Dagmar Hansen

Alle Tage, die wir leben

Das Leben ist ein Abenteuer
Ausgerechnet vor ihrem 60. Geburtstag verliert Tilda ihren wichtigsten Auftraggeber – ihr Schreibbüro steht vor dem Aus. Und auch ihre Beziehung zu Freund Günter scheitert, da ihm seine Freiheit wichtiger ist als eine Partnerin an seiner Seite. Das hatte Tilda sich anders vorgestellt. Mit Sechzig nochmal ganz auf Anfang? Als sie eine Anzeige liest, in der eine «Frau im besten Alter (84)» eine Privatsekretärin sucht, bewirbt sie sich kurzerhand. Obwohl Arbeitgeberin Ruth fit und lebenslustig ist, will sie nach dem Vorbild des schwedischen «Death Cleaning» ihre Angelegenheiten ordnen. Dabei soll Tilda helfen. Anfangs findet die das ziemlich morbide, doch durch Ruth lernt sie, dass das Leben - egal in welchem Alter - immer für eine Überraschung gut ist.


Autorenbild Foto von Dagmar Hansen

Der  Autor

Dagmar Hansen veröffentlichte bereits erfolgreich zahlreiche Romane, von denen mehrere für ARD und ZDF verfilmt wurden. Mit «Herzenswege», ihrem ersten Roman bei Rowohlt, wandte sie sich den emotionalen Themen zu und schreibt für Frauen, die das Leben mit allen Höhen und Tiefen kennen und den Mut haben, sich mit ihren Gefühlen und den großen Fragen des Lebens zu beschäftigen.


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Rezensionen

engi

Beiträge 42
31.01.2020

Das kann ja wohl jedem passieren. Mit knapp 60 Jahren steht man nochmals vor einem kompletten Neuanfang, frei nach dem Motto: „Job weg, Partner weg und nun?“ Und genau dieses Szenario ist für Tilda mit einem Schlag Realität. Doch sie legt die Hände nicht einfach in den Schoß, sie wird aktiv und das Glück scheint ihr hold. Sie findet eine Stelle bei Ruth, einer 84-jährigen Dame, die ihre Angelegenheit in Ordnung bringen will … man kann ja nie wissen. Aber Ruth ist durchaus noch nicht zum Sterben bereit, sie will noch was erleben und dafür braucht sie Tilda …
Je mehr man als Leser in diesen Roman einsteigt, umso mehr wird man sich fragen, wer hier wirklich wen braucht? Ich persönlich war enttäuscht von Tilda, die in der Vergangenheit lebt, schwer loslassen kann und mit dem Leben – zumindest was die Liebe angeht – eigentlich schon abgeschlossen hat. So möchte ich nicht werden mit sechzig, für mich ist sie keine Inspiration.
Der Roman, der eigentlich so gar nicht meinem Beuteschema entspricht, lässt mich deshalb ein wenig unbefriedigt zurück. Aber er ließ sich leicht und flüssig nebenher lesen und zauberte dennoch manchmal ein Lächeln auf mein Gesicht.

Lesegenuss

Beiträge 39
02.01.2020

"Alle Tage, die wir leben" ist der neue Roman von der Autorin Dagmar Hansen. Ich kenne ja bereits schon einige Bücher von ihr. So hat mich der Klappentext eh angesprochen und ich war gespannt, welche Überraschung mich hier wohl erwarten würde.
Handlungsort ist Berlin. Die Stadt mit seinen vielen Facetten bietet eine wunderbare Kulisse für diese interessante und unterhaltsame Geschichte
Hier lebt Tilda, die kurz vor ihrem 60. Geburtstag steht. Da erfährt sie von ihrem Freund Günter, dass dieser ohne sich mit ihr abzusprechen, für einige Zeit nach Kanada gehen wird. Es sei doch nicht so mit ihnen, wie er dachte. Und wieder eine Seifenblase zerplatzt, so Tilda. Doch das Leben musste weitergehen, denn mehr recht als schlecht hält sie sich mit ihrem Schreibbüro über Wasser. Große Sprünge kann sie sich nicht erlauben. Da erfährt sie zu allem Pech noch dazu, dass ihr Stammkunde sich aus seinem Berufsleben zurückziehen wird. Und somit es keine Aufträge mehr gibt. Er wollte nach seiner Krankheit leben und wäre ja auch in dem Alter, wo man es noch genießen könnte. Und sie, Tilda? Was war mit ihr? War das der Anfang vom Ende? So war es nur gut, dass der monatliche Treff am kommenden Freitag mit ihren Freundinnen Anke und Dani anstand. Es hatte sich zu einem Ritual entwickelt, dass sie zusammen ein Drei-Gänge-Menü kochten und sich einen tollen Abend machten. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass zwischendurch immer wieder mal ein Rezept in die Handlung mit einfließt.
Zitat S. 41
"Es heißt, die besten Dinge im Leben kosten nichts. ... Frische Luft, Natur, Liebe, echte Freundschaft und Gesundheit und andere Kostbarkeiten kann man nicht kaufen. ..."
Die beiden Frauen geben Tilda gute Tipps. Doch letztendlich wird sie auf einem Kleinanzeigenmarkt fündig. Da suchte eine ältere Dame, 84 Jahre, eine Privatsekretärin. Und noch am gleichen Tag lernt sie Ruth kennen und ihr Vorhaben. Das Döstädning wie es in Schweden genannt wird, Dinge des Lebens ordnen, sich von Dingen trennen.
Zitat S. 184
"Bücher im Regal sind wie Freunde, die darauf warten, dass man immer wieder offen ist für das, was sie zu sagen haben. Ich finde, meine Bücher haben ein neues Publikum verdient. Das ist spannender für sie, als bei mir weiter vor sich hin zu stauben."
Das Buch hat ein ganz eigenes Tempo, mit dem es einen richtig in die Geschichte hineinzieht. In den folgenden Kapiteln geht es auf eine sehr interessante Reise, nicht nur durch das Leben von Ruth, sondern auch von Tilda. Obwohl diese schon nach kurzer Ehe Witwe wurde, ist es ihr wichtig mit Kai zu sprechen. Seine kölsche Art, sein Humr, sie vermisste ihn noch immer und Selbstgespräche darf man ja wohl führen.
Es ist der Autorin erneut gelungen, mich für diese großartige Geschichte zu begeistern. Unterhaltsam und mit sehr viel Gefühl und Herzenswärme nimmt sie ihre Leser mit auf eine Lesereise. Dieses "Death Cleaning", ein Thema, was wahrscheinlich immer wieder vor sich hergeschoben wird.
Die Protagonistinnen sind alle sehr sympathisch und vor allem glaubwürdig. Tilda, um die es eigentlich geht, wird durch Ruth zwar etwas in den Hintergrund gesetzt, allerdings nicht bewusst. Ruth ist eine so eigene Persönlichkeit, dass es eine Freude ist, sie in diesem Roman kennengelernt zu haben. Doch auch sie hat ein Päckchen zu tragen. Um ehrlich zu sein, habe ich mehrfach beim Lesen das Gefühl gehabt, dass es diese Personen wirklich gibt.
So hat mich die Geschichte um Tilda und Ruth von Beginn bis zum Ende für sich gewonnen.
Es ist ein wunderbares Buch, dass einen das Älterwerden gar nicht so schlimm erscheinen lässt ☺
Es ist ein Buch für Jung und Alt.
Es ist nicht nur ein Buch über das Leben, sondern auch der Anstoß dazu, den Mut zu haben, Entscheidungen zu treffen, bereit zu sein für Veränderungen.
Es lässt einen innehalten, nachdenken und mitfühlen.
Das Buch gab mir jede Menge Denkanstöße u. a. auch weiterzumachen mit meinem/unseren persönlichen "Death Cleaning", welches wir vor ca. zwei Jahren begonnen haben. Bringt euer Leben neu in Schwung, denn ganz ehrlich, am allerwenigsten rechnet man eigentlich mit dem Schluss.

