Klara Holm

Möwenfraß

Vor dem Tod sind alle gleich.
So hat sich Luka Kroczek seinen ersten Arbeitstag als Leiter der Kripo Bergen nicht vorgestellt: Er kommt viel zu spät, seine kleine Tochter Tilda muss mangels Kindergartenplatz mit ins Büro, die neue Kollegin Conny Böhme empfängt ihn alles andere als herzlich. Und dann muss Luka, der sich nur seiner Lebensgefährtin zuliebe von Düsseldorf nach Rügen beworben hat, auch gleich zu seinem ersten Einsatz. In einem alten Fischerhaus wurde eine Leiche gefunden. Wer hat die Frau derart übel zugerichtet? Hat das Verbrechen mit ihrem Mann zu tun, einem allseits unbeliebten Immobilienspekulanten und Wendegewinner? Luka macht sich an die Ermittlungen. Und erkennt schnell: Auf Rügen wird nichts so schnell vergeben und vergessen …


Autorenbild Foto von Klara Holm

Die  Autorin

Klara Holm lebt in Oldenburg und hat bereits unter anderem Namen sehr erfolgreich Krimis und historische Romane veröffentlicht. Bei zahlreichen Rügen-Besuchen entdeckte sie ihre Liebe zur größten deutschen Insel, auf der nun ihr jazzbegeisterter Kommissar Luka Kroczek ermittelt.


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Rezensionen

heidi_59

Beiträge 32
26.07.2017

Ein toller Krimi , auf "meiner Insel" Rügen

Wer schon mal auf Rügen war, so wie ich , wird sich als Krimleser/in so richtig freuen , was Klara Holm in ihrem Roman " Möwenfraß " auf der Insel passieren lässt .
Dank der guten Beschreibung meint man dabei zu sein und sieht fast alles vor sich passieren , was manchmal fast zu atemloser Spannung führt .
Der Prolog lässt mit einem hinterhältigen Mord sofort den Pulsschlag rasant ansteigen , und man mag es kaum glauben was da geschieht .
Kriminell , hochdramatisch , spektakulär und spannungsgeladen geht dieser Roman weiter und hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht .
Mit Luka und Conny hat der Roman sehr sympatische Hauptprotagonisten mit Ecken und Kanten , wie im richtigen Leben . Auch die Familienmitglieder und Probleme der Beiden , sind fast wie aus dem Leben gegriffen .
Selbst die leider immer noch vorhandenen Vorurteile Wessi / Ossi
Ossi/Wessi , " zu DDR Zeiten war alles besser " lässt die Schriftstellerin hier gekonnt ironisch einfließen .
Klara Holm hat mit sehr viel Liebe zum Detail einen richtig guten Ostsee Krimi geschrieben , der den Leser/rin in alle Richtungen vermuten und ermitteln lässt . Geschickt versteht es die Autorin immer wieder neue Spuren für den Krimihungrigen zu legen und zu verwischen . Der Täter könnte jeder sein , ein Motiv hat auch fast jeder , wer es ist wird nicht verraten bis zum Schluss . Das hat mir persönlich sehr gut gefallen !
Das Buch ist so spannend geschrieben , das die 320 Seiten sehr schnell gelesen , schon fast zu wenig sind .
Von Gänsehaut bis "Oh wie süß" , hier ist alles dabei , was ein guter Krimi haben sollte !

Von mir 5 Sterne
für alle Krimisüchtigen , eine unbedingte Leseempfehlung


Für alle , denen diese Rezi bekannt vorkommt ....

DIESE REZI HABE ICH SCHON MAL ALS HK59 EINGESTELLT. LEIDER IST DER ACCOUNT DURCH EIN MISSVERSTÄNDNIS MEINERSEITS GELÖSCHT WORDEN :( NUN ALSO ALLES NOCHMALS ALS heidi_59

KimVi

Beiträge 28
29.07.2017

    Luka Kroczek lässt sich von Düsseldorf zur Kripo Bergen auf Rügen versetzen. Als Leiter hat er allerdings nicht den besten Einstand. Denn er kommt am ersten Tag viel zu spät und muss außerdem noch die kleine Tilda mit ins Büro nehmen, da sie noch keinen Kindergartenplatz bekommen hat. Die neuen Kollegen reagieren darauf etwas verwundert. Als dann noch eine grausam zugerichtete Frauenleiche in einem heruntergekommenen Haus gefunden wird, muss Luka sich mit seinem neuen Team in die Ermittlungen stürzen. Schon bald stellt sich heraus, dass es sich bei der Ermordeten um die Ehefrau eines vermögenden Wendegewinners handelt. Für den Staatsanwalt ist sofort klar, dass nur der Ehemann als Täter infrage kommt. Doch je weiter die Ermittlungen fortschreiten, desto verworrener wird der Fall....


