Mia Morgowski

Dicke Hose

Frauen tragen Prada. Männer dicke Hose.
Um seinem besten Kumpel einen Gefallen zu tun, springt Alex kurzfristig als Verkäufer bei Miucci ein. Die Luxusmarke für Handtaschen und Damen-Unterwäsche ist natürlich so gar nicht seine Welt. Aber verkaufen, denkt er, kann man alles. Doch plötzlich soll Alex pinkfarbene Samtanzüge tragen und Gucci von Pucci unterscheiden. Dabei weiß er nicht mal, was eine Clutch ist, geschweige denn wie man sie hält! Was tun? Um seine neue Chefin zu beeindrucken, macht Alex erst einmal einen auf dicke Hose. Zu dumm nur, dass Victoria so verdammt attraktiv ist – und ihn schon bald durchschaut ...


Autorenbild Foto von Mia Morgowski

Die  Autorin

Mia Morgowski ist gebürtige Hamburgerin. Viele Jahre hat sie als Grafik-Designerin in verschiedenen Werbeagenturen gearbeitet, bevor 2008 ihr Debütroman erschien: «Kein Sex ist auch keine Lösung» war ein Bestseller und wurde erfolgreich fürs Kino verfilmt. Es folgten zahlreiche weitere Romane, die sich alle ihrem größten Hobby widmen: dem modernen Mann und seinen Macken. Denn Mia kennt sich aus mit Männern. Einen hat sie sogar geheiratet.


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Rezensionen

nasa

Beiträge 3
28.09.2018

    Die Autorin kannte ich vorher noch gar nicht, aber sie hat mich positiv überrascht. Sie hat einen tollen flüssigen Schreibstil den man locker und leicht lesen kann. Zudem versprüht die Autorin in dem Buch viel Charme und Witz. Ein Mango an dem Buch ist das einige Situationen zu überspitzt dargestellt sind und zu vorrausschauend.

    Alex ist eigentlich Makler von Beruf und plant seinen Urlaub mit einem Kumpel. Doch dieser bittet Alex um einen großen Gefallen. Da Florian krank geworden ist bittet er Alex darum ihn in seinem Modehaus als Verkäufer zu vertreten. Doch Alex hat sich darunter was anderes Vorgestellt. Plötzlich findet er sich in einer Luxusboutique wieder. Diese verkaufen Handtaschen und Damen Dessous. Doch er ist der Meinung verkaufen kann man alles. Doch dann fängt der Wahnsinn erst richtig an. Er muss sich passend zum Wochenmotto kleiden und findet sich in einem pinkfarbenen Anzug wieder. Zudem hat er einen schwulen Kollegen und eine selbsternannte Chefin die scheinbar eine Diva ist. Da er von den ganzen Luxusgütern wie Gucci, Versage etc. gar keine Ahnung hat macht er einen auf Dicke Hose um seine neue Chefin zu beeindrucken. Alles läuft irgendwie anders als Alex es sich vorgestellt hat und das Chaos ist vorprogrammiert.

    Alles in allem ein sehr lustiges und unterhaltsames Buch, was sich schnell lesen lässt.

