Julie Peters

Der vergessene Strand

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft leben.
Es ist nur ein kleines, unscharfes Schwarzweiß-Foto, das all ihre Hoffnungen zerstört. Amelie kann ihrem Zukünftigen nicht verzeihen, dass er bei einem Seitensprung ein Kind gezeugt und ihr nichts davon gesagt hat. Überstürzt macht sie sich auf eine Reise, um Abstand zu gewinnen. In Pembroke, einem Küstenstädtchen in Wales, will sie sich mit den Recherchen für eine Biografie über eine Countess ablenken, die dort vor über hundert Jahren lebte. Pembroke ist Amelie gleich merkwürdig vertraut. Fast hat sie das Gefühl, schon einmal hier gewesen zu sein. Aber die Einheimischen verhalten sich ihr gegenüber seltsam abweisend. Nur der junge Apotheker Dan ist ihr gleich sympathisch. Und bald erkennt sie, dass sie mehr mit Pembroke und der Geschichte der Countess verbindet, als sie ahnte …


Autorenbild Foto von Julie Peters

Die  Autorin

Julie Peters, Jahrgang 1979, war Buchhändlerin und studierte Geschichte, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Heute arbeitet sie als Schriftstellerin und Übersetzerin.


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Rezensionen

Buch_loewin

Beiträge 36
15.08.2019

    Amelie ist verlobt, er geht fremd, sie merkt dass sie jetzt auch noch schwanger ist und wer ihr Vater ist weiß sie auch nicht. Da sie jetzt selbst ein Kind bekommt möchte sie auch mehr über ihre Herkunft erfahren. Da Amelie der ganzen Situation entfliehen möchte und erstmal Abstand braucht, reist sie nach England um bei der Recherche für das Buch das sie schreiben möchte, abzuschalten. In dem Buch geht um eine emanzipierte Frau die Ende des 19. Jahrhunderts lebte. Bei der Rechche stellt sie fest das sie selbst mit der Frau und dem Dorf mehr verbindet als sie ahnte.
    Mir hat das Buch sehr gefallen.

    Capri84

    Beiträge 20
    06.04.2018

      Amelie ist verlobt aber wie sollte es anders sein, ihr Verlobter geht fremd.
      Sie bemerkt ihre Schwangerschaft, ist sich aber nicht sicher, wer der Vater des Kindes ist. Amelie trägt nun ein Kind unter dem Herzen und verspürt plötzlich den Drang, ihre eigene Geschichte aufzuarbeiten. Amelie ist von der ganzen Situation überfordert und entflieht erst einmal alleim, um in Ruhe ihr Buch schreiben zu können. Doch Amelie wird nicht mit offenen Armen empfangen, sondern wird misstrauisch beäugt...

      Mir hat das Buch recht gut gefallen. Zeitweise war es leider etwas langatmig, aber im großen und ganzen hat es sich sehr gut gelesen.

      Bücherfreundin

      Beiträge 46
      12.02.2017

        Der Roman „Der vergessene Strand“ von Julie Peters, der als Taschenbuch im Rowohlt Verlag erschienen ist, verbindet geschickt eine Erzählung, die im Berlin der Gegenwart ihren Ausgangspunkt hat, mit einer Geschichte, die sich vor über 100 Jahren in England ereignete. Der Titel des Buchs passt zum Cover, auf dem ein einsames Häuschen an einem verlassenen Strand steht, gerade so, wie es im Roman auch geschildert wird.

        Die 33-jährige, promovierte Historikerin Amelie schreibt in Berlin seit einigen Monaten an einer Biografie über die englische Adlige Beatrix, die Ende des 19. Jahrhunderts in London lebte und sich manches Mal nicht an die Konventionen ihrer Zeit hielt, genauso wenig wie ihre jüngere Schwester Anne. Amelies Interesse an den beiden Schwestern wurde durch ein Buch geweckt, das sie im Regal ihrer Mutter gefunden hat.

