Jilliane Hoffman

Insomnia

Sein Kopf fühlt sich an, als sei er in einen Schraubstock gezwängt. Er kann nicht essen, er kann nicht schlafen. Dann kehren die bösen Gedanken zurück. Und es gibt nur eines, was er tun kann, um sie loszuwerden ...
Verstört und mit Schnittwunden übersät taumelt Mallory Knight in eine Biker-Bar in Süd-Florida. Zwei Tage lang war die 17-jährige Schülerin spurlos verschwunden. Sie behauptet, dem „Hammermann“ entkommen zu sein, einem Serienkiller, der bereits über ein Dutzend Teenagermädchen entführt und mit seinen schrecklichen Werkzeugen zu Tode gequält hat. Aber als Special Agent Bobby Dees Mallory befragt, verstrickt sie sich in Widersprüche. Kurz darauf wird ein weiteres Mädchen vermisst, und Mallory muss erkennen, dass ihre Aussage fatale Folgen hat ...


Autorenbild Foto von Jilliane Hoffman

Die  Autorin

Jilliane Hoffman war Staatsanwältin in Florida und unterrichtete jahrelang im Auftrag des Bundesstaates die Spezialeinheiten der Polizei – von Drogenfahndern bis zur Abteilung für Organisiertes Verbrechen – in allen juristischen Belangen. Ihre Thriller «Cupido», «Morpheus», «Vater unser», «Mädchenfänger», «Argus» und «Samariter» waren allesamt Bestseller.


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Rezensionen

buchverschlingen

Beiträge 36
04.11.2017

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.





Mallory verschwindet nach einer Party spurlos und taucht nach ein paar Tagen zerschrammt wieder auf. Was liegt näher, als alles dem Hammermörder, in dessen Beuteschema Mallory wunderbar passt. Doch dieser wird durch Mallorys Lüge erst auf sie aufmerksam und auf seine Chance sinnt. Als Mallory einen Neuanfang als Callie an der Uni macht, sieht er seine Chance gekommen. Doch jetzt glaubt Mallory niemand mehr. Außer dem jungen Cop und Bobby Dees. Aber der Mörder ist ihnen eine Nasenlänge voraus.





Die Autorin hat hier das alte Gleichnis von Aesop „Der Hirtenjunge und der Wolf“ aufgegriffen und einen spannenden Thriller darum gewebt.


Das Buch ist in 3 Teile gegliedert:



· Mallorys Verschwinden
· Callies Entführung
· Die Jagd



Ist der erste Teil und der Beginn des zweiten Teils noch eher wie ein Psychothriller aufgebaut, geht es bald spannend und „Hofmann“-like grausam weiter. Leider finden sich im Buch nicht ganz so viele schön grausame Szenen wie ich es von der Autorin kenne und mag, aber die Story war durchaus komplex aufgebaut und spannend zu lesen.

Die Protagonistin kam mir allerdings manchmal etwas unüberlegt handelnd vor. Nicht nur ihr Verschwinden im ersten Teil, auch später, im Verlauf der Handlung. Die Studienkosten kamen mir etwas konstruiert vor.



Nichtsdestotrotz ein Buch, das mich wieder sehr gefesselt und mir schöne Lesestunden beschert hat. Die kurzen, spannenden Kapitel rasen nur so vorbei und ehe man es sich versieht hat man schon ein riesen Stück gelesen. Das ist auch Hofmanns Schreibweise geschuldet, die immer sehr flüssig und anschaulich ist. Allerdings bremsen die vielen Abkürzungen und die Erklärungen dazu den Lesefluss leider etwas.



Sehr amüsant fand ich die Anspielung der Autorin auf ein früheres Buch von sich. So etwas entlockt mir immer ein leichtes Schmunzeln.



Insomnia ist der zweite Teil der Reihe um Bobby Dees, den man aber unabhängig vom ersten Band „Mädchenfänger“ lesen und genießen kann.