Lilli33

Beiträge 22
29.03.2020

    Zu viel Kitsch, zu wenig Tiefgang

    Inhalt:
    Tildas 60. Geburtstag steht kurz bevor, als sie in eine Krise gerät. Ihr Freund Günter macht Schluss, der wichtigste Kunde ihres Schreibbüros springt ab. Zum Glück findet Tilda schnell einen neuen Job und auch gleich noch eine Freundin. Die 84-jährige Ruth will ihr Leben ordnen und sucht dafür Hilfe. Dabei können die beiden so unterschiedlichen Frauen viel voneinander profitieren.

    Meine Meinung:
    Die Buchbeschreibung hat mich angesprochen. Daher wollte ich dieses Buch gerne lesen. Ich erhoffte mir einen tiefgründigen Roman, der eventuell auch mich weiterbringen könnte. Doch der steckt hier leider nicht drin.

    Dagmar Hansen schreibt ganz unterhaltsam und leicht zu lesen, verwendet aber immer wieder Plattitüden wie zum Beispiel „Man ist so jung, wie man sich fühlt.“ (S. 52) und schreckt auch vor kitschigen Wendungen nicht zurück. Das macht den Text nicht gerade aufregend. Zudem verläuft die Handlung ohne große Überraschungen - es ist alles ziemlich vorhersehbar.

    Ein Pluspunkt sind die überaus sympathischen Protagonistinnen, mit denen man sich sehr wohlfühlen kann. Sie haben zwar auch ihre Ecken und Kanten, im Großen und Ganzen fand ich sie aber unrealistisch gut, wobei sie sich aber auch immer wieder in Selbstmitleid suhlen.

    Langeweile

    Beiträge 33
    06.03.2020

      Inhalt:

      Ausgerechnet vor ihrem 60. Geburtstag verliert Tilda ihren Job, und auch ihre Beziehung scheitert. Das hatte sie sich anders vorgestellt. Mit Sechzig nochmal ganz auf Anfang? Als sie eine Anzeige liest, in der eine «Frau im besten Alter (84)» eine Privatsekretärin sucht, bewirbt sie sich kurzerhand. Obwohl Arbeitgeberin Ruth fit und lebenslustig ist, will sie nach dem Vorbild des schwedischen «death cleaning» ihre Angelegenheiten ordnen. Dabei soll Tilda helfen. Anfangs findet die das ziemlich morbide, doch durch Ruth lernt sie, dass das Leben - egal in welchem Alter - immer für eine Überraschung gut ist.

      Meine Meinung:

      Als Tildas Leben ,kurz vor ihrem 60. Geburtstag,in eine Schieflage gerät,beschließen ihre Freundinnen, dass sie unbedingt eine neue Aufgabe braucht.
      Von Anfang an scheint ihr Zusammentreffen mit der vitalen 84-jährigen Ruth unter einem guten Stern zu stehen. Was als Arbeitsverhältnis begann, entwickelt sich immer mehr zu einer Freundschaft zwischen den beiden Frauen.
      In einem lockeren Schreibstil gelingt es der Autorin, die eher ungewöhnlichen „Aufräum Aktionen “,welche gleichzeitig eine Abrechnung mit dem Leben beinhalten, darzustellen. Die beiden unterschiedlichen Frauen inspirieren sich gegenseitig und erzählen sich aus ihrem Leben. Dabei lüftet die temperamentvolle Ruth mehr als ein außergewöhnliches Geheimnis.
      Neben einigen Lebensweisheiten enthält das Buch auch verschiedene Zitate, die mir sehr gut gefallen haben. Am eindrucksvollsten fand ich das folgende Zitat:
      „Das Herz hat seine Gründe,die der Verstand nicht kennt“.

