Nikola Scott

Zeit der Schwalben

Eine dramatische Familiengeschichte über eine Mutter, die ihre Vergangenheit verbirgt und ein Geheimnis, das das Leben ihrer Töchter erschüttert.
Die sechzehnjährige Elizabeth Holloway wird Ende der fünfziger Jahre von ihrem Vater zu einer befreundeten Familie in Sussex ans Meer geschickt, weil ihre Mutter todkrank ist. Im Gegensatz zu ihrem bedrückenden Zuhause ist das Leben bei den Shaws in Hartland House paradiesisch: Eine Gruppe von Jugendlichen, bestehend aus den Kindern der Shaws und deren Freunden, verbringen sonnige Sommertage mit Schwimmen, Reiten und Partys. Elizabeth, schüchtern und jünger als die anderen, verliebt sich bald Hals über Kopf ...
London, vierzig Jahre später: Als Addie Harington zum Jahrestag des Todes ihrer Mutter Elizabeth ihren Vater besucht, scheint alles wie immer zu sein: Der Vater ist erstarrt in seiner Trauer, ihre Schwester Venetia beansprucht alle Aufmerksamkeit für sich, und ihr Bruder Jasper hält sich aus allem heraus. Um ein wenig Ruhe zu ¬finden, zieht sie sich in das ehemalige Arbeitszimmer ihrer Mutter zurück. Da klingelt das alte Telefon auf dem Schreibtisch. Ein Mann, der sie o ffensichtlich für ihre Mutter hält, spricht von «neuen Spuren» und nennt immer wieder ein Datum: den 14. Februar, Addies Geburtstag. Als wäre das nicht schon verwirrend genug, steht kurz darauf eine fremde Frau vor der Haustür und behauptet, Elizabeth sei ihre Mutter ...


Autorenbild Foto von Nikola Scott

Der  Autor

Nikola Scott ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Nach dem Studium arbeitete sie jahrelang in verschiedenen Verlagen in Großbritannien und den USA. Sie lebt inzwischen mit ihrer Familie in Frankfurt. Bei Wunderlich erschien von ihr bereits «Zeit der Schwalben».


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Rezensionen

Heike65

Beiträge 20
3 Antworten 13.09.2017

Rückblick: Sussex, England, 1958:
"Es ist ein goldener Sommer im England der späten 50er Jahre: Die sechzehnjährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Sie erlebt unbeschwerte Tage mit Ausflügen, Picknicks und Partys. Und sie verliebt sich prompt....
London, 40 Jahre später:
Nach dem Unfalltod ihrer Mutter erhält Adele Harington einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von "neuen Spuren" und nennt immer wieder ein Datum. Und dann steht plötzlich eine Fremde vor der Tür und behauptet, Teil der Familie zu sein...
(Klappcovertest von Buch)

Ich bin gut in die Geschichte gekommen, auch wenn sie in verschiedenen Zeiten abläuft. Der Schreibstil ist gut zu lesen und sehr einfühlsam und emotionsvoll geschrieben. Das Buch ist tiefgründig und interessant zu Lesen und ist ein Schicksalsroman. Es gibt einige Familiengeheimnis zu lüften, die auch nach einander von der Autorin gut gelüftet werden. Dabei lernt man die ganze Familie gut kennen. Der Charakter von Addie gefällt mir am besten und sie ist mir sehr sympathisch. Am Schluss waren alle meine Fragen beantwortet und ich konnte die Geschichte gut beenden.

Ich kann dem tiefgründigen emotionsvollen Buch nur empfehlenswerte. Für mich war es eine tolle Geschichte.

  • tinel72

    Beiträge: 25
    27.01.2019

    Hört sich gut an!

  • Bobbi

    Beiträge: 26
    18.11.2017

    danke für die super Rezension :)
    kling gut:)

  • Kötra

    Beiträge: 64
    01.10.2017

    Klingt gut

Leseratte_Jasi

Beiträge 11
07.09.2017

Oh die Leseprobe ist der Hammer.

Mir ist Adele schon jetzt nach 1,5 Kapiteln sehr sympathisch und ich bin total gespannt wie es mit der Frau an der Tür weiter geht!

Dieses Buch ist sehr viel versprechend. Ich werde es mir unbedingt kaufen!

Chrissy

Beiträge 8
2 Antworten 21.08.2017

Dieses Buch spielt in London um 1856.
Vorab ging es um ein Geburtstagskind das 17 Jahr geworden ist und zum 1x Verliebt.
Es geht um eine Familie die wo die Mutter gestorben ist.
Jeder in diesem Buch geht mit ihrer Trauer anders um. Der Vater in sich gekehrt, redet nicht,spielt kein Schach liegt nur im Bett.
Die kleine Schwester schwanger und hat einen Trauerberater an der Seite, der verlangt alles loszulassen wie es ist. Und die Adele auch Addie genannt kann nicht weinen um ihrer Mutter. Die 2 hatten auch ein angespanntes Verhältnis.
Es sind wohl mehrere Jahre vergangen und plötzlich kam Anruf von fremden Mann wollte die Mutter haben.
Und plötzlich an Todestag der Mutter stand eine fremde Frau in der Küche und sagte sie sei die Tochter von den beiden.

Sehr interessantes Buch. Macht sehr neugierig.
Sehr , detaliert, gut geschrieben

  • Kötra

    Beiträge: 64
    31.08.2017

    Deine Rezension macht Lust aufs Buch :)

  • Blümchen

    Beiträge: 47
    21.08.2017

    Eigentlich mag ich keine Bücher die "früher" spielen, aber dieses scheint laut Klappentext und Rezesion ein ganz interesantes Buch zu sein.
    Ich werde es mal auf meine "Evtl. Liste" setzen.

