Fanny Wagner ;   Carolin Birk

Garantiert wechselhaft

Heiße Zeiten erfordern radikale Maßnahmen!
Nina hat endlich einmal Glück: Sie erbt einen alten Gasthof in der Fränkischen Schweiz. Kurz entschlossen zieht sie mit ihrer Tochter von Berlin nach Wiestal, um auf dem Land ganz neu durchzustarten. Jedenfalls ist das der Plan. Das Haus entpuppt sich allerdings als ziemliche Bruchbude, die Dorffrauen lassen sie eiskalt abblitzen und der schöne Schreiner Christian hat nur Augen für die marode Kellertreppe. Aber eine Frau mit Hitzewallungen kann keiner stoppen – nicht einmal Amor persönlich.


Autorenbild Foto von Fanny Wagner

Die  Autorin

Fanny Wagner ist Autorin und Illustratorin und hat unter ihrem richtigen Namen Hermien Stellmacher bereits zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht. Die Autorin lebt mit Mr. Right und ihren beiden Katern in der Fränkischen Schweiz, in einem kleinen Ort, in dem es mehr Hühner als Menschen gibt.


Autorenbild Foto von Carolin Birk

Die  Autorin

Carolin Birk ist das Pseudonym von Katharina Wieker. Sie illustriert und schreibt seit vielen Jahren Kinderbücher und arbeitet seit einiger Zeit auch als Dramaturgin und Dialogautorin für ein namhaftes Berliner Trickfilmstudio.
Carolin Birk lebt nicht mit Mr. Right, aber einigen Mr. und Ms. Pleasure-To-Be-Withes in Kreuzberg.


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Rezensionen

Leselust

Beiträge 34
25.02.2017

"Und plötzlich wurde mir auch klar, dass ich mein Leben lang immer auf etwas gewartet hatte: zuerst auf die große Liebe. Dann auf ein Kind. Und als Marie da war und ich glaubte, all meine Wünsche wären in Erfüllung gegangen, musste ich feststellen, dass Volker fremdging."

Nun, die Zeit des Wartens ist für Nina vorbei, ein für allemal. Ein Neubeginn steht bevor, zusammen mit Tochter Marie, die gerade ihre Goth-Phase hat und am liebsten Schwarz trägt und auch sonst ein wenig, sagen wir: individuell erscheint — kein Problem in der Großstadt Berlin. Aber nun ist Onkel Hubert tot und die Mutter hat auf einmal ein Hotel. In Wiestal. Kurz entschlossen krempeln die beiden ihr Leben um, Nina träumt vom schicken Hotel mit tollen Gästen und Marie vom Biogemüse, das sie im Garten züchten werden. Das klingt gut und macht Mut. Aber da kennen die beiden Wiestal in der Fränkischen Schweiz noch nicht.

Bei mir, der in Franken geborenen Leserin mit einem waschechten Franken als Vater, macht es allerdings schnell „klick“ und ich ahne voller Genuss, wohin der Roman steuern wird. Die Vorfreude steigert sich und schnell erreicht sie ihren Höhepunkt (und zieht sich ohne Abstriche bis zum Ende hin), spätestens als Nina und Marie den ersten Damen des Ortes und damit einer bis dato unbekannten Fremdsprache begegnen. Von da an kann man einfach nicht mehr aufhören herumzukichern, an manchen Stellen laufen mir wirklich die Lachtränen aus den Augen und ich leiste mir das Vergnügen, ganze Seiten laut vorzulesen, sehr zum Entzücken meiner Familie, die auch nach Jahrzehnten bisher nur mein Hochdeutsch kannte. Was für eine Leistung, diese Sprache bis zum Ende des Buches so absolut authentisch durchzuhalten! So echt, dass die Einwohner von Wiestal für mich ganz schnell ein Gesicht bekommen, weil ich sie wie automatisch mit früheren Nachbarn, Bekannten, Freunden identifiziere. Und das liegt nicht nur an der Sprache, die allein schon eine Meisterleistung ist, sondern besonders an der den Franken eigenen ganz speziellen Denkweise und Lebenssicht, die man vielleicht dann besonders gut erkennt, wenn wenigstens EIN Teil von einem Nicht-Franke ist. Egal wie, der Sprache und Weltsicht der Franken schuldet sich in diesem Buch ein ganz großer Teil des Lesevergnügens!