      Fazit:

      Ich habe die beiden sympathischen Frauen gerne ein Stück auf ihrem Weg begleitet und spreche eine Leseempfehlung aus.

      Hermione

      Beiträge 22
      09.02.2020

        Reizende und anregende Geschichte:

        Tilda steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag, als ihr Freund mit ihr Schluss macht und sie ihren wichtigsten Kunden verliert. Kann es noch schlimmer kommen?
        Sie macht sich auf die Suche nach einem Job, mit dem sie die Flaute überbrücken kann und stößt auf die Anzeige einer 84jährigen Frau „in den besten Jahren“, die eine Privatsekretärin und Hilfe beim Aufräumen ihres Lebens nach schwedischem Vorbild sucht. Tilda zögert nicht lange und bewirbt sich bei der rüstigen Seniorin.


        Meine Meinung:
        Der Roman hat mir von Anfang an gut gefallen, denn er ist so schön warmherzig und in einem tollen Tempo erzählt. Die handelnden Personen, vor allem Tilda, sind sehr gut und nachvollziehbar angelegt – so dass sich interessantes Entwicklungspotential ergibt. Tilda ist irgendwo in der Vergangenheit steckengeblieben und in ihrer Entwicklung stagniert. Es gibt so viel Leben, das sie nicht gelebt hat. Umso mehr wird es nun Zeit für sie, sich weiterzuentwickeln und noch etwas vom Leben zu haben.
        Es ist toll, wie Tilda auf Ruth trifft, die mit 84 Jahren zwar noch einiges vorhat, aber dennoch nach schwedischem Vorbild nicht nur ihre physischen Dinge, sondern auch ihr Leben aufräumen möchte.
        Die beiden tun sich gut und es ist eine besondere Freude, über ihre besondere Freundschaft zu lesen.
        Zum Ende hin hat das Erzähltempo zwar in meiner Wahrnehmung etwas nachgelassen und es blieben zum Schluss doch einige Punkte noch etwas offen, aber das sind aus meiner Sicht höchstens kleinere Abstriche, die mein Lesevergnügen nicht wirklich getrübt haben.


        Fazit:
        Ich habe diese reizend angelegte Geschichte wirklich gerne gelesen, denn sie hat mich gut unterhalten und angeregt. Ich habe dadurch große Lust bekommen aufzuräumen. Insgesamt vergebe ich 4,5 von 5 Sternen.

        vronika22

        Beiträge 26
        04.02.2020

          Inhalt:

          Tilda ist eher ein pessimistisch gestimmter Mensch. Nun naht ihr 60. Geburtstag. Zusätzlich trennt sich ihr Partner von ihr und sie wird arbeitslos. Es sieht also alles andere als gut aus für sie. Zum Glück hat sie zwei gute Freundinnen, die zu ihr halten. Auf eine Zeitungsanzeige hin findet sie einen Job bei der vierundachtzigjährigen Ruth um „Death cleaning“ oder auch „Döstädning“ zu betreiben, also alte Sachen auszumustern und aufzuräumen….dies sollte an dieser Stelle zum Inhalt genügen.

          Meine Meinung:

          Für mich war dieses Buch eine richtig schöne Leseunterhaltung mit Tiefgang. Der Schreibstil liest sich sehr gut und flüssig. Bei dem bildhaften Schreibstil kamen für mich keinerlei Längen auf.

          Ganz besonders gut haben mir die Charaktere gefallen. Tilda und Ruth sind sehr unterschiedlich. Es war sehr schön zu sehen, wie gut man trotz unterschiedlichen Charakters miteinander harmonieren kann. Die beiden haben sich gut ergänzt und gegenseitig richtig gutgetan, so dass sich auch Tildas Leben ein wenig zum Positiven geändert hat. Im Übrigen könnten die beiden Protagonisten aus dem wirklichen Leben gegriffen sein, d.h. sie kamen authentisch und realistisch bei mir an.

          Durch die Thematik Tod und das „Leben vor dem Tod sortieren“ hat das Buch noch zusätzlich an Tiefe gewonnen, die durchaus zum Nachdenken anregt.

          Für mich auf jeden Fall ein sehr schön zu lesendes Buch, welches unterhaltsam und berührend geschrieben ist, und trotzdem mit Tiefgang punkten kann. Abschließen möchte ich meine Rezension mit einem Zitat von Seite 108: "Viel Leben misst sich nicht in vielen Jahren.“

