Inken Bartels

Der kleine Gasthof an der Schlei

Das Rezept zum Glück: drei Generationen, drei Köchinnen und ein familiärer Landgasthof ---
Nur widerwillig reist Sterneköchin Isa Petersen von London in ihren verschlafenen Heimatort in Schleswig-Holstein. Die geliebte Oma hat ihr den kleinen Dorfkrug vermacht. Hier in der Küche vom "Seestern" ist Isa zwischen Töpfen und Pfannen groß geworden. Denn Mutter Jette hat die Familie früh verlassen. Jetzt sollen die beiden Frauen gemeinsam am Herd stehen und den letzten Willen der Oma erfüllen. Aber es kracht gewaltig zwischen ihnen. Nur mit der Hilfe von Isas altem Schulfreund Tim haben sie eine Chance, den kleinen Gasthof zu neuem Leben zu erwecken. Und Isa bekommt eine Ahnung davon, dass sich das Glück manchmal dort versteckt, wo man es am wenigsten erwartet ...


Autorenbild Foto von Inken Bartels

Der  Autor

Inken Bartels, geboren 1974 in Eckernförde, hat viele Jahre freiberuflich für diverse Frauenzeitschriften gearbeitet und ist nun Ressortleiterin bei der «Für Sie» und «Petra». Mit ihrem Mann und den beiden Söhnen lebt sie in Hamburg. Zum Schreiben zieht sie sich gerne in ihr kleines Wochenendhäuschen an der Schlei zurück. Dort kennt sie jede Badestelle und jeden Landgasthof. Inken Bartels kocht leidenschaftlich gerne, und sie hat den Roman mit etlichen Rezepten und Zitaten zum Thema Essen angereichert.


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Rezensionen

sommerlese

Beiträge 110
18.02.2021

Der Roman "Der kleine Gasthof an der Schlei" von Inken Bartels erscheint im Rowohlt Verlag.
Eine Prise Glück braucht jeder Seestern
Der Landgasthof Seestern in Nordernby an der Schlei ist ein Familienbetrieb mit bürgerlicher Küche. Isa hat vor einigen Jahren ihrer Heimat den Rücken gekehrt und als Sterneköchin ihre Kochkarriere nach London verlegt, doch nach dem Tod ihrer Oma Luise kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück. Bleiben möchte sie allerdings nicht, denn ihr Verlobter Henry lebt auch in London. Es kommt aber anders als erwartet, denn Oma hat ihr den Seestern vererbt, mit der Auflage, ihn vier Wochen lang gemeinsam mit ihrer Mutter Jette zu bewirtschaften, ehe sie den Betrieb veräußern darf. Isa fügt sich dem letzten Wunsch ihrer Oma und auch wenn Jette sie als kleines Kind bei Oma gelassen hat und sie kaum Kontakt hatten, müssen sie jetzt an einem Strang ziehen, Oma zuliebe. Und das ist schwerer als gedacht, denn es kommen noch einige Hindernisse, die sie überwinden müssen.

Bei diesem Roman darf man sich auf eine locker erzählte Geschichte freuen, die auch die negativen Seiten des Lebens nicht ausblendet. In weiser Voraussicht hat Oma Luise ihr Erbe so verfasst, dass der Seestern Isa und ihre Mutter Jette wieder zusammenführen soll, sie haben die Aufgabe vier Wochen gemeinsam zu kochen, danach kann Isa über den Betrieb verfügen und ihn verkaufen, wenn sie es denn möchte.

Was so einfach klingt, ist für Isa ein Problem, nicht nur weil ihre neue Heimat nun in London liegt, sondern auch, weil die Trauer um ihre Oma sie belastet und eine Beziehung zu ihrer Mutter Jette nicht wirklich existiert. Gleichzeitig freut sich Isa aber auch auf das Wiedersehen mit ihrem Ex-Freund Tim, der sie auch nach ihrer Rückkehr unterstützt und ihr nichts nachträgt. Die Freundschaft ist vom ersten Wiedersehen wieder vorhanden und es entwickeln sich auch einige Gefühle, die Isa aber nicht für voll nimmt.

Die Kapitel beginnen immer mit vielfältigen und interessanten Zitaten rund um die Themen Kochen und Essen, was ich sehr genossen habe. Im Anhang finden sich auch regionstypische Gerichte wie Matjestatar, Fischsuppe und Apfelbrötchen.

