Lola Jaye

Was fehlt, bist Du

Lara hat einen Freund, einen guten Job, liebevolle Eltern. Doch irgendetwas fehlt
Yomi will ihre Tochter finden. Patricia will ihre nicht verlieren

Als es an ihrem dreißigsten Geburstag an der Tür klingelt, steht eine bunt gekleidete Frau vor Lara: Yomi ist den weiten Weg aus Nigeria gekommen, um endlich ihre Tochter kennenzulernen. Lara liebt ihre Adoptiveltern, und doch hat sie sich immer gewünscht, dass dieser Tag einmal kommen würde. Nun ist Yomi wirklich da, und Lara muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Doch da ist sie nicht die einzige.


Autorenbild Foto von Lola Jaye

Die  Autorin

Lola Jaye wuchs in London auf, wo sie immer noch wohnt. Einige Monate verbrachte sie in Nigeria, dem Land ihrer Vorfahren. Sie hat Psychologie studiert und lange als Beraterin für den National Health Service gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Die Romane "Für immer, dein Dad" und "Bis du erwachst" waren in Deutschland große Erfolge.


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Rezensionen

Alexandra

1 Beitrag
3 Antworten 10.04.2013

Ein emotionaler Roman über Familie, Liebe und Hoffnung

"Wie können Tauben hören, wenn sie keine Ohren haben?"

"Wo wohnen die Sterne am Himmel denn nachmittags?"

"Warum bin ich ... anders?"



Lara wusste, dass es in ihrem Leben irgendwann einen einschneidenden
Augenblick geben wird, der alles verändert, denn etwas fehlte in ihrem
Leben. Sie wusste nur nicht, wann dieser Augenblick sein wird.

Sie feiert gerade mit ihrer Familie und Freunden ihrem dreißigsten
Geburtstag, als es an der Türe klingelt. Und Lara weiß - der Augenblick
ist gekommen. Denn vor ihr steht plötzlich ihre leibliche Mutter Yomi,
die Lara als kleines Baby in ihrer Heimat Nigeria in ein Waisenhaus
gegeben hatte. Pat und ihr Mann haben sie adoptiert, mit nach England
genommen und liebevoll aufgezogen. Aber Lara spürte schon als kleines
Mädchen, dass sie irgendwie anders sein muss. Seit ihre Mitschüler sie
wegen ihrer Hautfarbe hänselten und sie bewusst wahrnahm, dass ihre
Eltern nicht ihre richtigen Eltern sein können, wünscht sie sich, dass
ihre richtige Mutter sie zu ihrem Geburtstag besucht. Darauf musste sie
aber noch viele, viele Jahre warten.

Und plötzlich muss sich Lara ihrer Vergangenheit stellen und muss
Entscheidungen treffen, denn nur so kann sie die Gegenwart bewusst leben
und erleben.


"Es ist klug, nur sich selbst zu Vertrauen.

Verlass dich auf niemanden.

Dann kann dich niemals jemand verletzen."

Seite 170



Handlung & Charaktere:


Lola Jaye hat mit "Was fehlt, bist Du"
ein absolut ergreifendes und mitreißendes Werk geschaffen, dass einen
mitnimmt auf eine unglaublich emotionale Reise. Eine Reise, die das
Leben dreier Frauen beschreibt, die über Kontinente getrennt sind, die
aber doch so viel verbindet.