        Eines Tages erhält sie einen Brief, aus dem ihr das Ultraschallfoto eines Babys entgegenflattert. Ihren langjährigen Freund Michael, mit dem sie zusammenwohnt, stellt sie daraufhin zur Rede. Spontan macht sie sich auf zu einer Recherchereise nach Wales, genauer gesagt nach Pembroke. Die Zeit dort möchte sie ebenfalls dazu nutzen, über die Fortsetzung ihrer Beziehung nachzudenken. Ein Haus dort kommt ihr seltsam bekannt vor. Bei den älteren Bewohnern des Städtchens trifft sie auf eine befremdliche Ablehnung. Amelie beginnt Fragen zu stellen und die Antworten bringen sie in ihre eigene Vergangenheit. Sie ist eine stark mit einem eigenen Willen, den sie auch umzusetzen weiß. Vor Ort findet sie in dem Apotheker Dan einen Freund, der ihr hilfreich zur Seite steht, die Beziehung verändert sich. Doch kann es für die beiden eine gemeinsame Zukunft geben oder soll sie Michael verzeihen und zu ihm zurückkehren?

        Die Geschichte liest sich leicht und flüssig. Sie konnte mich durch die sorgsam überall verborgenen Geheimnisse, die auf spannende Weise erst nach und nach aufgedeckt werden, in ihren Bann ziehen. Geschickt hat Julie Peters die Gegenwart mit der Vergangenheit verwoben, was sich auch in unterschiedlichen Schriften im Buch ausdrückt. Immer wieder unterbrechen kleine Episoden aus dem Leben von Beatrix und Anne, gelegentlich auch in Briefform, die Schilderung der Ereignisse über Amelie.

        Auf beiden Zeitebenen arbeitet die Autorin die Rollenerwartungen der Gesellschaft an die Frauen der jeweiligen Zeit in ihre Erzählung ein. Deutlich ist eine Änderung der allgemeinen Auffassung spürbar, mehr möchte ich hierzu nicht verraten. Die Charaktere werden mit ihren wechselnden Stimmungen und Gefühlen realistisch und glaubhaft beschrieben. Ich mochte dieses Buch sehr gern und war fasziniert davon, welche Wendungen die Autorin in die beiden Geschichten hineingeschrieben hat. Gerne gebe ich daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

        karin66

        Beiträge 22
        18.12.2016

          Ich hatte das Buch in mein Urlaubsgepäck gepackt, da mich das Cover und der Titel angesprochen haben.
          Es war wirklich eine hervorragende Wahl. Das Buch liest sich sehr schön. Der Schreibstil ist flüssig und sehr ausdrucksstark.
          Die Hauptfigur Amelie gefällt mir sehr gut und ich habe mich bald mit ihr verbunden gefühlt.
          Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen parallel erzählt.
          Zum einen dreht es sich um Amelie, die denkt, ihr Leben in festen Bahnen zu haben. Sie schreibt ein Buch über Beatrix und stößt bei den Nachforschungen dazu auf einige interessante Informationen.
          Auf der anderen Seite wird die Geschichte von Beatrix rekonstruiert. Erst mit der Zeit erfährt man, was die beiden Handlungen mit einander zu tun haben.
          Ein wirklich sehr schöner Roman, der mir ein hervorragendes Lesevergnügen beschert hat. Ich kann das Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

          AlineWirths

          Beiträge 3
          12.03.2014

            Ein Buch wo Vergangenheit und Gegenwart zusammenfinden. Spannend und doch zugleich empfindlich, was die Wahrheit betrifft.

