Astrid Fritz

Henkersmarie

Das Henkerswesen im 16. Jahrhundert: Bestsellerautorin Astrid Fritz wagt sich an ein faszinierendes Thema. Wer «Die Hexe von Freiburg» liebte, wird diesen Roman verschlingen!
Eine Henkerstochter auf der Flucht vor ihrem Schicksal
Rothenburg ob der Tauber, um 1540. Maria wächst als Tochter eines Scharfrichters in einer schäbigen Gasse heran. Dem Mädchen ist der Beruf des Vaters eine fremde Welt. Nur zu deutlich spürt sie, dass sie gemieden wird - gelten Henker und ihre Familien doch als "Unehrliche", mit denen man nicht in Berührung kommen soll.
Als sie alt genug ist, nimmt ihr Vater sie zum ersten Mal zu einer Hinrichtung mit. Danach schwört sie sich, die Henkerswelt für immer hinter sich zu lassen, sobald sie erwachsen ist. Aber ihre Eltern haben andere Pläne: Sie soll den Sohn und baldigen Nachfolger des Freiburger Henkers heiraten. Bleibt ihr nur die Flucht?


Autorenbild Foto von Astrid Fritz

Die  Autorin

Astrid Fritz studierte Germanistik und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Als Fachredakteurin arbeitete sie anschließend in Darmstadt und Freiburg und verbrachte mit ihrer Familie drei Jahre in Santiago de Chile. Zu ihren großen Erfolgen zählen "Die Hexe von Freiburg", "Die Tochter der Hexe" und "Die Vagabundin". Astrid Fritz lebt in der Nähe von Stuttgart.


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Rezensionen

Susanne

Beiträge 26
eine Antwort 02.11.2015

Detailliert und eindrucksvoll geschilderte Geschichte um Leben und Alltag einer Henkersfamilie

Dies ist ein Entwicklungsroman, in dem es hauptsächlich um Marie Vollmer, die Tochter des Rothenburger Henkers Hans Vollmer, geht.
Das Buch ist in drei große Abschnitte gegliedert. Sie sind mit
„Kindheit“, „Lehrjahre und „Zeit der Reife“ überschrieben. So begleitet man Maries Leben, von ihrem fünften Lebensjahr an über dreizehn Jahre, bis ins junge Erwachsenenalter.
Einen derart intensiven Eindruck vom Leben einer Henkersfamilie hat mir bisher noch kein anderes Buch vermittelt. Astrid Fritz hat sich hier einem faszinierenden historischen Thema gewidmet. In den meisten Romanen, die ich bisher gelesen habe, geht es mehr um die Opfer, die vom Henker gefoltert oder gerichtet werden; der Scharfrichter selbst spielt eine düstere Rolle und übt sein Amt eher anonym aus. Über sein Leben außerhalb der Mauern von Gefängnis und Folterkeller erfährt man so gut wie nichts.
Das macht diesen Roman so interessant, denn hier lernt man den Henker als Menschen kennen. Man erlebt ihn im Kreis seiner Familie, und im Fall von Maries Vater ist er ein warmherziger, einfühlsamer und gutmütiger Mensch. Das war für mich eigentlich kaum vorstellbar, diese Wesenszüge mit einem derart grausamen Beruf zu vereinbaren.
Astrid Fritz vermittelt in ihrem Roman ein sehr eindrucksvolles Bild des Henkers und seiner Familie. Man erfährt viel über den Alltag von Frau und Kindern, die es in der damaligen Gesellschaft nicht unbedingt leicht hatten, denn sie wurden meist geächtet. Ihre Wohnstätte lag in abgelegenen Vierteln der jeweiligen Stadt, wo alle „Unehrlichen“ lebten.
Wenn man erfährt, wie es Marie und ihren Geschwistern in der Schule erging, dass sie auch dort von ihren Mitschülern geschnitten und geächtet wurden, nur weil der Vater den Beruf des Henkers inne hatte, dann kann man sich gut vorstellen, wie schwer das für manche „Henkerskinder“ war. Am Beispiel von Marie und ihren beiden Brüdern sieht man auch, wie unterschiedlich und individuell die Kinder ihre Lebenssituation betrachteten und verarbeiteten. Während Marie und ihr jüngerer Bruder unter der Situation leiden und kaum ertragen können, welcher Tätigkeit ihr Vater nachgeht, so ist der ältere Bruder eher kaltschnäuzig. In interessiert, was ein Henker alles erledigen muss, und er würde lieber heute als morgen in die Fußstapfen seines Vaters treten.
Wie es dazu kam, dass ihre Mutter, eine Tochter aus gutem Hause, den Henker geheiratet hat, das fragt sich Marie immer häufiger, je älter sie wird, denn im Lauf der Jahre kommt sie ins Grübeln. Hier weiß der Leser von Anfang an mehr als Marie, denn die Vorgeschichte wird bereits im Prolog erzählt. Marie möchte die Tradition auf keinen Fall fortsetzen, indem sie wieder in eine Henkersfamilie einheiratet, was damals üblich war.
Man kann sagen, die Autorin ist im 16. Jahrhundert, über das sie in einigen Romanen schreibt, quasi zuhause. Alles ist bis ins Detail ausführlich recherchiert, und Maries Geschichte ist sprachlich sehr authentisch dargestellt. In vielen ihrer Romane spielt sich die Handlung im Freiburger Raum ab, was sicher daran liegt, dass Astrid Fritz selbst lange Zeit in Freiburg gelebt hat und ihr diese Gegend besonders vertraut ist. Auch ist die historische Recherche, gerade was das Thema „Henker“ angeht, in diesem Raum sicher besonders ergiebig denn Freiburg kann auf viele Jahrhunderte Stadtgeschichte zurückblicken.
„Henkersmarie“ ist ein sehr eindrucksvoller historischer Roman, der dem Leser einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen gewährt und zeigt, dass ein Henker oft auch ein liebevoller und treu sorgender Familienvater war, der nicht zuletzt selbst unter seiner Arbeit litt. Mir hat der Roman nicht nur unterhaltsame Stunden bereitet, sondern mich auch nachhaltig beeindruckt und meinen Blickwinkel auf diese verrufene Berufsgattung ziemlich verändert.
Ein absolut lesenswertes Buch!

