Dagmar Hansen

Alle Tage, die wir leben

Das Leben ist ein Abenteuer
Ausgerechnet vor ihrem 60. Geburtstag verliert Tilda ihren wichtigsten Auftraggeber – ihr Schreibbüro steht vor dem Aus. Und auch ihre Beziehung zu Freund Günter scheitert, da ihm seine Freiheit wichtiger ist als eine Partnerin an seiner Seite. Das hatte Tilda sich anders vorgestellt. Mit Sechzig nochmal ganz auf Anfang? Als sie eine Anzeige liest, in der eine «Frau im besten Alter (84)» eine Privatsekretärin sucht, bewirbt sie sich kurzerhand. Obwohl Arbeitgeberin Ruth fit und lebenslustig ist, will sie nach dem Vorbild des schwedischen «Death Cleaning» ihre Angelegenheiten ordnen. Dabei soll Tilda helfen. Anfangs findet die das ziemlich morbide, doch durch Ruth lernt sie, dass das Leben - egal in welchem Alter - immer für eine Überraschung gut ist.


Autorenbild Foto von Dagmar Hansen

Der  Autor

Dagmar Hansen veröffentlichte bereits erfolgreich zahlreiche Romane, von denen mehrere für ARD und ZDF verfilmt wurden. Mit «Herzenswege», ihrem ersten Roman bei Rowohlt, wandte sie sich den emotionalen Themen zu und schreibt für Frauen, die das Leben mit allen Höhen und Tiefen kennen und den Mut haben, sich mit ihren Gefühlen und den großen Fragen des Lebens zu beschäftigen.


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Rezensionen

nicole_pichler

Beiträge 19
22.01.2020

    In dem neuen Buch von Dagmar Hansen geht es um Tilda. Sie steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag. Gerade hat sich ihr Freund von ihr getrennt und sie verliert auch noch einen wichtigen Auftraggeber ihres Schreibbüros. Es ist nicht einfach für Tilda und sie steckt in einer seelischen Krise. Wie gut, dass es Tildas Freundinnen Dani und Anke gibt, die immer für sie da sind und Tilda auch aufheitern.
    Durch Zufall liest Tilda eine Anzeige von einer 84jährigen Frau, die eine private Sekretärin sucht, um ihr Leben zu ordnen. Tilda meldet sich auf die Anzeige und bekommt einen neuen interessanten Zusatzjob. Ruth ist eine sehr nette Arbeitgeberin und gemeinsam mit ihr macht sie sich auf Ruths Leben zu sortieren.

    Mir hat dieser Roman richtig gut gefallen. Ich mochte Tilda und Ruth sehr gerne. Es ist ein Roman der anderen Art. Irgendwie sehr ruhig zu lesen und er macht richtig nachdenklich. Das Leben vor dem Tod zu sortieren finde ich gar nicht so falsch. Es geht nicht nur darum, dass man Dinge, die man nicht mehr braucht, entsorgt, es geht auch darum, dass man mit seiner Vergangenheit aufräumt. So stellt sich Ruth auch Menschen, mit denen sie in der Vergangenheit Probleme hatte oder mit denen sie zerstritten ist. Auch Tilda fängt damit an über ihr Leben nachzudenken und es ein wenig zu sortieren. Auch ich habe jetzt irgendwie den Wunsch mal ein wenig Müll und Ballast loszuwerden, denn man sammelt soviel an, das man gar nicht mehr braucht.
    Dieser Roman regt wirklich zum Nachdenken an, aber er ist so schön geschrieben, dass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen. Mich hat diese Geschichte wirklich berührt und ist mir Nahe gegangen. Was mir das Buch auch gezeigt hat ist, dass man nicht mit einem Fuß im Grab stehen muss um sein Leben zu sortieren. Eigentlich kann man das jederzeit machen, und es wird einem vermutlich wirklich gut tun.

    Von mir bekommt dieser wunderbare Roman 5 Sterne.