Rosenmadl

Beiträge 6
20.01.2017

Inhalt:

Mallory Knight, 17 Jahre jung, verschwindet von einer Party und wird seitdem vermisst. Nach nur 2 Tagen taucht sie wieder auf und behauptet von einem Mann entführt worden zu sein. Der "Hammermann", ein Serienkiller, soll es auf sie abgesehen haben.
Agent Bobby Dees befragt die junge Frau und diese verstrickt sich daraufhin immer und immer mehr in Widersprüche. Dass dies fatale Folgen für Mallory haben wird, erkennt sie erst Jahre später.


Meine Meinung:

Selten habe ich einen Thriller gelesen, in dem man sich bis zuletzt nicht ganz sicher sein konnte, wer denn nun der Täter sei. Viele sind schon oft vorhersehbar, doch ganz anders bei "Insomnia". Nicht nur, dass die gesamte Geschichte auch noch andere Aspekte aufwies wie sich nur mit dem Täter zu beschäftigen. Nein, auch die Grundgedanken rund um Mallory und ihr späteres Leben konnten mich fesseln. Das liegt zum großen Teil am Schreibstil der Autorin und ihrem Talent, die Charakter so lebendig darzustellen, dass man sie sich bildlich vorstellen kann. Die Gefühle, das Leiden, die Unsicherheit, die Angst, die unsere Protagonistin mit sich trug, wurden einem als Leser hervorragend übermittelt.

Auch die Spannung, die Thematik, der Plot und der sympathische Agent Bobby Dees tendieren dazu diesen Thriller zu einem Meisterwerk werden zu lassen.

Mein einziger Kritikpunkt liegt darin, dass ich mir einfach schwer vorstellen kann, dass ein junges Mädchen oder junge Frau, die soviel schlimmes und auch eine Vergewaltigung der brutalen Art hinter sich hat, sofort wieder ein normales Leben führen kann. Sich sofort zu verlieben, sich zu küssen und sich die Zukunft rosig auszumalen, nach solchen Erlebnissen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Natürlich möchte man auch in einem Thriller sicher ein Happy End bevorzugen, aber dann doch bitte etwas näher an der Realität.


Fazit:

Fast schon ein Meisterwerk der Autorin. Wie sie gekonnt mit dem Leser spielt und ihn auf die falschen Fährten schickt. Wie sie Charaktere erschaffen lässt, die einem ans Herz wachsen. Wie sie es schafft, dass man seine eigenen Gefühle nicht mehr trauen kann. Wie sie gekonnt die Szenen darstellt, dass man Gänsehaut und Ekel verspürt. Dies alles gehört zu einem fantastischen Thriller und einer ebenso genialen Autorin.

Mir persönlich fehlte ab und an die Realitätsnähe, die authentische Verhaltensweise von Mallory, die doch sehr viel schlimmes erleben musste und aus diesem Grund würde ich gerne einen halben Bewertungspunkt abziehen und diesem durchaus gelungenen Werk ganze

4,5 Sterne

verleihen !

ingrid_esser

Beiträge 26
04.01.2017

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ...

Seit drei Jahren treibt ein Serienmörder im Süden Floridas sein Unwesen. Neun Opfer hat man bisher aufgefunden, alle gleichen einander in bestimmten Merkmalen wie beispielsweise ihrem jugendlichen Alter und ihrer zierlichen Figur. Weil der Täter seine Opfer vor ihrem Tod mit Werkzeugen quält wird er der „Hammermörder“ genannt. Das ist die Ausgangslage im Thriller „Insomnia“ der US-Amerikanerin Jilliane Hoffman.

Je nach Fundort der Leichen sind unterschiedliche Ermittlungsteams zuständig, doch nun soll das Dezernat für Verbrechen an Kindern und Jugendlichen hinzugezogen werden. Special Agent Bobby Dees gehört dem Team seit dreizehn Jahren an. Wer den Vorgängerband „Mädchenfänger“ gelesen hat, kennt den Ermittler bereits. Ich habe das genannte Buch nicht gelesen, hatte aber keinerlei Probleme dadurch, weil die Autorin an entsprechenden Stellen Auszüge der damaligen Geschehnisse schildert, vor allem soweit sie Bobby Dees betreffen.