          Bibliomarie

          Beiträge 28
          04.02.2020

            Ihrem Geburtstag sieht Tilda eher mit Schrecken entgegen. Es wird ein neues Lebensjahrzehnt und die 6 davor gefällt ihr gar nicht. Sie hat Angst vor dem älter werden und auch Angst vor der Zukunft. Gerade hat ihr kleines Schreibbüro einen wichtigen Kunden verloren und all das verstärkt ihre Unsicherheit. Ihre Freundinnen machen ihr Mut, die regelmäßigen Kochtreffen sind immer ein Lichtblick für Tina. Um ihren Verdienstausfall zu kompensieren, sucht sie einen Minijob. Eine Anzeige fällt ihr ins Auge, eine betagte Dame sucht eine Privatsekretärin, um nach dem Muster des schwedischen Dödstädning ihre Angelegenheiten zu regeln.
            Ruth ist eine bemerkenswerte Frau und wie es scheint, ganz mit sich im Reinen. Aber bald merkt Tilda, Ruth möchte nicht nur angesammelte Dinge loswerden, auch Beziehungen sollen geordnet und abgeschlossen werden. So ist die Beziehung mit ihrer Schwester seit Jahren angespannt und auch ihre Tochter hat sich abgewandt.
            Eine ganz hervorragende Idee für ein Buch, dass auch viele Denkanstöße für das eigene Leben vermitteln kann. Ich bin voller Vorfreude an das Buch herangegangen. Dagmar Hansen schreibt recht unterhaltsam, aber ganz besonders im ersten Drittel des Texts fiel mir auf, dass oft ellenlange Beschreibungen das Erzählen ersetzen. Natürlich gehören Beschreibungen dazu, sie sollen die Atmosphäre eines Raums, eines Hauses oder einer Beziehung illustrieren. Wenn es allerdings zu einer Aufzählung gerät, mindert das - zumindest meinen - Lesegenuss.
            Mit Ruth hat die Autorin eine sehr eindrucksvolle Persönlichkeit gezeichnet, die sehr lebendig und stimmig wirkt. Im Gegensatz zu Tilda, die seltsam farblos und unentschlossen daher kommt. Obwohl schon viele Jahrzehnte verwitwet, hält sie immer noch Zwiesprache mit dem toten Ehemann, ließ eigentlich auch nie ernsthaft eine neue Beziehung zu und außer ihren drei Freundinnen scheint es keine Vertrauten in ihrem Leben zu geben.
            Durch die Begegnung mit Ruth erkennt sie, wie viel mehr Lebensfreude und Energie in der so viel älteren Frau steckt und das auch sie aus ihrem Schneckenhaus kommen muss. Dieser Prozess ist unterhaltsam geschildert und wie ich finde, auch lebensnah.
            Ich habe mich ganz gut unterhalten, aber auch immer das Gefühl gehabt, dass die Autorin das Potential der Geschichte nicht ganz ausgeschöpft hat.

            Gudrun M.

            Beiträge 5
            03.02.2020

              Ich finde das Cover super durchdacht, denn einerseits sind da die etwas "plastisch" dargestellten Wolken mit der klaren Umgrenzung, die auf den ersten, schnellen Blick nicht so recht zu den darüber"fliegenden" Mohnblumen passen wollen. Aber, wenn man sich dann näher mit dem Inhalt befasst, wirkt es super stimmig. Hier stimmen die Details.
              Der Schreibstil konnte mich leider nicht von Anfang an mitreißen. Genauso hat es sich mit dem Ende gehalten. Die ersten und die letzten Seiten waren mir da etwas zu lapidar mit Nebensächlichkeiten zugepackt.
              Dennoch war der Lesefluss von Beginn bis zum Schluss gegeben. Das Gros des Buches hatte Tiefgang, der sich in den unterschiedlichsten Thematiken wiedergefunden hat. Hier konnte man erleben, dass jeder Mensch so seine Ecken und Kanten hat und Fehler im Leben macht. Es wird auch deutlich, dass Empathie und Zusammenhalt wichtige Faktoren sind, die das Leben lebenswert machen.

              Mein Fazit: etwas Schwung zu Beginn und zum Ende hin wären gut, aber ansonsten ein gutes Buch, das Tiefgang zeigt

              brigitte_schreiter

              Beiträge 72
              03.02.2020

                Tilda lebt in Berlin und steht kurz vor ihrem 60.Geburtstag. Ihr Ehemann ist bereits sehr früh gestorben, als sie noch ziemlich jung waren. Seid kurzem gibt es Günter in ihren Leben. Aber er verkündet ihr das er sich das Leben so nicht vorgestellt hat und geht nach Kanada.

                Tilda hält sich mit ihrem Schreibbüro gerade mal so über Wasser. Große Sprünge kann sie sich nicht leisten. Sie braucht unbedingt eine Arbeit.

                In einer Anzeige sucht eine ältere Dame, 84 Jahre alt, eine Privatsekretärin, um die Dinge ihres Lebens zu ordnen, und sich von Altlasten zu befreien. Tilda stellt sich vor und die beiden sind sich gleich sympatisch und Tilda bekommt den Shob. In den nachfolgennden Kapiteln erfahren wir Rückblicke aus dem Leben von Tilda , aber besonders das Leben von Ruth spielt eine große olle.

                Es ist eine großartige Geschichte, sehr unterhaltsam und mit sehr viel Gefühl und Herzenswärme.

                Man erfährt das es gut ist Entscheidungen zu treffen und für Veränderungen im Leben bereit ist, auch wenn man bereits 84 Jahre ist.

                Das Buch handelt auch übers älter werden und über eine wunderbare Freundschaften.

                Minijane

                Beiträge 5
                02.02.2020

                  Kurz vor Tilda's 60sten Geburtstag, mit dem sie sowieso schon zu kämpfen hat, da dieser den Eintritt ins Seniorenalter sozusagen einleutet, trennt sich nicht nur ihr Freund Günter von ihr, es brechen auch die Einkünfte in ihrem Schreibbüro weg, so dass Tilda auch noch Existenzängste quälen. Ihr Mann Kai ist leider viel zu früh verstorben, und das Leben das sie sich als junge Frau einst erträumt hat, hat sich ganz anderes entwickelt als erhofft. Zum Glück hat Tilda nette und zupackende Freundinnen, die sie ermutigen in den Kleinanzeigen nach einem neuen Job zu suchen. Auf diese Weise trifft sie auf die resolute Ruth, die im besten Alter von 84 Jahren eine Privatsekretärin sucht und hilft ihr, ihr Leben zu ordnen. Döstädning ist das Zauberwort, eine schwedische Methode vor dem eigenen Ableben nochmal Ordnung zu schaffen.

                  Die Grundidee zu der Geschichte fand ich interessant, und so war ich ganz gespannt auf Tilda's Neuanfang. Leider bin ich mit der Protagonistin nicht richtig warm geworden und die Story war mir oft viel zu banal und vorhersehbar. Eine große Weiterentwicklung von Tilda zum Ende der Geschichte, die ich teilweise nur noch überflogen habe, konnte ich nicht feststellen.