  • LeseStef

    Beiträge: 41
    23.12.2017

    Hört sich auf jeden Fall interessant an :)

Floh

Beiträge 17
eine Antwort 05.10.2015

Viel Wissen, Hintergrund und eine grandiose Sprachkunst der Autorin!

Nachdem ich so viele begeisternde und überzeugte Rezensionen und Lesetipps zu Astrid Fritz neuen historischen Roman „Henkersmarie“ gelesen habe, so wollte auch ich mir nun endlich einmal ein Bild vom Buch und von dem Stil der Autorin machen. Da ich sehr gerne zur Abwechslung historische Romane lese, hoffte ich mir, mit Astrid Fritz eine neue Autorin dieses Genre für mich zu entdecken. Einen fesselnden und atmosphärischen historischen Roman auf realen Säulen mit vielen Emotionen, Hintergründen und einer zeitgemäßem Schreibkunst und Wortgewandtheit, das habe ich mir erhofft und für einen einzigartigen Roman gewünscht. Der Titel suggeriert genau diese Elemente für ein richtig gutes Buch.
Erschienen im Rowohlt / Kindler Verlag (http://www.rowohlt.de/verlage/kindler)

Inhalt:
"Das Henkerswesen im 16. Jahrhundert: Bestsellerautorin Astrid Fritz wagt sich an ein faszinierendes Thema. Wer "die Hexe von Freiburg" liebte, wird diesen Roman verschlingen!

Eine Henkerstochter auf der Flucht vor ihrem Schicksal

Rothenburg ob der Tauber, um 1540. Maria wächst als Henkerstochter in einer schäbigen Gasse heran. Dem Mädchen ist der Beruf des Vaters eine fremde Welt. Nur zu deutlich spürt sie, dass sie gemieden wird - gelten Henker und ihre Familien doch als "Unehrliche", mit denen man nicht in Berührung kommen soll.
Als sie alt genug ist, nimmt ihr Vater sie zum ersten Mal zu einer Hinrichtung mit. Danach schwört sie sich, die Henkerswelt für immer hinter sich zu lassen, sobald sie erwachsen ist. Aber ihre Eltern haben andere Pläne: Sie soll den Sohn und baldigen Nachfolger des Freiburger Henkers heiraten. Bleibt ihr nur die Flucht?"

Zum Schreibstil:
Die Autorin Astrid Fritz besitzt einen absolut lobenswerten, unverkennbaren, zeitgerechten, gewählten und sehr intelligenten Wortschatz. Es ist der reinste Genuss, diesen Roman zu lesen und daraus zu lernen. Die Dialoge klingen wie Musik aus einer anderen Zeit in den Ohren. Ich fühlte mich gleich in eine andere Zeit um 1530 und 1545 versetzt. Astrid Fritz hat eine potentialgeladene Thematik gewählt, in der es viel Handwerkswissen, Medizin, Recht und Gesetz sowie Schande und Verruf gibt. All diese enormen Eindrücke, die der Beruf als Henker oder Scharfrichter mit sich bringt, gibt die ambitionierte Autorin an ihre Leser weiter. Das Leben in einer anderen Zeit, mit anderen Sitten und Gesellschaftsformen. Sehr bemerkenswert und gekonnt formuliert ist Astrid Fritz´s Sprachgewandtheit. Keinesfalls gekünstelt, sehr anmutig, gehoben und der einstigen Zeit entsprechend. Neben der Sprachkunst des historischen Romans setzt sie auch auf entsprechendes Flair und Atmosphäre, und entsprechend eingestreut und verwebt sind all die historischen Fakten, Gepflogenheiten und Bräuche, ebenso die prägenden Landschaftsbilder des fluorierenden Rothenburg, Basel und Freiburg. Astrid Fritz schafft es auf den ersten verstrichenen Seiten bereits den Leser einzubinden und eine unglaubliche Verbundenheit zu schaffen. Eine Verbundenheit zur Thematik, zur Epoche, zu Persönlichkeiten, zu Charakteren und zur Epoche samt Schauplätze. Der Prolog ist einfach nur lobenswert und gekonnt ausformuliert. An diesem einzigartigen und talentierten Schreibstil und Wortlaut der Autorin möchte ich gar nichts aussetzen. Das war der Punkt, der mich am Lesen hielt, da mir die Story, die Handlung und der Aufbau der historischen Geschichte leider weniger zugesagt hat. Die Sprache war dass, was mich gefangen nahm. Genau das ist es, was mich an der Schreibkunst und an dem Talent der Autorin fasziniert, begeistert und mitreißt: Ihr unschlagbares Wissen, die grandiose Recherche und die Kunst dieses in zeitgemäße Sätze und Situationen zu verweben. Die Handlung ist aus Sicht einer dritten Person beschrieben, ein erzählender Roman. Wenn man sich über die Autorin informiert und auch das interessante Nachwort und Glossar zum Roman liest, wird man sehen und anerkennen, welche Verbundenheit sie zu ihren Romanen pflegt. Ganz großartig und lobenswert!

