Brigitte Riebe

Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus

Drei Schwestern und ein Kaufhaus am Ku'damm: Der Auftakt zur großen 50er-Jahre-Trilogie.
Berlin, 1945: Das Kaufhaus Thalheim liegt in Trümmern, die Männer der Familie sind versehrt. So beginnt die Stunde der Thalheim-Töchter, die den Wiederaufbau selbst in die Hand nehmen. Rike, die Älteste, entpuppt sich als gewiefte Geschäftsfrau. Ganz anders ihre Schwester Silvie, die sich nur für das Vergnügen interessiert. Nach Währungsreform und Gründung der BRD geht es endlich aufwärts, doch die neuen Zeiten bringen neue Probleme: Florentine, die Jüngste, entwickelt sich zum Enfant terrible. Als ein dunkles Geheimnis zutage tritt, das ein unrühmliches Licht auf das Kaufhaus wirft, müssen die Schwestern erkennen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist …


Autorenbild Foto von Brigitte Riebe

Der  Autor

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.


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Rezensionen

tinstamp

Beiträge 27
31.10.2018

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Berlin 1945. Der Zweite Weltkrieg ist offiziell vorbei, doch die Menschen leiden noch sehr an den Nachwirkungen. Hunger und Elend sind weitverbreitet und die Stadt ist von den Siegermächten besetzt. Familie Thalheim, einst Besitzer eines der größten Kaufhäuser Berlins, muss ihre Villa ebenfalls räumen, die von den Russen beschlagnahmt wurde. Begründer des Kaufhauses, Friedrich Thalheim, ist in russischer Gefangenschaft, Sohn Oskar im Krieg verschollen. Seine erste Frau Alma starb bereits 1932 bei einem Autounfall. Claire, seine zweite Frau und die gemeinsame Tochter Florentine, leben mit den älteren Töchtern Rike und Sylvie in der ehemaligen Wohnung der Großmutter in Charlottenburg.
Ulrike, genannt Rike, die Älteste der Thalheim-Schwestern, um die sich der erste Band der Trilogie dreht, träumt davon das Kaufhaus wieder aufzubauen und den Frauen nach den Entbehrungen neue modische Kleidung anzubieten. Doch noch haben die Menschen kein Geld für "Luxusartikel" und Stoffe sind ebenso schwer zu bekommen, wie Strickwaren. Trotzdem hungern die Berlinerinnen nach all den Entbehrungen des krieges ebenso nach den schönen Dingen des Lebens. Mit Hilfe von Miriam, einer Jüdin, die als U-Boot den Krieg überlebt hat, beginnt Rike in der verwahrlosten Wohnung ihrer Großmutter zu nähen und neue Modelle zu entwerfen. Als Friedrich Thalheim aus der Gefangenschaft entlassen wird, steht Rike vor einem weiteren Problem, denn ihr Vater nimmt sie geschäftlich nicht ernst. Er ist ein Mann der alten Schule, ein Patriarch, der sowohl seinen politischen Ansichten treu bleibt, als auch seinem Denken Frauen gegenüber. Doch dies bleibt nicht die einzige Hürde für Rike, denn ein Brief aus der Schweiz und das Tagebuch ihrer Mutter sorgen für weitere Verwicklungen in ihrem Leben.

Rikes lebenshungrige Schwester Sylvie ist ihr beim Wiederaufbau anfangs keine große Hilfe, denn diese hat nur Männer und Musik im Sinn. Mit ihrer rauchigen Stimme verdreht sie nicht nur den Soldaten den Kopf, sondern setzt ihre Attraktivität ebenso am Schwarzmarkt ein.
Die Jüngste, Halbschwester Florentine, steckt mitten in der Pubertät und hat jede Menge Unsinn im Kopf. Dabei ist sie aber auch ein Freigeist und liebt das Zeichnen und Malen.
Die verschiedenen Charaktere sind großartig ausgearbeitet und stimmig. Ich hatte jeden Einzelnen von ihnen vor Augen.

Brigitte Riebe gelingt es wieder großartig, die damalige Zeit einzufangen und fesselt mit ihrem ausdrucksstarken Schreibstil. Sie bringt wichtige Themen der Nachkriegszeit, wie die Berlin-Blockade, die Währungsreform, das Leben der Trümmerfrauen und die verschiedenen Besatzungszonen, die Berlin immer mehr in Ost- und West teilt, in ihre Geschichte rund um die Thalheims ein und verpackt es zu einem großen Ganzen. Die Autorin hat die Zeit des Wiederaufbaus hervorragend recherchiert und bringt sie dem Leser anschaulich nahe. Man fiebert mit den Charakteren mit und erlebt die Nöte der Einwohner der in vier Zonen geteilten Stadt Berlin. Brigitte Riebe hat die Gabe diese Zeit wirklich fesselnd und authentisch zu erzählen und versteht es den Leser damit in den Bann zu ziehen.

Einzig Rikes Liebesgeschichte konnte mich nicht zu 100% überzeugen. Hier fehlte mir einfach das gewisse Etwas. Dies ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt am Roman, der mich sonst wirklich fesseln konnte.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist ausdrucksstark, flüssig und atmosphärisch. Man taucht von der ersten Seite an sofort in ihre Geschichten ein und erst nach dem letzten Satz wieder auf. Sehr anschaulich schildert sie die politischen Geschehnisse der Nachkriegszeit.
Am Ende des Buches gibt es eine detaillierte Zeittafel des berlins von 1945 bis 1951.

Fazit:
Ein toller Auftakt einer Trilogie, die die schwere Zeit nach dem Krieg und den Wiederaufbau schildert. Verwoben mir einer Familiengeschichte rund um die Thalheim Schwestern wird hier Zeitgeschichte lebendig. Ich freu mich schon auf den nächsten Band.

kelo24

Beiträge 9
11.11.2018

Die Schwestern vom Ku’damm - Jahre des Aufbaus – ist der erste Band einer Trilogie.
Im Mittelpunkt steht die Familie Thalheim, die in Berlin ein großes Kaufhaus betreiben, das 1932 als prächtiger Bau mit Glasdach errichtet worden ist.
13 Jahre später liegt es wie der Großteil von Berlin in Schutt und Asche. Vom Vater gibt es kein Lebenszeichen und Bruder Oskar gilt als vermisst. Die Thalmann-Frauen kämpfen wie viele andere auch um das blanke Überleben. Rike, die älteste Schwester hat dabei die Verantwortung für die Restfamilie übernommen. Dazu gehören neben Sylvie, ihrer Schwester, auch Claire, die 2. Ehefrau Thalheims, sowie das Nesthäkchen Florentine. Rike träumt trotz des herrschenden Mangels an allem schon wieder vom Wiederaufbau des Kaufhauses. Sie schafft es zusammen mit ihrer Freundin Miri neben ihrer Arbeit als Trümmerfrau durch den Verkauf von Lumpenkleidern ein bescheidenes Einkommen zu erzielen. Sylvie will vor allem eins: feiern und leben, mausert sich aber darüber hinaus zur erfolgreichen Feilscherin auf dem Schwarzmarkt und trägt so auch ihren Teil zum Familienüberleben bei.
Die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt und auch fasziniert, zeigt sie doch wieder, wozu Menschen in der Lage sind und welche ungeahnten Energien doch in Zeiten widriger Umstände frei gesetzt werden können. Der historische Hintergrund war gut recherchiert und sehr realistisch wiedergegeben. Ähnliche Berichte vom Leben nach dem Krieg kenne ich von meinen Eltern und Großeltern. Die politische Entwicklung begleitend zur Familiengeschichte mitlaufen zu lassen fand ich stimmig, da das Hauptaugenmerk immer bei den Thalheims blieb.
Insbesondere Rike und Sylvies Charaktere haben mir sehr gut gefallen, vielleicht gerade wegen ihrer Gegensätzlichkeit. Es war schön mitzuerleben, wie beide sich über die Jahre weiterentwickelt haben. Vor allem Rike, die jahrelang ihre eigenen Bedürfnisse zugunsten der Familie immer hintenan gestellt hat, behauptet sich ihrem Vater gegenüber und entdeckt, dass auch sie Anrecht auf ein eigenes Glück hat.
Was „grau in grau“ begonnen hat endet farbig und macht Hoffnung. Dieses Buch verdient auf jeden Fall 5 Sterne.
Sehr schade ist nur, dass die Wartezeit bis zur Fortsetzung so lange dauert..

leseratte1310

Beiträge 25
eine Antwort 11.11.2018

Es liegen so wenige Jahre zwischen der Neueröffnung des aufwendig umgebauten Kaufhauses Thalheim & Weisgerber und dem Ende des Krieges, als eben dieses Kaufhaus nur noch eine Ruine ist. Der Krieg ist zu Ende, doch es fehlt an allem und die Menschen hungern. Aber da ist auch die Hoffnung auf bessere Zeiten und der Hunger das nachzuholen, was in den letzten Jahren nicht möglich war. Auch bei den Thalheims hat der krieg Spuren hinterlassen. Friedrich Thalheim und sein Sohn Oskar werden vermisst. Die Wertheims mussten schon früh Deutschland verlassen. Nun werden auch noch die restlichen Familienmitglieder von den Russen aus ihrer Villa vertrieben. Sie können nur wenig mitnehmen, aber zwei Nähmaschinen bilden die Grundlage für einen Neuanfang. Die älteste Tochter Rike will das Kaufhaus wiederaufbauen.
Mit diesem Buch startet die 50er-Jahre-Trilogie der Autorin Brigitte Riebe. Wieder einmal bin ich begeistert von dem fesselnden und authentisch Schreibstil der Autorin.
Auch die Personen sind sehr gut und lebendig beschrieben. Rieke setzt trotz der schweren Arbeit als Trümmerfrau alles daran, das Kaufhaus wiederaufzubauen. Unterstützt wird sie von ihrer Freundin Miriam. Aber ihre Schwestern Silvie und Florentine haben ihre eigenen Vorstellungen vom künftigen Leben. Dann kommt Friedrich zurück, der seine Tochter nicht ernst nimmt. Daher interessiert es ihn auch nicht, woher die Mittel für das Geschäft kommen
Es ist interessant und spannend in jene Zeit nach dem Krieg einzutauchen. Die Not ist immer noch groß, aber der Schwarzhandel blüht. Es ist aber auch eine Zeit, in der die Frauen anpacken mussten, da viele Männer im Krieg geblieben oder in Gefangenschaft waren. Es war nicht einfach für sie, bot ihnen aber auch die Möglichkeit, sich zu emanzipieren und ihren Weg zu gehen. Die Währungsreform kommt und Westberlin wird abgeschnitten von den westlichen Zonen Deutschlands. Es ist nur den Rosinenbombern zu verdanken, dass die Menschen überleben können.
Mir hat dieser historische Roman gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Folgebände.

  • AnneMF

    Beiträge: 39
    15.02.2019

    Ein Buch das ich unbedingt nach meinem Urlaub lesen möchte. Das waren schlimme Zeiten für die Frauen nach dem Krieg. Bewundernswert wie sie Berlin mithalfen es wieder aufzubauen. Ich will es lesen.

eiger59

Beiträge 6
07.11.2018

Entbehrungen und erste Hoffnungen auf eine bessere Zukunft

„Jahre des Aufbaus“ ist der gelungene Auftakt der großen 50er Jahre -Trilogie „ Die Schwestern vom Ku‘damm“ der promovierten Historikerin Brigitte Riebe. Die Reihe erscheint bei Rowohlt Wunderlich.
Für mich war es das erste Buch der Autorin; ich bedanke mich bei der Buchboutique, die mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

Angesiedelt ist die Handlung im Berlin der Nachkriegszeit von 1945 und 1951. Das Buch erzählt von den drei Thalheim-Schwestern Ulrike, genannt Rike, Silvie und Florentine.

In jedem Teil wird eine andere Schwester im Mittelpunkt stehen. Im ersten Teil geht es um Rike, die eine große Rolle für den zukünftigen Weg ihrer Familie spielt.
Mit dem Kriegsende stehen sie vor den Trümmern ihrer Existenz. Das schöne Modekaufhaus Thalheim, dessen Eröffnung 1932 im Prolog geschildert wird, ist von Bomben vernichtet. Nur Ruinen zeugen noch von seiner Existenz. Der Vater, der noch zum Volkssturm eingezogen wurde, wird vermisst. An ihrer Seite ist noch die junge Französin Claire, die zweite Frau des Vaters und Mutter von Florentine.

Alle vier verzweifeln nicht, sonder nehmen den Kampf für ein besseres Leben auf. Arbeit schreckt sie nicht ab und sie packen als Trümmerfrauen mit an. Durch einen Zufall begegnen sie Miriam, der Tochter ihrer jüdischen Direktrice. Ihr ist es gelungen unerkannt im Berliner Untergrund zu überleben.
Es ist wunderbar zu lesen, wie es Brigitte Riebe gelingt mit wenigen Sätzen Situationen und Personen treffsicher zu beschreiben. Man fühlt mit ihren Protagonistinnen deren Träume, Ziele und Ängste. Als Leser kann man sich dank der anschaulichen Schilderungen das zerstörte Berlin und die Sorgen der Menschen vorstellen. Der Roman fesselt von Beginn an und liest sich leicht.

Die fünf Frauen sind sehr unterschiedlich. Jeder trägt mit ihren Fähigkeiten zum Überleben bei. Rike verliert dabei ihren Traum vom Wiederaufbau des Kaufhauses nie aus den Augen. Sie ist die Vernünftige, die die Familie zusammen hält. Ihr gelingt es mit Hilfe der Beziehungen ihres Onkel Carls, der ein entschiedener Gegner des dritten Reichs war und seine berufliche Karriere als Staatsanwalt unter den Nazis aufgegeben hat, den Vater freizubekommen. Doch Friedrich Thalheim ist nicht mehr der alte. Es fällt ihm schwer sich in der Nachkriegszeit einzuleben.
Die lebensfrohe und etwas leichtlebige hübsch Silvie entwickelt ungeahnte Talente auf dem Schwarzmarkt, um Nützliches für die Familie zu erwerben oder zu tauschen. Später macht sie Karriere beim Rundfunk.
Claire, eine zierliche Frau, wird zu einer zupackenden Trümmerfrau und Miriam, die einen kaputten Rücken hat, träumt nicht nur von Mode, sondern näht aus allem, was man auftreiben kann, Bekleidung für die Frauen.

Mit ihrer Hilfe und alten Geschäftskontakten ihres Vaters gelingt es Rike ein kleines Geschäft zu mieten und erste Stücke anzubieten. Auch ihr durch den Krieg unterbrochenes Studium wird sie noch abschließen. Sie ist zielstrebig und vernünftig. Das Glück der großen Liebe erlebt sie mit dem Italiener Alessandro.

Ein Brief aus der Schweiz, wo der verstorbene Großvater lebte, bringt Rike ihrem Traum vom Kaufhaus näher. Aber auch ein Familiengeheimnis, von dem sie nichts ahnte, wird ihr Schicksal verändern. Doch es bleibt nicht das einzige Geheimnis der Familie Thalheim.

Brigitte Riebe erzählt eine spannende Geschichte mit so vielen unterschiedlichen Facetten, die den Leser nicht mehr los lässt. Dabei schildert sie nicht nur die entbehrungsreiche Nachkriegszeit und die Anfänge des Wiederaufbaus, sondern bezieht auch die politische und wirtschaftliche Entwicklung in Berlin gekonnt in die Handlung ein. Die Währungsreform 1948 wird herbei gesehnt, doch wie sie im westlichen Teil Berlins tatsächlich umgesetzt wird, ist ganz anders als erwartet. Das ist nur ein Beispiel, wie es die Autorin versteht, reale Ereignisse mit historischem Wissen und einer spannenden Geschichte zu kombinieren, ohne den Leser zu belehren. Es ist Unterhaltung auf hohem Niveau.
Ein großartiger, fesselnder und gefühlvoller Roman, der den Leser schon mit dem ersten Band verzaubert und in seinen Bann zieht, ist Brigitte Riebe gelungen.

Man darf gespannt sein, wie das Leben für die drei Schwestern weitergeht.
Die chronologische Zeittafel der Geschichte Berlins in den Jahren 1945 bis 1950 am Schlusse des Buches rundet die Erzählung perfekt ab und hilft dem Leser bei Einordnen der geschilderten Ereignisse.

Mit großer Spannung und Vorfreude warte ich auf die noch folgenden beiden Bände. Die Fortsetzung für den Juli 2019 avisiert.
Aus meiner Sicht ist der erste Band dieser Familiensaga sehr gut gelungen und ich gebe eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Bücherratte36

Beiträge 14
06.11.2018

Im Juni 1939 feiert Friedrich Thalheim mit seinem Geschäftspartner Markus Weisgerber am Kurfürstendamm, besser bekannt als Ku´damm, sein Modehaus Thalheim. Noch glamouröser und exquisiter als je zuvor. Die älteste Tochter Ulrike „Rieke“ ist hell auf begeistert und kann sich nichts Schöneres vorstellen, als dieses Modehaus einmal weiterzuführen. Allerdings kommt es anders als erhofft.1939 beginnt der zweite Weltkrieg und dieser zerstört nicht nur Riekes Pläne. Als 1945 der Krieg für beendet erklärt wird, ist von der glanzvollen Stadt Berlin nicht mehr viel übrig. Wo hin man auch sieht stehen Ruinen oder liegt Schutt und Asche Selbst das Modehaus Thalheim hat das Kriegsszenario nicht überstanden und ist dem Erdboden gleich gemacht. Aber Rieke wäre nicht Rieke, wenn sie ihren Traum von damals nicht aufrechterhalten hätte: sie möchte das Modehaus wiederaufbauen. Wird sie es schaffen und welche Spuren hat der Krieg bei der Familie Thalheim hinterlassen? Begeben sie sich auf eine sehr bewegende und spannende Zeitreise über die Familie Thalheim…


Die Schwestern vom Ku´damm „Jahre des Aufbruchs“ von Brigitte Riebe ist der Auftakt einer Trilogie über die Modehausfamilie Thalheim.

Auf einfühlsame Art und Weise erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Thalheim und ab der ersten Seite lässt sie den Leser in die Geschehnisse ein- und abtauchen. Sofort merkte ich, wie akribisch und detailliert Brigitte Riebe diese Handlung ausgearbeitet hat. Angefangen bei den Charakteren, die sehr lebensnah und authentisch wirkten.

Friedrich Thalheim, ist nicht nur Vater, sondern war auch Chef des Modehauses Thalheim. Nach Kriegsende änderte dies sich und Rieke übernahm seine Position. Aber so ganz raushalten will und kann er nicht.

Ulrike „Rieke“ Thalheim, ist die älteste Tochter von Friedrich Thalheim. Früh weiß sie schon, wohin ihr Weg sie führen wird. Selbst der Krieg und zahlreiche Rückschläge halten sie nicht davon ab, ihr Ziel und Wünsche zu verwirklichen. Eine sehr selbstbewusste und starke Persönlichkeit.

Silvie ist da schon etwas anders. Sie ist lebenslustig und möchte ihr Leben einfach nur in vollen Zügen genießen. Vom Modehaus möchte sie nicht viel wissen. Lieber arbeitet sie als Ansagerin beim Radio, aber dennoch unterstützt sie Rieke, wo sie nur kann.

Flori, die jüngste Tochter ist im Laufe der Zeit ein kleiner Rebell geworden und von Schule hält sie nicht sehr viel. Ihr größtes Hobby ist Zeichnen und Malen, aber viel lieber geht sie zum Demonstrieren auf die Straße.