Als Jette ebenfalls nach Nordernby zurückkehrt, nähern sie Mutter und Tochter etwas an, es stehen aber viele verletzte Gefühle zwischen ihnen und Jette ist kein Mensch, der mit Isas störrischem Verhalten gut umgehen kann, sie sind beide nicht aneinander gewöhnt. Dafür geben sie in der Küche aber ein gut funktionierendes Team ab und man wird mit vielen appetitanregenden Gerichten und Kochvorhaben verwöhnt. Die exquisiete Sterneköchin Isa findet auch wieder Gefallen an der Hausmannskost, sorgt aber immer für eine besondere Note, die dem Essen den letzten Pfiff versetzt.

Die Zeichnung der Charaktere und der Dorfgemeinschaft ist Inken Bartels sehr vielfältig gelungen, auch wenn man Isa nicht sofort gern hat und sich auch an Jette erst gewöhnen muss. Aber gerade das verleiht dem Roman eine lebensechte, gewisse Würze, sympathisch und weichgespült kann jeder. Folgt man der Geschichte, sind einige Geheimnisse verborgen, die die Lektüre unterhaltsam und lebensnah wirken lässt.

Die flüssige Erzählweise trägt unterhaltsam durch das Buch, vor der wunderschönen Kulisse der Gegend an der Schlei kann man sich ein wenig treiben lassen und erlebt eine Story, die mit Abwechslung, emotionalen, menschlichen und finanziellen Sorgen zu unterhalten weiß. Dieser Roman dreht sich um Heimat, Familie und das eigentliche Lebensglück, das manchmal vor der eigenen Haustür zu liegen scheint. Eine schöne Lektüre für gemütliche Lesestunden mit Urlaubsatmosphäre und einer liebenswerten Story.

AntjeDomenic

Beiträge 49
30.04.2021

    Dieses Cover ist wirklich so schön geworden und nicht nur anhand des Covers wollte ich gern das Buch lesen. Denn auch der Klappentext klang vielversprechend. Von der Autorin habe ich noch nichts gelesen, daher ging ich ohne große Erwartungen an das Lesen dieses Romans.


    Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich wohl beim Lesen, denn die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und es ist eine lockere Geschichte, der wir beim Lesen beiwohnen. Aber nicht immer ist es locker, denn auch die negativen Seiten eines Lebens werden beschrieben. Das hat die Autorin wirklich wundervoll in Worte fassen können. Die Kapitel starten mit Zitaten zu den Themen Kochen und Essen. Das finde ich wirklich eine tolle Idee und sehr gelungen.


    Isa kehrt zurück, nachdem ihre Oma gestorben ist. Und zwar in ein kleines Örtchen in Schleswig-Holstein. Ihr eigentlicher Plan ist es nach der Beerdigung wieder nach London zu fliegen, zu ihrem Verlobten Henry. Doch da hat Sie die Pläne ohne ihre Oma gemacht, denn diese vererbt ihr den Seestern, ein kleines Restaurant.


    Bedingung ist, dass Isa 4 Wochen zusammen mit ihrer Mutter im Seestern kochen muss, bevor sie dann das Restaurant verkaufen darf. Man merkt direkt, was hinter dem letzten Willen der Oma steckt. In Isa steckt viel Wut und das liest man auch oft. Da hat man so seine Schwierigkeiten sie vielleicht einige Mal zu verstehen. Bzw ihre Wut und ihre Gedanken.


    Doch mit jedem Kapitel wuchs Isa mir mehr ans Herz und ich lernte sie zu verstehen. Ich mochte sie dann wirklich sehr gerne. Dieses Buch hat wirklich Spaß gemacht beim Lesen und auch die Kulissen waren so schön. Ich mochte den Roman wirklich sehr und vergebe daher 4 Sterne!

    Hyperventilea

    Beiträge 23
    18.03.2021

      Manchmal muss man weggehen, um wieder zu kommen

      Isa lebt in London, wo sie es als Köchin in der Spitzengastronomie sogar zu einem Stern gebracht hat. Die junge Frau kehrt nach Jahren zur Beerdigung ihrer Großmutter Luise in ihr Heimatdorf Nodernby, einem ruhigen Örtchen an der Schlei, zurück. Luise hat Isa ihren Gasthof, den „Seestern“ vererbt. Isa plant eigentlich, diesen sofort zu verkaufen - der Bürgermeister von Nordernby hat ihr bereits ein Kaufangebot unterbreitet- und schleunigst wieder nach London zu ihrem Verlobten Henry zurückzukehren. Wäre da nicht Luises letzter dringender Wunsch, dass Isa mit ihrer Mutter Jette im Dorfkrug vier Wochen lang gemeinsam am Herd steht und das Gasthaus noch einmal richtig zum Brummen bringt... Isa zögert, Luises Willen in die Tat umzusetzen. Sie hat seit Jahren nämlich kein Wort mehr mit ihrer Mutter Jette gesprochen, die Isa als Kind verließ und sie bei ihrer Großmutter aufwachsen ließ. Aber da sind ja auch noch Omas Freunde Tim, Meta und Momme, die alles daran setzen, dass der Dorfkrug erhalten bleibt.