Schauplätze:
Die geformten, realen und überaus detaillierten Schauplätze haben mich wirklich absolut überzeugt und begeistert. Hier gibt es nicht nur Orte des Grauen und des Mordes. Nein, hier gibt es enorme Atmosphäre, Gesellschaftsformen, Handel, Kirche und die Härte des damaligen Lebens und die Abneigung der Leute gegenüber der Henkersfamilie. Ausgrenzung, Beleidigung und Ghettoisierung. All die atemberaubenden Kulissen aus Henkersstatt, Anger, Marktplatz, Flussufer und Stadtmauern, sowie die Umzüge und Tagreisen der Familie Vollmer werden stets gespickt mit Nuancen aus Glaube, Kirche, Aberglaube und Spott. Historische Atmosphäre, dörfliche Verschwiegenheit und Schutz des eigenen Ansehens, basierende Fakten und reelle Orte und Namen runden die Schauplätze fein ab. Autorin Astrid Fritz gibt in ihrem Roman immer ein authentisches und zeitgemäßes Bild der Schauplätze wieder. Dies bezieht sich nicht nur auf das Stadtbild, nein, sie entführt den Leser an die Örtlichkeiten, zeigt das Leben und Leiden der Familien, der Schinder, Scharfrichter und Totengräber, durchforstet alte Bereiche, besucht Familien und den Rat, durchdringt die Instanzen, Zunft und das Handwerk, zeigt die Beweggründe der Verschwiegenheit und Ablehnung und vor allem der Fluch der Henkersfamilie. Hier lobe ich die intensive und authentische Recherche der Autorin. Sie schreibt mit viel Hintergrund, eigenem Wissen und Erfahrungen und ausgiebiger Kenntnis. Hier spürt der Leser viel Herzblut und Verbundenheit zur Epoche um 1530 bis 1545 und zur Geschichte rund um das Schinderhandwerk. Sehr genau hat sie die Eindrücke eingefangen und gibt diese im Buch an die Leser weiter. Astrid Fritz hat in trefflichen Momenten immer ein sehr genaues Bild der Umgebung geschaffen und überzeugt und überrascht mich genau damit vollkommen.

Charaktere:
Bei der Wahl der Charaktere hat mich die Autorin leider nicht begeistern können. Hier waren meine Vorstellungen und Erwartungen leider ganz andere. Zwar gibt sich die Autorin sehr viel Mühe und lässt ihre Protagonisten geschickt lebendig werden, doch leider habe ich wenig Nähe und Tiefe empfunden. Wir lernen zunächst im Prolog ein spannendes Schicksal zwischen Scharfrichter Hans Vollmer und einer Verurteilten kennen, die er vom Tod freiheiratet. Margaretha. Dann spielt der Roman acht Jahre später in Rothenburg. Eine Familie mit drei jungen Kindern. Darunter Maria, die Henkerstochter. Maria ist 5 Jahre alt, wirkt aber schon sehr reif, klug, wissbegierig und älter als 5 Jahre. Das hat mich etwas stutzig gemacht, da es für meinen Geschmack einfach nicht passte. Handlungen, Gedanken und Können waren nicht das eines 5 jährigen Mädchens. Wir erleben, wie die Familie ein Geheimnis hütet, wie sie verfolgt wird und wie sie in der Stadt verachtet werden. Bis Maria erkennt, warum die Leute so reagieren, wie sie auf sie und ihre Familie reagieren: Ihr Vater ist ein Henker und bringt den Tod!!! Als in Rothenburg ein scheinbar Unbekannter aus der Vergangenheit auftaucht, verlässt die Familie Vollmer in Nacht und Nebel Rothenburg und reist nach Hall. Auch dort bekleidet der Vater das Amt des Henkers. Für Maria eine Tortur. Sie findet keine Freunde und wird ausgegrenzt und gemieden. Später verschlägt es die Familie nach Basel, Maria ist inzwischen eine junge Frau und ihr Leben wird sich hier entscheidend wenden. Das trifft auch auf ihre Brüder Veit und dem jungen Johann zu. Das Geheimnis der Ehe der Eltern droht gelüftet zu werden… Und Maria soll ein junger Mann zur Seite stehen. Kann aus Zweck wahre Liebe werden?
Zur einprägsamen Kulisse um 1530 bis 1545 hat Astrid Fritz genauso einprägsame Persönlichkeiten in ihrem historischen Roman erschaffen. Eine Zusammenstellung aus Persönlichkeiten und Fakten. Astrid Fritz hat ihre Recherchen auf ihre handelnden Personen umgemünzt und ein enormes Bild standesmäßiger und einflussreicher Charaktere geschaffen. Die Leiden und Sorgen der Henkersfamilie, das harte und arbeitsreiche Leben der Eltern, Knechte und Handwerker und der Umgang mit dem Fluch gemieden zu werden.
Aber noch viele weitere Personen und Nebenrollen werden wichtig sein und uns Leser im Buch begegnen, wir erleben wir viele einflussreiche Persönlichkeiten und Konstellationen aus Beruf, Berufung, Stand, Gesellschaft und Sitte. Die Autorin schenkt den Lesern ein genaues Bild ihrer über sich hinauswachsenden Hauptprotagonistin Maria, die wir von frühen Kindesbeinen an durch den Roman begleiten. Bei der Ausformung und Darstellung der einzelnen Charktere aus Haupt- und Nebenrollen hat die Autorin aus den Vollen geschöpft. Astrid Fritz schafft hier ein stimmiges Bild der Persönlichkeiten und formt das passende Umfeld, die passende Aura und den Status der Charaktere gleich dazu. Eine sehr runde und feine Mischung aus Hauptprotagonisten und wichtigen Nebenrollen. Gleich zu Beginn ermöglicht die Autorin ihren Lesern ein klares Bild der Einzelnen und lässt aber auch genügend Spielraum für eigene Mutmaßungen und Recherchen. Eine stimmige feine Ausarbeitung zur jeweiligen Zeit der Handlung und mit Bezug auf die Historie und den sich häufenden Problemen. Leider hat mich diese Art der Umsetzung nicht begeistern können, hier habe ich zu viele störende Punkte, die meinen Geschmack und Erwartungen nicht entsprechen konnten.