    Lesegenuss

    Beiträge 39
    02.01.2020

      "Alle Tage, die wir leben" ist der neue Roman von der Autorin Dagmar Hansen. Ich kenne ja bereits schon einige Bücher von ihr. So hat mich der Klappentext eh angesprochen und ich war gespannt, welche Überraschung mich hier wohl erwarten würde.
      Handlungsort ist Berlin. Die Stadt mit seinen vielen Facetten bietet eine wunderbare Kulisse für diese interessante und unterhaltsame Geschichte
      Hier lebt Tilda, die kurz vor ihrem 60. Geburtstag steht. Da erfährt sie von ihrem Freund Günter, dass dieser ohne sich mit ihr abzusprechen, für einige Zeit nach Kanada gehen wird. Es sei doch nicht so mit ihnen, wie er dachte. Und wieder eine Seifenblase zerplatzt, so Tilda. Doch das Leben musste weitergehen, denn mehr recht als schlecht hält sie sich mit ihrem Schreibbüro über Wasser. Große Sprünge kann sie sich nicht erlauben. Da erfährt sie zu allem Pech noch dazu, dass ihr Stammkunde sich aus seinem Berufsleben zurückziehen wird. Und somit es keine Aufträge mehr gibt. Er wollte nach seiner Krankheit leben und wäre ja auch in dem Alter, wo man es noch genießen könnte. Und sie, Tilda? Was war mit ihr? War das der Anfang vom Ende? So war es nur gut, dass der monatliche Treff am kommenden Freitag mit ihren Freundinnen Anke und Dani anstand. Es hatte sich zu einem Ritual entwickelt, dass sie zusammen ein Drei-Gänge-Menü kochten und sich einen tollen Abend machten. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass zwischendurch immer wieder mal ein Rezept in die Handlung mit einfließt.
      Zitat S. 41
      "Es heißt, die besten Dinge im Leben kosten nichts. ... Frische Luft, Natur, Liebe, echte Freundschaft und Gesundheit und andere Kostbarkeiten kann man nicht kaufen. ..."
      Die beiden Frauen geben Tilda gute Tipps. Doch letztendlich wird sie auf einem Kleinanzeigenmarkt fündig. Da suchte eine ältere Dame, 84 Jahre, eine Privatsekretärin. Und noch am gleichen Tag lernt sie Ruth kennen und ihr Vorhaben. Das Döstädning wie es in Schweden genannt wird, Dinge des Lebens ordnen, sich von Dingen trennen.
      Zitat S. 184
      "Bücher im Regal sind wie Freunde, die darauf warten, dass man immer wieder offen ist für das, was sie zu sagen haben. Ich finde, meine Bücher haben ein neues Publikum verdient. Das ist spannender für sie, als bei mir weiter vor sich hin zu stauben."
      Das Buch hat ein ganz eigenes Tempo, mit dem es einen richtig in die Geschichte hineinzieht. In den folgenden Kapiteln geht es auf eine sehr interessante Reise, nicht nur durch das Leben von Ruth, sondern auch von Tilda. Obwohl diese schon nach kurzer Ehe Witwe wurde, ist es ihr wichtig mit Kai zu sprechen. Seine kölsche Art, sein Humr, sie vermisste ihn noch immer und Selbstgespräche darf man ja wohl führen.
      Es ist der Autorin erneut gelungen, mich für diese großartige Geschichte zu begeistern. Unterhaltsam und mit sehr viel Gefühl und Herzenswärme nimmt sie ihre Leser mit auf eine Lesereise. Dieses "Death Cleaning", ein Thema, was wahrscheinlich immer wieder vor sich hergeschoben wird.
      Die Protagonistinnen sind alle sehr sympathisch und vor allem glaubwürdig. Tilda, um die es eigentlich geht, wird durch Ruth zwar etwas in den Hintergrund gesetzt, allerdings nicht bewusst. Ruth ist eine so eigene Persönlichkeit, dass es eine Freude ist, sie in diesem Roman kennengelernt zu haben. Doch auch sie hat ein Päckchen zu tragen. Um ehrlich zu sein, habe ich mehrfach beim Lesen das Gefühl gehabt, dass es diese Personen wirklich gibt.
      So hat mich die Geschichte um Tilda und Ruth von Beginn bis zum Ende für sich gewonnen.
      Es ist ein wunderbares Buch, dass einen das Älterwerden gar nicht so schlimm erscheinen lässt ☺
      Es ist ein Buch für Jung und Alt.
      Es ist nicht nur ein Buch über das Leben, sondern auch der Anstoß dazu, den Mut zu haben, Entscheidungen zu treffen, bereit zu sein für Veränderungen.
      Es lässt einen innehalten, nachdenken und mitfühlen.
      Das Buch gab mir jede Menge Denkanstöße u. a. auch weiterzumachen mit meinem/unseren persönlichen "Death Cleaning", welches wir vor ca. zwei Jahren begonnen haben. Bringt euer Leben neu in Schwung, denn ganz ehrlich, am allerwenigsten rechnet man eigentlich mit dem Schluss.

