Juliet Ashton

Der Sunday Lunch Club

Liebe zum Dessert
Immer wieder sonntags trifft sich Anna mit Familie und Freunden zum Essen. Meistens sind ihre drei Geschwister dabei, die geliebte Oma und sogar ihr Exmann. Es wird geredet, gelacht, gegessen. Manchmal wird Wichtiges verschwiegen, manchmal fallen die falschen Worte, aber am Ende freuen sich alle auf den Nachtisch.
An einem dieser Sonntage lässt Dauersingle Anna jedoch die Bombe platzen: Sie ist schwanger. Der Vater: ein One-Night-Stand. Auch wenn die Familie hinter ihr steht - mit einem eigenen Kind hat Anna nicht mehr gerechnet. Und erst recht nicht damit, sich schon beim nächsten Sunday Lunch neu zu verlieben …
Der neue Roman von Spiegel-Bestsellerautorin Juliet Ashton - charmant, berührend, sehr unterhaltsam.


Autorenbild Foto von Juliet Ashton

Der  Autor

Juliet Ashton stammt aus Irland und lebt heute mit ihrer Familie in London. Sie hat bereits zahlreiche Romane unter ihrem Klarnamen veröffentlicht.


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Rezensionen

Caillean

Beiträge 13
28.01.2020

    Eine schrecklich nette Familie

    Man sagt ja, es gebe in jeder Familie ein schwarzes Schaf und es gebe auch in jeder Familie Geheimnisse, die unter der Oberfläche verborgen bleiben. Das mag stimmen und das ist auch der Ansatz dieses Familienromans, bei dem Juliet Ashton sämtliche nur denkbaren Spannungsfelder einbezieht – und den Roman meiner Ansicht nach damit ein wenig überfrachtet.

    Erzählt wird der Roman aus der Sicht von Anna. Anna, die drei Geschwister hat (davon zwei deutlich jünger), die mit 40 schwanger ist von einem 21-jährigen One-Night-Stand und die mit der neuen Freundin ihres Ex-Mannes hadert, während der scheinbar immer noch zur Familie gehört und – zu allem Überfluss – auch ihr Businesspartner ist. Und Anna hat ein Geheimnis, von dem nicht einmal ihre Geschwister wissen.

    Ihre Geschwister…. Da ist zuerst Neil. Er hat mit seinem Mann Santiago, einem Spanier, gerade ein Baby adoptiert und verstrickt sich in der plötzlichen Vaterrolle, während er mit seinem Mann Kämpfe darum ausficht, welche „Rolle“ jedem der beiden Männer in Erziehungsfragen zukommt.

    Maeve, Annas jüngere Schwester, hat bereits einen pubertie-renden Sohn (Storm). Wobei… mitunter fragt man sich, wer von den beiden mit dem Kopf in den Wolken herumläuft. Die Tatsache, dass Vegetarierin Maeve bisher eher kurze und heftige Beziehungen hatte, an deren Ende sie regelmäßig als Häufchen Elend zurückblieb, lässt einige Schlüsse zu.

    Und schließlich ist da noch das „Nesthäkchen“ Josh, der sehr introvertiert, aber aufmerksam seinen Geschwistern gegen-über ist und plötzlich seinen Bekannten Luca, einen italienischstämmigen Psychotherapeuten, mit zu den Familientreffen bringt. Luca bringt Anna komplett durcheinander – aber die ganze Familie fragt sich, woher Josh und Luca sich eigentlich kennen…? Und warum bringt Josh Luca mit, obwohl er doch eine neue Freundin namens Thea hat?

    Ab und zu ist auch Dinkie bei den Familientreffen dabei, die Großmutter der vier Geschwister. Sie hat kürzlich ihr Haus verkauft, um vernünftigerweise ihren Lebensabend in einer Seniorenresidenz zu verbringen. Doch alle Geschwister haben den Eindruck, dass sie sich dort absolut nicht wohlfühlt. Doch wer von ihnen hätte Platz und Zeit, um Dinkie bei sich aufzunehmen und sich um die alte Dame zu kümmern? Da werden die Verantwortungen wie Platzsets über den Esstisch geschoben…

    Man sieht also schon – es sind verwirrend viele Themen, die in diesem Roman aufgegriffen werden und ich kann hier noch nicht mal über alle schreiben, da das zuviel über die Entwicklung der Geschichte verraten würde. Mit diesem Roman ist es für mich tatsächlich so wie mit einer „schrecklich netten Familie“ – man kann herzlich über sie lachen, ist aber heilfroh, diese Probleme und diesen ständigen Trubel nicht im eigenen Haus zu haben.

    Wer turbulente Familienkomödien mit Augenzwinkern mag, der ist hier genau richtig (und tatsächlich könnte ich mir dieses Buch sehr gut als Film vorstellen). Mir persönlich war es jedoch ein wenig zu trubelig und hektisch, ich bin der Meinung, es wäre auch eine schöne Geschichte gewesen, wenn man nicht versucht hätte, jede nur mögliche Lebenssituation darin einzufangen. Für mich also etwas zuviel des Guten – vielleicht aber für viele Leser genau richtig.