    Der Einstieg in diesen Ostsee-Krimi gelingt mühelos, denn Klara Holm versteht es hervorragend, die Spannung schon zu Beginn aufzubauen. Sie beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man beinahe glaubt, selbst dabei zu sein. Obwohl man ja bereits beim Lesen der ersten Zeilen ahnt, was der Frau in dem verwahrlosten Haus bevorstehen wird, hofft man das Beste und wird, genau wie das Opfer selbst, vom Täter überrascht. Da nichts auf Identität und Motiv hindeuten, ist der Grundstein für eine spannende Kriminalhandlung gelegt.

    Im Zentrum der Handlung steht die fieberhafte Suche nach dem Täter und seinem Motiv. Dabei schaut man Luka Kroczek, dem neuen Leiter der Kripo Bergen, über die Schulter. Da die Ermittlungen an seinem ersten Arbeitstag starten, lernt man gemeinsam mit ihm die neuen Kollegen kennen und beobachtet seinen etwas unglücklichen Start. Die Protagonisten haben Ecken und Kanten und wirken sehr glaubhaft und lebendig. Da man auch einen Einblick in die privaten Hintergründe der Hauptakteure bekommt, verstärkt sich der positive Eindruck stetig. Die gelungenen Beschreibungen der Insel Rügen fließen ebenfalls nahtlos in die Handlung ein. Man kann sich damit ganz auf die Erzählung einlassen und den spannenden Ermittlungen folgen. Sehr hilfreich ist dabei auch die Karte am Anfang des Buchs, in der wichtige Stationen eingezeichnet sind.

    In einem weiteren Handlungsstrang lernt man den kleinen Maik kennen. Er macht mit seiner Mutter und ihrem neuen Freund Urlaub in einem Caravan. Das klingt allerdings harmonischer als es eigentlich ist. Denn Maik hat schreckliche Angst vor Winni. Denn er hat den Freund der Mutter bei einer schrecklichen Tat beobachtet und wird nun von ihm bedroht. Diese kurzen Szenenwechsel sorgen dafür, dass man förmlich an den Seiten klebt und darauf hofft, dass sich für Maik alles zum Guten wandelt.

    Die Ermittlungen, die privaten Hintergrundinformationen über das Team der Kripo Bergen und Maiks haarsträubende Erlebnisse machen das Lesen zu einem spannenden Vergnügen. Die Auflösung ist überraschend und kaum vorhersehbar, sodass selbst erfahrene Krimileser dem Täter nicht zu früh auf die Schliche kommen dürften.

    Ich empfehle den Ostsee-Krimi deshalb gerne weiter und hoffe auf weitere Fälle für Luka Kroczek und sein Team.

    Jonas

    Beiträge 37
    10.05.2017

      Dieses Buch hört sich Spitze an..Ich kenne einige der Bücher dieses jedoch nicht.Werde es auf jedenfall lesen da diese Bücher super spannend sind. Das Cover finde ich sehr gelungen und ansprechend.Bestimmt wieder ein Klasse Buch.

      carmen_vicari

      Beiträge 10
      eine Antwort 03.03.2017

        Eigentlich wollte Luka nicht nach Rügen. Doch was tut man nicht alles der Liebe wegen? Denn als seine Frau Teresa eine Stelle auf Rügen bekommt, beschließt Luka sich bei der Kripo Bergen auf Rügen zu bewerben. Schon bald steht der Umzug von Düsseldorf nach Rügen an.

        Noch auf den Umzugskisten sitzend, beginnen die ersten Probleme. Für Töchterchen Tilda ist noch kein Kitaplatz frei, Teresas Mutter weigert sich, die Kleine zu hüten und da Teresa auf eine Bohrinsel muss, bleibt es an Luka hängen, sich um die Kleine zu kümmern. Und so kommt es, dass er an seinem ersten Arbeitstag nicht nur zu spät erscheint, sondern auch noch in Begleitung seiner kleinen Tochter.