Frieda

Beiträge 2
11.03.2018

Das Buch hat mir sehr gut gefallen! Es hat mich aus einer längeren Leseflaute letztes Jahr herausgeholt. Ganz besonders die wunderschönen Beschreibungen eines tollen Sommers an Englands Küste haben mich zum Schwärmen gebracht :) Adeles Suche nach der Wahrheit und auch Elizabeths Leidensweg fand ich sehr interessant. Gerne hätte ich noch erfahren wie Constance überhaupt mit dem grimmigen George damals zusammen kam obwohl sie so gar nicht zusammen passten.
Ein wenig erinnerte mich das Buch auch an den Film "Philomena", den ich sehr ergreifend fand. Schrecklich was die Frauen damals durchmachen mussten....
Alles in allem ein sehr schönes Buch und es hat mir Freude gemacht es zu lesen. Ich freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin, denn dies war mit Sicherheit nicht das letzte das ich von ihr gelesen habe :)

Buch_loewin

Beiträge 35
15.08.2019

    Zeit der Schwalben ist die Geschichte mehrerer Frauen. Eine Frau, die in den 1950er Jahr sehr früh Mutter wird und zwei andere, die auf den Spuren ihrer Vergangenheit wandeln und dessen Leben plötzlich ein anderes sein wird, wenn sie die Wahrheit herausgefunden haben.

    In der Vergangenheit lernen wir die junger Elizabeth Holloway durch ihre Tagebucheinträge kennen. Die frühe Erkrankung der Mutter hat Elizabeth früh erwachsen werden lassen, so mein Eindruck, und sie verspürt auch das Bedürfnis/ die Verantwortung bei ihrer Mutter zu sein. Dennoch wird nach Sussex zur Familie Shaw den Sommer über geschickt. Hier kann Elizabeth endlich frei sein und hier eine kurze Zeit ohne Verantwortung genießen, so wie es ihrem Alter eigentlich auch zusteht. Elizabeth wirkt dennoch durchgängig recht distanziert und es ist schwer ihr als Leser wirklich nahe zu kommen, daher las ich auch lieber die Passagen aus der Gegenwart.

    ManuLeli

    Beiträge 4
    02.07.2019

      Das Cover und der Titel haben meine Aufmerksamkeit geweckt und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, musste ich dieses Buch lesen. Es ist mein zweites Buch von Nikola Scott und ich wurde nicht enttäuscht.

      Der Schreibstil der Autorin ist verständlich, locker, leicht, angenehm, flüssig und gefühlvoll. Der Spannungsbogen ist für einen Roman sehr gut aufgebaut und steigert sich von Anfang bis zum Ende, was mir sehr gut gefallen hat.
      Von der ersten Seite an konnte mich Nikola Scott fesseln und in den Bann ziehen, denn ich kam sehr gut in die Geschichte hinein und verlor dabei nie den Lesefluss oder die Übersicht.

      Es wird aus der Perspektive von Adele aus der Gegenwart und aus den Tagebüchern von Elizabeth aus der Vergangenheit erzählt. Obwohl man zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her springt, verliert man nie die Handlungen und Geschehnisse aus den Augen. Im Gegenteil, denn man kann immer folgen, da sich die Einträge der Tagebücher mit dem Geschehen in der Gegenwart vereinen.

      Die Protagonisten sind mir fast alle sehr sympathisch und mit Adele und Phoebe war ich sofort befreundet, denn obwohl die beiden unterschiedliche Charaktere haben, sind sie sehr Ausdrucksstarke und liebenswerte Personen. Am wenigsten konnte ich mit Venetia und dem Vater von Elizabeth, denn die beiden sind so etwas von unsympathisch, dass ich mich teilweise geärgert habe. Auch Andrew ist ein sehr liebenswerter Charakter, aber auch die anderen Charaktere, die in dem Buch vorkommen, passen sehr gut in die Geschichte hinein.

      Besonders schön finde ich auch das Setting, denn Umgebungen und Handlungsorte kann man sich sehr gut bildlich vorstellen. Es hat mir sehr gut gefallen in die Welt von Hartland und Co abzutauchen.

      Bei dem Roman handelt es sich um einen sehr tiefsinnigen, wunderschönen, traurigen Roman, der zum Nachdenken anregt und in die Welt in die 1960 ebenfalls entführt. Sehr gut fand ich auch, dass die Autorin noch eine Nachbemerkung über diese Jahre angeführt hat, denn so kann man die Handlungen, die sehr realistisch dem Leser herüberkommen, nachvollziehen und Verstehen.

      Mein Fazit: Ein wunderschöner, tiefsinniger Roman über ein Familiengeheimnis bzw. Familiengeheimnisse, die sich im Laufe der Geschichte in den Vordergrund spielen. Sehr liebenswerte, sympathische und starke Charaktere, die man einfach ins Herz schließen muss, aber auch Charaktere, die man am liebsten auf den Mond schießen würde. Angenehmer, gefühlvoller Schreibstil, dem man leicht folgen kann. Die Spannung, die Liebe, Drama und alles was zu einem Roman dazugehört ist hier gegeben. Daher vergebe ich 5 Sterne. Absolut lesenswert.