    Bibliomarie

    Beiträge 22
    27.01.2020

      Regelmäßig am Sonntag treffen sich die Geschwister der Familie Piper mit Freunden und Partnern zum Essen. Hier soll die alte Familientradition fortgeführt werden, auch wenn Großmutter Dinkie inzwischen im Heim lebt und die Eltern in Florida leben. Es wird aufgetischt, gelästert, gestritten und doch merkt man die tiefe Verbundenheit der vier Geschwister, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

      Annie hat an einem Tag auch eine besondere Ankündigung zu machen. Sie ist schwanger, ungewollt nach einem „Ausrutscher“ ausgerechnet bei einem Lunch Club Treffer mit einem Gast ihres Bruders. Und ausgerechnet jetzt verliebt sie sich in Luca, den ihr Bruder zum Treffen mitgebracht hat.

      Jedes Kapitel erzählt die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel und so lerne ich nach und nach die einzelnen Mitglieder des Sunday Lunch Clubs besser kennen. Den Focus legt die Autorin auf Anna, die zusammen mit ihrem Bruder Neil den viel jüngeren Geschwistern immer eine Art Elternersatz war.

      Die episodenhaft angelegte Geschichte ist sehr charmant geschrieben, hat Witz und dabei immer auch Tiefgang. Mancher Charakter erschließt sich erst im Lauf der Handlung, die verhalten beginnt, aber immer mehr an Tempo und Brisanz gewinnt. Die Lebensläufe der Geschwister sind gebrochen und als Klammer gibt es Dinkie, die als stille Patriarchin auch mit einer Lebenslüge lebt.

      Ich habe den Roman als wunderbar und warmherzig empfunden, alle Figuren sind mir gleichermaßen ans Herz gewachsen, auch wenn Annas Geschichte den meisten Raum einnimmt. Wichtig war mir die Aussage, dass Familie zusammenhalten muss und egal wie unterschiedlich man ist – es gibt nichts, was die Bindung zwischen Geschwistern trennen sollte. Die Autorin gelingt es ausgezeichnet mich mit ihrem Buch zu unterhalten, ich zum Schmunzeln und zum Lachen zu bringen und gleichzeitig auch nachdenklich zu stimmen, denn alle Geschwistern hat das Schicksal auch herausgefordert.

      „Die Seele bleibt immer gleich“, das wird gleich zu anfangs erwähnt und zieht sich als Motto durch das ganze Buch.

      Shanna

      Beiträge 27
      25.01.2020

        Traditionell treffen sich vier Geschwister (samt verschiedener Begleiter) und ihre Großmutter in loser Folge an Sonntagen reihum zum Lunch. Dabei ist nicht nur das Essen von sehr wechselhafter Qualität, sondern auch die Gespräche. Von witzigen Neckereien über neugierigen Tratsch bis hin zu lebensverändernden Diskussionen kommt buchstäblich alles auf den Tisch und stellt den Zusammenhalt der Familie oftmals auf die Probe.

        Das fröhlich und verspielt wirkende Cover lässt auf einen seichten, oberflächlichen Roman schließen, aber hinter den turbulenten Szenen verbergen sich wahre Dramen und bedrückende Familiengeheimnisse. Ich habe leicht in die Handlung hinein gefunden, obwohl es viele Personen sind, mit denen man am Anfang konfrontiert wird. Ich konnte sie aber schon nach kurzer Zeit gut auseinander halten, weil die Charaktere sehr verschieden und prägnant sind. Jeder hat seinen bestimmten Platz innerhalb des Clans und führt die Rolle, die er oder sie oft schon seit der Kindheit inne hatte, weiterhin fort. Allerdings geschehen auch radikale Veränderungen, mit denen nicht alle gleich gut umgehen können.

        Eine große Bandbreite an Lebensmodellen taucht innerhalb dieser einen Familie auf, die für Probleme untereinander sorgen, wobei der Leser erst nach und nach von lange gehüteten Geheimnissen erfährt. Mir hat besonders die Dynamik innerhalb der Familie gefallen, die sich langsam aber stetig entwickelt und verändert hat. Dabei hatte ich das Gefühl, dass ich nicht nur dabei, sondern mittendrin war. Man fühlt mit, wenn geweint oder gelacht wird und ist wütend über engstirnige und veraltete Sichtweisen, die den Protagonisten das Leben schwer machen. Ein sehr treffendes und prägnantes Zitat hat mich in der Geschichte um Anna beeindruckt: "In der Nacht bekommen die Sorgen Reißzähne."

        Diese Familie ist wie ein Quilt, der aus vielen verschiedenen Einzelstücken zusammengesetzt, eine wärmende und heimelige Decke ergibt, in die ich mich gerne hineingekuschelt habe!

        sommerlese

        Beiträge 91
        24.01.2020

          Im Rowohlt Verlag erscheint der neue Roman der Autorin Juliet Ashton mit dem Titel "Der Sunday Lunch Club".


