Amy Brill

Die Frau, die Sterne fing

Nantucket Island, 1845. Die junge Quäkerin Hannah arbeitet tagsüber in einer Leihbücherei, nachts aber widmet sie sich ihrer wahren Leidenschaft: der Astronomie. Sie setzt ihren ganzen Ehrgeiz daran, durch ihr Teleskop einen neuen Kometen zu entdecken. Bis zu jenem Tag, an dem der Matrose Isaac an ihre Tür klopft. Der wissbegierige Seemann von den Azoren möchte alles über Navigation und Sternenkunde lernen.
Hannah nimmt den Fremden als Schüler an – und bald wird aus ihrer geteilten Begeisterung für die Astronomie Liebe. Eine Liebe, für die Hannah nur einen Weg sieht: Sie muss die Insel und ihre Familie verlassen. Als sie jedoch eines Tages tatsächlich einen Kometen am Himmel entdeckt, rückt plötzlich ein Traum in greifbare Nähe …
Zwei Welten, doch derselbe Himmel – die Geschichte einer mutigen Frau, die um Selbstbestimmung kämpft, und eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern. Inspiriert von dem Schicksal der amerikanischen Astronomin Maria Mitchell.


Autorenbild Foto von Amy Brill

Die  Autorin


Amy Brill hat als Autorin und Produzentin schon für viele Medienunternehmen gearbeitet, u.a. für MTV, die Stadt New York und Time Out New York. Sie hat Kurzgeschichten, Artikel und Essays veröffentlicht, wurde für den Pushcart Prize nominiert und hat namhafte Stipendien erhalten. Amy Brill lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Brooklyn. Die Frau, die Sterne fing ist ihr erster Roman.


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Rezensionen

Lesegenuss

Beiträge 34
eine Antwort 05.05.2014

Sehr gut recherchiert, außergewöhnlich gut und glaubwürdig geschriebene Geschichte

Inspiriert durch einen Besuch auf der Insel Nantucket Island, bei der die Touristen auf die berühmte Inselbewohnerin Maria Mitchell aufmerksam gemacht werden, beschließt die Autorin Amy Brill, mehr von dieser 1818 geborenen Frau zu erfahren. Daraus entstanden ist ihr Debütroman „Die Frau, die Sterne fing“. Zur damaligen Zeit lebten die Inselbewohner hauptsächlich vom Walfang. Hannah Gardner Price hatte das Glück, als Tochter von ihrem Vater sehr viel Wissen über die Sternenkunde zu lernen.

Am Tage arbeitete sie in einer Bücherei, und nachts fand man sie auf dem Dachboden, wo sie vielleicht eines Tages mal etwas Großes am Himmel entdecken würde, hoffte sie. Ihr Bruder Edward, den sie sehr vermisste, fuhr zur See. Die Mutter ist früh verstorben.

Schon von Anfang an fällt auf, wie detailliert die Autorin jedwede Handlung beschreibt. Sie erklärt Abläufe, Gegenstände, und den Stand der damaligen Wissenschaft.
Man sollte sich nicht von einem anfänglich scheinbar komplizierten Anfang abhalten lassen, das Leben rund um Hannah und ihrer Familie, der Gemeinde zu lesen. „Die Frau, die Sterne fing“, ist ein außergewöhnliches Buch, bei denen die Recherchen der Autorin auf beweisbares Material basieren, und so gut in die fiktive Geschichte
einfließen. Hannahs Leben nimmt eine neue Richtung, als der Seemann
Isaac Martin vor dem Haus der Price steht. Er bittet darum, dass der
Vater den Chronometer des Schiffes, auf dem er fährt, zu reparieren.
Einige Zeit später möchte er, dass Hannah ihn unterweist. Er möchte alles wissen über Navigation, ebenso wie es sich mit den Sternen und dessen Berechnung verhält.

Man bedenke die damalige Zeit und die Religionsgemeinschaft der Quäker, zu denen Hannahs Familie gehörte. Doch sie macht es, für sich selbst, froh darüber, ihr Wissen weitergeben zu
können. Aber niemals verliert sie ihr Ziel aus den Augen, eines Tages selbst einen Kometen oder neuen Stern zu entdecken.