Meinung:
Zuerst möchte ich die einzigartige Schreibkunst und das große Talent dieser Autorin hervorheben. Ihre Worte, Dialoge und all das enorme Wissen und Hintergründe haben mich diesen Roman zu Ende lesen lassen. Sonst wäre ich dazu geneigt gewesen, diese Geschichte vorzeitig zu beenden, da mich Handlung und Charaktere wenig mitgerissen haben. Aber die hohe Kunst des Schreibens, die Preisgabe all des Wissens und der alten Handwerkssparte und Berufe, sowie Recht und Ordnung, Ruf und Verruf hat mich wirklich überzeugt und begeistert. Hier ist einmal das Ansehen der Berufe, der Ämter und des Standes, aber auch die Wichtigkeit der eigenen Wurzeln, der Familie, die Brocken der Vergangenheit, die Verletzlichkeit der Liebe, das zarte Band der Verbundenheit...der Weg in die Vergangenheit und der eigene Schatten der überwunden werden muss, und auch der sensible Umgang mit Lebenslügen und echter Freundschaft.
Hier hat Astrid Fritz sehr genau auf das Ausmaß geachtet, es ist ihr ein lebenswertes Maß gelungen. Manches wirkte auf mich im Geschehen sehr beklemmend und ich musste beim Lesen häufig meinen Blickwinkel verstellen, das hat mir wirklich gut gefallen. Alte Medizin, alte Kräuter und Heilmittel, alte Berufe und dessen Ausführung, sehr lehrreich und unterhaltsam. TOP. Ich habe glaube ich noch nie eine so ansprechende Mischung aus Sachkenntnis und Sprachgewandtheit samt Historie gelesen. Riebe bedient viele Emotionen und glänzt mit Spannungsspitzen und Erholungsinseln und Leider leidet hier die Emotion. Zwar versteht man all das Übel, welches über die Familie Vollmer hereinbricht, aber ich spüre keine Nähe zu den Personen und dessen Leid. Sehr schade. Zwar wächst man in dem Roman mit Maria heran und begleitet sie durch ihre Kindheit, aber nah und lieb wird sie mir leider nicht. Hier hätte ich mir vorstellen können, dass wir Maria direkt als junge Frau begleiten und ihre Kindheit nur aus Rückblenden erfahren. Da wäre ich sicherlich verbundener mit ihr. Der Roman gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil erleben und durchleben wir Marias Kindheit in Rothenburg und Hall, dann im zweiten Teil ihre Jugend in Hall und später im dritten Teil eine junge Frau in Basel und Freiburg. Überraschungen und den vielen Problemen der vergangenen Zeit und auch den Problemen auf den Weg der Machenschaften und Intrigen. Abgründige Hintergründe und die Schicksale spielen hier eine zentrale Rolle im Roman. Durch den sagenhaft lobenswerten Schreibstil wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, obwohl mir die Umsetzung des Plot gar nicht zugesagt hat.
Pluspunkte:
• Ganz klar der lobenswerte Erzählstil, die Kunst der alten Sprache und Floskeln
• Authentische Kulissen und Atmosphäre
• Viel Wissen und Hintergrund der damaligen Berufe und einhergehenden Probleme
• Gesellschaft, Brauch und Sitte
• Die Härte des damaligen Lebens
• Der Fluch der Henkersfamilie
• Der dritte Teil im Buch ist wunderbar, so hätte ich mir das ganze Buch wünschen können
• Ein eindringlicher und hervorragender Prolog
• Das Glossar ist eine letzte Rundung zum lehrreichen Inhalt
• Medizin und Heilkunst
• Landschaft und Stadtleben
• Nöte und die Pest
Kritikpunkte:
• Maria lernen wir von Kindesbeinen her kennen. Mit ihren zunächst 5 Jahren wird vieles verniedlicht und im selben Atemzug wirkt sie andersrum wieder zu reif und klug. Das wirkte für mich gar nicht stimmig.
• Ich hätte Maria gern direkt als erwachsene Frau erlebt und ihre Kindheit nur aus Rückblenden erfahren wollen. (der dritte Teil im Buch ist top!)
• Wenig Nähe und Emotionen zur Handlung.
• Viele Verniedlichungen und zu viele altkluge Gedanken für ein Kind

Die Autorin:
"Astrid Fritz studierte Germanistik und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Als Fachredakteurin arbeitete sie anschließend in Darmstadt und Freiburg und verbrachte mit ihrer Familie drei Jahre in Santiago de Chile. Heute lebt Astrid Fritz in der Nähe von Stuttgart."

Zum Cover:
Das Cover ist eine stimmige Einladung zum atmosphärischen und historischen Roman. Stimmig gewählt und dem Genre entsprechend.

Fazit:
Das Buch lässt mich zurück, mit einem wirklich zwiespältigen Gefühl. Ich bin restlos begeistert über das schriftstellerische Talent der Autorin, aber sehr enttäuscht über die Art der Umsetzung des Geschehens. 3 Sterne vergebe ich für diesen guten, aber doch eher distanzierten historischen Roman mit einer interessanten und ungewöhnlichen Thematik, die viel Wissen und Hintergrund gibt. Ein tolles Buch, leider nicht ganz meinen Erwartungen entsprechend!