          Der Sonntag ist häufig der Treffpunkt zum Essen für Anna, ihre Familie und Freunde. Geschwister, die Großmutter und sogar der Exmann kommen dann zum Lachen, Erzählen und Essen und das hält die Gemeinschaft auch so vorbehaltlos zusammen. Es gibt auch mal Streit oder schlechte Laune, doch spätestens beim Nachtisch sind alle wieder miteinander ausgesöhnt. An einem Sonntag hat Dauersingle Anna, mittlerweile 40 Jahre alt, eine Ankündigung zu machen, sie ist schwanger von einem One-Night-Stand. Die Familie ist überrascht, steht aber hinter ihr und kurze Zeit später verliebt sich Anna erneut, natürlich beim Sunday Lunch.


          "Deine Seele ändert sich nie..." Zitat Seite 8

          Das Buch hatte zu Beginn für mich einige Längen, weil ich noch nicht so vertraut mit den Figuren war und mir darum einfach das Interesse für sie fehlte. Ganz allmählich brachte mit Juliet Ashton jedoch die Figuren und ihre Charakterzüge, beziehungsweise ihre Macken und Besonderheiten näher und ich konnte der Geschichte bis zum Ende aufmerksam folgen. Die Familie ist dank ihrer sonntäglichen Treffen zum Essen immer gut übereinander informiert und natürlich gibt es viel zu lachen, auch mal Sorgen und alle halten zusammen. Ab der Mitte des Buches treten einige Dinge ans Tageslicht, die das Verständnis der Geschwister übereinander doch in ihren Grundfesten erschüttern.

          Anfänglich konnte ich mich für die Personen nicht so begeistern, die Charakterzeichnung ist Juliet Ashton aber so gut gelungen, dass sie mich allmählich immer mehr interessiert haben. Die Protagonistin Anna wird nach einem One-Night-Stand schwanger, wie sie eine Entscheidung findet, ob sie eine neue Liebesbeziehung startet und welche Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit sie heute noch bewegen, hat mich das Buch über bewegt und interessiert.

          Gefallen haben mir auch die Schilderung des Zusammenhaltes in der Familie, die Szenen über Freundschaft, Glück und Angst. Die Liebe und Unsicherheit der verschiedenen Charaktere wirkt echt, auch wenn ich manches ein wenig übertrieben empfinde. Es ist eine Familie, die alle Lebensformen miteinander eint und deutlich macht, dass Liebe und die Seele von Menschen erst ihre wahre Menschlichkeit ausmacht.


          In diesem Roman wird die Schublade von Klischees ganz weit geöffnet, damit will ich sagen, dass hier die Andersartigkeit von Menschen schon fast auf die Spitze getrieben wurde. Es gibt verpasste Chancen und Veränderungen, die das Leben von Menschen bestimmen, ob es anderen gefällt oder nicht.

          Juliet Ashton zeigt, das die Seele eines Menschen nichts darüber aussagt, ob er/sie andersartig ist oder nicht. Sie haucht ihren Charakteren viel Leben ein und zeigt auch den Kampf, die das Anderssein mit sich bringt. Dabei stellt sie Annas Familie als Bollwerk gegen sämtliche Anfeindungen dar und zeigt, wie sich sich gegenseitig lieben und unterstützen.


          Dieser Roman zeigt eine Familie, die Höhen und Tiefen, Hoffnungen und auch Überraschungen des Lebens gemeinsam meistert. Die Liebe hat viele Gesichter!

          Babylu

          Beiträge 15
          09.01.2020

            Ein wundervolles Cover,das mir persönlich auch schon total Lust auf den Frühling und einen guten Kaffee macht!Juliet Ashton hat eine tolle Art zu schreiben und schafft es die Figuren sehr realistisch darzustellen.Die Geschichte ist auf der einen Seite sehr leicht,man befindet sich bei Kaffee und Tee mit der Familie. Andererseits zeigt sie uns auch die Themen des Lebens, mit den wir alle einmal kämpfen und hardern. Ein tolles Buch das einfach Spaß macht!

            Systra

            Beiträge 10
            06.01.2020

              Eine liebenswerte, etwas ungewöhnliche Familie, die sich gerne an den Sonntagen zum Lunch trifft. Sie besteht aus Anna und ihren drei Geschwistern, ihrem Neffen Storm, ihrem Exmann und ihrer Oma Dinkie, die seit kurzem im Seniorenheim lebt.
              Nesthäkchen Josh wird alles verziehen, Schwester Maeve ist eine durchgeknallte Vegetarierin, und Bruder Neil hat mit seinem Ehemann Santiago soeben ein kleines Mädchen, Paloma, adoptiert. Exmann Sam ist ein Hypochonder, der keinen Alkohol verträgt, und Anna selbst stellt mit Entsetzen fest, dass sie von einem One-Night-Stand schwanger ist.
              Diese Konstellation verspricht jede Menge amüsanter Verstrickungen und Fettnäpfchen, in die nach Herzenslust getreten werden kann.
              Eine Geschichte, trotz aller Komik wie aus dem Leben. Die Kombination aus Lachen und Nachdenken macht das Buch für mich lesenswert.