      XY

      Beiträge 24
      16.02.2019

        "Zeit der Schwalben" ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Der Übergang zwischen diesen Ebenen ist der Autorin Nikola Scott grandios gelungen, fließend bewegt man sich als Leser zwischen den Jahren 1958-1960 und 2010.
        Die Hauptfigur ist die 40jährige Adele, die jedoch stets Addie genannt wird. Von Anfang habe ich die Konditorin in mein Herz geschlossen, weil sie einfach unfassbar sympathisch ist. Seit einem Jahr vermisst sie ihre Mutter schmerzlich und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Addie nimmt ahnungslos einen für ihre Mutter bestimmten Anruf entgegen, eine angebliche Schwester tauch zu Hause auf und von da an begibt sie sich auf eine ungewisse Reise in die Vergangenheit ihrer Mutter. Auf der Suche nach Antworten machen sich Addie und ihre - voerst noch angebliche - Schwester auf den Weg und sammeln nach und nach Bruchstücke, die letzten Endes zusammengetragen werden können.
        Ich möchte wirklich nicht zu viel verraten, weil es der Autorin gelungen ist, noch einige Überraschungen bereit zu halten, deren Fäden erst am Ende des Romans zusammenlaufen.

        kasiopeia1975

        Beiträge 33
        11.02.2019

          Faszinierend hört sich die Geschichte auf jeden Fall an....aber auch etwas verwirrend aber vielleicht macht es das gerade deswegen lesenswert !?
          Was ist damals passiert ?
          Wer ist dieser Mann der ihr Sohn sein soll?
          Was ist am Valentinstag vor so langer Zeit passiert?
          Fragen über Fragen

          Simone

          1 Beitrag
          31.01.2019

            Erster Gedanke, nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte: Wie schade, dass ich nicht sofort weiterlesen kann. Es liest sich wunderschön flüssig und nach nur eineinhalb Kapiteln ist man schon fasziniert und neugierig, wie es weitergeht

            Systra

            Beiträge 8
            26.01.2019

              Addie‘s Mutter kam bei einem Unfall ums Leben. Als ihr Todestag sich jährt wollen sich Addie und ihren beiden Geschwister mit ihrem Vater in dessen Haus treffen. Dort angekommen möchte Addie erst noch ein paar Minuten für sich alleine. Sie begibt sich in das Arbeitszimmer ihrer Mutter, wo seit deren Tod nichts verändert wurde. Als plötzlich das Telefon klingelt und Addie den Anruf entgegennimmt wird sie mit ihrer Mutter verwechselt. Der mysteriöse Anrufer spricht von einem Brief, den er ihr weiterleiten wird. Außerdem erwähnt er, kurz vor Addie auflegt, Addies Geburtsdatum.
              Als sie kurz darauf endlich ihre Familie begrüßt hat klingelt es. Vor der Tür steht eine Frau, die Addie‘s Mutter sprechen möchte. Sie behauptet herausgefunden zu haben, deren Tochter zu sein.
              Was hat es mit.dieser Behauptung und dem seltsamen Anruf auf sich? Und wird Addie in der Handtasche ihrer Mutter, die sie in deren Arbeiszimmer heimlich eingesteckt hat, auf noch mehr Fragen stoßen?
              Eine Geschichte, die augenblicklich Neugier weckt.

              Arietta

              Beiträge 38
              13.05.2018

                Diese Leseprobe hat mich sehr tief berührt und neugierig auf den Roman gemacht. Hier liegen viele Emotionen frei, dieser goldene Sommer, in den 50 er Jahren mit Elisabeth zu erleben ist fantastisch. Deshalb möchte ich wissen , was in den 40 Jahren danach so passiert ist, ein Buch und Geschichte voller Geheimnisse....

                Dine

                Beiträge 11
                14.04.2018

                  Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut. Das Buch hat mich gefesselt und nicht mehr losgelassen, ein schöner und sehr emotionaler Roman. Man taucht wunderbar in das Leben der Protagonisten ein. Ein perfektes Urlaubsbuch!

                  Nadine135

                  Beiträge 50
                  20.03.2018

                    Ich liebe Romane aus den 50er Jahren und fühlte mich sofort in der Geschichte gefangen.
                    Das Cover ist traumhaft schön aufgrund der Farben und der jungen Frau,die das Leben leichtfüssig zu geniessen scheint.
                    Dieser Roman von Nikola Scott ziert mein Bücherregal und da darf er auch bleiben.

                    schnäppchenjägerin

                    Beiträge 59
                    08.03.2018

                      Adele Haringtons Mutter Elizabeth ist gerade ein Jahr tot, als eine Frau erscheint, die behauptet, eine Tochter von Elizabeth zu sein. Phoebe ist wie Addie am 14. Februar 1960 geboren und unmittelbar nach ihrer Geburt adoptiert worden.
                      Adele hatte nie ein inniges Verhältnis zu ihrer verschlossenen Mutter, kann sich jedoch unmöglich vorstellen, dass diese ihre Zwillingsschwester weggeben haben könnte. Bevor sie ihren Vater fragen kann, erleidet dieser einen Herzinfarkt und wird ins Krankenhaus eingeliefert.
                      Phoebe lässt nicht locker und schließlich ist die Beweislast so erdrückend, dass Addie erkennen muss, tatsächlich 40 Jahre um ihre Seelenverwandte bracht worden zu sein und dass der Vater, bei dem sie aufgewachsen ist, nicht ihr leiblicher Vater ist. Addie und Phoebe machen sich gemeinsam auf den Weg nach Sussex, wo ihre Mutter die Jahre 1958 und 1959 als Jugendliche verbracht hat, nachdem ihre Mutter an Krebs verstorben war.

                      Der Roman handelt im Jahr 2000 mit der Spurensuche der beiden Zwillingsschwestern und wie sie ihre eigene Herkunft und die Geschichte ihrer Mutter durch Nachforschungen und die Tagebucheinträge von Elizabeth aufdecken.
                      In Rückblicken erfährt man, was sich Ende der 50er-Jahre ereignet hat und wie die Umstände von Elizabeths Schwangerschaft und der Geburt ihrer beiden Mädchen waren.