Überlegt man es recht, dann ist es gar kein lustiger Roman; dass er als solcher daherkommt und wahrgenommen wird, zeugt von dem großen Erzähltalent der beiden Autorinnen. Es sind ja genug Probleme, denen sich vor allem Nina gegenüber sieht: die Ehe im Eimer, alleinerziehende Mutter, ein heruntergekommenes Erbe und kein Geld, die Anfeindungen der Frauen im Dorf, und der einzige Mann, der Nina neben den Hitzewallungen noch ins Schwitzen bringt, interessiert sich (als Schreiner) anscheinend (oder besser: scheinbar) für die Kellertreppe und die neuen Fenster mehr als für die Eigentümerin von beidem.

Dabei weiß Nina gar nicht, was sie eigentlich getan hat, um von ein paar Frauen von Wiestal ganz offen so angefeindet zu werden — und diese paar Schnepfen haben ausgerechnet das Sagen im Ort, wie das so ist in Dorfgemeinschaften: Da ist dann die Ware plötzlich ausgegangen, die Nina kaufen wollte (obwohl diese noch im Regal liegt), und der Handwerker sagt den Termin dauerhaft ab, Brennholz gibt es auch keines mehr und überhaupt: Die Neue muss weg, schon weil sie diese unmögliche Tochter hat (die ihre schwarze Kleidung nicht mal aus Trauer um Onkel Hubert trägt ! ), und zwar so schnell es geht. Kein Mittel ist zu billig dafür. Aber warum? Das kann hier nicht verraten werden, denn die Frage nach dem Verhalten der „Schnepfen“ macht die Geschichte lange Zeit so spannend, und auch als sie endlich beantwortet ist, bestimmt die Antwort das weitere Geschehen.
Es dauert, und wer weiß, wie die Sache ausgegangen wäre ohne die Gundi, Ninas Nachbarin. Von der erhält sie einen Crashkurs im Fränkischen, das heißt in Sprache und Lebensart. Die Gundi-Szenen sind ganz besonderer Art und verdienten eigentlich noch einen extra Stern. Und sie tragen Erfolg: Als die Frage nach dem „Warum“ dann endlich eines Tages beantwortet ist, sieht sich Nina auf einmal unverhofft als Chefin dieses ganzen „Frauenvereins“ und stellt mit ihnen ganz schön was auf die Beine, das selbst ihren Exmann Volker bald zittern lässt, wenn auch vor Wut ...

Hinter all diesen Episoden, die vor Situations- und Sprachkomik nur so strotzen, entwickelt sich in diesem Roman mit Nina das Bild einer Frau, die ihren Mann steht. Vom Schicksal nicht gerade verwöhnt, jammert und klagt sie nicht, nutzt die Gunst mancher Stunde und packt einfach zu, wenn es darauf ankommt. Und ganz besonders schön: Sie versteht ihre Goth-Tochter und steht zu ihr, egal wie diese aussieht und sich in der Öffentlichkeit gibt — nichts von den Mutter-Tochter-Problemen, mit denen die Jugendliteratur derzeit so voll ist.

Nina überzeugt auch am Ende die Schnepfen, ganz klar, das gute Ende, das eventuell eine winzige Spur zu gut ist, kommt nicht unerwartet, gehört einfach auch zur Gattung dieses Romans, damit die Leserin sich nicht enttäuscht fühlt. Schließlich soll es ein unterhaltsames Buch sein und ein trostreiches dazu, in der die Leserin (auch wenn sie zufällig nicht aus Franken kommt) in vielen Details ein Abbild ihres Lebens findet, „Lebensabenteuer“, die ihr eigenes Leben wenigstens für die Zeit der Lektüre ein bisschen vergolden und zeigen, wie viel es gibt, was das Leben immer noch lebenswert macht. Auch wenn man manchmal ganz schön danach suchen und auch ein bisschen nachhelfen muss.

Apohexe

Beiträge 6
eine Antwort 19.04.2017

    Ein wunderschönes Buch über eine Frau in den Wechseljahren, die einen Gasthof in der fränkischen Schweiz erbt. Mit ihrer Tochter macht sie sich auf den Weg dorthin und muss feststellen,dass der Gasthof sehr runtergekommen ist und renoviert werden muss. Dazu kommt,dass die einheimischen Frauen es ihr sehr schwer machen und sie nicht gerade willkommen heißen.
    Ein heiterer und lustiger Roman den ich absolut weiter empfehlen kann.