        Kaum im Büro angekommen, ist vom Inselidyll nichts mehr zu spüren. Eine Leiche wurde gefunden. Die Frau wurde brutal mit einer Axt ermordet. Das neue Team unter der Leitung von Luka muss seine erste Aufgabe bestehen. Doch je weiter die Ermittlungen fortschreiten desto mehr muss Luka erkennen, auf der Insel vergisst man nichts …

        Der Einstieg in die Geschichte wird durch einen Prolog, bei dem das spätere Opfer kurz kennenlernen kann, erleichtert. Kaum hat man den Prolog gelesen, möchte man wissen, wer hinter dem Angriff auf das Opfer steckt und welches Motiv vorliegt. Jedoch lernt der Leser zunächst Luka und seine Familie kennen.

        Luka, frisch auf Rügen eingetroffen, muss dort erst einmal alles kennenlernen. Die Menschen, die Mentalität und vor allem die Insel. Der Leser erhält eine kleine Hilfestellung, denn im Vorsatz zum Buch findet sich eine Karte von Rügen, auf der die wichtigsten Handlungsorte gekennzeichnet sind.

        Klara Holm nimmt den Leser mit auf eine wunderschöne Insel, lässt ihn das Meeresrauschen hören und die salzige Luft schmecken. Aber auch die Krimihandlung kommt nicht zu kurz. Zusammen mit Luka und seiner Mitarbeiterin Conny geht der Leser auf Täter- und Motivjagd, lernt dabei die Insel genauer kennen und rätselt zusammen mit den Ermittlern, wer aus dem Kreis der Verdächtigen nun der Täter sein könnte.

        Sprachlich wird man von der Handlung regelrecht mitgerissen. Man lernt viel von der Insel und der Mentalität der Bewohner kennen. Die Autorin schafft es, den Leser mitten in die Handlung einzubeziehen und führt ihn mehrmals einmal auf eine falsche Fährte. Aber sie zeigt auch die menschliche Seite der Ermittler auf und so bildet das Privatleben von Luka und Conny einen interessanten und zum Teil willkommenen Kontrast zu den Ermittlungen. Beide Ermittler haben ihre Eigenschaften und ihren individuellen Charakter. Mir hat sehr gut gefallen, dass sich beide im Laufe des Buches entwickelt und auch an ihrer Beziehung zueinander gearbeitet haben.

        Beim Erzählstrang um den kleinen Maik, der etwas Schlimmes beobachtet hat und nun um sein Leben fürchten muss, hält der Leser automatisch den Atem an. Sehr emotional und einfühlsam, beschreibt die Autorin die Ängste eines kleinen Jungen, bei dem hofft, dass am Ende alles gut gehen wird.

        Man spürt, dass dieses Buch nicht das erste ist, was die Autorin geschrieben hat. Die Spannung ist gleich da, sie weiß die Sätze zu bilden und auch wie sie die Handlung konstruiert, zeugt von Erfahrung. Das Ende ist rund und schlüssig, die Auflösung logisch. Jedoch kann man sich sehr gut vorstellen, dass es eine Fortsetzung geben kann und auf diese freue ich mich schon heute.

        Fazit:
        Eine abenteuerliche Reise auf eine Insel, bei der man neben einem gewissen Urlaubsfeeling auch noch eine spannende Kriminalgeschichte zu lösen bekommt.