In diesem Buch wartet eine Erzählung auf, die zwei Generationen
verstrickt und die geschickt zwischen der Gegenwart und der
Vergangenheit hin und her springt. Dieser Erzählstil fordert den Leser
und zwingt ihn regelrecht, dieses Buch bewusst, mit Ruhe und Zeit zu
lesen. Und genau das ist so wichtig, um alles in sich aufnehmen zu
können. Ein großes Lob an die Autorin, die dies so optimal umgesetzt hat
und wusste, wie sie ihre Leser mitnehmen kann, sie integrieren kann in
diese Lebensreise dieser drei Frauen. Erzählt wird aus der Sicht des
allwissenden Erzählers, mal aus Lara's Sicht, dann wieder aus Yomi's und
aus Pat's Sicht. Vergangenheit und Gegenwart verschmilzt und man lernt
alle drei Protagonistinnen gleichzeitig kennen und versteht, wie sich
deren Leben verstrickt. Während man mit Lara's inneren Kämpfen in der
Gegenwart mitleidet, ihrem Versuch, ihr Leben vollständig in den Griff
zu bekommen, erfährt man zeitgleich aus Yomi's Sicht , unter welchen
Umständen sie aufwuchs und später heiratete - und natürlich auch die
Hintergründe, wie und warum sie die kleine Lara, oder besser Omolara, in
das Waisenhaus gegeben hatte. Und dann ist da noch Pat, die junge
ambitionierte Frau, die von ihrer Familie im Stich gelassen wurde, als
sie sich für eine Karriere als Sängerin entschied. Eine Frau, die sich
nichts sehnlicher wünscht, als eine Familie um sich zu haben und deren
Wunsch leider nicht erfüllt wird - bis das Schicksal ihr die kleine Lara
in die Arme legt.

Der Kreis schließt sich und dieses Schicksal bindet diese drei Frauen für ein Leben aneinander.


"Sie hatte davon gehört, wie manche
Menschen in diesem Land behandelt wurden, bloß weil man sie für anders
hielt. Aber was hieß das, anders? Menschen bluteten gleich, Herzen
schlugen gleich. Das alles ergab für Pat keinen Sinn.

Seite 85
Geschrieben ist dieses Werk ganz unüblich in roter
Schrift. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum. Zuerst dachte ich,
diese rote Schrift steht für die Liebe, denn die Liebe ist ja ein
zentrales Thema. Aber nach einigem Nachdenken glaube ich, diese rote
Schrift symbolisiert das Blut, dass durch die Adern der Familie fließt
und das sie für ein Leben verbindet - egal, ob Kontinente die Menschen voneinander trennt.


Mein persönliches Fazit :


Die Autorin Lola Jaye ist für mich persönlich eine absolute Neuentdeckung und  ihr Werk "Was fehlt, bist Du"
eine wahre Bereicherung. Dieses Buch strotzt vor unglaublicher
Sprachgewalt. Schnörkellos und doch so Emotionsgeladen. Ich habe
mitgelitten, mitgetrauert, mitlacht - ich habe eine emotionale
Achterbahn der Gefühle hinter mir! Ein tolles Buch - ein Buch über die
Liebe, über die Familie, über Zusammenhalt. Meine absolute
Leseempfehlung - und mein bisheriges Jahres-Lesehighlight!



© Rezension: Alexandra
buecherkaffe.blogspot.de

  • AnneMF

    Beiträge: 25
    07.03.2017

    Eine ganz wunderbare Rezension. Werde mir das Buch im Mai zum Muttertag schenken lassen.

  • Booky-72

    Beiträge: 26
    20.02.2017

    ich glaube, ein sehr emotionales Buch, mich interessieren solche Geschichten sehr. Eine wundervolle Rezension von dir dazu.

  • Booky-72

    Beiträge: 26
    04.01.2017

    Du hast mich mit deiner Rezi sehr beeindruckt. Man merkt gleich, dass du von diesem Buch so "eingefangen" warst.
    Und wieder was für meine Wunschliste...

    • Leseratte_ohne_Grund

      Beiträge: 56
      03.02.2017

      Man merkt das du dich richtig festgelesen hast. Es ist ein wunderbares oder nicht ;)

Katiii_liest_gern

Beiträge 46
02.02.2017

Über Ländergrenzen und Kontinente hinweg leben die drei Frauen, von denen Lola Jaye in ihrem Roman erzählt. Sehr schnell wird mir als Leser deutlich, wie sehr die Frauen aus Nigeria und England doch miteinander verbunden sind.

Die eine gab ihr Kind nicht freiwillig her. Sie wusste nicht, wo es eines Tages wohl landen würde und doch hat die Autorin den Mut, Mutter und Tochter nach Jahren wieder aufeinandertreffen zu lassen.