            Das Cover finde ich sehr reizvoll. Damit meine ich nicht das Reizvoll,
            sondern es wäre in einer Buchhandlung in meiner Hand gelandet. Es hat
            etwas romantisches, etwas vergangenes und etwas gegenwärtiges. Ich weiss
            auch nicht warum, aber wäre dies eine Gemälde (wenn es das nicht schon
            ist), dann würde es hier bei mir hängen. Im nachhinein kann ich nur
            sagen, das es selbst sehr schön zu der Geschichte passt. Die Farben sind
            klar und die Titelschrift fügt sich sehr schön ein.
            Hier erwartet euch eine Geschichte die in zwei teilen erzählt wird. Zum
            einen haben wir Amelie aus der Gegenwart und Anne bzw. ihre Schwester
            Beatrix aus der Vergangenheit. Natürlich dürft ihr hier eine Verknüpfung
            erwarten. nur wie sie ist, dürft ihr selbst lesen. Ihr wisst ja, ich
            verrate nicht zuviel.
            Amelie arbeitet an der Geschichte von Beatrix und kommt nicht so weiter.
            Auch ihre Beziehung steht unter keinen guten Stern. Das alles treibt
            sie nach Pembroke, übrigens nicht nur für die Recherche) und dort findet
            alles seinen Anfang.
            Julie Peters schreibt hier in einen flüssigen leicht zu lesenden
            Schreibstil. Durch den Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart wird eine
            Spannung aufgebaut, die sich mehr oder weniger straff durch die Story
            schlängelt. Mir hat es hier allerdings voll und ganz gereicht dabei zu
            bleiben. Die Art und Weise wird hier ja nicht neu erfunden, hätte aber
            doch so ein klein wenig mehr ausgearbeitet werden können. Ansonsten aber
            vollkommen okay.
            Was historisches mit der Gegenwart zu verknüpfen finde ich wirklich sehr
            schön, vor allem wenn man beides gerne liest. Mir persönlich hat der
            historische etwas besser gefallen, was das Schreiben betrifft. Ich
            möchte nicht sagen, das Amelie irgendwie langweilig war gar nicht. Mir
            gefallen solche Lebensgeschichten schon sehr. Aber mit ein bisschen
            Farbe wäre Amalie vielleicht etwas hervorgetreten, denn sie ist
            eigentlich die Hauptprotagonistin. Auch von dem ein oder anderen hätte
            ich mir gern etwas mehr Einsatz gewünscht, um sie mehr einzubinden.
            Ansonsten fand ich die Charaktere sehr gut gezeichnet, so das man sich
            doch in dem ein oder anderen gut hineinversetzen konnte.
            Zusammenfassend kann ich sagen, das mir das Buch sehr gut gefallen hat.
            Ein tolle Story mit einem leicht zu folgenden Schreibstil. Auch wenn es
            an Seiten etwas mehr hat, fand ich es für Zwischendurch sehr gut
            geeignet.
            Ein Buch wo Vergangenheit und Gegenwart zusammenfinden. Spannend und doch zugleich empfindlich, was die Wahrheit betrifft. Toll.

            manja_teichner

            Beiträge 4
            12.12.2013

              wunderbar unterhaltsam und spannend

              Kurzbeschreibung:
              Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft leben.
              Es ist nur ein kleines, unscharfes Schwarzweiß-Foto, das all ihre Hoffnungen zerstört. Amelie kann ihrem Zukünftigen nicht verzeihen, dass er bei einem Seitensprung ein Kind gezeugt und ihr nichts davon gesagt hat. Überstürzt macht sie sich auf eine Reise, um Abstand zu gewinnen. In Pembroke, einem Küstenstädtchen in Wales, will sie sich mit den Recherchen für eine Biografie über eine Countess ablenken, die dort vor über hundert Jahren lebte. Pembroke ist Amelie gleich merkwürdig vertraut. Fast hat sie das Gefühl, schon einmal hier gewesen zu sein. Aber die Einheimischen verhalten sich ihr gegenüber seltsam abweisend. Nur der junge Apotheker Dan ist ihr gleich sympathisch. Und bald erkennt sie, dass sie mehr mit Pembroke und der Geschichte der Countess verbindet, als sie ahnte…