      Autorin Inken Bartels schreibt unkompliziert und klar. Ich hatte keine Schwierigkeiten, mich sofort in die Geschichte hineinzudenken.
      Gut gefallen haben mir die vor jedes Kapitel gestellten unterschiedlichsten Zitate berühmter Persönlichkeiten zum Thema „Essen“. Da kommt Bart Simpson genauso zu Wort wie Wilhelm Busch.

      Isa hatte eigentlich nicht geplant, längere Zeit in Nordernby zu verbringen. Innerlich hat sie sich vom Dorf verabschiedet. Anfangs blickt sie ziemlich arrogant auf die Dorfbewohner herunter, macht den Eindruck, als halte sie sich für etwas Besseres. Ihrer Mutter Jette gegenüber gibt sie sich ebenso unversöhnlich. Die Dorfbewohner sind von Isa Anwesenheit zunächst nicht ausnahmslos begeistert. Sie machen Isa Vorwürfe, Luise im Stich gelassen zu haben. Doch für die meisten Nordernbyer gehört Isa nach wie vor dazu. Sie halten trotz aller Differenzen zu ihr. Allen voran Isas Jugendfreund Tim, der sie sie einfühlsam unterstützt und ihr stets zuhört oder Omas Freundin Meta, die es faustdick hinter den Ohren hat, vor Erpressung nicht zurückschreckt, aber durch ihr ganz großes Herz besticht. Ebenso der treue Momme mit seiner kühlen norddeutschen, etwas schnoddrigen Art. Auch wenn sich Isa und die Dorfbewohner durchaus manchmal etwas sensibler und mitfühlender verhalten hätten können, fand ich die meisten Figuren liebenswert und recht sympathisch. Und dann tritt auch noch Jette auf den Plan, die immer fortzulaufen scheint, nie sesshaft werden möchte, die ich aber im Laufe der Handlung immer besser verstand.
      Lediglich der Bürgermeister wirkt sehr unangenehm und nimmt immer wieder die Rolle des für Unruhe sorgenden „Bösewichts“ ein.


      Erzählt wird auf ruhige Weise, dass man manchmal weggehen muss, um (wieder) anzukommen und dass man immer seine Heimat in sich trägt, auch wenn einem das gar nicht bewusst ist. Die Geschichte ist vorhersehbar, ohne Zweifel. Aber Überraschungen hätte ich mir auch gar nicht gewünscht. „Der kleine Gasthof an der Schlei“ ist ein rundum netter, zuckersüßer Wohlfühlheimatroman der kurzweilige, leichte Unterhaltung bietet. Hervorragend geeignet, um schlechte Gedanken zu vertreiben. Und nebenher lässt er von der idyllischen Landschaft der Schlei und leckerem Essen träumen, nicht von exquisiter Kochkunst mit Sternen, sondern von ganz bodenständiger Hausmannskost. Die schmeckt doch meistens am besten.

      Hermione

      Beiträge 38
      16.03.2021

        Nette Unterhaltung, aber auch nicht mehr:

        Isa ist seit Jahren beruflich in London als Spitzenköchin tätig, als sie wegen der Beerdigung ihrer Oma in das Heimatdorf an der Ostsee zurückkehrt. Das Testament kommt für Isa sehr überraschend, denn sie soll Omas altem Gasthof zusammen mit ihrer Mutter Jette – zu der sie seit langem keinen Kontakt mehr hat – neues Leben einhauchen.
        Kann das mit den beiden Frauen überhaupt gut gehen?


        Meine Meinung:
        Die Geschichte fand ich recht vielversprechend, denn es ging um Familiengeheimnisse, gutes Essen, Liebe und um einen schönen Ort an der Ostsee mit Urlaubsflair. Allerdings hat die Geschichte meines Erachtens nicht ihr ganzes Potential ausgeschöpft. Die handelnden Personen waren anfangs nicht sehr sympathisch, sondern sehr borniert. Die Handlung war insgesamt eher vorhersehbar und ohne große Überraschungen. Sie plätscherte eher vor sich hin.
        Insgesamt fehlte mir leider ein wenig der Tiefgang.