Beim Lesen dieser beeindruckenden Geschichte wird mir schnell klar, es geht hier um große Emotionen und diese mir bislang unbekannte Autorin beherrscht ganz zweifelsfrei ihr Fach, aber es geht eigentlich noch um vieles mehr. Für mich spielen in diesem Roman auch die Themen Familie, Armut und Reichtum, Gerechtigkeit und das Leben schlechthin mit.

Eine Geschichte mit weinroten Buchstaben geschrieben, vielleicht auch deshalb, weil rot die Farbe der Liebe ist und bei Lola Jaye hat die Liebe eine Chance.

Ein gelungenes Leseereignis diktiert von Emotionen, Liebe und dem großen Thema Familie!

Anja40

Beiträge 21
10.12.2016


Nach ihren beiden Romanen “Für immer, Dein Dad” und “Bis du erwachst” ist “Was fehlt, bist du” Lola Jayes dritter Roman.

Die Gestaltung des Buches gefällt mir gut und hat mit den roten Mohnblumen und den kleinen Blümchen und Schmetterlingen ein wenig Farbe in den noch so tristen “Restwinter” gebracht. Noch mehr Farbe ist im Innern dieses broschierten Romanes zu finden: Die Schrift ist nämlich durch das gesamte Buch hindurch rotbraun! Und keine Angst, die gewählte Farbe ist sehr angenehm zu lesen und macht die Augen nicht müder als schwarze Schrift.

Susanne

Beiträge 18
27.05.2013

Ein sehr schöner, berührender Roman, der m. E. auch viel Autobiographisches enthält.

Lara wurde im Alter von drei Jahren von einem englischen Ehepaar adoptiert. Patricia und Barry Reid hatten die Kleine, die vorher in einem Kinderheim in Nigeria lebte, sofort ins Herz geschlossen und nach London geholt. Dort wächst Lara behütet und in liebevoller Umgebung auf, wären da nicht die Sticheleien der Schulkameraden und manchmal auch wildfremder Leute, die ihr ins Bewusstsein bringen, dass sie anders ist als die Menschen in ihrem Umfeld. Mittlerweile ist Lara erwachsen und beruflich erfolgreich. Mit der Vergangenheit scheint sie abgeschlossen zu haben, zumindest hat dies äußerlich den Anschein. Aber vieles an ihrem Verhalten lässt darauf schließen, dass ihr etwas im Leben fehlt. Auch fällt es ihr schwer, sich selbst zu akzeptieren; sie kann nicht glauben, dass es wirklich Menschen gibt, denen etwas an ihr liegt. Über ihre Herkunft weiß sie nicht sehr viel, aber lange Zeit war ihr innigster Wunsch, eines Tages ihre leibliche Mutter zu treffen. Als dies dann wirklich geschieht, hat Lara schon nicht mehr damit gerechnet, und die Begegnung wirft sie völlig aus der Bahn. An ihrem dreißigsten Geburtstag holt Lara die Vergangenheit ein, denn plötzlich taucht Yomi auf der Party auf und stellt sich als Laras Mutter vor. Für Lara ändert sich alles; ihr komplettes Leben wird auf den Kopf gestellt, und sowohl sie selbst als auch Yomi und Patricia müssen einen Weg zueinander finden.

