Lia Norden

Die Schatten eines Sommers

Lügen und Geheimnisse:
Es ist ein ungewöhnlich heißer Sommer. Fast so heiß wie damals, als Dorit, Hanna, Fabienne und Marie noch Teenager und unzertrennlich waren. Bis zu dem Tag, der alles änderte.
25 Jahre später verarbeitet Hanna die Ereignisse von damals zu einem Roman. Das Buch wird ein Bestseller. Kurz darauf wird Dorit tot aus einem See geborgen. Selbstmord? Bei ihrer Beerdigung begegnen sich die Freundinnen von einst wieder. Auf jeder von ihnen lastet Schuld, und immer drängender wird die Frage, ob Dorit sich wirklich selbst das Leben nahm.
Lia Norden - das sind drei Autorinnen, die den Heldinnen dieses Romans ihre jeweils ganz persönliche Stimme verleihen.


Autorenbild Foto von Lia Norden

Die  Autorin

Hinter dem Pseudonym Lia Norden verbergen sich die Hamburger Autorinnen Katja Reider, Silvia Heinlein und Cornelia Franz.

Cornelia Franz, geboren 1956 in Hamburg, studierte Germanistik und Amerikanistik, machte eine Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin und arbeitete als Lektorin. Seit 1993 schreibt sie Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Sylvia Heinlein wurde 1962 in Hamburg geboren. Sie studierte Kunstgeschichte, ist ausgebildete Hörfunkjournalistin und war Reporterin und Redakteurin bei Radio und Print. Seit 2000 schreibt sie Kinderbücher und arbeitet als freie Journalistin.

Katja Reider, geboren 1960, arbeitete nach ihrem Germanistik und Publizistik-Studium als Pressesprecherin. Heute schreibt sie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihre Liebesgeschichte «Rosalie und Trüffel» wurde ein Bestseller und in über zwanzig Länder verkauft.


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Rezensionen

Bücherfreundin

Beiträge 46
12.02.2017

    „Die Schatten eines Sommers“ von Lia Norden als Taschenbuch erschienen und umfasst 251 Seiten. Hinter dem Pseudonym „Lia Norden“ verbergen sich drei Autorinnen aus Hamburg. Daher interessierte es mich, ob es möglich ist in dieser Kombination einen Roman zu schreiben der ein „rundes“ Ganzes ergibt und ich muss sagen, dass es aus meiner Sicht sehr gut gelungen ist. Nach über 25 Jahren treffen sich Hanna, Fabienne und Marie zum ersten Mal wieder auf der Beerdigung von Dorit. Für einen Sommer waren die vier damals beste Freundinnen, bis Dorits Mutter ein schlimmes Unglück passierte. Was einst passiert ist wird erst so nach und nach deutlich. Aber jede der drei noch lebenden Frauen scheint seither eine Last mit durch ihr Leben zu tragen. Kleine Bemerkungen in ihrer Umgebung und kurze Erinnerungsblitze lenken ihre Gedanken immer wieder auf die Zeit vor den Unfall. Basierend auf diesen Erlebnissen hat Hanna, die inzwischen Schriftstellerin ist, ein Buch geschrieben. Natürlich hat sie die Tatsachen entsprechend verfälscht, doch am Ende bringt sich die vom Charakter her Dorit sehr ähnliche Person in ihrem Buch um. War diese Darstellung im Roman Mitschuld am Tod ihrer früheren Freundin?
    Auf dem Titel wirkt eine Wasserfläche als Spiegel für die Silhouette einer Frau, die barfuß auf einem Steg steht und ins Wasser blickt. Es könnte eine Momentaufnahme von Dorit vor ihrem Tod sein, doch nahezu bis zum Schluss fiebert der Leser auf die Antwort darauf, ob sie Selbstmord begangen hat. Schattenhaft sind die Farben des Covers gehalten. Von den Schatten der Vergangenheit werden die drei Protagonistinnen eingeholt. Schuld oder Unschuld steht für den Leser im Vordergrund. Die Erzählsicht wechselt ständig zwischen den einzelnen Frauen, die jeweils aus der Ich-Perspektive ihre gegenwärtigen Situation und ihre Gefühlseindrücke schildern, aber im Vergleich dazu auch Rückblick halten. Denn alle hatten damals schon eigene Persönlichkeit und sind nun darauf gespannt, ob die anderen sich inzwischen geändert haben. Jede der Autorinnen hat die Rolle einer der Freundinnen übernommen. Die Ereignisse werden aber nicht etwa dreimal aus unterschiedlichen Sichten dargestellt, sondern ergänzen sich und fließen ineinander über, so dass die Spannung nicht verlorengeht und sich ein harmonisches Ganzes ergibt. Das Ende hält für den Leser dann noch eine Überraschung bereit.