                      "Zeit der Schwalben" ist eine Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen, wobei die Gegenwart den größeren Anteil hat. Erzählt wird die Geschichte von drei Frauen und ihren Beziehungen zu ihren Müttern bzw. Töchtern und eine Suche nach der eigenen Identität.
                      Durch Tagebucheinträge von Elizabeth erhält man einen guten Einblick in die Gefühlswelt der jungen Frau, die mit 17 Jahren von ihrem streng religiösen Vater weggeschickt wurde, als ihre Mutter im Sterben lag. Erschreckend ist zu lesen, wie mit jungen, ungewollt Schwangeren in den 50er-Jahren umgegangen wurde und was Elizabeth durchgemacht haben muss.
                      Aber auch Adeles innere Zerrissenheit, das Gefühl von ihrer Mutter nicht richtig angenommen worden zu sein, und die distanzierte Beziehung zu ihrer jüngeren Schwester Venetia ist sehr eindringlich und nachvollziehbar erzählt.
                      Der Roman mutet ein wenig melancholisch an und berührt, da man als Leser spürt, dass Adele ihr Leben lang unbewusst auf der Suche war. Erst am Ende, als alle Spuren zusammengeführt werden und Phoebe und Adele ihre Herkunft aufgeklärt haben, ist Addie auch für eine Beziehung zu ihrem langjährigen Freund Andrew offen und mutig genug, beruflich einen Neuanfang zu wagen. Neben der gefühlvollen Familiengeschichte und der Suche nach Wahrheit ist "Zeit der Schwalben" damit auch ein Selbstfindungsroman, der mich sowohl auf dem historischen Erzählstrang, der so traurig und brutal war, als auch auf der zeitgenössischen Ebene, auf der Addie zu ihren Wurzeln findet, berührt und bis zum Ende perfekt unterhalten hat.

                      su-sun

                      Beiträge 35
                      07.01.2018

                        Der Schreibstil hat mir sofort gefallen und fesselt den Leser an das Buch.
                        Die Kapitel haben eine sehr gute Länge und lassen sich so schnell und gut lesen.

                        Allerdings hatte ich meine Probleme mit dem Buch am Anfang. Woran es lag, weiß ich nicht, aber nach einigen Seiten, lief es dann auch jeden Fall besser und ich habe das Buch kaum noch aus der Hand legen können.

                        Es gibt in dem Buch zwei Handlungsstränge, die nebeneinander immer wieder wechseln. Was das Buch auf jeden Fall spannend und interessant machen. Auch die immer wieder vorhandenen Wendungen, die die Autorin eingebaut hat, machen das Buch zu einer Überraschung.

                        Die Figuren sind wunderbar beschrieben von der Autorin und man hat als Leser regelrecht mitgefiebert und auch stellenweise getrauert.

                        Das Ende hat mir besonders gut gefallen und es wurden alle offenen Fragen geklärt.

                        ingrid_esser

                        Beiträge 22
                        13.11.2017

                          „Zeit der Schwalben“ ist der Debütroman der deutschen Autorin Nikola Scott. Die Geschichte spielt in England auf zwei Zeitebenen, einerseits im Jahr 2010 und in Rückblicken zwischen 1958 und 1960. Die Mutter der sechszehnjährigen Elizabeth ist sterbenskrank, doch auf ihren Wunsch hin verbringt ihre Tochter vier Wochen im Sommer 1958 bei Freunden auf dem Anwesen Hartland in East Sussex in der Nähe des Meers. Unerwartet erlebt sie dort unvergessliche, unbeschwerte heitere Tage mit Ausflügen, sportlichen Aktivitäten und einer ersten Schwärmerei. Schwalben stehen allgemein als Symbol für Freiheit und Hoffnung. Hier auf Hartland, wo die Schwalben fliegen, fühlt Elizabeth sich losgelöst und frei von den heimischen Sorgen. Die Hoffnung darauf, dass ihre Mutter wieder gesund wird und sie ihre gemeinsamen Zukunftspläne umsetzen können, fühlt sich real und richtig an. Das sich auf dem Cover die junge Frau im Wasser spiegelt ist kein Zufall, sondern deutet auf die Beziehung von zwei Charakteren in der Geschichte hin.

                          Adele Harington ist 40 Jahre alt und als Konditorin in einem Café angestellt. Vor einem Jahr ist ihre Mutter gestorben, ihre vier Jahre jüngere Schwester möchte als Jahresgedächtnis eine kleine Feier im elterlichen Haus gestalten. Während Adele etwas Abstand im früheren Arbeitszimmer ihrer Mutter sucht, klingelt das Telefon, sie nimmt das Gespräch entgegen und eine ihr unbekannte Person berichtet von einem eingetroffenen Brief, der nach ihrer Vorgabe jedoch wie alle Informationen nur nach Ankündigung zugestellt werden soll. Des Weiteren fällt noch ein Datum: ihr eigener Geburtstag. Doch damit ist nicht genug der seltsamen Ereignisse an diesem Tag, denn kurze Zeit später steht eine Frau vor der Haustür, die ihre Mutter sucht und vollkommen überrascht stellt Adele fest, dass es ihre eigene ist.

                          Der Roman verbirgt einige Geheimnisse und Nikola Scott versteht es, sie erst mit und mit zu lüften. Es ist nicht nur spannend mit ihr in die Vergangenheit der Familie zu reisen, sondern auch zu verfolgen, wie Adele sich langsam aus den noch immer im Raum stehenden Ansprüchen ihrer verstorbenen Mutter an ihre Person löst. Adele ist das einzige der drei Geschwister das kein Studium beendet hat. Sie ist von Kindheit an risikoscheu und häufig fließen Tränen aus kleinstem Anlass. Erst als immer mehr Details aus der Jugend ihrer Mutter bekannt werden, kann sie deren Handlungsweise im Umgang mit ihr verstehen und darauf aufbauend ergründen, was sie selbst als Persönlichkeit ausmacht. Adele ist ein Sympathieträger. Ihre Schwester Venetia hat häufig eine andere Meinung als sie und so ergeben sich ständig Reibereien.

