ dafür. Sie war meiner Meinung nach bei dem Streit, der ein zentrales Thema in der zweiten Hälfte wird, im recht und hat alles durch ihren Versuch das wieder zurückzunehmen nur schlimmer gemacht, weil ihr Gegenüber dann Schwachsinn ohne Ende von sich gegeben hat. Da hätte ich mir von ihr mehr Durchsetzungskraft gewünscht.
                Ich fand es super wie der Krieg ständig präsent war, allein schon durch Emmys zweiten Job. Er war immer da, sodass er schon fast zu einer Art Hintergrundrauschen wurde, doch dann passierte wieder etwas, dass Emmy persönlich tangierte und einem wurde plötzlich wieder klar, dass das ein „echter“ Krieg ist, von dem hier die Rede ist und obwohl Emmy an die Gefahr gewöhnt ist, diese doch sehr real ist.

                Von mir gibt es 4,5 Sterne. Mir hat das Buch wirklich richtig gut gefallen.

                kerstin2601

                Beiträge 57
                29.01.2020

                Dieser Roman spielt in einer meiner Lieblingsstädte, London. Zu einer Zeit, in der der 2. Weltkrieg tobt.
                Das allein spricht schon für sich, jedoch die Story der Personen versucht eine gewisse Offenheit im Gegensatz zum dunklen Weltgeschehen zu zeigen.

                buchleserin

                Beiträge 18
                10.03.2019

                  „Liebe Mrs. Bird“ ist das Romandebüt von AJ Pearce.
                  Die Geschichte spielt in London 1941 während des Zweiten Weltkrieges. Emmeline Lake nimmt einen Job beim London Evening Chronicle an. Ihr großer Wunsch ist es, Kriegsreporterin zu werden. Doch diese Stelle ist anders als von ihr erwartet, denn sie wird als Sekretärin der Kummerkastentante Henrietta Bird eingestellt und sortiert für sie die Leserbriefe. Anstößige Briefe sollen in den Papierkorb, Hernietta Bird hat da ihre eigenen Regeln. Doch Emmy liest mitfühlend die Briefe und antwortet den Frauen im Namen von Mrs. Bird.
                  „Liebe Mrs. Bird“ ist ein sehr bewegender und mitfühlender Roman, der sich sehr flüssig lesen lässt. Die Handlung ist unterhaltsam und es gibt auch bewegende Momente. Es geht nicht nur um diese Briefe der Frauen, sondern auch um Emmeline, ihr Liebesleben und die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Bunty, um ihre anderen Freunde, ihre Kollegen und auch um ihre Schichten auf der Feuerwache. Und schließlich sind da auch noch die Angriffe der Deutschen Luftwaffe auf London. Immer wieder wird die Stadt bombardiert und Emmy hat Angst um ihre Freunde, Familie und auch um ihre Kollegen, die Feuerwehrmänner, die im Einsatz sind, unter ihnen Buntys Freund William. Emmy sitzt während ihrer Schichten bei der Feuerwache am Telefon, um Notrufe entgegen zu nehmen.
                  Die Handlung hat mir sehr gut gefallen und auch die Charaktere, ob nun sympathisch oder auch unsympathisch dargestellt, allen voran Emmy, ein ganz starker Charakter, sehr sympathisch und auch die guten Freunde oder die schrullige Mrs. Bird. Das Buch ließ sich sehr flüssig lesen, man taucht gleich ein in diese wunderbare Geschichte, ich fand das Buch von Anfang bis Ende fesselnd. Ein wirklich gelungener Debütroman.
                  Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