Miriam „Miri“ ist die beste Freundin von Rieke und jüdischer Herkunft. Dank ihres Überlebungswillen hat sie es geschafft den Kriegswirren zu trotzen. Jetzt hilft sie Rieke bei ihrem Neuanfang und entwirft und näht was die Stoffe hergeben.

Die Handlung ist so perfekt ausgearbeitet worden, so dass hier leicht der Eindruck entsteht, dass diese sich zwischen 1945 und 1950 genauso in Berlin abgespielt hat. Brillant hat Brigitte Riebe eine fiktive Geschichte mit historischen Zeitgeschehen miteinander verwebt. Wow und Hut ab, vor dieser Leistung. Diese Zeitreise nicht nur interessant, sondern bewegend, einfühlsam und spannend zugleich. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass innerlich ein Film abläuft. Immer wieder sieht man das Elend des Krieges, die Verzweiflung in den Augen oder hört sogar die Bomben explodieren. Selbst die Hungersnot nach dem Krieg kann man spüren oder man hört wie die Rosinenbomber im Minutentakt über Berlin fliegen. Eine furchtbare Zeit und ich bin froh, dass mir diese Zeit erspart geblieben ist.

Dieses Buch konnte ich nicht ohne weiteres aus der Hand legen, denn nicht nur die Kriegsjahre waren spannend, sondern auch der Wiederaufbau von Berlin und dem Modehaus. Rieke hat bewiesen, dass man fast alles schaffen kann, wenn man daran glaubt und die richtigen Menschen hat, die einen dabei tatkräftig unter die Arme greifen. Auch wenn das Modehaus im Vordergrund stehen mag, geht es in diesem Roman auch um andere Themen wie z.B. Vertrauen, Freundschaft, Verlust, Liebe und ein Familiengeheimnis, dass Rieke belastet. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

Schade, dass der zweite Band noch auf sich warten lässt, denn am Liebsten hätte ich die Geschichte weitergelesen.


Am Ende dieses Buches befindet sich eine chronologische Zeittafel von den Jahren 1945 bis 1950, die die Geschichte von Berlin wiederspiegelt. Danke dafür!


Für mich war der Auftakt dieser neuen Reihe authentisch, bewegend, interessant, unterhaltsam und spannend zugleich. Eine brillante Geschichte über die Familie Thalheim und mit großer Vorfreude warte ich auf den zweiten Teil.

nati

Beiträge 18
06.11.2018

Berlin in der Nachkriegszeit
Der erste Band um die Thalheim Schwestern umfasst die Jahre 1945 – 1951, wobei der Prolog im Jahre 1932 spielt. Stolz präsentiert Friedrich Thalheim seiner Familie das neu gestaltete Kaufhaus Thalheim & Weisgerber, für dessen Umbau er und Markus Weisgerber große finanzielle Risiken auf sich genommen haben. Doch im Jahr 1945 liegt das Kaufhaus in Schutt und Asche.

Familie Weisgerber hat Deutschland kurz vor dem Krieg verlassen. Friedrich Thalheim und sein Sohn Oskar sind vermisst. Die schöne Villa der Thalheims wurde von den Russen beschlagnahmt. Die Thalheim Schwestern Rike, Silvie und die Halbschwester Florentine sowie Claire, die zweite Frau von Friedrich Thalheim verlassen die Villa nur mit dem nötigsten und ihrem größten Schatz – zwei Nähmaschinen. Um größere Lebensmittelrationen zu bekommen, lassen sie sich als Trümmerfrauen registrieren. Rike bleibt nichts anderes übrig, als die Geschicke des Unternehmens zu übernehmen.

Als Leser begleiten wir die Familie Thalheim durch die ersten Jahre der Nachkriegszeit, erleben den Hunger, die Kälte sowie die Teilung von Berlin in vier Sektoren. Die Währungsreform tritt in den Westzonen Deutschlands und Berlins in Kraft und die Sowjetische Militäradministration sperrt alle Land- und Wasserwege zwischen Berlin und den westlichen Besatzungszonen, die Blockade hat begonnen, das Leben in Berlin wird nur durch die einzigartige Luftbrücke erhalten.

Geschickt hat Brigitte Riebe das Leben der Familie Thalheim mit den historischen Ereignissen in Berlin verwoben. Sie hat Erinnerungen an die Nachkriegszeit wieder aufleben lassen und sehr anschaulich geschildert, so dass man dankbar sein kann, heute zu leben. Sehr interessant und hilfreich, fand ich die Zeittafel am Ende des Buches.

Das Buch hat mich gefangen genommen und mir angenehme Lesestunden bereitet, so dass ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung freue.

Tara

Beiträge 10
04.11.2018

Gut recherchierter historischer Roman mit tollen Charakteren

„Die Schwestern vom Ku`damm“ Jahre des Aufbaus“ ist der erste Band der 50-er Jahre Trilogie von der Historikerin und Autorin Brigitte Riebe.

Nachdem 1932 das luxuriöse Modehaus Thalheim und Weisgerber eröffnet wurde, ist nach dem zweiten Weltkrieg nichts mehr davon übrig, da es durch einen Bombenangriff zerstört wurde. Rike, die älteste der drei Thalheim Schwestern, hat schon immer davon geträumt, das Kaufhaus zuführen und beginnt entschlossen und tatkräftig mit dem Wiederaufbau. Während sich ihr Vater in russischer Gefangenschaft befindet, wird ihr Bruder Oskar vermisst und ihre Mutter ist ums Leben gekommen. An ihrer Seite sind ihre beiden Schwestern Silvie und Florence, ihre Stiefmutter Claire und Miri, deren Mutter eine Schneiderei geleitet hat. Mit viel Enthusiasmus, Kreativität und Optimismus beginnen die Frauen den Schicksalsschlägen zu trotzen.

Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist fesselnd, lebendig und lässt sich leicht und flüssig lesen. Ihre sehr unterschiedlichen Charaktere werden authentisch und glaubhaft beschrieben, man fühlt, hofft, bangt und leidet mit ihnen. Rike ist eine starke Persönlichkeit, die sehr pflichtbewusst ist und sich immer für ihre Familie und andere einsetzt. Ihre Schwester Silvie ist ganz anders und lebt viel unbeschwerter. Ihr Vater ist sehr konservativ und sein Verhalten typisch für die Zeit. Auch die übrigen Charaktere werden facettenreich und interessant beschrieben.

Durch die Beschreibungen hatte ich Bilder vor Augen, konnte die Not und die Kälte in dieser Zeit spüren. Zahlreiche historische Details vermitteln auf äußerst unterhaltsame Weise viele wissenswerte Fakten. Die Kombination aus Fiktion und Geschichtlichem ist gut gelungen und man merkt, dass die Autorin ausgesprochen gut recherchiert hat.

Am Ende des Buches findet man eine Zeittafel, die ich als sehr hilfreich empfunden habe und die eine gute Übersicht über die historischen Ereignisse bietet.

Für mich war das Buch ein großartiger historischer Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung, um mehr über die Thalheim Schwestern zu erfahren und kann das Buch nur empfehlen.

sommerlese

Beiträge 90
04.11.2018

Berlin im Mai 1945: Der Krieg ist überstanden, die Stadt ist besetzt von den Siegermächten, Trümmer beherrschen das Stadtbild und die Menschen leiden an ihren persönlichen Verlusten und an Hunger und Entbehrung. Auch das alteingesessene Kaufhaus Thalheim wurde bei einem Bombenangriff zerstört. Der Vater Friedrich Thalheim ist inhaftiert und ihr Bruder Oskar ist verschollen. Die Familienvilla wurde beschlagnahmt und die Töchter Ulrike, Silvie und Florentine Thalheim arbeiten als Trümmerfrauen, um nicht zu hungern. Rike träumt vom Wiederaufbau des Kaufhauses und möchte mit farbenfrohen Kreationen die Modebranche wieder ankurbeln. Nach der Währungsreform scheint dieser Traum sich immer mehr zu erfüllen, doch ein dunkles Geheimnis wirft seine Schatten auf die Familie Thalheim.


Dieser Roman beschäftigt sich mit dem aufkommenden Wirtschaftswunder, mit Lebensmittelmarken und Währungsreform, mit Schwarzmarkthandel und mit neuen Lebensträumen der Menschen nach dem überstandenen Krieg. Die Zeitspanne umfasst die Jahre 1945 bis 1951.

Vater Thalheim ist noch in Gefangenschaft und so übernimmt die älteste Tochter Rike die Verantwortung für ihre Familie. Sie sorgt für einen Neustart eines Modegeschäftes und erfährt im Laufe der Handlung von einen Geheimnis, an dem die Familie zu zerbrechen droht.

Silvie Thalheim ist ein lebensfroher, aber sprunghafter Charakter, sie fällt durch ihre wechselnden Beziehungen auf, singt in verschiedenen Clubs und setzt ihre Reize auch erfolgreich auf dem Schwarzmarkt ein.
Die jüngste Schwester Flori liebt das Zeichnen und Malen und sie lehnt ihren Vater wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP ab und arbeitet aktiv in der Entnazifizierung mit.


Rikes Freundin Miriam ist Jüdin, wie durch ein Wunder hat sie den Nationalsozialismus überlebt und nun nähen und entwerfen sie Kleidungsstücke aus Uniformen, Flaggen und alten Stoffresten. Die Schwestern starten eine Modenschau vor ihrem zerstörten Kaufhaus und wecken damit nach all der Entbehrung in den Menschen neue Träume. Sie wollen wieder Freude am Leben haben, bunte Kleidung ist da ein erster hoffnungsvoller Anfang.

Die Ausarbeitung der Figuren ist Brigitte Riebe ganz wunderbar gelungen, sie sind lebendig und erkennbar charakteristisch gezeichnet. Ich konnte gar nicht anders als mit ihnen zu fühlen und auf einen guten Ausgang zu hoffen.

Die Geschichte zeigt sehr anschaulich und glaubwürdig wie sich das alltägliche Leben dieser Nachkriegsgeneration abspielte. Auch wenn die Geschichte der Thalheims fiktiv ist, so baut sie Brigitte Riebe authentisch in das Zeitgeschehen ein und macht historische Ereignisse nachvollziehbar. Das alltägliche Leben im besetzten Berlin wird hier sehr realistisch in die Handlung eingearbeitet. Wer über diese zeitliche Entwicklung nähere Informationen benötigt, findet sie in einer ausführlichen Zeittafel am Ende des Buches.


Sehr lebendig und realistisch versteht es Brigitte Riebe, ihre Leser in das Zeitgeschehen einzuführen und den Aufbau West-Berlins mit Leben zu füllen. Mit Schicksalen, Entbehrungen, Hoffnungen, Nöten und die enorme Aufbaustimmung zu verdeutlichen.

Das allein macht ihr Buch zu einer wunderbaren Lektüre, die lebendig die Zeit darstellt und zusätzlich auch spannend unterhält.


Dieser Auftaktband der Schwestern vom Ku'damm weckt Interesse für die weiteren Bände, er informiert über das Zeitgeschehen und speziell den Aufbau West-Berlins und ist ein kurzweiliger Roman zum Eintauchen in die Zeit.

tigerbea

Beiträge 87
02.11.2018

Im Berlin im Mai 1945 sitzen sitzen die Menschen verängstigt in den Kellern. Auch die Thalheim -Schwestern Rike, Silvie und Florentine stehen vor dem Nichts. Das einst so prächtige Kaufhaus Thalheim, das ihr Vater erbauen ließ, ist total zerstört. Ihr Bruder Oskar ist vermißt und der Vater ist nur noch ein Schatten. Als der Krieg endlich vorbei ist steht für Rike fest, daß sie das Kaufhaus wieder aufbauen will. Zäh verfolgt sie dieses Ziel, während Silvie alles viel leichter nimmt und sich auf dem Schwarzmarkt in gefährliche Situationen begibt. Dabei hilft ihr sicherlich die Tatsache, daß sie eine sehr schöne Frau ist. Florentine, die jüngste Schwester, verweigert sich total. Sie rebelliert gegen das gesamte Bürgertum und kämpft für den Frieden.

Wir begleiten die Thalheim-Schwestern durch die ersten Jahre der turbulenten Nachkriegszeit.


Als ich dieses Buch sah, dachte ich sofort an die Fernsehfilme "Ku`damm 56 und 59". Ich habe dann aber sehr schnell gemerkt, daß das Buch sehr viel tiefer in die Geschichte geht und nicht nur oberflächlich die Nazi-Zeit ankratzt. Es ist interessant, wie unterschiedlich die Menschen mit der Situation nach Kriegsende umgehen. Da ist Friedrich Thalheim, der irgendwie beleidigt wirkt, weil sein Kaufhaus zerstört ist und seine Macht über die Familie schwindet. Ganz anders sind da seine Töchter. Sie nehmen den Kampf um ein besseres Leben beherzt auf und jede von ihnen geht ihren Weg. Bemerkenswert ist allerdings, wie schnell manche Alt-Nazis in der Nachkriegszeit wieder nach oben kommen und sich keiner Schuld bewusst sind.


Wir haben hier ein Buch, das die Geschichte Deutschlands und ganz besonders Berlins spannend erzählt. Durch die Personen in dieser Handlung kann sich jeder genau in die Zeit hinein denken, die unser jetziges Deutschland so geprägt hat. Ohne die Menschen wie Rike, Silvie und Florentine wäre Deutschland nicht so schnell wieder auf die Beine gekommen.

Man darf gespannt sein, wie das Leben für die drei Schwestern weitergeht!

TochterAlice

Beiträge 16
01.11.2018

Die Geburtsstunde Westberlins, Also das Ende des zweiten Weltkriegs und die Wochen und Jahre danach bildet den zeitlichen und räumlichen Rahmen für diesen Roman um die Familie Thalheim, mit dem Autorin Brigitte Riebe eine Trilogie beginnen lässt. Drei Schwestern - Rike, Silvie und Florentine - sind die Protagonistinnen: jeder der drei ist ein Band gewidmet.

Diesmal steht Rike, die älteste der drei Thalheim-Schwestern im Mittelpunkt, eine umsichtige und pragmatische Person, die versucht, ihre durchaus vorhandene Emotionalität im Verborgenen auszuleben, was nicht immer gelingt. Nachdem sich die Männer der Familie - Vater und Bruder - zunächst nicht aus dem Krieg zurückmelden, sieht Rike sich gezwungen, das Zepter in die Hand zu nehmen und erste Schritte zu tätigen, um das ehemals große Modekaufhaus, das zu großen Teilen in Besitz der Familie Thalheim wieder, zumindest in kleinerem Format wieder auferstehen zu lassen. Auch nach der Rückkehr ihres Vaters aus der Gefangenschaft bleibt sie am Ball.

Doch auch die Entwicklungen, in diesen ersten Jahren also hauptsächlich die Sorgen und Nöte weiterer Protagonisten, der beiden Schwestern, der Stiefmutter sowie anderer Familienmitglieder und Freunde kommen nicht zu kurz und wir dürfen mit Familie Thalbach den allmählichen Wiederaufbau Westberlins, aber auch die entgültige Spaltung Deutschlands in Ost und West erleben.

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und hat ein Händchen dafür, spannende und interessante, oft vergessene reale Alltagsereignisse der von ihr jeweils geschilderten Zeitspanne in den Handlungsverlauf einzubauen: Eine "Spezialität", die ich ganz besonders genieße.

Also ein richtiggehender Lesegenuss, bei dem mir einzig die etwas zu zahlreichen Zufälle, die immer wieder vor allem Rikes Schicksal bestimmten und ihm eine neue Wendung gaben, des Guten zu viel waren.

Insgesamt jedoch ein Roman, der in mir ein warmes, wohliges Gefühl interlässt, weil es so viele meiner (Lese-)Bedürfnisse befriedigt hat: eindringliche Charaktere, literarischer und historischer Anspruch, gute Unterhaltung, ein angenehmer, nicht zu gefällige Stil, der etwas erfrischend Freches an sich hat - ein gelungener Start in die Trilogie , der mir den Einstieg in den nasskalten Herbst versüßt hat. Schon jetzt bin ich mehr als gespannt auf Band 2 und 3 - also auf die lebenshungrige, spontane Silvie und die verträumte, künstlerisch begabte Florentine, zumal die Autorin in Band 1 zum Ende hin mit nicht nur einem Cliffhanger aufwartet.

Dreamworx

Beiträge 22
30.10.2018

Gestatten? Wir sind die Thalheims

1932 eröffnet Friedrich Thalheim mit seinem jüdischen Partner Markus Weisgerber ein luxuriöses Kaufhaus in Berlin. Schon bei der Besichtigung kurz vor Eröffnung steht für die 12-jährige und älteste Tochter Rike fest, dass sie dieses einmal führen wird. Doch dann bricht der Krieg aus und nicht nur das Kaufhaus wird dem Erdboden gleich gemacht, sondern auch die Familie muss viele Schicksalsschläge hinnehmen. Während Mutter Alma bei einem Verkehrsunfall schon 1932 ums Leben kam, gerät Friedrich kriegsbedingt 1945 in Gefangenschaft, Sohn Oskar gilt als an der Front vermisst und die Töchter Rike, Silvie und Flori nebst Stiefmutter Claire sind auf sich gestellt, müssen beim Einmarsch der Russen sogar die Familienvilla verlassen und in die verwahrloste Charlottenburger Wohnung ihrer Großmutter einziehen. Doch Rike hält die Familie zusammen, arbeitet als Trümmerfrau, um den Lebensunterhalt zu verdienen und träumt weiter vom Wiederaufbau des Kaufhauses. Mit Freundin Miriam und Schwester Silvie schlägt sie sich tapfer durch die harte Nachkriegszeit und muss manche Durststrecke und Überraschung verdauen, bevor ihr Traum Wirklichkeit werden kann…

Brigitte Riebe hat mit ihrem Buch „Die Schwestern vom Ku’damm: Jahre des Aufbaus“ den ersten Band ihrer Trilogie rund um die Thalheim-Schwestern vorgelegt, dass den Leser schon mit dem Prolog in den Bann zieht und unterschwellig einige Fragen aufwirft, bevor die Geschichte dann ab 1945 im ausgebombten Berlin weitergeht. Der Erzählstil ist flüssig, durchweg spannend und atmosphärisch dicht, die zerstörte Stadt Berlin nimmt vor dem inneren Auge des Lesers ebenso Gestalt an wie die Schutt wegräumenden Trümmerfrauen, die allesamt von der Hand in den Mund leben und durch die schwere Arbeit versuchen, sich und ihre Lieben irgendwie durchzubringen. Der historische Hintergrund wurde von der Autorin wunderbar und präzise recherchiert, so dass der Leser regelrecht bei den Anfängen des Wiederaufbaus hautnah mit dabei ist und gleichzeitig die Entbehrungen und die Sorgen der Menschen miterlebt. Neben der Lebensmittelknappheit fehlten auch warme Kleidung und Heizkohle. Dann kam die Abschottung der Stadt durch die Russen, die nur durch die Rosinenbomber und die Luftbrücke durchdrungen werden konnte und am Ende die Währungsreform einläutete. Die Autorin lässt neben ihrer Familiengeschichte um die Thalheims die Geschichte regelrecht Revue passieren, zauberhaft miteinander verwoben. Der Leser trifft aber nicht nur auf verzweifelte Menschen, sondern vor allem auf jene Hoffnungsvollen, die am Leben sind und jede Minute nutzen, um für eine bessere Zukunft zu kämpfen.

