Isabel Beto

Korallenfeuer

«Du gehörst mir. Weil du der wichtigste Mensch für mich bist.»
Nichts wünscht sich Noëlle sehnlicher, als einmal diese Worte zu hören. Doch jemand anderem zu gehören, ist für sie grausame Wirklichkeit: Sie ist Sklavin auf der Seychellen-Insel Mahé. Als Heilerin hat Noëlle sich Respekt erworben, aber Nähe spürt sie nur zu ihrem geliebten Onkel. Als dieser schwer verletzt wird, ist Noëlle verzweifelt. Ihre einzige Hoffnung: der Schiffsarzt der Fregatte, die gerade vor Mahé ankert. Dieser Mann löst etwas aus in Noëlle – etwas Tiefes und Dunkles. Sie ahnt nicht, was er verbirgt. Was ihn zwingt, ein Leben ohne Vergangenheit zu führen.


Autorenbild Foto von Isabel Beto

Die  Autorin

Isabel Beto arbeitete als Malerin, bevor sie anfing zu schreiben. Die Farben Südamerikas haben sie schon immer besonders fasziniert, und sie liebt es, ganz in ihren Geschichten und Bildern abzutauchen und so fremde, exotische Welten erleben zu können.


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Rezensionen

sommerlese

Beiträge 87
2 Antworten 30.09.2017

Vor dieser herrlichen Kulisse des Indischen Ozeans hat mich Isabel Beto mit der schicksalhaften Geschichte um die Sklavin Noëlle gefangen genommen. Einerseits ist man bezaubert von der traumhaften Landschaft dieses Tropenparadieses und kann von den Schilderungen der Farbenpracht der Pflanzenwelt, der weißen Sandstrände und den vielen exotischen Obstsorten nicht genug bekommen. Andererseits war diese Zeit geprägt von der grausamen Sklaverei unter französischer Kolonialherrschaft und die drastischen Strafen werden im Roman deutlich gezeigt. So läuft auch Noëlle auf unglückliche Weise von einem Unglück ins nächste. Thierry erkennt die Ungerechtigkeit der Anklagen und versucht, ihr beizustehen.


Bei diesem Roman hat die Autorin ausgezeichnet recherchiert und dabei sowohl den politischen, als auch den geschichtlichen Hintergrund interessant in die Handlung eingebaut.
Einige Charaktere waren authentische Personen, andere wurden für die Romangeschichte fiktiv hinzugefügt.

Isabel Beto zeigt neben der damaligen medizinischen Versorgung, auch die harte Bestrafung der Sklaven, die gesellschaftlichen Konventionen und auch das Leben der "Weißen" mit dienstbaren Geistern zur damaligen Zeit.

Die Protagonisten wirken sehr authentisch und zeigen viele charakterliche Züge. Besonders sticht hier
Noëlle hervor, sie ist eine sympathische junge Frau, die sich eine Familie wünscht, aber als Sklavin froh ist, bei gutmeinenden Herrschaften zu dienen. Sie ist eine Kämpfernatur und macht sich damit auch Feinde.
Thierry, im Roman als Seth geführt, ist ein warmherziger und hilfsbereiter Mann, der als Arzt den Menschen helfen will, egal, ob es sich um Sklaven oder die Herrschenden handelt. Er trägt ein Geheimnis mit sich, was der Handlung einen interessanten Aspekt verleiht. Seine wahre Identität ist problembehaftet und er ist auf der Flucht vor seinen Gedanken oder ungeahnten Verfolgern.
Dass sich die Beziehung der beiden Hauptprotagonisten erst allmählich entwickelt, hat mir gut gefallen. Wie sie die Schwierigkeiten gemeinsam bestehen ist fesselnd zu lesen.


"Korallenfeuer" hat mich gedanklich auf eine landschaftlich traumhafte Insel in schwierigen Zeiten versetzt und ich habe neben etwas Fernsucht auch Abenteuer miterleben können. Dieser historische Roman ist genau das Richtige, um sich mit menschlichen Schicksalen fesseln und mit der schönen Landschaft gut unterhalten zu lassen.

