Ida Ding

Hendlmord

Heut gibt’s nur Fisch – Der Hendlmann ist tot
In Pöcking am Starnberger See geht es meist recht gemütlich zu. Das heißt, wenn nicht gerade jemand den Mann im Hendlwagen mit dessen eigenen Grillspießen durchbohrt. Muck Halbritter, Schäfer und Lebenskünstler, rutscht in den Fall hinein, dabei arbeitet doch eigentlich seine Frau bei der Kripo. Musste der Hendlwickerl wegen dem Zeug sterben, das in den Billighühnern aus Tschechien steckte? Muck macht sich seine Gedanken und geht der Sache nach. Dabei hat er im Dorf auch so schon genug zu tun: Zum Beispiel die rüstigen Senioren vom Verein „Gemeinsam Dabeisein“ mit dem Bus zum Einkaufen kutschieren. Die lieben Alten scheinen indessen mehr über die dunklen Seiten von Pöcking zu wissen, als sie verraten wollen…
Rita Falk meets «Breaking Bad» – Bei Ida Ding geht‘s ländlich deftig und ganz schön heftig zu.


Autorenbild Foto von Ida Ding

Der  Autor

Ida Ding, geb. 1967 in Starnberg, Oberbayern, studierte Grafik-Design in München. Sie lebt mit ihrer Familie am Starnberger See, wo sie als Illustratorin und Schriftstellerin arbeitet. «Hendlmord» ist der erste ihrer in diesem schönen Winkel Deutschlands angesiedelten liebevoll-bösen Kriminalromane.


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Rezensionen

sommerlese

Beiträge 87
02.02.2017

Ida Ding hat mit ihrem heiteren und locker geschriebenen Krimi wahrhaftig den "Vogel" abgeschossen. Es ist trotz tragischer Momente durch Mordfall und Drogensucht durchweg ein Gute-Laune-Buch vor bayrischer Urlaubskulisse am Starnberger See.
Großartige Dialektkenntnisse benötigt man nicht - die Namen sind Ur- Bayrisch, können aber in einem Personenregister nachgelesen werden.
Auch existiert ein Glossar für bayrischen Grundwortschatz.
Lokalkolorit zeigt sich in vielen Begriffen, die mich als Nordlicht schon beim lesen auflachen lassen: die Rede ist von Brunzpratzen, Schafbeutelwaschern, Stranitzen und Schnaderhüpferln. Wer nun wissen möchte, was es damit auf sich hat, muss es selbst nachlesen!
Was mich aber am meisten begeistert, sind die liebevoll beschriebenen, teilweise skurilen aber dennoch liebenswürdigen Charaktere, allen voran Muck, dessen witzige Lebensweisheiten einfach gut unterhalten. So sieht er z. B. seinen Besuch im Knast als Schönheitsschlaf außer Haus an.
Außerdem lebt er frei nach dem Motto: sich in Ruhe schicken!
Also auf gut Deutsch: sich in Ruhe beeilen!
Die liebevollen Illustrationen der Autorin sind sehr schön gemacht und werten den Krimi auch optisch auf.
Zum Ende kommt leichte Spannung auf, der Täter wird überführt. Natürlich handelt es sich um eine Person, die man gar nicht verdächtigte.
Bei Mucks Hühnern findet sich auch noch eine letzte Überlebende samt Gelege.
Also gilt letztendlich: HENNE GUT - ALLES GUT!



Als ein unterhaltsames witziges Lesevergnügen durchaus gut geeignet und von mir wärmstens empfohlen. Wer allerdings kriminalistischen Tiefgang erwartet, ist hier an der falschen Adresse im ländlichen Pöcking. Es ist einfach eine tolle Lektüre für den Urlaub oder zum Abschalten am Wochenende!