Die Situation der drei Frauen in diesem Roman ist nicht einfach. Lara möchte einerseits mehr über ihre Wurzeln erfahren, um ihre eigene Identität vollends entwickeln zu können, aber sie liebt ihre Adoptiveltern und möchte diese nicht verletzen. Patricia, ihre Adoptivmutter, war einst eine gefeierte Sängerin- Ihr wahres Lebensglück erfüllte sich erst mit Laras Adoption. Sie geht völlig in ihrer Aufgabe als Mutter auf und hat Angst, Lara zu verlieren. Aber da ist Yomi, Laras leibliche Mutter, die ihre kleine Tochter aus Sorge und Liebe weggegeben hat. Nach dreißig Jahren ist sie in der Lage, mit ihr Verbindung aufzunehmen. Einerseits verunsichert es sie, aber sie kann auch gut verstehen, dass Lara sie nicht mit offenen Armen empfängt. Zu viele Fragen sind noch ungeklärt, und alle Beteiligten müssen sich erst an die neue Situation gewöhnen. Die Autorin geht in diesem Roman sehr feinfühlig ans Werk. Abwechselnd werden Laras Lebenssituation in der Gegenwart und die Entwicklung in der Vergangenheit beleuchtet, wo man mehr über die beiden Mütter der jungen Frau erfährt. Nach und nach fügt sich alles zu einem Gesamtbild, und sowohl Yomis als auch Patricias Beweggründe werden klar. Jede der drei Protagonistinnen für sich kann man gut verstehen, und auch für Laras Adoptivvater Barry hat man Verständnis, wenn man weiß, welche Gefühle und Gedanken hinter seinen Handlungen stecken. Dass Lara, die nach außen hin erfolgreiche Geschäftsfrau, insgeheim nicht völlig glücklich ist und von Verlustängsten geplagt wird, spürt man deutlich, wenn man ihr Verhältnis zu ihrem Freund Tyler betrachtet. Lara kann nicht glauben, dass sie geliebt wird und für andere Menschen wichtig ist. Mit ihrem daraus resultierendem Verhalten stößt sie diejenigen, die sie eigentlich liebt, immer wieder vor den Kopf. Es ist ein sehr emotionaler Roman, und ich könnte mir vorstellen, dass die Autorin auch Autobiographisches in die Geschichte gepackt hat, denn sie selbst lebt ebenfalls in London und hat auch einige Zeit in Nigeria, dem Land ihrer Vorfahren, verbracht. So gesehen weiß sie, wovon sie spricht und kann Laras Geschichte sensibel und glaubwürdig vermitteln. Dieser großartige Roman geht einem nahe und zeigt, wie wichtig es für die individuelle Entwicklung eines Menschen ist, die eigenen Wurzeln zu kennen sowie seinen persönlichen Platz in der Familie und im Leben zu finden.

Jules

Beiträge 8
13.06.2017

    Ein wundervolles Buch, welches zum Träumen einlädt und das man so schnell nicht aus der Hand gibt.
    Die Perspektive wechselt zwischen Lara, Yomi und Patricia. Wir begleiten also diese drei Protagonistinnen auf ihrem emotionalen Weg durch die Geschichte. Neben der Gegenwart reisen wir als Leser aber auch in die Vergangenheit der drei Frauen.
    Besonders gut hat mir Yomis Geschichte gefallen, denn sie führt uns nach Nigeria.
    Also in eine absolut fremde Kultur, quasi in eine fremde Welt.
    Dieses Buch ist wundervoll emotional und definitiv zu empfehlen!

    SarahLiebtBücher

    Beiträge 32
    06.05.2017

      "Wie können Tauben hören, wenn sie keine Ohren haben?"
      "Wo wohnen die Sterne am Himmel denn nachmittags?"
      "Warum bin ich ... anders?"
      Seite 21

      Inhalt:
      Lara wusste, dass es in ihrem Leben irgendwann einen einschneidenden Augenblick geben wird, der alles verändert, denn etwas fehlte in ihrem Leben. Sie wusste nur nicht, wann dieser Augenblick sein wird.
      Sie feiert gerade mit ihrer Familie und Freunden ihrem dreißigsten Geburtstag, als es an der Türe klingelt. Und Lara weiß - der Augenblick ist gekommen. Denn vor ihr steht plötzlich ihre leibliche Mutter Yomi, die Lara als kleines Baby in ihrer Heimat Nigeria in ein Waisenhaus gegeben hatte. Pat und ihr Mann haben sie adoptiert, mit nach England genommen und liebevoll aufgezogen. Aber Lara spürte schon als kleines Mädchen, dass sie irgendwie anders sein muss. Seit ihre Mitschüler sie wegen ihrer Hautfarbe hänselten und sie bewusst wahrnahm, dass ihre Eltern nicht ihre richtigen Eltern sein können, wünscht sie sich, dass ihre richtige Mutter sie zu ihrem Geburtstag besucht. Darauf musste sie aber noch viele, viele Jahre warten.
      Und plötzlich muss sich Lara ihrer Vergangenheit stellen und muss Entscheidungen treffen, denn nur so kann sie die Gegenwart bewusst leben und erleben.