        • heidi_59

          Beiträge: 32
          26.07.2017

          Schöne und aussagekräftige Rezension

        Jaq

        1 Beitrag
        eine Antwort 13.04.2016

          Spannender Regionalkrimi

          Der Krimi „Möwenfraß“ von Klara Holm ist ein muss für alle Regional Krimi Fans. Der Schreibstiel von Klara Holm ist wirklich gut und es macht spaß das Buch zu lesen, ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Das Buch hat eine sofort in die Geschichte eintauchen lassen und hat mich in sein Bann gezogen.
          Zum Inhalt.
          Luka Kroczek ist der Hauptkommisar der sich von Düsseldorf nach Rügen versetzen lässt, da Seine Frau dort eine Job bekommen hat und er Ihr die Möglichkeit geben will Ihren Berufswunsch zu erfüllen. Luka glaube auf Rügen wird nicht viel passieren, doch gleich an seinem ersten Arbeitstag muss er die Leitung bei einem Mordfall übernehmen und mit seiner neuen Kollegin Conny Böhme die gerne die Stelle von Luka gehabt hätte und den restlichen Team zusammen arbeiten. Bei den Ermittlungen kommen immer wieder andere Personen in den Verdächtigen Bereich. Immer wenn man glaub jetzt muss doch mal ein richtiger Beweis kommen, passiert wieder etwas und alles wird wieder in Frage gestellt. Die Autorin beschreibt die so gut das die Spannung dadurch bis zum Schluss erhalten bleibt und man erst an ende erfährt wer wirklich der Mörder ist. Am Ende hätte ich mir noch ein paar mehr Sätze zum Mordmotiv gewünscht oder wie es für alle weitergeht.
          Desweitern kommt im Buch immer der Ost-West-Konflikt mit zur Sprache, der in Rügen noch spürbar bei den Menschen dort ist, und als Luka als „Wessi“ auch noch die Chefposition bekommt ist für die Kollegen die schon immer in Rügen arbeiten dieser Konflikt noch spürbarer.
          Die beiden Hauptcharaktere Luka und Conny sind sehr gut beschrieben und wie beide ihren weg gehen um aufeinander zuzugehen ist sehr schön dargestellt. Beide haben Ihre ecken und kanten, was sie sehr lebend macht und auch für mich als Leser sehr charmant.
          Und dann gibt es da noch eine kleine Orientierungshilfe auf der Coverinnenseite. Hier wurde eine Karte von Rügen abgebildet mit den Ortschaften die im Buch vorkommen. Das fand ich ganz nett.
          Daher kann ich das Buch nur weiterempfehlen, an allen die Regionalkrimis und/oder die Rügen lieben. Und hoffe das Klara Holm noch weiter Bücher schreiben wird.

          • heidi_59

            Beiträge: 32
            26.07.2017

            Der Krimi macht so richtig Lust auf die Insel und liest sich gut .

          Floh

          Beiträge 17
          eine Antwort 30.04.2015

            Die malerische Ostsee im düsteren Licht...rasant, verworren und spannend bis zum Finale!

            Autorin Klara Holm versucht sich mit ihrem Krimidebüt "Möwenfraß" im Genre Krimi. Und es ist ihr gelungen!!!
            Sie präsentiert hier einen Ostseekrimi, der es richtig spektakulär aufnimmt und das Osteseeidyll in einem ganz anderen Licht zeigt. Verworren bis zum rasanten Showdown...eine sehr komplexer und rasanter Fall um für den "Neuen" in der Kripo Luka Kroczek und seiner argwöhnischen neuen Kollegin Conny Böhme. Ein Regionalkrimi mit einem gewaltigen Schuß Chaos, Katastrophen und bitterer Erkenntnis.

            Zum Inhalt:
            "Vor dem Tod sind alle gleich. So hat sich Luka Kroczek seinen ersten Arbeitstag als Leiter der Kripo Bergen nicht vorgestellt: Er kommt viel zu spät, seine kleine Tochter Tilda muss mangels Kindergartenplatz mit ins Büro, die neue Kollegin Conny Böhme empfängt ihn alles andere als herzlich. Und dann muss Luka, der sich nur seiner Lebensgefährtin zuliebe von Düsseldorf nach Rügen beworben hat, auch gleich zu seinem ersten Einsatz. In einem alten Fischerhaus wurde eine Leiche gefunden. Wer hat die Frau derart übel zugerichtet? Hat das Verbrechen mit ihrem Mann zu tun, einem allseits unbeliebten Immobilienspekulanten und Wendegewinner? Luka macht sich an die Ermittlungen. Und erkennt schnell: Auf Rügen wird nichts so schnell vergeben und vergessen …"

