Carina Bartsch

Nachtblumen

Auf jede Nacht folgt ein Tag
Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.
Nach den Bestsellern «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» erzählt Carina Bartsch hier eine sehr berührende Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern: gefühlvoll, authentisch, atmosphärisch.


Autorenbild Foto von Carina Bartsch

Die  Autorin

Carina Bartsch wurde 1985 im fränkischen Erlangen geboren. Sie brach die Realschule ab, schmiss die Wirtschaftsschule und dann eine Lehre. Erst nach diversen Kleinjobs fand sie mit Anfang zwanzig ihre wahre Bestimmung: das Schreiben. Mit ersten Kurzgeschichten gewann sie mehrere Schreibwettbewerbe. Dann wagte sie sich 2011 an ihr Romandebüt: «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» avancierten zum Bestseller als E-Book und Printausgabe und machten Carina Bartsch zu einer der erfolgreichsten deutschen Liebesromanautorin im Netz.

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Rezensionen

VanilleMelli

Beiträge 55
15.04.2017

Da ich "Kirschroter Sommer" sehr mochte, bin ich jetzt richtig gespannt auf "Nachtblumen". Denn ich finde die Geschichte hat echtes Potential und könnte nicht nur durch den recht leicht verständlichen Schreibstil der Autorinein ein tolles Buch werden. Es ist meiner Meinung nach auch eine Story, die für junge und älter Menschen geeignet ist!
Freue mich schon darauf:)

Jackdeck

Beiträge 32
15.08.2017

Erwartet habe ich eine 08/15 Liebesgeschichte, wie es sie ja zu Hauf gibt, denn der Klappentext gibt ja nun nicht allzu sehr viel her und wird oft auch nur aufgebauscht.
Aber was soll ich sagen... es ist eines der schönsten und berührensten Bücher, die ich je gelesen habe. Und die Zahl meiner gelesenen Bücher bewegt sich locker im vierstelligen Bereich...
Aber zum Inhalt selbst:
Man wird genauso unerwartet in die neue Situation geworfen wie die Protagonistin selbst, lernt diese und ihre neue Umgebung schrittweise kennen und wird mit kleinen Informationshäppchen von der Autorin gefüttert, was zumindest bei mir die Folge hatte, dass die Handlung für mich in keinem Moment vorhersehbar war. Ich habe mit gefiebert, mitgelitten und stellenweise versucht, mir selbst auf die Handlungsweisen der Figuren einen Reim zu machen, doch der Autorin ist es gelungen mich tatsächlich immer wieder zu erstaunen und zu überraschen...
Eigentlich bin ich kein Mensch, der allzu nah am Wasser gebaut ist, aber die Jana-bloggt-Einträge haben mir fast das Herz zerrissen...
Das Ende fand ich persönlich sehr befriedigend, aber aus egoistischer Sicht vieeeel zu kurz. Ich hätte locker noch weitere 500 Seiten an Janas und Collins Seite verbringen können...

Jazzy

Beiträge 13
2 Antworten 28.07.2017

"Nachtblumen" erzählt die Geschichten von Jana und von Collin und ihre gemeinsame Geschichte. Beide von ihrer Vergangenheit geprägt, lernen sie sich in ihrer gemeinsamen Wohnung und Ausbildung kennen. Es entsteht eine ganz eigene, vorsichtige und doch emotionale Liebe, die viele Hindernisse überwinden muss.

Dies wird immer wieder deutlich. Das Buch ist voller Emotionen und voller Gedanken an die Vergangenheit, die einen als Leser beschäftigen. Dieses Buch berührt und lässt mit den Figuren mitfiebern.

Da die Zeilen sehr detailgetreu, emotional und tiefgreifend geschrieben sind, war ich ein wenig von dem doch schnell abgehandelten Ende enttäuscht. Aber dies tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Ich gebe auf jeden Fall eine Kaufempfehlung für alle diejenigen, die nicht nur eine Liebesgeschichte erwarten, sondern die emotionale Schilderung zweier junger Menschen über ihr Schicksal und die Geschichte, wie sie sich gemeinsam finden!

  • AnneMF

    Beiträge: 43
    08.10.2017

    Bekomme diesen Monat einen Buchgutschein. Auf jeden Fall schaue ich mich nach diesem Buch um. Die Leseprobe hab ich schon gelesen.

  • Kötra

    Beiträge: 65
    31.08.2017

    Danke für deinen Kommentar.

schnäppchenjägerin

Beiträge 37
4 Antworten 22.07.2017

Jana ist 19 Jahre alt und gerade nach Westerland auf Sylt gezogen, um dort eine Ausbildung als Bauzeichnerin zu beginnen. Am Bahnhof wurde sie von ihrer neuen Psychotherapeutin Dr. Thea Flick abgeholt, die Jana ihr neues Zuhause, eine Art betreute Wohngemeinschaft, bringt. Das Ehepaar Völkner nimmt "besondere" Jugendliche und Heranwachsende bei sich auf, die im Leben Hilfe benötigen und dort eine zweite Chance bekommen, um nicht (weiter) abzudriften. Vier Jugendliche im Alter bis 23 Jahren wohnen bei den Völkners und absolvieren jeweils eine Ausbildung in deren Architekturbüro.

Jana fühlt sich in ihrer Ersatzfamilie zwar wohler als in ihrer letzten Einrichtung in Hannover, ist aber dennoch sehr still, ängstlich und hält sich im Umgang mit den anderen Jugendlichen zurück. Gegenüber Anke und Klaas Völkner hat sie geradezu ein schlechtes Gewissen, dass sie so bedingungslos und liebevoll aufgenommen wird, In der Berufsschule sind ihr zu viele Menschen und als Auszubildende hat sie Angst, Fehler zu machen. Auch in den Therapiesitzungen, in denen die unkonventionelle Thea Flick Jana vermitteln möchte, wieder Freude am Leben zu finden und aus sich herauszugehen, ist Jana sehr verschlossen.

Sie fühlt sich nur geborgen, wenn sie heimlich versteckt unter dem Bett schlafen kann und zieht sich ansonsten am liebsten allein an den Strand zurück, wo sie ihren Gedanken nachhängt. Dort wird sie neugierig auf ihren Mitbewohner Collin, der bereits im dritten Lehrjahr als Bauzeichner ist, sich von den anderen abschottet und nur mit Klaas zu kommunizieren scheint. Er zieht sich ans Meer zurück, um zu zeichnen.
Ganz langsam kommen die beiden sich näher und helfen sich dabei gegenseitig, aus ihrer Melancholie herauszufinden.