      "Es ist klug, nur sich selbst zu Vertrauen.
      Verlass dich auf niemanden.
      Dann kann dich niemals jemand verletzen."
      Seite 170

      Handlung & Charaktere:
      Lola Jaye hat mit "Was fehlt, bist Du" ein absolut ergreifendes und mitreißendes Werk geschaffen, dass einen mitnimmt auf eine unglaublich emotionale Reise. Eine Reise, die das Leben dreier Frauen beschreibt, die über Kontinente getrennt sind, die aber doch so viel verbindet.
      In diesem Buch wartet eine Erzählung auf, die zwei Generationen verstrickt und die geschickt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her springt. Dieser Erzählstil fordert den Leser und zwingt ihn regelrecht, dieses Buch bewusst, mit Ruhe und Zeit zu lesen. Und genau das ist so wichtig, um alles in sich aufnehmen zu können. Ein großes Lob an die Autorin, die dies so optimal umgesetzt hat und wusste, wie sie ihre Leser mitnehmen kann, sie integrieren kann in diese Lebensreise dieser drei Frauen. Erzählt wird aus der Sicht des allwissenden Erzählers, mal aus Lara's Sicht, dann wieder aus Yomi's und aus Pat's Sicht. Vergangenheit und Gegenwart verschmilzt und man lernt alle drei Protagonistinnen gleichzeitig kennen und versteht, wie sich deren Leben verstrickt. Während man mit Lara's inneren Kämpfen in der Gegenwart mitleidet, ihrem Versuch, ihr Leben vollständig in den Griff zu bekommen, erfährt man zeitgleich aus Yomi's Sicht , unter welchen Umständen sie aufwuchs und später heiratete - und natürlich auch die Hintergründe, wie und warum sie die kleine Lara, oder besser Omolara, in das Waisenhaus gegeben hatte. Und dann ist da noch Pat, die junge ambitionierte Frau, die von ihrer Familie im Stich gelassen wurde, als sie sich für eine Karriere als Sängerin entschied. Eine Frau, die sich nichts sehnlicher wünscht, als eine Familie um sich zu haben und deren Wunsch leider nicht erfüllt wird - bis das Schicksal ihr die kleine Lara in die Arme legt.
      Der Kreis schließt sich und dieses Schicksal bindet diese drei Frauen für ein Leben aneinander.

      "Sie hatte davon gehört, wie manche Menschen in diesem Land behandelt wurden, bloß weil man sie für anders hielt. Aber was hieß das, anders? Menschen bluteten gleich, Herzen schlugen gleich. Das alles ergab für Pat keinen Sinn.
      Seite 85

      Geschrieben ist dieses Werk ganz unüblich in roter Schrift. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum. Zuerst dachte ich, diese rote Schrift steht für die Liebe, denn die Liebe ist ja ein zentrales Thema. Aber nach einigem Nachdenken glaube ich, diese rote Schrift symbolisiert das Blut, dass durch die Adern der Familie fließt und das sie für ein Leben verbindet - egal, ob Kontinente die Menschen voneinander trennt.

      Mein persönliches Fazit :
      Die Autorin Lola Jaye ist für mich persönlich eine absolute Neuentdeckung und ihr Werk "Was fehlt, bist Du" eine wahre Bereicherung. Dieses Buch strotzt vor unglaublicher Sprachgewalt. Schnörkellos und doch so Emotionsgeladen. Ich habe mitgelitten, mitgetrauert, mitlacht - ich habe eine emotionale Achterbahn der Gefühle hinter mir! Ein tolles Buch - ein Buch über die Liebe, über die Familie, über Zusammenhalt. Meine absolute Leseempfehlung - und mein bisheriges Jahres-Lesehighlight!

      Fee

      Beiträge 35
      eine Antwort 11.04.2017

        Ein tiefes und rührendes Buch, wie eine Geschichte, aus dem wahren Leben und eine große Liebe zur Familie!

        Ich liebe es, wenn man ein Buch beginnt und nicht weiß, wo es einen hinführt. So war es bei diesem Buch hier. Es ging über Ländergrenzen und sogar über Kontinente und trotzdem hatten die Frauen, deren Geschichte erzählt wird, etwas gemeinsam.