      Dreamworx

      Beiträge 24
      30.12.2019

        Das Leben ist vielfältig und bunt

        Tilda steht mit knapp 60. Jahren vor dem Nichts, denn sie verliert nicht nur ihren Job, sondern auch ihre Beziehung zu Günter geht den Bach runter. Aber alles Jammern hilft da nicht, denn das Leben geht weiter. So bewirbt sich Tilda auf eine Anzeige einer älteren Dame, die eine Privatsekretärin sucht und bekommt tatsächlich den Job. Ihre neue Arbeitgeberin Ruth ist 84 und nicht nur sehr rüstig, sondern auch dem Leben zugewandt. Tilda soll sie dabei unterstützen, für die Zeit ihres Ablebens all ihre Angelegenheiten in geordnete Bahnen zu lenken. Schon bald bahnt sich zwischen den beiden Frauen eine Freundschaft an, so dass Ruth auch aus dem Nähkästchen plaudert und von ihrer Vergangenheit erzählt. Aber auch Ruths Sohn Jonas scheint sich in Tildas Herz zu schleichen…

        Dagmar Hansen hat mit „Alle Tage, die wir leben“ einen unterhaltsamen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig-leicht und gefühlvoll, so dass der Leser schon bald an der Seite von Ruth steht und ihr in einen neuen Abschnitt ihres Lebens folgt. Die Autorin hat mit ihren Hauptprotagonisten eine interessante Wahl getroffen, denn es geht hier nicht um die Jungen und Schönen, sondern um Frauen, die bereits im letzten Lebensabschnitt angekommen sind, mit beiden Beinen mit der Erde verwachsen sind und einiges an Lebenserfahrung sammeln konnten. Die Angst, den Job zu verlieren, ist gut nachvollziehbar, denn heute gilt man schon mit Anfang 50 als nicht mehr vermittelbar, was ein Spiegelbild unserer Gesellschaft darstellt. Diejenigen, die Erfahrung und Wissen haben, entspannter und vor allem mit viel Liebe an die Arbeit gehen, werden ausgemustert, denn sie sind entweder zu teuer oder passen nicht mehr ins Bild des Unternehmens. Wunderbar ist auch die Alterskonstellation der beiden Frauen, denn sie trennen 24 Jahre. Die eine lernt von der anderen mehr Gelassenheit und Lebensfreude, während die andere von der Effizienz der Jüngeren profitiert. Wunderbar verwebt die Autorin auch das Thema Nachlassregelung, was viele ja ewig vor sich herschieben, wobei man sich nach der Erledigung doch viel leichter fühlt.

        Die Charaktere sind liebevoll skizziert und mit Leben versehen. Mit ihren glaubhaften Ecken und Kanten wirken sie wie Menschen aus Fleisch und Blut, denen man jeden Tag begegnet. Der Leser kann sich gut in sie hineinversetzen und ihnen folgen. Tilda ist in den besten Jahren, allerdings hat sie gerade eine Pechsträhne. Eigentlich ist sie recht patent, aber manchmal ist das Leben einfach zu viel, so dass ihre Verzweiflung sehr real wirkt. Aber sie ist offen für Neues und will es nochmals wissen. Ruth ist eine weise alte Dame, voller Elan und Lebenslust, die ansteckend auf alle wirkt. Sie ist nicht nur eine gute Ratgeberin, sondern auch eine Realistin, die nichts dem Zufall überlässt. Aber auch Ruths Sohn Jonas sowie Tildas Freundinnen Anke und Dani haben ihren Auftritt in dieser warmherzigen Geschichte.