                          Erschien mir Venetia schon nicht liebenswert, so empfand ich im Roman vor allem den Vater von Elizabeth als echten Unsympathen, obwohl als Entschuldigung für sein Verhalten sicher auch die Konventionen seiner Zeit zu sehen sind. Nikola Scott hat ausführlich zum Thema Frauen in Schwierigkeiten in den 1950er Jahren recherchiert. Anhand einer Begebenheit in meiner eigenen Familiengeschichte kann ich bestätigen, dass ihr eine überaus realistische Darstellung der Ereignisse gelungen ist. Sowohl Adele wie auch Elizabeth schildern die Geschichte in der Ich-Form, wobei die Autorin Tagebucheinträge von Elizabeth als Rückblick in die Vergangenheit nutzt. Auf diese Weise gelingt es ihr sehr gut, die Gefühle und Gedanken beider Personen in ihrer jeweiligen Zeit einzufangen.

                          „Zeit der Schwalben“ ist eine berührende Familiengeschichte, die ein Beispiel aufzeigt für die Folgen der gesellschaftspolitischen Stellung der Frau in der Familie von vor fünfzig Jahren. Die Suche nach der Wahrheit hält eine gewisse Spannungskurve bis zum Schluss. Mich hat der Roman fasziniert und daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung.

                          Nabura

                          Beiträge 32
                          eine Antwort 03.11.2017

                            Adele lebt in London, arbeitet dort als Bäckerin und ist zufrieden mit ihrem Job, obwohl ihr von ihrer Mutter Elizabeth immer signalisiert wurde, dass sie wie ihre höchst erfolgreichen Geschwister mehr aus ihrem Leben machen soll. Doch nun liegt Elizabeths Unfalltod genau ein Jahr zurück. Als sich die Familie zu diesem Anlass im Elternhaus versammelt, schleicht sich Adele ins Arbeitszimmer ihrer Mutter, als das Telefon klingelt und sie einen verwirrenden Anruf annimmt: Ein Mann spricht von Nachforschungen und nennt den vierzehnten Februar – ihren Geburtstag. Kurz darauf steht eine Frau vor der Tür, die behauptet, herausgefunden zu haben, dass Elizabeth auch ihre Mutter sei. Was steckt dahinter? Adele folgt den Spuren in die Vergangenheit ihrer Mutter, bis hin zu einem Sommer, der alles verändert hat.

                            Ich lese sehr gern Familiengeschichten mit einem lange gehüteten Geheimnis, weshalb dieses Debüt meine Neugier geweckt hat. Die ersten Seiten machen schnell Lust, tiefer in die Vergangenheit einzutauchen: Sie berichten von einem Haus, das schon viel gesehen hat und auch die Erinnerung an die erste Liebe eines Mädchens im Jahr 1958 bewahren wird. Bevor der Leser darüber mehr erfährt, springt die Geschichte gut vierzig Jahre in die Zukunft, wo sich für Adele die Ereignisse mit einem Anruf und einer angeblichen Schwester vor der Tür überschlagen.

                            Ich konnte gut nachvollziehen, dass Adele und ihre hochschwangere Schwester Venetia abwehrend reagieren und der Frau auf ihrer Türschwelle nicht so recht glauben wollen. Doch warum sollte diese sich so etwas ausdenken? Es scheint ihr nicht ums Geld zu gehen, und sie ist tatsächlich im Besitz von Notizen Elizabeths. Nach dem ersten Schock beginnt Adele, sich damit auseinanderzusetzen, was das für ihre Familie bedeutet. Natürlich will sie auch mehr darüber erfahren, was ihre Mutter ihr verschwiegen hat. Doch die Personen, die Informationen haben könnten, wollen oder können ihr diese aus nachvollziehbaren Gründen nicht preisgeben. Das wirkte auf mich etwas konstruiert, führt aber zu einer interessanten Spurensuche, auf die Adele sich gemeinsam mit ihrer angeblichen Schwester Phoebe begibt.

                            Adele und Phoebe sind vom Charakter her völlig unterschiedlich. Adele ist eher zurückhaltend und bedacht, sie wägt Optionen sorgfältig ab und scheut sich eher davor, etwas Neues zu beginnen. Phoebe ist hingegen ein Energiebündel, als Pilotin ist sie überall in der Welt unterwegs und will Dinge am liebsten gestern erledigt haben. Oft prescht sie aber auch zu schnell vor und verunsichert dadurch ihr Gegenüber. Die beiden können also noch einiges voneinander lernen und es war schön, sie bei ihrer gemeinsamen Suche zu begleiten.

                            Die Nachforschungen im Jahr 2000 werden immer wieder von Rückblicken unterbrochen, in denen Elizabeth in Form ihres Tagebuchs zu Wort kommt und hauptsächlich über die Jahre 1958 bis 1960 berichtet. Man begleitet sie auf ihrem Weg nach Hartheim, wo sie den Sommer verbringen soll, weil ihre Mutter im Sterben liegt. Dort verbringt sie unbeschwerte Wochen. Doch irgendwann kommt alles ganz anders als gedacht. Die Rückblicke fügen sich gelungen in die Handlung ein und erlauben es dem Leser, tief in Elizabeths Gedanken und Gefühle einzutauchen. Neue entscheidende Informationen erhält man dabei gleichzeitig mit Adele und Phoebe, sodass der Handlungsstrang im Jahr 2000 interessant blieb und einige überraschende und auch bedrückende Momente bereit hält, während die Wahrheit stückweise ans Licht kommt. Die Seiten flogen nur so dahin in dieser rundum gelungenen Geschichte, die am Ende alle wichtigen Fragen beantwortet.