                  Nabura

                  Beiträge 38
                  06.03.2019

                    Emmeline Lakes großer Traum ist es, Kriegsreporterin zu werden. 1940 befindet sich die Welt im Krieg, und das ist auch in London spürbar. Als sie eine Anzeige sieht, in der ein Verlag des London Evening Chronicle eine Gehilfin sucht, sieht sie ihre Chance gekommen. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch, in der sie nur gefragt wird, ob sie mit einer zänkischen alten Frau zusammenarbeiten kann, ist sie eingestellt. Und zwar so schnell, dass sie nicht gefragt hat, was sie überhaupt tun soll. An ihrem ersten Tag ist die Überraschung und Ernüchterung groß, als sie feststellt, dass sie bei einer Frauenzeitschrift arbeitet, die zum Verlag gehört, und dort die Kummerkastenbriefe vorsortieren soll. Ihre Chefin Mrs. Bird hat strenge Vorgaben, was sie beantwortet. Liebe? Beziehung? Bloß nicht! Doch Emmy berühren die Briefe so sehr, dass sie beginnt, auf eigene Faust zurückzuschreiben…

                    Das Buch beginnt mit einer Zeitungsanzeige, die das Leben von Emmeline Lake, kurz Emmy, gehörig auf den Kopf stellen wird. Als Emmy die Anzeige entdeckt, ist ihre Aufregung groß, denn endlich sieht sie ihre Chance gekommen. Sie berichtet all ihren Freunden von ihrer Bewerbung und dass sie die Stelle tatsächlich bekommen hat. Insofern konnte ich gut nachvollziehen, wie peinlich ihr die Offenbarung an ihrem ersten Arbeitstag ist, dass sie jetzt Kummerkastenbriefe vorsortieren soll.

                    Emmy ist eine Frau, die zu Kriegszeiten anpacken und ihren Beitrag leisten will. Seit dem Beginn des Blitzkrieges hat sie angefangen, als Freiwillige bei der Hilfsfeuerwehr zu arbeiten. Drei Nächte in der Woche nimmt sie seither Telefonanrufe entgegen. Doch sie will noch mehr tun, weshalb sie davon träumt, Kriegsberichte zu schreiben, die zahlreiche Menschen erreichen. In ihrem neuen Job arbeitet sie nun zwar im selben Gebäude wie viele wichtige Journalisten, ist ihrem Traum ansonsten aber nicht näher gekommen. Doch Emmy ist niemand, der einfach aufgibt. Sie versucht, das Beste aus ihrer Lage zu machen.

                    Die Kummerkastenbriefe und die Vorgabe ihrer Chefin Mrs. Bird, alle unzüchtigen Briefe zu zerschneiden, machen ihr zu schaffen. Denn nach Mrs. Birds Kriterien sind das fast alle. Emmy liest die verzweifelten Zeilen und kann sich nicht vorstellen, nichts zu tun. Es kommt wenig überraschend, dass sie bald beginnt, Briefe aus dem Büro zu schmuggeln und selbst zu antworten.

                    Die Geschichte rund um die Kummerkastenbriefe gerät im weiteren Handlungsverlauf etwas in den Hintergrund. Stattdessen rücken zwei andere Themen in den Vordergrund. Zum einen wird die Stadt heftig bombardiert und Emmy hat Angst um den Feuerwehrmann William, den Freund ihrer besten Freundin Bunty, der sich zum Retten von Menschenleben immer wieder in die Trümmer stürzt. Rund um die Angriffe gibt es viele dramatische Momente und die Geschichte wird zunehmend emotional. Zum anderen geht es auch um Emmys eigenes Liebesleben, bei dem Bunty nachhelfen will.

                    Zwar war klar, dass die Geschichte während des zweiten Weltkriegs spielt, aufgrund der Buchbeschreibung hatte ich aber erwartet, dass die Geschichte rund um die Kummerkastenbriefe mehr Raum einnimmt. Das ist jedoch nicht der Fall, hier gibt es keine großen Überraschungen und irgendwann passiert genau das, womit ich gerechnet habe. Die Geschichte rund um Emmys Liebesleben bleibt auf halber Strecke in der Luft hängen mit ungewissen Ausgang. Trotz schöner und unterhaltsamer Momente wird die Atmosphäre des Buchs durch die Bombardierungen und deren Konsequenzen immer bedrückender. Angst, Trauer und der weite Weg, bis neuer Mut geschöpft werden kann, stehen bis zum Schluss im Vordergrund.