    leseratte1310

    Beiträge 33
    10.06.2017

      Alexander Held ist nicht sehr erfolgreich in seinem Beruf als Immobilienmakler. Aber das gibt er ungerne zu. Er schneidet nicht direkt auf, aber er stellt auch nichts richtig.
      Er hat vor mit seinem Freund Florian in Urlaub zu fahren. Florian ist Geschäftsführer in einer Filiale, die zu Miucci gehört, einem Modelabel seines Vaters. Er fährt einen tollen Schlitten und wohnt in einem schicken Loft. Beim Treffen in einer Kneipe bricht Flo zusammen, muss dann zu weiteren Untersuchungen in eine Klinik und braucht dringend einen Stellvertreter im Laden. Davon darf aber Florians Vater nicht wissen, damit er sich keine Sorgen macht.
      So gerät Alex in das Geschäft, in dem sehr hochwertige Handtaschen und Mode der italienischen Marke Miucci verkauft werden. Er trifft dort den schwulen Verkäufer Kai und die Geschäftsführerin Victoria. Es kommt wie es kommen muss: Wieder nimmt er es mit der Wahrheit nicht so genau und wird so zu Florians Bruder. Eine Unwahrheit zieht die nächste nach sich. Er macht so ziemlich alles Falsch, was man falsch machen kann.
      Manchmal nervt mich dieser Typ. Wie kann jemand nur so aufschneiden. Aber trotz allem ist er nicht total unsympathisch. Dazu trägt bei, dass seine Gedanken doch sehr widersprüchlich sind zu dem was er sagt und tut. Auch scheint er manchmal auf der Leitung zu stehen, wenn er nicht bemerkt, was sein Freund Florian für ein Spiel mit ihm treibt.
      Alexanders Freundin Tanja will unbedingt von einem erfolgreichen Typen geheiratet werden. Sie merkt nicht, was mit ihm los ist und er kann sich nicht gegen ihre Vereinnahmung wehren. Dies führt natürlich zu weitere Komplikationen.
      Die Geschichte ist witzig, manchmal schon etwas nervend witzig. Schön finde ich die Idee mit dem Daumenkino. Ein Buch für graue Winterabende.

      lenilotta

      Beiträge 47
      23.05.2017

        Alex will seinem Freund Florian einen Gefallen tun und springt für ihn ein um in der Modeboutique von Florian’s Vater auszuhelfen. Was soll schon der Unterschied sein, ob man als Immobilienmakler Wohnungen verkauft oder Taschen und Klamotten von Luxusmarken. Ein Clutch wird schon nichts schlimmes sein. Alex geht in die Boutique und eckt gleich mit der Geschäftsführerin Victoria an. Dabei ist sie doch eigentlich recht hübsch und attraktiv…

        Unterhaltsame Geschichte, meiner Meinung auch was für Wenigleser, denn man kommt gut rein und es läßt sich leicht und locker lesen.

        vronika22

        Beiträge 13
        22.10.2016

          Inhalt:
          Alex arbeitet eigentlich als Immobilienmakler in Hamburg und ist nicht so wirklich erfolgreich. Vor allem mit Frauen hat er ein Problem beim Vermitteln der Wohnungen.
          Während er eigentlich Urlaub hat, muss er für seinen Freund Florian einspringen, der Juniorchef in einem exklusiven Modegeschäft ist. Das Chaos ist vorprogrammiert...

          Meine Meinung:
          Hauptprotagonist Alex ist ein absoluter Tolpatsch und sehr naiv. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen muss man ihn einfach mögen. Er ist so blauäugig und schusselig, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss. Allerdings ist seine Naivität stellenweise etwas zu übertrieben, so dass es dann doch manchmal zu unrealistisch rüberkommt.
          Nichtsdestotrotz ist das Buch absolut witzig und humorvoll geschrieben, so dass ich immer wieder laut lachen musste und mich köstlich amüsiert habe. Das Buch ist mit sehr viel Wortwitz geschrieben und ich konnte mir die einzelnen Szenen wirklich bildhaft vorstellen.
          Es kommen natürlich viele Klitschees aus der Welt der Mode vor und finden hier ihre Bestätigung.
          Die Story selbst ist wirklich nett und mal was anderes und obwohl etliche Modebegriffe vorkommen auch sehr unterhaltsam, wenn man nicht unbedingt ein Modefan ist.
          Es ist einfach ein absoluter Unterhaltungsroman, mit sehr viel Witz und Humor. Ich habe mich köstlich amüsiert, und selten bei einem Buch so viel gelacht!

          Sandra (Büchernische)

          1 Beitrag
          10.07.2013

            Gelungene Unterhaltung!