    • Hexenturm

      Beiträge: 59
      24.04.2017

      Dieses Buch landet doch direkt in meinem "Einkaufszettel" :-)
      Ich liebe solche Bücher in denen sich die Progatonisten mit Ärger und Ablehnung der "Einheimischen" rumschlagen müssen. Auch das Cover stricht mich sehr an.

    Bücherfreundin

    Beiträge 47
    07.02.2017

      "Und plötzlich wurde mir auch klar, dass ich mein Leben lang immer auf etwas gewartet hatte: zuerst auf die große Liebe. Dann auf ein Kind. Und als Marie da war und ich glaubte, all meine Wünsche wären in Erfüllung gegangen, musste ich feststellen, dass Volker fremdging."

      Nun, die Zeit des Wartens ist für Nina vorbei, ein für allemal. Ein Neubeginn steht bevor, zusammen mit Tochter Marie, die gerade ihre Goth-Phase hat und am liebsten Schwarz trägt und auch sonst ein wenig, sagen wir: individuell erscheint — kein Problem in der Großstadt Berlin. Aber nun ist Onkel Hubert tot und die Mutter hat auf einmal ein Hotel. In Wiestal. Kurz entschlossen krempeln die beiden ihr Leben um, Nina träumt vom schicken Hotel mit tollen Gästen und Marie vom Biogemüse, das sie im Garten züchten werden. Das klingt gut und macht Mut. Aber da kennen die beiden Wiestal in der Fränkischen Schweiz noch nicht.

      Bei mir, der in Franken geborenen Leserin mit einem waschechten Franken als Vater, macht es allerdings schnell „klick“ und ich ahne voller Genuss, wohin der Roman steuern wird. Die Vorfreude steigert sich und schnell erreicht sie ihren Höhepunkt (und zieht sich ohne Abstriche bis zum Ende hin), spätestens als Nina und Marie den ersten Damen des Ortes und damit einer bis dato unbekannten Fremdsprache begegnen. Von da an kann man einfach nicht mehr aufhören herumzukichern, an manchen Stellen laufen mir wirklich die Lachtränen aus den Augen und ich leiste mir das Vergnügen, ganze Seiten laut vorzulesen, sehr zum Entzücken meiner Familie, die auch nach Jahrzehnten bisher nur mein Hochdeutsch kannte. Was für eine Leistung, diese Sprache bis zum Ende des Buches so absolut authentisch durchzuhalten! So echt, dass die Einwohner von Wiestal für mich ganz schnell ein Gesicht bekommen, weil ich sie wie automatisch mit früheren Nachbarn, Bekannten, Freunden identifiziere. Und das liegt nicht nur an der Sprache, die allein schon eine Meisterleistung ist, sondern besonders an der den Franken eigenen ganz speziellen Denkweise und Lebenssicht, die man vielleicht dann besonders gut erkennt, wenn wenigstens EIN Teil von einem Nicht-Franke ist. Egal wie, der Sprache und Weltsicht der Franken schuldet sich in diesem Buch ein ganz großer Teil des Lesevergnügens!

      Überlegt man es recht, dann ist es gar kein lustiger Roman; dass er als solcher daherkommt und wahrgenommen wird, zeugt von dem großen Erzähltalent der beiden Autorinnen. Es sind ja genug Probleme, denen sich vor allem Nina gegenüber sieht: die Ehe im Eimer, alleinerziehende Mutter, ein heruntergekommenes Erbe und kein Geld, die Anfeindungen der Frauen im Dorf, und der einzige Mann, der Nina neben den Hitzewallungen noch ins Schwitzen bringt, interessiert sich (als Schreiner) anscheinend (oder besser: scheinbar) für die Kellertreppe und die neuen Fenster mehr als für die Eigentümerin von beidem.