TochterAlice

Beiträge 16
16.10.2018

    Da lachen ja die Hühner ...bzw. würden sie es tun, wenn sie noch leben würden. Tun sie aber nicht! Tot, allesamt, inklusive dem stolzen Hahn - die gesamte Augsburger Zucht von Muck Halbritter, dem Pöldinger Dorf- und Familienfaktotum! Und es ist auch Muck, der die Leiche des Hendlwickerls mitten in dessen Verkaufswagen - auf Hochdeutsch ist das ein Grillhähnchenverkauf - entdeckt: Hendlmord also an allen Ecken und Enden. Den gilt es aufzuklären, womit Mucks Frau Sophie, frischgebackenes Mitglied der Starnberger Mordkommission, beauftragt ist - und Muck hilft ihr natürlich, wo er kann. Wenn ihm denn nicht diverse Hürden in den Weg gelegt werden: das hellsichtige und dem ganzen Dorf voraussagende Töchterchen Emma hat Mumps, die Pensionärsvereinigung "Gemeinsam Dabeiseier" ist in Bedrängnis und benötigt Mucks Hilfe nicht nur einmal und vor wird sein Schwiegervater Fidl mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus verfrachtet. Weitere Alltagssorgen wie ein nachhaltiges Stromproblem im Hause sowie ein mehr als pubertierender Sohn erschweren Mucks Dasein. Eine in ihren Hauptzügen - zumindest für mich - absolut unvorhersehbare, in einem fulminanten Finale gipfelnde Auflösung rundet den Fall bzw. die Fälle - Menschen- und Hühnermord - ab.


    Ein lustiger, liebevoll gestalteter Krimi der Autorin Ida Ding, die unter anderem Namen auch schon großartige Thriller veröffentlicht hat. Hier stellt sie sich in die Tradition von Ebersdorfer und Kluftinger, wobei bei ihr eine ganze Familie - die Halbritters eben - im Mittelpunkt steht und das Geschehen sich um ein ganzes Dorf rankt. Das ist zuweilen etwas unüberschaubar, trotz des Personenverzeichnisses am Ende des Buches, aber das Dorf - Pöcking am Starnberger See - ist groß und nicht alle auftretenden Akteure finden in besagtem Verzeichnis Platz. Ich jedenfalls hatte immer wieder mal das Problem, die ein oder andere Figur richtig einzuordnen, was das Lesevergnügen aber nur am Rande beinträchtigt hat, wurde ich doch von den zahlreichen entzückenden, von der Autorin selbst angefertigten Zeichnungen, die das Buch durchgehend zieren wie auch durch ein Glossar bayerischer Ausdrücke ausreichend versöhnt.


    Unterhaltsam, mitreißend und durchaus originell, da mit allerlei Alleinstellungsmerkmalen versehen, hat das Buch allemal das Zeug, zur Serie ausgebaut zu werden, die mit Ebershofer sowie den München-Krimis um die eigenwillige Elfie Ruhland auf Augenhöhe steht und den aus meiner Sicht auf dem absteigenden Ast befindlichen Kluftinger um Längen schlägt. Ich bin also gespannt, ob und wie es weitergeht und empfehle die Lektüre allen Fans lustiger Krimis - ein Leseerlebnis ganz eigener Art! Wer wissen will, was ein Verwahrkistchen ist, das man in seinem Inneren hat oder wer etwas über Türharfen, die vermeintlich ostindische Schnaderhüpferl aufspielen, erfahren will, der ist hier an der richtigen Adresse!

    JaNein

    Beiträge 20
    05.08.2017

      Eine leicht zu lesend Geschichte. Etwas weniger Regional als manch andere,aber realistisch.
      Man hat immer das Gefühl mittendrin zu sein, und auch das " Bayrische" ist sehr gut verständlich

      Tolle Charaktere, einfach gut.


      Aber bitte nicht zu viel kriminologischen Tiefgang erwarten ;)

      Jonas

      Beiträge 37
      05.05.2017

        Leider kenn ich diese Bücher nicht.So wie ich in der Leseprobe feststellen konnte, ähnelt dieses Buch stark den Allgäu Krimis. Deswegen bin ich mir sicher das ich diese Bücher demnächst selbst auch lesen werde.

        Wem diese Bücher gefallen wird mit Sicherheit auf seine Kosten was Spannung aber auch Spass angeht kommen.

        Leseeckchen

        Beiträge 23
        eine Antwort 07.02.2017

          Muck Halbritter, Schäfer, Lebenskünstler und Ehemann von Sophie, Kriminaloberkommissarin, kümmert sich um alles und jeden und gerät dabei glatt in Schwierigkeiten: als der Wickerl in seinem Hendlwagen von Spießen durchbohrt ausgerechnet von ihm gefunden wird und er auch noch später dabei "erwischt" wird, wie er das Innenleben der Hühner vom Wickerl untersucht, nutzt das der Wolfi für seine kleine persönliche Rache.

