Helene Sommerfeld

Die Ärztin: Stürme des Lebens

Was die Zeit nicht heilt…
München, 1890: Die junge Ärztin Ricarda führt mit Brauereierbe Georg und Tochter Henny fern der Berliner Heimat ein beschauliches Leben. Mit der Eröffnung einer eigenen Praxis scheint sich ihr größter Traum zu erfüllen. Doch kaum jemand nimmt die erste Ärztin der Stadt ernst. Als eine Diphteriewelle München erfasst und der «Würgeengel» Hunderte von Kinderleben fordert, läuft Ricarda gegen Mauern. Denn ihre männlichen Kollegen halten das vielversprechende neue Heilmittel Emil von Behrings für Humbug. Die Ärztin ist entschlossen, für ihre Überzeugung und ihre Patienten zu kämpfen. Bis ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit Ricarda alles zu nehmen droht, was ihr am Herzen liegt. Ein Geheimnis, dessen dunkle Kraft auch die nächste Generation bestimmen wird.


Autorenbild Foto von Helene Sommerfeld

Der  Autor

Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Viele ihrer Romane und Sachbücher waren internationale Bestseller. Auch mit der Historien-Saga  um die Ärztin Ricarda Thomasius feierte Helene Sommerfeld große Erfolge. Im Rowohlt Verlag erschienen bereits «Die Ärztin. Das Licht der Welt» und «Die Ärztin. Stürme des Lebens». Band 2 der im Berlin der Kaiserzeit angesiedelten Reihe stand auf Platz 1 der Bestsellerliste.


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Rezensionen

Rebecca1

Beiträge 8
19.08.2019

Ricarda Pertersen wollte immer ein selbstbestimmtes freies Leben führen und den Armen und Kranken als Ärztin helfen. Ihr Medizinstudium hat sie erfolgreich absolviert. Doch nun stehen weitreichende Entscheidungen an. Sie heiratet den reichen Rechtsanwalt Georg Kögler dessen Familie in München eine große Brauerei gehört. Aber in München bei der Familie Kögler fühlt sie sich nicht heimisch. Ihre neu eröffnete Praxis findet keinen Zuspruch und auch eine Freundin oder Seelenverwandte findet sie hier nicht. Einzig ihre Freundschaft zu Georg ihrem Ehemann reift weiter und wird zu Liebe. Doch ihre Sehnsucht gilt weiterhin ihrer Wahlheimat Berlin …
Erzählt wird in diesem 2. Teil Ricardas Lebensweg über ein Vierteljahrhundert (1890-1914) in dem Ricarda selbst Mutter wird, ihre Jugendliebe wiedertrifft und so manchen Schicksalsschlag verkraften muss. Aber ich will nicht zu viel verraten. Mich hat das Buch jedenfalls wieder in seinen Bann gezogen. Spannend, manchmal traurig stimmend und wunderbar unterhaltsam fand ich auch diesen 2. Band. Interessant fand ich die immer wieder vorkommenden Einflechtungen zur damaligen Schicklichkeit und auch der Rechtlosigkeit der Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts – kein Wahlrecht, ohne Genehmigung des Gatten keine Ausübung eines Berufs. In der heutigen Zeit kaum noch vorstellbar.
An manchen Stellen war das Buch auch sehr traurig, z.B. als die Geschwister sieben Jahre aufgrund von Intrigen getrennt sind. Über diesen Zeitraum haben sie sich entwickelt, verändert und somit zum Teil fremd. Es hat mich auch immer wieder erstaunt wie oft Ricarda von Siegfried enttäuscht wurde und sie ihm doch immer wieder verziehen hat. Wie groß muss ihre Liebe zu ihm sein! Doch auch Charaktere wie die Komtess, Henriette von Freystetten, die aufgrund ihrer Erziehung ihre Gefühle, die sie durchaus für Rica empfindet, nicht zulassen und zeigen kann, machen diesen Roman sehr lebensecht und lebendig.
Mich hat das Buch wunderbar unterhalten. Das Ende ruft regelrecht nach einer Fortsetzung. Von mir gibt’s 5 Lesesterne und eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung.

Arietta

Beiträge 41
09.12.2018

eine Meinung zur Autorin und Buch:

Es ist mein erster Roman von Helene Sommerfeld, und ich war erst skeptisch, aber schon nach den ersten Seiten die ich las war ich begeistert. Sie hat es geschafft mich an der Hand zu nehmen und mich in den Anfang des 20. Jahrhunderts eintauchen zu lassen. Sehr gut hat sie den damaligen Stand der Frau um 1900 beschrieben, als Studieren für Frauen in Deutschland noch nicht erlaubt war. Die Frau war quasi Eigentum des Mannes, und von seinem Wohl und Wehe abhängig. Ihr Schreibstil ist sehr Bildhaft, lebendig und flüssig, sie lässt einem mitfiebern. Ihre Figuren sind sehr Authentisch und lebendig dargestellt, man konnte leicht in die einzelnen Charaktere und deren Emotionen eintauchen, und hinter manche wahre Maske blicken. Man begegnet so mancher historischer Persönlichkeit.

Besonders Rica hatte es mir angetan, eine mutige und junge Frau, der man schlimmes Angetan hatte. Aber sie fand ihr großes Glück an der Seite ihres Mannes Georg Kögler, der seiner Frau alle Wünsche von den Augen ablas, ihr sogar ermöglichte in München als selbstständige Ärztin zu arbeiten. Aber Rica ist eben nur eine Frau, und als auch noch diese schreckliche Diphtheriewelle in München ausbricht, und sie alle Hebel in Bewegung setzt, glauben ihre Kollegen nicht an das Wundermittel von Dr. Behring, selbst ihre Schwägerin stellt sich gegen sie, als ihre Kinder erkranken. Als dann auch noch Georg ihr Mann tödlich verunglückt, wird ihr dunkles Geheimnis ihr zum Verhängnis, sie muss um das Glück ihrer Tochter Henny und des kleinen Georg kämpfen. Wird man ihr die Kinder nehmen? Henny erweist sich als genauso mutig wie ihre Mutter, es war ein Genuss dieses Mädchen zu begleiten, von der Wiege bis ins Teenager Alter. Eine Familie die steinige Wege für ihr Familienglück gehen muss, denn immer wieder ziehen dunkle und drohende Wolken auf.