Die Charaktere wurden liebevoll so individuell wie einzigartig ausgearbeitet und mit viel Herzblut zum Leben erweckt worden. Sie wirken authentisch und real, weshalb es dem Leser nicht schwer fällt, sich mit ihnen zu identifizieren und sich als Teil der Familie zu fühlen, um mit ihnen zu leiden, zu hoffen, zu bangen und zu lieben. Rike ist eine patente junge Frau, die schon früh weiß, was sie will. Unbeirrt, voller Energie und über jeden Stolperstein geht sie fokussiert ihren Weg und hält dabei noch die ganze Familie samt Freunden zusammen. Sie ist eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und sich so im Herzen des Lesers einschleicht und dort vor Anker geht. Silvie ist Rikes jüngere Schwester, die sich ihrer Attraktivität sehr wohl bewusst ist und dies auch in vollen Zügen ausnutzt. Sie gewinnt schnell jedes Männerherz und zieht auch einige Vorteile daraus. Mit ihrer rauchigen Stimme macht sie bald Karriere beim Radio, aber auch die englischen Offiziere können sich ihrem emotionalen Gesang nicht entziehen. Silvie tanzt auf vielen Hochzeiten, und obwohl sie oftmals oberflächlich wirkt, in ihren tiefsten Herzen liebt sie ihre Familie sehr. Florentine ist die jüngste Schwester, die ein Talent fürs Zeichnen hat und die Dinge anders sieht als andere. Sie ist rebellisch und sagt offen, was sie denkt, ein Freigeist, der sich erst noch entfalten muss. Vater Friedrich ist ein Kind seiner Zeit und denkt immer noch, Frauen gehörten an den Herd, obwohl er es seinen Töchtern verdankt, dass er überhaupt wieder mit der Familie vereint ist. Er ist ein Opportunist und oftmals auch ein Egoist, der die Wahrheit, dass sich die Zeiten geändert haben, nicht wahrhaben möchte. Miriam ist Rikes Freundin und gleichzeitig Jüdin. Sie hat sich selbst durch das Kriegsgeschehen geschlagen, ihr Talent, mit der Nähmaschine zu zaubern, dabei aber nicht verloren. Miriam träumt von der großen Liebe und ist herrlich emotional, man muss sie einfach lieben. Aber auch die anderen Charaktere wie z.B. Onkel Carl, Tante Lydia oder Ben verleihen der Handlung ihren Zauber und dürfen einfach nicht fehlen.

„Die Schwestern vom Ku’damm: Jahre des Aufbaus“ ist ein großartiger, fesselnder und gefühlvoller Roman, der den Leser schon mit dem ersten Band verzaubert und Sehnsucht auf mehr macht! Wunderbar gelungen – Chapeau! Absolute Leseempfehlung für das Highlight 2018!

heidi_59

Beiträge 36
28.10.2018

Die Zeit der Schwestern


Berlin im Mai 1945

Fast könnte man meinen die Welt hält den Atem an ...
und wartet ab , ob der Wahnsinn des zweiten Weltkriegs nach 6 Jahren der Zerstörung nur Pause macht , oder doch ein Ende hat .
Die drei Geschwister Rike, Silvie und Florentine sind seit Tagen mit Französin Claire , die zweiten Frau ihres Vaters , im Keller der heimischen Villa und trauen dem angeblichen Kriegsende nicht so recht . Zwar hat der Bombenhagel aufgehört aber stattdessen räubern die Soldaten der Besatzungsmächte durch die Straßen und Häuser Berlins, auf der Suche nach Soldaten der Wehrmacht .
Für Rike und ihre Schwestern ist die Gefahr nach wie vor sehr hoch. Ohne männlichen Beistand aus der Familie sind die Frauen den Soldaten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert , wenn man sie entdeckt . Die Männer der Familie Thalheim sind noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt und keiner weiß etwas über den Verbleib von Vater Friedrich oder Bruder Oskar . Doch das Glück hat es trotzdem gut gemeint mit der Familie. Zumindest hat ein Großteil von ihnen den Krieg überlebt , der schätzungsweise 60 - 70 Millionen Menschenleben gefordert hat .
Der Krieg ist vorbei , doch das Elend noch lange nicht . Berlin liegt in Schutt und Asche gebombt und kaum ein Straßenzug ist wiederzuerkennen. Von dem stolzen Familienunternehmen , das 1932 feierlich am Ku'damm eröffnet wurde, ist nicht viel mehr übrig geblieben. Fassungslos stehen die Familienmitglieder vor der Ruine des einst so stolzen Modekaufhaus Thalheim und Weisgerber.
Es ist die Stunde Null . Nicht nur die Städte sind zerstört , auch ihre Bewohner sind seelisch und körperlich am Ende . Die Menschen sehnen sich nach Frieden ,. Hoffnung und Neuanfang .
Während Rike vom Neuaufbau des Kaufhauses Thalheim träumt und Claire von der Rückkehr ihres Mannes aus dem Krieg , arbeiten beide hart als Trümmerfrauen am Wiederaufbau Berlins . Rike hat die Hoffnung dass das triste Grau des Krieges mit neuen Modekreationen und den schönen bunten Stoffen ,die sie noch vor dem Krieg sicher mit dem Vater versteckt hatte , aus ihrem Leben verschwindet .
Die hübsche Silvie wickelt Tagsüber auf dem Schwarzmarkt geschickt ihre Geschäfte ab und tritt Abends als Sängerin in den Clubs der Siegermächte auf . Dabei wickelt die Soldaten mit Leichtigkeit um den kleinen Finger und bringt so einige der Herzen zum schmelzen .
Endlich kommt wieder Leben in Stadt und ihre kriegsgebeutelten Menschen , doch noch übertönt ihr knurrender Magen den Wunsch nach neuer Kleidung.
Der Aufschwung scheint mit der Währungsreform zu kommen . Die Menschen wollen das Grau der langen Kriegsjahre hinter sich lassen und hungern nach allem was neu ist und Farbe in ihr Leben bringt .
Doch die neuen Zeiten bringen auch ihre Probleme mit sich und so manch dunkles Geheimnis der Vergangenheit drängt an die Oberfläche .


Wirtschaftswunder, Kaufrausch, Träume in Pastell - drei Schwestern und ein Kaufhaus am Ku'damm.
Der Auftakt der großen 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe.

Wunderbar einfühlsam und sehr authentisch fügt die Autorin Brigitte Riebe , die Fäden ihrer fiktiven Geschichte mit den historisch belegten Ereignissen der Deutschen Nachkriegszeit zusammen .
Sie gibt ihren gut und facettenreich gezeichneten Protagonisten ausreichend Raum um sich zu entwickeln und lässt den Leser vom ersten Moment an in die berührende Erzählung versinken. Ihr bildhafter Erzählstil lässt die lange Zeit des Hungerns , der eisigen Kälte, des Elends und die Not nur zu deutlich werden . Unendlich viele Gänsehaut Momente , bei denen ich froh gewesen bin, nicht wirklich dabei zu sein .
Die promovierte Historikerin Brigitte Riebe, versteht es ganz hervorragend historisch belegtes Zeitgeschehen neu und spannend zu verpacken . So berührend und gleichzeitig fesselnd, ein Stück unserer deutschen Geschichte , in Romanform neu zu erzählen,hin zu den Lesern zu transportieren und zu begeistern , das ist schon eine großartige Leistung wie ich finde !

Brigitte Riebe hat mich mit dem Auftakt ihrer RomanTrilogie um die Familie Thalheim absolut begeistert . Ich habe mich innerhalb von ein paar Tagen als weitere Schwester gefühlt und die komplette Familie in mein Herz geschlossen.
Leider ist diese wunderbare Reise, dadurch das ich den Roman kaum aus den Händen legen konnte, viel zu schnell zu Ende gegangen und ich kann es kaum erwarten , bis der nächste Band der Schwestern vom Ku'damm , “Wunderbare Zeiten ” erscheint .

Sehr gerne vergebe ich für den ersten Teil
“Die Schwestern vom Ku'damm”
gute 5 Sterne
und eine unbedingte Leseempfehlung für diesen wunderbaren und anspruchsvollen Roman
@heidi_59

Sonjas Bücherecke

Beiträge 70
28.10.2018

"Die Schwestern vom Ku'damm" ist der sensationelle Auftakt der großen 50er-Jahre-Triologie aus der Feder der Bestsellerautorin Brigitte Riebe.

In Band 1 entführt uns die Autorin in die Jahre 1945-1951. In Berlin lag im Mai 1945 wirklich alles in Schutt und Asche. Wir lernen die Familie Thalheim kennen, die für den Trümmern ihres einst so großartigen Kaufhauses steht. Die älteste der drei Thalheim Schwestern, Rike, hat einen großen Traum. Sie will das Kaufhaus wieder in altem Glanz erstrahlen lassen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Die drei Schwestern und ihre Stiefmutter sind unermüdlich als Trümmerfrauen im Einsatz. Die Nachkriegszeit verlangt den Menschen viel ab. Doch nach der Währungsreform scheint es tatsächlich aufwärts zu gehen. Doch diese neue Zeiten bringen auch neue Probleme. Und besonders über der Familie Thalheim scheint ein dunkles Geheimnis zu liegen, das die Vergangenheit wieder lebendig werden lässt....

Noch jetzt bin ich tief berührt von dem Gelesenen. Brigitte Riebe versteht es, dem Leser Geschichte wirklich nahe zu bringen. Ich bin von Anfang an tief in die Geschichte eingetaucht und habe am Leben der Thalheims teilgenommen. Zu Beginn bekommt man einen kurzen Rückblick in das Jahr 1932, den Glanzeiten der Thalheims. Aber 1945 in den Nachkriegsjahren wird den Menschen unmenschliches abverlangt. Auch sind alle Charaktere, allen voran die drei Schwestern wunderbar beschrieben. Ich kann mir jede Einzelne von ihnen bildlich vorstellen. Da ist Rike, die Kämpfernatur, die mit beiden Beinen am Boden steht. Silvie, ist die bildhübsche, die sich mehr für die Schönen Dinge des Lebens interessiert und nicht nur fürs Geschäft. Und da Nesthäkchen Florentine, die gerne rebelliert. Ein "enfant terribel", wie es so schön heißt. Ich bewundere den Mut der Frauen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Rike verfolgt auch in schrecklichen Zeiten ihr großes Ziel und kämpft sich wieder nach vorne. Ab und an hatte ich beim Lesen auch ein Gänsehautfeeling oder war zu Tränen gerührt. Und auch das dunkle Geheimnis der Familie Thalheim hat für jede Menge Aufregung gesorgt. Ein äußerst gelungenes Gesamtpaket.

Für mich ist dieser Auftaktrom eine Lesevergnügen der Extraklasse. Ein Lesehighlight, das es auf meine Bestsellerliste für 2018 geschafft hat. Für mich ein absolutes Traumbuch. Das Cover passt perfekt. Gerne vergebe ich für diese spannende und interessante Lektüre gerne 5 Sterne und freue mich riesig auf Band 2.

Langeweile

Beiträge 19
26.10.2018

Klappentext:

Berlin im Mai 1945: Es ist die Stunde null, die Stadt liegt ebenso in Trümmern wie die Seelen der Menschen.
Auch das Kaufhaus Thalheim am Kudamm ist zerstört. Fassungslos stehen die drei Schwestern Rike, Silvie und Florentine vor der Ruine des einst so stolzen Familienunternehmens.
Doch Rike,die Älteste ,hat einen Traum: Sie will das Kaufhaus wieder aufbauen und mit raffinierten Stoffen und neuesten Modekreationen Farbe in das triste Nachkriegsberlin bringen.
Nach der Währungsreform scheint es tatsächlich aufwärtszugehen,die Menschen hungern nach Konsum und schönen Dingen. Als ein dunkles Geheimnis zu Tage tritt, das ein unrühmliches Licht auf das Kaufhaus und seine Geschichte wirft, müssen die Schwestern erkennen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist ....

Meine Meinung:

Am Beispiel der Kaufmannsfamilie Thalheim hat sich die Autorin intensiv mit der Geschichte Berlins, unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkriegs ,beschäftigt. Die Ruinen einer fast völlig zerstörten Stadt, die Armut, der Hunger , aber auch der ungebrochene Lebenswille der Bevölkerung, teilweise gespickt mit dem typischen Berliner Humor, wurden auf sehr anschauliche Weise thematisiert.
Die Frauen der Familie Thalheim sind auf sich alleine gestellt, der Vater ist noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt (später inhaftiert), der Bruder ist verschollen.
Die Mutter und die drei Schwestern betätigen sich als Trümmerfrauen, eine sehr harte Tätigkeit, wodurch sie aber einen Anspruch auf mehr Lebensmittelmarken haben, um den größten Hunger zu bekämpfen.
Auch wenn es sich bei der Familie um die so genannte Mittelschicht handelt, wird deutlich, dass auch sie in großem Maße von den allgemeinen Einschränkungen betroffen ist. Wenig, beziehungsweise gar keinen Strom oder Wasser zu haben, sind nur zwei Beispiele für Mängel, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann.
Auch ist das Leben in einer politisch viergeteilten Stadt, in der nicht wenige Nazis überlebt haben,alles andere als einfach.
Die Autorin hat mich von Anfang an in die Geschichte eintauchen lassen. Ich fühlte mich fast als Familienmitglied der Thalheims ,habe mitgekämpft und mitgelitten.
Man merkt dem Roman sehr deutlich an, mit wieviel Herzblut er geschrieben wurde. Besonders hervorheben möchte ich die gute Recherchearbeit der Autorin, welche durch eine Auflistung der historischen Ereignisse am Ende des Buches hilfreich ergänzt wurde.

Fazit:

Ein Buch, was mich rundum begeistert hat. Der Fortsetzung sehe ich voller Spannung entgegen.

sylvia_hertel

Beiträge 14
26.10.2018

Gelungener Auftakt der 50er Jahre Trilogie
Brigitte Riebe bewegte sich eigentlich immer im Mittelalter und hat viele Bestsellerromane veröffentlicht. Seit „Marlenes Geheimnis“ hat sie sich den Nachkriegsjahren zugewandt und vermittelt die damalige Zeit den Lesern mit Bravour.
Die Schwestern vom Ku’damm – Jahre des Aufbaus ist nun der 1. Teil einer 50er Jahre Trilogie.
Hier erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Thalheim. Im Prolog, der im Jahr 1932 spielt feiert die Familie die Eröffnung ihres Kaufhauses.
Dann gibt es einen Zeitsprung und wir sind im Jahr 1945, Kriegsende.
Berlin liegt in Schutt und Asche. Das schöne Kaufhaus ist zerstört.
Die Schwestern Rike, Silvie und Florentine leben mit ihrer Mutter im Keller. Die Villa wird von Russen beschlagnahmt und sie müssen sich eine neue Bleibe suchen.
Vater Friedrich und Bruder Oskar werden vermisst.
Rike, die älteste der 3 Schwestern fühlt sich für die Familie verantwortlich und nimmt die Geschicke in die Hand.
So ziehen sie mit einem Bollerwagen voll mit ihren wenigen Habseligkeiten und 2 Singer Nähmaschinen in die alte Wohnung ihrer Oma.
Jetzt gilt es nur noch zu überleben mit dem wenigen was man an Lebensmittel bekommt.
Die 3 Schwestern, die im Mittelpunkt der Erzählung stehen sind sehr unterschiedlich.
Rike ist die vernünftige und verantwortungsbewusste.
Silvie ist sprunghaft und immer auf ein Abenteuer aus.
Florentine ist noch recht jung, entwickelt sich aber im Laufe des Buches zu einer kleinen Rebellin.
Es sind nicht einfach nur Romanfiguren. Nein, Brigitte Riebe hat ihnen Leben eingehaucht.
Für mich waren sie lebendig und ich habe mich mit ihnen gefreut und habe mit ihnen gelitten.
Auch die Zeit nach dem Krieg und der Anfang des Wiederaufbaus werden sehr gut vermittelt.
Im Anhang des Buchs gibt es eine Zeittafel wo wichtige Ereignisse der Jahre 1945-1951 aufgeführt werden.
So einiges ist in die Handlung des Buchs mit eingeflossen so, dass Realität und Fiktion kaum zu trennen sind.
Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne, könnte ich 10 Sterne vergeben so würde ich es gerne tun den das Buch gehört zu meinen Highlights des Jahres 2018.
Jetzt bleibt mir nur noch mich auf den 2. Band, der im Juli 2019 erscheint zu freuen.

KerstinT

Beiträge 50
26.10.2018

Guter Trilogie-Start

Der Zweite Weltkrieg ist vorbei und das prachtvolle Kaufhaus der Familie Thalheim liegt in Schutt und Asche. Doch Rike, die älteste Tochter des Kaufhaus-Chefs will nicht aufgeben und einen Neuanfang starten. Doch wie soll das gehen? Der Vater in Gefangenschaft, der Bruder verschollen. Nur die beiden kleinen Schwestern und die Stiefmutter, die ihrem Mann nachtrauert. Doch gemeinsam werden sie es schaffen und der damaligen Zeit trotzen.

Die Handlung beginnt im Mai 1945, als die Russen Teile Berlins einnehmen und endet im Sommer 1951, als es Deutschland wieder besser geht. Es handelt sich hierbei um eine Trilogie. In jedem Buch steht eine der drei Schwestern im Mittelpunkt. In diesem ersten Band ist es Ulrike – genannt Rike.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und sehr vielseitig. Das gefällt mir sehr gut, denn so wird man als Leser auch mal von Handlungen der Charaktere überrascht. Rike, mit ihren 25 Jahren, wirkt zunächst sehr überlegt und nachdenklich. Sie ist die älteste und übernimmt das Ruder. Sie steht sogar über ihrer Stiefmutter, die zu Ende des Krieges stark traumatisiert ist. Allerdings lernt der Leser während der Handlung auch eine andere Rike kennen. Eine die von einer eigenen Familie träumt, die sich von italienischen Männern bezirzen lässt und die durchaus sehr lustig und fröhlich sein kann. Das genaue Gegenteil dazu bildet ihre Schwester Silvie. Sie ist der Wirbelwind und stiftet gerne mal Unruhe. Aber auch sie reift mit der Zeit und sagt selbst von sich, dass sie nicht mehr die Herumtreiberin ist. Allerdings sieht der Leser davon noch wenig. Dies wird sicherlich in Band zwei besser thematisiert. Silvie hängt sehr an ihrem Zwillingsbruder, der leider nicht aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Allerdings glaub Silvie nicht an Oskars Tod – sie müsste doch spüren, wenn ihr Zwilling tot ist? Dann gibt es noch das Nesthäkchen, die kleine Halbschwester Flori. Die in den ersten Nachkriegsjahren zur jungen Frau wird und viel mit der Vergangenheit zu kämpfen hat.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Handlungen waren authentisch, aber leider konnte ich nicht komplett in die Geschichte eintauchen. So richtig ins Berlin der 40er wurde ich nicht versetzt. Das fand ich schade. Dennoch kam die damalige Situation recht gut rüber. Was mich etwas gestört hat, waren die vielen Zufälle oder glücklichen Fügungen. Mir kam der Wiederaufbau des Thalheim-Kaufhauses zu einfach vor. Außerdem war die Handlung recht hervorsehbar. Dennoch ermöglicht dieser Roman einen guten Einblick in die ersten Nachkriegsjahre – in die Jahre des Aufbaus.
Was mir sehr gut gefallen hat ist die Zeittafel am Ende des Buches. Hier sind alle wichtigen Ereignisse der Jahre 45-51 aufgelistet. Auch sind diese Ereignisse teilweise in die Handlung eingeflochten, wurde alles sehr authentisch wirkt und man nebenbei noch etwas lernt. Der Roman ist wirklich sehr gut und gründlich recherchiert.