  • Kötra

    Beiträge: 64
    01.10.2017

    Ausführliche Rezension.
    Aber wie bist du begeistert vom Talent der Autorin findest das Buch aber schlecht?
    Finde irgendwie das gehört zusammen

Lysann Stephan

Beiträge 2
09.11.2016

Wer historischen Stoff liebt kommt bei diesem Buch auf seine Kosten.Sehr gut und spannend geschrieben.Ich kann es nur empfehlen

MarySophie

Beiträge 12
29.10.2018

    Handlung:

    Maria wird um 1528 als Tochter des Rothenburger Scharfrichters geboren. Zusammen mit ihren beiden Brüdern wächst sie in einfachen Verhältnissen heran und wird schon im Kindesalter damit konfrontiert, dass die Bürger die Henkersfamilie scheuen und meiden. Doch bisher ist Maria noch zu jung, um die Geschichte ihrer Herkunft zu verstehen. Auch über den Beruf des Vaters besitzt sie nur wenige Kenntnisse.
    Dies ändert sich, als sich der Vater dazu entschließt, seine einzige Tochter mit auf eine Hinrichtung zu nehmen. Maria ist entsetzt von den Szenen, die sich vor ihren Augen abspielen. Sie ist fest dazu entschlossen, aus dieser Welt auszubrechen und ein anderes Leben zu führen. Ein Leben, in dem sie zu den normalen Bürgern gehört und sich nicht mehr als Henkerstochter zu erkennen lassen hat. Doch ihre Eltern haben andere Pläne mit der Tochter. Sie planen die Hochzeit von Maria mit dem Freiburger Henker. Wird es Maria gelingen, sich ihrem Schicksal zu entziehen?


    Meinung:

    Seitdem ich das erste Mal den Klapptext gelesen hatte, ging mir der Roman einfach nicht mehr aus dem Kopf. Er hat mich sofort angesprochen und am liebsten hätte ich ihn mir sofort gekauft, um in die Geschichte einzutauchen. Doch erst vor einigen Wochen hatte ich mir den Roman dann tatsächlich gekauft und mich riesig darauf gefreut, endlich mit dem Lesen zu beginnen und mich davon zu überzeugen, ob die Geschichte wirklich so spannend ist, wie ich es mir vorgestellt habe.


    Schon nach wenigen Seiten hat mir die Geschichte gut gefallen und ich habe mich auf das Weiterlesen gefreut. Dazu beigetragen hat besonders die tolle Schreibweise, welche ein flüssiges Lesen ermöglicht hat und die Ereignisse eindrucksvoll dargestellt hat. Außerdem wurden noch Begriffe eingebunden, die aus der Zeit des Mittelalters stammen und dem ganzen Roman viel Authentizität verliehen haben. Alle Begriffe, die heutzutage nicht mehr umgangssprachlich sind, wurden im Glossar erklärt, welches sich am Ende des Romans befindet.


    Meine Erwartungen an dem Roman waren andere. Ich hatte erwartet, dass man als Leser Maria in einem jugendlichen und für die damalige Zeit heiratsfähigen Alter kennenlernt und während dieser Zeit ihren Kampf gegen die gesellschaftlichen Konventionen miterlebt. Doch die Geschichte war anders und hat mich positiv überrascht. Man lernt Maria als kleines Kind von fünf Jahren kennen und kann ihr beim auwachsen und erwachsen werden zusehen. Dabei fand ich es sehr gelungen dargestellt, wie sich das Mädchen verändert hat und reifer geworden ist. Ein Stück lernt man den ersten Teil von Marias Lebensgeschichte kennen, von einem zarten Alter von fünf Jahren, bis zu ihrem 18 Lebensjahr.


    Die Protagonisten fand ich alle sehr lebendig und einzigartig, besonders gefallen hat mir der Einblick in das Leben einer Henkersfamilie mit allen positiven, aber auch negativen Aspekten. Die Dynamik, welche in der Familie von Maria geherrscht hat, empfand ich als authentisch und eindrucksvoll dargestellt. Es wirkte sehr natürlich und nicht gestellt oder zu erfunden.
    Besonders die erwachsenen Charakter sind sich selbst treu geblieben und haben ihre Prinzipien verfolgt. Die kindlichen Personen, allen voran Maria und ihre beiden Brüder haben eine Wandlung vollzogen und verschiedene Phasen durchgemacht, eh sie sich am Ende selbst gefunden haben.


    Astrid Fritz ist es gelungen, das Schicksal einer Henkersfamilie eindringlich wiederzugeben und nicht zu beschönigen. Mir war schon vor dem Lesen des Romans bewusst, dass die Familien gemieden und von dem Volk gefürchtet wurden. Jedoch waren auch viele Aspekte dabei, die mir unbekannt waren, u.a. dass die Henker auch noch diverse andere Aufgaben hatten, u.a. hatten sie die Aufsicht über die Prostituierten in der Stadt und waren dafür zuständig, um tote Tiere zu entsorgen. Auch von der Gesellschaft wurden sie gemieden, durften die Kirchen erst betreten, wenn alle anderen Bürger ihren Platz eingenommen hatten oder durften bestimmte Kneipen gar nicht erst betreten oder mussten viel Abstand zu den anderen Bürgern halten. Hierbei gab es immer wieder Erwähnungen dessen, dass sich kein Henker sein Amt aussuchte, sondern dies vererbt wurde. Diesen Fakt finde ich unglaublich wichtig und musste ihn mir während des Lesens immer wieder selbst vor Augen führen.