„Die Frau, die Sterne fing“, ein so ganz anderes Buch, in welches das Leben einer Persönlichkeit mit eingebunden wurde. Auch wenn es an vielen Stellen langatmig erscheint, es lohnt sich! Allein die Passagen, an denen Hannah ins Schwärmen gerät und ihre Faszination zum Himmel, den Sternen in Worte kleidet, wünscht man sich, an ihrer Seite auf dem kalten Dachboden zu stehen, eingehüllt von einer magischen Atmosphäre. Dass sich zwischen Isaac und Hannah etwas anbahnt, sei am Rande erwähnt. Ebenso der Unmut der Quäkergemeinschaft über ihre Lebenseinstellung. Wohin dies letztendlich führt, lest selbst.

Es ist die Geschichte der Hannah Price, ihre Wünsche, der Thematik im Ganzen, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen.

Ganz zum Schluss muss ich noch auf das Cover eingehen, von dem allein eine derartige Faszination ausgeht, dass es neugierig auf den Inhalt macht.
In ihrem Nachwort erfährt der Leser mehr von Marie Michell, ihren Recherchen, und einer Danksagung an die Frau, die sich lebenslang für Frauenbildung u.a. eingesetzt hat. Ohne solche Frauen wie Marie Mitchell und viele andere wären wir Frauen wahrschein nicht dort, wo wir jetzt stehen.

  • JoJo

    Beiträge: 17
    19.07.2017

    Danke für deine Rezesion, sie hat mir Lust auf das Buch gemacht ;-)

buchleserin

Beiträge 10
10.03.2019

    „Die Frau, die Sterne fing“ ist ein Romandebüt von Amy Brill.
    Die Autorin ließ sich hierbei von der wahren Geschichte der Astronomin Maria Mitchell inspirieren.
    Das Cover ist wunderschön gestaltet und ist mir sofort aufgefallen: Die Frau mit der Laterne in der Hand und den Blick zu den Sternen. Das Cover passt einfach wunderbar zu dieser Geschichte.

    In diesem Roman geht es um die 24-jährige Hannah, die auf Nantucket Island in einer Quäkergemeinde lebt. Die Menschen dort leben hauptsächlich vom Walfang. Hannah arbeitet tagsüber in einer Bücherei, doch sie liebt die Astronomie, die sie als Gehilfin bei ihrem Vater gelernt hat. Hannah hofft einen Kometen zu entdecken und als Wissenschaftlerin anerkannt zu werden. Ihr Zwillingsbruder Edward ist auf See und Hannah fühlt sich sehr einsam ohne ihn. Eines Tages steht der Seemann Isaac Martin vor ihrer Tür. Er kommt von den Azoren. Bis zu seiner Weiterfahrt bittet er sie, ihm alles über Navigation und Sternenkunde beizubringen. Hannah ist einverstanden, ihn zu unterrichten, was die Quäkergemeinde jedoch gar nicht gerne sieht.
    Hannah stellt fest, dass sie und Isaac gar nicht so verschieden sind und sie es beide in der Gesellschaft ziemlich schwer haben.
    Doch Hannah ist eine ziemlich starke Frau und gibt die Astronomie nicht auf, denn ihr größter Wunsch ist es, unbedingt als erste Frau einen Kometen zu entdecken und damit endlich als Wissenschaftlerin anerkannt zu werden.
    Auch Isaac ist von ihrem Wunsch sehr begeistert. Hannah unterrichtet ihn weiterhin und Isaac ist der Meinung, wenn sie sich den Kometen ganz fest vorstellt, wird er eines Tages auch wirklich erscheinen. Und tatsächlich entdeckt sie eines Nachts einen Kometen.
    Und Hannah und Isaac entdecken inzwischen ihre Liebe füreinander.
    Diese Liebesgeschichte ist aber nicht der Hauptteil der Geschichte, ich hätte mir sogar noch ein wenig mehr Szenen mit Isaac gewünscht.
    Hannah ist ganz gut beschrieben und auch ihr Bruder Edward, doch Isaac blieb für mich irgendwie etwas blass.
    Die Handlung ist ganz interessant geschildert, zwischendurch jedoch etwas langatmig beschrieben und der Roman lies sich nicht ganz so flüssig lesen. Ich brauchte etwas Durchhaltevermögen und ich hätte mir etwas mehr Spannung gewünscht.
    Auch diese Liebe zwischen Hannah und Issac blieb etwas blass, sollte aber vielleicht auch so sein.
    „Die Frau, die Sterne fing“ hat mir trotz kleiner Schwächen ganz gut gefallen und bekommt von mir eine Leseempfehlung.