Dieser Roman hat mich gut unterhalten. Ich habe Einblick in die Jahre des Aufbaus bekommen und durfte facettenreiche Charaktere kennenlernen. Was mir gar nicht gefällt ist, dass es sich bei den Schwestern vom Ku’Damm um eine Trilogie handelt. Zurzeit scheint es so, als würde jeder Trilogien schreiben. Das finde ich schade, da ich gerne in einem Buch wissen möchte, wie es ausgeht und nicht immer ein Jahr warten müssen, bis es weitergeht. Somit vergebe ich letztendlich dreieinhalb von fünf Sternen. Einen halben Stern ziehe ich ab, da es sich um eine mehrbändige Reihe handelt.

KatiKatharinenhof

Beiträge 44
26.10.2018

Endlich, endlich ist der Krieg vorbei und nun wird das ganze Ausmaß der Zerstörung erst richtig sichtbar. Die drei Thalheim -Schwestern stehen nicht nur vor den Trümmern Berlins, sondern auch vor den Trümmern ihres einst so schillernden und erfolgreichen Kaufhauses.
Zwischen Schutt und Ruinen entsteht ein großer Traum: Rike möchte das Kaufhaus wieder aufbauen und somit Farbe in das graue Nachkriegs-Berlin bringen, wieder Träume ermöglichen und Frauen wieder Frau sein lassen.
Doch wie das so ist mit Träumen...es gelingt nicht immer, sie reibungslos umzusetzen und so stoßen die Thalheim-Schwestern an Grenzen, nicht nur finanzieller Art...

Brigitte Riebe ist für mich der Garant für fesselnde, zeitgeschichtliche Romane, die unter die Haut gehen und lange nachklingen.
Mit dem Auftakt ihrer 50er Jahre-Trilogie nimmt sie mich mit auf eine Reise, die mich von ersten Seite an fasziniert.
Beginnt das Buch noch wie ein Blick in ein Familienalbum, dass sepiafarbene Fotos dem Betrachter zeigt, so wird mit fortlaufender Geschichte das Bild immer klarer, immer farbenfroher und lebendiger. Die Protagonisten sind ihr außerordentlich lebhaft gelungen, überzeugen durch ihren Facettenreichtum und je mehr Seiten gelesen sind, desto mehr wird man ein Teil von ihnen.
Brigitte Riebe schildert den Alltag vom Wideraufbau, vom Hunger und der Kälte so eindringlich und klar, dass ich mir ab und an wirklich die imaginäre Decke höher ziehe, um nicht zu frieren. Ich leide, lebe und liebe mit den Darstellern ihres Buches mit, als würde ich die Szenen selbst erleben.
Die Zerstörung Berlins und die aufkeimenden Hoffnungen sind eine besondere Kulisse, um die Akteure gekonnt in Szene zu setzen und ihnen so eine wirkungsvollen Hintergrund zu geben, um mit ihrem Handeln zu glänzen.
Dunkle Familiengeheimnisse, immer wieder der Blick zurück in das dunkelste Kapitel Deutschlands und eine akribische Recherche lassen diesen Roman zu etwas ganz Besonderem werden. Man merkt immer wieder, mit wieviel Herzblut die Autorin sich dem Schreiben ihrer Geschichte gewidmet hat und so wird aus dem Roman immer mehr ein Film, der sich vor meinem geistigen Auge abspielt und ich mich mit den Thalheim-Schwestern durch die Jahre des Wiederaufbaus bewege.
Für mich hat dieses grandiose Werk ein Krönchen verdient - ich ziehe meinen Hut und verneige mich vor diesem Talent, Menschen mit einer Vision zu begeistern !

Miss Norge

Beiträge 4
06.11.2019

    ✿ Meine Meinung ✿
    Dies ist Teil 1 der großen 50er-Jahre-Trilogie von der wunderbaren Autorin Brigitte Riebe.
    Ich liebe ihren gefühlvollen Schreibstil der aber auch gleichzeitig ausdrucksstark ist und die verschiedenen Charaktere sind so fein gezeichnet, das man sie sich vor seinem inneren Auge beim Lesen gut vorstellen kann.
    In diesem Buch dreht sich der Hauptteil um Ulrike genannt Rike, die mit ihren Schwestern Silvie und Florentine versucht, das im Krieg zerbombte Kaufhaus ihrer Familie wieder zum Leben zu erwecken. Sie fangen ganz klein an und nähen in der Wohnung der Großmutter, bis sie sich so nach und nach wieder einen Namen machen, denn das zerstörte Kaufhaus Thalheim ist den meisten Berlinern noch ein Begriff. Nach der Währungsreform sind die Menschen förmlich gierig nach neuen Sachen. Sie wollen sich wieder etwas Gutes tun und so haben Rike und ihre Damen viel zu tun. Doch wie es immer so ist, kann nicht alles glatt gehen, natürlich tauchen Probleme auf und ein dunkles, unvorstellbares Geheimnis aus der Vergangenheit taucht unverhofft auf. Rike ist eine starke und taffe junge Frau, die das Leben der ganzen Familie versucht wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, was leider nicht so einfach ist. Silvie hat eher Musik, Gesang und die Männer im Kopf, als sich richtig in den Aufbau des Geschäfts zu hängen und die junge Florentine benimmt sich wie ein bockiges junges Ding mit lauter Flausen im Kopf. Rike muss ihre ganze Kraft einsetzen, um alle Frauen der Familie unter Kontrolle zu halten. Doch dann tritt ein Mann in ihre Leben und alles steht auf dem Kopf. Die Autorin hat die verschiedenen Personen so detailliert und mit ihren Macken und Eigenschaften angelegt, das man einfach mitleiden muss wenn Probleme auftreten, oder man freut sich einfach, wenn ihnen etwas gelingt. Kurz gesagt, beim Lesen wird man ein Teil der Familie Thalheim. Mittendrin statt nur dabei. Das Ende ist sehr überraschend und macht richtig Lust auf den Folgeband.
    ✿ Fazit ✿
    Ein wundervolles Buch, welches ich kaum zur Seite legen konnte und ich bin schon so gespannt auf den zweiten Band.

    Katija

    Beiträge 4
    15.10.2019

      Brigitte Riebe nimmt uns mit in das Berlin von 1945. Der Krieg ist gerade zu Ende, die Schwestern Thalheim harren im Keller der Familienvilla der Dinge, die da kommen. Der Vater beim Volkssturm, der Bruder an der Front im Osten vermisst.
      Als sie auch noch aus der Villa vertrieben werden, haben sie scheinbar alles verloren, wurde doch das Kaufhaus der Familie bereits im Krieg zerstört.
      Doch Rike hat einen Traum: Das Kaufhaus wiederaufbauen und dort wieder Kleider verkaufen, die Freude in das triste Nachkriegsleben bringen.
      Aus Rikes Sicht erleben wir das Kriegsende, die Währungsreform und die Berlin Blockade.

      Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, gerade über die Zeit so kurz nach dem Krieg, als sich in Berlin alles noch sortiert, gibt es ja noch nicht so viele Bücher.
      Was ich sehr interessant fand war, dass wir alles aus Rikes Blickwinkel sehen und damit auch nur ihre Einschätzung der anderen Personen mitbekommen. In den Folgebänden kommen dann ja ihre Schwestern Silvie und Florentine zu Wort, ich denke das wird dann spannend, wie die beiden ihre Familienmitglieder so sehen. Ich denke da wird sich das Bild des einen oder anderen sicher noch mal gewaltig ändern.

      Das Buch ließ sich super lesen, von der ersten Seite an lief das Kopfkino und man konnte sich gut vorstellen, welche Strapazen die Menschen damals auf sich nehmen mussten, um auch nur das Nötigste zum Leben heran zu schaffen.
      Auch das Rike ein Geheimnis für sich behalten musste und die Vergangenheit der Familie auf die eine oder andere Art die Gegenwart bestimmt, hat die Spannung nur erhöht.

      Ich bin auf jeden Fall schon gespannt auf die Folgebände, das wird bestimmt noch eine spannende Reise.
      Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

      Alica

      Beiträge 31
      14.10.2019

        ** Wer gegen den Strom schwimmen will, der muss viel Wasser schlucken können. ** Der zweite Teil der Ku`damm Triologie knüpft zeitlich nahtlos an den ersten an. Diesmal steht nicht Rike sondern ihre Schwester Sylvie im Vordergrund.

        Petzi_Maus

        Beiträge 17
        13.10.2019

          Auftakt der Reihe um die Schwestern vom Ku'damm

          Kurz zum Inhalt:
          Berlin, 1945. Das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm liegt in Trümmern. Die Familie, allen voran Familienvater Fritz, seine neue Frau Claire, und die Töchter Ulrike, Silvie und Florentine sind fassungslos. Und Sohn Oskar ist immer noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt.
          Rike, die Älteste, will das Kaufhaus um jeden Preis wieder aufbauen, doch es ist ein beschwerlicher Weg. Und bevor das Kaufhaus an alter Stelle im neuen Glanz erstrahlen kann, muss erstmals in einem anderen Gebäude ein Ausweichquartier eingerichtet werden.
          Rike ist eine gewiefte Geschäftsfrau und lässt sich mit neuen bunten Stoffen und einer Modenschau auf den Trümmern der Stadt neue Ideen zur Geschäftsbelebung einfallen.
          Doch der Weg ist beschwerlich, und der Erfolg nicht immer so wie erhofft, und als Rike dann auch noch ein Familiengeheimnis erfährt, scheint nichts mehr so wie früher...


          Meine Meinung:
          "Jahre des Aufbaus" ist der erste Teil der Trilogie um die Thalheim-Schwestern. In diesem Teil steht Rike, die Älteste, im Fokus.
          Die Familiengeschichte ist unheimlich spannend zu verfolgen, und es passiert immer etwas Neues.
          Gespickt ist das ganze mit historischen Details, zB die Trümmerfrauen, die Besatzungszonen, die neue Währung und die Gründung der DDR. Historische Details sind geschickt ins Geschehen verwoben, die detaillierte Beschreibung des damaligen Berlins und des beschwerlichen Lebens der Menschen in der Nachkriegszeit ließen das Gefühl entstehen, mitten dabei zu sein.

          Im Prolog erfährt man über das Kaufhaus Thalheim im Jahr 1932, als es noch ein florierender Betrieb war. Fritz betrieb das Kaufhaus mit seinem Partner Markus Weißgerber, einem Juden. Dieser konnte Deutschland später noch rechtzeitig verlassen.
          Die eigentliche Geschichte spielt in den Jahren 1945 bis 1951.
          Die Schreibweise ist angenehm zu lesen, mit viel direkter Rede. Man fiebert mit den Figuren mit, über ihr Schicksal, und hofft, dass sie alle Probleme gut lösen können. Man leidet mit Rike, hat mit ihr Liebeskummer, und freut sich über jeden positiven Fortschritt.
          Gut fand ich, obwohl Rike im Mittelpunkt steht, dass man immer über alle Familienmitglieder, auch über Onkel Carl und die Cousins gelesen hat, so dass der Fokus nicht zu sehr auf Rike liegt.
          Die drei Schwestern sind komplett unterschiedliche Charaktere - Silvie fand ich zu oberflächlich, und Florentine geht leider ein bisschen unter. Das ist wahrscheinlich so gewollt, denn in den anderen beiden Bänden ist jeweils eine andere Schwester die Hauptfigur.
          Eine Lieblingsfigur von mir war auch Miri Sternberg, eine Jüdin, die während des Krieges untertauchen konnte und eine begnadete Designerin und gute Freundin von Rike ist und ohne die das Modekaufhaus Thalheim bestimmt nie zu solchem Glanz gekommen wäre.
          Das Familiengeheimnis ist auch sehr schwerwiegend, und nur der Großvater, der in der Schweiz lebte und das Tagebuch von Rikes und Silvies verstorbener Mutter Alma aufbewahrt hat, wusste Bescheid.

          Sehr interessant und lehrreich ist auch die Zeittafel am Ende des Buches, in der die historischen Ereignisse detailliert aufgezählt sind.


          Fazit:
          Kurzweiliger Auftakt einer Familiensaga im Berlin der Nachkriegszeit mit vielen geschichtlichen Details, die geschickt in die Geschichte verwoben sind.

          MarySophie

          Beiträge 12
          22.08.2019

            Handlung:
            Berlin 1945
            Der Krieg ist vorbei und die Menschen Berlins schöpfen langsam etwas Hoffnung für die Zukunft. Doch dafür müssen Sie erst die Stadt wieder aufbauen und von den Ruinen und Schutt befreien. Dabei helfen auch die Frauen der Familie Thalheim mit. Während des Krieges wurde ihr Kaufhaus am Ku'damm zerbombt, der Bruder ist im Krieg vermisst und die Villa wird von den Besatzern eingezogen.
            Rike, die älteste Schwester, träumt heimlich davon, das Kaufhaus wieder aufzubauen, es noch schöner und prächtiger zu gestalten und Farbe in das triste und graue Berlin zu bringen. Dafür gibt es zwar haufenweise Ideen, doch es ist nicht ausreichend Geld vorhanden, um noch mehr Stoffe zu bezahlen.
            Mit der Einführung der neuen Währungsreform scheint es zwar aufwärts zu gehen, doch an jeder Ecke lauern Probleme. Sowohl geschäftlicher, als auch privater Natur. Und eines Tages wird der Ruf des Kaufhauses, vor allem jedoch der Familie Thalheim angezweifelt und die Schwestern erkennen, dass man die Vergangenheit nicht einfach hinter sich lassen kann.

            Meinung:
            Das Cover ist sehr schlicht und einfach gehalten. Dazu trägt schon der weiß-beige Farbton im Hintergrund bei, auch die Dame wurde recht schlicht dargestellt und zeichnet sich durch eine blasse Haut aus. So zeigt sich, dass die Person selbst nicht so wichtig ist, sondern ihre Kleidung im Mittelpunkt steht, eines der Hauptthemen des Buches. Zusammen mit dem blau unterlegten Titel stellt die Dame die Dinge dar, die als erstes ins Auge fallen. Erst danach habe ich das Café Kranzler wahrgenommen. Insgesamt finde ich es wunderbar schlicht und einfach gehalten.

            Von der Autorin habe ich bereits Bücher gelesen, wenn auch unter einem anderen Pseudonym. Sie haben mir wirklich gut gefallen, die Schreibweise war immer wunderbar und die Handlung wurde spannend gehalten. Dadurch, aber auch durch viel positives Feedback, dass ich zu dem Buch gelesen und gehört habe, war ich wirklich gespannt auf den Roman. Ich habe mich sehr auf das Lesen gefreut und nachdem ich das Buch schon lange lesen wollte, bin ich mit voller Vorfreude gestartet.

            Der Prolog hat mir gefallen. Er spielt einige Jahre vor dem Beginn der eigentlichen Handlung, gibt ein erstes Bild auf die Protagonisten, die Stadt und liefert Zusammenhänge. Die Szenen waren lebendig und ich war sehr angetan davon. Leider lief es nicht ganz so gut weiter. Es gibt einen Zeitsprung von 13 Jahren, die Zeit ist eine andere und ich hatte Probleme, alles wahrzunehmen und tatsächlich fand ich die Schreibweise nicht perfekt. Insgesamt fand ich die folgenden Kapitel schwer, auch wenn die Handlung an sich spannend geschildert wurde. Insgesamt brauchte ich etwas Zeit um in das Buch zu finden, was ungefähr auf der 70 bis 80 Seite geschehen ist.
            Danach hatte ich absolut keine Probleme mehr und habe voller Interesse weitergelesen. Die Schreibweise wurde entspannter und ich fand die beschriebenen Situationen lebhafter und klarer. Ich hatte das Gefühl, dass nun endlich die Haupthandlung beginnt und die Vorgeschichte vorbei ist.

            Nachdem ich meine Startschwierigkeiten überwunden hatte, fand ich die Schreibweise viel angenehmer und diese war so, wie ich sie bereits kannte. Gleichzeitig vereint sie einen einfachen Charakter mit anspruchsvollen Details, die sich besonders anhand der politischen Details, sowie den Beschreibungen der Stadt auszeichnet. Diese waren unglaublich eingängig und schufen ein schonungsloses Bild.

            Das Buch zeichnet sich zum einen durch die spannende Geschichte der Familie Thalheim aus, zum anderen durch die wunderbare, anschauliche Erklärung und Einbindung der politischen Lage in Deutschland. In die Handlung werden viele Ereignisse eingebunden, die der Geschichte einen großen Wahrheitsgehalt geben und auf offene Weise, ohne Schnörkel oder Verschönerungen die Situation wiedergeben. An vielen Stellen konnte ich noch etwas dazulernen und ich fand es richtig gut, dass es am Ende noch eine Aufstellung mit einigen Ereignissen in Berlin gibt, die das politische Geschehen von 1945 bis 1951 wiedergibt. So wurde das Wichtigste kurz zusammengefasst und man kann sich das Gelesene nochmals vor Augen rufen.
            An vielen Stellen war ich erstaunt darüber, wie gekonnt die Autorin die historischen Ereignisse in die Handlung eingebunden hat, sodass es einen nahtlosen Übergang von Wahrheit und Fiktion gibt. Fast schien es so, als würde hier eine komplett wahre Geschichte erzählt werden.

            Es findet eine Untergliederung in Kapitel statt, die meist recht umfassend sind und stets einen begrenzten Zeitraum beschreiben. Als Erzählinstanz dient hierbei ein allwissender Erzähler, der sowohl Einblicke in die Politik und die Lage der Stadt nach dem Krieg gibt, als auch in das Leben der Charaktere. So lernen wir als Leser eine überschaubare Anzahl an stetig wiederkehrenden Protagonisten kennen, die unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Ambitionen und politischen Interessen sind. Es gibt leider kein Personenverzeichnis, was mir anfangs geholfen hätte, jedoch ist es auch so einfach, die Personen wiederzuerkennen und sich zu merken.
            Vor allem in die Gefühls- und Gedankenwelt von Rike gibt es einige Einblicke, sie agiert als Hauptprotagonistin und auf ihrem Charakter liegt das Hauptaugenmerk, auch in der Darstellung. Auf jeden Fall gibt es einige nachdenkliche Momente von ihr, in denen auch Gewissenskonflikte dargestellt werden, sowie politische Gedanken und Überlegungen rund um das Leben und die Liebe.

            Als Setting dient fast durchweg die Stadt Berlin. Nur wenige Szenen spielen an anderen Orten, hierbei sind eigentlich nur zwei Fahrten von Rike wichtig, einmal in die Schweiz, wo sie eine große Überraschung erwartet und einmal nach Italien, wo sie nicht nur Erfahrungen sammelt...
            Es mag makaber klingen, aber es war einfach fantastisch, wie genau und bildhaft die zertrümmerte Stadt dargestellt wurde. Es war schockierend ehrlich und unverblümt. Gerade die Szenen, in denen die Damen der Familie mit dabei helfen, den Schutt wegzutragen sind besonders eingängig gewesen und gehören zu meinen Lieblingsszenen.