    manja_teichner

    Beiträge 4
    27.05.2013

      Die Verganganheit ruht nicht

      Kurzbeschreibung:

      Lügen und Geheimnisse:
      Es ist ein ungewöhnlich heißer Sommer. Fast so heiß wie damals, als Dorit,
      Hanna, Fabienne und Marie noch Teenager und unzertrennlich waren. Bis zu dem
      Tag, der alles änderte.
      25 Jahre später verarbeitet Hanna die Ereignisse von damals zu einem Roman. Das
      Buch wird ein Bestseller. Kurz darauf wird Dorit tot aus einem See geborgen.
      Selbstmord? Bei ihrer Beerdigung begegnen sich die Freundinnen von einst
      wieder. Auf jeder von ihnen lastet Schuld, und immer drängender wird die Frage,
      ob Dorit sich wirklich selbst das Leben nahm.(Quelle: rororo)

      Meine Meinung:

      Während ihrer Jugend waren die Teenager Dorit, Hanna,
      Fabienne und Marie unzertrennlich. In dem einen Sommer haben sie viel Zeit am
      Lupiner See verbracht. 25 Jahre später treffen sich 3 der 4 Frauen wieder, auf
      der Beerdigung von Dorit. Sie ist ertrunken, obwohl sie eine gute Schwimmerin
      war. So stellt sich doch die Frage, war es wirklich Selbstmord? Kurz vor Dorits Unfall hat Hannah ein Buch über die Erlebnisse
      dieses Sommers von vor 25 Jahren herausgebracht und es wurde rasch zum
      Bestseller. Jetzt stellen sich natürlich Fragen ob vielleicht das Buch mit
      Schuld hat. Auf der Beerdigung werden Erinnerungen an damals wach,
      denn viele Geschehnisse belasten die Frauen noch immer. Es wird schnell klar, die Vergangenheit ruht immer noch nicht


      Der Roman „Die Schatten eines Sommers“ wurde von Lia
      Norden geschrieben. Hinter diesem Pseudonym verbergen sich die Autorinnen Cornelia
      Franz, Sylvia Heinlein und Katja Reider. Drei mir bisher unbekannte Autorinnen,
      umso gespannter war ich auf dieses Buch.

      Die 3 Protagonistinnen Fabienne, Hannah und Marie sind
      alle sehr gut gezeichnet und könnten unterschiedlicher wirklich nicht sein. Hannah ist eher die Anführerin, selbstbewusst und schön.
      Sie hat ein Buch über die Erlebnisse vor 25 Jahren herausgebracht. Fabienne ist die intelligenteste der 3 und Marie wirkt
      eher unsicher und selbstkritisch. Es scheint so als ob die Frauen nicht wirklich gereift
      sind seit dem Sommer vor 25 Jahren. Sie benehmen sich teilweise immer noch
      kindisch, als wären sie noch immer Teenager. Einzig die vierte im Bunde, die nun tote Dorit scheint
      erwachsen geworden zu sein. Über sie erfährt der Leser allerdings nur etwas aus
      den Erinnerungen der anderen drei.

      Der Schreibstil des Autorinnentrios ist locker und sehr
      angenehm zu lesen. Man fliegt quasi durch die Seiten und merkt es nicht
      wirklich.

      Geschildert wird das Geschehen abwechselnd aus den Sichtweisen
      von Hannah, Marie und Fabienne. Sie erzählen ihren Part dann jeweils in der
      Ich-Perspektive.