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Jana geschrieben, weshalb man als Leser einen guten Einblick in die Sorgen und Nöte erhält, die sie im Augenblick bewegen. Lange bleibt im Verborgenen, aus welchem Grund Jana Patientin bei Thea Flick ist und was sie in der Vergangenheit durchgemacht haben mag. Man erfährt zunächst nur, dass ihre Mutter schon früh an einer unheilbaren Form der Demenz erkrankt ist.
Die offenen Fragen, die sich zwangsläufig beim Lesen ergeben, werden erst gegen Ende des Romans gelöst, weshalb trotz der Ruhe und Melancholie der Handlung Spannung aufgebaut wird und man als Leser unbedingt mehr von Jana, aber auch von den anderen Protagonisten erfahren möchte.

Währenddessen zeichnet sich durch die Annäherung zwischen Jana und Collin eine zarte Liebesgeschichte ab, wobei diese nicht vergleichbar mit Emelys und Elyas Romanze aus "Kirschroter Sommer" bzw. "Türkisgrüner Winter" ist. Es fehlen die Leidenschaft und die tiefen Gefühle, die überspringen und den Leser fesseln könnten.

"Nachtblumen" ist ein sehr feinfühliger Roman, der überwiegend vom Seelenleben der lange so traurig un hilfsbedürftig wirkenden Jana handelt, die gar nicht den Eindruck erweckt, schon 19 Jahre alt zu sein, das es zu ergründen gilt. Wer vom lang ersehnten Nachfolger der beiden Bestseller von Carina Bartsch einen (Liebes-)roman mit einer aufregenden Handlung oder sich überschlagenden Ereignissen erwartet, wird insofern enttäuscht sein.

Mir hat dieser berührende Roman dennoch - vor allem aufgrund des sehr sensiblen und bildhaften Schreibstils der Autorin - gut gefallen und zu keinem Zeitpunkt gelangweilt, auch wen die rein äußerliche Handlung überschaubar ist und mir zwischen Jana und Collin das Prickeln gefehlt hat.
Im Hinblick auf die Therapie und Janas Gesundung blieb mir die Geschichte zu sehr an der Oberfläche, um das Handeln der Protagonisten und die Weiterentwicklung von Jana nachvollziehen zu können. Wie Jana und Collin am Ende dann doch noch zueinander finden, fand ich im Gegensatz zum Rest der Geschichte nicht ganz so authentisch.
Nichtsdestotrotz ist "Nachtblumen" eine berührende Geschichte, die Hoffnung macht und zeigt, dass man die Dämonen der Vergangenheit bezwingen kann und auf eine positive Zukunft vertrauen darf, wenn man nur bereit ist, Hilfe anzunehmen und zuzulassen.

  • Kötra

    Beiträge: 65
    01.10.2017

    Tolle Rezension und auch genau mein Eindruck von dem tollen Buch

  • Sternderl80

    Beiträge: 30
    26.08.2017

    Danke für deine wirklich hilfreiche und ausführliche Renzension, ich denke, ich werde mir das Buch gleich mal besorgen, es klingt nach einer berührenden Geschichte.

  • Boyslover

    Beiträge: 49
    20.08.2017

    Ich finde die Rezision ist sehr interessant und hilfreich. Das Cover gefällt mir sehr gut und ich hatte es schon einpaar mal in der Hand und habe es allerdings immer wieder zurück gelegt (und ein anderes gekauft ????). Nun werde iChristian es mir also nächstes kaufen.

  • Hexenturm

    Beiträge: 73
    27.07.2017

    Ich habe noch kein Buch dieser Autorin gelesen, allerdings finde ich die Cover wunderschön und auch die Klappentexte sind sehr ansprechend. Nach der ausführlichen und gut geschriebene Rezesion werde ich mir mal "Nachtblumen" kaufen.

    Danke

Isareadbooks

Beiträge 69
05.07.2017

Man sieht dieses Buch mittlerweile überall und wird mit dem langsam wachsenden Hype angesteckt. Die Thematik find ich sehr gut und den Schreibstil der Autorin kenne ich schon. Es ist denke ich auch kein Fehlkauf und es wird sich lohnen.

Jinyoung

Beiträge 0
29.06.2017

Was für ein spannendes Thema. Zwei verschiedene Typen die aufeinander treffen und zusammenleben. Ich kann mir gar nicht vorstellen was die beiden so erleben. Das isteiner der Bücher die auf meine Must-read Liste kommen. Vielleicht kaufe ich es mir.

Heike65

Beiträge 14
20.11.2017

    Auf jede Nacht folgt ein Tag
    Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.
    Nach den Bestsellern «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» erzählt Carina Bartsch hier eine sehr berührende Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern: gefühlvoll, authentisch, atmosphärisch. (Klappcovertext vom Buch)

    Ich bin gut in die Geschichte voller Emotionen gekommen. Der Schreibstil ist flüssig, gut zu lesen und ist aus Jana sicht geschrieben. Die Charaktere gefallen mir alle gut und man muss mit den Personen mitfiebern. Die Schilderung der zweie jungen Menschen über ihr Schicksal und ihrer Beziehung hat mir gut gefallen. Leider bis man bis zum Ende warten, dass die offenen Fragen beantwortet werden. Natürlich konnte ich schon deshalb das Buch nur kaum aus den Händen legen. Nur das Ende war etwas zu abrupt.

    Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, die gerne ein emotionsvolles Buch lesen will.

    die_chaotin

    Beiträge 2
    09.11.2017

      Der Schreibstil der Autorin hat mir wirklich gefallen. Carina Bartsch schreibt nachvollziehbar und auch die Charaktere sind sehr ausgereift. Sie wachsen im Laufe der Geschichte durchaus über sich hinaus.
      Gerade Jana hat eine Verwandlung vorgenommen, die mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Sie ist anfangs ein sehr schüchterner Mensch, der auf Sylt ein neues Leben beginnen soll.
      Nach einer schwierigen Vergangenheit und dem Tod ihrer Eltern landet sie bei dem Ehepaar Völkner, dass, neben ihr, auch schon ein paar andere Jugendliche bei sich aufgenommen haben.
      Das Ehepaar will diesen Jugendlichen, die alle aus schwierigen Verhältnissen stammen, ein neues Leben ermöglichen, in dem sie ihnen Ausbildungsplätze anbietet.
      Jana bekommt so einen Ausbildungsplatz und lernt dort, sich nicht nur mit ihrer Zukunft, sondern auch mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen.