                    „Liebe Mrs. Bird“ bietet Humor, Liebe und viel Drama, das die Stimmung des Buches zunehmend bestimmt. Ich fand es schade, dass die Geschichte rund um die Kummerkastenbriefe so vorhersehbar abgehandelt wird. Stattdessen erhält der Leser eine eher klassische Kriegsgeschichte, in der die Bombardierung Londons beschrieben wird und wie die Bevölkerung damit umgeht. Emmy ist eine sympathische Person, die helfen will und damit ein gelungenes fiktives Beispiel für die vielen Frauen, die zu jenen dramatischen Zeiten mit anpackten. Doch auch hier braucht man nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, was passieren wird. Das Buch ist ein gutes Debüt über ein Frauenschicksal während des zweiten Weltkriegs, das mich jedoch nicht so recht packen konnte.

                    su-sun

                    Beiträge 35
                    10.01.2019

                      Ein tolles Buch und zurecht eine Empfehlung der Sunday Times.

                      nhalt: London 1941. Die junge Emmeline Lake träumt davon, Kriegsberichterstatterin zu werden. Als sie eine Stellenanzeige für eine Teilzeit-Gehilfin beim London Evening Chronicle liest, bewirbt sie sich sofort. Tatsächlich bekommt sie die Stelle und erkennt erst an ihrem ersten Arbeitstag, dass sie als Sekretärin bei der respekteinflößenden Kummerkastentante Mrs. Bird nur die Leserbriefe vorsortieren soll. Alle Briefe, die Mrs. Bird irgendwie anstößig findet, muss sie sofort zerschneiden - und das sind sehr viele. Doch Emmeline fühlt mit den Frauen, deren Briefe aussortiert werden, mit und beginnt, ihnen zu antworten. Sie unterschreibt statt mit ihrem Namen, mit "Henriette Bird“... Meine Meinung: Der Schreibstil von A. J. Pearce hat mir sofort gefallen. Er ist lebhaft, mitreißend und an den passenden Stellen witzig und ich musste häufiger beim Lesen schmunzeln. Je mehr ich in diese Geschichte eintauchte, desto mehr fesselte sie mich. Emmeline, genannt Emmy, ist anfangs noch ziemlich naiv, aber trotzdem sehr sympathisch und liebenswert. Auch ihre beste Freundin Bunty habe ich sofort gemocht. Bunty ist loyal, witzig, lebhaft und sehr verliebt in ihren Freund William. Aber eigentlich sind alle Charaktere ganz toll und individuell beschrieben. Fast alle sind sehr sympathisch, einige davon auch ein bisschen schräg, aber ich mochte sie alle - sogar die aufbrausende und laute Mrs. Bird, die alles „unerquicklich“ und „inakzeptabel“ findet.
                      Die Autorin erzählt in dieser Geschichte aber nicht nur von den Leserbriefen und Mrs. Bird, sondern auch sehr spannend und dramatisch vom Bombenhagel in Londons Straßen. Vom Mut einiger Menschen und von Freundschaft.
                      Fazit: „Liebe Mrs. Bird“ hat mir sehr gut gefallen, es ist eine warmherzige und schöne Geschichte über Mut, Freundschaft und Herzenswärme.

                      SonjaK

                      Beiträge 6
                      12.11.2018

                        London 1941: Obwohl es zu dieser Zeit, trotz Kriegswirren nicht schicklich ist, als Frau bestimmten Berufen nachzugehen, träumt die junge Emmeline Lark davon, Kriegsreporterin zu werden.

                        Als der "London Evening Chronicle" eine Sekretärin sucht, sieht sie ihre Chance ... und landet bei der furchteinflössenden Henrietta Bird. Sie ist die Kummerkastentante der Zeitung "Woman's Friend".