                            „Zeit der Schwalben“ erzählt von Adele, die ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter damit konfrontiert wird, dass diese ihr vierzig Jahre lang etwas Entscheidendes verschwiegen hat. Die beiden Zeitebenen, auf der die Geschichte erzählt wird, sind gelungen miteinander verwoben und ich konnte mich sehr gut in die interessanten Charaktere hineinversetzen, die ein Wechselbad der Gefühle durchleben. Das Buch thematisiert ein ernstes Thema der englischen Geschichte und stimmt nachdenklich, verliert gleichzeitig aber nie eine gewisse Leichtigkeit. Ich gebe eine ganz große Leseempfehlung an jeden, der gerne in Familiengeschichten mit Geheimnissen eintaucht!

                            • LeseStef

                              Beiträge: 41
                              22.11.2017

                              Hört sich echt toll an, vielleicht schafft es das Buch doch noch auf meine Weihnachts-Wunschliste :)

                            SLovesBooks

                            Beiträge 12
                            10.10.2017

                              Dieses Buch wird in zwei unterschiedlichen Erzählsträngen, in zwei verschiedenen Zeiten erzählt. Der eine beschäftigt sich mit der Gegenwart, während der andere in England in den 50er Jahren.

                              Das Buch berichtet von einem Familiengeheimnis. Erst hat man gar keine Ahnung was dort vor sich geht. Durch die Rückblenden in die Vergangenheit der toten Mutter anhand ihrer Tagebücher und Briefe, gelingt es dem Leser nach und nach den Schleier zu lüften und man erfährt, was damals wirklich geschehen ist. Meiner Meinung nach hat die Autorin die Emotionen der Charaktere damals wie heute sehr gut transportiert. Man wird in die Thematik gut eingeführt und erhält einen umfassenden Eindruck von den unterschieden zwischen der Sichtweise damals und heute.

                              Neben dieser historischen Komponente gibt es auch eine Liebesgeschichte, die mich letztendlich überzeugen konnte. Aber ganz viel Wert wird eben auf die Familiengeschichte und den Umgang mit einer neuen Familienstruktur, die eigentlich nie hätte anders sein sollen, gelegt. Es geht hier um Menschlichkeit, Enttäuschung aber auch die Bewältigung von Trauer und die Suche nach der eigenen Identität.

                              Die Charaktere sind aussagekräftig gestaltet. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Das Buch war auch nicht vorhersehbar, sondern ging stets seinen ganz eigenen Weg. Das war erfrischend. So konnte auch konstant die Spannung gehalten werden.

                              Der Schreibstil ist angenehm lesbar. Er ist flüssig. Die Autorin legt dabei auf aussagekräftige Beschreibungen wert, die einem das Verständnis erleichtern. Die Dialoge sind oftmals tiefgründig und emotional aber auch eine Prise Humor darf nicht fehlen.

                              Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ich finde es gut, dass auf diese Thematik aufmerksam gemacht wird, auch wenn sie vielleicht in der heutigen Gesellschaft nicht mehr so präsent ist, jedoch sieht man gerade an dem Fall, der in diesem Buch geschildert wird, dass solche Ereignisse durchaus Ausstrahlungswirkung bis in die Gegenwart haben.

                              brigitte_schreiter

                              Beiträge 69
                              04.10.2017

                                das Cover ist schön gestaltet. Der Schreibstil hat mich überzeugt. Es sind zwei verschiedene handlungsstränge und dadurch wird der Roman interessant. Die Zeitangaben zu Beginn der kapitel macht es einem leicht.
                                Einmal spielt der Roman in der zeit um 1958 und einmal in der Gegenwart.
                                Bei Familie Harington taucht eine Frau auf, die behauptet die Tochter der verstorbenen Elisabeth zu sein. Ein 40 Jahre gehütetes Geheimnis kommt ans Licht.
                                Mir hat der Roman gut gefallen und bekommt 5 Sterne.

                                Herzblatt

                                Beiträge 38
                                29.09.2017

                                  Schon die ersten Seiten haben mich sofort in die Geschichte hereingezogen.
                                  Nikola Scott schreibt eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte, ein Zeitengemälde,
                                  einfach wunderbar.
                                  Adele, von allen nur Addie genannt, trauert seit einem Jahr um ihre Mutter Elizabeth. Der Verlust macht ihr zu schaffen. Es scheint ihr, dass sie gegen ihre allzu perfekte jüngere Schwester Venetia nicht bestehen kann. Ebenso scheint ihr bereits verstorbener Bruder keine Fehler gehabt zu haben. Für Addie ist es eine schwierige Position in ihrer Familie. Gerade hatte ihr Vater einen Herzanfall und muss sich schonen. Jede Aufregung könnte die letzte sein. Ausgerechnet an diesem Tag steht eine fremde Frau vor der Tür und behauptet, Teil von Addies Familie zu sein. Sie bringt damit ein über 40 Jahre streng gehütetes Geheimnis ans Licht. Ich bin immer noch bestürzt, wie Frauen bis in die 1960 er Jahre behandelt wurden, die außerehelich schwanger wurden. Die Frauen wurden damals als Schande der Familie gesehen.
                                  Ein sehr emotionale Geschichte, die mir aber ganz gut gefallen hat.

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                                  Beiträge 7
                                  24.09.2017

                                    Wie schwer doch der Einstieg in dieses Buch war... zu Beginn dachte ich stellenweise, 'Was habe ich da überhaupt gerade gelesen?' Doch ich habe mich weitergekämpft und schlussendlich hat es sich mehr als gelohnt. Ein wirklich bezauberndes, sehr emotionales Buch. Das Cover hat mir sehr gefallen. Die kühlen Farben einerseits, die traurige Zeiten erahnen lassen und andererseits die unbeschwert wirkende Frau (Ich vermute Lizzie zu ihrer Zeit auf Hartland). Der Schreibstil war angemessen und die beiden Erzählstränge habe die Spannung erhalten. Die Kapitellänge fand ich gut gewählt. Erschütternd fand ich die Thematik, wie mit den Frauen umgegangen wurde und was sie durchmachen mussten. Besonders Lizzie, die sich stets dem Willen ihres Vaters fügen musste. Zum Glück hat sie sich schlussendlich dagegen wehren können, auch wenn sie es ohne Unterstützung durch Graham und dessen Tante wahrscheinlich nicht geschafft hätte. Den Verlust ihrer Mutter fand ich besonders emotional. Das Gefühl sich nicht rechtzeitig verabschieden zu können, habe ich auch stets. Meine Mutter leidet genau unter derselben Krankheit und gerade diese Passagen machten mich besonders traurig. Ich bin heilfroh, dass Adele und Andrew zueinander gefunden haben, dass Phoebe jetzt eine zweite Familie hat und das unter Venetias dicker Schale, wohl doch ein Herz existiert. Danke Nicola Scott für diese tolle Erfahrung.