    Fazit:
    Meine hohen Erwartungen an den Roman wurden vollkommen erfüllt. Er hat mich nicht nur wunderbar unterhalten, sondern mir gleichzeitig auch neue Fakten vermittelt, die mir vorher unbekannt waren. Ein toller Roman, der eindrucksvoll das Leben einer Scharfrichterfamilie wiedergibt!

    tweedy

    Beiträge 2
    07.06.2018

      Einfach gut!

      Spannend, einfühlsam und mir großer Sachkenntnis beschreibt die Autorin wie schwer das Leben früher war, insbesondere für Frauen.

      Ich mag sehr, dass die Autorin leise Töne anschlägt und so ruhig und sachlich schreibt.

      Das Cover reiht sich nahtlos in die Reihe der anderen Bücher der Autorin ein.

      Chattys Buecherblog

      Beiträge 17
      25.04.2018

        Kurze Not, sanfter Tod. Gnade bei Gott." (Leitspruch der Scharfrichter)

        ***************

        Zum Inhalt:

        Maria wird unfreiwillig, aber doch auch neugierig, Zeugin, wie ihr Vater einen Richtspruch an einem Delinquenten durchführt. Maria kann es mit ihren noch kindlichen Jahren kaum fassen, dass der Vater, den sie über alles liebt, zu solch grausamen Taten fähig ist. Jedoch weiß sie, dass es sein Beruf ist. Denn er ist Scharfrichters.

        Kurze Zeit später zieht die Familie um. Ob dieser überstürzte Umzug etwas mit dem schwarz gekleideten Unbekannten zu tun hatte, dessen Auftauchen ihre Eltern so aus der Fassung gebracht hatte.

        Schon bald treffen sie auf Caspar von Teningen, der auf Wanderschaft ist und Unterschlupf sucht. Auch sein Vater ist Scharfrichter. Maria freundet sich mit Caspar an. Als die Jahre vergehen, und Caspar sie heiraten möchte, steht sie vor der großen Frage, ob sie weiterhin in der Scharfrichters Dynastie leben möchte. Sollten ihre Kinder wirklich das Gleiche erleben und unter den Verspätungen und Ausgrenzungen leiden, so wie sie selbst als Kind.

        ***************

        Meine Meinung:

        Als großer Historienfan lese ich mit Begeisterung Geschichten über Scharfrichter, Henker und Inquisition um 1500. So bin ich auch auf dieses Buch gestoßen und hatte das grosse Glück ein Rezensionsexemplar zu erhalten.
        Bereits mit dem Prolog hatte mich die Autorin fest in der Geschichte gefangen. Spannend und ereignisreich erlebt der Leser das Heranwachsen von Maria. Die Ängste des Mädchens, sowie die Gefühle der Ausgrenzung von den anderen Kindern lassen sich sehr gut nachvollziehen und klingen absolut glaubwürdig. Die Arbeit des Scharfrichter mit all seinen Aufgaben wird sehr detailliert beschrieben, jedoch nie blutrünstig. Durch die beschriebenen Umzüge in andere Städte lässt die Autorin den Leser auch noch etwas an der Schönheit der Natur teilhaben. Aber nicht nur die Natur, auch die Örtlichkeiten, wie z.B. die Wohnhäuser werden sehr gut beschrieben, so dass man sich beim Lesen fast ein bisschen als Zuschauer fühlt. Zuschauer eines Historienfilms.

        Leider konnte der Spannungsbogen nicht bis zum Schluss aufrecht gehalten werden. Viel zu schnell und zu einfach wird das Ende beschrieben, so dass ich am Schluss etwas enttäuscht zurück geblieben bin.

        ***************

        Fazit:

        Ein tolles, spannendes und unterhaltsames Buch, das in den letzten Seiten leider etwas abflaut. Deshalb vergebe ich auch nur 4/5 Sternen.

        Mademoiselle Cake

        Beiträge 2
        31.10.2017

          "Henkersmarie" von Astrid Fritz ist ein historischer Roman, der mich wieder mal überzeugt hat.

          Ich bin ja sonst mit Geschichte nicht so ganz befreundet, aber des öfteren durfte ich schon feststellen, dass, wenn Geschichte in einen guten Roman gepackt wird, auch ich mich dafür sehr interessiere.

          In "Henkersmarie" geht es um das Leben einer Henkersfamilie - was, wie man sicher weiß, nicht immer einfach war.

          Astrid Fritz schafft es, in Bildern zu erzählen, die Geschichte spannend zu halten und den Leser nicht zu enttäuschen. Die Geschichte ist sehr gut recherchiert.

          Der Schreibstil ist flüssig und einfach und doch sehr interessant gestaltet. Die Schilderungen über die Aufgaben von Marias Vater haben mich schon manchmal ganz schön mitgenommen. Aber auch alles andere lies in meinem Kopf Bilder entstehen, die die Geschichte begleitet haben.

          Ich finde das Nachwort und das Glossar sehr gut. Eine Karte hätte auch noch Platz gefunden.

          Wer historische Romane also mag, der sollte sich diesen nicht entgehen lassen!

          ©2015

          Jackdeck

          Beiträge 44
          06.08.2017

            Der Schreibstil von Astrid Fritz hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt für einen historischen Roman sehr locker und daher lässt sich das Buch sehr angenehm lesen. Sie schreibt sehr bildhaft und bringt viele Informationen rein, ohne dass es anstrengend oder ähnliches wird.

            Man erfährt hier viel über die Geschichte der Henker. Ich fand dies unglaublich interessant, da ich immer dachte, dass es Henker böse Menschen waren. Aber dies stimmt überhaupt nicht, da sie sich den Beruf nicht aussuchen konnten. Man erfährt außerdem was noch hinter dem Beruf steckt und wie das Leben eines Henkers aussieht. Ich fand dies spannender, als gedacht.