        Gut gefallen haben mir die Anspielungen auf verschiedene kulinarische Genüsse und Highlights vor Ort in Nordernby, z.B. spezielles Craft Beer etc.

        Somit hatte ich ein paar nette Stunden mit einer kleinen unterhaltsamen Geschichte.


        Fazit:
        Der Roman war nett und hat mir ein paar nette Wohlfühlstunden geschenkt, ich hätte mir insgesamt aber noch mehr Tiefgang bzw. einen weniger vorhersehbaren Spannungsbogen gewünscht.

        Anni.Booklover

        Beiträge 4
        10.03.2021

          Der Schreibstil der Autorin ist einfach großartig. Sie lässt mich sofort in die Geschichte eintauchen.

          Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht lesen, so das die Seiten nur so an mir vorbei geflogen sind.
          Die Orte der Handlung und vor allem der zeitgeschichtliche Rahmen wird von der Autorin sehr bildreich beschrieben. Dies und die von ihr sehr gekonnt dargestellten Charaktere machen das Lesen zum Vergnügen.

          Die Autorin schafft es mit ihren Worten gekonnt die Stimmung der Zeit dem Leser nahezubringen.

          Es wird dem Leser somit sehr leicht gemacht, sich in die Geschichte ein zu denken und diese mit zu verfolgen. Es war mir daher unmöglich das Buch aus der Hand legen bevor ich nicht wusste wie es Endet.

          Fazit:
          Ich kann das Buch allen Empfehlen die eine spannende und berührende Geschichte Suchen.

          Nanas Bücherstube

          1 Beitrag
          17.02.2021

            Das kleine Gasthaus an der Schlei ist ein heiter, beschwingter, leichter Roman, der die emotionale Bindung zwischen Mutter und Tochter, aber auch der Heimat sehr gut widerspiegelt. Auf über 360 Seiten schafft die Autorin eine heimelige Atmosphäre, die mit interessanten Zitaten aus der Welt des Essens und des Kochens gespickt ist. Die Protagonisten harmonieren perfekt und auch die einzelnen Szenen und Situationen wirken authentisch und nachvollziehbar. Ich fühlte mich durchgängig gut unterhalten und würde mich über einen Nachfolgeband sehr freuen.

            Vielleserin

            Beiträge 68
            17.02.2021

              Das Rezept zum Glück: drei Generationen, drei Köchinnen und ein familiärer Landgasthof ---
              Nur widerwillig reist Sterneköchin Isa Petersen von London in ihren verschlafenen Heimatort in Schleswig-Holstein. Die geliebte Oma hat ihr den kleinen Dorfkrug vermacht. Hier in der Küche vom "Seestern" ist Isa zwischen Töpfen und Pfannen groß geworden. Denn Mutter Jette hat die Familie früh verlassen. Jetzt sollen die beiden Frauen gemeinsam am Herd stehen und den letzten Willen der Oma erfüllen. Aber es kracht gewaltig zwischen ihnen. Nur mit der Hilfe von Isas altem Schulfreund Tim haben sie eine Chance, den kleinen Gasthof zu neuem Leben zu erwecken. Und Isa bekommt eine Ahnung davon, dass sich das Glück manchmal dort versteckt, wo man es am wenigsten erwartet ... (Klappentext)

              Dieser heitere, aber auch emotionale Roman hat mich sehr schnell in den Bann gezogen. Der Schreibstil ist locker, leicht, klar und deutlich und vor allem sehr bildgewaltig. Trotzdem wird die Spannung zwischen den Generationen gut hervorgebracht. Ich war schnell mitten dabei und habe fast alles hautnah erlebt. Die Handlung ist glaubwürdig, gut nachvollziehbar und logisch aufgebaut. Die Handlungsorte, vor allem den Dorfkrug sah ich sehr real vor meinem geistigen Auge. Die Spannung war von Anfang an gegeben. Toll fand ich die Rezeptübersicht am Ende des Buches.

              Maya Rottenmeier

              Beiträge 29
              16.02.2021

                Manchmal wird es Zeit für emotionale Modernisierungsmaßnahmen, deren Wurzeln fest in uns verankert sind.

                Um was es geht:
                Isa hat den alten Dorfkrug ihrer verstorbenen Oma geerbt. Die Reise dorthin führt sie tief in die Vergangenheit und bricht nie vollständig verheilte Wunden auf. Was sich für Isa wie ein Abschluss anfühlt, kann der Beginn von etwas Neuem sein. Wird sie die Kraft haben, sich ihren dunkelsten Ängsten zu stellen?