    Pheles

    Beiträge 23
    24.01.2018

      Ein tolles Buch! Gut recherchiert, fesselnd, kurzweilig. Es hat mich jedoch auch aufgewühlt, so unfair wie es damals für Frauen war. Vom Ende war ich enttäuscht, aber wahrscheinlich ist das tatsächlich das einzige Ende, das auch wirklich so passiert sein könnte...

      Viola

      Beiträge 14
      10.08.2017

        Beeindruckend und interessant
        Dieses Buch von Amy Brill hat mich sehr berührt und beeindruckt. Der historische Roman verbindet sich auf wunderbare Art und Weise mit einer zarten Liebesgeschichte, die den Leser in ihren Bann zieht. Das Thema der Sterne bzw. Astronomie ist anspruchsvoll, aber immer so beschrieben, dass auch ein Laie sehr gut nachvollziehen kann, worum es geht. „Die Frau, die Sterne fing“ ist ein De-bütroman, der mich begeistert hat.
        Gekonnt werden geschichtliche Fakten mit erzählerischen Elementen verwebt und auf eine ganz tolle Art erzählt. Die Schreibweise der Autorin hat mir sehr gut gefallen.
        Hannah fühlt sich einsam, seit ihr Bruder auf See zum Walfang ist. Sie ist sehr neugierig und wiss-begierig und widmet sich nachts voller Begeisterung der Astronomie und hofft, einen neuen Him-melskörper zu entdecken. Und dann braucht eines Nachts jemand ihre Hilfe... Kann sie helfen, oh-ne die Grenzen des Quäkertums zu übertreten?
        Ein spannender Roman, der Nantucket und das Leben im Jahr 1845 beschreibt. Mir hat der Roman gut gefallen und ich würde gerne mal wieder etwas von dieser Autorin lesen.

        Bücherfreundin

        Beiträge 47
        12.02.2017

          Nantucket Island 1845: Die 24-jährige Hannah Price gehört der kleinen Quäker-Gemeinde von Nantucket an. Tagsüber arbeitet sie als Hilfsbibliothekarin im Atheneum, und nachts schaut sie in die Sterne. Die kluge junge Frau hat sich ganz der Astronomie verschrieben. Ihr großer Traum ist, eines Tages einen neuen Kometen zu entdecken. Ihr Zwillingsbruder ist zur See gegangen, hat auf einem Walfänger angeheuert, zum Unmut des Vaters, der viel geschäftlich unterwegs ist. So ist Hannah mit der Verwaltung von Haus und Hof auf sich gestellt. Auch kümmert sie sich, stellvertretend für ihren Vater, um die Einstellung und Wartung der Chronometer für die im Hafen anlegenden Walfangschiffe.
          Eines Tages taucht der farbige Matrose Isaac Martin auf. Die Pearl, auf der er als zweiter Maat mitgefahren ist, liegt im Hafen zur Reparatur vor Anker. Die Zeit seines Aufenthalts möchte Isaac nutzen, um alles über Navigation und Sternenkunde zu lernen. Er ist von Hannahs Wissen beeindruckt und bittet sie darum, ihm Unterricht zu erteilen.
          Bei der gemeinsamen Arbeit stellt Hannah sehr bald zu ihrer Bestürzung fest, dass sie mehr mit dem Mann von den Azoren verbindet als die Wissenschaft, ja, dass sie sich sogar in Isaac verliebt hat und er ihre Gefühle erwidert. Jedoch sieht sie keine Hoffnung für diese ungewöhnliche Verbindung. Weder ihre Familie noch die Gemeinde würde diese Beziehung gut heißen. Hannah sucht verzweifelt einen Ausweg für ihre Zukunft … und findet eines Nachts einen Kometen!