              Meine Meinung:
              In Amelies Leben läuft derzeit alles nach Plan. Bis zu dem Zeitpunkt als sie erfährt, dass ihr Freund und Verlobter Michael sie mit einer anderen Frau betrogen hat, die nun ein Kind von ihm bekommt.
              Daraufhin packt Amelie ihre Sachen und flüchtet zuerst zu ihrer Mutter. Dort kann sie aber nicht lange bleiben, ihre Mutter versucht immer wieder zwischen ihr und Michael zu vermitteln. Also beschließt sie nach Wales in den kleinen Ort Pembroke zu fahren, da sie ohnehin mit ihrem Buch nicht weiterkommt und so vor Ort recherchieren kann.
              In Pembroke allerdings begegnen ihr die Bewohner eher abweisend. In der Bibliothek lernt Amelie Cedric kennen. Er ist der erste Bewohner, der ihr helfen möchte.
              Doch irgendetwas stimmt nicht. Amelie glaubt Orte wiederzuerkennen und hat das Gefühl als wäre sie endlich heimgekommen.
              Während ihrer weiteren Recherche findet Amelie unglaubliches heraus, womit sie so nicht gerechnet hat …

              Der Roman „Der vergessene Strand“ stammt von der Autorin Julie Peters. Für mich war dies nicht das erste Buch der Autorin, sie konnte mich bereits mit ihren Büchern „Im Land des Feuerfalken“ und „Am Fuß des träumenden Berges“ sehr begeistern.

              Die Protagonistin Amelie war mir sehr sympathisch. Sie ist eine starke Person, offen und ehrlich. Als sie den Brief entdeckt, der die Affäre ihres Verlobten offenbart, ist sie geschockt. Sie begibt sich schließlich nach Pembroke auf Recherche und Antwortsuche.
              Michael ist Amelies Verlobter. Er war mir richtig unsympathisch. Michael betrügt seine Freundin.

              Auch die Charaktere in Pembroke sin Julie Peters richtig gut gelungen. Von ihnen haben mir beispielsweise Cedric, den Amelie in einer Bibliothek trifft und der ihr helfen möchte oder auch der Apotheker Dan besonders gefallen.

              Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig. Es macht mir jedes Mal richtig Freude in ihren Büchern abzutauchen.
              Geschildert wird das Geschehen in der auktorialen Erzählweise.
              Es beginnt in der Gegenwart und wechselt dann in die Vergangenheit. Beide Erzählstränge sind sehr gekonnt miteinander verwoben. Immer wieder schiebt Julie Peters Briefe der Schwestern Beatrix und Anne ein. Die Handlung ist tragisch aber auch oftmals recht lustig gehalten. Die Spannung ist von Anfang bis Ende vorhanden und es geht nicht selten dramatisch zu. Als Handlungsort hat Julie Peters dieses Mal das kleine walisische Küstenstädtchen Pembroke gewählt. Dieses beschreibt sie wunderbar, man bekommt regelrecht Fernweh.

              Das Ende ist komplett anders als ich es persönlich erwartet hatte.
              Und wenn man das Nachwort liest, welches von Amelie verfasst wurde, kommt man schon ziemlich ins Grübeln und ist verwirrt. Hat nicht Julie Peters sondern Amelie dieses Buch geschrieben? Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

              Fazit:
              „Der vergessene Strand“ von Julie Peters ist ein wunderbar unterhaltsamer Roman.
              Die sympathische Protagonistin und eine Handlung, die sowohl in der Vergangenheit als auch der Gegenwart spielt und spannend und gefühlvoll geschrieben wurde haben mich in ihren Bann gezogen und vollends überzeugt.
              Ganz klare Leseempfehlung von mir!

              Synic

              Beiträge 2
              11.11.2013

                Rezension: Der vergessene Strand

                Inhalt:

                Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft leben.
                Es ist nur ein kleines, unscharfes Schwarzweiß-Foto, das all ihre Hoffnungen zerstört.

                Amelie kann ihrem Zukünftigen nicht verzeihen, dass er bei einem
                Seitensprung ein Kind gezeugt und ihr nichts davon gesagt hat.
                Überstürzt macht sie sich auf eine Reise, um Abstand zu gewinnen.