                        Dort soll sie die Leserbriefe aussortieren, die laut Mrs. Bird vor Unerquicklichkeiten strotzen. Doch beim Lesen der Briefe erkennt Emmy, dass diese Briefe wichtige Themen enthalten, die nicht der Schere zum Opfer fallen dürfen. Sie beginnt, den Frauen heimlich zu antworten....

                        Der Schreibstil der Autorin strotzt genau wie ihre Protagonistin vor Energie und Enthusiasmus. Obwohl im Hintergrund der Handlung der Zweite Weltkrieg tobt, leben die Frauen ihr Leben. Sie sind kriegsentscheidend und leben ihr Leben mit rationierten Lebensmitteln und der drohenden Gefahr durch nächtliche Luftangriffe weiter.

                        Da wird halt die Gasmaske mit ins Kino genommen oder ein Haarschnitt praktikabel zum Schutzhelm gefertigt. Ein geschilderter Alltag, der einen doch Jahrzehnte nach dem Kriegsgeschehen immer noch zu denken gibt.

                        Emmy und ihre Freundin Bunty sprühen vor Lebensfreude und versuchen die Contenance zu wahren. Bestimmte Erwartungen an die damalige Frau sind zu erfüllen; komme was wolle.

                        Ein interessanter Einblick in den zurückliegenden Status der Frau in der Gesellschaft. Dies macht es vermutlich auch so interessant, wie Emmy mit dem Leserbriefen umgeht, denn die Themen Sex vor der Ehe, Heirat mit einem Ausländer, Depressionen, Probleme in der Ehe sind heute eigentlich keine Themen mehr, die als unschicklich gelten. Vermutlich würde Mrs. Bird bei der heutigen Medienlandschaft und ihren offenen Themen einen Herzinfarkt erleiden.

                        Ob Emmys Antworten an die Leserinnen Konsequenzen haben? Das müsst ihr unbedingt selbst lesen. Ich vergebe volle Punktzahl für dieses bezaubernde Buch über Freundschaft, Liebe, Werte und Normen und an das Morgen ohne Kriegsgeschehen. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

                        Lesefeuer

                        Beiträge 30
                        09.10.2018

                        Da ich in der letzten Zeit eine kleine Liebe für historische Romane entwickelt habe, war mir klar, dass ich „Liebe Mrs. Bird“ sehr gerne lesen möchte. Das Buch ist kein klassischer historischer Roman aber spielt dennoch in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Emmeline Lake, kurz Emmy, möchte Kriegsreporterin werden und bewirbt sich kurzerhand nachdem sie eine interessante Stellenanzeige liest. Dumm nur, dass es sich eigentlich um eine ganz andere Tätigkeit handelt. Aber Emmy meistert ihre Aufgabe ganz gut, obwohl ihre Chefin ein ziemlicher Drachen ist. Immerhin ist ein halber Fuß im Verlagshaus ja besser als gar keiner. Emmy muss die Leserbriefe für Mrs. Bird vorsortieren. Mrs. Bird möchte keine Briefe beantworten, die in irgendeiner Form anstößig sind. Und Mrs. Bird findet so ziemlich alles anstößig. Die Frauen, die Mrs. Bird schreiben, sind teils richtig verzweifelt und so beginnt Emmy ihnen zu antworten; im Namen von Mrs. Bird. Ich habe Emmy als sehr engagierte junge Dame kennengelernt, die wirklich mit anpackt und hilft, wo sie nur kann. Abends ist sie im Telefondienst bei der Feuerwehr tätig, und so hat sie Vormittags Zeit für den Job im Verlag. Sie bekommt beides ganz gut unter einen Hund und man merkt einfach, dass sie fleißig ist. Dass sie irgendwann beginnt den Frauen Antworten auf ihre Briefe zu schreiben, ist irgendwie logisch; denn man merkt als Leser tatsächlich, dass sie mit den Frauen mitfühlt, obwohl sie teilweise gar nicht viel Ahnung von den Problemen der Frauen hat, denn Emmy ist selbst noch ein junges Küken. Die Briefe an Mrs. Bird stehen im Buch klar im Vordergrund, aber auch eine Liebesgeschichte und die Dramen des Krieges kommen nicht zu kurz. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch tatsächlich sehr schön, mir fehlten aber hier und da noch ein paar spannende Aspekte und Stellen im Buch. Dennoch ist das Buch schnell gelesen und daher prima für Zwischendurch.