          Zu diesem, ihrem ersten Buch wurde Amy Brill durch die Lebensgeschichte von Maria Mitchell inspiriert, die im 19. Jahrhundert auf Nantucket lebte. Die Lücken zwischen den historischen Daten der Astronomin hat die Autorin mit Leben gefüllt, und entstanden ist die eigenwillige Protagonistin dieses Romans. Hannah ist ein außergewöhnlicher Charakter und erscheint, besonders am Anfang der Geschichte, etwas schwierig und spröde. Der erste Eindruck von ihr ist barsch und abweisend. Ihr kühles Benehmen, besonders Isaac gegenüber, ist sicher hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass Hannah zur Quäkergemeinde gehört und ihr Leben deren strengen Regeln und Sitten unterworfen sieht.
          Ich muss gestehen, dass es mir nicht leicht gefallen ist, einen Zugang zu diesem Roman und zu seiner Heldin zu erlangen. Das lag nicht nur an Hannahs unnahbarem Wesen, sondern auch daran, dass die Autorin gerne abschweift. Ich musste mich erst daran gewöhnen, den vielen Gedankensprüngen zu folgen und mich immer wieder auf neue Situationen und Rückblicke einzulassen, ohne den Handlungsfaden aus den Augen zu verlieren. Doch es hat sich gelohnt, dabei zu bleiben und sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Irgendwann kam dann der Punkt, wo ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte und auch Hannahs Denkweise und Gefühlschaos nachvollziehen konnte. Von da an war ich völlig gefesselt, denn die Autorin beschreibt nicht nur das Leben und die Menschen auf der Insel sehr bildhaft und authentisch, sondern sie hat hervorragend recherchiert und verfügt über ein enormes Wissen zur damaligen Astronomie und Seefahrt, das sie hier mit ihren Lesern teilt. Die Charaktere, die sie geschaffen hat, sind nicht einfach, man findet sie nicht auf Anhieb sympathisch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wie beispielsweise Hannahs Zwillingsbruder und seine Frau Mary. Aber gerade Hannah hat es geschafft, sich in mein Herz zu schleichen, so dass ich sie verstehen und mit ihr fühlen konnte. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Isaac ist kompliziert, aber glaubwürdig, in der Art, wie sie hier dargestellt wird. Nicht zuletzt ist dieser Roman auch eine Würdigung all der bekannten und unbekannten Heldinnen, die dazu beigetragen haben, den Frauen für die Zukunft mehr Anerkennung und Rechte zu verschaffen.

          Jako

          Beiträge 44
          12.01.2017

            Die Handlung ist ganz interessant geschildert, zwischendurch jedoch etwas langatmig beschrieben und der Roman lies sich nicht ganz so flüssig lesen. Ich brauchte etwas Durchhaltevermögen und ich hätte mir etwas mehr Spannung gewünscht.
            Auch diese Liebe zwischen Hannah und Issac blieb etwas blass, sollte aber vielleicht auch so sein.
            „Die Frau, die Sterne fing“ hat mir trotz kleiner Schwächen ganz gut gefallen und bekommt von mir eine kleine Leseempfehlung.