      Die Handlung selber ist spannend und fesselt den Leser
      ans Buch. Was damals wirklich passiert
      ist kommt er nach und nach ans Licht. Immer wieder gibt es Erinnerungen an die
      Zeit vor dem Unfall von Dorits Mutter und man erkennt langsam was mit ihr
      passiert ist.

      Das Ende des Romans hat mich ziemlich überrascht. Im
      Nachhinein allerdings ist mir klar geworden das es während der Handlung immer
      wieder kleine Andeutungen gibt, die aufs Ende hinweisen.

      Fazit:

      „Die Schatten eines Sommers“ von Lia Norden ist eine
      interessante Geschichte über 3 Frauen, die mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen
      haben. Die spannende Handlung und der lockere Schreibstil sorgen
      für unterhaltsame Lesestunden.

      Susanne

      Beiträge 26
      16.05.2013

        Lassen sich die Schatten der Vergangenheit abschütteln?

        Früher waren die Teenager Dorit, Hanna, Fabienne und Marie unzertrennlich und verbrachten
        einen Sommer lang viel Zeit miteinander am Lupiner See.
        25 Jahre später treffen sich Hanna, Fabienne und Marie wieder in ihrem damaligen Heimatort – aus unerfreulichem Anlass, zur Beerdigung der damals Vierten im Bunde.
        Dorit ist ertrunken. Sie war eine sehr gute Schwimmerin, kann es sich da wirklich um Selbstmord handeln, wie vermutet wird? Hanna hatte kurz zuvor einen Roman veröffentlicht, in dem sie die gemeinsamen Erlebnisse der damals 16-jährigen Mädchen verarbeitete. Das Buch wurde schnell zum Bestseller. Es tauchen Fragen auf, ob die Veröffentlichung etwas mit Dorits Tod zu tun hat. Auf der Trauerfeier werden alte Erinnerungen wach. Vieles, was damals geschah, belastet die drei Frauen noch heute und kommt durch die aktuellen Ereignisse wieder an die Oberfläche. Die Schatten der Vergangenheit breiten sich gnadenlos aus.

        Hinter dem Pseudonym Lia Norden verbergen sich drei Autorinnen Cornelia Franz, Sylvia Heinlein und Katja Reider, die diesen Roman zusammen geschaffen haben. Das Konzept ist interessant und auch sinnvoll, denn jede von ihnen verleiht einer der Protagonistinnen ihre Stimme wobei mich brennend interessieren würde, welche Autorin über welche Protagonistin geschrieben hat. Schon in ihrem ersten gemeinsamen Projekt „Vier Wahrheiten und ein Todesfall“ hat sich die Zusammenarbeit erfolgreich bewährt.
        Das Ergebnis dieser Kooperation ist überzeugend. Man verfolgt die Handlung immer aus den wechselnden Perspektiven der drei Frauen, die nach langer Zeit wieder zusammentreffen. Dabei spürt man sofort, dass ihnen allen die Begegnung unangenehm ist, denn vieles, was in ihrer Jugend passierte, wollen sie aus ihrem jetzigen Leben verdrängen, aber die alten Schatten reichen bis in die Gegenwart.

        Die Charakterzüge der Protagonistinnen sind grundverschieden und sehr fein gezeichnet, und je mehr man über die einzelnen Frauen erfährt, umso stärker hat man den Eindruck, sie einschätzen zu können. Bald hat man das Gefühl, die Frauen zu kennen, und doch bleiben sie alle in gewisser Weise unnahbar. Im Lauf der Jahre haben sie sich verändert, aber im Grunde ihres Herzens sind sie doch irgendwo die Gleichen geblieben und werden nach wie vor von den gleichen Ängsten und Komplexen geplagt. Automatisch verfallen sie wieder in alte Rollenmuster. Trotzdem treten auch neue Wesenszüge hervor, die alles wieder in einem neuen Licht erscheinen lassen. Was jede Einzelne bewegt, wie sie die damaligen Geschehnisse sieht, das erfährt man in kurzen Abschnitten, immer aus dem jeweils individuellen Blickwinkel der Ich-Erzählerinnen. Dabei wird nicht nur alte Schuld aufgearbeitet, sondern auch die aktuelle Handlung weiter entwickelt. Nach und nach fügen sich immer mehr kleine Bruchstücke zusammen, und der Leser erfährt in geschickt dosierten Portionen, was sich damals wirklich ereignet hat. Es gibt viele unvorhergesehene Wendungen, die wieder neue Aspekte einbringen und für Spannung sorgen. Je weiter man liest, umso mehr Verdächtige wird man finden. Es gibt auch Passagen, besonders am Ende, die mich ein wenig ratlos zurückgelassen haben, da sie so gar nicht in mein persönliches Weltbild passen und für mich sehr überraschend waren. Insgesamt hat mich die Handlung sehr gefesselt. Der Roman liest sich schnell und packend, denn mancher Abschnitt hat einen kleinen Cliffhänger, so dass man schon darauf gespannt ist, wie es weitergeht, wenn die betroffene Ich-Erzählerin wieder zu Wort kommt. Das Buch ist eine fesselnde Sommerlektüre, die mir zugleich auch einige nachdenkliche Momente beschert hat, denn man gerät unwillkürlich ins Grübeln, ob es wirklich möglich ist, alte Jugendsünden im Lauf der Jahre abzuschütteln und hinter sich zu lassen.