                        sommerlese

                        Beiträge 100
                        eine Antwort 07.10.2018

                          In "Liebe Mrs. Bird" erzählt die Autorin eine Geschichte, die ins London von 1940/41 führt, eine Zeit der nächtlichen Bombenangriffe durch deutsche Flieger und eine Zeit der Einschränkungen, Angst und der Unsicherheit mit Zerstörung und Verlust von zahlreichen Menschenleben. Die Menschen führen auch ein Alltagsleben, so erfahren wir von Mut und Verzweiflung, von Freundschaften und Liebe, die in dieser Zeit so viel schwieriger erscheint. Man lebt mehr im Jetzt.

                          Die Leserbriefe an Mrs. Bird werden nach schicklich und unschicklich sortiert, letztere sollen laut Mrs. Bird als unerwünschte Post in dem Müll landen. Doch die Meinung dieser alten Frau teilt Emmy überhaupt nicht, schliesslich sind die Sorgen der Leserinnen nicht so anstößig, sondern verlangen eine Antwort auf ihre Fragen. Emmy beantwortet die Briefe und gibt einzelne in Druck. Die Auflage steigt, diese Veränderung wird von Mrs. Birds Assistentin Kathleen bemerkt.

                          Der Roman zeigt durch bildhafte Schilderungen die erschreckenden Zustände während des Bombenhagels durch Fliegerangriffe, die mich sehr bewegt haben. Doch die Menschen lassen sich nicht unterkriegen und setzen ihre Kräfte ein, um wieder aufzubauen, zu retten und zu helfen. Emmy hilft nach Feierabend bei der Freiwilligen Feuerwehr und nimmt Notrufe entgegen. Sie muss etwas tun, ihren Mitmenschen helfen. Doch sie ist eine junge Frau und möchte auch gern ein wenig Normalität erleben, sie besucht mit ihrer besten Freundin Bunty einige Bars und Tanzlokale.

                          Bunty ist mit Bill verlobt, Emmy wird von ihrem Freund Edmund für eine Krankenschwester verlassen und verliebt sich später in Charles. Sie ist eine herzensgute Person, kann sich den Sorgen der Menschen nicht verschliessen und hat stets Mitleid. Mit ihr erleben wir die Einschränkungen der Bevölkerung Londons während der Luftangriffe während des Zweiten Weltkrieges und erleben, wie der Krieg geliebte Menschen tötet und die Freundschaft der Freundinnen eine Zerreißprobe wird.

                          Die Geschichte beginnt ein wenig trivial und etwas altmodisch anmutend mit den Sorgen der Frauen der damaligen Zeit, doch sie entwickelt sich zu einer tieferen Geschichte vor den historischen Hintergründen Londons zur Zeit des Krieges. Sie legt offen was die Menschen erlebten und wie sie unter der Kriegssituation litten und so entwickwelt sich der Roman in ein Drama über Liebe und Vertrauen in einer schwierigen Zeit.


                          Der Roman ist liebenswert und leicht geschrieben. Die Leserbriefe sind vom Zeitgeist durchdrungen, die Frauen haben Fragen bezüglich Schwangerschaft, Beziehungsproblemen und wie man eine Scheiden durchführt. Auf die Dauer konnte mich das aber nicht fesseln, die Ratschläge von Emmy sind auch nicht immer richtungsweisend und daher war für mich die Entwicklung von Emmy und ihren Freunden das eigentliche Thema des Buches. Wie sie sich entwickeln und was alles geschieht wird sehr bewegend dargestellt.