Ein Buch das mich vollauf begeistert hat, warte schon mit Sehnsucht auf die Fortsetzung

Lesemone

Beiträge 22
07.10.2019

    Mir hat die Fortsetzung der Ärztin-Reihe gut gefallen. Jedoch bin ich der Meinung, zum besseren Verständnis sollte man die Bücher der Reihenfolge nach lesen. Es wird immer wieder Bezug auf vergangene Dinge genommen und da tut man sich dann doch leichter, wenn man weiß, was gemeint ist. Man kommt aber auch ohne Vorkenntnisse auf seine Kosten. Mir hat die Entwicklung von Ricarda sehr gut gefallen. Sie ist eine sehr starke und tapfere Frau und erlebt schonungslos, wie das wahre Leben ist. Abwechslungsreich fand ich auch, dass ein Teil des Buches im Ausland spielt und so aufgezeigt wird, wie es damals in Afrika mit der medizinischen Versorgung aussah. Der Zusammenhang mit der Erforschung verschiedener Krankheitsviren war sehr interessant, vor allem die Skepsis der Impfgegner war sehr glaubhaft dargestellt. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und freue mich, nun den dritten Band der Reihe gleich im Anschluss lesen zu können.

    Igela

    Beiträge 25
    15.08.2019

      München 1890: Ricarda hat die Ausbildung als Ärztin abgeschlossen und merkt jedoch, dass nach wie vor die Bevölkerung Deutschlands skeptisch gegenüber einer Frau in diesem Beruf eingestellt ist. Zum Glück ermöglicht ihr Mann ihr eine eigene Praxis. Rica kämpft an vorderster Front gegen die Krankheit Diphtherie, die die Kleinsten aller Schichten dahinrafft. Das neue Heilmittel, dass die Diphtherie bekämpfen soll, muss Ricarda auch der eigenen Familie schmackhaft machen. Bei der Bestellung von genau diesem Medikament, läuft sie jemandem über den Weg, der fest in ihren Erinnerungen verankert ist. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse….

      " Stürme des Lebens " ist der zweite Teil rund um die junge Ärztin Ricarda. Es sollte unbedingt davor Teil 1 gelesen werden. Denn ich kann mir schwer vorstellen, dass man der Geschichte ansonsten folgen kann. Auch sollte man im Leseplan schon Teil 3 haben.... denn dieser zweite Teil, endet mit einem mehr als offenen Ende und ist ganz und gar nicht in sich abgeschlossen.
      Wie auch im ersten Teil dreht sich hier viel um Emanzipation und die Rechte der Frauen. Allerdings etwas weniger ausgeprägt als im vorderen Teil. Ricarda hat ihr Ausbildung vollendet, ist verheiratet mit einem Mann, der zu ihr steht und sie unterstützt. Was beileibe nicht bei allen Männern so war zu der damaligen Zeit. So hat sie weit weniger Kämpfe auszufechten als noch zuvor. Deswegen wirkte sie auf mich auch sanfter und abgeklärter als in Teil 1. Da ich beide Teile nahtlos nacheinander gelesen habe, brachte das enorm viel Abwechslung ins Spiel. Allerdings bedeutet das auch, dass Gefühle, Liebe und Themen wie Freundschaft und Muttergefühle vermehrt zur Sprache kommen. Meiner Meinung nach ist dieser Teil um Längen emotionaler.
      Immer wieder geschehen überraschende Wendungen um ganz am Schluss des Buches habe ich gestaunt, dass bei 614 Seiten keine Längen oder Langeweile entstanden sind. Mit Ricarda ist man an vorderster Front bei der Bekämpfung der " Würgengel - Krankheit " dabei, reist nach Afrika, bangt um ihre Kinder und trauert um Verstorbene. Sehr abwechslungsreich das Ganze!
      Und immer wieder war ich entsetzt über " Gesetze ", das über das Leben der Frauen bestimmt, von Männern für Männer gemacht. Ein Hoch der heutigen Emanzipation!
      In diesem zweiten Teil rückt die Geschichte auch eine Generation weiter. Und so wird für Ricardas Tochter Henny selbstverständlich, was in der Generation vor ihr noch ausgeschlossen war. Frauen dürfen in Deutschland Medizin studieren. Diese Entwicklung wurde gerade in Gesprächen zwischen Mutter und Tochter sehr gut ausgearbeitet .

      engi

      Beiträge 14
      11.07.2019

        Nachdem ich den ersten Band dieser Reihe in Buchform gewissermaßen verschlungen habe und schon sehr gespannt auf diesen zweiten Teil hin gefiebert hatte, muss ich sagen … ich bin ein wenig enttäuscht. Woran lag es, dass ich mit diesem Nachfolgeband und seinen Charakteren nicht warm wurde? Ich musste mich direkt zwingen, Mitgefühl für Ricarda, Henni und Siegfried zu bekommen bei den vielen Schicksalsschlägen, die ihnen doch immer wieder zu teil wurden. Nun hoffe ich ganz stark, dass das Autorenduo, das hinter dem Pseudonym „Helene Sommerfeld“ steckt, mit dem dritten und letzten Teil nochmal die Kurve kriegt. Sonst würde ich glatt sagen: „Am Thema „Ärztin“ glatt vorbei geschrieben.

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        buchleserin

        Beiträge 18
        10.07.2019

          Die Geschichte der Ärztin Ricarda geht weiter. Ricarda lebt inzwischen mit ihrem Mann Georg Kögler, Kommerzienrat und Brauereibesitzer, und mit ihrer Tochter Henny in München. Mit Hilfe ihres Mannes kann sie als Ärztin in ihrer eigenen Praxis arbeiten. Die Menschen in München vertrauen jedoch keiner Frau als Ärztin, aber Ricarda will nicht aufgeben.
          Auch dieser zweite Teil vom Autorenduo Helene Sommerfeld konnte mich wieder richtig begeistern. Ricardas Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Eine ganz tolle und sympathische Protagonistin. Auch im zweiten Teil dieser Reihe ist die Handlung wieder sehr fesselnd. Ricarda hatte es sehr schwer in der damaligen Zeit als Ärztin, doch sie gibt nicht auf. Die Diphterie fordert viele Kinderleben, die Ärzte halten eine Impfung für Blödsinn. Ein Teil der Handlung spielt diesmal nicht nur in Berlin und natürlich München, sondern auch in Afrika und China. Die Handlung in Afrika hat mir besonders gut gefallen und Hennys Reaktion auf ihren Unterricht dort.
          Durch den angenehm leicht zu lesenden Schreibstil und der spannenden Handlung ließ sich das Buch ruckzuck lesen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Besonders die kleine Henny hat mir richtig gut gefallen. Sie zeichnet sehr gerne und möchte auch gerne Ärztin werden. Ihre Kommentare sorgen für manchen Schmunzler. Die Komtess von Freystetten und Ärztin Käthe Hausmann sind auch wieder Teil der Handlung und natürlich auch Siegfried und noch andere aus Ricardas Familie und Freundeskreis.
          „Die Ärztin – Stürme des Lebens“ ist eine sehr gelungene Fortsetzung dieser Historien-Saga. Band 3 erscheint leider erst im August 2019, auf den ich mich schon sehr freue, denn Band 2 endet mit einem gemeinen Cliffhanger.
          Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für diese gelungene Fortsetzung dieser wunderbaren Historien-Saga.