      Dabei weiß Nina gar nicht, was sie eigentlich getan hat, um von ein paar Frauen von Wiestal ganz offen so angefeindet zu werden — und diese paar Schnepfen haben ausgerechnet das Sagen im Ort, wie das so ist in Dorfgemeinschaften: Da ist dann die Ware plötzlich ausgegangen, die Nina kaufen wollte (obwohl diese noch im Regal liegt), und der Handwerker sagt den Termin dauerhaft ab, Brennholz gibt es auch keines mehr und überhaupt: Die Neue muss weg, schon weil sie diese unmögliche Tochter hat (die ihre schwarze Kleidung nicht mal aus Trauer um Onkel Hubert trägt ! ), und zwar so schnell es geht. Kein Mittel ist zu billig dafür. Aber warum? Das kann hier nicht verraten werden, denn die Frage nach dem Verhalten der „Schnepfen“ macht die Geschichte lange Zeit so spannend, und auch als sie endlich beantwortet ist, bestimmt die Antwort das weitere Geschehen.
      Es dauert, und wer weiß, wie die Sache ausgegangen wäre ohne die Gundi, Ninas Nachbarin. Von der erhält sie einen Crashkurs im Fränkischen, das heißt in Sprache und Lebensart. Die Gundi-Szenen sind ganz besonderer Art und verdienten eigentlich noch einen extra Stern. Und sie tragen Erfolg: Als die Frage nach dem „Warum“ dann endlich eines Tages beantwortet ist, sieht sich Nina auf einmal unverhofft als Chefin dieses ganzen „Frauenvereins“ und stellt mit ihnen ganz schön was auf die Beine, das selbst ihren Exmann Volker bald zittern lässt, wenn auch vor Wut ...

      Hinter all diesen Episoden, die vor Situations- und Sprachkomik nur so strotzen, entwickelt sich in diesem Roman mit Nina das Bild einer Frau, die ihren Mann steht. Vom Schicksal nicht gerade verwöhnt, jammert und klagt sie nicht, nutzt die Gunst mancher Stunde und packt einfach zu, wenn es darauf ankommt. Und ganz besonders schön: Sie versteht ihre Goth-Tochter und steht zu ihr, egal wie diese aussieht und sich in der Öffentlichkeit gibt — nichts von den Mutter-Tochter-Problemen, mit denen die Jugendliteratur derzeit so voll ist.

      Nina überzeugt auch am Ende die Schnepfen, ganz klar, das gute Ende, das eventuell eine winzige Spur zu gut ist, kommt nicht unerwartet, gehört einfach auch zur Gattung dieses Romans, damit die Leserin sich nicht enttäuscht fühlt. Schließlich soll es ein unterhaltsames Buch sein und ein trostreiches dazu, in der die Leserin (auch wenn sie zufällig nicht aus Franken kommt) in vielen Details ein Abbild ihres Lebens findet, „Lebensabenteuer“, die ihr eigenes Leben wenigstens für die Zeit der Lektüre ein bisschen vergolden und zeigen, wie viel es gibt, was das Leben immer noch lebenswert macht. Auch wenn man manchmal ganz schön danach suchen und auch ein bisschen nachhelfen muss.

      maxkolbe

      Beiträge 6
      08.01.2017

        Nina und Marie, zwei Berlinerinnen, verschlägt es in die fränkische Provinz, genauer gesagt nach Wiestal, wo Nina das Erbe ihres Onkel Hubert, einen alten Gasthof in Besitz nehmen will.
        Schlimmer hätte es erst einmal garnicht kommen können für die zwei Großstadtpflanzen, denn schon auf der Hinfahrt, bei total schlechtem Wetter streikt kurz vor dem Ziel ihr Auto. Nina´Erbe, die Gaststätte ist geschlossen und total herunter gekommen.
        Trotzdem beschließen sie zu bleiben und sich durchzukämpfen. Nina muß noch extra gegen ihre Hitzewallungen, die in den unpassendsten Momenten auftreten, kämpfen und solche Momente gibt es öfter in dem Buch. Auch der fränkische Dialekt macht ihnen zu schaffen, ich sage bloß "Henna".
        Wie sie das alles schaffen und was sie erleben auch mit dem "Urtyp" von Mann, dem Franken, ist alles so herrlich authentisch und humorvoll, mit immer sparsam aber an der richtigen Stelle eingesetztem Dialekt geschrieben. Es hat großen Spaß gemacht das Buch zu lesen, auch die "Erodig" kommt nicht zu kurz.
        Von diesem Buch wünsche ich mir eigentlich eine Fortsetzung.

        Momo45

        Beiträge 9
        02.11.2016

          Garantiert wechselhaft passt sehr gut zu diesem Buch.
          Angesprochen hat mich der Titel des Buches.