            Schreibstil:
            Die Autorin Klara Holm zögert nicht lange und legt gleich direkt los. Sie hamstert sich gleich zu Beginn durch ihren Prolog alle Krimisympathiepunkte ein. Sie wirft Fragen auf, läd zu Mutmaßungen ein, verwirrt, verwinkelt und zeigt zu dem ganzen Entsetzen das normale alltägliche Leben. Im Laufe der Story überzeugt Autorin Holm dann weiter und punktet erneut, sie besitzt einen sehr fesselnden und spannenden Schreibstil, dass sie gleich den Leser an die folgenden Seiten bindet. Sie nutzt unter anderem den typischen Schreibstil für einen gelungenen Krimi, denn sie legt falsche Spuren, sorgt für Irrungen und Wirrungen, streut Handlungsstränge und lässt den Leser an den Ermittlungen aktiv teilhaben und mit den Ermittlern an den Ermittlungen verzweifeln. Sie bedient den Krimiliebhaber mit Altbewährten und bietet ihm einen gewünschten Krimi, der alle Kriterien erfüllt. Sehr gut gemacht und toll präsentiert. Das Buch liest sich flüssig und unterhält, es gibt unheimlich viel Spannung und Überraschungsmomente, bis zum Finale tappt der Leser mit den Ermittlern im Trüben. Sie schreibt flott, flüssig, humorig und trifft den Nerv der Zeit und lässt das Nervenkostum zucken, sie erschüttert, schockt und hält die Spannung gekonnt aufrecht. Ihre Art macht Lust auf mehr. Man glaubt kaum, dass es sich hier um ein Krimidebüt handelt...hier schreibt das Können und die Routine!

            Charaktere:
            Viel Herzblut beweist die Autorin Klara Holm bei der Auswahl der Charaktere. Alle Protagonisten scheinen aus dem Leben gegriffen. Luka, der eine neue Stelle bei der Kripo Bergen antritt und direkt mit seinem Alltagschaos für Aufsehen sorgt, Conny, die zunächst immer skeptische Kollegin, die sich im Laufe des Falls zu einer nichtwegzudenkenden Partnerin mausert. Wir treffen viele Persönlichkeiten, das unerschütterliche Dorfleben, die Ferienkultur, Anwohner, Nachbarn und Widerlinge. Ein Team mit Ecken und Macken, dennoch als Einheit unschlagbar. Zudem treffen wir auf sympathische und unsympathische Figuren und dürfen so manchen Überraschungsmoment erleben. Autorin Holm hat es durch ihre Protagonisten geschafft, einen abwechslungsreichen Krimi zu erschaffen, denn sie bringt die vielen Rollen und Nebenrollen in Einklang und lässt den Leser somit mitfühlen und ganz wichtig: Sie lässt den Leser an den katastrophalen Ermittlungen teilhaben! Und sie sorgt für krimitypischer Spannung und Verstörung!

            Meinung:
            Das Treiben rund um die Ermittlungen, um den Mordhergang, um den Täter, um die Opfer, um die Mutmaßungen, um die Wendungen und Kuriositäten sind äußerst irr und wirr aber mehr als komplex und stimmig dargestellt. Ich war von Beginn bis zum Ende mehr als begeistert, da mir die Proffessionalität sehr gefallen hat. Eine Tatortkarte im Buchdeckel lässt den Fall sehr real und nachvollziehbar wirken. Eine tolle Idee zum Buch.
            Weil mich dieser Krimi absolut durch seine Charaktere, die Story, die Umstände, die ganzen Ideen, die Dialoge und vor allem die verschrobenen Konstellationen absolut überzeugt und unterhalten hat, bekommt er die ganzen 5 Sterne.
            Die Autorin reizt den Leser zum Schubladendenken und lässt diesen gekonnt damit auflaufen. Gerade die schöne heile Dorfwelt bröckelt langsam vor sich hin und immer neue Abgründe tun sich auf. Psychische Störungen, Lug und Betrug, Neid und Missgunst...Schließlich bringt es viel Potential für eine Kriminalhandlung gepaart mit verschrobenen Persönlichkeiten, das Wahren der Idylle....all das vereint zaubert einen Krimigenuss wie er sein soll! Auch die Schauplätze sind gekonnt gewählt und machen das Geschehen lebendig und real, hier punktet der Lokalkolorit. Das Ostseeleben wirkt nahe und macht abgesehen von der Entsetzlichkeit des Falls Lust auf Sonne, Strand und Mee(h)r. Die Kapiteleinteilung und die das Schriftbild gefallen mir sehr gut und lassen das Buch sehr locker wirken. Gegen Ende gibt es nun dann die vielen Antworten auf die vielen offenen Fragen und die Handlungsstränge laufen zusammen. Und vor allem gibt es am Ende eine unglaubliche Wendung.