            Die Protagonistin Maria hat mir gut gefallen, sie ist sehr authentisch dargestellt und ich fand sie von Anfang an sympathisch. Im Laufe der Geschichte macht sie eine unglaubliche Entwicklung durch und sie wächst über sich hinaus. Mir hat dieser historische Roman, aus der Feder von Astrid Frtz, ausnehmend gut gefallen. Sei es ihr einfacher, aber trotzdem packender Schreibstil, ihre hervorragende Recherche bei den historischen Tatsachen oder ihre glaubhaften Beschreibungen der Protagonisten, wie auch der Orte des Geschehens.
            Eine absolute Leseempfehlung an die Freunde von historischen Erzählungen.
            Meine persönliche Beurteilung, fünf Sterne und die Hoffnung auf eine Fortsetzung der "Henkersmarie".

            brigitte_schreiter

            Beiträge 70
            10.06.2017

              Das Henkerswesen im 16.Jahrhundert von der Bestsellerautorin Astrid Fritz.
              Sie beschreibt das Leben einer Henkersfamilie, fam. Vollmer. Die geschichte ist gut recherchiert. Es handelt in Rothenburg ob der Tauber. Der leser wird mit in die vergangene Zeit genommen. Man erfährt viel über den Beruf. Henker zerbrachen nicht selten daran und verfielen den Alkohol. Die Sprache ist der damaligen Zeit angepasst.
              Für miich war es nicht so das richtige, ich konnte nicht warm werden mit dem Buch.

              Jonas

              Beiträge 37
              05.05.2017

                Ich habe mir nach langem hin und her dieses Buch gekauft.Es ist ein wirklich Spannend und Fesselndes Buch. Einmal angefangen zu lesen und ich muss sagen ich hätte es am liebsten auf einmal gelesen. Spitze geschrieben und sehr zu empfehlen .

                Herzblatt

                Beiträge 38
                21.03.2017

                  In diesem Buch spielt die Henkersfamilie Vollmer eine große Rolle. Marie wächst neben ihren Brüdern Veit und Jonathan als Mittlere der Kinder heran und schon früh erfährt sie, was es heißt eine Außenstehende zu sein. Um den Henker und seine Familie macht man einen großen Bogen.Marie leidet sehr darunter.
                  Die Bücher von Astrid Fritz lese ich sehr gern, da sie richtig spannend geschrieben sind.

                  nonchalance

                  Beiträge 10
                  12.03.2017

                    Die Bücher der Schriftstellerin Astrid Fritz lese ich sehr gern, da sie gut recherchiert sind und richtig spannend geschrieben.

                    In diesem Buch spielt die Henkersfamilie Vollmer eine große Rolle. Marie wächst neben ihren Brüdern Veit und Jonathan als Mittlere der Kinder heran und schon früh erfährt sie, was es heißt eine Außenstehende zu sein. Um den Henker und seine Familie macht man einen großen Bogen.Marie leidet sehr darunter.
                    Die Geschichte um das Leben der Henkersmarie, ihrer Vorstellungen, Leiden und Gedanken ist wunderbar geschrieben.

                    Dandy

                    Beiträge 51
                    11.03.2017

                      Inhalt übernommen:

                      Das Henkerswesen im 16. Jahrhundert: Bestsellerautorin Astrid Fritz wagt sich an ein faszinierendes Thema. Wer «Die Hexe von Freiburg» liebte, wird diesen Roman verschlingen!
                      Eine Henkerstochter auf der Flucht vor ihrem Schicksal
                      Rothenburg ob der Tauber, um 1540. Maria wächst als Tochter eines Scharfrichters in einer schäbigen Gasse heran. Dem Mädchen ist der Beruf des Vaters eine fremde Welt. Nur zu deutlich spürt sie, dass sie gemieden wird - gelten Henker und ihre Familien doch als "Unehrliche", mit denen man nicht in Berührung kommen soll.
                      Als sie alt genug ist, nimmt ihr Vater sie zum ersten Mal zu einer Hinrichtung mit. Danach schwört sie sich, die Henkerswelt für immer hinter sich zu lassen, sobald sie erwachsen ist. Aber ihre Eltern haben andere Pläne: Sie soll den Sohn und baldigen Nachfolger des Freiburger Henkers heiraten. Bleibt ihr nur die Flucht?

                      Meinung:
                      Henkersmarie war mein erster historischer Roman. Bisher habe ich mich noch nicht an Themen aus dem 16. Jahrhundert gewagt.
                      Die Geschichte ist sehr interessant geschrieben und man erfährt sehr viel aus dem Leben unserer Vorfahren. Welche Berufe hatten sie , wie haben sie gelebt. - alles sehr interessant.
                      Ich bin gleich in die Geschichte hinein gekommen und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

                      Kötra

                      Beiträge 64
                      06.03.2017

                        Spannend erzählt Astrid Fritz die Henkerszeit im 16. Jahrhundert.
                        Wie in all ihren Romanen, die ich bereits gelesen habe, erzählt sie spannend und realistisch über das Leben einer in einer Henkersfamilie.
                        Super recherchiert und klasse geschrieben!

                        a. unicorn

                        Beiträge 13
                        eine Antwort 03.03.2017

                          Ein toller historischer Roman. Man kann verstehen warum Marie keinen Henker heiraten möchte. Ich mein wer möchte das schon. es ist interessant und packend und ich fühle mit ihr. Was würdet ihr machen flüchten oder Heiraten ?

                          • Kötra

                            Beiträge: 64
                            01.10.2017

                            Ich finde das Buch auch super.

                            Hmmmmm vermutlich auch flüchten...