            Im letzten Monat im Jahr 2012 wurde es fröhlich bei der Lesechallenge Dezember . Mia Morgowski , Autorin von mittlerweile vier humorvollen Romanen , darunter " Kein Sex ist auch keine Lösung " welches auch verfilmt wurde, begleitete die Leserunde rund um ihr Buch » Dicke Hose «, das im Dezember im Rowohlt Verlag erschien. Das Buch fällt eigentlich so gar nicht in mein Beuteschema, umso überraschter war ich, als ich die Leseprobe durchlas und durchaus begeistert war. Spritziger Humor zog mir da aus den ersten Seiten entgegen und ich beschloss es zu wagen, mal einen Ausflug ins humorvolle Chicklit-Genre zu unternehmen. Ich habe es nicht bereut. Aber nicht nur das Buch war toll...
            Lachmuskelstrapazierung
            Alexander Held ist Makler und arbeitet für ein renommiertes Maklerbüro. Dort geht es streng zu, sein Chef hat ein Punktesystem eingeführt und Alex gehört zu den Mitarbeitern, die auf der Abschussliste stehen. Als ob das nicht genug wäre, wird sein Kumpel Florian krank und Alex muss für ihn im Luxusladen Miucci einspringen. Was er dort erlebt, hätte er sich wohl auch nicht träumen lassen, er hat doch so gar keine Ahnung von Chloé, Versace und den neuesten Trendfarben des Frühjahrs. Das kann 'was werden! Irgendwie geht hier auch so manches nicht mit rechten Dingen zu...