        Sie waren alle einzigartige Charaktere, gestaltete mit dem wahren Leben und einer großen Liebe, und doch verband sie etwas tief in sich.

        Die Geschichte hat mich auf eine besondere Weise berührt, es ist immer schwer, ein Kind wegzugeben und trotzdem hat es die Autorin geschafft die beiden wieder aufeinander treffen zu lassen.

        Nach und nach wurde mir klar, dass ich es doch tatsächlich mit einem Meisterwerk zu tun habe. Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem, dertiefgründige Familiengeschichte liebt und es mag, wenn Worte einen berühren!

        • Hexenturm

          Beiträge: 61
          18.04.2017

          Das Cover das Buch und auch der Titel sprechen mich sehr an.
          Ich habe nach dem Klappentext echt überlegt ob ich dieses Buch lesen möchte, da ich immer sehr emotional bin wenn es irgendwie um Kinder uns ihre Schicksale geht.
          Aber nachdem ich die ganzen Rezesionen gelesen habe bin ich doch sooo neugierig geworden, dass dieses Buch auf meinem Wunschzettel landet.

        Maggsy

        1 Beitrag
        07.03.2017

          Eine ergreifende Geschichte, die mich daran erinnerte, wie ich mich gefühlt habe, als ich mein Kind zur Adoption frei gab. Es tat weh - vor 35 Jahren - und es tut noch immer weh. Aber ich weiß, ich habe ihr ein gutes Leben geben wollen, besser, als ich ihr damals hätte geben können.
          Sie hat einen tollen Adoptivvater und -bruder, leider aber nicht viel Glück, was Mütter angeht. Ich fühle mich oft schuldig, aber ich weiß, es war kein Fehler!
          Ich liebe sie, selbstverständlich. Aber ich akzeptiere auch, dass sie mich nicht liebt, nicht lieben kann - weil wir in anderen Welten aufgewachsen und ich in ihrer Welt nicht wirklich da war, als es wichtig war.

          Leselust

          Beiträge 34
          25.02.2017

            Über Ländergrenzen und Kontinente hinweg leben die drei Frauen, von denen Lola Jaye in ihrem Roman erzählt. Sehr schnell wird mir als Leser deutlich, wie sehr die Frauen aus Nigeria und England doch miteinander verbunden sind.

            Die eine gab ihr Kind nicht freiwillig her. Sie wusste nicht, wo es eines Tages wohl landen würde und doch hat die Autorin den Mut, Mutter und Tochter nach Jahren wieder aufeinandertreffen zu lassen.

            Beim Lesen dieser beeindruckenden Geschichte wird mir schnell klar, es geht hier um große Emotionen und diese mir bislang unbekannte Autorin beherrscht ganz zweifelsfrei ihr Fach, aber es geht eigentlich noch um vieles mehr. Für mich spielen in diesem Roman auch die Themen Familie, Armut und Reichtum, Gerechtigkeit und das Leben schlechthin mit.

            Eine Geschichte mit weinroten Buchstaben geschrieben, vielleicht auch deshalb, weil rot die Farbe der Liebe ist und bei Lola Jaye hat die Liebe eine Chance.

            Ein gelungenes Leseereignis diktiert von Emotionen, Liebe und dem großen Thema Familie!

            Jako

            Beiträge 44
            12.01.2017

              Wer genert von vorhersehrbaren Liebesromanen ist, aber dennoch ein Frauenbuch lesen möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig.
              Es ist ein sehr emotionaler Roman, die Autorin vermittelt Laras Geschichte sensibel und glaubwürdig, er steckt voller Gefühle, Liebe, Zweifeln, Sehnsucht und Angst.
              Ein tolles Buch für gemütliche Abende.

              readforthethrill

              Beiträge 2
              12.04.2013

                Lola Jaye: Was fehlt, bist du

                Nach ihren beiden Romanen “Für immer, Dein Dad” und “Bis du erwachst” ist “Was fehlt, bist du” Lola Jayes dritter Roman.