            Susanne

            Beiträge 25
            14.04.2014

              Glauben und Ungewissheit sind unzertrennlich

              Nantucket Island 1845: Die 24-jährige Hannah Price gehört der kleinen
              Quäker-Gemeinde von Nantucket an. Tagsüber arbeitet sie als Hilfsbibliothekarin
              im Atheneum, und nachts schaut sie in die Sterne. Die kluge junge Frau hat sich
              ganz der Astronomie verschrieben. Ihr großer Traum ist, eines Tages einen neuen
              Kometen zu entdecken. Ihr Zwillingsbruder ist zur See gegangen, hat auf einem
              Walfänger angeheuert, zum Unmut des Vaters, der viel geschäftlich unterwegs
              ist. So ist Hannah mit der Verwaltung
              von Haus und Hof auf sich gestellt. Auch kümmert sie sich, stellvertretend für
              ihren Vater, um die Einstellung und Wartung der Chronometer für die im Hafen
              anlegenden Walfangschiffe.
              Eines Tages taucht der farbige Matrose Isaac Martin auf. Die Pearl, auf
              der er als zweiter Maat mitgefahren ist, liegt im Hafen zur Reparatur vor Anker.
              Die Zeit seines Aufenthalts möchte Isaac nutzen, um alles über Navigation und Sternenkunde
              zu lernen. Er ist von Hannahs Wissen beeindruckt und bittet sie darum, ihm
              Unterricht zu erteilen.
              Bei der gemeinsamen Arbeit stellt Hannah sehr bald zu ihrer Bestürzung
              fest, dass sie mehr mit dem Mann von den Azoren verbindet als die Wissenschaft,
              ja, dass sie sich sogar in Isaac verliebt hat und er ihre Gefühle erwidert. Jedoch
              sieht sie keine Hoffnung für diese ungewöhnliche Verbindung. Weder ihre Familie
              noch die Gemeinde würde diese Beziehung gut heißen. Hannah sucht verzweifelt
              einen Ausweg für ihre Zukunft … und findet eines Nachts einen Kometen!

              Zu diesem, ihrem ersten Buch wurde Amy Brill durch die Lebensgeschichte von
              Maria Mitchell inspiriert, die im 19. Jahrhundert auf Nantucket lebte. Die
              Lücken zwischen den historischen Daten der Astronomin hat die Autorin mit Leben
              gefüllt, und entstanden ist die eigenwillige Protagonistin dieses Romans. Hannah
              ist ein außergewöhnlicher Charakter und erscheint, besonders am Anfang der
              Geschichte, etwas schwierig und spröde. Der erste Eindruck von ihr ist barsch
              und abweisend. Ihr kühles Benehmen, besonders Isaac gegenüber, ist sicher
              hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass Hannah zur Quäkergemeinde gehört
              und ihr Leben deren strengen Regeln und Sitten unterworfen sieht.
              Ich muss gestehen, dass es mir nicht leicht gefallen ist, einen Zugang
              zu diesem Roman und zu seiner Heldin zu erlangen. Das lag nicht nur an Hannahs
              unnahbarem Wesen, sondern auch daran, dass die Autorin gerne abschweift. Ich
              musste mich erst daran gewöhnen, den vielen Gedankensprüngen zu folgen und mich
              immer wieder auf neue Situationen und Rückblicke einzulassen, ohne den
              Handlungsfaden aus den Augen zu verlieren. Doch es hat sich gelohnt, dabei zu
              bleiben und sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Irgendwann kam dann
              der Punkt, wo ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte und auch Hannahs
              Denkweise und Gefühlschaos nachvollziehen konnte. Von da an war ich völlig
              gefesselt, denn die Autorin beschreibt nicht nur das Leben und die Menschen auf
              der Insel sehr bildhaft und authentisch, sondern sie hat hervorragend
              recherchiert und verfügt über ein enormes Wissen zur damaligen Astronomie und
              Seefahrt, das sie hier mit ihren Lesern teilt. Die Charaktere, die sie
              geschaffen hat, sind nicht einfach, man findet sie nicht auf Anhieb sympathisch,
              von wenigen Ausnahmen abgesehen, wie beispielsweise Hannahs Zwillingsbruder und
              seine Frau Mary. Aber gerade Hannah hat es geschafft, sich in mein Herz zu
              schleichen, so dass ich sie verstehen und mit ihr fühlen konnte. Die
              Liebesgeschichte zwischen ihr und Isaac ist kompliziert, aber glaubwürdig, in
              der Art, wie sie hier dargestellt wird. Nicht zuletzt ist dieser Roman auch eine
              Würdigung all der bekannten und unbekannten Heldinnen, die dazu beigetragen
              haben, den Frauen für die Zukunft mehr Anerkennung und Rechte zu verschaffen.

              AlineWirths

              Beiträge 4
              12.03.2014

                Ein berührender und starker Roman einer ungewöhnlich tapferen Frau!