            Wie ich schon erwähnt hatte, gibt es eine recht überschaubare Anzahl an Protagonisten. Vor allem dreht sich die Handlung um die Familie Thalheim und ihnen nahe stehende Personen. Dazu gibt es nur wenige Nebencharaktere, die ab und an auftreten aber einen einprägenden Charakter haben, sodass man sie schnell wiedererkennt.
            Besonders im Mittelpunkt stehen die drei Schwestern, wobei sich dieser erste Teil der Reihe vor allem um Rike, die Älteste dreht. Sie durchlebt in den sechs Jahren einiges, wandelt sich stark, was natürlich ist und auch der Zeit geschuldet ist. Man merkt, dass sie früh Verwantwortung übernehmen musste oder wollte und sie das Erlebte schneller erwachsen gemacht hat. Von den drei Schwestern ist sie mir bisher am sympathischsten, mit ihrem Charakter kann ich mich am besten identifizieren.
            Im Gegensatz zu ihr sind ihre Schwestern nicht ganz so stark gezeichnet, wobei sie auch ihren eigenen Kopf haben und für ihre Prinzipien eintreten. Flori und Silvie sind auch interessante Charaktere, aber man erfährt noch zu wenig, was in ihren Köpfen vorgeht. Deshalb bin ich sehr gespannt, wie sie in den weiteren Teilen auftreten werden.
            Aber auch bei ihnen war schon eine Entwicklung sichtbar. Flori ist erwachsener geworden, lebt nicht mehr in ihrer Traumwelt und stellt sich den Ereignissen. Silvie macht beruflich einen starken Weg, wird selbstbewusster und wirkt am Ende nicht mehr wie ein Püppchen, sondern wie eine gestandene Frau, die weiß, was sie will.
            Nicht so sympathisch fand ich den Vater der Schwestern, Friedrich. Er wirkte fast ein wenig gruselig und ich vermute bei ihm wahrscheinlich mehr schlechtes, als wirklich vorhanden ist. Friedrich wirkt auf mich nicht sonderlich vertrauensvoll und ich glaube nicht, dass es ihm gefällt, welche Pläne Rike hat und welche Rolle sie selbst dabei einnimmt.

            Fazit:
            Nachdem ich einige Seiten brauchte, um in die Handlung zu finden, die Charaktere kennenzulernen und mit der ganzen Zeit klarzukommen, habe ich das Buch richtig gerne in die Hand genommen. Ich konnte in die Handlung eintauchen, mir vieles bildlich vorstellen und die wunderbare Recherchearbeit der Autorin hat das Buch zu einem Genuss werden lassen. Am Ende war wirklich alles stimmig und ich bin mehr als gespannt auf die folgenden Teile.

            Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen

            kerstin2601

            Beiträge 21
            20.08.2019

              Für mich ein vielversprechendes Buch mit allem, was Frau sich wünscht. Eine Familiengeschichte mit Hintergrund und Geheimnis, spannend geschrieben und, was mir besonders gefällt, historisch korrekt und gut recherchiert.
              Ein Garant für einige gute Lesestunden im Herbst vor dem Kamin.

              Hermione

              Beiträge 15
              18.08.2019

                Toller Auftakt einer Trilogie historischer Romane:


                Vor dem Krieg ist das Kaufhaus Thalheim eine der ersten Adressen in Berlin, doch im Krieg wird es wie große Teile der Stadt zerstört.

                Mühsam beginnt der Wiederaufbau in der Stadt. Auch Rike Thalheim, ihre beiden jüngeren Schwestern und ihre Familie leiden unter Hunger und Kälte in den Nachkriegswintern.

                Doch Rike gibt nicht auf. Sie hat den festen Plan gefasst, das Kaufhaus wieder aufzubauen und den Menschen mit neuen Kleidern wieder Hoffnung im tristen Nachkriegsberlin zu geben.





                Meine Meinung:

                Dieser historische Roman von Brigitte Riebe ist der erste Band einer Trilogie um drei Schwestern, die im Berlin nach 1945 spielt. Im Mittelpunkt dieses ersten Teils steht die älteste Schwester Rike (während in Band 2 und 3 dann jeweils ihre jüngeren Schwestern Sophie bzw. Florentine mit Vordergrund stehen werden).

                Ich lese grundsätzlich sehr gerne historische Romane – zu den verschiedensten Epochen - und fand diesen von Brigitte Riebe besonders gelungen.



                Zum einen kann man sich sehr gut in die – sehr spannende – Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin versetzen, da die Auswirkungen z.B. der Blockade und Luftbrücke, der Hungerwinter 1946/47, der Besatzung Berlins, der Währungsreform… sehr authentisch beschrieben werden. Da man die Auswirkungen auf den Alltag der Bevölkerungen miterlebt, bekommt man ein sehr gutes Bild von der Zeit. Und gerade in Berlin ist zu diesem Zeitpunkt ja wirklich extrem viel passiert!

                Zur Abrundung gibt es sogar eine Zeittafel, auf der man die einzelnen historischen Ereignisse noch einmal nachlesen kann.



                Zum anderen gefällt mir auch die Anlage der Personen sehr. Rike war mir gleich sympathisch, während andere Familienmitglieder deutlich umstrittener sind und z.T. auch noch mit der Entnazifizierung kämpfen.

                Die Familiengeschichte ist wirklich sehr gelungen angelegt und konstruiert und war so ansprechend, dass ich von Anfang an (auch aufgrund des flüssigen und fesselnden Schreibstils!) mitten im Geschehen war und mit den handelnden Personen mitgefiebert habe. Gleichzeitig hat die Geschichte noch so viel Potential für Band 2 und 3, so dass ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung freue!



                Da ich Geschichten mit und um starke Frauen mag, hat mir Rike sehr gut gefallen. Es ist beachtlich, wie sie bei all ihrer Zerrissenheit und den Schwierigkeiten und Herausforderungen der Zeit ihre Frau steht und ihren Traum nicht aufgibt. Es ist wirklich bewundernswert, wie sie um den Aufbau des Kaufhauses kämpft.



                Die Familiengeschichte hat mich auch an vielen Stellen emotional richtig berührt, weil man den Menschen beim Lesen so nahe gekommen war und zum Teil auch an das eigene Umfeld erinnert wurde.





                Fazit:

                Dieser historische Roman mit einer geschickt gewählten berührenden Geschichte in einer extrem spannenden Zeit hat mir sehr gut gefallen, ich konnte die Lesestunden richtig genießen. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung der Trilogie!

                Schwere Zeiten und starke Frauen...

                1 Beitrag
                05.08.2019

                  Rezension:

                  Die Schwestern vom Ku'damm-Jahre des Aufbaus (Teil 1) von Brigitte Riebe

                  Klappentext:
                  Berlin im Mai 1945: Es ist die Stunde Null, die Stadt liegt ebenso in Trümmern wie die Seelen der Menschen. Auch das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm ist zerstört. Fassungslos stehen die drei Schwestern Rike, Silvie und Florentine vor der Ruine des einst so stolzen Familienunternehmens. Doch Rike, die Älteste, hat einen Traum: Sie will das Kaufhaus wieder aufbauen und mit raffinierten Stoffen und neuesten Modekreationen Farbe in das triste Nachkriegsberlin bringen. Nach der Währungsreform scheint es tatsächlich aufwärts zu gehen, die Menschen hungern nach Konsum und schönen Dingen. Doch die neuen Zeiten bringen neue Probleme. Als ein dunkles Geheimnis zutage tritt, das ein unrühmliches Licht auf das Kaufhaus und seine Geschichte wirft, müssen die Schwestern erkennen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist...

                  Meinung:
                  Es ist ein toll geschriebenes Buch. Man hat das Gefühl,die Protagonistinnen bei allem zu begleiten. Man weiß viel über die deutsche Geschichte bzw. die Zeit vor und nach dem Krieg aber alles nochmal zu lesen geht einem sehr Nahe. Es ist faszinierend welche Stärke die Protagonistinnen beweisen und was sie alles schaffen und meistern.

                  Protagonistinnen:
                  Rike ist eine starke und taffe Persönlichkeit. Sie durchlebt so einiges und besonders ein Geheimnis bringt ihr Leben etwas durcheinander bzw. verwirrt sie.

                  Sylvie ist eine willenstarke Frau die durchaus weiß, welche Reize sie hat. Sie ist ehrlich und eine tolle Schwester.

                  Florentine das Küken,entwickelt sich zu einer starken und selbstbewussten jungen Dame.

                  Claire ist wirklich bewundernswert wie sie mit ihren Töchtern gemeinsam die schlimme Zeit meistert. Sie ist ehrlich und stark.

                  Alle 4 fand ich von Anfang an sympathisch. Jede ist auf ihre Art und Weise jemand den man gerne persönlich kennenlernen würde.

                  Fazit:
                  Ein toller Auftakt einer bestimmt fantastischen Triologie.
                  Ein gut recherchiertes und super geschriebenes Buch. Es nimmt einem mit auf eine Reisen in die Nachkriegszeit. So manches Mal musste ich tief durchatmen. Sei es aus Erleichterung oder Überraschung.

                  Ich kann dieses Buch nur jedem wärmstens empfehlen!Jeder der Bücher mag die einem komplett in den Bann ziehen kann ich es nur ans Herz legen.

                  5/5

                  Berlin nach dem Krieg

                  Beiträge 25
                  15.07.2019

                    Es liegen so wenige Jahre zwischen der Neueröffnung des aufwendig umgebauten Kaufhauses Thalheim & Weisgerber und dem Ende des Krieges, als eben dieses Kaufhaus nur noch eine Ruine ist. Der Krieg ist zu Ende, doch es fehlt an allem und die Menschen hungern. Aber da ist auch die Hoffnung auf bessere Zeiten und der Hunger das nachzuholen, was in den letzten Jahren nicht möglich war. Auch bei den Thalheims hat der krieg Spuren hinterlassen. Friedrich Thalheim und sein Sohn Oskar werden vermisst. Die Wertheims mussten schon früh Deutschland verlassen. Nun werden auch noch die restlichen Familienmitglieder von den Russen aus ihrer Villa vertrieben. Sie können nur wenig mitnehmen, aber zwei Nähmaschinen bilden die Grundlage für einen Neuanfang. Die älteste Tochter Rike will das Kaufhaus wiederaufbauen.
                    Mit diesem Buch startet die 50er-Jahre-Trilogie der Autorin Brigitte Riebe. Wieder einmal bin ich begeistert von dem fesselnden und authentisch Schreibstil der Autorin.
                    Auch die Personen sind sehr gut und lebendig beschrieben. Rieke setzt trotz der schweren Arbeit als Trümmerfrau alles daran, das Kaufhaus wiederaufzubauen. Unterstützt wird sie von ihrer Freundin Miriam. Aber ihre Schwestern Silvie und Florentine haben ihre eigenen Vorstellungen vom künftigen Leben. Dann kommt Friedrich zurück, der seine Tochter nicht ernst nimmt. Daher interessiert es ihn auch nicht, woher die Mittel für das Geschäft kommen
                    Es ist interessant und spannend in jene Zeit nach dem Krieg einzutauchen. Die Not ist immer noch groß, aber der Schwarzhandel blüht. Es ist aber auch eine Zeit, in der die Frauen anpacken mussten, da viele Männer im Krieg geblieben oder in Gefangenschaft waren. Es war nicht einfach für sie, bot ihnen aber auch die Möglichkeit, sich zu emanzipieren und ihren Weg zu gehen. Die Währungsreform kommt und Westberlin wird abgeschnitten von den westlichen Zonen Deutschlands. Es ist nur den Rosinenbombern zu verdanken, dass die Menschen überleben können.
                    Mir hat dieser historische Roman gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Folgebände.

                    irmgard_hahn

                    Beiträge 31
                    03.05.2019

                      Es handelt sich um eine Trilogie und ich hatte das Buch im Buchhandel oft in den Händen. Mich interessiert die Zeit, in der meine Eltern Kinder waren und ich würde gerne mehr erfahren. Die Leseprobe hat mir sehr gefallen, also werde ich mir den Roman wohl auch bald kaufen.
                      Mir gefällt nicht nur der Plot, sondern auch der flüssige Schreibstil der Autorin, der das Buch zu einem idealen Ferienroman macht. Ich bin gespannt auf die Geschichte der Berliner Frauen und ihrer Familien.

                      Wunderbarer, fesselnder Auftakt zu einer großen Trilogie

                      Beiträge 45
                      30.04.2019

                        Mit „Jahre des Aufbaus“ beginnt Brigitte Riebe ihre 50er-Jahre-Trilogie um die Schwestern der Familie Thalheim.
                        Im Prolog erleben wir im Juni 1932 die glanzvolle Eröffnung des prunkvollen Kaufhauses Thalheim & Weisgerber am Kurfürstendamm in Berlin und lernen die Familien Thalheim und Weisgerber kennen.
                        Doch der 2. Weltkrieg naht und auch das Kaufhaus wird ein Opfer der Bomben über Berlin.
                        Dieser Teil der Trilogie deckt den Zeitraum von Mai 1945 bis Sommer 1951 ab.
                        Wir erleben also das Kriegsende und die Situation im zerbombten Berlin. Die Familie Thalheim erlebte das gleiche traurige Schicksal wie viele andere Menschen in Berlin. Alma Thalheim kam bei einem Unfall ums Leben, Vater Fritz Thalheim hat wieder geheiratet, ist aber wie alle Männer im Krieg gewesen und nun vermutlich in russischer Gefangenschaft.
                        Und so halten die älteste Tochter Rike und die 2. Frau ihres Vaters, Claire, den Rest der Familie zusammen. Silvie sorgt sich um ihren Zwillingsbruder Oskar, der als vermisst gilt und das Nesthäkchen Florentine ist ein bisschen verträumt, und liebt es zu zeichnen.
                        Die Villa der Familie wird von russischen Soldaten beschlagnahmt und die Frauen ziehen in die frühere Wohnung der Großmutter Thalheim.
                        Riekes Traum ist es, das Kaufhaus wieder aufzubauen aber der Weg dorthin soll steinig und schwer werden…

                        Das Kaufhaus am Ku’damm, die Protagonisten und deren Schicksal sind fiktiv, aber Brigitte Riebe gelingt es perfekt, diese in die realen historischen Ereignisse einzubetten. Am Beispiel ihrer Figuren erzählt sie Schicksale, wie sie zur damaligen Zeit sicher mehrfach vorgekommen sind. Das hat mich sehr begeistert und ich habe oft nach hinten geblättert, wo es für den gesamten Zeitraum eine Zeittafel über die wichtigen Ereignisse, bezogen auf Berlin, gibt.
                        Sehr bildhaft schildert die Autorin die Zerstörung Berlins und den mühsamen, schweren Weg es Wiederaufbaus.
                        Eindrucksvoll lässt sie ihre Protagonisten das damalige Schicksal der Menschen in Berlin erleben, von den Trümmerfrauen über Entbehrungen, Stromsperren, Lebensmittelzuteilungen, Armut und die Blockade, und führt ihren Lesern damit ein Stück deutsche Geschichte noch einmal beeindruckend vor Augen.
                        Das alles hat mich sehr bewegt, auch weil noch einmal geschildert wird, wie es zur Teilung Deutschlands kam, die nun glücklicherweise schon lange hinter uns liegt.

                        Der wunderbare, lebendige und mitreißende Schreibstil hat mich durch die Seiten fliegen lassen und das Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.
                        Im Fokus dieses ersten Teils steht Rike Thalheim und ihre Bemühungen, das Kaufhaus wieder aufzubauen. Aber auch die anderen Figuren haben ihren maßgeblichen Anteil und alle sind authentisch und facettenreich gezeichnet. Sie machen alle in diesen schwierigen Zeiten glaubhafte Entwicklungen durch und auch die Liebe bekommt ihren Anteil an der Geschichte.
                        Es war sehr fesselnd, die Familie und besonders Rike durch diese Jahre des Aufbaus zu begleiten. Auch wenn die Zeiten schwer waren und geprägt von Entbehrungen gab es auch viele Momente der Freude, Hoffnung und Glück.
                        Durch viele Perspektivwechsel zwischen den handelnden Figuren bleibt die Geschichte spannend und Wendungen und Überraschungen sorgen für Abwechslung.

                        Dieser wirklich gelungene und packende Auftakt zur Trilogie über die Schwestern vom Ku’damm hat mich begeistert und der „Paukenschlag“ am Ende steigert noch die Vorfreude auf die Fortsetzung, in der dann die mittlere Schwester Silvie im Mittelpunkt stehen wird.


                        Fazit: 5 von 5 Sternen


                        © fanti2412.blogspot.com

                        Fanti2412

                        Beiträge 45
                        30.04.2019

                          Mit „Jahre des Aufbaus“ beginnt Brigitte Riebe ihre 50er-Jahre-Trilogie um die Schwestern der Familie Thalheim.
                          Im Prolog erleben wir im Juni 1932 die glanzvolle Eröffnung des prunkvollen Kaufhauses Thalheim & Weisgerber am Kurfürstendamm in Berlin und lernen die Familien Thalheim und Weisgerber kennen.
                          Doch der 2. Weltkrieg naht und auch das Kaufhaus wird ein Opfer der Bomben über Berlin.
                          Dieser Teil der Trilogie deckt den Zeitraum von Mai 1945 bis Sommer 1951 ab.
                          Wir erleben also das Kriegsende und die Situation im zerbombten Berlin. Die Familie Thalheim erlebte das gleiche traurige Schicksal wie viele andere Menschen in Berlin. Alma Thalheim kam bei einem Unfall ums Leben, Vater Fritz Thalheim hat wieder geheiratet, ist aber wie alle Männer im Krieg gewesen und nun vermutlich in russischer Gefangenschaft.
                          Und so halten die älteste Tochter Rike und die 2. Frau ihres Vaters, Claire, den Rest der Familie zusammen. Silvie sorgt sich um ihren Zwillingsbruder Oskar, der als vermisst gilt und das Nesthäkchen Florentine ist ein bisschen verträumt, und liebt es zu zeichnen.
                          Die Villa der Familie wird von russischen Soldaten beschlagnahmt und die Frauen ziehen in die frühere Wohnung der Großmutter Thalheim.
                          Riekes Traum ist es, das Kaufhaus wieder aufzubauen aber der Weg dorthin soll steinig und schwer werden…

                          Das Kaufhaus am Ku’damm, die Protagonisten und deren Schicksal sind fiktiv, aber Brigitte Riebe gelingt es perfekt, diese in die realen historischen Ereignisse einzubetten. Am Beispiel ihrer Figuren erzählt sie Schicksale, wie sie zur damaligen Zeit sicher mehrfach vorgekommen sind. Das hat mich sehr begeistert und ich habe oft nach hinten geblättert, wo es für den gesamten Zeitraum eine Zeittafel über die wichtigen Ereignisse, bezogen auf Berlin, gibt.
                          Sehr bildhaft schildert die Autorin die Zerstörung Berlins und den mühsamen, schweren Weg es Wiederaufbaus.
                          Eindrucksvoll lässt sie ihre Protagonisten das damalige Schicksal der Menschen in Berlin erleben, von den Trümmerfrauen über Entbehrungen, Stromsperren, Lebensmittelzuteilungen, Armut und die Blockade, und führt ihren Lesern damit ein Stück deutsche Geschichte noch einmal beeindruckend vor Augen.
                          Das alles hat mich sehr bewegt, auch weil noch einmal geschildert wird, wie es zur Teilung Deutschlands kam, die nun glücklicherweise schon lange hinter uns liegt.