  • heidi_59

    Beiträge: 36
    12.02.2018

    Eine tolle Rezi die Lust auf das Buch macht . Danke für Dejne Vorstellung :)

  • Angela Busch

    Beiträge: 12
    08.11.2017

    Sehr schön liest sich Deine Rezension. Ich habe das Buch auch vor einigen Jahren gelesen und das Buch fand ich auch sehr fesselnd...
    LG Angela

Tiara

Beiträge 14
eine Antwort 25.10.2016

Inhalt:
Noelle lebt auf der Seychellen-Insel Mahe. Sie ist zwar eine Sklavin, doch ist sie auch eine Heilerin und wird somit respektvoller behandelt.
Aber trotzdem fühlt sie sich sehr alleine und hat nur ihren über alles geliebten Onkel.
Als dieser eines Tages schwer verletzt wird, hofft Noelle auf den Schiffsarzt Seth, der gerade auf der Insel angekommen ist.
Doch merkt sie sehr schnell, dass er ein Geheimnis hat.....

Meine Meinung:
Wie in den beiden anderen Romanen der Autorin, bekommt der Leser auch hier wieder wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, die einem das Gefühl vermitteln, sich selber gerade dort zu befinden.
Auch die Charaktere fand ich wieder sehr ansprechend.
Noelle war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist eine Mischlingssklavin und genießt als Heilerin einen gewissen Ruf. Sie vergißt aber manchmal trotzdem ihr Sklavendasein, nimmt sich ziemlich viel heraus und ist daher bei manchem nicht immer gern gesehen.
Auch Seth mochte ich wegen seiner warmherzigen Art sehr gerne.
Für ihn sind als Arzt alle gleich angesehen, egal ob Sklave oder höhere Herrschaft. Das hat ihn sofort für mich eingenommen.
Doch leider zwingt ihn seine Vergangenheit eine andere Identität anzunehmen.
Seth und Noelle befinden sich oft in ausweglosen Situationen und man ist gespannt, ob und wie sie sich aus der Misere befreien können.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und flüssig. Es dauert zwar etwas, bevor die Handlung in Schwung kommt, was aber überhaupt nichts macht, denn die tollen Beschreibungen von Land und Leuten versetzen einen in Urlaubsstimmung.
Ab der Hälfte jedoch, steigert sich die Spannung ständig, man kann das Buch nicht mehr weglegen und will nur noch wissen, wie die Geschichte ausgeht.
Das Ende war für mich gut durchdacht und hat mir sehr gut gefallen.
Ich vergebe 5/5 Sternen und freue mich schon auf ein neues Buch der Autorin.

  • sommerlese

    Beiträge: 87
    30.10.2017

    Mir hat dieser Roman auch ausgesprochen gut gefallen. Die ganze Atmosphäre ist so voller Naturschönheiten und die Handlung setzt mit Spannung und Emotionen noch eins drauf. Meistens sind solche Romane sehr kitschig und gefühlslastig, doch dieser hat mich vollends überzeugt.

Viola

Beiträge 12
07.08.2017

    Interessante Vergangenheit der Seychellen

    Dieses Buch hat mir so gut gefallen, weil ich mir vorstellen kann, dass es damals auf den Seychellen und anderen Inseln dort wirklich so war. Die Menschen lebten dort eigentlich im Paradies - die Weißen mehr, die Schwarzen weniger - und hatten nicht viel Lust, sich mit der großen Weltpolitik zu beschäftigen. Letzlich war es ihnen egal, ob die Insel französischer oder englischer Besitz war. Sie lebten ein zufriedenes Leben und waren sich selbst genug. Genau das zeichnet der Roman wunderbar nach und es könnte genauso gewesen sein, wie es das Buch beschreibt.

    Der Anfang des Buches spielt 1790 in London, dann geht es 1811 weiter auf Mahe, der Hauptinsel der Seychellen. Alleine die wunderbar beschriebene Umgebung und die liebevollen Schilderungen haben mir Lust gemacht, immer weiter zu lesen. Erst am Ende wendet sich das Blatt und Noelles Geheimnis wird offenbar. Es ist alles ganz anders wie gedacht und man wünscht ihr Glück auf ihrem weiteren Lesen. Das Ende ist nicht offen, ließe aber einen Fortsetzungsband zu, über den ich mich sehr freuen würde.

