Doris Knecht

Gruber geht

John Gruber: Manager, Porschefahrer, Loftbesitzer und zynischer Bescheidwisser, der seiner Geliebten gern mal schonungslos klarmacht, was die Realität von TV-Soaps unterscheidet. Doch plötzlich erwischt es Gruber selbst. Lange hat er sich mit einem coolen Superhelden verwechselt, da schmerzt es, als ein Tumor in seinem Bauch entdeckt wird. Gruber säuft, feiert und prügelt sich, er macht Selbsterfahrung und Chemotherapie. Und landet dabei in den Armen einer schlauen, schönen Berliner DJane, die in Gruber etwas sieht, was nicht einmal Gruber selbst in sich sehen kann …


Autorenbild Foto von Doris Knecht

Die  Autorin

Doris Knecht, geboren in Vorarlberg, ist Kolumnistin («Kurier», «Falter») und Schriftstellerin. Ihr erster Roman, «Gruber geht» (2011), war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde fürs Kino verfilmt. Für «Besser» (2013) erhielt sie den Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag. Zuletzt erschien ihr vielgelobter Roman «Wald» (2015). Doris Knecht lebt in Wien und im Waldviertel.


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Rezensionen

Ophelia19

Beiträge 32
09.08.2018

    John Gruber ist ein Workaholic, erfolgreich im Job und immer auf dem Sprung, ein Weiberheld, der es nie ernst meint… aber plötzlich meint es das Leben ernst mit ihm – todernst. Als John Gruber geschäftlich nach Zürich fliegt, hat er den Umschlag schon in der Tasche, der Umschlag, der nichts Gutes bedeutet. Aber er kann ihn nicht öffnen.

    In Zürich (einer Stadt, die er scheiße findet) trifft er unverhofft die DJane Sarah. Sie ist anders als die anderen Frauen, mit denen es Gruber zu tun hat. Nach einer gemeinsamen Nacht lässt er Sarah den Umschlag öffnen: Diagnose Krebs – er soll sofort zurück nach Wien und dort die Chemo beginnen – nicht gerade der richtige Zeitpunkt, um eine ernsthafte Beziehung zu beginnen. Auch wenn er das gerne möchte.

    John Gruber kämpft sich durch die Chemo, erst denkt er noch, dass das ein Spaziergang wird, aber mehr und mehr merkt er, dass sein Leben an einem seidenen Faden hängt, dass viele Dinge, die ihm einmal wichtig waren, jetzt nichts mehr zählen und andere Dinge wie z.B. seine Familie und Sarah wichtiger sind als alles.
    Und gerade als Gruber merkt, dass er sich verändert und ihn die Krankheit zu einem „besseren Menschen“ macht und er Sarah unbedingt wiedersehen will, lässt sie eine Bombe platzen… und wieder muss ich Gruber entscheiden, ob er feige sein will oder ob er kämpfen will.

    Ich LIEBE den Stil von Doris Knecht! Darum habe ich das Buch auch gelesen, obwohl ich der Story gegenüber ein bisschen skeptisch war. Der Erzählstil hat mich aber wirklich überzeugt. Wenn man österreichischen Schmäh mag, liegt man mit diesem Buch auf jeden Fall richtig. Der Großteil des Buches wird aus der Perspektive von John Gruber erzählt, aber man bekommt auch Einblick in das Leben von Sarah, wenn aus ihrer Perspektive erzählt wird.

    Alles in allem ist der Roman auf der einen Seite witzig, weil der Sprachwitz und Stil einfach aus dem Leben gegriffen, aber auch ein bisschen morbide ist, auf der anderen Seite auch tiefgründig und regt zum Nachdenken darüber an, was im Leben wirklich wichtig ist.

    Übrigens ist auch der Film zum Buch (mit Manuel Rubey in der Hauptrolle) wirklich sehenswert (nicht so gut wie das Buch, aber eine gute Verfilmung).