          Im beschaulichen Pöcking wird es hektisch, denn eins ums andere passiert und Muck muss überall retten, was zu retten geht. Die armen Augsburger Fugger-Hühner werden gemeuchelt, seine kleine Tochter Emma ist das Orakel von Pöcking und sein Sohn Emil ist verliebt. Muck ist ein wenig altmodisch, aber herzensgut und verzweifelt fast an all seinen Aufgaben. Muss er doch auch noch für seinen Schwiegervater einspringen und den Rentnerverein "Gemeinsam Dabeisein" zum Einkaufen chauffieren und den Schwiegervater zur nötigen Herzoperation überreden. Und seine Liebste, die Sophie, beschützen und ihr helfen, den Mordfall aufzuklären. Ist sie doch gerade erst vom Drogendezernat zur Mordkommission gewechselt. Ach - und dann ist auch noch die Elektrik in Haus und Hof, die der Muck lieber nicht selbst anfassen mag, hat er doch als Kind schlechte Erfahrungen gemacht. Apropos Kind: als er 12 war, hat sein Vater sich aus dem Staub gemacht und Muck hat seiner Mama auf dem Totenbett versprochen, ihn zu finden. Ja, der Muck ist schwer beschäftigt mit all diesen Dingen! Es geht turbulent zu im Ort - und der Show-Down ist einer Großstadt würdig ...

          Und Ida Ding hat all das in einen so bezaubernden Krimi gepackt, dass einem das Herz aufgeht! Dezentes Bayerisch, das man auch als Nicht-Bayer verstehen kann (oder im Anhang nachschlagen kann), sympathische und weniger liebenswerte Protagonisten, das ein oder andere Ausgefallene (z.B. eben Emma's Wahrsagerei), viele witzige Tiere und die treffende, aber nicht überladen Beschreibung der Gegend, der Menschen, der Dörfer und der Stadt - ein Buch, das rundum Freude macht!

          Dazu viele liebevolle Illustrationen der Autorin, passend im Buch verteilt und einfach entzückend (ich hätte mir viel mehr davon gewünscht), "bayrisch-karierte" Kapitelnummern und witzige Kapitelüberschriften - es ist unglaublich, wie pickepacke voll dieses Buch mit Besonderheiten ist! Man lächelt, man lacht, man staunt, man möchte trösten - und am Ende bleibt nur eins zu sagen:

          Fortsetzung dringend nötig! Die (Lese-)Welt braucht viel mehr von Muck und Sophie, von Emil und Emma, von den Gemeinsam-Dabeiseiern, vom Wolfi und dem Kraulfuß, dem Bene und der Burgl, dem Chiller und dem Zorro! Pöcking ist für mich jedenfalls festes "Leseziel" geworden, drum hoffe ich auf viele weitere Bände!

          • sommerlese

            Beiträge: 87
            04.04.2017

            Hat mir auch gut gefallen, und ich warte immer noch auf weitere Fälle für Muck Halbritter.

          Jako

          Beiträge 43
          12.01.2017

            Ein sehr origineller und humorvoller Krimi, der allerdings auch seine traurigen Momente hat und der doch ohne all zu viel Blutvergießen auskommt, dafür aber durch seinen besonderen, urigen, bayrischen (mitunter auch etwas derben) Charme besticht.

            Sonjas Bücherecke

            Beiträge 69
            20.10.2016

              Ida Ding ist mit "Hendlmord" ein toller Debütroman der Starnberger-See-Krimi-Reihe gelungen. Im beschaulichen Pöcking am Starnberger See passiert eines Tages ein Mord. Der Hendlwagenbesitzer Wickerl wird mit seinen eingenen Grilspießen durchbohrt. Muck Halbritter, Schäfer und Lebenskünstler, rutscht in den Fall hinein. Doch dabei arbeitet seine Frau Sofie ja eigentlich bei der Mordkommision. Musste der Hendlbesitzer wegen dem Zeug sterben, das Muck in den Billighühnern aus Tschechien entdeckt. Muck hat da so seine Ideen und geht der Sache nach. Dann gibt es da auch noch in dem gemütlichen Pöcking die rüstigen Senioren vom Verein "Gemeinsam Dabeisein", die mit ihrem Bus zum Einkaufen kutschieren. Bloß was kaufen die Alten da ein? Und was wissen sie, was Muck nicht weiß. Dieser macht sich so seine Gedanken und steckt auch schon mitten im Fall.