                          Wer warmherzige Figuren mag und erfahren möchte, wie Freundschaften vor dramatischen Kriegshintergründen in Gefahr gebracht werden, der sollte sich dieses Buch näher ansehen.

                          • Sonjas Bücherecke

                            Beiträge: 83
                            16.10.2018

                            Eine interessante Rezension, die mich neugierig auf das Buch macht.

                          schnäppchenjägerin

                          Beiträge 75
                          eine Antwort 03.10.2018

                            Emmeline Lake, Emmy, ist 22 Jahre alt und träumt davon, als ernstzunehmende Kriegsberichterstatterin zu arbeiten. In der irrigen Annahme, eine Anstellung als Journalistin für die "London Evening Chronicle" zu erhalten, nimmt sie eine Arbeit bei der Herausgeberin einer Frauenzeitschrift, der sehr resoluten älteren Dame Mrs. Bird an. Diese vertritt sehr antiquierte Ansichten, weshalb die wenigsten Briefe der Leserinnen, die sich mit Fragen zur Ehe, Geschlechtlichkeit oder Politik beschäftigen, beantwortet werden. Emmy soll anstößige Briefe aussortieren und diese vernichten. Emmy bringt es allerdings nicht über das Herz, die Briefe der jungen Frauen zu vernichten, versucht diese im Namen von Mrs. Bird zu beantworten und gibt sie sogar vereinzelt in den Druck. Niemand außer der aufmerksamen Assistentin Kathleen von Mrs. Bird, mit der sich Emmy angefreundet hat, bemerkt die plötzlich anders klingenden Antworten an die Leserinnen, die die Auflage steigern.

                            Im Vergleich zur sich verschärfenden Situation im bombardierten London der Jahre 1940/ 1941 wirken die Briefe trivial, aber bieten Ablenkung in den schlimmen Zeiten. Emmy arbeitet neben ihrer Tätigkeit für Mrs. Bird nach Feierabend bei der Freiwilligen Feuerwehr um Notrufe entgegenzunehmen.
                            Ihre beste Freundin ist Bunty, die sich mit Bill verlobt. Emmy wird dagegen von ihrem Freund, dem Arzt Edmund, für eine Krankenschwester verlassen, verliebt sich aber bald danach in den jüngeren Bruder ihres Kollegen Mr. Collins, Charles.

                            Emmy ist eine sehr sympathische Protagonistin, die das Herz auf dem rechten Fleck hat.
                            Der Roman beschreibt sehr eindringlich die Atmosphäre während des Zweiten Weltkrieges in London, insbesondere als die Angriffe der deutschen Streitkräfte zunehmen und sich die Einschränkungen für Bevölkerung verschärfen.

                            Was etwas naiv und scheinbar belanglos mit den Sorgen der Frauen der damaligen Zeit beginnt, mündet in ein Drama über Liebe und Freundschaft und Vertrauen in einer zunehmend bedrohlicheren Welt.
                            Emmy entwickelt sich weiter, wird mutiger und kämpft um ihre Freundschaft mit Bunty, die sie durch einen dummen Fehler gefährdet.

                            Der Roman ist wunderbar charmant und warmherzig geschrieben. Es ist eine süße Geschichte, die von wahren Leserbriefen inspiriert ist, die sich insbesondere zu Beginn aber nur gemächlich entwickelt und mich auch deshalb nicht durchgehend fesseln konnte, da sich Emmy so scheinbar problemlos über die Herausgeberin hinwegsetzen konnte.
                            Die Schilderungen der Bombardierungen und Folgen für Emmy und ihre Freunde sind allerdings sehr anschaulich, mitnehmend und bewegend dargestellt.