    Besonderes Highlight war für mich die Erklärung, was es mit dem Titel "Korallenfeuer" auf sich hat. Und da wurde dann auch ein Bezug zum Prolog hergestellt. Sehr gut gemacht, eine schöne Idee.

    Dreamworx

    Beiträge 21
    21.10.2015

      Liebe und Schmerz im Südseeparadies

      1811 auf den Seychellen. Die Sklavin Noëlle lebt und arbeitet als Köchin im Dienst der einflussreichen Familie Hodoul auf der Insel Mahé. Zudem hat sie sich als Heilerin ein gewisses Ansehen im Hospital und bei den Menschen erworben, was der Inselarzt Emmanuel Poupinel aufgrund seiner Liebe zum Alkohol nicht von sich sagen kann. Als Noëlles Onkel Hugo sich den Arm schwer verletzt, macht sie sich kurzerhand auf den Weg zu dem gerade eingelaufenen französischen Schiff und bittet den Schiffsarzt Thierry Carnot(Seth) um Hilfe. Carnot operiert ihren Onkel und übernimmt auch weitere Behandlungen im Hospital, solange sein Schiff vor Anker liegt. Dabei kommen sich er und Noëlle immer näher, wobei die junge Sklavin sich sicher ist, dass ihn ein Geheimnis umgibt, das er gut zu schützen weiß. Gleichzeitig wächst unter den Einwohnern der Insel die Unruhe. Wird es Noëlle gelingen, Thierrys Geheimnis zu erfahren? Was wird aus den beiden werden?

      Isabel Beto hat mit ihrem wunderschönen Roman „Korallenfeuer“ ihr drittes Buch vorgelegt und wieder einen Volltreffer gelandet. Der Schreibstil ist herrlich flüssig, gleichzeitig bildhaft und farbensprühend. Schon ab der ersten Seite reist der Leser gedanklich an exotische Orte und sieht die Landschaft, die Pflanzen- und Tierwelt regelrecht vor sich, so gut sind die Beschreibungen. Man riecht den Duft von Salzwasser und fremdartigen Blumen und fühlt die Sonne auf der Haut, während man liest. Man wird regelrecht ins Buch gesogen und fliegt durch die Seiten. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und den politischen und geschichtlichen Hintergrund in ihre Romanhandlung eingeflochten. So gibt es in diesem Buch einige Charaktere, die auch in der realen Welt gelebt haben. Gleichzeitig beschreibt Isabel Beto die damalige medizinische Versorgung, die Bestrafung der Sklaven und auch die gesellschaftlichen Regeln der damaligen Zeit.

      Die Protagonisten sind sehr vielschichtig angelegt und überzeugen durch ihre Authentizität. Noëlle ist eine sympathische junge Frau, die seit ihrer Geburt mit Ablehnung zu kämpfen hat. Sie hat sich durch ihre Arbeit als Heilerin Respekt erworben. Noëlle ist liebenswert, sich aber auch ihrer Stärke bewusst, was ihr nicht nur Freunde macht. Thierry/Seth ist ein warmherziger und hilfsbereiter Mann. Er liebt seinen Beruf und macht bei den Menschen keine Standesunterschiede. Gleichzeitig ist er eine geplagte Seele, zerrissen in seiner Identität und immer auf der Flucht, sowohl in Gedanken als auch in der Wirklichkeit. Die Beziehung der beiden Hauptprotagonisten ist erst zart und entwickelt sich im Laufe des Romans immer mehr. Dabei verändern sich auch ihre Charaktere, was sehr schön zu beobachten ist.

      „Korallenfeuer“ sprüht voller Farben, Exotik und Liebe, aber auch Leid und Schmerz sind Thema in diesem Roman. Ein einfühlsames Buch, das den Leser in eine andere Welt entführt und für Stunden die Realität vergessen lässt. Alle Freunde von historischen Liebesgeschichten werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Einfach wunderbar!

      nicigirl85

      Beiträge 8
      20.07.2015

        Freiheit ist das höchste Gut…

        Die Geschichte spielt Anfang des 19. Jahrhunderts auf der Seychellen- Insel Mahé. Noëlle ist das Ergebnis einer Liebelei zwischen einer Weißen und einem schwarzen Sklaven, aber ihre helle Haut schont sie nicht davor eine Sklavin zu sein. Doch dann taucht eines Tages der gutaussehende Schiffsarzt Thierry Carnot auf, der ihr Leben von Grund auf verändert, denn dieser junge Mann bewegt etwas in ihr. Aber warum verhält er sich immer so komisch als wäre er auf der Flucht? Birgt er etwa ein Geheimnis?