              Begeistert hat mit der Schreibstil der Autorin. Die bayerischen Einschläge sind hervorragend. Es fehlt nicht an Spannung und zu schmunzeln gab es auch einiges. Ein Krimi ganz nach meinem Geschmack. Die Protagonisten sind so liebevoll beschrieben, der Muck ist mir schon richtig ans Herz gewachsen. Die ganze Familie Halbritter ist ja total sympatisch.
              Auch die herrlichen Landschaftbeschreibungen machen gleich Lust auf einen Ausflug an den Starnberger See.

              Auch findet man selten so eine tolle Buchaufmachung. Das Cover ist ja schon ein echter Hingucker. Die Karte vom Starnberger See ist ja schon sehr informativ. Auch der Anhang ist für alle Nichtbayern bestens geeignet. Aber am Allerschönsten sind die liebevollen Illustrationen auf den einzelnen Buchseiten. Dem Muck sein Traktor, der Chiller , die Hendl, so was traumhaft.

              Ich war und bin begeistert und freue mich total auf die Fortsetzung, bzw. den nächsten Fall. Dieser Krimi hat selbstverständlich 5 Sterne verdient.

              Angi

              Beiträge 3
              21.07.2015

                Da würden sogar die Hühner lachen ...

                Mit "Hendlmord" hat Ida Ding (ein Pseudonym) einen grandiosen Auftakt zu einer Regionalkrimi-Reihe rund um den Starnberger See geschrieben.

                Sie erzählt die Geschichte des Hendlmanns Wickerl, der eines Morgens mit seinen eigenen Spießen ermordet, aufgefunden wird. Die ersten Dorfbewohner am Tatort in Pöcking sind die rüstigen "Gemeinsam Dabeisein"-Rentner. Sie halten den mit seinem Traktor vorbeifahrenden Muck Halbritter auf und kurz darauf findet dieser die Leiche im Wagen.
                Kein guter Tag für den Schreiner und Schafbauern: in dieser Nacht wurden nämlich auch seine geliebten Hühner und sein stolzer Hahn grausam ermordet.
                Eigentlich sollte lieber Mucks Frau Sophie, die gerade zur Mordkommission versetzt wurde, den Fall aufklären, doch Nepomuk kann es nicht lassen und beginnt auf eigene Faust nachzuforschen. Leider geht dieser Versuch erst einmal gründlich nach hinten los und er landet selbst im Gefängnis und ergattert damit den Platz Eins auf der Liste der Verdächtigen. Im Dorf wird er fortan wie ein Aussätziger behandelt, nur die "Gemeinsam Dabeisein" - Senioren halten noch zu ihm.
                Wird es ihm gelingen, den wahren Täter zu entlarven? Und kann er auch den Mörder seines Federviehs finden?

                Herrlich lebendige, skurrile, liebenswürdige, verschrobene Charaktere machen diesen Regionalkrimi zu einem ganz besonderen Lesevergnügen. Mit grandiosem Wortwitz und bayerischem Lokalkolorit erzählt Ida Ding eine gut durchdachte Kriminalgeschichte mit überraschenden Wendungen und einer schlüssigen Auflösung.
                Nägelkau-Extrem-Spannung findet man zwar nicht, aber das habe ich auch auf keiner einzelnen Seite vermisst.
                Liebevoll illustriert von der Autorin ist dieses Buch auch optisch etwas ganz Besonderes. Für Nicht-Bayern wurde auch an ein Glossar gedacht - und ein Personenverzeichnis rundet die Zusatzinformationen ab.
                Am Ende des Buches bleibt zwar leider vieles offen (der Fall an sich ist jedoch abgeschlossen), aber eine Fortsetzung ist bereits angekündigt.

                Fazit:
                Es war mir ein sehr großes (Lese)Vergnügen, die Erlebnisse des liebenswürdigen Muck, seiner hellsichtigen Tochter und seiner Pöckinger Mitbewohner zu verfolgen. Herzhafte Lacher, aber auch so manch traurigen Moment hält dieser Regionalkrimi für seine Leser bereit - ein echtes bayerisches Gesamtkunstwerk!