                In Pembroke, einem Küstenstädtchen in Wales, will sie sich mit den
                Recherchen für eine Biografie über eine Countess ablenken, die dort vor
                über hundert Jahren lebte. Pembroke ist Amelie gleich merkwürdig
                vertraut. Fast hat sie das Gefühl, schon einmal hier gewesen zu sein.

                Aber die Einheimischen verhalten sich ihr gegenüber seltsam abweisend.
                Nur der junge Apotheker Dan ist ihr gleich sympathisch. Und bald erkennt
                sie, dass sie mehr mit Pembroke und der Geschichte der Countess
                verbindet, als sie ahnte… (Klappentext)
                .•*´¨`*•.¸¸.•*´¨`*•.¸¸.•*´¨`*•.¸¸.•*´¨`*•.¸
                Meinung:

                Die Autorin entführt ihre LeserInnen nicht nur in ein verschlafenes,
                verträumtes Städtchen an der Küste von Wales, sondern auch in die
                Geschichte von Amelie, die auf der Suche nach ihrer ganz eigenen
                Geschichte ist und den beiden Schwestern Beatrix und Anne Lambton,
                deren Vergangenheit und Schicksal mit dem von Amelie verbunden zu sein
                scheint.

                Sich abwechselnde Erzählstränge, die durch unterschiedliche Schriftarten
                gekennzeichnet wurden, sorgen für Spannung und fesselnde Unterhaltung.
                Mit ihrem einzigartigen, gefühlvollen sowie flüssigen Schreibstil und
                mit den gekonnt miteinander verknüpften Handlungsstränge gelingt es
                Julie Peters, den Leser völlig in den Bann zu ziehen.

                Als besonderes Highlight dürfte das von Amelie geschriebene Nachwort
                gelten, sodass der Eindruck ensteht, es sei ganz und gar ihre Geschichte
                - und Julie Peters nur ein Pseudonym.

                Mit viel Gefühl und Ausdrucksstärke erschuf die Autorin mit "Der
                vergessene Strand" eine wundervolle, mitreissende und zum Träumen
                anregende Geschichte um eine junge Frau, die ihr Schicksal in der Ferne
                sucht- und findet.
                .•*´¨`*•.¸¸.•*´¨`*•.¸¸.•*´¨`*•.¸¸.•*´¨`*•.¸
                Fazit:

                "Der vergessene Strand" ist so ausdrucksstark und gefühlvoll
                geschrieben, das es fast unbeschreiblich ist... - eines der
                Lesehighlights im November 2013!

                © Synic

                Girdie

                Beiträge 22
                11.11.2013

                  Eine faszinierende Geschichte auf zwei verknüpften Zeitebenen

                  Der Roman „Der vergessene Strand“ von Julie Peters, der als
                  Taschenbuch im Rowohlt Verlag erschienen ist, verbindet geschickt eine Erzählung, die im
                  Berlin der Gegenwart ihren Ausgangspunkt hat, mit einer Geschichte, die sich vor über 100 Jahren in England ereignete. Der
                  Titel des Buchs passt zum Cover, auf dem ein einsames Häuschen an einem
                  verlassenen Strand steht, gerade so, wie es im Roman auch geschildert wird.

                  Die 33-jährige, promovierte Historikerin Amelie schreibt in
                  Berlin seit einigen Monaten an einer Biografie über die englische Adlige
                  Beatrix, die Ende des 19. Jahrhunderts in London lebte und sich manches Mal
                  nicht an die Konventionen ihrer Zeit hielt, genauso wenig wie ihre jüngere
                  Schwester Anne. Amelies Interesse an den beiden Schwestern wurde durch ein Buch
                  geweckt, das sie im Regal ihrer Mutter gefunden hat.