        Der Autorin gelingt es mit dieser Geschichte den Leser in ein Paradies zu führen, welches gar keines ist. Mir haben vor allem die bildhaften Landschaftsbeschreibungen gefallen, da möchte man sofort in den Urlaub hin verreisen. Ansonsten ist die Erzählweise sehr gemütlich, das Geschehen kommt nur langsam ins Rollen, aber das braucht der Roman auch um die Atmosphäre und die Personen einen nahe zu bringen.

        Noëlle ihr Schicksal weiß zu fesseln und man fühlt und leidet mit ihr. Die Liebesgeschichte kommt mit leisen Klängen daher, bei der man das Prickeln förmlich spüren kann.

        Ich finde besonders gelungen, dass hier die Geschichte eines Landes näher beleuchtet wird, über das ich bisher noch nichts gelesen habe, denn einige handelnde Protagonisten gab es auch im wirklichen Leben. Auch die Sklaverei wird thematisiert ohne etwas zu beschönigen.

        Etwas gewöhnungsbedürftig empfand ich die Schilderungen der Krankheiten und den ärztlichen Behandlungsmethoden, aber genau das versetzt einen erst in die richtige Zeit.

        Fazit: Um sich in eine andere Welt und in eine andere Zeit träumen zu können der ideale Roman. Ich empfehle ihn gern weiter.

        Susanne

        Beiträge 26
        23.07.2014

          Toller Historischer Roman, der den Leser auf die Seychellen entführt, mit viel Spannung, Abenteuer und Romantik

          Anfang des 19. Jahrhunderts: Noëlle ist auf der Seychellen-Insel Mahé geboren und aufgewachsen. Kurz nach ihrem dreizehnten Geburtstag erhält sie das Brandzeichen, wie alle Sklaven, denn sie ist das Eigentum des früheren Korsaren Jean-François Hodoul. Er hat sich mit seiner Frau auf der kleinen Insel, die zu den französischen Kolonien gehört, niedergelassen und dort sein persönliches Paradies gefunden. Die Hodouls behandeln ihre Bediensteten freundlich, und so gesehen hatte Noëlle Glück mit ihren Herrschaften, denn die meisten Sklaven leiden sehr, werden von ihren Besitzern unterdrückt und misshandelt. Noëlle unterscheidet sich aber auch sonst von ihnen, denn sie hat hellbraune Haut. „Zu viel Milch im Kaffee“, wie ihr Herr es nennt, denn sie ist die Tochter einer Weißen und eines farbigen Sklaven.

          Noëlle ist eine begnadete Köchin, und hilft auch als Heilerin in der kleinen Klinik der Insel. Als sich jedoch ihr Onkel Hugo schwer verletzt, ist sie ratlos. Ihre einzige Hoffnung, den alten Mann zu retten, ist der Schiffsarzt der französischen Fregatte, die gerade am Hafen von Mahé vor Anker gegangen ist. Thierry Carnot hilft gerne. Aber er hat etwas an sich, was die junge Frau verunsichert, und doch fühlt sie sich gleichzeitig zu ihm hingezogen. Sie wird nicht schlau aus dem verschlossenen Mann, der immer den Eindruck hinterlässt, als würde er vor etwas auf der Flucht sein. Die Zusammenarbeit in der Klinik bringt die beiden einander näher, wirft aber auch viele Fragen auf. Welches Geheimnis mag der attraktive Arzt verbergen? Als Noëlle sich ihrer Gefühle zu Thierry klar wird, spürt sie, dass die wachsende Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht, aber könnte ihre Liebe wirklich eine Zukunft haben?