        Girdie

        Beiträge 22
        14.05.2013

          Nur wir wissen, was wir damals getan haben ...

          Im Rowohlt Verlag ist der Roman „Die Schatten eines Sommers“
          von Lia Norden als Taschenbuch erschienen und umfasst 251 Seiten. Hinter dem
          Pseudonym „Lia Norden“ verbergen sich drei Autorinnen aus Hamburg. Daher
          interessierte es mich, ob es möglich ist in dieser Kombination einen Roman zu
          schreiben der ein „rundes“ Ganzes ergibt und ich muss sagen, dass es aus meiner
          Sicht sehr gut gelungen ist. Nach über 25 Jahren treffen sich Hanna, Fabienne
          und Marie zum ersten Mal wieder auf der Beerdigung von Dorit. Für einen Sommer
          waren die vier damals beste Freundinnen, bis Dorits Mutter ein schlimmes
          Unglück passierte. Was einst passiert ist wird erst so nach und nach deutlich.
          Aber jede der drei noch lebenden Frauen scheint seither eine Last mit durch ihr
          Leben zu tragen. Kleine Bemerkungen in ihrer Umgebung und kurze
          Erinnerungsblitze lenken ihre Gedanken immer wieder auf die Zeit vor den
          Unfall. Basierend auf diesen Erlebnissen hat Hanna, die inzwischen
          Schriftstellerin ist, ein Buch geschrieben. Natürlich hat sie die Tatsachen
          entsprechend verfälscht, doch am Ende bringt sich die vom Charakter her Dorit
          sehr ähnliche Person in ihrem Buch um. War diese Darstellung im Roman Mitschuld
          am Tod ihrer früheren Freundin?
          Auf dem Titel wirkt eine Wasserfläche als Spiegel für die
          Silhouette einer Frau, die barfuß auf einem Steg steht und ins Wasser blickt.
          Es könnte eine Momentaufnahme von Dorit vor ihrem Tod sein, doch nahezu bis zum
          Schluss fiebert der Leser auf die Antwort darauf, ob sie Selbstmord begangen
          hat. Schattenhaft sind die Farben des Covers gehalten. Von den Schatten der
          Vergangenheit werden die drei Protagonistinnen eingeholt. Schuld oder Unschuld
          steht für den Leser im Vordergrund. Die Erzählsicht wechselt ständig zwischen
          den einzelnen Frauen, die jeweils aus der Ich-Perspektive ihre gegenwärtigen
          Situation und ihre Gefühlseindrücke schildern, aber im Vergleich dazu auch
          Rückblick halten. Denn alle hatten damals schon eigene Persönlichkeit und sind nun
          darauf gespannt, ob die anderen sich inzwischen geändert haben. Jede der
          Autorinnen hat die Rolle einer der Freundinnen übernommen. Die Ereignisse
          werden aber nicht etwa dreimal aus unterschiedlichen Sichten dargestellt,
          sondern ergänzen sich und fließen ineinander über, so dass die Spannung nicht
          verlorengeht und sich ein harmonisches Ganzes ergibt. Das Ende hält für den
          Leser dann noch eine Überraschung bereit.