                  Eines Tages erhält sie einen Brief, aus dem ihr das
                  Ultraschallfoto eines Babys entgegenflattert.
                  Ihren langjährigen Freund Michael, mit dem sie zusammenwohnt, stellt sie
                  daraufhin zur Rede. Spontan macht sie sich auf zu einer Recherchereise nach
                  Wales, genauer gesagt nach Pembroke. Die Zeit dort möchte sie ebenfalls dazu
                  nutzen, über die Fortsetzung ihrer Beziehung nachzudenken. Ein Haus dort kommt
                  ihr seltsam bekannt vor. Bei den älteren Bewohnern des Städtchens trifft sie
                  auf eine befremdliche Ablehnung. Amelie beginnt Fragen zu stellen und die
                  Antworten bringen sie in ihre eigene Vergangenheit. Sie ist eine stark mit
                  einem eigenen Willen, den sie auch umzusetzen weiß. Vor Ort findet sie in dem
                  Apotheker Dan einen Freund, der ihr hilfreich zur Seite steht, die Beziehung
                  verändert sich. Doch kann es für die beiden eine gemeinsame Zukunft geben oder
                  soll sie Michael verzeihen und zu ihm zurückkehren?

                  Die Geschichte liest sich leicht und flüssig. Sie konnte
                  mich durch die sorgsam überall verborgenen Geheimnisse, die auf spannende Weise
                  erst nach und nach aufgedeckt werden, in ihren Bann ziehen. Geschickt hat Julie
                  Peters die Gegenwart mit der Vergangenheit verwoben, was sich auch in
                  unterschiedlichen Schriften im Buch ausdrückt. Immer wieder unterbrechen kleine
                  Episoden aus dem Leben von Beatrix und Anne, gelegentlich auch in Briefform,
                  die Schilderung der Ereignisse über Amelie.

                  Auf beiden Zeitebenen arbeitet die Autorin die Rollenerwartungen der Gesellschaft an die
                  Frauen der jeweiligen Zeit in ihre Erzählung ein. Deutlich ist eine Änderung
                  der allgemeinen Auffassung spürbar, mehr möchte ich hierzu nicht verraten. Die
                  Charaktere werden mit ihren wechselnden Stimmungen und Gefühlen realistisch und
                  glaubhaft beschrieben. Ich mochte dieses Buch sehr gern und war fasziniert
                  davon, welche Wendungen die Autorin in die beiden Geschichten hineingeschrieben
                  hat. Gerne gebe ich daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

                  carmen_vicari

                  Beiträge 10
                  11.11.2013

                    "Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft leben. "

                    Amelie arbeitet an einem Buch über eine mutige Frau im 19. Jahrhundert,
                    Beatrix Lambton. Nach ihrem Studium wusste nicht wirklich was mit sich
                    anzufangen und hat sich daher dem Schreiben gewidmet. Das war auch
                    möglich, da Michael sie von Anfang an unterstützte. Michael, eigentlich
                    ihr Dozent und etwa 13 Jahre älter als sie, war mittlerweile ihr
                    Verlobter. Zusammen wollten sie eine Familie gründen, bis Amelie an
                    einem Tag einen Brief in der Post fand, der ihr den Boden unter den
                    Füßen wegriss. In dem Kuvert war neben einem kurzen Schreiben auch ein
                    Bild. Ein Ultraschallfoto - von Michaels Kind mit einer anderen Frau.
                    Sabina, eine Studentin von Michael, war eine Affäre, die Michael
                    allerdings schon längst beendet hatte. Oder etwa doch nicht?

                    Jedenfalls bekam diese Frau ein Kind von ihm. Ein Kind, das er sich eigentlich mit
                    Amelie gewünscht hat. Amelie ist sehr verwirrt und erbost, so dass sie
                    schnell einige Sachen zusammenpackt und sich auf den Weg zu ihrer Mutter
                    macht. Diese nimmt sie zwar auf, aber lange kann Amelie dort nicht
                    bleiben. Auch geht ihr die Mutter auf die Nerven, die ständig zwischen
                    ihr und Michael vermitteln will und Amelie drängt, zu ihm zurück zu
                    gehen. Da Amelie einen Hänger bei ihrem Buch hat und ohnehin nach
                    Pembroke fahren wollte, nutzt sie diese Gelegenheit und macht sich auf
                    den Weg.