                  Ruth hat mir als eine der Hauptfiguren sehr gefallen. Obwohl sehr viel älter als Tilda, wirkte sie frisch und dynamisch, wohingegen Tilda sehr in sich gekehrt wirkte und immer wieder Zwiegespräche mit ihrem toten Mann führte. Ein bisschen von Ruth's Glanz färbte zwischendurch mal auf Tilda ab, als die beiden Damen Strategien entwickelten nicht nur angehäuften Krimskrams sinnvoll unter die Leute zu bringen, sondern auch Ruth's menschliche Baustellen aufzuräumen. Tilda eignete sich offensichtlich gut als Zuhörerin und wurde Ruth neben ihrer Angestelltenfunktion auch schnell eine Freundin. Leider erfuhr man als Leser über Tilda viel zu wenig und so blieb sie als Charakter insgesamt sehr blass.

                  Für mich war das Buch "Alle Tage, die wir leben" leider eine Geschichte ohne Spannungsbogen, zwar flüssig geschrieben aber weder mutmachend noch inspirierend.

                  Schade!

                  KatiKatharinenhof

                  Beiträge 53
                  01.02.2020

                  Tilda steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag vor dem beruflichen Aus, denn ausgerechnet ihr wichtigster Auftraggeber bricht als Einnahmequelle ihres Schreibbüros weg. Apropos weg - ihr Freund Günther packt die Taschen, nimmt sich eine Auszeit in Kanada und verkündet kurz vor der Abreise, dass es aus ist zwischen ihnen. Wie soll Tilda nun die gefürchtete Zahl 60 überstehen?
                  Eine Kleinanzeigemacht sie neugierig, denn eine rüstige alte Dame sucht eine Privatsekretärin, die ihr hilft, Ordnung in ihr Leben zu bringen. Tilda ist zuerst skeptisch, macht sich aber auf den Weg und der hält einige Überraschungen für sie bereit…

                  Dagmar Hansen lässt schon gleich Beginn ihres Buches Bon Jovi mit „It’s my life“ auf der Bildfläche erscheinen und dieser Titel taucht immer wieder im Roman auf, um federführend für die ganze Geschichte zu sein. Doch anstatt sich ein Beispiel an der quirligen, lebenslustigen Ruth zu nehmen, ist Tilda eher mit angezogener Handbremse in ihrem eigenen Mikrokosmos unterwegs. Sie verkriecht sich in ihrer Trauer, denn sie hat schon vor Jahren ihren Mann verloren. Tilda hat es sich in ihrem Selbstmitleid und ihrer Lethargie sehr bequem eingerichtet und kommt wenig bis gar nicht aus dieser selbstgewählten Ödnis heraus. Selbst ihre beiden Freundinnen schaffen es nur ansatzweise, Tilda aus diesem tiefen Tal der Trauer herauszuholen. Dieser negative Grundkonsens macht mir Tilda von Anfang an unsympathisch und ich frage mich, warum sie sich, nach all den Jahren, nicht endlich einmal am Schopf packt und sich selbst aus diesem Sumpf der Tränen und der Selbstzerfleischung herausholt. Das zieht selbst den stärksten Leser mit hinunter und drückt auf die Stimmung.
                  Die Geschichte ist geprägt von Tildas Mantra, nie wieder im Leben wirklich richtig glücklich zu sein und einen Partner zu finden…wenn ich mir etwas lange und oft genug einrede, dann glaube ich auch daran und es tritt ein- schade für Tilda, dass sie sich so hängen lässt ☹
                  Ganz anders Ruth -die alte Dame sprüht regelrecht über vor guter Laune, tollen Ideen und Energie. Auch wenn es in ihrem Leben nicht immer glatt gelaufen ist, so hat sie nie wirklich den Kopf in den Sand gesteckt und will nun, mit Tildas Hilfe, endlich aufräumen, um unwichtigen Dingen Adieu zu sagen und nur sich nur noch mit den wichtigen Dingen zu befassen.
                  Leider schafft es die Autorin nicht, mich von ihrer guten Grundidee zu begeistern – die Erzählung wirkt eher seicht und recht einfach gehalten. Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele gute Einfälle unbedingt aufs Papier gebracht werden müssen, ohne dabei so recht an die gelungene
                  Umsetzung gedacht zu haben. Auch stört es mich, dass die Erwähnung vieler Markennamen im Buch zu finden sind – das wirkt wie Schleichwerbung und das hat Dagmar Hansen eigentlich nicht nötig.
                  Die Geschichte ist schnell erzählt, aber auch wieder schnell vergessen. Denn ganz ehrlich, so wie Tilda möchte ich mit 60 definitiv nicht sein. Ich möchte dem Leben mit offenem Blick begegnen und Freude an jedem einzelnen Tag verspüren.
                  Das Motto des Buches, dass man den Tagen mehr Leben geben sollte, ist in meinen Augen nicht wirklich gut ausgearbeitet und an den Leser vermittelt worden…sehr, sehr schade ☹
                  Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.
                  Cicely Saunders

                  nicole_pichler

                  Beiträge 20
                  22.01.2020

                    In dem neuen Buch von Dagmar Hansen geht es um Tilda. Sie steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag. Gerade hat sich ihr Freund von ihr getrennt und sie verliert auch noch einen wichtigen Auftraggeber ihres Schreibbüros. Es ist nicht einfach für Tilda und sie steckt in einer seelischen Krise. Wie gut, dass es Tildas Freundinnen Dani und Anke gibt, die immer für sie da sind und Tilda auch aufheitern.
                    Durch Zufall liest Tilda eine Anzeige von einer 84jährigen Frau, die eine private Sekretärin sucht, um ihr Leben zu ordnen. Tilda meldet sich auf die Anzeige und bekommt einen neuen interessanten Zusatzjob. Ruth ist eine sehr nette Arbeitgeberin und gemeinsam mit ihr macht sie sich auf Ruths Leben zu sortieren.