      Mit Collin als ihren persönlichen Gegenpart lernt sie einen Menschen kennen, der fast noch zurückhaltender zu sein scheint als sie. Er malt sehr viel, redet kaum und scheint nur bei Jana nach und nach aufzutauen. Momente, in denen die beiden sich näher kommen, kommen häufiger vor. Nach und nach entwickelt sich aus dem einfachen Interesse eine tiefe Verbundenheit, die auch zarte Gefühle entstehen lässt.
      Ich fand es manchmal wirklich einfach nur ... ja, fast schon niedlich, wie scheu die beiden miteinander umgegangen sind. Wie sie sich annähern und wieder entzweien und einfach merken, dass sie nicht richtig ohne einander können.

      Mein persönlicher Lieblingscharakter war jedoch die Psychologin Dr. Thea Flick. Sie unterstützt Jana und versucht ihr nicht nur als Ärztin eine Hilfe, sondern ihr auch eine Freundin zu sein.
      Sie erschien mir als sehr herzensguter Mensch, der sich wirklich auf Jana - und auch auf Collin und ihre anderen Patienten - einlässt, sich wirklich für sie interessiert.

      Zum Ende passiert etwas eher ungewöhnliches. Anfangs, als ich die ersten Zeilen nach diesem "Ereignis" gelesen habe, konnte ich die Reaktionen der Charaktere, inbesondere die Reaktion Collins, einfach nicht richtig nachvollziehen.
      Als dann jedoch die Aufklärung kam, warum er so ist, wie er ist, war mein Gedanke einfach nur ein "Ach, Collin...", und ich wollte nichts mehr, als ihn in den Arm nehmen.
      Ich fand es toll, wie die Autorin Jana hat reagieren lassen. Sie hat emotionale Momente geschaffen, die man einfach lieben muss.
      Momente, die emotinal waren.
      Momente, die zum Nachdenken angeregt haben.
      Momente, die die Charaktere noch liebenswerter gemacht habe, als dass sie das eigentlich eh schon waren. Jeden einzelnen von ihnen.

      Ich kann Carina Bartsch lediglich dafür danken, dass sie es auf ihren 544 Seiten geschafft hat, dafür zu sorgen, dass ich das Buch in jeder freien Minute in dieser Woche in die Hand nehmen musste.
      Alleine heute habe ich die letzten 250 Seiten, die ich noch übrig hatte, regelrecht verschlungen.
      Meiner Meinung nach ein Buch mit allen Höhen und Tiefen, wie man es sich als Leser nur wünschen kann.
      Was bleibt mir da anderes übrig, als eine klare Leseempfehlung auszusprechen?

      buchverschlingen

      Beiträge 36
      04.11.2017

        Jana ist eine Waise und hat massive Probleme. In einer Wohngruppe auf Sylt bekommt sie eine neue Chance: sie kann dort in einer Familie wohnen und eine Ausbildung machen. Doch ihre Vergangenheit quält sie. Sie tut sich schwer. Immer wieder sucht sie die Einsamkeit. Dann trifft sie Collin. Der lebt in derselben Wohngruppe wie sie und ist auch nicht problemfrei. Die beiden kommen sich näher und verlieben sich. Allerdings ist es schwer, eine Beziehung zu haben, wenn sich keiner so richtig öffnen mag. Hat ihre Liebe eine Chance?

        Ich hatte mich sehr auf das neue Buch von Carina Bartsch gefreut. Nach ihren Farbenromanen war ich total begeistert und so hoffte ich auch hier auf einen schönen sommerlichen Roman. Leider wurde ich in der Hinsicht etwas enttäuscht. Das Buch ist nichts für mal eben. Es ist, durch seine problembehafteten Protagonisten, doch eher etwas schwer und manchmal sehr zäh zu lesen Die vielen Wiederholungen haben mich auch etwas gestört.
        Dennoch hat das Buch auch seine guten Seiten. Die Schreibweise von Frau Bartsch ist wieder mitreißend und gut. Durch die Thematik besitzt das Buch mehr Tiefgang als seine – unabhängigen – Vorgängerromane. Doch leider konnte ich keine richtige Beziehung zu den Protagonisten aufbauen, was etwas schade war. Auch die Landschaftsbilder blieben mir dieses Mal etwas flach.
        Janas Vorgeschichte bleibt zuerst etwas geheimnisvoll, wird dann aber in Gesprächen mit ihrer Psychologin aufgeklärt. Doch das dauert. Und so fehlt dem Leser sehr lange der Anfang.

        Die Liebesgeschichte rückt für mich zu sehr in den Hintergrund, so konnte ich das Buch nicht so locker lesen, wie ich es gern getan hätte.

        Fazit: Ein Buch mit Tiefgang, auf das man sich aber einlassen können muss.

        Nabura

        Beiträge 22
        03.11.2017

          Die neunzehnjährige Jana trägt auch im Sommer lange Kleidung, nimmt ihre Fischermütze nie ab und schläft am liebsten unter dem Bett. Auf Sylt erhält sie eine wertvolle Chance: Sie kann dort eine Ausbildung als Bauzeichnerin machen und während der Zeit mit vier anderen jungen Erwachsenen in einem Wohnprojekt im Haus ihres neuen Chefs wohnen. Jana ist von so viel Unterstützung ohne Hintergedanken zunächst überfordert und lebt sich nur langsam ein. Auch auf ihre neuen Mitbewohner muss sie sich erst einstellen. Ihre Gedanken kreisen immer häufiger ausgerechnet um Collin, der am liebsten schweigt, zeichnet und niemanden so recht sich heranlässt. Was wird Jana aus ihrer Chance machen?

          Zu Beginn des Buches lernt der Leser Jana kennen, für die gerade ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnt. Sie hat alles hinter sich gelassen, um auf Sylt eine Ausbildung zu beginnen. Nach wenigen Seiten lernt sie ihre neue Therapeutin Dr. Flick kennen, die auf Jana viel nahbarer und herzlicher wirkt als ihre Vorgänger. Auch die Völkners, bei denen Jana für die nächsten drei Jahre wohnen soll, sind von Beginn an herzlich. Ich fand die Vorstellung klasse, dass sie in ihrer Firma jungen Erwachsenen eine Chance geben, die auf den ersten Blick nicht die perfekten Bewerber sind, in denen sie aber Potential sehen. Gleichzeitig konnte ich gut verstehen, dass Jana von so viel Freundlichkeit erst einmal überwältigt ist.