        „Alle Tage, die wir leben“ ist ein gefühlvoller und unterhaltsamer Roman über das Leben, den Tod und ganz vieles dazwischen, was das Leben so bunt und schön macht. Schönes Buch mit verdienter Leseempfehlung!

        Sabienchen65

        Beiträge 14
        21.12.2019

          Ein überaus amüsantes und kurzweiliges Leseerlebnis, welches mich sehr begeistern und unterhalten konnte.
          Besonders die Protagonistin und deren schnörkellose Art, sowie ihre Entwicklung und der erfrischend humorvolle und dennoch bereichernde Plot, haben mir sehr gut gefallen.

          Fanti2412

          Beiträge 50
          18.12.2019

            Tilda steht knapp vor ihrem 60. Geburtstag als sich ihr Leben plötzlich verändert. Ihr Freund Günter trennt sich von ihr und in ihrem kleinen Schreibbüro verliert sie ihren wichtigsten Kunden.
            Tilda fällt zunächst in ein Loch, denn sie sieht sich am Beginn des Seniorenalters und macht sich Gedanken um ihre Zukunft. Aber ihre besten Freundinnen Dani und Anke geben ihr Halt und einen wichtigen Tipp. Sie sucht in Kleinanzeigen nach Stellenangeboten und stößt auf eine „Frau im besten Alter“, die mit ihren 84 Jahren eine Assistentin sucht. Als Tilda dann ihre neue Arbeitgeberin Ruth kennenlernt, ist sie zunächst etwas verwirrt, denn Ruth möchte nach schwedischem Vorbild „Death Cleaning“ bzw. auf Schwedisch „Döstädning“ betreiben und ihre Angelegenheiten ordnen. Sie will nicht nur in ihrem Haus sondern auch in ihrem Leben Ordnung machen, aufräumen und Ballast los werden.
            Obwohl Tilda sich nicht so richtig vorstellen kann, was sie dabei erwartet, nimmt sie den Job an.
            Ruths Sohn Jonas, ein Rechtsanwalt, übernimmt die vertraglichen Angelegenheiten. Schnell stellt Tilda fest, dass sowohl Ruth als auch Jonas sympathische Menschen sind und ihr Leben bereichern können.

            Es hat mir sehr große Freude gemacht, Ruth und Tilda zu beobachten, wie sie sich ans Werk machen. Beide waren mir auf Anhieb sympathisch aber besonders hatte ich Ruth ganz schnell ins Herz geschlossen. Diese alte Dame mit ihrer Energie, Lebensfreude und Lebensweisheit hat mich wirklich begeistert.
            Und ganz schnell beginnt sie mit Tildas Unterstützung, ihren Plan umzusetzen. Zunächst wird der Haushalt von vielen Dingen befreit, die überflüssig sind oder nie genutzt werden. Aber Ruth möchte auch Ordnung in Freundschaften und familiäre Angelegenheiten bringen.
            Nach und nach gibt sie gegenüber Tilda bei der gemeinsamen Arbeit einige Dinge aus ihrem Leben preis und bittet Tilda auch um ihre Meinung bzw. ihren Rat dazu.
            Genauso fasst Tilda mit der Zeit Vertrauen zu Ruth und erzählt ihr, was sie bewegt.
            So können beide voneinander profitieren. Ruth genießt die Energie und Effizienz der jüngeren Tilda und diese lernt von Ruth, vieles gelassener und positiver zu sehen. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich allmählich eine herzliche Freundschaft und Tilda beginnt, sich zu verändern.