                Fangen wir doch gleich einmal mit dem Cover an. Mich reizte ja sofort
                die Gestaltung, ohne das ich wusste, was sich dahinter verbarg. Dieses
                dunkle Blau, der Schriftzug, der Titel selbst. Hier passt alles komplett
                mit der Geschichte zusammen.

                Amy Brills Debütroman brauchte
                etwas, um mich zu fangen und zu überzeugen. Dabei lag es echt nicht an
                der Story selbst. Vielleicht war es der Schreibstil, ich kann es nicht
                genau sagen. Was ich aber sagen kann, bleibt am Ball, denn nach den
                ersten Seiten wollt ihr Hannah weiter begleiten.

                Hannah ist eine
                faszinierende Figur. Sie lebt in einer Zeit, die Frauen noch einen Platz
                zuweist, aber dennoch schon gewährt, gehört zu werden. Dabei kommt noch
                erschwerend hinzu, das auch die Quäkergemeinde sein bestest dazu tut,
                um sie einzugrenzen und ihr immer wieder vor Augen zu halten, wie wenig
                Möglichkeiten sie hatte und was sich für eine Frau schickte.

                Amy
                Brill versucht hier das Leben einer Frau einzufangen, die es trotz aller
                Widrigkeiten geschafft hat, auszubrechen und einer der ersten Frauen zu
                werden, die berühmt sind. Auch wenn die Gesalt fiktive Elemente hat, finde ich es doch wichtig zu sehen, wie schwer es die Frauen damals hatten.
                Ich mochte Hannah und zu oft hab ich sie schütteln wollen, weil sie so
                vieles nur hätte mit den Händen greifen brauchen. Doch ihr Denken hat
                noch vieles blockiert und sie brauchte Anstöße, um diese zu ändern und
                ihre Richtigkeit zu erkennen. Hannah ist eine starke frau und lernt
                langsam ihre Ketten zu sprengen. dabei wird sie auch unterstützt. Vor
                allem ihr Bruder Edward und ihre große Liebe Isaac versuchen ihr klar zu
                machen, das sie alles kann, wenn sie es nur zuliesse.

                Sich mit
                dem Thema Astrologie auseinanderzusetzen fand ich mutig, des ist so
                allumfassend und weitreichend, das man wichtige Dinge aus den Augen
                verliert. Ich selbst fand die Informationen sehr wohl dosiert und
                weitgefächert genug, um mich dabei nicht zu langweilen. Nein, ich fand
                es höchst interessant sogar. Ich nehme an, das es auch nicht so leicht
                war, aus dieser Zeit zu recherchieren. Mich hat das Thema fasziniert und
                gefangen genommen. Auch wenn die Berechnungen dazugehören, hätte sie
                auch fehlen können. Die Beschreibung des Himmels fand ich dagegen zum
                dahinträumen. Ich konnte die Leidenschaft Hannahs spüren.

                Der
                Schreibstil allerdings brauchte etwas, bis ich dem Fluss folgen konnte
                und am ball blieb. Zuletzt lohnte es sich sehr, denn ich war gefangen in
                der Geschichte. Allein die Beschreibung der Autorin, egal ob Mensch,
                Landschaft oder Gerät, reichten aus, um es mir vorstellen zu können. Ich
                kam flüssig durch die Seiten und hatte auch keine Probleme mit der
                Sprache, die ja zu der Zeit, auch etwas anders war. Ich fand es sogar
                sehr gut, das Amy Brill diese mit eingearbeitet hat.

                Ja und nun
                auch zu der fiktiven Liebesgeschichte. Man bekommt nie das Gefühl, das
                sie das Hauptthema der Geschichte sei. Ich denke auch, das es so gewollt
                ist. Sie fädelt sich ein und gibt zugleich noch in anderen
                Lebensbereichen Einblick, ohne zu stören. Noch immer könnte ich heulen,
                wie die Geschichte mit Isaac ausging, denn da hätte ich mir so gern ein
                HappyEnd gewünscht, auch wenn beide mit der Entscheidung leben konnten,
                die sie gefällt haben. Jedenfalls hatte mich diese sehr berührt und
                gefangen genommen, so das ich die nacht mich dieser wieder opferte.
                Seufz.