          Nach einer missglückten Ehe mit Ihrem Ex-Mann Volker und Ihrer pubertären Tochter, scheint sich das Wetter zu wechseln.
          Auch wenn Nelli in den Wechseljahren ist, ist es wirklich das was den Buchtitel ausmacht?
          Durch das Erbe, dass Sie nach dem Tot Ihres Onkel erbt, kann sie Ihrem Umfeld entfliehen.
          Obwohl man meinen könnte Nelli hätte erstmal genug mit Männer zu tun gehabt, kommt Ihr ein Retter zu Hilfe und behebt die Autopanne.

          Mir Ihrem Schreibstil schaffen Fanny Wagner und Carolin Birk ein interesse zu wecken weiter zu lesen und mehr über das bevorstehende Leben von Nelli und Tochter Maries in der Fränkischen Schweiz.

          Tiara

          Beiträge 10
          25.10.2016

            Nina ist vom ihrem Mann Volker, ein richtiges Ekel, geschieden. Er meint aber, dass Nina trotzdem noch nach seiner Pfeife zu tanzen hat und macht ihr das Leben schwer.
            Da kommt die Erbschaft eines Wirtshauses im fränkischen Wiestal wie gerufen.
            Sofort machen sich Nina und ihre Tochter Marie auf in ihr neues Leben.
            Doch was Volker in Berlin war, sind das Schnepfen-Quartett in Wiestal.
            Denn die vier einheimischen Grazien machen Nina die Eingewöhnung nicht gerade leicht.....

            Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mich bestens amüsiert. Der fränkische Dialekt ist einfach nur zum Kringeln.
            Ich finde alle Charaktere sind sehr liebevoll und authentisch beschrieben.
            Nina, und Marie hätte man selber gerne als Freundinnen, sie meistern zusammen einfach jede Situation und sei sie auch noch so schwierig. Gut wenn man dann auch noch so eine liebe Nachbarin wie die Gundi hat.
            Aber auch die vier Schnepfen sind sehr gut getroffen, man möchte manchmal am liebsten ins Buch rein springen, weil sie einen so wütend machen.

            Jetzt am Schluß habe ich sogar das Gefühl, nach Wiestal zu gehören und alle Charaktere persönlich zu kennen.

            Auch das Buch ist sehr liebevoll gestaltet. Zuerst fällt einem natürlich das schöne Cover auf, aber auch im inneren ziert ein kleiner süßer Frosch die Wettervorhersagen vor jedem Kapitel.

            Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen und wünsche den beiden Autorinnen viele Einfälle für weitere gute Laune Bücher.

            Sonjas Bücherecke

            Beiträge 20
            20.10.2016

              Mit "Garantiert wechselhaft" ist Fanny Wagner & Carolin Birk ist spitzenmäßiges Gute-Laune-Buch gelungen.

              Die Freiberuflerin Nina hat von ihrem Geschiedenen Volker und ihrem Ex-Freund die Nase voll. Als sie von ihrem Onkel einen alten Gasthof in der Fränkischen Schweiz erbt, bricht sie ihre Zelte in Berlin ab. Sie zieht mit ihrer Tochter Marie nach Wiestal. Sie möchte hier ein völlig neues Leben beginnen. Denkt sie jedenfalls. Doch leider ist der Gasthof ziemlich heruntergekommen und es gibt viel zu tun. Auch wird Nina nicht von allen Wiestaler Bewohnern freundlich aufgenommen. Anfangs erweist sich nur die neue Nachbarin Gundi als wahre Perle.
              Nun hat Nina alle Hände voll zu tun, doch ihr Ex-Mann versucht immer noch, sich ständig zu bevormunden.
              Doch Nina gibt nicht auf, denn eine Frau mit Hitzewallungen kann keiner stoppen - nicht einmal Amor persönlich.

              Die Geschichte ist wunderbar geschrieben. Ich war selbst in Wiestal und habe mit den Schnepfen gekämpft.
              Die fränkische Sprache ist mir ans Herz gewachsen. Man bekommt ja neben toller Unterhaltung auch noch einen kostenlosen Sprachkurs im "Fränggischen". War wirklich super! Man hört die Protagonsiten ja förmlich fräggeln.

              Das Buch war unterhaltsamt von der ersten bis zur letzten Seite und an vielen Stellen habe ich mir Tränen gelacht. Besser kann ein Buch ja gar nicht auf einen wirken.