          Klusi_liest

          Beiträge 26
          03.07.2019

            Die Geschichte der jungen Ärztin Rica geht weiter. Auch dieser zweite Teil, der die Jahre 1890 bis 1914 umfasst, bietet, neben seiner fiktiven Geschichte, wieder jede Menge an historischem Hintergrundwissen. Besonders die Rolle der Frau zur damaligen Zeit ist ein großes Thema, und an Ricas Beispiel erkennt man immer wieder, wie schwierig es damals war, als Ärztin Fuß zu fassen. Rica erfährt am eigenen Leib, wie abhängig sie ist und dass sie von der männlichen Ärzteschaft nicht ernst genommen wird. Ständig werden ihr Steine in den Weg gelegt, und einige Schicksalsschläge tun ein übriges, um ihr das Leben schwer zu machen. Manche ihrer Handlungen und Entscheidungen kann ich schon verstehen, aber einiges hat mir dann doch zu denken gegeben, ob es sich nicht hätte anders lösen lassen. Vor allem die zwischenmenschliche Ehrlichkeit lässt hier häufig zu wünschen übrig, und Ricas Schweigen lässt so manches Problem gefährliche Ausmaße annehmen. Aber letztendlich blieb ihr wohl nichts anderes übrig, als so zu handeln, denn die Probleme, das falsche Schweigen, greifen länger in die Vergangenheit zurück.
            Der Roman hat eine Vielzahl interessanter Charaktere zu bieten, die alle gut ausgearbeitet sind.
            Die Handlung spielt zum Teil in München, aber auch weitgehend in Afrika und natürlich auch wieder in Berlin. Gerade die Zeit in Afrika ist sehr lebendig und farbig dargestellt, so dass man die Atmosphäre spüren und sich sehr gut in die Protagonisten hinein versetzen kann.
            Man trifft „alte Bekannte“ wieder, im Positiven wie im Negativen, wobei für mein Empfinden manchmal doch der Zufall etwas zu stark bemüht wurde, beispielsweise wenn ich an Hennys folgenschwere Begegnung mit dem jungen Amerikaner denke.
            Das Buch endet mit einem extremen Cliffhanger, der mir so gar nicht gefallen hat und den ich unnötig finde, denn ich lese zwar einerseits gerne Romanreihen, aber jedes Buch sollte doch einigermaßen in sich abgeschlossen sein. Das ist hier nicht der Fall, und so bleibt mir nichts übrig, als geduldig bis zum September abzuwarten, wenn der dritte und letzte Band erscheint.

            nati

            Beiträge 18
            06.05.2019

              Stürme des Lebens
              Der zweite Band um die Ärztin Ricarda umfasst die Zeit von 1890 bis April 1914. Kurz bevor sie ihr Medizinstudium beenden kann, wird sie Opfer eines tragischen Vorfalls, der ihr Leben verändert. Nach ihrer Approbation als Ärztin heiratet sie nicht ihre große Liebe Siegfried, sondern den Brauerei Besitzer Georg. Zwischen Ricarda und Georg entwickelt sich im Laufe der Zeit eine tiefe Zuneigung. Als sie nach der Geburt ihrer Tochter Henny in München als Ärztin arbeiten möchte, werden ihr viele Steine in den Weg gelegt und so sehnt sie sich immer wieder nach Berlin. Doch dann holt die Vergangenheit Ricarda ein und sie muss schwierige Entscheidungen treffen.

              Das Autorenduo hat den Zeitgeist gut eingefangen. Neben der gesellschaftlichen Stellung der Frauen, erfuhr man auch einiges über die Bekämpfung von Seuchen in der Medizin während der Kaiserzeit. Vieles davon ist heute kaum vorstellbar. Die unterschiedlichen Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen, so dass sie sehr authentisch wirkten. Während im ersten Band hauptsächlich Ricarda im Mittelpunkt stand, spielt in diesem Buch auch ihre Tochter Henny, die sich ebenfalls zur Ärztin ausbilden lässt, eine Rolle. Ich habe mit beiden Frauen mit gefiebert und war traurig, als das Buch mit einem großen Cliffhanger endete.

              Dieser historische Roman hat mir eine spannende Reise in die Kaiserzeit beschert.

              Petzi_Maus

              Beiträge 17
              11.04.2019

                Bewertung für das Hörbuch (2 MP3-CDs)

                ein sehr passender Titel - Ricardas Schicksal wird gebeutelt und erlebt viele Höhen und Tiefen

                Kurz zum Inhalt:
                München, 1890. Die junge Ärztin Ricarda aus Berlin ist mit dem Brauerei-Erben Georg verheiratet und lebt mit ihm in München. Sie hat jedoch ein dunkles Geheimnis...
                Ricardas Traum ist eine eigene Praxis, doch für Frauen in jener Zeit ist dies nicht so einfach, denn keiner nimmt einen weiblichen Arzt ernst. Doch sie kämpft für ihren Traum.
                Als sie Georg verliert und zu Tode betrübt ist, trifft sie eines Tages auf ihre ehemalige große Liebe Siegfried. Gemeinsam mit ihm und ihren Kindern ziehen sie nach Afrika, denn Siegfrieds Herz schlägt immer noch für diesen Kontinent.
                Tochter Henny geht zurück nach München, beginnt ein Medizinstudium und lernt dort einen jungen Mann kennen. Doch Ricardas Geheimnis hat Folgen für die nächste Generation...


                Meine Meinung:
                "Stürme des Lebens" ist der zweite Teil der "Die Ärztin"-Trilogie. Obwohl ich den ersten Band nicht kannte, war es kein Problem für mich, mich in die Geschichte einzufinden. Alle wichtigen Vorkommnisse aus Band eins sind geschickt in die Geschichte verflochten.
                Meine Gefühle der Protagonistin Ricarda gegenüber sind zwiegespalten. Sie ist eine junge, starke Frau, jedoch habe ich nicht so ganz verstanden, warum sie Siegfried damals verlassen hat.
                Die damaligen Verhältnisse und die Stellung der Frau in der Gesellschaft sind hervorragend beschrieben. Es war fast unmöglich, als Ärztin zu praktizieren. Studieren konnte Ricarda auch nur in der Schweiz. Und was passiert, als sie Witwe wird, ist einfach nur unfassbar.
                Mit Georg hat Ricarda jedoch viel Glück gehabt, er liebt sie aufrichtig, und so wie sie ist, mit all ihren Fehlern. Und auch sie baut mit der Zeit Liebe für Georg auf. Daher ist es ganz schlimm für sie, als sie Georg verliert.
                Doch sie hat Glück und ihre große Liebe aus der Studienzeit, Siegfried, taucht wieder in ihrem Leben auf.
                Das Leben in Afrika ist anschaulich beschrieben, und ich kann Ricardas Gefühle nachvollziehen.
                Insgesamt ist sehr viel passiert in Ricardas Leben in diesem Abschnitt; mag sein, dass das damals so war. Als Zuhörer wird einem auf jeden Fall nie langweilig, ein aufregendes Ereignis jagt das nächste...
                Und das quasi offene Ende macht extrem neugierig auf den nächsten Band, in dem wohl hauptsächlich Hennys Schicksal im Mittelpunkt stehen wird...