Insomnia, zu deutsch schlaflos ist der Täter, den ich bereits im Prolog des Buchs kennenlernen konnte. Er leidet unter Kopfschmerzen die erst schwinden, wenn er seine Fantasien auslebt. So scheu wie die Schneeeule deren Augen mich auf dem Cover fixieren, aber genauso aggressiv wie dieses Tier sein kann, agiert der Täter.

Eines Tages taucht in einem Truckstop in Südflorida die 17jährige schwerverletzte, als vermisst gemeldete Mallory Knight auf und behauptet, dass sie vom Hammermörder entführt und vergewaltigt wurde. Bobby Dees betont in einer Unterredung mit Mallory, dass er ihren Schilderungen nicht glaubt. Noch nie ist ein Opfer des Hammermörders lebend wieder aufgefunden worden. Mallory erkennt bald die Folgen ihrer Aussage, die sich fatal auf ihre Zukunft auswirken werden. An dieser Stelle erreicht die Geschichte einen ersten Höhepunkt. Das Motiv des Täters war mir vom Prolog an bekannt und auch die stattliche Anzahl der bisherigen Opfer. Nun hoffte ich darauf, dass Bobby Dees sehr bald schon Licht ins Dunkel bringen kann. Doch stattdessen sprang die Erzählung um vier Jahre in die Zukunft und das Morden ging weiter.

Jilliane Hoffman hat es geschafft, mich über die gelesenen Seiten hinweg bis zum Schluss zu fesseln. Als dann endlich der Fall vor der Klärung steht, stellte ich fest, dass noch nahezu hundert Seiten im Buch folgten. Doch das war nicht nur ein Abspann, sondern hier hielt die Autorin weiterhin den Spannungsbogen und führte ihn zu einem für mich unerwarteten Ende.

Die Geschichte wird aus einer allwissenden Erzählsicht geschildert. Ich fand es gut, dass die Handlungen immer ausreichend begründet wurden. Auf diese Weise wirkte alles realistisch und vorstellbar. Die Autorin hat einen mitreißenden Schreibstil. Sie versteht es, eine unterschwellige Spannung zu erzeugen und damit unangenehme Situationen zu erzeugen aus denen man sich nur durch schnelles Weiterlesen retten kann. Die kurzen Kapitel haben mich nicht in Ruhe verweilen lassen. Jilliane Hoffman bestückt ihre Szenerie mit mehreren potentiellen Tätern. Dazu liefert sie genauso viele Hintergrundinformationen zu den Personen die ausreichen, denjenigen zu verdächtigen. Ihre Charaktere leben nicht alle auf der Sonnenseite. Sie wurden verspottet oder reichten nicht an gewisse Maßstäbe ihrer Eltern heran.

Mich konnte dieser Thriller begeistern und daher gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Leser des Genres.

Igela

Beiträge 14
11.08.2017

    Im Norden Floridas treibt seit 3 Jahren ein Serientäter sein Unwesen. Der "Hammermann" hat es immer auf junge Mädchen abgesehen, die sich im Aussehen ähneln . Schon neun Opfer gehen auf sein Konto, als ebenfalls die 17 Jahre alte Mallory Knight verschwindet. Nach einigen Tagen taucht sie an einem Biker Treff wieder auf und behauptet sie sei vom "Hammermann" gefangen gehalten worden . Special Agent Bobby Dee befragt Mallory und kitzelt eine unglaubliche Geschichte aus ihr heraus. Jahre später studiert Mallory Jura und wird erneut vom "Hammermann" entführt und kann fliehen. Doch niemand glaubt ihr….

    Der Prolog startet aus Sicht des Täters und löst schon Gänsehaut aus. Denn der Hammermann entpuppt sich schon früh als Bestie, dem etliche Täter in anderen Thrillern nicht das Wasser reichen können. Absolut krank seine Beweggründe und Taten. Zudem hat die Autorin für diese Einblicke aus Sicht des Täters die dritte Person als Erzählstil gewählt. Hervorragend gewählt , denn es verstärkt das Grauen noch .