                                    leseratte1310

                                    Beiträge 24
                                    23.09.2017

                                      Adele Harington trauert um ihre Mutter Elizabeth, die vor einem Jahr tödlich verunglückte. Da geht erst ein merkwürdige Anruf ein und dann steht plötzlich eine Frau vor der Türe, die behauptet, ihre Zwillingsschwester zu sein. Kann das sein? Was ist damals geschehen? Die beiden Frauen machen sich auf die Suche, um das Rätsel zu lösen.
                                      So erfahren wir nach und nach die Geschichte der jungen Elizabeth. Ihre Mutter liegt 1958 im Sterben und daher wir die Tochter den Sommer über zu Freunden nach Sussex geschickt. Dort erlebt sie unbeschwerte Tage und verliebt sich.
                                      Die beiden Zeitstränge werden abwechselnd erzählt und erst so nach und nach erschließt sich, was geschehen ist.
                                      Zunächst konnte ich nicht verstehen, wie kalt und distanziert sich Elizabeth gegenüber ihrer Tochter Adele, genannt Addie, verhalten hat. Warum hat sie die jüngere Tochter Venetia immer vorgezogen? Je mehr ich über Elizabeth erfahren hatte, umso besser konnte ich sie verstehen. Sie stand mit den Folgen ihrer Verliebtheit plötzlich alleine da und wurde von einem sehr strengen und engstirnigen Vater überfahren. Zum Glück hat sie einen wunderbaren Mann geheiratet, der ein liebevoller Vater für Addie geworden ist.
                                      Addie und Phoebe machen sich gemeinsam auf eine Reise in die Vergangenheit und es ist schön zu sehen, wie gut sie sich nach kurzer Zeit verstehen. Addies jüngere Schwester Venetia ging mir wirklich oft auf die Nerven, aber ich denke, dass sie auch mit allem, was geschehen ist, ein wenig überfordert war.
                                      Es ist schon erschreckend, wie unverheiratete, schwangere Frauen früher behandelt wurden und wie man unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit grausame Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen hat. Moralvorstellungen und Angst vor dem Gerede der Leute waren wichtiger als die Gefühle der betroffenen Frauen.
                                      Ein sehr emotionale Geschichte, die mir gut gefallen hat.

                                      Dandy

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                                      20.09.2017

                                        Bei Zeit der Schwalben handelt es sich um den Debütroman der Schriftstellerin Nikola Scott.

                                        England 1958:

                                        Die sechzehnjährige Elizabeth hat ein gutes Verhältnis zu ihrer lebenslustigen Mutter. Leider ist diese schwer erkrankt und liegt im Sterben. Ihre Eltern beschließen daher, dass Elizabeth den Sommer über bei Freunden der Familie verbringt um auf andere Gedanken zu kommen. Zuerst weigert sie sich , ihre Mutter alleine zu lassen. Ihr strenger Vater bringt sie dann doch zu der Familie und Elizabeth freundet sich langsam mit den Kindern der Familie an und erlebt eine unbeschwerte Zeit. Bis der Tod ihrer Mutter sie wieder in den Alltag zurückholt und Elizabeth von nun an mit ihrem strengen konservativen Vater alleine ist. Einige Zeit später freundet sie sich mit einem jungen Mann an. Die Beziehung zu ihm verändert ihr ganzes Leben.

                                        London 40 Jahre später:

                                        Elizabeth ist bei einem Verkehrsunfall gestorben. Adele, die Tochter von Elizabeth, bekommt einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von neuen Spuren und von einem ganz bestimmten Datum. Wer ist dieser Mann und von welchen Spuren spricht er? Welches Geheimnis hatte ihre Mutter. Dann steht noch eine Fremde vor der Tür und behauptet Teil der Familie zu sein. Adele und die Fremde begeben sich auf Spurensuche und lüften das Geheimnis, welches ihre Mutter 40 Jahre vor Adele verheimlicht hat.

                                        Die Geschichte wird abwechselnd erzählt.

                                        Einmal ab 1958. Liz hatte Tagebuch geführt und diese Auszüge erzählen ihre Geschichte. Von damals bis heute.

                                        Und zweitens 40 Jahre später, wie Adele Stück für Stück Dinge aus der Vergangenheit ihrer Mutter erfährt und langsam hinter ihr Familiengeheimnis kommt. Ich fand es großartig, wie sich diese zwei Zeitebenen miteinander verbinden.

                                        Der Spannungsbogen bleibt von der ersten bis zur letzten Seite bestehen. Immer wenn es spannend wird, wechselt der Erzählstrang und man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

                                        Der Schreibstil ist sehr gut. Der Satzbau ist ebenfalls gut.

                                        Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und man lernt sie Stück für Stück kennen und verstehen.

                                        Liz, die ein distanziertes Verhältnis zu ihrer Tochter Adele hatte, oft unter Depressionen litt und ein Familiengeheimnis hatte.

                                        Adele, die immer das Gefühl hatte, dass ihre Mutter nicht stolz auf sie ist.