                Die Stimme der Sprecherin Beate Rysopp mochte ich sehr gerne. Mir gefallen ihre Sprachmelodie und ihre Betonungen, die Stimmlage, und dass sie versucht, unterschiedliche Stimmen zu verwenden. Auch die Geschwindigkeit, mit der sie liest, ist für mich perfekt. Lediglich die Stimme, die sie der jungen Henny verleiht, ist mir zu gekünstelt, zu kindisch und zu nasal-piepsig. Vor allem dann, als Henny bereits ein Teenager war.
                Das Cover entspricht jenem der Printausgabe und lässt direkt einen historischen Roman erkennen.


                Fazit:
                Unterhaltsamer historischer Roman über eine starke Frau, Mutter und Ärztin, in deren Leben ein Ereignis aufs nächste folgt.
                Der fiese Cliffhanger macht extrem neugierig auf den nächsten Band!!

                milkysilvermoon

                Beiträge 22
                27.03.2019

                  München im 19. Jahrhundert: Die 27-jährige Ärztin Ricarda Petersen ist schwanger, als sie Brauereierbe Georg Kögler heiratet. Wegen ihm verlässt sie Berlin und zieht nach Bayern. Sie führt nach der Geburt von Tochter Katharina Henriette, genannt Henny, ein beschauliches Leben. Mit ihrer eigenen Praxis scheint sich ihr größter Traum zu erfüllen, allerdings wird Rica als Ärztin nicht ernstgenommen. Nach einem Schicksalsschlag trifft sie ihre große Liebe, Siegfried Thomasius, wieder und geht mit ihm in die deutschen Kolonien. Doch das Leben hält noch einige Prüfungen bereit und ein Geheimnis aus Ricardas Vergangenheit bedroht alles, was ihr lieb und teuer ist…

                  „Die Ärztin – Stürme des Lebens“ ist der zweite Band der Historiensaga um Ricarda Thomasius, geschrieben vom Autorenduo Helene Sommerfeld.

                  Meine Meinung:
                  Der Roman besteht aus 30 Kapiteln mit einer angenehmen Länge. Die Handlung umfasst den Zeitraum 1890 bis 1914. Die Schauplätze wechseln ebenfalls. Erzählt wird vorwiegend aus der Sicht von Ricarda. Dieser Aufbau funktioniert ganz gut.

                  Der Schreibstil ist flüssig und anschaulich. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Zwar baut der zweite Band direkt auf dem ersten auf. Der Roman lässt sich jedoch auch ohne Vorkenntnisse lesen.

                  Die Protagonistin Ricarda ist eine starke Persönlichkeit. Grundsätzlich mag ich es sehr gerne, wenn mutige Frauen im Vordergrund stehen. Mit Ricarda werde ich allerdings nicht so recht warm. Obwohl sie einige Schicksalsschläge zu verkraften hat, tue ich mir schwer damit, Mitgefühl für sie zu entwickeln. Ihre Gedankengänge und ihr Verhalten sind mir in vielen Situationen fremd und nicht nachvollziehbar. Positiv zu erwähnen ist aber, dass sie ebenso wie die anderen Charaktere vielschichtig dargestellt wird.

                  Die Handlung ist abwechslungsreich und dramatisch, aber nicht besonders realitätsnah. Mehrfach kommt es zu unglaubwürdigen Zufällen, sehr dramatische Situationen häufen sich. Dies ist mir in dieser Fülle einfach zu viel. Auch der Schluss des Romans kann mich nicht mit dem Buch versöhnen, denn es endet mit einem unnötig übertriebenen Cliffhanger. Das ist bedauerlich, denn das Grundthema der Romanreihe, die ersten Ärztinnen, ist sehr interessant. So erfährt der Leser auf unterhaltsame Weise etwas über die frühe Medizin. Zudem bietet die Geschichte durchaus immer wieder Ansätze, die zum Nachdenken anregen.

                  Das hübsche Cover passt gut zur Geschichte. Auch der Titel ist passend gewählt.

                  Ich habe die Geschichte als ungekürzte Lesung gehört. Als Sprecherin macht dabei Beate Rysopp einen guten Job.

                  Mein Fazit:
                  „Die Ärztin – Stürme des Lebens“ von Helene Sommerfeld ist ein unterhaltsamer Roman mit einigen Schwächen. Den Rest der Reihe werde ich wohl eher nicht verfolgen.

                  Leseeckchen

                  Beiträge 25
                  20.03.2019

                    Von lauen Brisen bis zum stärksten Orkan

                    Inzwischen lebt Ricarda mit dem Brauerei-Erben Georg in München. Als gute Frau versucht sie, ihre Sehnsucht nach Berlin und dem gewohnten Leben zu unterdrücken. Mit Georgs Einverständnis und Unterstützung eröffnet sie eine Praxis. Die wird jedoch nicht so angenommen, wie das in Berlin war. Dann tauchen Schatten am Horizont auf und ein schreckliches Geheimnis aus ihrer Vergangenheit drängt ans Licht. Ricarda droht alles zu verlieren …

                    Schon der erste Teil „Das Licht der Welt“ hat mich unbeschreiblich in seinen Bann gezogen. „Stürme des Lebens“ setzt diese Faszination fort und fesselte mich komplett. Das ist besonders erstaunlich, da ich kein großer Historische-Romane-Fan bin. Doch die Geschichte der Ricarda Petersen (dann Kögler und schließlich Thomasius) ist so wunderbar gelungen, dass man sie einfach lieben muss. Es ist die Geschichte der Frauen in jener Zeit, die Geschichte von Veränderungen, Ungerechtigkeiten, dem Kampf der Frauen um Anerkennung in diversen Berufen, die Geschichte der Macht und deren Missbrauch der Männer gegenüber Frauen und Kindern – kurz, es ist die Geschichte jener Zeit, die uns heute so unendlich fern scheint, aber gar nicht so lange her ist. Wie froh können wir sein, dass wir im Hier und Jetzt leben, so viel erreicht haben! Mit Blick auf jene Zeit ist es erstaunlich, über was wir heute jammern.