                          Der wunderbare, lebendige und mitreißende Schreibstil hat mich durch die Seiten fliegen lassen und das Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.
                          Im Fokus dieses ersten Teils steht Rike Thalheim und ihre Bemühungen, das Kaufhaus wieder aufzubauen. Aber auch die anderen Figuren haben ihren maßgeblichen Anteil und alle sind authentisch und facettenreich gezeichnet. Sie machen alle in diesen schwierigen Zeiten glaubhafte Entwicklungen durch und auch die Liebe bekommt ihren Anteil an der Geschichte.
                          Es war sehr fesselnd, die Familie und besonders Rike durch diese Jahre des Aufbaus zu begleiten. Auch wenn die Zeiten schwer waren und geprägt von Entbehrungen gab es auch viele Momente der Freude, Hoffnung und Glück.
                          Durch viele Perspektivwechsel zwischen den handelnden Figuren bleibt die Geschichte spannend und Wendungen und Überraschungen sorgen für Abwechslung.

                          Dieser wirklich gelungene und packende Auftakt zur Trilogie über die Schwestern vom Ku’damm hat mich begeistert und der „Paukenschlag“ am Ende steigert noch die Vorfreude auf die Fortsetzung, in der dann die mittlere Schwester Silvie im Mittelpunkt stehen wird.


                          Fazit: 5 von 5 Sternen


                          © fanti2412.blogspot.com

                          Borkum

                          Beiträge 25
                          28.04.2019

                            Spannende Familiengeschichte eingebettet in historische Ereignisse

                            Brigitte Riebe nimmt uns mit nach Berlin zum Ende des Zweiten Weltkriegs und schildert am Beispiel der Familie Thalheim und deren Kaufhaus sehr realistisch den Wiederaufbau.

                            Die Autorin ist für ihre akribische Recherche zu ihren Büchern bekannt. Das ist auch hier der Fall. Ihr ist es wahrlich meisterhaft gelungen, die Geschichte mit den historischen Ereignissen zu verweben. Die Unterscheidung von Fiktion und Realität ist ohne Detailkenntnisse kaum auszumachen. Als Beispiel seien hier nur die Herstellung von Kleidungsstücken aus Lumpen und der Brand beim Kostümball im Februar 1947 genannt.

                            Die Erzählweise ist sehr fesselnd. Ich habe beim Lesen Zeit und Raum vergessen und bin völlig in die Geschichte eingetaucht. Mit den verschiedenen Familienmitgliedern habe ich gebangt, gezittert, mich gefreut oder auch aufgeregt.

                            Bei einer Geschichte, die über einen längeren Zeitraum mit solch gravierenden Ereignissen spielt, finde ich es wichtig, dass die Protagonisten auch eine gewisse Entwicklung durchmachen. Die Auswirkungen des Krieges mit all ihren Facetten sind bei den einzelnen Personen authentisch dargestellt und gut erkennbar, so dass ich auch in dieser Hinsicht nicht enttäuscht wurde.

                            Die Zeittafel der Jahre 1945 - 1951 mit Ereignissen in Berlin ist eine gute Unterstützung zum Verständnis des Zeitgeschehens und das Zückerchen oben drauf.

                            Es gibt nicht so häufig Bücher, bei denen ich traurig bin, das Ende erreicht zu haben … dieses ist so eins. Mein einziger Trost, es handelt sich um den ersten Band einer Trilogie, so dass ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung freuen kann. Heute bleibt mir nur eine unbedingte Leseempfehlung für alle Freunde von Familiensagas auszusprechen und die Höchstzahl an Sternen für dieses brillant geschriebene Buch zu vergeben.

                            scarlett59

                            Beiträge 5
                            23.04.2019

                              Zum Inhalt:
                              Das Kaufhaus Thalheim am Kurfürstendamm wurde 1932 nach Modernisierung neu eröffnet, jedoch im dann folgenden Krieg völlig zerstört. Die Schwestern Rike, Silvie und Flori müssen in den Nachkriegsjahren nicht nur mit Hunger und Entbehrungen fertig werden. Aber Rike hat den großen Traum, das Kaufhaus wieder aufzubauen – neuer und schöner als zuvor …

                              Meine Meinung:

                              Dieser erste Teil handelt in den Jahren 1945 – 1951 und spiegelt sehr gut die schwere Zeit nach Kriegsende wieder.

                              Die Autorin bringt sehr viel Lokalkolorit ein, was mich als Berliner natürlich freut. Bekannte Ereignisse der Zeitgeschichte werden mit der Familiengeschichte der Thalheims verknüpft, was diesen Roman so realistisch wirken lässt. Gerade diese fiktive Story um Familienprobleme, Liebe und Vergangenheitsbewältigung macht die schrecklichen Tatsachen „leichter verdaulich“ und lässt den Leser ein wenig „durchatmen“.

                              Da ich selbst diese Zeit nicht miterlebt habe, freue ich mich umso mehr auf die folgenden Bände, in der Hoffnung, Einiges mit eigener Erfahrung abgleichen zu können. Leider musste ich während der Lektüre feststellen, dass der 2. Teil erst im September d.J. erscheinen soll. (Hätte ich mal lieber noch damit gewartet, das Buch zu beginnen. *zwinker*)

                              Bei einer Stelle im Buch auf Seite 116 musste ich schmunzeln, denn diese Aussage werde ich mir als Rechtfertigung für die Zukunft merken: „Ich rede auch oft mit mir selbst. Gedanken werden klarer, wenn man sie laut ausspricht. Daran ist nichts Verkehrtes.“

                              Fazit: eine gelungene Mischung aus Zeitgeschehen und Fiktion, festgemacht an einer Familiengeschichte

                              Bibliomarie

                              Beiträge 19
                              22.04.2019

                                Berlin liegt in Trümmern, endlich ist der Krieg vorbei – aber unvorstellbare Not und Chaos bestimmen die Tage der Überlebenden. Rike, die älteste Tochter des Kaufhauskönigs Thalheim übernimmt die Führung in der Familie. Der Vater im Gefängnis, die Brüder in Kriegsgefangenschaft oder an der Ostfront vermisst, da braucht es ihre Tatkraft und ihre Energie. Aber alles wird überschattet von der Angst vor der Zukunft. Schreckliche Geschichten über die russischen Besatzer machen die Runde. Die Mutter und die älteren Schwestern verdingen sich als Trümmerfrauen umso ein paar zusätzliche Lebensmittelmarken zu ergattern, aber Rike und ihre überlebende Freundin Mirjam blicken auch in die Zukunft.


                                Brigitte Riebe ist Historikern und eine tolle Erzählerin. Wie sie die Wochen und Monate nach Kriegsende beschreibt, hat mich immer wieder innehalten lassen. Erzählungen von Eltern und Großeltern wurden wieder wach! Von Hamsterkäufen und Schwarzmarkt, von der Suche nach Brennmaterial im kalten Winter, von der Luftbrücke und der alliierten Solidarität mit den eingeschlossenen Berlinern habe ich oft gelesen und gehört, aber in diesem Roman wird es plötzlich lebendig. Vielleicht liegt es auch an der Hauptfigur Rike, die hier im ersten Band einer Trilogie das Geschehen beherrscht. Die Folgebände werden den Schwestern gewidmet sein. Rike ist eine Frau, die ihre Wünsche und Sehnsüchte dem praktischen Überleben unterordnen muss und doch nie ihr eigentliches Ziel aus den Augen verliert. Für mich eine starke und sympathische Protagonistin. Aber auch die Schicksale der anderen Familienmitglieder kommen nicht zu kurz.


                                Der Roman ist fesselnd geschrieben und hat mich völlig in Bann gezogen. Auch wenn es abgedroschen klingt, ich konnte nicht aufhören zu lesen, wollte das Buch bis zum Schluss nicht aus der Hand legen.


                                Der Roman umfasst die Jahre 45 – 51 und ganz besonders die Geschehnisse der ersten Nachkriegsjahre haben mir gefallen. Meisterhaft wie die Aufbruchsstimmung zu spüren ist, dahinter immer noch die Angst vor der Zukunft und die Sorge um Angehörige. Eine vielschichtige und sehr berührende Geschichte. Die ausführliche Zeittafel am Ende des Buches habe ich sehr geschätzt und immer wieder aufgeblättert. Ich fand es gekonnt, wie die Autorin ihre fiktive Geschichte mit den historischen Ereignissen verbindet, das hat mich das Geschehen miterleben und mitfühlen lassen.

                                Nabura

                                Beiträge 32
                                06.03.2019

                                  Die drei Schwestern Rike, Sylvie und Flori leben in Berlin, als im Mai 1945 die Sowjetarmee in Berlin einzieht. Der Familie gehörte vor dem Krieg ein prächtiges Kaufhaus am Ku‘damm, das nun in Schutt und Asche liegt. Ihr Vater Friedrich Thalheim ist ein Gefangener, seit er in den letzten Tagen des Krieges Teil des Volkssturms werden musste und nun ist auch ihre Villa beschlagnahmt. Gemeinsam mit Friedrichs zweiter Frau ziehen die Schwestern in die alte Wohnung ihrer Großmutter und beginnen die Arbeit als Trümmerfrauen, um mehr Lebensmittel zu erhalten. Rikes Wunsch ist es, das Kaufhaus so bald wie möglich wieder aufzubauen. Dafür fehlt aber nicht nur Geld, auch die politische Situation muss sich verbessern. Dennoch ist Rike fest entschlossen, alles zu tun, damit der Wunsch wahr werden kann.

                                  Mir gefällt das klassische Cover des Buches sehr gut. Im Hintergrund sieht man das Café Kranzler, in den 50er Jahren eine bekannte Berliner Institution. Davor ist eine Frau abgebildet, die Rike sein könnte, die älteste der Thalheim-Töchter. Diese lernt man erstmals in einem kurzen Prolog im Jahr 1932 kennen. Gerade wurde das Kaufhaus Thalheim & Weisgerber frisch renoviert und die ganze Familie kommt vorbei, um das Ergebnis zu bestaunen.

                                  Die Geschichte springt danach in Jahr 1945, wo nichts mehr ist wie zuvor. Rike ist inzwischen 25 Jahre alt, ihre Mutter Alma vor 13 Jahren gestorben, ihr Bruder Oskar im Krieg verschollen, ihr Vater in Gefangenschaft. Dieser hat kurz nach dem Unfalltod ihrer Mutter neu geheiratet, sodass sie und Sylvie mit ihrer Stiefmutter Claire und ihrer Halbschwester Flori zusammenleben. Nach dem Kriegsende stehen sie alle quasi vor dem Nichts und ihre Gedanken gelten in erster Linie dem Weiterleben und dem Wunsch, dass Friedrich aus der Gefangenschaft entlassen wird.

                                  Die Autorin fängt die Stimmung Berlins unmittelbar nach Kriegsende gelungen ein. Gut konnte ich mich in die Lage von Rike hineinversetzen, die für mehr Lebensmittel der anstrengenden Tätigkeit als Trümmerfrau nachgeht und gleichzeitig schon Pläne schmiedet, wie man wieder ins Modegeschäft einsteigen könnte. Einige Stoffe konnte die Familie vor dem Krieg auf Seite schaffen, und durch Zufall trifft sie nach kurzer Zeit auch die jüdische Schneiderin Miri, die den Krieg in Verstecken überlebt hat und deren Mutter einst für Rikes Vater gearbeitet hat. Doch die Wiedereröffnung des Kaufhauses liegt aufgrund von Geldmangel, stenger Rationierung und der angespannten politischen Situation in weiter Ferne.

                                  Die Autorin führt den Leser zügig durch die Monate und Jahre und lässt ihn an wichtigen Momenten im Leben der Thalheims teilhaben. Dabei steht Rike als Charakter im Vordergrund, aber auch die Entwicklung von Sylvie und Flori, die in den weiteren Bänden in den Fokus rücken sollen, wird beschrieben. Rike ist die vernünftigste der Schwestern und versucht, langfristig zu planen. Bald kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur, bei dem sie sich nicht sicher ist, ob sie es durch weitere Nachforschungen lüften will. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz – nachdem Sylvie ihr einige Jahre zuvor den Verlobten ausgespannt hat ist sie nun bereit, ihr Herz neu zu vergeben.

                                  „Die Schwestern vom Ku’damm: Jahre des Aufbaus“ ist atmosphärisch erzählt und lässt den Leser ins Berlin der Nachkriegszeit eintauchen. Hautnah erlebt man eine Zeit zwischen Hoffnung und Hunger mit, die Isolierung Berlins mit einer Versorgung per Luftbrücke und schließlich die Einführung einer neuen Währung. Die Autorin hat drei selbstbewusste Frauenfiguren geschaffen, die eine innere Stärke besitzen und sich selbst trotz aller Restriktionen verwirklichen wollen. Ich konnte tief in die Geschichte eintauchen und werde auf jeden Fall weiterlesen, denn ich will unbedingt wissen, wie es für die Thalheim-Töchter weitergeht!

                                  Zweite Buchhälfte zu flüchtig erzählt

                                  1 Beitrag
                                  04.03.2019

                                    INHALT:
                                    Berlin, 1945: Nach dem zweiten Weltkrieg steht die Stadt in Trümmern. Auch das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm wurde komplett zerstört.
                                    Von den Männern der Thalheims, darunter Vater und Bruder, fehlt seit dem Krieg jede Spur. Deshalb nimmt Rike, die älteste Tochter der Familie Thalheim, das Ruder in die Hand. Sie träumt davon, das Familienunternehmen wieder aufzubauen und mit neuen Schnitten und bunten Stoffen, ein wenig Farbe in den beschwerlichen Alltag der Nachkriegszeit zu bringen.
                                    Doch vor Rike und ihren beiden Schwestern liegt ein beschwerlicher Weg. Schließlich mangelt es der Bevölkerung nach dem Krieg an allem. Aber Rike gibt nicht auf und stößt dabei auf ein dunkles Geheimnis...


                                    MEINUNG:
                                    Anschaulich und mit einfacher Wortwahl schildert Brigitte Riebe im ersten Band der Trilogie von der beschwerlichen Nachkriegszeit. Alles liegt in Trümmern, den Menschen fehlt es an Nahrung, Kleidung, Unterkünften, Geld, Kohle, Arbeit und noch so vielem mehr. Die Autorin hat es geschafft, mir diese Situation direkt vor Augen zu führen. Besonders in der ersten Hälfte des Buches liegt darauf auch der thematische Fokus.
                                    Dabei wurde der historische Hintergrund wunderbar mit der Handlung verknüpft und verständlich dargestellt.
                                    Auch die ersten Schritte um das Familienunternehmen wieder aufzubauen, habe ich mit Interesse verfolgt.

                                    Leider konnte mich das Buch jedoch ab ca. der Hälfte immer weniger begeistern.
                                    Während im ersten Teil die Geschichte noch recht ausführlich erzählt wird, hätte ich mir auch für den zweiten Teil detailreiche Beschreibungen und langsam vonstatten gehende Handlungen gewünscht.
                                    Denn die flüchtige Erzählweise in der zweiten Buchhälfte führte dazu, dass mir die Geschichte plötzlich zu konstruiert wirkte, bei mir keine Emotionen mehr ankamen und immer mehr Längen entstanden.
                                    Durch die späteren Liebesgeschichten hat sich für mich zudem der rote Faden zwischendurch etwas verloren.
                                    Schade, denn das Buch hatte gut angefangen!

                                    FAZIT: Toll beschriebene Nachkriegszeit in der ersten Buchhälfte; für die zweite Hälfte hätte ich mir jedoch weniger Handlung und dafür ausführlichere Schilderungen gewünscht. 3/5 Sterne!

                                    buchina

                                    Beiträge 7
                                    14.02.2019

                                      Als erstes möchte ich den Illustrator des Covers mein Lob aussprechen. Dies ist wirklich gelungen, schöne dezente Farbgestaltung und es passt zum Design der 50iger Jahre. Und auch die beiden Folgebände die Mitte 2019 und Mitte 2020 erscheinen passen perfekt zu Band 1 und zu ihrer Zeit.
                                      Das Buch startet mit einem kurzen Rückblick ins Jahr 1932 mit der Eröffnung des Kaufhauses am Kurfürsten Damm. Man spürt sofort die Spannung, aber auch die Freude. Keiner kann sich vorstellen, dass in wenigen Jahren, die Welt anders aussehen wird. Nach diesem Prolog beginnt das Buch mit der Geschichte des Wiederaufbaus nach dem Krieg, die Welt und auch das Kaufhaus liegt in Trümmern.
                                      Der Roman fängt die Stimmung sehr gut auf. Einerseits die Trauer um die Verluste, die schwere Zeit, der Hunger, die Zerstörung. Was mussten sie damals ertragen. Anderseits die Vorwärtsstimmung, der Optimismus „es wird wieder besser“. Vor allem Rike, einer der drei „Kaufhaus-Schwestern“, glaubt an neue Zukunft des Kaufhauses.
                                      Mir hat es richtig Freude gemacht bei dem Aufbau der neuen Zukunft dabei zu sein. Der Schreibstil der Autorin macht es mir leicht, mich in die Zeit und die Stimmung damals hineinzuversetzen. Der Roman hat alles, Spannung, lebendige Charaktere und sehr gut beschriebene Umgebung inklusive einer Autorin, der es gelingt geschichtliche Ereignisse gekonnt in die fiktive Geschichte einzuarbeiten, so dass ich oft das Gefühl hatte wahre Geschichte zu lesen.
                                      Ein rundum gelungener historischer Roman, der mich mitgerissen und emotional berührt hat. Ich freue mich schon auf die Folgebände.

                                      Buchbiene

                                      Beiträge 8
                                      13.02.2019

                                        Brigitte Riebe hat einen wunderbaren, mitreißenden Schreibstil.
                                        Sie hat es geschafft die schwierige Zeit von 1945 - 1951 in eine
                                        Familiengeschichte einzubinden.
                                        Zeitgeschehen wird spannend und interessant verpackt wieder gegeben.
                                        Der Leser wird in die Geschichte entführt, mit vielen aha-Momenten
                                        und den entsprechenden Bildern vor den Augen.
                                        Die Charaktere sind alle so lebensecht und man lebt und leidet mit
                                        ihnen. Hofft und bangt und ist froh, dass man diese Zeit nicht miterleben
                                        musste. Das Ende ist offen und macht Lust auf mehr.
                                        Sehr schön und auch hilfreich ist die Zeittafel am Ende des Buches.
                                        Eine sehr gelungene Zeitreise in die sogenannten Wirtschaftswunderjahre.

                                        Franzi79

                                        Beiträge 9
                                        06.02.2019

                                          Die Schwestern vom Ku`damm ist ein wunderschöner Roman, der die Berliner Nachkriegsgeschichte spannend und unterhaltsam erzählt. Rike ist eine starke Frau und kämpft für ihre Ziele. Ihr Aufstieg von der Trümmerfrau zur selbständigen Unternehmerin ist kurzweilig und einfach nur interessant.
                                          Ich freu mich schon auf die Fortsetzung der Familiensaga.

                                          Sissy

                                          Beiträge 22
                                          29.01.2019

                                            Das Buch ist der Auftakt einer Trilogie um drei Schwestern im Berlin der Nachkriegsjahre. Diese Geschichte dreht sich hauptsächlich um Katharina, genannt Rike, die älteste Tochter. Rike hat es sich zum Ziel gesetzt, das zerbombte Kaufhaus der Familie wieder aufzubauen. Nach dem Testament ihres Großvaters und einem dazugehörigen Brief ist die vernünftige Rike emotional ziemlich durcheinander - vor allem, da sie ein Geheimnis vorerst nicht mit der Familie teilen kann.