            Mia Morgowski gehört zu den Größen ihres Genres, wie oben schon erwähnt, wurde eines ihrer Bücher bereits mit namenhaften deutschen Schauspielern verfilmt. Umso schöner, dass die Autorin sich die Zeit nahm und die Lesechallenge sowie unsere Leserunde begleitete. Als das Buch nach einer ziemlich langen Wartezeit hier eintraf, musste ich dann doch erst einmal schmunzeln. Ein grellpinkes Cover leuchtete mir entgegen, darauf blickt ein Küken in blauer Jeans keck zwischen zwei Eierschalenresten hervor. Das Coverbild an sich ist eher sinnbildlich zu verstehen, denn um gelbe niedliche Küken geht es in »Dicke Hose« eher weniger; vielmehr musste sich der Protagonist mit so mancher zickigen Pute oder Henne auseinandersetzen. Im Buch selbst befindet sich ein weiteres witziges Gimmick in Form eines kleinen Daumenkinos, aber lasst euch selbst überraschen, was euch da erwartet.
            Zwischen Glastresen und Regalmonster steht Mr. Spock und schaut mich fragend an. Bis auf seine Haare, die exakt der Regalfarbe entsprechen und die offenbar auch mit demselben Lack versiegelt wurden, ist alles an dem Kerl... beige. Hellbeige, um genau zu sein. [...] Wie ein gepelltes Ei mit Bart sieht er aus und verstärkt so auf wundersame Weise den außerirdischen Eindruck dieses Ladens. - Seite 65
            Anders war manch Weibsbild in diesem Roman nicht zu bezeichnen, vor allem auf den ersten Seiten fuhr die Autorin gleich mal dicke Geschütze auf und präsentierte uns den wahrgewordenen Albtraum eines jeden Immobilienmaklers: hochnäsig, konsum- und luxusfixiert, am Geldbeutel eines reichen Mannes hängend, kopfüber in einen Farbtopf geplumpst und äußerst besitzergreifend sowie rücksichtslos. Wie ich solche Frauen verabscheue... brrr. Identifikation: Fehlanzeige! Um Himmels Willen, genauso möchte doch niemand sein... oder? Also ich jedenfalls nicht. Doch diese etwas durchgeknallte Barbiepuppe namens Britney - Namensähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind rein zufällig und von der Autorin nicht beabsichtigt - brachte mich dann doch zum Lachen, allein schon aufgrund ihrer eigenen Skurilität.
            Unterhaltung pur
            Skuril, das ist das Stichwort. Diese Eigenschaft trägt der Roman wie eine Fahne vor sich her, gepaart mit einer deftigen Prise Humor, der ein ums andere Mal auch in etwas seichtere Regionen abdriftet. Aber das ist ok, hey wir haben hier ein humorvolles Buch vor der Nase, keine ernste Lektüre. Kritisch kommt das Buch dann aber doch zwischen den Zeilen daher, wie ich immer wieder festgestellt habe. Trotz aller Flapsigkeit und lockerem Schreibstil - das Buch las sich sehr flüssig - steckt doch ein Fünkchen Ernsthaftigkeit und Wahrheit hinter den Buchstaben des Quietsche-Covers. Wer auf dicke Hose macht, hat meistens etwas zu verbergen und macht sich selbst größer, als er ist oder es nötig hat. So manches Lügengebilde wurde aufgebaut und in sich zusammengefaltet wie eine traurige, kaputte Ziehharmonika. »Lügen haben kurze Beine« heißt es so schön. Wie wahr, wie wahr.
            »Guten Tag.« Angelockt von meinem Paradiesvogeloutfit , steuert sie zielstrebig auf mich zu. Leider fehlt ein Mann an ihrer Seite, mit dem ich das Verkaufsgespräch mal eben schnell abwickeln könnte. Sie ist allein, und sie sieht anstrengend aus. »Führen Sie auch Mulberry?«, will sie als Erstes von mir wissen. Ich sag ja: Ihr fehlt der Mann. Sie will ein Blackberry und hat sich im Laden geirrt. Kann ja mal passieren. - Seite 105
            Wer sich in der Modewelt nicht so recht auskennt, der wird mit diesem Buch evtl. ein paar Probleme haben - zunächst. Wenn man aber einen geflissentlichen Blick ans Ende des Buches wirft, wird man mit Freude feststellen, dass sich dort ein recht ausführliches modisches Glossar befindet, welches so manche Unwissenheit rund um Prada, Kleidungsstil und Begriffen eines wahren Modeenthusiasten aus dem Weg räumt, natürlich nicht ohne die passende humorvolle Würze. Der Roman spielt zum größten Teil in einer Modeboutique für Luxusartikel und lässt auch die Gelegenheit nicht aus, die typischen Klischees dieser Branche aufzuzählen. Dies bringt die Autorin mit so einer direkten Art von Humor rüber, das man gar nicht anders kann, als sich zu amüsieren.
            Kaum dass ich allein im Keller bin, hetze ich in die Haremskabine und schäle mich aus der pinkfarbenen Gefängniskleidung. Offenbar sind Freizeitklamotten nach Ladenschluss erlaubt. Endlich! Meine Rückverwandlung vom Zebra zum Menschen! - Seite 155
            Kurzum: »Dicke Hose« ist mehr als nur heiße Luft zwischen Glamour & Handtäschchen, in diesem Roman steckt richtig Power. Er macht Freude, er unterhält für einige Stunden und strapaziert auch ein wenig die Lachmuskeln, sofern man mit dem Humor auf einer Welle reitet und nicht alles für bare Münze nimmt. Das Buch war mein erster Ausflug in diese Art der Unterhaltungsliteratur, welchen ich nicht bereut habe und mir durchaus vorstellen kann, in einem weiteren Buch der Autorin zu schmökern.

            Mein Fazit: Gute Unterhaltung für zwischendurch, auch für Leser die normalerweise kein Fan des Chicklits sind. Humorvoll, ironisch und ein tolles Lesevergnügen für das Wochenende!

            Vero Nefas

            Beiträge 2
            24.04.2013

              Angenehm geschriebene, kurzweilige Unterhaltung mit viel Lachmuskeltraining.

              Inhalt:

              Alex, erfolgloser Immobilienmakler kurz vor dem Rauswurf, will eigentlich nur noch eins: Mit seinem Kumpel Florian in den Urlaub fahren und dort nicht nur Skifahren, sondern vor allem den Après Ski in vollen Zügen genießen. Kurz vor der Abfahrt erleidet Florian einen Schwächeanfall und muss zur Überprüfung in eine Klinik. Damit aber nicht genug. Alex muss nämlich nicht nur auf seinen Urlaub verzichten, sondern soll auch noch in der Nobelboutique von Florians schwer reichem Vater aushelfen. Leider hat er von Mode überhaupt keine Ahnung und so beginnen ein paar sehr unterhaltsame Tage zwischen Miucci und Prada, Taschen und Dessous. Und dann ist da auch noch Victoria, die so gar nicht in sein Bild einer “Modetussi” passen will .