          Jana lernte ich als unsicher und zurückhaltend kennen. Was in ihrer Vergangenheit vorgefallen ist bleibt vorerst im Dunkeln. Sie will auf Sylt unbedingt alles richtig machen und auf keinen Fall negativ auffallen. Doch es gibt verschiedene Situationen, in denen sie sich unwohl fühlt und ihr das auch anzumerken ist, zum Beispiel in der Berufsschule. Von Collin erhält sie dazu den Ratschlag, keine Schwäche auszustrahlen. Ansonsten schweigt dieser sie meist an, selbst wenn sie zu zweit an einem versteckt gelegenen Ort am Strand sitzen. Er legt ein widersprüchliches Verhalten an den Tag und ist ein undurchschaubares Rätsel. In die Ich-Erzählerin Jana konnte ich mich hingegen sehr gut hineinversetzen. Durch die Therapiesitzungen mit Dr. Flick erfuhr ich allmählich auch mehr über ihre Vergangenheit, was mich besser verstehen ließ, welche Erinnerungen sie verfolgen.

          Wie auch für Jana war für mich als Leser zu Beginn des Buches alles neu und aufregend. Mit der Zeit wird die Geschichte etwas ruhiger und die Beziehungen zu den anderen Mitbewohnern und den Völkners rücken in den Mittelpunkt. Hier war es interessant zu erleben, wie Jana mit den ganz unterschiedlichen Charakteren zurechtkommt. Insbesondere ihr kompliziertes Verhältnis zu Collin wird immer wichtiger. Hier gibt es viele schöne, aber auch nachdenkliche und erschütternde Momente. Insbesondere wenn es um die beiden geht wählt die Autorin ihre Worte behutsam und trifft den richtigen Ton. Die Zeit rast unterdessen weiter, die Monate fliegen geradezu dahin und man erlebt mit, wie Jana an ihren Aufgaben wächst. Auf den letzten 60 Seiten wurde für mich zu viel Story zu wenig Platz gegeben. Die Ereignisse wurden sehr schnell abgehandelt, weshalb mich das emotional passende Ende trotzdem nicht voll überzeugen konnte.

          In „Nachtblumen“ wagt die Protagonistin Jana auf Sylt einen kompletten Neustart. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und fand es interessant, ihre Entwicklung mitzuerleben. Der Fokus des Buchs liegt auf ihrer Beziehung zu den anderen Mitbewohnern, insbesondere dem verschlossenen Collin, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Emotional und authentisch erzählt die Autorin eine starke Geschichte mit Höhen und Tiefen. Lediglich vom Ende hätte ich mir mehr erhofft. Ich vergebe vier Sterne für diese Geschichte über das Erwachsenwerden und Sich-selbst-finden mit Charakteren, deren Vergangenheit Schatten birgt.

          SummseBee

          Beiträge 5
          25.09.2017

            Jana hat in ihrem Leben schon viel durchgemacht. Dann bekommt sie die Chance auf Sylt bei Herr und Frau Völkner zu wohnen und ihre Ausbildung in dessen Betrieb zu machen. Die Völkners haben ein Wohnprojekt und bieten benachteiligten Jugendlichen eine zweite Chance. Dort trifft sie auch auf Collin, der genauso wenig wie sie Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen kann. Die beiden wohnen die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer mit einer Tür die sie verbindet.... aber irgendwann verbindet sie nicht nur die...

            Die Autorin erzählt diese Geschichte "leise" ohne großen Spannungsbogen. Dabei ist die Geschichte aber niemals langweilig, sondern eher mit jeder Seite immer mitreißender. Da aus Janas Sicht erzählt wird bekommt man ihre Gefühlswelt gut mit. Ihre Geschichte und Vergangenheit wird Stück für Stück während der Geschichte erzählt und prasselnd nicht gleich zu Anfang auf einen ein. So verhält es sich auch mit der Geschichte um Collin und Janas andere Mitbewohnern. Das hat mir sehr gut gefallen. Den jeder hat seine eigene Geschichte warum er bei den Völkners gelandet ist.

            Und da sind wir dann auch schon bei den tollen Protagonisten, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Ich fand es schön zu sehen, dass es da ein Ehepaar gibt, dass sich für Jugendliche einsetzt und ihnen ein Zuhause und eine Zukunftsperspektive bietet. Jana braucht zwar ihre Zeit bis sie sich auf Sylt einlebt, aber langsam taut sie auf und ihre Veränderungen sind spürbar. Daran ist auch ihre Therapeutin Dr. Flick beteiligt. Sie mochte ich von Anfang an gern und ich hätte auch gern so einen tollen Menschen in meinem Leben. Wenn auch nicht unbedingt als Therapeutin, so doch sehr gern als Freundin. Ja und auch Collin ist ein sehr interessanter Charakter von dem man anfangs vielleicht noch nicht weiß was man zu halten hat, der aber auch einen sehr großen Teil dazu beiträgt warum dieses Buch so besonders ist.

            Ich lege dieses Buch wirklich jeden ans Herz, der besondere (Liebes)Geschichten mag, die berührend geschrieben sind. Ich wollte dieses Buch am Ende wirklich nur noch aus der Hand legen, wenn es unbedingt sein musste. Ich habe eine neue Lieblingsautorin für mich entdeckt. Dafür ganz klar die volle Punktzahl an Sternen!

            Hummel

            Beiträge 36
            24.09.2017

              Collin und Jana- eine berührende Geschichte, die ganz tief ins Herz geht. Beide sind auf ihre eigene Art und Weise vom Schicksal gezeichnet und beide haben ihre eigenen Wege damit umzugehen. Die Wege könnten unterschiedlicher nicht sein und dennoch finden sie irgendwie einen gemeinsamen Weg.
              Die Geschichte berührt das Herz, der Schreibstil ist bewegend, formt Bilder und ist lebhaft und dennoch nicht langatmig oder langweilig.

              brigitte_schreiter

              Beiträge 69
              24.09.2017

                Der Klappentext hält was er verspricht. Eine Geschichte mit Liebe und viel Entwicklung. Die Geschichte von Jana und Collin war ergreifend.
                Am Anfang der Geschichte lernt man Jana kennen. Für sie beginnt auf Sylt gerade ein neuer Lebensabschnitt. Ihre Eltern leben nicht mehr. Sie wohnt bei Familie Völker. Diese ermöglicht Jugendlichen einen neuen Start und eine Ausbildung. Dort lernt sie auch Collin kennen. Es entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte.