                                            Die Autorin ist promovierte Historikerin und das merkt man in diesem Buch durch und durch. Der Leser erfährt sehr viel geschichtliches aus dieser Zeit, was mich auch an diesem Buch gereizt hat. Zu erfahren wie das Leben damals war - vor allem in Berlin. Und das ist der Autorin wirklich gelungen. Ich habe sehr viel gelernt, und das gut verpackt in einer interessanten Geschichte.

                                            Rike selber habe ich sehr gemocht, allerdings bekam ich sie nicht richtig zu fassen. Sie ist eine sehr vernünftige, bodenständige junge Frau mit sehr viel Verantwortungsgefühl. Bei ihrer Geschichte erging es mir so, das ich sie sehr gerne gelesen habe, das Buch aber auch leicht zur Seite legen konnte. Ich denke, ihre Schwester Sylvie wird mich mit ihrem Temperament im 2. Teil mehr mitziehen.

                                            Daher vergebe ich für dieses Buch 4,5 Sterne - für eine lehrreiche, gut erzählte Geschichte - und freue mich jetzt schon auf Sylvie.

                                            KimVi

                                            Beiträge 29
                                            16.01.2019

                                              Schon immer hat das Familienunternehmen Rike, die älteste Tochter der Thalheims, fasziniert. Doch nun, im Mai 1945, ist zwar der Krieg endlich vorbei, doch das einst so angesehene Kaufhaus am Ku'damm liegt in Schutt und Asche. Der Vater ist in Gefangenschaft und der Bruder verschollen. Rike versucht ihre jüngeren Schwestern und die zweite Frau ihres Vaters durch diese schwere Zeit zu bringen. Der Wiederaufbau des Kaufhauses ist Rikes größter Traum. Doch schon bald stellt sie fest, dass die Erfüllung dieses Traums nicht so einfach zu realisieren ist. Denn zunächst gilt es, die Familie durchzubringen. Doch Rike hält, trotz aller Probleme, an ihrem großen Traum fest....

                                              "Die Schwestern vom Ku'damm - Jahre des Aufbaus" ist der Auftakt der 50er-Jahre-Trilogie von Brigitte Riebe. Im Zentrum der Handlung stehen die drei Thalheim-Schwestern. In diesem Auftaktband, in dem man die Familie durch die Jahre 1945 bis 1951 begleitet, liegt der Fokus auf Rike, der ältesten Schwester. Doch auch die anderen Familienmitglieder lernt man ausführlich kennen. Brigitte Riebe gelingt es dabei hervorragend, dass man sich als Leser schon früh als weiteres Familienmitglied fühlt und die Zeit des Aufbaus fasziniert verfolgt.

                                              Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Die besondere Stimmung des Aufbaus, die Euphorie, aber auch die Rückschläge und Probleme, schweben zwischen den Zeilen, sodass man mühelos ins Berlin der Nachkriegszeit eintauchen kann. Eine Zeittafel am Ende des Buchs gibt Auskunft darüber, welche historischen Begebenheiten in die fiktive Handlung einfließen und sie dadurch noch authentischer wirken lassen. Durch Brigitte Riebes wunderbare Erzählkunst erlebt man die Entbehrungen der Menschen, ihre Sorgen und Nöte, aber auch die Hoffnung, dass es nun doch endlich aufwärts gehen muss, hautnah mit. Man bekommt einen lebendigen Eindruck, welche Auswirkungen u.a. die Lebensmittelknappheit, fehlendes Heizmaterial, die andauernde Entwertung des Geldes und die Berliner Blockade haben und beobachtet die Schicksale fasziniert. Die Protagonisten wirken dabei so authentisch, dass man sich gar nicht mehr von ihnen trennen mag.

                                              Ich habe diesen Auftaktband regelrecht verschlungen, da ich vom ersten Moment im Bann der Erzählung war. Die Familie Thalheim ist mir sofort ans Herz gewachsen und deshalb habe ich ihr Schicksal gebannt verfolgt. Der historische Hintergrund verknüpfte sich dabei so hervorragend mit der Handlung, dass ich die damalige Atmosphäre regelrecht spüren und mich kaum noch vom Gelesenen lösen konnte. Ich empfehle diesen fesselnden Auftaktband begeistert weiter und bin schon jetzt gespannt auf die beiden weiteren Teile.

                                              Beeindruckende geschichtliche Recherche, die Familiengeschichte könnte etwas mehr Tiefe vertragen

                                              1 Beitrag
                                              10.01.2019

                                                Berlin in der Nachkriegszeit – die Stadt liegt in Trümmern. Die Schwestern Rike, Silvie und Florentine, sowie die 2. Ehefrau des Vaters finden Unterschlupf in einer kleinen Wohnung und arbeiten als Trümmerfrauen.

                                                Dieses Buch wird aus der Perspektive der ältesten Thalheim-Schwester Rike erzählt. Sie und ihre Schwestern wuchsen privilegiert als Kinder des Kaufhaus-Inhabers Friedrich Thalheim in einer schönen Stadtvilla auf. Dieser Zeitabschnitt wird lediglich in der Erinnerung von Rike angerissen. Die eigentliche Geschichte beginnt mit Ende des 2. Weltkriegs und der Besatzung durch die Sowjets. Das Buch ist prall gefüllt mit gut recherchiertem Hintergrundwissen hinsichtlich der damaligen Verhältnisse. Übrigens wird das Ganze noch ergänzt durch eine Zusammenstellung einiger wichtigen historischen Fakten aus der Zeit, welche als Anhang beigefügt ist. In diese Zeittafel habe ich diverse Male beim Lesen geschaut. Vieles wußte ich nicht/nicht mehr, daher finde ich derartige Glossars immer gut.

                                                Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass das Hauptaugenmerk eben auf jenen historischen Daten und Randinformationen liegt. Dabei gerät die Geschichte rund um die Thalheim-Schwestern manchmal etwas in den Hintergrund. Zwar ist die Story permanent präsent, aber nicht vollkommen im Fokus. Daher fand ich die Entwicklung zwar interessant, konnte aber nicht vollumfänglich mitfühlen. Das ist natürlich Geschmackssache, aber mehr Einblicke in Rikes Gefühlswelt und mehr Szenentiefen hier und da hätte ich persönlich besser gefunden. Denn eigentlich empfinde ich sie als sehr starke Persönlichkeit, wenngleich das an der ein oder anderen Stelle mehr in den Vordergrund gekonnt hätte. Insgesamt hat mir die erste Hälfte des Buches mehr zugesagt, als der Rest. Man war einfach näher „am Geschehen“, während sich in der 2. Hälfte sehr viel um Sylvies Auftritte und einige italienische Bekanntschaften drehte.

                                                Der Schreibstil ist klasse und lud mich zum schmökern ein. Man fühlt stets die umfangreiche Recherchearbeit der Autorin. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen – es bietet einige interessante Einblicke in das Leben der sog. Trümmerfrauen und die Zeit der Besatzung. Abschließend vielen Dank an den Rowohlt/Wunderlich Verlag für das Rezensionsexemplar.

                                                Persephone13

                                                Beiträge 23
                                                23.12.2018

                                                  "Die Schwestern vom Ku-Damm" ist ein wirklich sehr lesenswerter historischer Roman, der die Stimmung in Berlin in der Nachkriegszeit und der Zeit des Wiederaufbaus gekonnt einfängt. Es wird erzählt, wie sich die einst vermögende und erfolgreiche Familie Thalheim (die drei Schwestern Rike, Silvie und Florentine und ihr Vater, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist, nachdem das Familien-Unternehmen, das Kaufhaus Thalheim im Krieg zerstört wurde) aus den Trümmern herausarbeiten muss und wie die einzelnen Charaktere dabei versuchen, die Schrecken des Krieges zu verarbeiten. Jede der Schwestern geht dabei ihren eigenen Weg, das Ziel ist jedoch, dem Familienunternehmen wieder zu altem Glanz zu verhelfen

                                                  Anitram

                                                  Beiträge 4
                                                  13.12.2018

                                                    Kaufrausch nach einer schweren Zeit
                                                    Brigitte Riebes Roman “Die Schwestern vom Ku´damm“ ist der erste Teil einer Trilogie über das Berlin der Nachkriegszeit. Der erste Band beginnt mit einem Prolog, der eine Rückblende in das Jahr 1932 darstellt, als das Kaufhaus Thalheim glanzvoll eröffnet wurde. Der Patriarch Friedrich Thalheim hat das Unternehmen zusammen mit seinem Partner Markus Weisgerber gegründet. Der eigentliche Roman setzt im Jahr 1945 ein. Da liegt das einst prachtvolle Kaufhaus in Schutt und Asche. Während der Abwesenheit des Vaters übernimmt die älteste Tochter Ulrike genannt Rike die Verantwortung für die drei Jahre jüngere Schwester Sylvie und die kleine Florentine aus der zweiten Ehe des Vaters mit Claire. Sylvies Zwillingsbruder Oskar wird vermisst. In dieser Zeit fehlt es an allem. Rike und ihre jüdische Freundin Miriam, die im Gegensatz zu ihrer Mutter die Verfolgung überlebt hat und der Deportation entgangen ist, verdingen sich als Trümmerfrauen. Rike verliert trotz allem ihren Traum nicht aus den Augen. Sie will das Kaufhaus wieder aufbauen, weil sie sicher ist, dass sich die Menschen nach der schweren Zeit nach Luxus und Schönheit sehnen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.
                                                    Die Autorin beschreibt sehr anschaulich das Leben der sehr unterschiedlichen Schwestern, aber gibt auch Einblick in dunkle Familiengeheimnisse und in Rikes Schwierigkeit, sich gegenüber dem dominanten Vater zu behaupten, als dieser versehrt zurückkehrt und dennoch das Ruder im Familienbetrieb wieder übernehmen will.
                                                    Riebe hat sehr gründlich recherchiert. Sie lässt diese Epoche deutscher Geschichte lebendig werden: Trümmerfrauen, Lebensmittelrationierung, die Maßnahmen der Alliierten, die Blockade von Berlin, die “Rosinenbomber“, die Anfänge der DDR und der SED usw. Die Erzählung wirkt so authentisch, dass ich die Geschichte der Thalheims lange nicht für fiktiv gehalten habe. Der Roman ist interessant und spannend – keinesfalls eine trockene Geschichtsstunde - und liest sich trotz seines Umfangs sehr gut.

                                                    tabea1212

                                                    Beiträge 6
                                                    07.12.2018

                                                      Berlin, 1945: Die Stadt liegt in Trümmern, alle Menschen sind seelisch am Ende. Der Alltag wird von unvorstellbarer Not bestimmt. Das Kaufhaus der Thalheims wurde zerbombt, bald wird außerdem noch ihre Villa in Beschlag genommen. Die drei Schwestern Rike, Silvie, Florentine und Florentines Mutter kämpen um ihr Überleben. Ihr Vater ist im Gefängnis und von ihrem Bruder haben sie schon lange Zeit nichts mehr gehört. Doch Rike hat den Traum das Kaufhaus wiederaufzubauen und mit Mode Farbe in das zerstörte Nachkriegsdeutschland bringen. Nach der Währungsreform haben die Leute Sehnsucht nach schönen Konsumgüter, aber die Thalheimschwestern haben es schon bald mit neuen Problemen zu tun.

                                                      Brigitte Riebe ist nicht nur Historikerin sondern auch eine fantastische Autorin ! Sie verpackt die Nachkriegsjahre in eine spannende Geschichte und schafft gleichzeitig ein Verständins für die Situation der Menschen zur damaligen Zeit. Rike ist ein symphatische junge Frau, die für ihren großen Traum kämpft und sich von nichts davon abbringen lässt, auch nicht durch harte Schicksalsschläge und Krieg. Es ist großartig wie detailliert die Autorin das Leben zur damaligen Zeit beschreibt, seien es der Hunger, das Erfieren, der Schwarzmarkthandel, oder die Entwicklung der Zonen, alles ist authentisch in die Geschichte der Thalheims eingefasst worden. Auch der fesselnde Schreibstil der Autorin hat dazu beigetragen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Am Ende des Buches wurde ich dann noch von einer Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse in den Nachkriegsjahren überrascht. Einfacht toll ! Ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie es Rike und ihrer Familie in den nächsten Bänden ergehen wird!

                                                      milkysilvermoon

                                                      Beiträge 22
                                                      05.12.2018

                                                        Berlin im Frühjahr 1945: Ulrike Thalheim (Jahrgang 1920), genannt Rike, und ihre Familie stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Das schöne Kaufhaus am Ku’damm wurde durch den Krieg und seine Folgen zerstört. Familienpatriarch Friedrich Thalheim ist versehrt, Bruder Oskar verschollen. Die Kriegsgewinner haben das Haus der Familie in Beschlag genommen. Zusammen mit ihren jüngeren Schwestern Silvie (Jahrgang 1923) und Florentine (Jahrgang 1934), genannt Flori, sowie ihrer Stiefmutter Claire muss sich Rike etwas einfallen lassen. Und sie hat einen Traum: Sie will das Kaufhaus wieder aufbauen. Aber in den Nachkriegsjahren kommt es immer wieder zu Problemen…

                                                        „Die Schwestern vom Ku’damm – Jahre des Aufbaus“ ist der erste Teil der 50er-Jahre-Trilogie von Brigitte Riebe.

                                                        Meine Meinung:
                                                        Der Roman besteht aus einem Prolog, der eine Rückblende ins Jahr 1932 darstellt, sowie zwölf Kapiteln. Der erste Band der Thalheim-Reihe behandelt die Jahre 1945 bis 1951. Die Geschichte spielt vorwiegend in Berlin, zum Teil aber auch in Italien. Dieser Aufbau funktioniert gut.

                                                        Der Schreibstil ist flüssig, angenehm und anschaulich. Er lässt viele Bilder entstehen. Daher fiel es mir leicht, in die Geschichte einzutauchen, und ich habe das Buch nur ungerne zur Seite gelegt.

                                                        Vor allem die Frauenfiguren im Roman gefallen mir gut. Es gibt mehrere starke Charaktere – allen voran Rike, die im ersten Band der Thalheim-Trilogie im Mittelpunkt steht. Sie war mir mit ihrer praktischen und vernünftigen, aber auch fürsorglichen Art sehr sympathisch. Ihre Entwicklung habe ich gerne verfolgt. Daneben gibt es auch Personen, an denen man sich reiben kann. Die Charaktere im Roman wirken durchaus authentisch.

                                                        Die Stärke des Romans liegt in der fundierten Recherche, die immer wieder deutlich wird. Der Autorin gelingt es, historische Fakten und Details gekonnt in die fiktive Geschichte einzuweben. Selbst Leser, die in der deutschen Historie schon recht versiert sind, finden hier noch wissenswerte und interessante Aspekte, was den Roman zu einer gleichsam unterhaltsamen wie lehrreichen Lektüre macht. Ein Pluspunkt ist für mich auch die Chronik, die die wichtigsten historischen Ereignisse der Jahre 1945 bis 1951 in Berlin auflistet. Sie bietet Orientierung vor allem für diejenigen, die eine Auffrischung des geschichtlichen Kontextes brauchen.

                                                        Trotz der eher hohen Seitenzahl kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Immer wieder baut sich durch Wendungen und Überraschungen Spannung auf. Bis zum Schluss werden allerdings nicht alle Fragen beantwortet. Eine geschlossene Geschichte ergibt sich vermutlich erst nach dem Lesen aller drei Bände.

                                                        Das hübsche Cover vermittelt Nostalgie und passt gut in die Optik jener Zeit. Auch der Titel ist treffend gewählt.

                                                        Mein Fazit:
                                                        „Die Schwestern vom Ku’damm – Jahre des Aufbaus“ von Brigitte Riebe ist ein gelungener Roman, der mir schöne Lesestunden bereitet hat. Auf die Fortsetzungen bin ich bereits gespannt.

                                                        yesterday

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                                                        22.11.2018

                                                          Die Stärken dieses historischen Romans liegen ganz klar in der Recherche und der Einbringung aller tatsächlichen Fakten und Begebenheiten in die fiktive Geschichte um eine Berliner Kaufhausfamilie. Krieg macht alle gleich. Wer nicht gerade durch die Rüstungsindustrie daran verdienen konnte, wurde arm, verlor das mühsam aufgebaute und musste hungern und generell um das bisschen Existenz kämpfen, das geblieben war.

                                                          Egal, wie reich oder arm, wie beliebt oder einsam jemand vorher war, 1945 erwischt es quasi alle. Nicht nur mit Bomben landet der Krieg seine Treffer, auch psychologisch wird vieles zerstört. Mittendrin verliert die angesehene Familie Thalheim beinahe alles: das Kaufhaus, Vorräte, Maschinen, Verbündete.

                                                          Brigitte Riebe zeichnet ein düsteres Bild der damaligen Zeit und zeigt in Teil 1 der geplanten Trilogie den mühsamen Weg heraus aus Schutt, Besetzung und Einschränkung. Im Fokus stehen Rike, Silvie und Flori, drei (privilegierte) Schwestern. Ihnen standen für damalige Verhältnisse zwar viele Türen offen, dennoch können sie ihre wahren Talente erst zu Kriegsende zeigen, da sie nun, da viele Männer tot, vermisst oder krank sind, energisch das Ruder übernehmen.

                                                          Denn der Krieg war nicht nur Gleichmacher da, sondern auch Chance. Ein Neubeginn war für alle Schichten oberstes Ziel, viele Frauen mussten sich gezwungenermaßen emanzipieren, was bei Weitem nicht selbstverständlich war. Auch wenn es Rückschläge gab, gesellschaftlich gab es durch den Krieg eine Chance zum Wandel. Langsam, aber stetig.

                                                          Wir leben heute im Überfluss, können uns - obwohl es noch keine 80 Jahre her ist und noch einige ältere Menschen von ihren Erinnerungen berichten können - dennoch nur schwer vorstellen, wie stark damaligen Werte das Leben prägten, wie hart die Umstände (Lebensmittelmarken, längere Zeit kein Strom, teilweise kaum Wasser,...) wirklich waren.

                                                          Beim Lesen begleiten wir die Hauptcharaktere durch Not, durch Verzweiflung aber auch durch neue Hoffnung. Und wie jede Familie haben auch die Thalheims ein paar Geheimnisse, die es aufzudecken gilt...

                                                          Gina1627

                                                          Beiträge 11
                                                          19.11.2018

                                                            Ein unglaublich beeindruckendes Meisterwerk! Chapeau!

                                                            Hoffnung, Träume und ein starker Wille sind der Antrieb für die drei Talheim Schwestern Rike, Silvie und der kleinen Florentine, die sich nach dem Ende des verheerenden Krieges 1945 in Berlin wieder eine neue Existenz aufbauen wollen. Große Dankbarkeit erfüllt sie, dass sie dieses Unheil überlebt haben und hoffen das Gleiche auch für ihren verschollenen Vater und ihren Bruder Oskar. Voller Wehmut denken sie an eine glanzvolle Zeit zurück, in der ihre Familie 1932 die prachtvolle Eröffnung ihres Kaufhauses auf dem Ku’damm gefeiert hat. Doch jetzt liegt alles in Schutt und Asche. Vorrausschauend denkt Rike an die Zeit, in der die Menschen nach all dem Elend wieder den Wunsch nach schönen Dingen verspüren werden und plant einen Neuaufbau an gleicher Stelle. Doch noch liegt ein sehr entbehrungsreiches Leben vor ihnen, das geprägt wird durch die politischen Rangeleien, Aufarbeitung der Vergangenheit, dem Leid und Elend, die die Nachkriegszeit mit sich bringt und einem Geheimnis, dessen Enthüllung ihre Zukunft gefährden könnte. Schafft Rike es gegen alle Widrigkeiten ihren Traum zu verwirklichen und die Familie zusammenzuhalten?