              Das Cover des Buches ist ja ein richtiger Hingucker. Es verbreitet ja schon Gute Laune. Und die Schnepfen sind ja wirklich gelungen. Die Kapitelanfänge mit dem netten Wetterfrosch und den Wettervorhersagen lassen schon immer etwas erahnen.

              Fanny Wagner & Carlin Birk ist wirklich ein liebevoller, unterhaltsamer und Gute-Laune-verbreitender Sommerroman gelungen, der sogar Gewitterwolker vertreibt. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von den Beiden.

              robby lese gern

              Beiträge 17
              01.03.2016

                garantierter Lesespaß

                "Garantiert wechselhaft " ist das optimale Buch zum Abschalten und Lachen. Wer also für den Sommerurlaub noch keine Lektüre hat , kann hier unbesehen zugreifen, denn dieses Buch garantiert den Lesespaß zu 100 Prozent.

                Nina, Graphik-Designerin , Mutter einer Tochter und Gott sein Dank von ihrem cholerischen Mann geschieden, erbt einen Gasthof in der fränkischen Schweiz. So zieht die Großstädterin aus dem lauten Berlin aufs Land und hofft ihren Traum vom geruhsamen Leben auf dem Land, erfüllen zu können. Doch geruhsam geht es weiß Gott nicht zu. Der Gasthof muss geputzt und renoviert werden und nicht alle sind über das Erscheinen von Nina und ihrer Tochter erfreut. So zieht sich die Renovierung hin, die Integration in diesem Ort erst Recht und der Preis dafür ist hoch. Aber da ist ja noch der attraktive Schreiner Christian, für den der Preis gar nicht hoch genug sein kann.

                Das Abenteuer um das Projekt Gasthof mitzuerleben, hat schon sehr viel Spaß gemacht. Viel Situationskomik, die fränkische Mundart und die liebevoll beschriebenen Charaktere , haben mich das Buch mehr als genießen lassen und ich konnte wunderbar abschalten. Das Autorenpaar Wagner & Birk haben einen sehr unterhaltsamen Stil, der mich das Buch schmunzelt lesen ließ und sogar einige laute Lacher bei mir hervorgerufen hat.

                Wer also mal wieder so richtig lachen will, der ist hier richtig.

                Dehapunkt

                1 Beitrag
                18.01.2016

                  Fränggisch für Anfänger

                  Da ich Fanny Wagners Buch "George Clooney, Tante Renate & ich" verschlungen habe, wollte ich auch unbedingt das Gemeinschaftswerk von Fanny Wagner und Carolin Birk lesen.

                  Ich wurde nicht enttäuscht, auch dieses Mal kam es wieder zu wahren Sturzbächen von Lachtränen - allein schon durch zahlreiche sprachliche Missverständnisse. Von der Großstadt Berlin ins beschauliche, fränkische Dorf Wiestal zu ziehen ist ein gewagter Schritt für Nina und Marie. Nina kämpft mit ihren (Ex-)Männern, ihrer Gruftie-Tocher Marie und den Wechseljahren, die sie mit heftigen Hitzewallungen beglücken. Marie ist als Teenager natürlich nicht sonderlich erfreut über die Anwandlung, aufs Dorf zu ziehen. Und als beide im tiefsten Franken ankommen, erwartet sie ein baufälliger Gasthof und ein paar fiese Dorfschnepfen, die ihnen das Leben schwer machen. Aber auch Freunde sind schnell gefunden, allen voran Nachbarin Gundi, eine glühende Verehrerin von "Schang-Lük Pikahr", der fast so "schnuggelich" ist wie ihr Schwarm Walter.

                  *Hüstel* manchmal musste ich die Wörter tatsächlich laut lesen, bevor ich den Sinn verstanden habe - obwohl ich nun auch alles andere als dialektfrei bin und fränkisch sehr gerne höre. Die "hadden Bs" kannte ich auch der Schilderung einer Kollegin - insofern habe ich das Wort "Dubberbahdie" direkt erkannt, ihr auch?

                  Nina und Marie kämpfen mit den härtesten Bandagen darum, in die Dorfgemeinschaft aufgenommen zu werden und sich ein neues Leben zu ermöglichen. All die Irrungen und Wirrungen im schönen Wiestal sind sehr amüsant, es gibt so viel zu lachen, wenn die Schnepfen oder Christian, der heiße Schreiner, Nina zum Kochen bringen. Das muss man einfach gelesen haben - wenn man lustige Bücher liebt und insbesondere Bücher über Umzüge in fremde Länder - was hier auch schon fast zutrifft für die Großstadtpflanzen.