    Die Ermittler sind zahlreich und mir hat etwas der Kopf geschwirrt ob der grossen Anzahl Namen, Grade und Dienststellen. Bis ich alle unwichtigen Nebenpersonen gedanklich aussortiert und mich auf die 2, 3 Hauptermittler konzentriert habe. Ab und zu wird aus der Perspektive von Bobby Dee Bezug auf frühere Fälle genommen, diese Passagen waren mir etwas zu ausschweifend und nicht unbedingt nötig für das Verständnis des jetzigen Falles.

    Überhaupt ist der Schreibstil von Jilliane Hofmann etwas ausschweifend und sehr detailliert. Man muss als Leser darauf gefasst sein, dass man Unwichtiges und Relevantes für die Story, die man liest, in Gedanken sortieren muss. Doch einmal daran gewöhnt, liest sich die Geschichte gut und fliessend.Sehr beeindruckt haben mich die sehr guten Recherchen zum Jurastudium, die auch hier, sehr detailliert beschrieben wurden.So erhält man als Leser Einblick in einige Vorlesungen, die zudem erheiternd , erzählt sind. Oder kann nachvollziehen wie hart Jurastudenten arbeiten müssen.

    Im Fokus stehen zu grossen Teilen des Buches nicht unbedingt die Ermittlungen, sondern das Leben eines Opfers . Erst zum Schluss werden die Ermittlungen in den Mittelpunkt gerückt. Wer nun denkt, dass dies nicht spannend sein kann, muss ich enttäuschen. Nach etwas zähem Start konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

    Frauke Gerdes

    Beiträge 12
    02.02.2017

      Zum Inhalt

      Sein Kopf fühlt sich an, als sei er in einen Schraubstock gezwängt. Er kann nicht essen, er kann nicht schlafen. Dann kehren die bösen Gedanken zurück. Und es gibt nur eines, was er tun kann, um sie loszuwerden ...
      Verstört und mit Schnittwunden übersät taumelt Mallory Knight in eine Biker-Bar in Süd-Florida. Zwei Tage lang war die 17-jährige Schülerin spurlos verschwunden. Sie behauptet, dem „Hammermann“ entkommen zu sein, einem Serienkiller, der bereits über ein Dutzend Teenagermädchen entführt und mit seinen schrecklichen Werkzeugen zu Tode gequält hat. Aber als Special Agent Bobby Dees Mallory befragt, verstrickt sie sich in Widersprüche. Kurz darauf wird ein weiteres Mädchen vermisst, und Mallory muss erkennen, dass ihre Aussage fatale Folgen hat...

      Zur Autorin (Quelle Rowohlt Verlag)

      Jilliane Hoffman war Staatsanwältin in Florida und unterrichtete jahrelang im Auftrag des Bundesstaates die Spezialeinheiten der Polizei – von Drogenfahndern bis zur Abteilung für Organisiertes Verbrechen – in allen juristischen Belangen. Ihre Thriller «Cupido», «Morpheus», «Vater unser», «Mädchenfänger», «Argus» und «Samariter» waren allesamt Bestseller.

      Meine Meinung

      Ich durfte dieses Buch vorab lesen und so habe ich es innerhalb eines Wochenendes verschlungen.
      Hier handelt es sich um den zweiten Band mit FBI Agentin Bobby Dees. Den ersten Band habe ich bisher leider nicht gelesen, dennoch kam ich sehr gut in die Story und habe die Geschichte mit Spannung verfolgt. Bobby Dees ist eine phantastische Hauptfigur, die nicht nur knallhart sondern auch höchst sympathisch ist. Die Story ist absolut brisant. Eine falsche Anschuldigung.....wie oft kommt das vor? Welche Folgen haben solch falsche Verdächtigungen? Man denkt beim Lesen unweigerlich darüber nach.
      Die Geschichte, beginnend mit Mallory Knight, nimmt schnell an Fahrt auf und an kommt nicht umher, viele Verdächtigungen anzustellen. Ich lag bis zum Ende falsch und das kommt ja selten vor. Ich werde nun erstmal den ersten Band lesen, etwas, das ich möglichst schnell nachholen sollte. Dieses Buch wird wohl ab Erscheinungstermin im Januar ein Lesehighlight des Jahres 2017.