                Sarah1980

                Beiträge 29
                19.09.2017

                  Ein wunderschönes Buch.
                  Während des lesens wächst man in die Rolle der Hauptperson und dann fesselt einen das Buch, was bei mir nicht von Anfang an war, sich erst entwickelt hat. Es ist sehr emotional mit schweren Schicksalsschlägen geschrieben.

                  MsChili

                  1 Beitrag
                  18.09.2017

                    Das neue Buch von Carina Bartsch „Nachtblumen“ handelt von Jana, Collin und der Familie Völlner, die ein außergewöhnliches Wohnprojekt auf Sylt ins Leben gerufen hat. Die beiden lernen sich dort kennen und müssen miteinander auskommen, da sie Tür an Tür wohnen. Jana hätte gerne vertraute Menschen um sich herum, aber Collin ist ein Einzelgänger. Kann das gut gehen?



                    Nach „Kirschroter Sommer“ und „Türkisgrüner Winter“ musste ich unbedingt das neue Buch von Carina Bartsch lesen. Und ich bin nicht enttäuscht worden, auch wenn es an manchen Stellen etwas in die Länge gezogen ist. Ich habe mich von Anfang an wieder wohlgefühlt mit dem lockeren, vertrauten Schreibstil der Autorin. Jana bleibt anfangs undurchsichtig und man lernt sie & ihre Geschichte erst nach und nach kennen, als sie sich langsam öffnet. Ihre langsame Entwicklung hat mich überzeugt, denn es bleibt realistisch. Jeder Mensch entwickelt sich stetig und nicht von einem Moment auf den anderen. Man merkt wie sie an den Anforderungen wächst. An manchen Stellen hätte die ganze Geschichte etwas kürzer gefasst werden können und weniger umfangreich sein dürfen, aber im Großen und Ganzen ist es eine realitätsnahe, facettenreiche und emotionale Geschichte.



                    Ich kann dieses Buch vorbehaltslos empfehlen, doch man sollte es nicht mit ihren anderen Büchern vergleichen, da es hier um etwas ganz anderes geht!

                    MareikeUnfabulous

                    Beiträge 5
                    18.09.2017

                      "Nachtblumen" war nach "Kirschroter Sommer" und "Türkisgrüner Winter" ein absolutes Muss. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, dessen Cover durchaus sehr gelungen ist. Auch die Bewertungen und Rezensionen, die ich mir vorher angesehen habe, waren ziemlich überzeugend. Der Einstieg in das Buch ist mir einfach gefallen, da mir Jana auf Anhieb sympathisch war und ich mich gefreut habe, ihre Entwicklung zu verfolgen. Oft verspürte ich das Gefühl, Jana ganz ganz fest in den Arm zu nehmen. Dr. Flick ist, mit Blick auf all die Tiefpunkte und Schicksalsschläge in Janas Leben, eine willkommene Abwechslung. Nicht zu vergessen Klaas und Anke. Collin konnte ich bis zuletzt ziemlich schwer einschätzen. Liebenswert, aber sehr unnahbar. Klar ist, dass Carina Bartsch mit den Charakteren in "Nachtblumen" wunderbare Personen geschaffen hat. Ich habe das Buch gerne gelesen, gebe aber dennoch nur 4 von 5 Sternchen, da mich die Story ab einem bestimmten Zeitpunkt ziemlich gelangweilt hat. Zum Ende hin wurde es dann plötzlich ruckartig spannend.


                      Fazit: Eine schöne, einfühlsame Geschichte mit gelungenen Charakteren und schrecklichen Schicksalsschlägen, die letztendlich aber nicht richtig rund war. Zumindest für mich!

                      Schäffchen

                      Beiträge 9
                      01.09.2017

                        Kirschroter sommer...türkisgrüner Winter..2 Bücher die ich verschlungen habe und auch das neue Buch ist super
                        Ich könnte das Buch nicht aus der Hand legen und war sehr ergriffen von dieser Geschichte!ein absoluter Lesegenuss

                        ostseedeern

                        Beiträge 13
                        eine Antwort 01.09.2017

                          Das Buch ist einfach wunderschön.

                          Die Entwicklung der Hauptpersonen ist super rausgearbeitet, man wächst quasi mit ihnen. Die Geschichte ist schön erzählt.

                          Der Anfang ist sehr ausführlich, zum Ende des Buches werden die Zeitsprünge größer. Für mich hätte das Buch ein bisschen kürzer sein können, zum Schluss verliert sich die Geschichte ein bisschen, fängt sich aber ganz am Ende wieder.

                          Fazit: Unbedingt lesenswert, ein wunderschönes Buch, das mir den Urlaub sehr versüßt hat. DANKE!

                          • Bobbi

                            Beiträge: 24
                            09.09.2017

                            Klingt super

                          Biene2004

                          Beiträge 3
                          17.08.2017

                            Das Cover ist eher schlicht gehalten, mir würde es in der Buchhandlung wahrscheinlich gerade deshalb ins Auge fallen. Mit dem Titel selber kann der Leser zunächst nichts anfangen, was sich aber im Verlaufe des Buches ändert.



                            Die mir bis dato unbekannte Autorin Carina Bartsch hat einen tollen emotionalen und gefühlvollen Schreibstil, der zugleich aber auch locker und leicht verständlich ist. Ich konnte mich von Anfang an super gut in ihre Geschichte rund um Jana einfinden und mir auch alles bildlich vor Augen halten. Der Hauptcharakter Jana ist mir sofort sympathisch und im Laufe der Geschichte ist sie mir so richtig ans Herz gewachsen. Ich habe in vielen Situationen mit ihr mitgelitten und mitgefiebert. Sie und ihre Leidensgeschichte werden sehr "echt" und authentisch rübergebracht. Wer hier sagt, dass Janas Story langatmig ist, dem kann ich eigentlich nur zustimmen. Bartsch beschreibt die einzelnen Situationen tatsächlich sehr geduldig. Trotzdem wurde mir zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Art und Weise langweilig.