                    Helene Sommerfeld ist es wunderbar gelungen, Ricarda immer wieder neue Dinge erleben zu lassen, ohne ihr Leben komplett zu einer Soap verkommen zu lassen. Die Ereignisse erwachsen geradezu aus der Geschichte heraus, ergeben in sich Sinn und passen zueinander, auch wenn rückwirkend betrachtet entsetzlich viel geschieht, das schon einzeln eine große Bürde für eine Frau – zumal in jener Zeit – ist. Nein, es ist kein durchschnittliches Leben, das Ricarda da führt, aber all diese Ereignisse sind stimmig und das Autorenehepaar lässt uns daran eben bei einer einzigen Frau bzw. Familie teilhaben. Das ergibt einen Geschichtsunterricht der ganz besonderen Art und ich gestehe, so bleibt bei mir auch wirklich viel hängen. Dies ist also ein Roman, bei dem man tatsächlich noch dazulernt.

                    Der Roman sprüht geradezu vor Lebendigkeit und gleich, an welchem Ort der Erde er gerade spielt, man ist so dicht dabei, dass man fast schon Dinge greifen kann, die Landschaft sieht, die Luft riecht und die Geräusche hört. Medizinische Begriffe und ärztliche Eingriffe werden so geschildert, dass auch ein Laie etwas damit anfangen kann. Man kann nicht umhin, sich zu wundern, wie weit die Medizin in so wenigen Jahren gekommen ist und ist automatisch dankbar, nicht damals gelebt zu haben, auch wenn man gleichzeitig sehr gern Teil dieser tollen Entwicklungen gewesen wäre.

                    Zugleich tröstet das Buch auch – hier erlebt man eine Frau, die einen Schicksalsschlag nach dem anderen zu verkraften hat. Die eigenen Sorgen und Nöte werden dadurch nicht kleiner, aber man zieht Kraft aus Ricardas Stärke und nimmt sie mit in den eigenen Alltag. Ricarda steht ihre Frau, auch wenn sie gerne auch mal schwach sein möchte. Doch damals wäre das fatal gewesen und so kämpft sie und wirkt auf manche dadurch etwas hart und gefühlskalt. Das ist sie jedoch absolut nicht. Ihr Weg ist alles andere als leicht und eben.

                    Für mich ist dies ein großartiges Werk, das es wert ist, lange Zeit auf den Bestsellerlisten zu verharren. Kurz und knapp: Großartig! Ich gebe die vollen fünf Sterne!

                    Dieser Band endet mit einem herzergreifenden Cliffhanger und ich kann kaum erwarten, „Die Wege der Liebe“ zu genießen.

                    Gurkenhals

                    Beiträge 21
                    19.03.2019

                      Auch diesen Teil habe ich in einem Rutsch gelesen.
                      Ricarda ist mit dem Brauereibesitzer Georg Kögler verheiratet und lebt mit ihm, . Ihrer Tochter und dem Sohn in München.
                      Es hat mich sprachlos gemacht wieviele Steine ihr in den Weg gelegt werden, damit sie nicht als Ärztin arbeiten kann.

                      Chattys Buecherblog

                      Beiträge 17
                      19.03.2019

                        Liebe Blogleser und Freunde von Frauenserien,

                        der zweite Band der Ärztinnen Reihe von HELENE SOMMERFELD ist am 20.11.2018 als Taschenbuch im ROWOHLT VERLAG erschienen und trägt den Titel STÜRME DES LEBENS.

                        Gelungene Fortsetzung

                        Beiträge 18
                        10.03.2019

                          Die Geschichte der Ärztin Ricarda geht weiter. Ricarda lebt inzwischen mit ihrem Mann Georg Kögler, Kommerzienrat und Brauereibesitzer, und mit ihrer Tochter Henny in München. Mit Hilfe ihres Mannes kann sie als Ärztin in ihrer eigenen Praxis arbeiten. Die Menschen in München vertrauen jedoch keiner Frau als Ärztin, aber Ricarda will nicht aufgeben.
                          Auch dieser zweite Teil vom Autorenduo Helene Sommerfeld konnte mich wieder richtig begeistern. Ricardas Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Eine ganz tolle und sympathische Protagonistin. Auch im zweiten Teil dieser Reihe ist die Handlung wieder sehr fesselnd. Ricarda hatte es sehr schwer in der damaligen Zeit als Ärztin, doch sie gibt nicht auf. Die Diphterie fordert viele Kinderleben, die Ärzte halten eine Impfung für Blödsinn. Ein Teil der Handlung spielt diesmal nicht nur in Berlin und natürlich München, sondern auch in Afrika und China. Die Handlung in Afrika hat mir besonders gut gefallen und Hennys Reaktion auf ihren Unterricht dort.
                          Durch den angenehm leicht zu lesenden Schreibstil und der spannenden Handlung ließ sich das Buch ruckzuck lesen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Besonders die kleine Henny hat mir richtig gut gefallen. Sie zeichnet sehr gerne und möchte auch gerne Ärztin werden. Ihre Kommentare sorgen für manchen Schmunzler. Die Komtess von Freystetten und Ärztin Käthe Hausmann sind auch wieder Teil der Handlung und natürlich auch Siegfried und noch andere aus Ricardas Familie und Freundeskreis.
                          „Die Ärztin – Stürme des Lebens“ ist eine sehr gelungene Fortsetzung dieser Historien-Saga. Band 3 erscheint leider erst im August 2019, auf den ich mich schon sehr freue, denn Band 2 endet mit einem gemeinen Cliffhanger.
                          Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für diese gelungene Fortsetzung dieser wunderbaren Historien-Saga.

                          Die Ärztin - Teil 2

                          Beiträge 4
                          25.02.2019

                            Nachdem der erste Teil dieser Trilogie, mir schon so gut gefallen hat. Wusste ich, das ich unbedingt dieses Buch lesen muss! Es konnte dem ersten Teil anschließen! In Ricardas Leben ging es auf und ab, nachdem sie im ersten Teil vergewaltigt wurde und daraus ein Kind entstannt, ist es Georg der sie auffängt und sie heiratet, damit ihre Tochter nicht unehelich auf die Welt kommen muss. Dieser Teil Ricardas Geschichte endet leider traurig und ich hatte während des Lesens oft daran zu knabbern, denn Georg, war mir schon im ersten Teil sehr sympathisch und im zweiten Teil erstrecht! Doch Ricarda übersteht auch das, auch wenn ihr Leben in München nicht ungestraft endet... Doch in Berlin trifft sie wieder auf ihre erste große Liebe und sie beginnen ein neues Leben! Das Buch endet mit einem riesigen Cliffhanger und mich macht es etwas traurig, das wir alle auf den 3. Teil bis August warten müssen!