            Sehr warmherzig und gefühlvoll widmet sich Dagmar Hansen hier unter anderem dem Thema der Nachlassregelung, vor dem sich viele Menschen ja scheuen. Aber auch die Problematik, nicht damit klar zu kommen, dass man älter wird und der letzte Lebensabschnitt bevor steht, wird hier auf einfühlsame Weise deutlich.
            Besonders gut gefallen hat mir, dass die beiden Protagonistinnen nicht die jungen und schönen Frauen sind, denen man sonst oft in Romanen begegnet, sondern eben zwei gestandene, lebenserfahrene Frauen.
            Die Gestaltung der beiden Figuren ist ausgesprochen liebevoll, authentisch und lebendig. Auch wenn ich noch nicht ganz Tildas Alter erreicht habe, fühlte ich mich ihr nahe und konnte ihre Gedanken und Empfindungen gut nachvollziehen. Und Ruth, die herzliche Realistin, hätte ich auch gerne zur Freundin.
            So habe ich aus diesem schönen Roman auch einige Denkanstöße für mich mitgenommen.

            Lieblingszitat (Seite 313):
            „Wenn es stimmt, dass die Augen die Fenster zur Seele sind, dann waren diese Fenster bei uns beiden gerade weit geöffnet. Es war ein magischer Moment, der mich den Reichtum des Lebens spüren ließ. Alles schien möglich im Hier und Jetzt dieses Abends.“

            „Alle Tage, die wir leben“ ist sehr unterhaltsam, mit Humor gewürzt, regt zum Nachdenken an und vermittelt die schöne Botschaft, dass das Leben zu jedem Zeitpunkt bunt, schön und lebenswert ist und auch immer wieder Überraschungen bereit hält.
            Ich habe diesen wunderschönen, inspirierenden Roman sehr genossen und empfehle ihn gerne weiter!


            Fazit: 5 von 5 Sternen


            © fanti2412.blogspot.com

            TochterAlice

            Beiträge 17
            eine Antwort 10.12.2019

              Von einem Tag auf den anderen
              ach was, innerhalb von ein paar Stunden bricht Tildas bis dahin eigentlich recht heile Welt zusammen: Mann weg, Job weg! Und das kurz vor dem sechzigsten Geburtstag!

              Ob es da noch irgendeinen Ausweg gibt? Tilda glaubt nicht daran, doch sie hat nicht mit ihren Kochschwestern im Geiste gerechnet. Dani und Anke, die sie in einem Spanischkurs in der Volkshochschule kennengelernt hat und mit denen sie sich seitdem regelmäßig trifft, vor allem, aber nicht nur zum gemeinsamen Kochen, bringen sie auf die Idee, eine offensive Suche nach einem 450-Euro-Job zu starten. Tilda betreibt nämlich einen Schreibservice und hat gerade ihren größten Auftraggeber verloren.

              Und siehe da - sie wird fündig und zwar in Ruth, einer 84jährigen Dame, die als Unterstützung für ihr "Döstädning"einstellt. Sie wissen nicht, was das ist? Das ist unbedingt ein Grund für die Lektüre dieses Buches. Sie werden sich wundern. Soviel kann ich Ihnen schon mal verraten: es hat mit Aufräumen zu tun, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.

              Ein bisschen hat mich gestört, dass sowohl Tilda als auch Ruth immer mal wieder mit der Tür ins Haus gefallen sind und nicht unbedingt Empathie vorwiesen, doch das legte sich, je weiter ich las. Sowohl mein Mißfallen als auch die mangelnde Einfühlsamkeit. Ein Roman also, in dem die Protagonistinnen eine Entwicklung vollziehen, was besonders faszinerend ist aufgrund der Tatsache, dass beide ja nicht mehr die Jüngsten sind.

              Kurzum: ich habe mich in das Buch verliebt, zwar nicht auf den ersten, auch nicht auf den zweiten, wohl aber auf den dritten oder vierten Blick. Dann aber umso heftiger, denn es passiert so einiges, was man beim besten Willen nicht voraussehen kann.

              Ein unterhaltsamer, warmherziger Roman, nicht nur für die ältere(n) Generation(en)!