                            Etwas anders dagegen verhält es sich mit Collin. Ich kann nicht sagen, dass er mir sympathisch oder halt unsympathisch ist, für dieses Urteil wird er nicht "tief" genug beschrieben. Seine Verhaltensweisen lassen eigentlich eher eine Antipathie zu, doch da Jana ihn so sehr mag und so geduldig mit ihm ist, wollte mir auch dies nicht so recht gelingen. Ich hätte liebend gerne viel mehr über Collin erfahren, mehr über seine Vergangenheit und mehr über seine diesbezüglichen Gefühle bzw. Gedanken.

                            Auch zu den anderen Mitbewohnern hätte ich sehr gerne mehr Details in Erfahrung gebracht. Doch da es sich hier nur um Randfiguren handelt, akzeptiere ich natürlich, dass ganz einfach der Platz diesbezüglich nicht da ist.

                            Klaas und Anke kommen ebenfalls sehr lebensecht rüber. Auch die beiden habe ich total gerne gehabt, genau das gleiche gilt für Thea Flick.

                            Besonders hervorheben möchte ich, dass das komplette Buch von wirklich tollen Sätzen, Sprüchen und Lebensweisheiten gespickt wird. Die ersten findet der Leser bereits in der kurzen Inhaltsangabe wieder. Und genau diese Sätze haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht und mein Interesse geweckt. Aussagen wie "Auf jede Nacht folgt ein Tag" oder "Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es nicht manchmal so verdammt schwer." sind im Prinzip einfache Sätze, doch es steckt so viel mehr dahinter. Und genau solche Aussagen unterstützen das komplette Buch, immer und immer wieder findet der Leser so tolle Stellen, die das Herz berühren und zum Nachdenken anregen. "Vielleicht ist es manchmal gut, dass man nicht weiß, wie etwas ausgeht, weil es sonst niemals bunt werden könnte" oder "Vielleicht erkannte man daran, welche Freundschaften tatsächlich echt waren - denn eine echte Freundschaft würde sich wohl kaum von einer wechselnden Lebensphase beeindrucken lassen." geben so viel Raum für die eigenen Gedanken und bleiben nachhaltig im Gedächtnis haften.



                            Fazit:

                            Ein unbeschreiblich tolles, emotionales und auch atmospährisches Buch, dessen Geschichte sich geradewegs ins Herz schleicht. Auch mit den oben beschriebenen kleinen Schwächen ein absoluts Lesehighlight, welches ich vorbehaltlos weiterempfehlen kann!

                            Sabine aus Ö

                            Beiträge 11
                            eine Antwort 16.08.2017

                              Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carina Bartsch, "kirschroter Sommer" und "türkisgrüner Winter" mit der Geschichte von Emely und Elyas gehören zu den ganz wenigen Büchern, die ich immer wieder hervorhole, bei denen ich einzelne Szenen nachlese und querlese, schmunzle, wieder eintauche in die Geschichte und sie einfach jedes Mal wieder liebe.

                              Umso mehr hat es mich gefreut, als ich nun das neueste Werk "Nachtblumen" über den Verlag als Leseexemplar für die Blogrunde zur Verfügung gestellt bekommen habe, vielen Dank auch auf diesem Weg dafür!

                              Ich muss gestehen, ich habe mich gescheut, mit dem Lesen zu beginnen – kennt ihr das? Man freut sich total aufs Lesen und möchte nicht beginnen, denn wenn man mal begonnen hat, ist man bald fertig und dann gibt es nix mehr zu freuen ???? So ging es mir mit diesem Buch – ich hab´s ehrlich gesagt ein wenig vor mir hergeschoben, hatte Angst, dass es mir nicht so gut gefallen würde wie die Geschichte von Emely und Elyas – aber einmal begonnen, lösten sich meine Bedenken in Luft auf – denn "Nachtblumen" hat mich ebenso gefesselt.

                              Die Geschichte wird aus Janas Sicht erzählt. Sie hatte es bisher nicht einfach in ihrem Leben, beginnt nun eine Lehre als Bauzeichnerin auf Sylt und wohnt dort in einem privat geführten Wohnheim gemeinsam mit noch vier anderen Jugendlichen. Alle von ihnen haben – ebenso wie Jana – ihre Päckchen aus der Vergangenheit mitgebracht, und versuchen nun, ihr Leben mit dem Lehrberuf in Griff zu bekommen.

                              "Vielleicht ist es manchmal gut, dass man nicht weiß, wie etwas ausgeht, weil es sonst niemals bunt werden könnte." (Seite 21)

                              Die Autorin hat einen ganz wunderbar fesselnden Schreibstil, und durch die Schilderung der Gedanken, Gefühle und Unsicherheit von Jana stiegen mir bereits auf den ersten Seiten die Tränen in den Augen, ich habe mit ihr mitgefühlt, konnte gut nachvollziehen, wie es ihr geht, als sie in eine ihr fremde neue Welt eintritt, da hilft alle Freundlichkeit und Unterstützung ihrer neuen Unterkunftgeber nicht.

                              Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Jana weiter, und ich habe mich sehr darüber gefreut zu sehen, wie sie erwachsener wird, sich mehr zutraut und Vertrauen zu anderen fasst - es gibt viele kleine Situationen, die zeigen, wie sich Jana langsam heimischer fühlt, so behutsam geschildert, dass man gar nicht anders kann als mit ihr mitzuleben.

                              "Manche Worte fliegen an einem vorbei wie Möwen am Meer, manche treffen einen bis ins Mark." (Seite 158)

                              Obwohl aus Janas Sicht erzählt wird, konnte ich mich auch sehr gut in die anderen Charaktere einfühlen, insbesonders auch den von Collin. Es dauert zwar länger, bis man hinter seine Mauern blicken kann, aber spätestens dann muss man ihn einfach mögen.

                              "Es kam mir vor, als wäre Liebe ein ganz schmaler Grat. Ein Schritt nach links, und man war so glücklich, dass man es kaum ertragen konnte. Ein Schritt nach rechts, und man stand barfuß in den Scherben." (Seite 461)

                              Im Laufe der Handlung erfährt man, warum Jana, Collin und die anderen auf Sylt gelandet sind, jeder einzelne Grund dafür ist schlimm und man kann sich nicht vorstellen, was diese jungen Leute in ihrem Leben bereits mitmachen mussten.