                            Das Buch bekommt, wie schon der erste Teil, die vollen 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

                            Wenn das Schicksal mehrfach zuschlägt

                            Beiträge 22
                            20.02.2019

                              München im 19. Jahrhundert: Die 27-jährige Ärztin Ricarda Petersen ist schwanger, als sie Brauereierbe Georg Kögler heiratet. Wegen ihm verlässt sie Berlin und zieht nach Bayern. Sie führt nach der Geburt von Tochter Katharina Henriette, genannt Henny, ein beschauliches Leben. Mit ihrer eigenen Praxis scheint sich ihr größter Traum zu erfüllen, allerdings wird Rica als Ärztin nicht ernstgenommen. Nach einem Schicksalsschlag trifft sie ihre große Liebe, Siegfried Thomasius, wieder und geht mit ihm in die deutschen Kolonien. Doch das Leben hält noch einige Prüfungen bereit und ein Geheimnis aus Ricardas Vergangenheit bedroht alles, was ihr lieb und teuer ist…

                              „Die Ärztin – Stürme des Lebens“ ist der zweite Band der Historiensaga um Ricarda Thomasius, geschrieben vom Autorenduo Helene Sommerfeld.

                              Meine Meinung:
                              Der Roman besteht aus 30 Kapiteln mit einer angenehmen Länge. Die Handlung umfasst den Zeitraum 1890 bis 1914. Die Schauplätze wechseln ebenfalls. Erzählt wird vorwiegend aus der Sicht von Ricarda. Dieser Aufbau funktioniert ganz gut.

                              Der Schreibstil ist flüssig und anschaulich. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Zwar baut der zweite Band direkt auf dem ersten auf. Der Roman lässt sich jedoch auch ohne Vorkenntnisse lesen.

                              Die Protagonistin Ricarda ist eine starke Persönlichkeit. Grundsätzlich mag ich es sehr gerne, wenn mutige Frauen im Vordergrund stehen. Mit Ricarda werde ich allerdings nicht so recht warm. Obwohl sie einige Schicksalsschläge zu verkraften hat, tue ich mir schwer damit, Mitgefühl für sie zu entwickeln. Ihre Gedankengänge und ihr Verhalten sind mir in vielen Situationen fremd und nicht nachvollziehbar. Positiv zu erwähnen ist aber, dass sie ebenso wie die anderen Charaktere vielschichtig dargestellt wird.

                              Die Handlung ist abwechslungsreich und dramatisch, aber nicht besonders realitätsnah. Mehrfach kommt es zu unglaubwürdigen Zufällen, sehr dramatische Situationen häufen sich. Dies ist mir in dieser Fülle einfach zu viel. Auch der Schluss des Romans kann mich nicht mit dem Buch versöhnen, denn es endet mit einem unnötig übertriebenen Cliffhanger. Das ist bedauerlich, denn das Grundthema der Romanreihe, die ersten Ärztinnen, ist sehr interessant. So erfährt der Leser auf unterhaltsame Weise etwas über die frühe Medizin. Zudem bietet die Geschichte durchaus immer wieder Ansätze, die zum Nachdenken anregen.

                              Das hübsche Cover passt gut zur Geschichte. Auch der Titel ist passend gewählt.

                              Ich habe die Geschichte als ungekürzte Lesung gehört. Als Sprecherin macht dabei Beate Rysopp einen guten Job.

                              Mein Fazit:
                              „Die Ärztin – Stürme des Lebens“ von Helene Sommerfeld ist ein unterhaltsamer Roman mit einigen Schwächen. Den Rest der Reihe werde ich wohl eher nicht verfolgen.

                              Die Ärztin - Stürme des Lebens

                              Beiträge 12
                              27.12.2018

                                Handlung:
                                München 1890
                                Ricarda heiratet Gregor und tritt damit nicht nur in ein Eheleben, sondern kann auch nicht mehr ein so selbstbestimmtes Leben führen, wie bisher. Sie ist auf die Gnade ihres Mannes angewiesen, um weiterhin als Ärztin zu praktizieren. Doch Gregor sieht kein Problem in der Sache, er tut alles, um seiner Frau eine tolle Praxis zu geben und ihr den Weg zu ebnen. Das Problem ist die Gesellschaft. Nur wenige Menschen verirren sich in die Praxis und lassen sich von der Frau behandeln, noch dazu von der ersten Ärztin überhaupt in München. Nicht nur in dieser Angelegenheit muss Ricarda einen Kampf bestehen, sondern auch Personen aus ihrer Vergangenheit suchen sie heim. Ricarda fürchtet teilweise um ein Geheimnis, welches viele Leben auf den Kopf stellen würde.

                                Meinung:
                                Das Cover vom diesem Teil gefällt mir um Längen besser, als das vom ersten Teil. Ich finde die Farben viel freundlicher und ansprechender, es wirkt nicht mehr so steif, sondern lebendig und lädt den Betrachter dazu ein, das Buch in die Hand zu nehmen und es näher zu betrachten.#

                                Direkt nach dem Aufschlagen des Buches ist eine Karte von Berlin aus dem Jahr 1905 abgebildet. Ein tolles Detail, welches dem Leser ein Gefühl gibt, wo die Orte liegen. Leider war Berlin nicht der einzige Haupthandlungsort, weshalb ich es schön gefunden hätte, wenn es auch noch Karten zu anderen Orten gegeben hätte, falls diese vorhanden sind.

                                Erst vor kurzem hatte ich den ersten Teil der Reihe gelesen und dadurch fiel es mir sehr leicht, wieder in die Handlung reinzufinden und die Protagonisten habe ich sofort wiedererkannt. Bei diesem Roman ist es wirklich sehr sinnvoll, die Bücher nach und nach zu lesen und nicht einfach mit dem zweiten Teil zu starten. Dadurch fehlen dem Leser dann doch einige Details und Zusammenhänge, welche nicht unbedingt erwähnt werden oder verschleiert beschrieben werden.
                                Die Schreibweise war gewohnt locker und gefällig, besonders die erste Hälfte des Romans war durchweg spannend geschrieben. Leider fiel die Spannungskurve für mich in der zweiten Hälfte ab, die Handlung war immer noch in Ordnung, bei mir entstand keine Langeweile und ich wollte immer noch weiterlesen. Jedoch waren mir hier einige Wiederholungen drinnen, u.a. die Tatsache von Siegfrieds ewiger Reisefreude.

                                In dem Roman vergehen 24 Jahre, die unterschiedlich behandelt werden. Manche werden sehr genau beschrieben, dann vergeht wieder einige Zeit, über die kaum ein Wort verloren wird. Ich finde, hier werden zu viele Jahre in den Roman gepresst, ich hätte liebend gern noch weitere Teile von der Reihe gelesen, wenn diese dann ausführlicher behandelt worden wären.

                                Als Setting diente nicht nur das Deutsche Reich, sondern auch einige Orte in Afrika und in Asien. Hierbei fand ich besonders die Erzählungen von Ricardas Zeit in Afrika spannend, dies war sehr lebhaft und detailreich beschrieben, sodass man als Leser schnell einen Eindruck von den Orten erhalten hat. In Asien waren mir die Geschehnisse etwas zu oberflächlich beschrieben, ich hatte so einige Probleme, mich in diese Handlung einzufinden.