                    Mir hat dieser Roman richtig gut gefallen. Ich mochte Tilda und Ruth sehr gerne. Es ist ein Roman der anderen Art. Irgendwie sehr ruhig zu lesen und er macht richtig nachdenklich. Das Leben vor dem Tod zu sortieren finde ich gar nicht so falsch. Es geht nicht nur darum, dass man Dinge, die man nicht mehr braucht, entsorgt, es geht auch darum, dass man mit seiner Vergangenheit aufräumt. So stellt sich Ruth auch Menschen, mit denen sie in der Vergangenheit Probleme hatte oder mit denen sie zerstritten ist. Auch Tilda fängt damit an über ihr Leben nachzudenken und es ein wenig zu sortieren. Auch ich habe jetzt irgendwie den Wunsch mal ein wenig Müll und Ballast loszuwerden, denn man sammelt soviel an, das man gar nicht mehr braucht.
                    Dieser Roman regt wirklich zum Nachdenken an, aber er ist so schön geschrieben, dass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen. Mich hat diese Geschichte wirklich berührt und ist mir Nahe gegangen. Was mir das Buch auch gezeigt hat ist, dass man nicht mit einem Fuß im Grab stehen muss um sein Leben zu sortieren. Eigentlich kann man das jederzeit machen, und es wird einem vermutlich wirklich gut tun.

                    Von mir bekommt dieser wunderbare Roman 5 Sterne.

                    Dreamworx

                    Beiträge 26
                    30.12.2019

                      Das Leben ist vielfältig und bunt

                      Tilda steht mit knapp 60. Jahren vor dem Nichts, denn sie verliert nicht nur ihren Job, sondern auch ihre Beziehung zu Günter geht den Bach runter. Aber alles Jammern hilft da nicht, denn das Leben geht weiter. So bewirbt sich Tilda auf eine Anzeige einer älteren Dame, die eine Privatsekretärin sucht und bekommt tatsächlich den Job. Ihre neue Arbeitgeberin Ruth ist 84 und nicht nur sehr rüstig, sondern auch dem Leben zugewandt. Tilda soll sie dabei unterstützen, für die Zeit ihres Ablebens all ihre Angelegenheiten in geordnete Bahnen zu lenken. Schon bald bahnt sich zwischen den beiden Frauen eine Freundschaft an, so dass Ruth auch aus dem Nähkästchen plaudert und von ihrer Vergangenheit erzählt. Aber auch Ruths Sohn Jonas scheint sich in Tildas Herz zu schleichen…

                      Dagmar Hansen hat mit „Alle Tage, die wir leben“ einen unterhaltsamen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig-leicht und gefühlvoll, so dass der Leser schon bald an der Seite von Ruth steht und ihr in einen neuen Abschnitt ihres Lebens folgt. Die Autorin hat mit ihren Hauptprotagonisten eine interessante Wahl getroffen, denn es geht hier nicht um die Jungen und Schönen, sondern um Frauen, die bereits im letzten Lebensabschnitt angekommen sind, mit beiden Beinen mit der Erde verwachsen sind und einiges an Lebenserfahrung sammeln konnten. Die Angst, den Job zu verlieren, ist gut nachvollziehbar, denn heute gilt man schon mit Anfang 50 als nicht mehr vermittelbar, was ein Spiegelbild unserer Gesellschaft darstellt. Diejenigen, die Erfahrung und Wissen haben, entspannter und vor allem mit viel Liebe an die Arbeit gehen, werden ausgemustert, denn sie sind entweder zu teuer oder passen nicht mehr ins Bild des Unternehmens. Wunderbar ist auch die Alterskonstellation der beiden Frauen, denn sie trennen 24 Jahre. Die eine lernt von der anderen mehr Gelassenheit und Lebensfreude, während die andere von der Effizienz der Jüngeren profitiert. Wunderbar verwebt die Autorin auch das Thema Nachlassregelung, was viele ja ewig vor sich herschieben, wobei man sich nach der Erledigung doch viel leichter fühlt.

                      Die Charaktere sind liebevoll skizziert und mit Leben versehen. Mit ihren glaubhaften Ecken und Kanten wirken sie wie Menschen aus Fleisch und Blut, denen man jeden Tag begegnet. Der Leser kann sich gut in sie hineinversetzen und ihnen folgen. Tilda ist in den besten Jahren, allerdings hat sie gerade eine Pechsträhne. Eigentlich ist sie recht patent, aber manchmal ist das Leben einfach zu viel, so dass ihre Verzweiflung sehr real wirkt. Aber sie ist offen für Neues und will es nochmals wissen. Ruth ist eine weise alte Dame, voller Elan und Lebenslust, die ansteckend auf alle wirkt. Sie ist nicht nur eine gute Ratgeberin, sondern auch eine Realistin, die nichts dem Zufall überlässt. Aber auch Ruths Sohn Jonas sowie Tildas Freundinnen Anke und Dani haben ihren Auftritt in dieser warmherzigen Geschichte.

                      „Alle Tage, die wir leben“ ist ein gefühlvoller und unterhaltsamer Roman über das Leben, den Tod und ganz vieles dazwischen, was das Leben so bunt und schön macht. Schönes Buch mit verdienter Leseempfehlung!

                      Sabienchen65

                      Beiträge 33
                      21.12.2019

                        Ein überaus amüsantes und kurzweiliges Leseerlebnis, welches mich sehr begeistern und unterhalten konnte.
                        Besonders die Protagonistin und deren schnörkellose Art, sowie ihre Entwicklung und der erfrischend humorvolle und dennoch bereichernde Plot, haben mir sehr gut gefallen.