            Cover:
            Ein Cover und der Titel sind Programm. Wieviel Zeit bleibt zum Möwenfraß? Rasante Ermittlung, Verworrener Fall, in der Schleierhaften Ostseeidylle.

            Die Autorin:
            "Klara Holm lebt in Oldenburg und hat bereits unter anderem Namen sehr erfolgreich Krimis und historische Romane veröffentlicht. Bei zahlreichen Rügen-Besuchen entdeckte sie ihre Liebe zur größten deutschen Insel, auf der nun ihr jazzbegeisterter Kommissar Luka Kroczek ermittelt. "

            Fazit:
            Ein sehr gelungener kriminaltypischer Krimi. Kaum zu glauben, dass dieses Werk ein Debüt darstellt!

            • heidi_59

              Beiträge: 32
              26.07.2017

              Wie immer , eine tolle Rezi ?

            Lesegenuss

            Beiträge 35
            05.05.2014

              Brillant geschrieben, spannend bis zum Schluss!

              „Möwenfraß“ sicher ein ungewöhnlicher Titel. Eine Erklärung bzw. kleine Geschichte steht zu Beginn des Buches, da wo sich sonst immer ein Kurztext befindet.

              Aufgrund eines guten Jobs für Teresa zieht die kleine Familie um Luka Kroczek mit der kleinen Tochter auf die Insel Rügen. Dort wohnt auch Teresas Mutter Rosi. Luka Kroczek hat seinen
              guten Job bei der MK in Düsseldorf aufgegeben und eine gerade frei gewordene Stelle der Polizei in Bergen angenommen.

              Gleich am ersten Tag bekommt er es mit einem Mord zu tun. Ein Mord auf Rügen? Das hatte es lange nicht gegeben. Dass Luka bei den neuen KollegenInnen Einstiegsprobleme bekommt, wird ihm schnell klar. Zumal er auch noch einer Kollegin den Job vor der Nase weggeschnappt hat. Ein Wessi bei den Osssis – leider gibt es dieses Denken immer noch. Für manche schwierig, dieses aus den Kopf zu bekommen.

              Tatort des Mordes ist der kleine Ort Vitt. In einem leerstehenden Haus wurde eine der Besitzerinnen mit einem Beil zerstückelt aufgefunden. Sie wollte nur einen kurzen Abstecher, aus sehr privaten Gründen, hierher machen, auch um danach mit ihrer Schwester zu reden, dass das Haus endlich verkauft werden sollte.

              Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen, weisen dann ziemlich eindeutig auf den Ehemann der Toten hin. Doch da sind noch etliche Ungereimtheiten und es wird immer verworrener.

              Niemand will etwas gesehen bzw. beobachtet haben. Auch nicht die Campingfamilie mit dem kleinen Maik.

              Von Beginn an baut die Autorin exzellent die Spannung auf, dass man irgendwie immer selbst wie „unter Strom“ steht. Der Schreibstil von Klara Holm hat mir richtig gut gefallen, klare Sätze, und es fällt schon schwer, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Auch die geführten Dialoge sind richtig gut geführt, wie z. B. mit der „Alphafrau“ in Lukas Team, Conny. Denn nur zu gern hätte die seinen Job gehabt.

              Zwei Alphatiere beherrschen also die Handlung. Rundum gesehen kann man fast alle Charaktere hervorheben. Ebenso die falsch gelegten Fährten von der Autorin, den Leser in die Irre zu führen. Wenn man der Meinung war, den Täter zu kennen, kam schon bald die Ernüchterung.

              Die Straßen, Plätze, Häuser, Wälder, wer noch nie auf Rügen war, bekommt durch die detaillierten Beschreibungen eine Vorstellung, wie es dort in
              Wirklichkeit ist. Ein Urlaub auf Rügen heißt für mich auf Entdeckertour zu gehen. Und die Bilder von meinem Urlaub sind immer noch in meinem Kopf und haben mich beim Lesen des Krimis begleitet.


              Fazit:
              „Möwenfraß“ – ein Ostsee-Krimi, erhält von mir klare Leseempfehlung.

              Brillant geschrieben, spannend bis zum Schluss!