              Kritik:

              Vorweg: Diese Buch ist witzige, kurzweilige Unterhaltung, ohne wirklich tieferen Sinn. “Dicke Hose” ist ein Roman der in erster Linie unterhalten soll und das tut er, wenn man das Genre mag. (Und ja, das ist wirklich eine Grundvoraussetzung, weil man das Buch sonst genervt in die Ecke pfeffert)
              Die Figuren sind charmant und süß, bisweilen überzeugend realistisch nervig. Aber alle einen Tick überzeichnet und entsprechen natürlich diversen gängigen Klischees: Alex als riesiger Macho und unfähiger Trottel, der sich dann aber zum Mann mausert, der reiche Kumpel bei dem auch nicht alles so ist, wie es scheint, die süße Frau, die so gar nicht in das Frauenbild des Helden passt aber trotzdem sein Herz erobert und diverse Nebencharaktere die für viel Verwirrung sorgen. Ein bisschen wie Susan Elizabeth Phillips mit vertauschen Rollen, ein Mann in der Rolle der Frau. (Nein, das sind keine Spoiler ;) )

              Wer auf Chic lit steht und mit den genretypischen Figuren und Handlungsabläufen kein Problem hat, der wird sich hier köstlich amüsieren. Mia Morgowski schreibt angenehm locker und spritzig. Der Roman ist leicht zu lesen, eher umgangssprachlich geschrieben, aber nicht übertrieben oder gewollt “cool”. Die Dialoge wirken meistens überzeugend. Nur manchmal ist mir Alex einfach einen Tick zu doof.
              Auch wenn es mir an der ein oder anderen Stelle ein bisschen zu viele Missgeschicke waren und dem Protagonisten, aufgrund seiner Unfähigkeit sich verständlich auszudrücken oder zuzuhören ein paar zu viele Fehler passieren, hat mich der Roman kurz (war an 2 Abenden ausgelesen obwohl ich eigentlich gar keine Zeit zu lesen hatte) aber gut unterhalten. Sehr süß und witzig finde ich auch das “Mode Glossar” am Ende des Romans und das Daumenkino mit dem Küken.

              Mia Morgowski hat damit geschafft woran Sophie Kinsella und Kerstin Gier oder Ildikó von Kürthy gescheitert sind: Sie hat sich, als erste Deutsche Autorin, einen Platz neben der (meiner) Königin des Frauenromans erkämpft und darf künftig neben Susan Elisabeth Philipps im Regal stehen!
              Fazit:
              “Dicke Hose” ist ein Romam für die Frau von heute und für Männer die noch was lernen wollen ;-) Die Figuren sind witzig und sympathisch, für das Genre typisch überzeichnet und auch sehr Klischeebehaftet, aber dennoch eigenständige Persönlichkeiten. Auch wenn der Protagonist für meine Begriffe manchmal einen Tick zu tölpelhaft, dämlich und naiv ist.

              Angenehm geschriebene, kurzweilige Unterhaltung ohne tieferen Sinn, aber dafür mit viel Lachmuskeltraining. Und irgendwo hat diese Geschichte ja doch ein bisschen Moral – nämlich, dass Lügen sich nicht lohnen und man weiter kommt, wenn man a) die Wahrheit sagt und b) überhaupt mal was erklärt.
              Bei den Sternen musste ich ein bisschen überlegen, hab mich dann aber doch für 4,5 (aufgerundet auf 5) entschieden, weil die meisten Gründe für Abzüge im Prinzip im Genre selbst zu suchen (und zu finden) sind und ich doch dieses Buch genau aus dem Grund gelesen habe.

              PS: Liebe Mia (falls du das hier liest), es gibt unzählige Männer die ganz wild auf Sushi sind ;)

              4,5/5 Sternen

              Girdie

              Beiträge 31
              27.03.2013

                Wer gerne eine große Klappe riskiert ...