                        Fanti2412

                        Beiträge 51
                        18.12.2019

                          Tilda steht knapp vor ihrem 60. Geburtstag als sich ihr Leben plötzlich verändert. Ihr Freund Günter trennt sich von ihr und in ihrem kleinen Schreibbüro verliert sie ihren wichtigsten Kunden.
                          Tilda fällt zunächst in ein Loch, denn sie sieht sich am Beginn des Seniorenalters und macht sich Gedanken um ihre Zukunft. Aber ihre besten Freundinnen Dani und Anke geben ihr Halt und einen wichtigen Tipp. Sie sucht in Kleinanzeigen nach Stellenangeboten und stößt auf eine „Frau im besten Alter“, die mit ihren 84 Jahren eine Assistentin sucht. Als Tilda dann ihre neue Arbeitgeberin Ruth kennenlernt, ist sie zunächst etwas verwirrt, denn Ruth möchte nach schwedischem Vorbild „Death Cleaning“ bzw. auf Schwedisch „Döstädning“ betreiben und ihre Angelegenheiten ordnen. Sie will nicht nur in ihrem Haus sondern auch in ihrem Leben Ordnung machen, aufräumen und Ballast los werden.
                          Obwohl Tilda sich nicht so richtig vorstellen kann, was sie dabei erwartet, nimmt sie den Job an.
                          Ruths Sohn Jonas, ein Rechtsanwalt, übernimmt die vertraglichen Angelegenheiten. Schnell stellt Tilda fest, dass sowohl Ruth als auch Jonas sympathische Menschen sind und ihr Leben bereichern können.

                          Es hat mir sehr große Freude gemacht, Ruth und Tilda zu beobachten, wie sie sich ans Werk machen. Beide waren mir auf Anhieb sympathisch aber besonders hatte ich Ruth ganz schnell ins Herz geschlossen. Diese alte Dame mit ihrer Energie, Lebensfreude und Lebensweisheit hat mich wirklich begeistert.
                          Und ganz schnell beginnt sie mit Tildas Unterstützung, ihren Plan umzusetzen. Zunächst wird der Haushalt von vielen Dingen befreit, die überflüssig sind oder nie genutzt werden. Aber Ruth möchte auch Ordnung in Freundschaften und familiäre Angelegenheiten bringen.
                          Nach und nach gibt sie gegenüber Tilda bei der gemeinsamen Arbeit einige Dinge aus ihrem Leben preis und bittet Tilda auch um ihre Meinung bzw. ihren Rat dazu.
                          Genauso fasst Tilda mit der Zeit Vertrauen zu Ruth und erzählt ihr, was sie bewegt.
                          So können beide voneinander profitieren. Ruth genießt die Energie und Effizienz der jüngeren Tilda und diese lernt von Ruth, vieles gelassener und positiver zu sehen. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich allmählich eine herzliche Freundschaft und Tilda beginnt, sich zu verändern.

                          Sehr warmherzig und gefühlvoll widmet sich Dagmar Hansen hier unter anderem dem Thema der Nachlassregelung, vor dem sich viele Menschen ja scheuen. Aber auch die Problematik, nicht damit klar zu kommen, dass man älter wird und der letzte Lebensabschnitt bevor steht, wird hier auf einfühlsame Weise deutlich.
                          Besonders gut gefallen hat mir, dass die beiden Protagonistinnen nicht die jungen und schönen Frauen sind, denen man sonst oft in Romanen begegnet, sondern eben zwei gestandene, lebenserfahrene Frauen.
                          Die Gestaltung der beiden Figuren ist ausgesprochen liebevoll, authentisch und lebendig. Auch wenn ich noch nicht ganz Tildas Alter erreicht habe, fühlte ich mich ihr nahe und konnte ihre Gedanken und Empfindungen gut nachvollziehen. Und Ruth, die herzliche Realistin, hätte ich auch gerne zur Freundin.
                          So habe ich aus diesem schönen Roman auch einige Denkanstöße für mich mitgenommen.

                          Lieblingszitat (Seite 313):
                          „Wenn es stimmt, dass die Augen die Fenster zur Seele sind, dann waren diese Fenster bei uns beiden gerade weit geöffnet. Es war ein magischer Moment, der mich den Reichtum des Lebens spüren ließ. Alles schien möglich im Hier und Jetzt dieses Abends.“

                          „Alle Tage, die wir leben“ ist sehr unterhaltsam, mit Humor gewürzt, regt zum Nachdenken an und vermittelt die schöne Botschaft, dass das Leben zu jedem Zeitpunkt bunt, schön und lebenswert ist und auch immer wieder Überraschungen bereit hält.
                          Ich habe diesen wunderschönen, inspirierenden Roman sehr genossen und empfehle ihn gerne weiter!


                          Fazit: 5 von 5 Sternen


                          © fanti2412.blogspot.com

                          TochterAlice

                          Beiträge 16
                          eine Antwort 10.12.2019

                            Von einem Tag auf den anderen
                            ach was, innerhalb von ein paar Stunden bricht Tildas bis dahin eigentlich recht heile Welt zusammen: Mann weg, Job weg! Und das kurz vor dem sechzigsten Geburtstag!

                            Ob es da noch irgendeinen Ausweg gibt? Tilda glaubt nicht daran, doch sie hat nicht mit ihren Kochschwestern im Geiste gerechnet. Dani und Anke, die sie in einem Spanischkurs in der Volkshochschule kennengelernt hat und mit denen sie sich seitdem regelmäßig trifft, vor allem, aber nicht nur zum gemeinsamen Kochen, bringen sie auf die Idee, eine offensive Suche nach einem 450-Euro-Job zu starten. Tilda betreibt nämlich einen Schreibservice und hat gerade ihren größten Auftraggeber verloren.