                    Dort angekommen, möchte sich Amelie sogleich in ihre
                    Recherchen stürzen. Doch etwas verwirrt sie erneut. Wieso sind die
                    Bewohner des kleinen Küstenstädtchens in Wales so unhöflich und
                    ablehnend zu ihr? Und wieso glaubt sie ein Haus mit einer blauen Tür
                    wieder zu erkennen?
                    Ihre Recherchearbeiten treiben sie in die öffentliche Bibliothek. Dort lernt sie Cedric kennen, der ihr als erster
                    hilft und ihr freundlich begegnet. Aber warum hat sie ständig das
                    Gefühl, dass sie heim gekommen ist? Und dann ist da auch noch der junge
                    Apotheker Dan, der ihr mehr als nur ein freundliches Wort schenkt...

                    Julie Peters entführt den Leser nicht nur in ein kleines Küstenstädtchen in
                    Wales, sondern auch zeitweise in die Vergangenheit. Die Geschichte ist
                    in zwei Stränge aufgeteilt. Zum einen begleitet der Leser Amelie auf
                    ihrer Suche nach der Geschichte von Beatrix Lambton, zum anderen wird
                    die Geschichte von Beatrix und ihrer Schwester Anne teilweise erzählt.

                    Die Kapitel wechseln sich ab, anhand der Schriftart lässt sich auf den
                    ersten Blick erkennen, ob die Geschichte in der Gegenwart oder in der
                    Vergangenheit spielt. Dabei ist die Geschichte von Beatrix und Anne
                    keineswegs durchgehend, sondern es werden immer nur Auszüge oder Szenen
                    erzählt. Bisweilen sogar nur Briefe zitiert, so dass man die
                    Zusammenhänge sich selbst erschließen muss.
                    Die Autorin verwebt geschickt die beiden Stränge miteinander. Am Ende führen sie zusammen
                    und ergeben ein Gesamtbild. Spannend von der ersten Seite an, lässt
                    einen das Buch nicht mehr los. Im letzten Drittel klingt die Geschichte
                    dann langsam aus und lässt den Leser träumend und sinnierend zurück.

                    Das Nachwort wurde von Amelie selbst geschrieben und lässt auch hier Platz
                    zum Überlegen, ob die Geschichte wirklich in der auktorialen Erzählweise
                    oder direkt von Amelie geschrieben wurde.
                    Amelie wird dem Leser sehr schnell sympathisch, wobei Michael eher blass bleibt und man nicht
                    einschätzen kann, wie man selbst in Amelies Situation reagieren würde.
                    Cedric und Dan lernt man ebenso lieben, wie Jonathan, auch wenn diese
                    Personen hinter Amalie eher zurückstehen. Die Geschichte von Beatrix und
                    Anne berührt und man kann den Konflikt von Anne sehr gut
                    nachvollziehen. Dennoch hätte ich gerne mehr erfahren über die beiden
                    Frauen und ihr Leben.

                    Das Cover ist thematisch passen. Ein kleines Haus an einer Küste gelegen, eine Situation wie man sie wohl in
                    Wales finden könnte. Der flüssige und eingängige Schreibstil der
                    Autorin, sowie die Zeitwechsel tragen zu einem schnellen Lesetempo bei.
                    Die Geschichte ist in sich logisch, schlüssig und bis zur letzten Seite
                    spannend. Viel Dramatik, Vergangenheitsbewältigung, Liebe und Hass
                    wechseln sich ab, doch am Ende bleibt das gute Gefühl zurück, dass man
                    an einer spannenden Familiengeschichte Teil haben konnte.

                    Fazit:
                    Eine spannende Reise nach Wales, in die Vergangenheit zweier starker Frauen,
                    die die Zukunft einer Frau in der Gegenwart nachhaltig beeinflusst.