                Hier tummeln sich einige Figuren:
                Isa Petersen ist Sterneköchin und lebt in London. Ursprünglich stammt sie aus dem kleinen Dorf Nordernby in Schleswig-Holstein. Im Dorfkrug hat sie sich früher zusammen mit ihrer Oma Luise in der Küche „Seestern“ ausgetobt und die leckersten bodenständigsten Mahlzeiten gezaubert. Heute ist sie überzeugt, es anders als ihre Oma machen zu müssen. Im Rückblick auf alte Koch-Erinnerungen fühlen sich Omas Gerichte für Isa rückständig und festgefahren an. Sie ist ein natürlicher Typ, der engagiert seine Ziele verfolgt. Leider verliert Isa das Wesentliche aus den Augen.

                Tim ist Isas alter Schulfreund und immer für Isa da. Er hat vor einigen Jahren München den Rücken gekehrt und ist wieder zurück nach Nordenby gekommen. An ihm hat mir sein unerschütterlicher Humor gefallen und das er in sich ruht. Tim ist angekommen und das springt mir aus jeder seiner Zeilen entgegen. Ein tolles Gefühl, das ich beim Lesen absolut genieße.

                Weitere charmante Figuren:
                Mutter Jette kocht ebenso leidenschaftlich wie ihre Tochter Isa. Sie wirkt gehetzt, unglücklich aber sehr sympathisch. Dann ist da der raubeinige und herzliche Momme, mit seiner unvergleichlichen Mutter Meta, die stets einen Flachmann mit sich herumträgt und einige weitere gelungene Nebenfiguren.

                Die Umsetzung:
                Der Schreibstil liest sich flüssig, gehaltvoll und bildhaft. Die spröde Art und Wortkargheit der Nordlichter spiegelt Bartels gekonnt wider. Sie verliert nie den Blick für das Wesentliche und so liest sich das Buch rund. Ein Highlight sind die liebevoll gestalteten Kapitelanfänge, die mit passenden Zitaten untermalt sind und mich Lächeln lassen. In der Geschichte stecken unzählige Geheimnisse, deren Aufdeckung mir viel Lesespaß bereiten. Es gelingt mir sofort, mich in Isa hinein zu fühlen, und so begegne ich Jette reserviert, doch das hält sich nicht lange.

                Im Vordergrund steht die Beziehungen von Isa und ihrer Mutter Jette, die zum Beginn des Buches praktisch nicht existent ist. Die anbandelnde zarte Lovestory verblasst etwas, aber das macht die Autorin mit dem Kern der Geschichte wett. Sie schildert die Geschehnisse aus Sicht der 3. Person, von Jette und Isa. Das starke Grundgerüst bietet den Nebensträngen den nötigen Halt, um sich unaufdringlich daran entlang zu ranken. Sämtliche Sinne werden bei mir angesprochen und die Thematik des Kochens lässt aufgrund des bildhaften Schreibstils mir mehr als einmal das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Liebe zum Kochen spüre ich in jeder Zeile.

                Für meinen Geschmack kommt das Ende etwas abrupt.

                Mein Fazit:
                Bartels überrascht und verwöhnt mich gleichermaßen. In Nordernby fühle ich mich sofort wohl. Ich verliebe mich in seine Bewohner und den Dorfkrug samt Seestern, dass ein Haus mit Charme und unzähligen Erinnerungen ist, die das Leben der Dorfgemeinschaft ausmachen. Das Buch erinnert mich augenblicklich an die Filme mit Polizeihauptmeister Krause mit seinen liebenswerten Schwestern und es versprüht mindestens genauso viel Flair und Wohlfühlatmosphäre. Bartels gelungenes Setting vermittelt mir ein vertrautes Gefühl für das entzückende Dorf und die Umgebung. In „Der kleine Gasthof an der Schlei“ geht es um verpasste Chancen und Fehler, die nur schwer gutzumachen sind und natürlich um die Liebe. Am Ende erwarten mich leckere Rezepte die ich ausprobieren werde.

                Von mir erhält „Der kleine Gasthof an der Schlei“ 4,5 liebenswerte Sterne von 5 und eine absolute und unbedingte Leseempfehlung. Wo keine halben Sterne möglich sind, runde ich auf.

                kerstin2601

                Beiträge 66
                28.01.2021

                Sterneköchin kommt zurück zu ihren Wurzeln von der pulsierenden Großstadt London in ein Provinzkaff an der Schlei.
                Im Landgasthof der Familie soll sie, zusammen mit der lange schon entfremdeten Mutter, am Herd stehen.
                Das sorgt natürlich für Spannung, Konflikte und Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und Vergangenheit.
                Toller Roman, sehr gelungen!