                  Zur Gestaltung möchte ich auch noch etwas sagen: Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist witzig und in tollen, kräftigen Farben gehalten. Ein Buch, das mir direkt auffallen würde. Sehr originell und zum Buchtitel passend: Die Kapitelüberschriften sind Wetter-Prognosen mit einem lustigen Frosch.

                  Insgesamt kann ich "Garantiert wechselhaft" einfach nur 6 Sterne geben. Ich mag diesen Humor, Fanny Wagner und Carolin Birk haben für mich voll ins Schwarze getroffen! Ich freue mich schon jetzt auf weitere Bücher! Irgendwo habe ich auch etwas läuten hören, dass es noch eine Fortsetzung geben soll - die muss ich dann auch unbedingt haben. Ich kehre gerne nach Wiestal zurück.

                  Anchesenamun

                  Beiträge 3
                  19.09.2014

                    Turbulenter Neuanfang im fränkischen Hinterland

                    Zum Inhalt:
                    Die 48jährige Grafikerin Nina Lindner hat es nicht leicht. Von ihrem launischen Ex-Mann Volker, dem Vater ihrer 16jährigen Tochter Marie, tyrannisiert und von einem weiteren Ex gebeutelt, der sich in ihrer Wohnung breit gemacht hat, hangelt sie sich von Tag zu Tag, Auftrag zu Auftrag. Doch endlich scheint ihr das Glück hold: Ihr Onkel Hubert, mit dem sie schon ewig keinen Kontakt mehr hatte, vererbt ihr seinen alten Gasthof, tief in der Fränkischen Schweiz. Nina zögert nicht lange, und zusammen mit Marie verlässt sie Hals über Kopf Berlin, um im beschaulichen Wiestal ein neues Leben zu beginnen. Doch kaum im der fränkischen Pampa angekommen, lassen die Probleme nicht lange auf sich warten. Das Gasthaus ist maroder, als Nina dachte, eine Gruppe einheimischer Schnepfen macht ihr das Leben schwer und der Schreiner Christian verdreht ihr gehörig den Kopf. Nicht zu vergessen die Alltagstücken mit dem fränkischen Dialekt, der für die beiden Großstadtpflanzen ein Buch mit sieben Siegeln ist... Wird es Nina und Marie gelingen, sich in Wiestal einzugewöhnen und das Herz der eigentümlichen Bewohner zu erobern?

                    Meine Meinung:
                    „Garantiert wechselhaft“ ist der 2. Roman von Fanny Wagner (bzw. Hermien Stellmacher), den sie zusammen mit Carolin Birk (bzw. Katharina Wieker) geschrieben hat. Herausgekommen ist ein luftig-leichter Unterhaltungsroman, der trotz emotionaler Hoch und Tiefs durchgehend gute Laune verspricht.

                    Die Figuren sind liebevoll gezeichnet. Nina und Marie waren mir von Anfang an sehr sympathisch, und auch alle anderen Nebenfiguren wie z. B. die hilfsbereite Nachbarin Gundi, Ninas beste Freundin Elke, ja, sogar die vier Schnepfen gewinnt man im Verlauf der Geschichte lieb. Natürlich gibt es auch ein paar unangenehme Charaktere, wie z. B. Ninas egozentrischen Exmann Volker, aber dass man diese Leute nicht ins Herz schließt, ist gewollt, und ohne ein paar „Halunken“ in der Geschichte wär’s ja auch langweilig, nicht?

                    Jedes Kapitel beginnt mit dem aktuellen Tagesdatum und einer Vorhersage der Emotionen. Ein witziger Einfall, wie ich finde! Außerdem wird die Geschichte bereichert durch die überall im Haus verstreuten, gestickten Lebensweisheiten des seligen Onkel Hubert, der auch nach seinem Tod mit Sinnsprüchen wie „Wo Wein, Gesang und Liebe thronen, da müssen gute Menschen wohnen“ Nina durch ihr neues Leben im tiefsten Franken begleitet.