              • Fanti2412

                Beiträge: 50
                18.12.2019

                Ich habe mich auch in die Geschichte verliebt, weil sie einfach wunderschön zu lesen war. Und die beiden Frauen haben sich schnell in mein Herz geschlichen!

              jarmila_kesseler

              Beiträge 16
              eine Antwort 06.12.2019

                Klappentext:

                Ausgerechnet vor ihrem 60. Geburtstag verliert Tilda ihren Job, und auch ihre Beziehung scheitert. Das hatte sie sich anders vorgestellt. Mit Sechzig nochmal ganz auf Anfang? Als sie eine Anzeige liest, in der eine «Frau im besten Alter (84)» eine Privatsekretärin sucht, bewirbt sie sich kurzerhand. Obwohl Arbeitgeberin Ruth fit und lebenslustig ist, will sie nach dem Vorbild des schwedischen «death cleaning» ihre Angelegenheiten ordnen. Dabei soll Tilda helfen. Anfangs findet die das ziemlich morbide, doch durch Ruth lernt sie, dass das Leben - egal in welchem Alter - immer für eine Überraschung gut ist.



                Inhalt:

                Für die Protagonistin und knapp 60-jährige Tilda läuft es gar nicht gut. Nachdem sie Jahre zuvor ihren Ehemann nach kurzer aber glücklicher Ehe bei einem Verkehrsunfall verloren hatte, glaubt sie nun in Günter den Mann fürs Leben gefunden haben. Doch auch diese Beziehung endet damit, dass er sie verlässt. Ihr kleines Schreibbüro verliert zudem noch den größten Auftraggeber, so dass sie nun auch bald mittellos dastehen könnte. Zum Glück gibt es noch ihre besten Freundinnen Dani und Anke mit denen sie regelmäßig Kochabende veranstaltet. Die sprechen ihr viel Mut zu, so durchforstet Tilda die Ebay Kleinanzeigen nach einem adäquaten Job für sie und wird auch fündig. Ruth, eine 84-Jährige recht rüstige Dame, sucht eine Assistentin, die jetzt schon den Nachlass für sie regelt. Viel zu viel angehäufte Dinge weggeben, inneren Frieden mit ihren alten Freundschaften und Familie finden, sie rumkutschieren. Tilda ist glücklich in Ruth eine Vertraute gefunden zu haben und gleichzeitig eine gut bezahlte Anstellung. Und dann ist da auch noch Ruths adretter Sohn Jonas, seines Zeichens Anwalt und Single. Man spürt förmlich das Knistern zwischen den beiden…

                Das Ende schreit förmlich nach einer Fortsetzung, denn natürlich platze ich vor Neugierde und will nun wissen, ob sich da zwei Herzen gefunden haben und auch Ruth hat noch eine Aufgabe zu erledigen….

                Der Roman „Alle Tage, die wir leben“ von Autorin Dagmar Hansen alias Clara Sternberg war ein wahrer Pageturner. Die Seiten flogen nur so dahin, dass ich fast in einem Rutsch die 36 Kapitel verteilt auf 316 Seiten gelesen habe. Der Schreibstil liest sich locker und leicht und auch die augenfreundlich große Schrift erleichtert das Lesen. Toll gefallen hat mir auch, dass wir im Buch einige der leckeren Rezepte der Gerichte vorfinden, die Tilda und ihre Mädels zubereiten. Den Fruit Cobbler muss ich unbedingt als nächstes backen.

                Das Cover passt fröhlich und farbenfroh zum Lesevergnügen!


                @ esposa1969

                • Fanti2412

                  Beiträge: 50
                  18.12.2019

                  Ich mochte den Roman auch sehr und habe auch schon gedacht, dass eine Fortsetzung toll wäre! Potential dafür wäre ja da :-)

                kerstin2601

                Beiträge 32
                eine Antwort 21.10.2019

                  Wie gut, dass es solche Bücher gibt, in denen die Charaktere nicht Anfang 20 sind! Man kann sich in die Figuren hineinversetzen und versteht sie einfach. Diesen Roman werde ich auf jeden Fall lesen denn die Leseprobe wirkt auf mich interessant und vielversprechend.

                  • Fanti2412

                    Beiträge: 50
                    18.12.2019

                    Ich kann Dir das Buch nur ans Herz legen. Ich mochte es sehr, auch wegen der älteren Protagonistinnen. Wirklich lesenswert!