          Die ausführlichen und schönen Beschreibungen der kleinen Seychellen-Insel Mahé hören sich wirklich paradiesisch an. Am liebsten würde man sofort seinen Koffer packen, wenn man von traumhaften Stränden und der exotischen Flora und Fauna liest. Umso stärker wird einem die Unfreiheit der Eingeborenen bewusst, die im Zuge der Kolonialisierung durch die Franzosen in diesem Idyll leben und dabei der Willkür ihrer Herren ausgesetzt sind. Egal ob schuldig oder unschuldig, bestraft wird immer der Sklave. Zwar nimmt Noëlle eine Sonderstellung unter den Sklaven ein, was ihr keine Sympathien beschert, aber sehr schnell wird klar, dass es auch um das Schicksal der jungen Frau nicht besser bestellt ist als bei ihren Leidensgenossen.
          Die sich entwickelnde Beziehung zu dem Schiffsarzt ist eine sehr mutige Geschichte, bei der ich anfangs skeptisch war, ob sie funktionieren könnte. Die Annäherung und beginnende Freundschaft zwischen der Sklavin und dem Arzt sind wohl nur möglich, weil auch Thierry in seinem Leben schon viel Unterdrückung und Unrecht zu spüren bekam.
          Gut hat mir gefallen, dass die Schilderung der Charaktere nicht einseitig verläuft. Auch die sympathischen Protagonisten werden nicht als die unfehlbaren Helden dargestellt, denn auch Thierry Carnot muss zugeben, dass er in der Vergangenheit schon Sklaven geschlagen hat, und auch er ist in vielen Angelegenheiten machtlos, weil die humanitäre Einstellung damals eine völlig andere war. Dieses Eingeständnis lässt ihn menschlich und glaubhaft erscheinen. Sehr realistisch werden auch die Lebensbedingungen der französischen Kolonialherren dargestellt, denn hier, in der Fremde, hat sich eine ganz eigene Lebensart entwickelt, die aus der Not heraus entstanden ist, dass Luxusgüter Mangelware und manche Dinge des täglichen Bedarfs nur selten oder gar nicht verfügbar waren. Die Beschreibung von mondänen Abendroben der Herrschaften, kombiniert mit von Sklaven hergestellten Palmblattschuhen, hat mir so manches Schmunzeln entlockt.

          Die Autorin hat viel Historisches in ihren Roman eingebracht, denn einige der beschriebenen Charaktere haben wirklich gelebt, beispielsweise Jean-François Hodoul oder Gouverneur Quincy, und auch so manches Ereignis hat damals in ähnlicher Weise stattgefunden.
          Egal, von welchen Erwartungen an den Roman ich ausgehe, sie wurden für mich alle erfüllt. Einerseits ist es ein historischer Roman, dem man anmerkt, dass ihm gründliche Recherchearbeit vorausgegangen ist. Man erhält auch eine recht plastische Vorstellung der damaligen medizinischen Praktiken, und die Behandlungsformen sind beeindruckend, wenngleich auch sehr abschreckend für uns heutzutage.
          Zugleich ist es aber auch eine romantische Geschichte, bei der die Fans des Genres „Love and Landscape“ auf ihre Kosten kommen. voller Romantik, Spannung und Abenteuer und das alles in einer traumhaften, exotischen Kulisse. Bis zum Schluss bangt man mit den Protagonisten, denen das Schicksal teilweise recht hart mitspielt. Der Roman hat kein „klassisches Happy End“. Es bleiben noch einige Fragen offen, was das Schicksal und die Zukunft von Thierry und Noëlle angeht. Man muss ein wenig zwischen den Zeilen lesen, denn alles Wichtige wurde geklärt oder angedeutet, und die Einzelheiten kann jeder für sich in Gedanken ausmalen und hoffen.
          Noch ein Wort zum Cover, bei dessen Betrachtung man ins Träumen gerät. Der Strandabschnitt, mit dem Segelschiff und den Felsen im Hintergrund, in das warme Licht des Sonnenuntergangs getaucht, ist so stimmungsvoll und plastisch dargestellt, dass man sich dorthin wünscht und fast meint, die Füße in die Gischt halten und darin kühlen zu können. Was könnte besser als Urlaubslektüre für die kommenden Sommerferien geeignet sein?