                    Abgesehen von der amüsanten Story, den sympathischen Figuren und dem lockeren, lustigen Schreibstil der Autorinnen, lebt das Buch auch von dem anschaulichen fränkischen Dialekt, den die Einwohner Wiestals sprechen. Da ich selbst Fränkin bin, hatte ich damit kein Problem, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich Nicht-Franken anfangs etwas schwertun, alles problemlos zu verstehen. Allerdings haben Nina und Marie das gleiche Problem bei ihrer Ankunft in Wiestal, und so findet man sich zusammen mit den beiden langsam Schritt für Schritt in den Dialekt ein. Aber keine Angst, des Fränggische is fei gar net sooo schwer zu verstehn! Außerdem macht gerade der Dialekt viel vom Charme des Buches aus!

                    „Garantiert wechselhaft“ ist ein witzig-spritziger Roman, der gute Laune macht und bei dem ich es einfach nur schade fand, als ich die letzte Seite erreicht hatte. Geniale Unterhaltung für jede Wetterlage! Des muss mer fei amal g’lesn hamm!

                    bookgirl

                    Beiträge 7
                    10.07.2013

                      Fränggisch für Anfänger

                      Nimm des einfache Wort Treppe sagte sie. Des T ist in diesem Fall ein hartes D. Auf Fränggisch: ein haddes D. Dann folgen noch zwei harte B. Sprich Ps. Sie sah uns verschmitzt an. Und wo wir schon amol dabei sind: des stimmlose E am Ende verschlucken mir auch und nuscheln a M oder N. Eigentlich ganz einfach.

                      Inhalt

                      Nina hat genug von ihrem Leben in dem hektischen Berlin. Ihr Lebensgefährte will einfach nicht aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen und ihr Ex-Mann macht es ihr auch nicht gerade einfach. Als Freiberuflerin muss sie aber dankbar für jeden Job sein, denn sie haben kann, auch wenn er von ihrem Ex ist. Als sie nach dem Tod ihres Onkels einen alten Gasthof erbt und beschließt mit ihrer Tochter in die fränkische Schweiz zu ziehen, ändert sich ihr ihr Leben von jetzt auf gleich. Nicht nur die Sprache ist eine Hürde, die es zu überwinden gilt. Aber Nina wäre nicht Nina, wenn sie auch diese nicht meistern würde.

                      Meine Meinung

                      Ich gebe es zu. Der fränkische Akzent ist nicht wirklich meins. Aber in diesem Buch habe ich ihn einfach geliebt. Wie kann man auch anders, wenn die Geschichte so witzig erzählt wird und mit so liebevollen Charakteren versehen ist? So manches Mal musste ich Sätze zwei mal lesen, weil ich des fränggischen nicht mächtig bin, habe aber nun ein neues Lieblingswort, das da wäre: Dubberbahdie ;-)

                      Nina ist eine sympathische Protagonistin, die es zunächst in ihrer neuen Umgebung nicht leicht hat. Doch sie ist ein Mensch, der es versteht sich durchzusetzen und so ist es nicht verwunderlich, dass sie in kürzester Zeit neue Freunde gewinnt und ihre Probleme Stück für Stück löst. Zur Hilfe kommt ihr dabei immer wieder einer ihrer Nachbarn, die so wunderbar skizziert sind, dass man sie einfach mögen muss. Insbesondere Gundi möchte ich hier hervorheben, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachte.

                      Und auch wenn der liebe Onkel verstorben war, war er doch stets präsent. Überall im Haus waren Stickereien zu finden, mit klugen Sprüchen die Onkel Hubert hinterlassen hat und die rein zufällig auch häufig zum Seelenzustand von Nina gepasst haben.

                      Ein Wort auch zur Aufmachung des Buches. Schon das Cover finde ich äußerst gelungen. Es zeigt, dass es sich hier um eine locker-leichte Geschichte handelt, was absolut zur Handlung und Erzählart passt. Auch das Innenleben mit den je nach Stimmung guckenden Fröschen und der Vorhersage des Tages finde ich eine super Idee. Alleine dies hat schon zu Beginn des Kapitels für gute Laune gesorgt. Großes Kompliment also an die Designer!

                      Fazit

                      Wenn man dem trüben Wetter entfliehen möchte, sollte man dieses Buch lesen. Gute Laune ist garantiert und es macht einfach Spaß Nina und Co. auf ihrem Weg zu begleiten. Von mir gibt es daher eine klare Kauf- und Leseempfehlung