                              "Aus etwas Negativem wuchs etwas Positives, als hätte das Gute das Schlechte als Nährboden gebraucht, um überhaupt entstehen zu können." (Seite 282)

                              Ich bin in das Buch hineingekippt und versunken, habe es in einem Rutsch gelesen und konnte gar nicht mehr aufhören. Und wenn man damit fertig ist, versteht man auch das wunderschöne, zauberhafte Cover, das perfekt zur Geschichte passt.

                              "Menschen sind wie Bücher. Außen steht der Klappentext für den groben Überblick, und wenn man sie öffnet und hineinschaut, kann man sie gänzlich lesen." (Seite 409)

                              Fazit: Dieses Buch ist ganz anders als die Geschichte von Emely und Elyas – dessen sollte man sich bewusst sein, sonst ist man vielleicht enttäuscht. Die Handlung geht viel tiefer und unter die Haut, sie lässt den Leser die Luft anhalten, mitfiebern, trauern, lachen, weinen, schmunzeln und sich ärgern, sie bleibt auch lange nach dem Zuklappen des Buches im Kopf - und genau das ist es, was ein wirklich gutes Buch ausmacht.

                              Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern erzählt auch davon, das eigene Ich zu finden, zu vertrauen, sich dem Leben zu stellen.

                              Carina Bartsch versteht es hervorragend, mit bildhafter und einfühlsamer Sprache ihre Charaktere dem Leser näher zu bringen und sie lebendig zu machen, sodass sie Freunde des Lesers werden; die Örtlichkeiten so zu schildern, dass man den Wind fühlen, den Sand spüren, das Meer riechen und schmecken kann.

                              Ich vergebe eine klare Lese- und Kaufempfehlung.

                              • Borkum

                                Beiträge: 21
                                18.08.2017

                                Ich bin aufgrund des tollen Covers auf das Buch aufmerksam geworden. Deine geradezu enthusiastische Rezension hat mich überzeugt und das Buch wandert schonmal auf meine Wunschliste.

                              KerstinT

                              Beiträge 25
                              14.08.2017

                                Einfühlsamer und nachdenklicher Roman

                                Jana ist neunzehn. Ihre letzten Jahre verbrachte sie im Heim und in mehreren Wohngemeinschaften. Nun soll sie in eine neue Wohngemeinschaft auf Sylt ziehen und dort auch eine Ausbildung zur Bauzeichnerin beginnen. In dieser Wohngemeinschaft wohnen neben den Eheleuten Völkner noch vier weitere Jugendliche. Jana ist eine sehr sensible und schüchterne Persönlichkeit. Wird sie sich einleben können? Der Leser kann sie auf ihrem Weg durch ihre ersten Jahre begleiten.

                                Dieser Roman wirkt sehr authentisch. Der Schreibstil ist sehr einfühlsam und emotional. Teilweise auch nachdenklich und regt auch den Leser zum Nachdenken an. Die Geschichte wird aus Janas Perspektive erzählt. So stehen meist auch Janas Gefühle und Gedanken im Vordergrund. Eine richtig aktive Handlung sucht man vergebens. Es passieren nur alltägliche Dinge. Aber dennoch wird es nicht langweilig! Es geht in diesem Roman nicht um eine actionlastige Handlung, sondern um die Entwicklung der einzelnen Personen. Dem Leser wird ermöglicht dabei zuzusehen, wie aus der schüchternen und zurückgezogenen Jana ein offenerer Mensch wird, der seine Selbstzweifel bei Seite legen kann oder zumindest in den Hintergrund drängt.
                                Die Charaktere sind in diesem Roman sehr gut beschrieben und ausgearbeitet. Und erhalten Tiefe. Was sicher daran liegt, dass hier die Personen und nicht die Handlung im Vordergrund stehen. Jana ist der Hauptcharakter. Der Leser verfolgt alles aus ihrer Sicht mit. Sie kommt als sozusagen „Häufchen Elend“ nach Sylt und muss dort mit wildfremden Menschen klar kommen. Es fiel mir leicht mich in Jana hineinzuversetzen. Stück für Stück erfährt der Leser mehr über Janas Vergangenheit (durch Gespräche mit ihrer Therapeutin oder mit Collin) und beginnt so ihr Handeln und ihre Gefühle zu verstehen. Sie war mit sehr sympathisch und ich habe sie, wie fast alle Charaktere, in mein Herz geschlossen. Ein Fels in der Brandung ist für Jana sicherlich Collin. Einer ihrer Mitbewohner. Auch ihn lernt der Leser im Laufe der Geschichte immer mehr kennen und lieben. Collin ist gern allein. Jana möchte zwar auch gern allein sein. Allerdings aus anderen Gründen. Bei ihr ist es eher die Angst vor Nähe und anderen Menschen, vor allem vor Berührungen. Sie könnten Janas Narben sehen. Bei Collin ist es hingegen eher der Wunsch mit sich allein zu sein. Möchte er Kontakt geht er auf Menschen zu. Allerdings bestimmt er das Maß der Nähe. Werden Jana und Collin ihr Maß an Nähe finden? Ein weiterer sehr sympathischer Charakter ist Janas Therapeutin Thea Flick. Sie ist auf der einen Seite kompetent und professionell und auf der anderen Seite chaotisch, tollpatschig - zum Beispiel fällt ihr während der Therapiesitzung mehrmals der Stift aus der Hand. Aber sie ist auch sehr herzlich, liebenswürdig und sehr nah. Sie wirkt eher wie eine Freundin, als wie eine Therapeutin. Mit so einer Therapeutin kann man sich glücklich schätzen. Eine weitere wichtige Rolle nimmt das Ehepaar Völkner ein. Klaas und Anke Völkner geben Jugendlichen eine Chance, die anderswo wahrscheinlich keine bekommen würden. Sie bieten ihnen eine sehr günstige Unterkunft, einen Ausbildungsplatz in ihrem Architekturbüro und sehr viel Liebe und Geborgenheit. Mir waren die beiden von Anfang an sehr sympathisch und ich habe sie in mein Herz geschlossen. Ich würde mir wünschen, dass es sie auch in echt geben würde. Vielleicht tut es das ja? Mir hat an den Charakteren gefallen, dass sie sehr authentisch sind und man eine Entwicklung an ihnen (zumindest den Jugendlichen) erkennen kann.