                            • skiaddict7

                              Beiträge: 15
                              14.10.2018

                              Vielen Dank für diese tolle Rezension!

                            Lesegenuss

                            Beiträge 39
                            eine Antwort 01.10.2018

                              Der Debütroman von A.J. Pearce erzählt die Geschichte der 22-jährigen Emmeline Lake, wie sie durch eine Zeitungsannonce eine Anstellung bei einem Zeitungsverlag in London erhält und, vermeintlich, endlichen ihren Traumjob ausüben kann. Von je her war es ihr Wunsch gewesen, Journalistin zu werden. Wir schreiben das Jahr 1941. Der Zweite Weltkrieg hatte mit aller Wucht ebenfalls England, London erreicht. Emmy, wie ihre Freundin Bunty sie nennt, arbeitet zum einen in einer Kanzlei und dann an drei Tagen der Woche als freiwillige Telefonistin in einer feuerwache. sie und Bunty lebten in einer Wohnung bei deren Großmutter. "Der Chronicle" suchte eine Gehilfin, so stand es da, dieser Satz festigte sich in Emmys Kopf. Und sie bekam die Stelle. Allerdings entpuppte sich diese nicht als das was sie erwartet hatte. Sie sollte künftig als Vorarbeit leisten für Mrs. Bird, Briefe aussortieren und nur die den Regeln von Mrs. Bird entsprachen, durften auf deren Schreibtisch. Mrs. Bird war die Kummerkastentante der Zeitung. Ihre Ratgeber allerdings entsprachen nicht mehr der Zeit. Inakzeptable Themen wurden nicht beantwortet und diese Briefe landeten im Papierkorb. Auf der Non-Liste standen z. B. Themen wie "eheliche Beziehungen, politische Aktivitäten, sexuelle Beziehungen im Allgemeinen, Krieg, usw. …
                              Mrs. Bird nahm sich das Recht, nur auf solche Themen zu antworten, die ihr genehm waren. Alles andere war Müll. Sie beurteilte und verurteilte vieles. Auch gab es Wörter, die ebenfalls verboten waren. Allerdings kennt Mrs. Bird Emmeline nicht. Denn der geht das gehörig gegen den Strich. Obwohl sie weiß, dass es nicht korrekt ist, nimmt sie sich einiger Briefe an und beantwortet sie. Und nicht nur das, sie schreibt auch in Mrs. Bird Namen.
                              Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Emmelinge geschrieben. Die 28 Kapitel lassen sich flüssig lesen. Es wird konkret ein intensiver Einblick in die damalige Zeit gegeben. All die Menschen, die nicht nur während der Luftangriffe bangten, ihren Dienst versahen, es waren auch die, die um ihre Liebsten trauerten. Genau deswegen schrieben sie auch an Mrs. Bird. Wußten sie doch nicht, welch verknöcherte alte Jungfer sich dahinter verbarg. Und in diesen Zeiten war es Emmy nach wichtig, den Menschen Hoffnung zu geben und nicht die Briefe einfach zu entsorgen. So beginnt etwas, was sie nicht tun dürfte. Antworten schreiben auf genau solche Briefe, die Müll waren. Und sie macht einen groben Fehler, sie unterzeichnet mit Mrs. Bird. Dass Emmys Ratschläge aber gut ankommen, darüber freut sie sich.
                              In unseren modernen Zeiten, wo es alltäglich ist mit dem Smartphone über Messenger u.a. zu kommunizieren, ist so ein Roman, auch wenn er einen schwergewichtigen Hintergrund als Thema hat, eine Wohltat, oder eben eine etwas andere Lektüre. Ein paar persönlich geschriebene Zeilen drücken oft mehr aus als irgendwelche Emojis. ✍️
                              Ein Brief kann wie eine Erinnerung sein. Die Charaktere Emmy ist zwar die maßgebliche Person, Auslöser von Dingen, doch bei all den Kriegsumständen ist immer eine Prise Humor Platz.
                              "Liebe Mrs. Bird", ist in gewisser Weise schon ein historischer Roman, der es verstanden hat, die katastrophalen Zustände des Zweiten Weltkriegs und durch die bewegende Freundschaft zweier Freundinnen, dies in einer erstaunlich guten Geschichte festzuhalten.
                              Es gab Momente, die mich dann geschockt hatten. Sei es die nächtlichen Bombenangriffe, dann aber wiederum zeigten, welche Urkräfte der Mensch freisetzen kann um zu helfen. Die, die wir den Krieg nicht miterlebt haben, können und müssen alles tun, um so etwas zu verhindern. #GegendasVergessen
                              All dies ist Hintergrund der Story und die Autorin hat es sehr gut verstanden, die damalige Realität auch bildhaft darzustellen.
                              "Liebe Mrs. Bird" ist nicht nur ein Buch zur Erinnerung "nicht zu vergessen", vielmehr zeigt er auch auf, wie der Krieg Menschen verändert und trotz allem die Hoffnung bleibt, nicht zu verlieren. Lebe heute, was morgen kommt, sehen wir dann.
                              Meine Leseempfehlung für das Buch, für die Geschichte aus der Zeit im Zweiten Weltkrieg. Alle Achtung für diesen Debütroman.