                                Alle wichtigen Protagonisten sind vor dem Beginn der Handlung vermerkt, auf dieses kleine Verzeichnis kann man bei Bedarf immer wieder zurückgreifen. Als Hauptprotgonist agiert wieder Ricarda, diesmal als Erwachsene Dame, die heiratet und Kinder bekommt. Sie hat sich sehr verändert, hat ihre Prinzipien geändert und erinnert in manchen Angelegenheiten nur noch wenig an ihr jüngeres Ich, welches der Leser im ersten Teil kennengelernt hat. Anfangs fand ich das komisch und war damit nicht ganz zufrieden, nachdem ich den Roman beendet habe, finde ich ihre Entwicklung zu weiten Teilen toll. Sie ist reifer geworden und als Leser konnte man ihre Wandlung sehr gut miterleben.
                                Ansonsten treten viele Personen wieder auf, die man schon aus dem ersten Teil kennt. Das Wiedersehen war sehr schön, teilweise wirkte es, als würde man alte Bekannte wiedertreffen. Auch bei diesen Charakteren war eine Entwicklung sichtbar, lediglich die Komtess ist mir immer noch ein Rätsel und deshalb warte ich nun gespannt auf den dritten Teil der Reihe, in der Hoffnung, dass sie sich dann mehr öffnet und nahbarer wird.

                                Fazit:
                                In diesem Teil war ich wieder von den Protagonisten sehr angetan, die lebendig und abwechslungsreich waren. Es hat richtig Spaß gemacht, sie kennenzulernen und auf ihrem Weg zu begleiten. Mein größter Kritikpunkt ist die für mich abfallende Spannungskurve, welche langsam nachlässt. Dadurch habe ich den Roman irgendwann nicht mehr so ganz verschlungen, wie noch am Anfang. Dennoch ein grandioser zweiter Teil, welcher viele Fragen auf den finalen Teil offen lässt.

                                „ Eine facettenreiche und mitreißende Familiengeschichte"

                                Beiträge 41
                                08.12.2018

                                  Inhaltsangabe: Quelle rororo-verlag
                                  Was die Zeit nicht heilt…
                                  München, 1890: Die junge Ärztin Ricarda führt mit Brauereierbe Georg und Tochter Henny fern der Berliner Heimat ein beschauliches Leben. Mit der Eröffnung einer eigenen Praxis scheint sich ihr größter Traum zu erfüllen. Doch kaum jemand nimmt die erste Ärztin der Stadt ernst. Als eine Diphteriewelle München erfasst und der 'Würgeengel' Hunderte von Kinderleben fordert, läuft Ricarda gegen Mauern. Denn ihre männlichen Kollegen halten das vielversprechende neue Heilmittel Emil von Behrings für Humbug. Die Ärztin ist entschlossen, für ihre Überzeugung und ihre Patienten zu kämpfen. Bis ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit Ricarda alles zu nehmen droht, was ihr am Herzen liegt. Ein Geheimnis, dessen dunkle Kraft auch die nächste Generation bestimmen wird.

                                  Meine Meinung zur Autorin und Buch:
                                  Es ist mein erster Roman von Helene Sommerfeld, und ich war erst skeptisch, aber schon nach den ersten Seiten die ich las war ich begeistert. Sie hat es geschafft mich an der Hand zu nehmen und mich in den Anfang des 20. Jahrhunderts eintauchen zu lassen. Sehr gut hat sie den damaligen Stand der Frau um 1900 beschrieben, als Studieren für Frauen in Deutschland noch nicht erlaubt war. Die Frau war quasi Eigentum des Mannes, und von seinem Wohl und Wehe abhängig. Ihr Schreibstil ist sehr Bildhaft, lebendig und flüssig, sie lässt einem mitfiebern. Ihre Figuren sind sehr Authentisch und lebendig dargestellt, man konnte leicht in die einzelnen Charaktere und deren Emotionen eintauchen, und hinter manche wahre Maske blicken. Man begegnet so mancher historischer Persönlichkeit.
                                  Besonders Rica hatte es mir angetan, eine mutige und junge Frau, der man schlimmes Angetan hatte. Aber sie fand ihr großes Glück an der Seite ihres Mannes Georg Kögler, der seiner Frau alle Wünsche von den Augen ablas, ihr sogar ermöglichte in München als selbstständige Ärztin zu arbeiten. Aber Rica ist eben nur eine Frau, und als auch noch diese schreckliche Diphtheriewelle in München ausbricht, und sie alle Hebel in Bewegung setzt, glauben ihre Kollegen nicht an das Wundermittel von Dr. Behring, selbst ihre Schwägerin stellt sich gegen sie, als ihre Kinder erkranken. Als dann auch noch Georg ihr Mann tödlich verunglückt, wird ihr dunkles Geheimnis ihr zum Verhängnis, sie muss um das Glück ihrer Tochter Henny und des kleinen Georg kämpfen. Wird man ihr die Kinder nehmen? Henny erweist sich als genauso mutig wie ihre Mutter, es war ein Genuss dieses Mädchen zu begleiten, von der Wiege bis ins Teenager Alter. Eine Familie die steinige Wege für ihr Familienglück gehen muss, denn immer wieder ziehen dunkle und drohende Wolken auf.

                                  Ein Buch das mich vollauf begeistert hat, warte schon mit Sehnsucht auf die Fortsetzung

                                  tigerbea

                                  Beiträge 87
                                  26.11.2018

                                    Ricarda ist mittlerweile mit dem Brauereibesitzer Georg Kögler verheiratet und lebt mit ihm, ihrer Tochter Henny und dem gemeinsamen Sohn Georg in München. Eigentlich könnte sie dort ein Glückliches Leben führen, jedoch hat sie starke Probleme mit Ihrer Schwägerin und auch beruflich ist sie als Frau nicht überall anerkannt und muß sich stark behaupten. Eines Tages kehrt sie aus schwerwiegenden Gründen zurück nach Berlin, bis sie schließlichnach Afrika reist, dort eine Hebammenschule eröffnet. Ihr weiterer Weg führt sie bei Beginn des Ersten Weltkrieges bis nach China. Und auch ihre Tochter trifft den Entschluss, Medizin zu studieren.