                                                            Mein erster Gedanke nach dem Beenden dieses sehr beeindruckenden Buches war die Gewissheit, dass ich hier gerade einen brillanten historischen Roman gelesen habe! Mit großer Hochachtung verneige ich mich vor Brigitte Riebe, der es mit einer Perfektion gelungen ist, eine außerordentlich faszinierende Familiengeschichte einer Kaufhausdynastie mit geschichtlichen Begebenheiten und eindringlichen menschlichen Schicksalen zu verknüpfen. Je tiefer man in das Buch einsteigt, desto überwältigter ist man von der gekonnten Erzählweise und dem Aufbau dieses einzigartigen Meisterwerkes. Alles ist so lebendig und unglaublich bildlich dargestellt, voller Emotionen und Dramaturgie und für jeden bewegenden Moment wurde eine besondere Atmosphäre geschaffen!
                                                            Freud und Leid liegen in dieser Zeit so nah beieinander und das spürt man auch im Prolog und bei den Jahren des Aufbaus in Berlin. Ich war die ganze Zeit so tief im Buch drin und es war, als hätte ich neben den mit unheimlich viel Bedacht und Feinfühligkeit ausgewählten Charakteren gestanden. Ich habe mit ihnen zusammen die Freude bei der Eröffnung ihres prächtigen Kaufhauses, die Beklemmung im Luftschutzkeller, die Entbehrungen in der Nachkriegszeit, das Entdecken der großen Liebe und die anstrengende Aufbauarbeit miterlebt.

                                                            Im Auftaktbuch der Trilogie wird ein Hauptaugenmerk auf die älteste Schwester Rike gesetzt, die ich wegen ihrer Klugheit, ihrer Weitsicht, ihrem großen Herzen und für ihre starke und selbstbewusste Art bewundere. Ihre Person umgibt ein Geheimnis, auf dessen Entschlüsselung man bis zum Schluss hin fiebert, genauso wie auf die Entwicklung ihrer Liebe zu Sandro. Ebenso faszinierend wie sie ist aber auch Silvie. Sie sprüht vor Tatendrang, Lebenslust und dem Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Was ist sie nur für eine sinnliche und aufregende Frau mit einem unglaublichen Charisma, die reihenweise den Männern den Kopf verdreht. Sie ist diejenige im Buch, die mich mit zwei sehr bewegenden Momenten in der Geschichte zu Tränen gerührt hat. Doch auch die kleine Florentine ist sehr reizvoll, da man bei ihr mitverfolgen kann, wie aus ihr ein junger rebellischer Teenager wird. Friedrich, der Vater der drei Thalheim Töchter liebt seine Kinder und versucht ihnen so gut wie er kann beizustehen. Doch auch viele interessante Nebencharaktere wissen einen zu begeistern, wie zum Beispiel die Jüdin Miriam, Florentines Mutter Claire, Rikes große Liebe Sandro und noch so viele mehr.

                                                            Einen sehr bewegenden Moment hat sich Brigitte Riebe schließlich noch bis zum Schluss aufbewahrt, der mein Herz ganz weit geöffnet und mich zu Tränen gerührt hat. Was für ein fulminantes und wunderschönes Ende!

                                                            Mein Fazit:

                                                            „Die Schwestern vom Ku’damm – Jahre des Aufbaus“ war für mich ein sehr besonderes Lesehighlight dieses Jahr! Die perfekte Mischung von einer faszinierenden und fesselnden Familiengeschichte und der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in den fünfziger Jahren haben mich außerordentlich begeistert. Man spürt das Herzblut der Autorin, das sie in dieses gelungene Meisterwerk hinein gesteckt hat! Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung der Trilogie und fiebere ihrem Erscheinen im nächsten Jahr erwartungsvoll entgegen! Von mir bekommt dieser Roman eine absolute Leseempfehlung und hochverdiente 5 Sterne!

                                                            Ein unglaublich beeindruckendes Meisterwerk! Chapeau!

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                                                            19.11.2018

                                                              Hoffnung, Träume und ein starker Wille sind der Antrieb für die drei Talheim Schwestern Rike, Silvie und der kleinen Florentine, die sich nach dem Ende des verheerenden Krieges 1945 in Berlin wieder eine neue Existenz aufbauen wollen. Große Dankbarkeit erfüllt sie, dass sie dieses Unheil überlebt haben und hoffen das Gleiche auch für ihren verschollenen Vater und ihren Bruder Oskar. Voller Wehmut denken sie an eine glanzvolle Zeit zurück, in der ihre Familie 1932 die prachtvolle Eröffnung ihres Kaufhauses auf dem Ku’damm gefeiert hat. Doch jetzt liegt alles in Schutt und Asche. Vorrausschauend denkt Rike an die Zeit, in der die Menschen nach all dem Elend wieder den Wunsch nach schönen Dingen verspüren werden und plant einen Neuaufbau an gleicher Stelle. Doch noch liegt ein sehr entbehrungsreiches Leben vor ihnen, das geprägt wird durch die politischen Rangeleien, Aufarbeitung der Vergangenheit, dem Leid und Elend, die die Nachkriegszeit mit sich bringt und einem Geheimnis, dessen Enthüllung ihre Zukunft gefährden könnte. Schafft Rike es gegen alle Widrigkeiten ihren Traum zu verwirklichen und die Familie zusammenzuhalten?

                                                              Mein erster Gedanke nach dem Beenden dieses sehr beeindruckenden Buches war die Gewissheit, dass ich hier gerade einen brillanten historischen Roman gelesen habe! Mit großer Hochachtung verneige ich mich vor Brigitte Riebe, der es mit einer Perfektion gelungen ist, eine außerordentlich faszinierende Familiengeschichte einer Kaufhausdynastie mit geschichtlichen Begebenheiten und eindringlichen menschlichen Schicksalen zu verknüpfen. Je tiefer man in das Buch einsteigt, desto überwältigter ist man von der gekonnten Erzählweise und dem Aufbau dieses einzigartigen Meisterwerkes. Alles ist so lebendig und unglaublich bildlich dargestellt, voller Emotionen und Dramaturgie und für jeden bewegenden Moment wurde eine besondere Atmosphäre geschaffen!
                                                              Freud und Leid liegen in dieser Zeit so nah beieinander und das spürt man auch im Prolog und bei den Jahren des Aufbaus in Berlin. Ich war die ganze Zeit so tief im Buch drin und es war, als hätte ich neben den mit unheimlich viel Bedacht und Feinfühligkeit ausgewählten Charakteren gestanden. Ich habe mit ihnen zusammen die Freude bei der Eröffnung ihres prächtigen Kaufhauses, die Beklemmung im Luftschutzkeller, die Entbehrungen in der Nachkriegszeit, das Entdecken der großen Liebe und die anstrengende Aufbauarbeit miterlebt.

                                                              Im Auftaktbuch der Trilogie wird ein Hauptaugenmerk auf die älteste Schwester Rike gesetzt, die ich wegen ihrer Klugheit, ihrer Weitsicht, ihrem großen Herzen und für ihre starke und selbstbewusste Art bewundere. Ihre Person umgibt ein Geheimnis, auf dessen Entschlüsselung man bis zum Schluss hin fiebert, genauso wie auf die Entwicklung ihrer Liebe zu Sandro. Ebenso faszinierend wie sie ist aber auch Silvie. Sie sprüht vor Tatendrang, Lebenslust und dem Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Was ist sie nur für eine sinnliche und aufregende Frau mit einem unglaublichen Charisma, die reihenweise den Männern den Kopf verdreht. Sie ist diejenige im Buch, die mich mit zwei sehr bewegenden Momenten in der Geschichte zu Tränen gerührt hat. Doch auch die kleine Florentine ist sehr reizvoll, da man bei ihr mitverfolgen kann, wie aus ihr ein junger rebellischer Teenager wird. Friedrich, der Vater der drei Thalheim Töchter liebt seine Kinder und versucht ihnen so gut wie er kann beizustehen. Doch auch viele interessante Nebencharaktere wissen einen zu begeistern, wie zum Beispiel die Jüdin Miriam, Florentines Mutter Claire, Rikes große Liebe Sandro und noch so viele mehr.

                                                              Einen sehr bewegenden Moment hat sich Brigitte Riebe schließlich noch bis zum Schluss aufbewahrt, der mein Herz ganz weit geöffnet und mich zu Tränen gerührt hat. Was für ein fulminantes und wunderschönes Ende!

                                                              Mein Fazit:

                                                              „Die Schwestern vom Ku’damm – Jahre des Aufbaus“ war für mich ein sehr besonderes Lesehighlight dieses Jahr! Die perfekte Mischung von einer faszinierenden und fesselnden Familiengeschichte und der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in den fünfziger Jahren haben mich außerordentlich begeistert. Man spürt das Herzblut der Autorin, das sie in dieses gelungene Meisterwerk hinein gesteckt hat! Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung der Trilogie und fiebere ihrem Erscheinen im nächsten Jahr erwartungsvoll entgegen! Von mir bekommt dieser Roman eine absolute Leseempfehlung und hochverdiente 5 Sterne!

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                                                              12.11.2018

                                                                Berlin 1945- die Familie Thalheim hat so gut wie alles verloren! Ihr schickes Kaufhaus liegt in Trümmern, die Villa ist von den Besatzern okkupiert, nur noch eine kleine Wohnung der Oma ist noch vorhanden, in der sie alle Unterschlupf finden. Vater und Bruder werden noch vermisst und die Frauen sind ganz allein auf sich gestellt.
                                                                Die Schwestern Rike, Silvie, Stiefmutter Claire und das Nesthäkchen Florentine geben aber nicht klein bei, sie versuchen mit allen Mitteln zu überleben! Sie verdingen sich als Trümmerfrauen und versuchen nebenher, mit zwei Nähmaschinen, Lumpen und geretteten Stoffen, zusammen mit der Hilfe ihrer einfallsreichen Freundin und Schneiderin Miriam, einen Neustart in Sachen Mode.


                                                                Im ersten Teil ihrer neuen historischen Trilogie „Die Schwestern vom Ku’damm-Jahre des Aufbaus“ entführt uns die Autorin und Historikerin Brigitte Riebe nach Berlin, in die Nachkriegszeit der 50er Jahre. Es beginnt eine Zeit des Aufräumens, Neubeginns und Aufbruchs, ob in Politik, Bevölkerungsstruktur und Wirtschaft. Der Leser begleitet die Drei, doch sehr unterschiedlichen Schwestern, durch diese Zeit der Veränderungen. In diesem Band liegt der Focus auf Rike, der ältesten Schwester, die strebsam, korrekt und unbeugsam ein Ziel verfolgt! Sie will mit allen Mitteln das verlorene Modeimperium der Thalheims wieder aufbauen…..keine leichte Aufgabe, besonders wenn die Schatten der Vergangenheit sie immer wieder einholen.
                                                                Mit ihrem unglaublich einfühlsamen und ergreifenden Schreibstil fesselt die Autorin den Leser und die spannungsgeladene Geschichte wurde für mich regelrecht zum Pageturner! Perfekte Recherche ist auf jeder Seite spürbar und in das bewegende Schicksal der Protagonisten wird auch gekonnt historisches Material mit eingeflochten. Durch eine Zeit/Geschehensübersicht am Ende des Buches wird darauf hingewiesen.

                                                                Das wunderschöne Layout des Covers passt meiner Ansicht auch hervorragend zum Inhalt und zu dieser Zeit.


                                                                Eine Story, die mich gepackt und bis zur letzten Seite ganz großartig unterhalten hat. Gut, das man sich schon auf die Fortsetzung freuen darf! Auch wenn es wohl noch ein wenig dauern wird, aber Vorfreude ist ja wohl die beste Freude;)

                                                                Eponine

                                                                Beiträge 8
                                                                11.11.2018

                                                                  Berlin 1945, die sogenannte "Stunde Null", der Zweite Weltkrieg ist beendet, die Menschen können nach der Diktatur der Nationalsozialisten eigentlich aufatmen, doch es fehlt an allem, viel zu viele Menschen sind umgekommen, grausame Verbrechen wurden begangen und nun ist Berlin von den Siegermächten besetzt. Auch die drei Schwestern Rike, Silvie und Florentine müssen gemeinsam mit Claire, Florentines Mutter, die Villa räumen, um den Russen Platz zu machen. Das Modekaufhaus Thalheim wurde im Krieg zerstört und somit fehlt die Lebensgrundlage, doch sie lassen sich nicht unterkriegen, allen voran Rike, die älteste Tochter. Sie beweist großes Unternehmergeschick und überzeugt durch ihre anpackende Art, auch wenn ihr nicht alles leicht fällt und sie durchaus verletzlich ist und ihre (geheimen) Träume hat. Aber der Alltag ist hart und sie muss viele Rückschläge hinnehmen.
                                                                  Diese neue Reihe ist auf drei Bände angelegt, wobei jeder davon eine der drei Schwestern als Protagonistin hat.
                                                                  Brigitte Riebe schafft es gut, die durchaus komplexe Lage Deutschlands und vor allem Berlins in der Nachkriegszeit anschaulich zu beschreiben, immer eingebunden in die Geschichte des Romans. Der ewige Hunger, die Kälte, aber auch die Hitze, dann die Ungewissheit, das Leben mit den Besatzungsmächten, aber auch die Hoffnung, Liebe, Musik und viele schöne Momente werden dem Leser nähergebracht und man fühlt mit den Personen des Romans. Am Ende des Buches gibt es eine Chronologie der wichtigsten historischen Ereignisse, so dass man immer mal wieder nachblättern kann.
                                                                  Ich habe mich bei der Lektüre so gefühlt, als wäre ich dabei, habe alles um mich herum vergessen und bin eingetaucht in diese Zeit und habe mit Rike gebangt, gehofft, geplant, gefühlt.

                                                                  Eine fiktive Geschichte mit authentischem Zeitgeschehen

                                                                  Beiträge 14
                                                                  06.11.2018

                                                                    Im Juni 1939 feiert Friedrich Thalheim mit seinem Geschäftspartner Markus Weisgerber am Kurfürstendamm, besser bekannt als Ku´damm, sein Modehaus Thalheim. Noch glamouröser und exquisiter als je zuvor. Die älteste Tochter Ulrike „Rieke“ ist hell auf begeistert und kann sich nichts Schöneres vorstellen, als dieses Modehaus einmal weiterzuführen. Allerdings kommt es anders als erhofft.1939 beginnt der zweite Weltkrieg und dieser zerstört nicht nur Riekes Pläne. Als 1945 der Krieg für beendet erklärt wird, ist von der glanzvollen Stadt Berlin nicht mehr viel übrig. Wo hin man auch sieht stehen Ruinen oder liegt Schutt und Asche Selbst das Modehaus Thalheim hat das Kriegsszenario nicht überstanden und ist dem Erdboden gleich gemacht. Aber Rieke wäre nicht Rieke, wenn sie ihren Traum von damals nicht aufrechterhalten hätte: sie möchte das Modehaus wiederaufbauen. Wird sie es schaffen und welche Spuren hat der Krieg bei der Familie Thalheim hinterlassen? Begeben sie sich auf eine sehr bewegende und spannende Zeitreise über die Familie Thalheim…


                                                                    Die Schwestern vom Ku´damm „Jahre des Aufbruchs“ von Brigitte Riebe ist der Auftakt einer Trilogie über die Modehausfamilie Thalheim.

                                                                    Auf einfühlsame Art und Weise erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Thalheim und ab der ersten Seite lässt sie den Leser in die Geschehnisse ein- und abtauchen. Sofort merkte ich, wie akribisch und detailliert Brigitte Riebe diese Handlung ausgearbeitet hat. Angefangen bei den Charakteren, die sehr lebensnah und authentisch wirkten.


                                                                    Friedrich Thalheim, ist nicht nur Vater, sondern war auch Chef des Modehauses Thalheim. Nach Kriegsende änderte dies sich und Rieke übernahm seine Position. Aber so ganz raushalten will und kann er nicht.

                                                                    Ulrike „Rieke“ Thalheim, ist die älteste Tochter von Friedrich Thalheim. Früh weiß sie schon, wohin ihr Weg sie führen wird. Selbst der Krieg und zahlreiche Rückschläge halten sie nicht davon ab, ihr Ziel und Wünsche zu verwirklichen. Eine sehr selbstbewusste und starke Persönlichkeit.

                                                                    Silvie ist da schon etwas anders. Sie ist lebenslustig und möchte ihr Leben einfach nur in vollen Zügen genießen. Vom Modehaus möchte sie nicht viel wissen. Lieber arbeitet sie als Ansagerin beim Radio, aber dennoch unterstützt sie Rieke, wo sie nur kann.

                                                                    Flori, die jüngste Tochter ist im Laufe der Zeit ein kleiner Rebell geworden und von Schule hält sie nicht sehr viel. Ihr größtes Hobby ist Zeichnen und Malen, aber viel lieber geht sie zum Demonstrieren auf die Straße.

                                                                    Miriam „Miri“ ist die beste Freundin von Rieke und jüdischer Herkunft. Dank ihres Überlebungswillen hat sie es geschafft den Kriegswirren zu trotzen. Jetzt hilft sie Rieke bei ihrem Neuanfang und entwirft und näht was die Stoffe hergeben.


                                                                    Die Handlung ist so perfekt ausgearbeitet worden, so dass hier leicht der Eindruck entsteht, dass diese sich zwischen 1945 und 1950 genauso in Berlin abgespielt hat. Brillant hat Brigitte Riebe eine fiktive Geschichte mit historischen Zeitgeschehen miteinander verwebt. Wow und Hut ab, vor dieser Leistung. Diese Zeitreise nicht nur interessant, sondern bewegend, einfühlsam und spannend zugleich. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass innerlich ein Film abläuft. Immer wieder sieht man das Elend des Krieges, die Verzweiflung in den Augen oder hört sogar die Bomben explodieren. Selbst die Hungersnot nach dem Krieg kann man spüren oder man hört wie die Rosinenbomber im Minutentakt über Berlin fliegen. Eine furchtbare Zeit und ich bin froh, dass mir diese Zeit erspart geblieben ist.


                                                                    Dieses Buch konnte ich nicht ohne weiteres aus der Hand legen, denn nicht nur die Kriegsjahre waren spannend, sondern auch der Wiederaufbau von Berlin und dem Modehaus. Rieke hat bewiesen, dass man fast alles schaffen kann, wenn man daran glaubt und die richtigen Menschen hat, die einen dabei tatkräftig unter die Arme greifen. Auch wenn das Modehaus im Vordergrund stehen mag, geht es in diesem Roman auch um andere Themen wie z.B. Vertrauen, Freundschaft, Verlust, Liebe und ein Familiengeheimnis, dass Rieke belastet. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.


                                                                    Schade, dass der zweite Band noch auf sich warten lässt, denn am Liebsten hätte ich die Geschichte weitergelesen.

                                                                    Am Ende dieses Buches befindet sich eine chronologische Zeittafel von den Jahren 1945 bis 1950, die die Geschichte von Berlin wiederspiegelt. Danke dafür!


                                                                    Für mich war der Auftakt dieser neuen Reihe authentisch, bewegend, interessant, unterhaltsam und spannend zugleich. Eine brillante Geschichte über die Familie Thalheim und mit großer Vorfreude warte ich auf den zweiten Teil.