                „Dicke Hose“ von Mia Morgowski ist als Taschenbuch im Rowohlt Verlag erschienen. Es umfasst 345 Seiten, die in 25 Kapitel unterteilt sind.
                Ergänzend findet sich im Anschluss daran ein Modeglossar mit Erklärungen aus der Sicht des Protagonisten. Eine schöne Idee, finde ich, ist das
                Daumenkino, das sich beim schnellen Abblättern der Seiten durch die Zeichnungen unten auf der jeweils rechten Seite ergibt. Die Sequenz, die zu sehen ist, passt zum Cover, von dem sich Leser komödiantischer Unterhaltung angesprochen fühlen. Auch der Titel passt zur Erzählung über Alexander Held, den Protagonisten, einem wahren Macho der gerne mal über sein Leben prahlt.

                Alexander, Florian und Ben sind seit einigen Jahren Kumpels, die sich gerne in der Kneipe von Ben auf ein Bierchen treffen. Alex ist Makler von Beruf, doch leider hat er schon länger keinen Vertrag mit Kunden mehr abschließen können und fürchtet nun um seinen Job, natürlich ohne dies öffentlich zugeben zu wollen. Florian, genannt Flo, ist Geschäftsführer eines Ladens, der seinem Vater gehört und wie Alex vermutet, luxuriöse Taschen verkauft. Beide haben gemeinsam für die nächste Woche Urlaub gebucht, doch Flo bricht plötzlich in der Kneipe zusammen. Nach einigem Zögern verspricht Alex seinem Kumpel für ihn aushilfsweise im Laden einzuspringen statt in Urlaub zu fahren, während er Flo zur Erholung in Kur wähnt. Doch das Geschäft verkauft nicht nur angesagte Taschen, sondern auch die neuesten Kreationen im Bereich Damenmode und -unterwäsche. Zur Verkaufsförderung trägt dabei das Personal Teile der aktuellen Kollektion bekannter Designer, dessen Farben und Schnitte nicht den Modegeschmack von Alexander treffen. Florian hat Alex als Top-Verkäufer angekündigt und dieser gibt alles, um der Anforderung gerecht zu werden, leider ohne auch nur einen Funken Ahnung von der Branche zu haben. Zum Glück gibt es da noch die gutaussehende erste Verkäuferin Viktoria, die nicht nur die Lage sondern auch ihn gut im Griff hat.

                Die Autorin schafft mit Alexander Held eine trotz ständigen Aufschneidens sehr liebenswürdige Person, die sich von einem Fettnapf in den nächsten lügt und den Leser darüber belustigt den Kopf schütteln lässt. Der Roman ist aus der Sicht von Alexander erzählt, so dass der Leser auch seine Gedanken mitverfolgen kann, was wiederum zu weiteren amüsanten Szenen führt. Daneben gibt es noch mit Florian einen denkbar unbeliebten Charakter und Viktoria, die durch ihre Normalität die Herzen der Leser gewinnt sowie weitere durchgehend skurill überzeichnete Personen. Gut finde ich auch, wie Mia Morgowski Alexanders Handlungen als Makler und als Modeverkäufer miteinander zu einer passenden Story verknüpft. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und ich kann es als locker-leichte Leselektüre empfehlen.

                Nabura

                Beiträge 28
                27.02.2013

                  Aus dem Leben eines Hochstaplers

                  Alex wohnt in Hamburg und arbeitet für ein Maklerbüro. Leider hat er
                  seit mehreren Monaten keine Wohnung mehr verkauft. Dass dies an seiner
                  flapsigen Art und einem Problem mit Frauen liegt, möchte er sich
                  allerdings nicht eingestehen. Gegenüber seinen Freunden und seiner neuen
                  Freundin macht er daher einen auf dicke Hose. Und so wird er von seinem
                  Kumpel Flo um den Gefallen gebeten, für eine Weile in seinem Geschäft
                  für ihn einzuspringen – wenn er so erfolgreich ist, kann er doch
                  sicherlich alles verkaufen! Kein Problem, denkt sich auch Alex – doch
                  dann stellt er fest, dass in besagtem Geschäft vor allem Handtaschen und
                  Unterwäsche für Frauen verkauft werden. Angekündigt als ehemaliger
                  Prada-Verkäufer beginnt Alex an seinem ersten Arbeitstag gleich wieder
                  mit der Hochstapelei – und die Dinge nehmen ihren Lauf…