                                Mir hat dieser Roman sehr gefallen. Auch wenn er sehr gefühlslastig ist war es zu keiner Zeit langweilig. Ich habe mich nicht nur emotional berührt, sondern auch unterhalten gefühlt, da der Witz auch nicht zu kurz kommt. Deshalb vergebe ich gerne volle fünf von fünf Sternen. Das Fazit für diesen Roman ziehe ich mit dem letzten Satz des Buches: „Es ist nie zu spät, um von vorne zu beginnen.“

                                Systra

                                Beiträge 3
                                11.08.2017

                                  Bei Klaas Völkner auf Sylt bekommen sogenannte "Problemjugendliche" eine Chance auf Ausbildung und Förderung des Sozialverhaltens. So auch Jana, gerade aus Hannover angereist, mit psychischen Problemen vorbelastet, und mit der neuen Situation heillos überfordert.
                                  Während die drei Jungs ihrer neuen Wohngemeinschaft ihr eher neutral begegnen, zeigt Vanessa, das einzige weitere Mädchen, offen ihre Abneigung.
                                  So wird Jana in den nächsten drei Jahren nicht nur den Beruf der Bauzeichnerin erlernen, sondern auch zwischenmenschliche Hürden bezwingen müssen.
                                  Dieses Buch verspricht auf spannende Art, sie und ihre Mitbewohner auf diesem Weg mit all ihren Erfolgen und Rückschlägen zu begleiten.

                                  MelanieWeiß

                                  Beiträge 10
                                  04.08.2017

                                    Sehr gut geschriebenes Buch! spannende Handlung! . sehr interessant. und empfehlendswert. ich habe dieses Buch sehr gerne zu Ende gelesen. werde ein anderes Exemplar weiterverschenken an meine beste Freundin.

                                    Jenny Nickolay 198 144

                                    Beiträge 2
                                    27.07.2017

                                      Dieses Buch ist einfach fantastisch und herzerwärmend

                                      Vom ersten Kapitel an zieht einen die Geschichte von Jana in ihren Bann und man kann gar nicht genug davon bekommen.
                                      Die Geschichte lehrt einen, dass es nicht schlimm ist "anders" zu sein und zeigt den Weg auf, wie aus einem schüchternen Mädchen eine selbstsichere junge Dame wird.

                                      Super geschrieben und einfach toll

                                      Beiträge 6
                                      24.07.2017

                                        Eine Geschichte die fesselt. Man fühlt mit und kann sich auch mit einfühlen. Man leidet und lacht mit.
                                        Ich konnte den Herzschmerz mitfühlen und konnte das Buch auch nur schwer aus der Hand legen.

                                        Sassa85

                                        Beiträge 13
                                        24.07.2017

                                          Das Buch hat mich als erstes von der Optik sehr angesprochen und auch beim Klappentext fühlte ich mich bestättigt und kaufte es. Ich fand das Buch schön geschrieben, es hatte einen guten Lesefluss und die Charaktere realistisch mit ihren Problemen dargestellt. Der Weg zum Ende hat mich etwas verblüfft, aber schön umgesetzt. Einzige Manko und Sternenabzug gibt es für die für mich wenig nachfühlbaren sooo großen Emotionen. Ich empfand es doch eher als ruhig und sachlich beschrieben. Würde es aber immer wieder empfehlen und auch lesen!

                                          Antje Josten

                                          Beiträge 3
                                          18.07.2017

                                            Ich Liebe ja schon die Bücher kirschroter Sommer und türkisgrüner Winter... dieses Buch war auch total schön und ich konnte es nicht aus der Hand legen... der Schreibstil ist super und ich freue mich total auf weitere Bücher der Autorin

                                            anika_schferle

                                            Beiträge 9
                                            16.07.2017

                                              Jana ist auf Sylt in einem neuen Lebensabschnitt angekommen, und schläft gern unter dem Bett- im Zimmer neben Collin, der gern friert..und wunderschön zeichnet.Ausserdem ist da noch Vanessa, die divenhafte Lügnerin- und Lars, der sich selbst hasst- und Tom, der arrogante Macho- eine unberechenbare WG im Hause ihrer Chefs....und die Päckchen, die jeder mit sich trägt.


                                              Ein wunderschönes, leises Buch, das wiederum so laut ist, dass man es manchmal kaum aushält.Ich liebte auch die beiden Erstlinge- und wurde mit der Fortsetzung nicht enttäuscht.Bittersüße Hommage an das Leben und die Liebe, die Hoffnung und das am Ende (vielleicht) alles gut wird.

                                              Herzblatt

                                              Beiträge 38
                                              14.07.2017

                                                Das ist mein erste Buchder Autorin.
                                                "Nachtblumen" erzählt die Geschichten von Jana und von Collin und ihre gemeinsame Geschichte. Beide von ihrer Vergangenheit geprägt, lernen sie sich in ihrer gemeinsamen Wohnung und Ausbildung kennen. Es entsteht eine ganz eigene, vorsichtige und doch emotionale Liebe, die viele Hindernisse überwinden muss. "Nachtblumen" ist ein sehr feinfühliger Roman, der überwiegend vom Seelenleben der lange so traurig und hilfsbedürftig wirkenden Jana handelt.
                                                Das Buch ist voller Emotionen und voller Gedanken an die Vergangenheit, die einen als Leser beschäftigen. Dieses Buch berührt und lässt mit den Figuren mitfiebern.
                                                Da die Zeilen sehr emotional und tiefgreifend geschrieben sind, war ich ein wenig von dem doch schnell abgehandelten Ende enttäuscht.

                                                kerstinvoss

                                                Beiträge 5
                                                13.07.2017

                                                Habe noch kein Buch der Autorin gelesen. Die Leseprobe liest sich aber sehr gut und macht Lust auf mehr. Bin gespannt auf diese Liebesgeschichte dir sicherlich kompliziert aber dennoch gefühlvoll vermittelt wird.

                                                mara.o1

                                                1 Beitrag
                                                03.07.2017

                                                  Ich habe das Buch schon häufig auf Bookstagram gesehen, wo es echt gute Bewertungen bekommen hat. Ich selbst habe bis jetzt nur die Leseprobe gelesen, fand den Schreibstil aber wirklich gut und habe gerade sehr Lust weiterzulesen, weshalb ich das Buch auf Jedenfall auf meine Liste schreibe und auch bald lesen möchte.