                                    Diese Fortsetzung ist absolut gelungen. Es macht unendlich Spaß, Ricarda auf ihrem weiteren Weg zu verfolgen. Es wird hier wieder sehr deutlich, welche Ansichten in der damaligen Gesellschaft herrschten. Zum Einen natürlich die Ansichten über Frauen und dem, was von ihnen erwartet wird. Zum Anderen aber auch das Auftreten als Kolonialherren in Afrika. Dieses herrische Auftreten läßt nicht wundern, daß die Einheimischen rebelliert haben. Aber man erfährt such einiges über die dort herrschenden Krankheiten und die Forschung dagegen. Diese Szenen sind faszinierend und zeugen von guter Recherche. Hier wurde nicht einfach irgendetwas geschrieben, sondern sich an Tatsachen gehalten. Die Charaktere sind wieder sehr gut und bildlich dargestellt. Gerade Henny wird in die Handlung gekonnt eingeführt und ich denke, sie wird im 3. Teil noch eine große Rolle zugeteilt werden. Auch Ricarda und ihr Spagat zwischen Beruf und Familie, der gerade in dieser Zeit sehr schwer ist, wird gut thematisiert und man kann sich sehr gut in Ricarda hinein versetzen. Helene Sommerfeld hat es auch mit diesem Roman geschafft, mich durch ihren wunderbaren Stil zu begeistern. Ihre Beschreibungen sind so realistisch, daß man meint, man wäre direkt an Ricardas Seite. Dadurch liest sich dieser Roman, wie es bei hervorragenden Büchern leider ist, viel zu schnell - und jetzt beginnt das Warten auf die Fortsetzung.

                                    Sehr gelungene Fortsetzung

                                    Beiträge 87
                                    25.11.2018

                                      Ricarda ist mittlerweile mit dem Brauereibesitzer Georg Kögler verheiratet und lebt mit ihm, ihrer Tochter Henny und dem gemeinsamen Sohn Georg in München. Eigentlich könnte sie dort ein Glückliches Leben führen, jedoch hat sie starke Probleme mit Ihrer Schwägerin und auch beruflich ist sie als Frau nicht überall anerkannt und muß sich stark behaupten. Eines Tages kehrt sie aus schwerwiegenden Gründen zurück nach Berlin, bis sie schließlichnach Afrika reist, dort eine Hebammenschule eröffnet. Ihr weiterer Weg führt sie bei Beginn des Ersten Weltkrieges bis nach China. Und auch ihre Tochter trifft den Entschluss, Medizin zu studieren.


                                      Diese Fortsetzung ist absolut gelungen. Es macht unendlich Spaß, Ricarda auf ihrem weiteren Weg zu verfolgen. Es wird hier wieder sehr deutlich, welche Ansichten in der damaligen Gesellschaft herrschten. Zum Einen natürlich die Ansichten über Frauen und dem, was von ihnen erwartet wird. Zum Anderen aber auch das Auftreten als Kolonialherren in Afrika. Dieses herrische Auftreten läßt nicht wundern, daß die Einheimischen rebelliert haben. Aber man erfährt such einiges über die dort herrschenden Krankheiten und die Forschung dagegen. Diese Szenen sind faszinierend und zeugen von guter Recherche. Hier wurde nicht einfach irgendetwas geschrieben, sondern sich an Tatsachen gehalten. Die Charaktere sind wieder sehr gut und bildlich dargestellt. Gerade Henny wird in die Handlung gekonnt eingeführt und ich denke, sie wird im 3. Teil noch eine große Rolle zugeteilt werden. Auch Ricarda und ihr Spagat zwischen Beruf und Familie, der gerade in dieser Zeit sehr schwer ist, wird gut thematisiert und man kann sich sehr gut in Ricarda hinein versetzen. Helene Sommerfeld hat es auch mit diesem Roman geschafft, mich durch ihren wunderbaren Stil zu begeistern. Ihre Beschreibungen sind so realistisch, daß man meint, man wäre direkt an Ricardas Seite. Dadurch liest sich dieser Roman, wie es bei hervorragenden Büchern leider ist, viel zu schnell - und jetzt beginnt das Warten auf die Fortsetzung.

                                      Ricardas Kampf für die Gerechtigkeit

                                      Beiträge 5
                                      20.11.2018

                                        Ricarda heiratet aus Vernunft heraus Georg Köhler und macht sich daran, ihre große Liebe Siegfried zu vergessen. Sie merkt jedoch bald, dass Georg ein großartiger Mann ist, der versucht, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Die Vergangenheit fängt an, nicht mehr so sehr weh zu tun und Rica lässt es zu, in die Zukunft zu blicken.
                                        Die Geburt von Tochter Henny stellt Rica jedoch vor schwere Entscheidungen. Die Begegnung mit einer alten Freundin reißt verheilt geglaubte Wunden wieder auf.
                                        Doch Rica hat gelernt zu kämpfen. Für sich, für ihre Lieben und für die Rechte, die ihr zustehen. Ärztin zu sein ist ihre Bestimmung. Keiner kann sie aufhalten. Bis das Schicksal erneut schwer zuschlägt.

                                        Der 2. Teil der großen Historiensaga um Ricarda Petersen geht genauso fesselnd weiter, wie der erste aufgehört hat.
                                        Ricarda hat sich weiterentwickelt von einem mutigen 13jährigen Mädchen zu einer starken, jungen Frau, die sich mit viel Gerechtigkeitssinn und noch größerem Mut für ihre Träume einsetzt.

                                        Doch werden ihr auch viele Steine in den Weg gelegt, da sie als Frau nicht die gleichen Rechte besitzt, wie ein Mann. Ihr Beruf, der einer Ärztin, wird nicht von jedem anerkannt und so muss Ricarda viele Anfeindungen erleben.

                                        Rica erlebt einiges. Die Heirat mit Georg Kögler und die Geburt ihrer Tochter Henny sind dabei nur der Anfang. Je mehr das Buch fortschreitet, wird auch mehr von Henny berichtet, so dass am Ende parallel von Ricarda und Henny erzählt wird. Die Geschichte greift sozusagen auf die nächste Generation über.

                                        Der flüssige und fesselnde Schreibstil des unter Pseudonym schreibenden Autorenduos zieht einem in den Bann. Selten fliegen die Seiten so dahin, wie bei diesem Buch. Und schon ist man am Ende des über 600 Seiten langen Buches.
                                        Um dann wieder mit offenem Mund dazusitzen. Das Ende ist abrupt und endet mit einem Cliffhanger der übelsten Sorte. Es geschieht etwas, dass erschüttert und Welten zerbrechen lässt. Ergo: Es folgt ein weiterer Teil im August 2019.

                                        Ich bewundere Ricardas Mut, für das zu kämpfen, was sie liebt. Später übernimmt Henny diesen Part. Doch beide sind manchmal auch hilflos und müssen sich geschlagen geben. Hier schlägt das Schicksal dann unbarmherzig zu.
                                        Trotzdem wird weiter nach Lösungen gesucht.

                                        Bei einigen Szenen musste ich schwer schlucken, wenn es um ärztliche Behandlungen ging. Die Zurschaustellung der Macht der Männer war teilweise ekelerregend. Doch zum Glück war nicht jeder Mann so.

                                        Die gefühlvolle Beschreibung von Ricardas Leben war für mich ein spannender Ausflug in das 19./20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken, aber auch schönen Seiten.

                                        Fazit:
                                        Ricardas Kampf für die Gerechtigkeit.