                          Flottfrau

                          Beiträge 2
                          15.02.2017

                            Ein klassischer historischer Roman,flüssig und detailliert gut geschrieben.Mich haben aber teilweise die dunklen Beschreibungen abgeschreckt,obwohl mir bewusst ist dass es wohl in dieser Zeit etwas roher zugegangen ist.Die Schauplätze sind gut beschrieben und auch das Frauenbild der damaligen Zeit wird klar .

                            Leseratte_ohne_Grund

                            Beiträge 55
                            05.02.2017

                              Es handelt sich um ein sehr interessantes Buch. Es zeigt uns wie es war damals als Frau zu leben. Sie musste viel durchmachen und hatte keine eigene Meinung. Sie müsste machen was die Eltern wollen. Sie hatte nur noch eine Möglichkeit....
                              Flucht oder Heiraten?
                              Ich selbst würde nicht in der Zeit leben wollen da es mir nach diesen Buch gelesen habe.

                              Katiii_liest_gern

                              Beiträge 45
                              eine Antwort 02.02.2017

                                Die Bücher der Schriftstellerin Astrid Fritz lese ich immer wieder gerne, weil sie meiner Meinung nach auf einer guten Recherche beruhen und nicht nur Liebesgeschichte mit ein bisschen Historie sind, wie es häufig bei historischen Romanen der Fall ist.Viele Bücher der Autorin sind in Süddeutschland angesiedelt,Freiburg ist dabei ein beliebter Ort. Auch in diesem Roman kommt Freiburg im Breisgau vor, doch nur als Nebenschauplatz.

                                Dieses Buch hat seinen Ausgang in Rothenburg ob der Tauber , in der die Henkerfamilie Vollmer eine große Rolle spielt. Marie ,die Protagonistin dieses Romans, wächst neben ihren Brüdern Veit und Jonathan als Mittlere der Kinder heran und erfährt schon früh, was es heißt eine Außenstehende zu sein. Denn der Henker und seine Familie sind " Unehrliche " , haben keine Bürgerrechte und sind vom Volk gefürchtet. Man macht einen großen Bogen um sie ,viel Aberglauben rankt um ihren Beruf und die Kinder haben es schwer aus dieser Schicht herauszukommen. Oft " erben " die Söhne den Beruf des Vaters und die Töchter heiraten auch innerhalb dieser Schicht. Genau dies macht Marie sehr zu schaffen, vor allem als sie älter wird. Sie leidet sehr darunter ausgegrenzt zu werden und ein dunkles Geheimnis , das um die Mutter rankt, zwingt die Familie immer wieder umzuziehen und so zieht sie von Rothenburg nach Hall und später nach Basel.Aber überall erfährt die Familie Ausgrenzung und die Kinder haben es schwer Freunde zu finden.
                                Veit der älteste Sohn folgt seinem Vater in seinen Beruf und stellt sich nicht nur geschickt an, sondern scheint auch keine Gewissensbisse bei seiner Arbeit zu haben, Jonathan, der Jüngste , wird ein sehr guter Schüler und schafft es durch die Fürsprache seiner Lehrer auf eine Universität. Doch Marie bleibt nur die Heirat mit einem Henker, Abdecker oder Kloakenreiniger, Berufe , die dem Henker gleichgestellt sind.Sie hadert mit ihrem Schicksal und versucht ihren eigenen Weg zu gehen.

                                Wie immer schreibt die Autorin flüssig und spannend und lässt den Leser Einblick nehmen in die vergangene Zeit , hier in das Henkerwesen des 16. Jahrhunderts. Man erfährt sehr viel über diesen Beruf, aber eben auch , was es für deren Familien bedeutete. Was mich sehr gefreut hat und was die Autorin auch in einem Nachwort anmerkt, ist die Tatsache, dass der Beruf des Henkers keineswegs von gefühlskalten und brutalen Menschen ergriffen wurde, sondern dass es häufig eine Familientradition war den Beruf des Vaters zu ergreifen und eine Schwierigkeit aus diesem sozialen Gefüge auszubrechen. Henker waren häufig sensible Menschen , die nicht selten an ihrem Beruf zerbrachen und dann dem Alkohol verfielen. Auch kannten sie sich häufig in medizinischen Dingen und der Kräuterkunde aus, um den Deliquenten auf diese Weise das Sterben zu erleichtern, indem sie ihnen einen Trunk verabreichten oder vorher das Genick brachen. Auch der hier agierende Henker Vollmer , verdingte sich nebenbei als Wundarzt und seine Frau mixte Salben und Tinkturen.

                                Die Sprache in diesem Roman ist der damaligen Zeit angepasst und so ist es eine Hilfe, dass es am Ende des Buches ein Glossar mit den Begriffen der damaligen Zeit gibt , indem der Leser nachschauen kann , wenn ihm ein Wort fremd ist. Auch die einzelnen Personen in dieser Geschichte agieren der Zeit entsprechend und so kann man abschließend sagen, dass es ein überzeugender historischer Roman ist, der einer guten Recherche zugrunde liegt, was man auch merkt.

                                Mir hat dieses Buch von Astrid Fritz wieder sehr gut gefallen und freue mich schon jetzt auf ihr neues Buch, dass noch in diesem Jahr erscheinen wird.

                                • Kötra

                                  Beiträge: 64
                                  01.10.2017

                                  Sehe ich auch so :)

                                Sarahsbuecherwelt

                                Beiträge 13
                                eine Antwort 07.11.2016

                                Umsetzung überzeugt mich weniger. Eher schwer zu lesen, trotz einfachen Worten. Viele Fakten, viele Namen und leider nicht meins.

                                • Kötra

                                  Beiträge: 64
                                  01.10.2017

                                  Das geht mir irgendwie nie so bei Fritz