                              • buchzauber

                                Beiträge: 36
                                09.11.2018

                                Das klingt nach einem echten Lesegenuss :) Tolle Rezension und ich glaube, dass ich das Buch bald besorgen "muss"

                              die.buecherdiebin

                              Beiträge 10
                              01.10.2018

                                Inhalt: London 1941. Die junge Emmeline Lake träumt davon, Kriegsberichterstatterin zu werden. Als sie eine Stellenanzeige für eine Teilzeit-Gehilfin beim London Evening Chronicle liest, bewirbt sie sich sofort. Tatsächlich bekommt sie die Stelle und erkennt erst an ihrem ersten Arbeitstag, dass sie als Sekretärin bei der respekteinflößenden Kummerkastentante Mrs. Bird nur die Leserbriefe vorsortieren soll. Alle Briefe, die Mrs. Bird irgendwie anstößig findet, muss sie sofort zerschneiden - und das sind sehr viele. Doch Emmeline fühlt mit den Frauen, deren Briefe aussortiert werden, mit und beginnt, ihnen zu antworten. Sie unterschreibt statt mit ihrem Namen, mit "Henriette Bird“... Meine Meinung: Der Schreibstil von A. J. Pearce hat mir sofort gefallen. Er ist lebhaft, mitreißend und an den passenden Stellen witzig und ich musste häufiger beim Lesen schmunzeln. Je mehr ich in diese Geschichte eintauchte, desto mehr fesselte sie mich. Emmeline, genannt Emmy, ist anfangs noch ziemlich naiv, aber trotzdem sehr sympathisch und liebenswert. Auch ihre beste Freundin Bunty habe ich sofort gemocht. Bunty ist loyal, witzig, lebhaft und sehr verliebt in ihren Freund William. Aber eigentlich sind alle Charaktere ganz toll und individuell beschrieben. Fast alle sind sehr sympathisch, einige davon auch ein bisschen schräg, aber ich mochte sie alle - sogar die aufbrausende und laute Mrs. Bird, die alles „unerquicklich“ und „inakzeptabel“ findet.
                                Die Autorin erzählt in dieser Geschichte aber nicht nur von den Leserbriefen und Mrs. Bird, sondern auch sehr spannend und dramatisch vom Bombenhagel in Londons Straßen. Vom Mut einiger Menschen und von Freundschaft.
                                Fazit: „Liebe Mrs. Bird“ hat mir sehr gut gefallen, es ist eine warmherzige und schöne Geschichte über Mut, Freundschaft und Herzenswärme.