              Zitat – letzter Satz:
              „Doch, dachte er, Rügen hat was.“

              Dem kann ich nur zustimmen. Es ist eine ganz besondere Insel, die von einer eigenartigen Aura umgeben ist. Man muss sie nur sehen wollen!

              LeseUlla

              Beiträge 3
              07.04.2014

                ein sehr spannendes Buch

                Meine Meinung:
                Puh, das war mal wieder ein Buch für eine Lesenacht. Ich konnte nicht ins Bett gehen, bevor ich das Buch ausgelesen hatte. Es war einfach zu spannend!
                Interessiert hatte ich mich für das Buch, weil ich gerne Regionalkrimis lese und Ostseefan bin. Das Buchcover hat mich ebenfalls angesprochen. Es war also eine gute Idee, mich für dieses Buch zu entscheiden.
                Luka Kroczek, der Protagonist war mir sofort sympathisch. Kein Wunder, kam er doch aus Düsseldorf. Ne, das war es nicht, ich mochte ihn von Anfang an und seine Kollegin Conny Böhme wurde mir im Laufe des Buches immer sympathischer.
                Der erste Arbeitstag von Luka hatte es wirklich in sich. Er kam zu spät, musste sich an diesem Tag um Tilda kümmern und wird direkt an einen Leichenfundort beordert. Ein richtiges Kennenlernen seiner Kollegen war so gar nicht möglich. Aber Luka hat dies alles bestens gemeistert.
                Mir gefällt es immer wieder, wenn nicht nur der Fall behandelt wird, sondern ich als Leserin auch etwas aus dem privaten Umfeld der Ermittler erfahre. Denn das spielt ja ebenfalls oft eine Rolle und das Verhalten einiger kann dadurch noch besser verstanden werden.

                Ich möchte auch diesmal nicht zu viel über Geschehnisse oder Situationen, die mir gefallen haben, schreiben, denn damit würde ich einfach zu viel verraten. Aber ich kann erwähnen, dass dieser Krimi sehr spannend geschrieben wurde und die Autorin einen ganz tollen Schreibstil hat. Zu oft hat sie mich auf eine falsche Fährte geführt. Verdächtige gab es genügend, aber beim genauen Hinsehen gab es Zweifel. Hatte ich nun einen anderen im Visier, machte sich wieder jemand anderes verdächtig. Also wirklich! Ich hatte als Leserin zwar mehr Informationen, aber was hat es mir genutzt? Ich war genau so hilflos wie Luka und mich musste immer neu umsehen. Bis zum Ende dachte ich... achne, das schreibe ich nicht. Aber ich war wirklich überrascht. Um noch einmal auf den Schreibstil zurück zu kommen. Ich fand es besonders spannend, wie Klara Holm ihre Kapitel gestaltete. Es endete mit einem Knall und beim nächsten dachte ich, ohoh, was ist da nur passiert und dann kam es ganz anders als, ich dachte. Leser werden diese Stelle bestimmt erkennen und vielleicht wie ich empfinden.

                Ich war wie so oft mittendrin im Buch und direkt vor Ort beim Geschehen dabei. Bestimmt werde ich Rügen mal besuchen und dann einiges erkennen. Die Haupt- und Nebenpersonen in diesem Buch hatte alle sehr interessante Charaktere. Natürlich mochte ich einige mehr und andere weniger. Weitere Namen nenne ich hier nun aber nicht. Erwähnt hatte ich ja schon, dass mir Luka und Conny sympathisch waren. Gerne würde ich weitere Bücher mit den beiden lesen. Denn mich interessiert auch die Entwicklung im privaten Umfeld.

                Natürlich macht einen dieses Buch auch nachdenklich. Nun ist schon so lange Zeit vergangen, seit beide Hälften Deutschlands wieder zusammen sind, aber trotzdem kommt immer wieder das Thema Ossi-Wessi und DDR aufs Tablett. Außerdem kommt Luka aus Düsseldorf in eine Gegend, die eher "dörflich" ist und dort ist das Leben nun einmal anders. Luka muss noch sehr viel lernen, um Land und Leute besser verstehen zu können, denn dort ist er ein Ahnungsloser. Die Vergangenheit hat natürlich vieles geprägt. Auch dieses fand ich sehr interessant zu lesen.

                Fazit:
                Das ist wirklich ein Buch, dass ich gerne weiter empfehle. Es ist sehr spannend geschrieben und ich konnte, wie erwähnt, es einfach nicht aus der Hand legen.