                            Und siehe da - sie wird fündig und zwar in Ruth, einer 84jährigen Dame, die als Unterstützung für ihr "Döstädning"einstellt. Sie wissen nicht, was das ist? Das ist unbedingt ein Grund für die Lektüre dieses Buches. Sie werden sich wundern. Soviel kann ich Ihnen schon mal verraten: es hat mit Aufräumen zu tun, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.

                            Ein bisschen hat mich gestört, dass sowohl Tilda als auch Ruth immer mal wieder mit der Tür ins Haus gefallen sind und nicht unbedingt Empathie vorwiesen, doch das legte sich, je weiter ich las. Sowohl mein Mißfallen als auch die mangelnde Einfühlsamkeit. Ein Roman also, in dem die Protagonistinnen eine Entwicklung vollziehen, was besonders faszinerend ist aufgrund der Tatsache, dass beide ja nicht mehr die Jüngsten sind.

                            Kurzum: ich habe mich in das Buch verliebt, zwar nicht auf den ersten, auch nicht auf den zweiten, wohl aber auf den dritten oder vierten Blick. Dann aber umso heftiger, denn es passiert so einiges, was man beim besten Willen nicht voraussehen kann.

                            Ein unterhaltsamer, warmherziger Roman, nicht nur für die ältere(n) Generation(en)!

                            • Fanti2412

                              Beiträge: 51
                              18.12.2019

                              Ich habe mich auch in die Geschichte verliebt, weil sie einfach wunderschön zu lesen war. Und die beiden Frauen haben sich schnell in mein Herz geschlichen!

                            jarmila_kesseler

                            Beiträge 17
                            eine Antwort 06.12.2019

                              Klappentext:

                              Ausgerechnet vor ihrem 60. Geburtstag verliert Tilda ihren Job, und auch ihre Beziehung scheitert. Das hatte sie sich anders vorgestellt. Mit Sechzig nochmal ganz auf Anfang? Als sie eine Anzeige liest, in der eine «Frau im besten Alter (84)» eine Privatsekretärin sucht, bewirbt sie sich kurzerhand. Obwohl Arbeitgeberin Ruth fit und lebenslustig ist, will sie nach dem Vorbild des schwedischen «death cleaning» ihre Angelegenheiten ordnen. Dabei soll Tilda helfen. Anfangs findet die das ziemlich morbide, doch durch Ruth lernt sie, dass das Leben - egal in welchem Alter - immer für eine Überraschung gut ist.



                              Inhalt:

                              Für die Protagonistin und knapp 60-jährige Tilda läuft es gar nicht gut. Nachdem sie Jahre zuvor ihren Ehemann nach kurzer aber glücklicher Ehe bei einem Verkehrsunfall verloren hatte, glaubt sie nun in Günter den Mann fürs Leben gefunden haben. Doch auch diese Beziehung endet damit, dass er sie verlässt. Ihr kleines Schreibbüro verliert zudem noch den größten Auftraggeber, so dass sie nun auch bald mittellos dastehen könnte. Zum Glück gibt es noch ihre besten Freundinnen Dani und Anke mit denen sie regelmäßig Kochabende veranstaltet. Die sprechen ihr viel Mut zu, so durchforstet Tilda die Ebay Kleinanzeigen nach einem adäquaten Job für sie und wird auch fündig. Ruth, eine 84-Jährige recht rüstige Dame, sucht eine Assistentin, die jetzt schon den Nachlass für sie regelt. Viel zu viel angehäufte Dinge weggeben, inneren Frieden mit ihren alten Freundschaften und Familie finden, sie rumkutschieren. Tilda ist glücklich in Ruth eine Vertraute gefunden zu haben und gleichzeitig eine gut bezahlte Anstellung. Und dann ist da auch noch Ruths adretter Sohn Jonas, seines Zeichens Anwalt und Single. Man spürt förmlich das Knistern zwischen den beiden…

                              Das Ende schreit förmlich nach einer Fortsetzung, denn natürlich platze ich vor Neugierde und will nun wissen, ob sich da zwei Herzen gefunden haben und auch Ruth hat noch eine Aufgabe zu erledigen….

                              Der Roman „Alle Tage, die wir leben“ von Autorin Dagmar Hansen alias Clara Sternberg war ein wahrer Pageturner. Die Seiten flogen nur so dahin, dass ich fast in einem Rutsch die 36 Kapitel verteilt auf 316 Seiten gelesen habe. Der Schreibstil liest sich locker und leicht und auch die augenfreundlich große Schrift erleichtert das Lesen. Toll gefallen hat mir auch, dass wir im Buch einige der leckeren Rezepte der Gerichte vorfinden, die Tilda und ihre Mädels zubereiten. Den Fruit Cobbler muss ich unbedingt als nächstes backen.

                              Das Cover passt fröhlich und farbenfroh zum Lesevergnügen!


                              @ esposa1969

                              • Fanti2412

                                Beiträge: 51
                                18.12.2019

                                Ich mochte den Roman auch sehr und habe auch schon gedacht, dass eine Fortsetzung toll wäre! Potential dafür wäre ja da :-)

                              kerstin2601

                              Beiträge 46
                              eine Antwort 21.10.2019

                                Wie gut, dass es solche Bücher gibt, in denen die Charaktere nicht Anfang 20 sind! Man kann sich in die Figuren hineinversetzen und versteht sie einfach. Diesen Roman werde ich auf jeden Fall lesen denn die Leseprobe wirkt auf mich interessant und vielversprechend.

                                • Fanti2412

                                  Beiträge: 51
                                  18.12.2019

                                  Ich kann Dir das Buch nur ans Herz legen. Ich mochte es sehr, auch wegen der älteren Protagonistinnen. Wirklich lesenswert!