                Die Gestaltung des Buches gefällt mir gut und hat mit den roten Mohnblumen und den kleinen Blümchen und Schmetterlingen ein wenig Farbe in den noch so tristen “Restwinter” gebracht. Noch mehr Farbe ist im Innern dieses broschierten Romanes zu finden: Die Schrift ist nämlich durch das gesamte Buch hindurch rotbraun! Und keine Angst, die gewählte Farbe ist sehr angenehm zu lesen und macht die Augen nicht müder als schwarze Schrift.

                Zum Inhalt (laut Buchrücken):
                Yomi hatte eine Tochter und musste sie weggeben. Der Schmerz lässt ihr keine Ruhe…
                Patricia hat Ehemann und Tochter. Aber sie hat Angst, sie zu verlieren…
                Drei Frauen, drei Leben, drei Schicksale – und die Erkenntnis, dass man seine Familie immer in sich trägt.

                Der erste Satz: Lara war jetzt ein Alien.

                Nachdem mich “Für immer, Dein Dad”, Lola Jayes Debütroman, sehr berühren konnte, wollte ich unbedingt noch ein Buch der Autorin lesen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich diesen Roman lesen durfte.
                “Was fehlt, bist du” behandelt die Themen Adoption, Familie und auch die Suche nach sich selbst. Darüber hinaus bekommt der Leser einen Einblick in die Kultur Nigerias. Was ich dabei besonders spannend finde ist, dass Lola Jaye selbst adoptiert wurde und ursprünglich ebenfalls aus Nigeria stammt. In der Danksagung schreibt sie zwar, dass dieser Roman komplett erfunden ist, ich denke aber, dass Lola Jaye einige der Gefühle, die Lara im Laufe ihres Lebens durchläuft, selbst auch schon empfunden hat.
                Die Erzählperspektive wechselt zwischen Lara, Yomi und Patricia. Wir begleiten diese drei Frauen auf ihrem emotionalen Weg, denn sie alle haben eine Geschichte. Neben dem “Hier und Jetzt” reist der Leser aber auch in die Vergangenheit der drei Protagonistinnen. Besonders gut hat mir Yomis Part gefallen, denn sie führt den Leser nach Nigeria, in eine fremde Kultur, eine fremde Welt. Sie hat es nicht leicht in ihrem Leben, denn sie muss sich gegen ihr Herz entscheiden.
                Patricia hat das Leben eines Popstars geführt, doch nicht alles ist in ihrem Leben perfekt. Ihr Ehemann, der sie immer von ganzem Herzen unterstützt, ist ihr Fels in der Brandung und als sie dann ihre kleine Tochter adoptieren, bereichert diese ihr Leben. Doch es bleibt immer die Angst, sie könnte sie wieder verlieren. Und es gibt ein dunkles Loch in ihrem Herzen, dass mit ihrer Vergangenheit zu tun hat und dass ihr keine Ruhe lässt.
                Lara wurde adoptiert. Sie ist eine erfolgreiche junge Frau, die von ihrem Freund und ihren Eltern geliebt wird. Und doch zweifelt sie an sich selbst. Wir erleben Laras Kindheit mit, die unendliche Liebe ihrer Eltern, aber auch ihre Unsicherheit, verursacht durch die komischen Blicke fremder Menschen, oder gemeine Kommentare von Mitschülern. Und obwohl ihre Kindheit in so viel Geborgenheit verlaufen ist, sie nun als 30-Jährige eine von Erfolg gekrönte Karrierefrau ist und man meinen könnte, dass sie ein perfektes Leben lebt, so lebt sie trotzdem nach dem Motto “Es ist klug, nur sich selbst zu vertrauen. Verlass dich auf niemanden. Dann kann dich niemals jemand verletzen.” (Seite 170). Und das schon seit sie ein kleines Mädchen war, was ich sehr traurig finde.
                Dieser Roman steckt voller Gefühle. Er erzählt von Liebe, Sehnsucht, Zweifeln, Angst und das Ende hat mich doch ein paar Tränchen gekostet.

                Fazit: Ein sehr gefühlvoller Roman, den es definitiv zu lesen lohnt!