                  Die
                  Aufmachung des Buches gefällt mir gut. Auf den ersten Blick ist klar,
                  dass es sich hier um ein humorvolles Gute-Laune-Buch handelt. Auch das
                  Daumenkino im inneren des Buches ist eine schöne Idee. Schade finde ich
                  allerdings, dass die rosa/pinke Farbe männliche Leser eher nicht
                  ansprechen wird, denn die Geschichte ist in meinem Augen für Frauen und
                  Männer gleichermaßen geeignet.

                  Über Alex‘ Charakter musste ich
                  von der ersten Seite an den Kopf schütteln. Ihm gelingt es zielsicher,
                  von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten. Darüber hinweg täuscht er
                  durch ein von ihm errichteten Lügengebilde, das mit jeder Seite größer,
                  aber auch wackliger wird. Mit jeder neuen Lüge habe ich mich gefragt,
                  wann es wohl zusammenbrechen wird. Eins muss man Alex aber lassen: Trotz
                  aller Lügen hat er einen charmanten und lieben Kern, sodass ich häufig
                  nur grinsend den Kopf über ihn schütteln musste. In einigen Situationen
                  legt er allerdings auch eine unglaubliche Naivität an den Tag, die ich
                  nicht ganz nachvollziehen konnte und durch die zum Beispiel
                  Missverständnisse lange nicht aufgeklärt wurden. Diese sind gegenüber
                  den zahlreichen humorvollen Szenen, die mich gut unterhalten konnten,
                  aber in der Minderheit.

                  Am sympathischsten war mir in der
                  Geschichte Victoria, welche während Florians Abwesenheit die
                  Verantwortung für das Geschäft übernommen hat. Sie behält inmitten all
                  des Chaos stets den Überblick und versucht, den Betrieb trotz
                  Mitarbeiterausfällen aufrecht zu erhalten und Alex in den Modeverkauf
                  einzuführen. Dies resultiert jedoch meist darin, dass sie das
                  Schlamassel, das Alex angerichtet hat, wieder beseitigen muss. Ihr
                  Verhalten und ihre Gefühle konnte ich von allen Charakteren in diesem
                  Buch am besten nachvollziehen.

                  „Dicke Hose“ ist humorvoll und
                  kurzweilig. Das Lügengespinst des Hauptcharakters Alex ist so
                  abenteuerlich, dass zahlreiche ausweglose Situationen zustande kommen,
                  welche er eher schlecht als recht meistert. Gelegentlich war mir sein
                  Verhalten zu naiv, meist aber einfach nur amüsant. Das Buch empfehle ich
                  als humorvolle Lektüre für zwischendurch gerne an Leserinnen weiter
                  (und möchte auch die männlichen Leser ermuntern, sich nicht von der
                  Coverfarbe abschrecken zu lassen).

                  KleineHexe82

                  1 Beitrag
                  26.02.2013

                    Vom Macho zum Frauenversteher...

                    Infos zum Buch

                    „Dicke
                    Hose“ ist bereits das vierte Buch der Hamburger Autorin Mia Morgowski,
                    die 2008 ihren Debütroman „Kein Sex ist auch keine Lösung
                    veröffentlichte. Wie alle ihre Romane ist auch ihr neuester im Rowohlt
                    Taschenbuch Verlag erschienen. Das Werk umfasst ziemlich genau 350
                    Seiten. Bereits das Cover, bei dem Rosatöne dominieren und auf dem ein
                    niedliches Küken zu sehen ist, weist darauf hin, dass es sich hier um
                    einen Roman mit weiblicher Zielgruppe handelt. Wie der Titel „Dicke
                    Hose“ aber bereits vermuten lässt, ist die Hauptperson der Geschichte,
                    der Immobilienmakler Alex, ein Mann, noch dazu ein besonders männliches
                    Exemplar, bestückt mit vielen Vorurteilen über Frauen und wenig Ahnung
                    von deren Vorlieben, vor allem was Mode angeht. Mia Morgowski hat sich
                    also entschieden, aus der männlichen Sichtweise zu schreiben, was diesen
                    Roman etwas von vielen anderen Liebesromanen unterscheidet, die ja
                    meist aus der Perspektive der Frau erzählen. Im Anhang findet man noch
                    Alex‘ Modeglossar, das ich sehr amüsant fand, weil dort alle möglichen
                    Modetrends wie Nude-Look oder UGG-Boots mit den Augen eines Mannes
                    beurteilt werden, wobei sie natürlich nicht allzu gut abschneiden.