                Legeia

                Beiträge 12
                07.04.2014

                  Mörderjagd vor schöner Kulisse

                  Klappentext:
                  Vor dem Tod sind alle gleich. So hat sich Luka Kroczek seinen ersten
                  Arbeitstag als Leiter der Kripo Bergen nicht vorgestellt: Er kommt viel
                  zu spät, seine kleine Tochter Tilda muss mangels Kindergartenplatz mit
                  ins Büro, die neue Kollegin Conny Böhme empfängt ihn alles andere als
                  herzlich. Und dann muss Luka, der sich nur seiner Lebensgefährtin
                  zuliebe von Düsseldorf nach Rügen beworben hat, auch gleich zu seinem
                  ersten Einsatz. In einem alten Fischerhaus wurde eine Leiche gefunden.
                  Wer hat die Frau derart übel zugerichtet? Hat das Verbrechen mit ihrem
                  Mann zu tun, einem allseits unbeliebten Immobilienspekulanten und
                  Wendegewinner? Luka macht sich an die Ermittlungen. Und erkennt schnell:
                  Auf Rügen wird nichts so schnell vergeben und vergessen ...

                  Die Autorin:
                  Klara Holm lebt in Oldenburg und hat bereits unter anderem Namen sehr
                  erfolgreich Krimis und historische Romane veröffentlicht. Bei
                  zahlreichen Rügen-Besuchen entdeckte sie ihre Liebe zur größten
                  deutschen Insel, auf der nun ihr jazzbegeisterter Kommissar Luka Kroczek
                  ermittelt.

                  Meine Meinung:
                  Ein Mord erschüttert die Bewohner des Dörfchens Vitt, denn Peggy Lenz
                  ist grausam umgebracht worden. Ihr Mann, Kristof, der nach der Wende in
                  Ferienhäuser investiert hat, ist genauso verdächtig wie ein paar andere,
                  die mit seiner Frau mehr oder weniger zu tun hatten. Und schon dreht
                  sich das Täter-Karussell.
                  Luka Kroczek, der gerade von Düsseldorf mit seiner Frau Teresa und der
                  kleinen Tochter Matilda nach Bergen gezogen ist, bekommt gleich auf der
                  Insel seinen ersten Mordfall präsentiert. Der neue Leiter der Kripo
                  scheint es mit Anfängern bei der hiesigen Polizei zu tun zu haben, denn
                  dort ist bereits ein Diebstahl ein Kapitalverbrechen. Die Rüganer kennen
                  solche Zustände nicht und sind anfangs überfordert, denn der Neue hat
                  eine andere Vorstellung darüber, wie man ermittelt.

                  Ein Verdächtiger jagt den Nächsten und als Leser ist man genauso in die
                  Geschichte eingebunden wie Luka, der immer neue Theorien aufstellt, wer
                  die Frau ermordet haben könnte. Dabei führt die Autorin die Kripo, wie
                  auch die Leser, gekonnt aufs Glatteis.
                  Für mich war es ein Wiedersehen mit der Insel, auf der ich ein paar
                  Jahre lebte. Bergen, Vitt, Sellin und Sassnitz - nur um einige Orte zu
                  nennen, wurden bildhaft ins Szene gesetzt. Davon lebt der Roman.

                  Die Handlung ist gut durchdacht und eingebunden von den Ermittlungen,
                  wobei auch Einiges geschieht, es ist aber eher ein Buch, das keinen
                  Knalleffekt hat, das aber trotzdem spannend geschrieben ist. Besonders
                  mochte ich die Dialoge.
                  Der eigentlich Star ist für mich Conny Böhme, die laut ihrem Kollegen
                  "ornithologisch veranlagt ist" - sprich, sie redet, wie ihr der Schnabel
                  gewachsen ist. Sie wurde mir mit jedem Kapitel sympathischer.

                  Hier wird das altbekannte Thema Ost/West aufgegriffen, mit Rückblenden
                  in die DDR-Zeit und den Kamellen, ob es überhaupt funktionieren kann,
                  dass ein Wessi die Ossis "anführt". Das bleibt auch auf Rügen nicht aus.

                  Ein Krimi, der sich schnell lesen lässt, Überraschungen birgt und der vor einer beeindruckenden Kulisse spielt.