                    Inhalt

                    Die
                    Geschichte beginnt mit einer sehr amüsanten, aber für den Makler Alex
                    nicht erfolgreichen Besichtigung einer Hamburger Luxuswohnung, wie es in
                    der vergangenen Zeit wohl einige gegeben haben muss, sodass er sich am
                    unteren Ende der Score-Liste seines Arbeitgebers befindet, die besagt,
                    wie erfolgreich der jeweilige Angestellte im Vermitteln von Kaufobjekten
                    ist. Diejenigen, die am Jahresende die letzten beiden Plätze belegen,
                    müssen dann ihren Schreibtisch räumen. Trotz seiner durchaus
                    bedrohlichen beruflichen Situation will Alex erst einmal mit seinem
                    Kumpel Florian in den Skiurlaub fahren. Als dieser aber spontan erkrankt
                    und somit nichts aus dem Urlaub wird, lässt er sich aus Mitleid von ihm
                    überreden, während seiner Urlaubstage in der Boutique für italienische
                    Luxus-Damen-Labels von Florians Vater auszuhelfen, in der Florian
                    normalerweise der Geschäftsführer ist. Dafür ist der „Frauenversteher“
                    Alex natürlich noch weniger geeignet als für seine Maklertätigkeit und
                    dass er sich zudem als Florians Bruder und somit weiteren Sohn des
                    Firmeninhabers ausgibt und Vorkenntnisse in der Branche erfindet, führt
                    natürlich zu einigen Verwicklungen. Und auch in der Liebe beweist er
                    zunächst nicht gerade ein glückliches Händchen...

                    Meine Meinung

                    Das
                    Buch enthielt viele amüsante Szenen und mit Alex, der männlichen
                    Hauptperson kann man als Leserin sehr gut mitfühlen, dadurch, dass man
                    alles aus seiner Perspektive erfährt und auch seine Gedankengänge
                    mitbekommt und sieht, wie er sich selbst immer mehr in etwas
                    hineinreitet. Manchmal schämt man sich auch ein bisschen für ihn, wenn
                    er sich gerade allzu tollpatschig anstellt. Dennoch kann man ihn nicht
                    als unsympathisch abstempeln, er ist auf jeden Fall liebenswert und hat
                    einen guten Kern, wodurch er sich sehr von seinem Kumpel Florian
                    unterscheidet. An manchen Stellen ist mir alles aber etwas zu
                    übertrieben dargestellt, und ich hätte mich besser hineinversetzen und
                    darüber amüsieren können, wenn etwas weniger dick aufgetragen worden
                    wäre. Stellenweise ist die Handlung auch vorhersehbar, aber es handelt
                    sich hier ja schließlich nicht um einen Krimi. Sehr gut hat mir, wie in
                    allen anderen Büchern von Mia Morgowski auch, der Schreibstil der
                    Autorin gefallen. Sie beschreibt wirklich anschaulich und lebendig,
                    sodass man im Kopf ein Bild von der jeweiligen Situation entwickeln
                    kann. Zudem ließ sich das Buch sehr angenehm und zügig lesen, sodass es
                    auf jeden Fall ein kurzweiliger und amüsanter Roman für Wintertage auf
                    dem Sofa, für die Zugfahrt oder den Liegestuhl am Strand oder in der
                    Therme ist.