                                        Ich bin immer noch bestürzt, wie Frauen bis in die 1960 er Jahre behandelt wurden, die ausserehelich schwanger wurden. Dies hat mich sehr nachdenklich und traurig gemacht. Die Frauen wurden als Schande der Familie gesehen.

                                        Nikola Scott hat eine tolle, emotionsreiche, warmherzige und aufklärende Geschichte geschrieben.

                                        Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall weiter.

                                        Hummel

                                        Beiträge 36
                                        eine Antwort 20.09.2017

                                          Schon die ersten Seiten haben mich sofort in die Geschichte hereingezogen. Nikola Scott schreibt eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte, ein Zeitengemälde, einfach wunderbar.
                                          Adele, von allen nur Addie genannt, trauert seit einem Jahr um ihre Mutter Elizabeth. Der Verlust macht ihr zu schaffen. Es scheint ihr, dass sie gegen ihre allzu perfekte jüngere Schwester Venetia nicht bestehen kann. Ebenso scheint ihr bereits verstorbener Bruder keine Fehler gehabt zu haben. Für Addie ist es eine schwierige Position in ihrer Familie. Gerade hatte ihr Vater einen Herzanfall und muss sich schonen. Jede Aufregung könnte die letzte sein. Ausgerechnet an diesem Tag steht eine fremde Frau vor der Tür und behauptet, Teil von Addies Familie zu sein. Sie bringt damit ein über 40 Jahre streng gehütetes Geheimnis ans Licht.

                                          • AnneMF

                                            Beiträge: 37
                                            26.09.2017

                                            Diesen Debütroman will ich auch mal lesen. Geschichten aus dem alten England lese ich sehr gerne.

                                          Ein großartiges Romandébut!

                                          1 Beitrag
                                          07.09.2017

                                            "Zeit der Schwalben" von Nikola Scott (Originaltitel im Englischen "My mother's shadow') erschien (HC, gebunden) 2017 in der Rowohlt-Verlagsgruppe bei Wunderlich.
                                            Der sehr berührende und gefühlvoll geschriebene (sowie von Nicole Seifert ins Deutsche übersetzte) Roman beginnt mit einem Rückblick:

                                            Sussex, England, 1958:

                                            "Es ist ein goldener Sommer im England der späten 50er Jahre: Die sechzehnjährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Sie erlebt unbeschwerte Tage mit Ausflügen, Picknicks und Partys. Und sie verliebt sich prompt....

                                            London, 40 Jahre später:

                                            Nach dem Unfalltod ihrer Mutter erhält Adele Harington einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von "neuen Spuren" und nennt immer wieder ein Datum. Und dann steht plötzlich eine Fremde vor der Tür und behauptet, Teil der Familie zu sein...
                                            (Quelle: Buchrückentext)

                                            Adele, genannt Addie, hat es zeitlebens schwer, eine innige Beziehung zu ihrer Mutter aufzubauen. Den Parolen der Mutter wie "die Schultern straffen und nach den Sternen greifen" kann sie nicht so gut Folge leisten wie ihre Geschwister: Während Venetia, ihre jüngere Schwester Architektin und ihr Bruder Jas Handchirurg wird, widmet sie sich anderen Aufgaben und macht aus ihrer Leidenschaft ihre Berufung: Bäckerin und Konditorin. Ihr alter Jugendfreund Andrew, ein weiterer Protagonist dieses wundervollen Romans, bestärkt sie jedoch und möchte als gelernter Koch am liebsten mit Addie zusammen das "Grand Bleu" eröffnen, in dem beide ihre berufliche (und gerne auch private) Erfüllung finden könnten, nach Auffassung Andrews jedenfalls...

                                            Am Todestag der Mutter (Elizabeth Harington) versammelt sich die Familie und es ist spürbar, welche Lücke dieser viel zu frühe Tod in die Familie riss. Addies Beziehung zu Venetia ist nicht problemlos und Addie, die sehr kompromissbereit und etwas konfliktvermeidend ist (im Gegensatz zu Venetia) erhält einen merkwürdigen Anruf, der sie fortan nicht loslässt: Ein Mann hat neue Spuren gefunden, die in die Abteilung 'vermisste Personen' fällt und wiederholt ein Datum: Das Geburtsdatum von Addie, der 14. Februar 1960.....

                                            Stück für Stück versucht Addie nun (voller Entschlossenheit, wie einst die Mutter), dieses Rätsel aufzulösen, zumal eine Frau vor der Tür auftaucht, die behauptet, ebenfalls am 14. Februar geboren worden zu sein - und dass Elizabeth ihre Mutter sei....

                                            Um nicht die Spannung, die in diesem Roman sehr tiefgründig liegt, vorwegzunehmen, beschränke ich mich darauf, auf das Familiengeheimnis nicht in aller Form einzugehen, jedoch den gefühlvollen, prägnanten und sehr guten Schreibstil der Autorin sehr hervorzuheben: Seit dem Entschluss Addies, ihre Mutter völlig neu zu entdecken und das Unerklärliche (für den Leser Erschütternde) zu entschlüsseln, gelingt es Nikola Scott ganz hervorragend, die Charaktere - in vorderster Linie Addie, Venetia, den Vater George und auch besonders Elizabeth, die durch ihre Tagebucheinträge im Rückblick immer präsenter und nachvollziehbarer wird - wie auch Andrew, der sehr hartnäckig (und liebevoll) an der Seite Addies steht, herauszuarbeiten und sehr facettenhaft darzustellen. Man hat recht schnell große Sympathie für Addie, wogegen sich die für Venetia sehr im Rahmen hält; dennoch ist im Verlauf des Romans eine Annäherung festzustellen. Es gibt eine Person, die eine wirklich niederträchtige Rolle spielt und dessen Motiv lediglich das Ansehen "und der gute Ruf" seiner Familie ist; der in der Doppelmoral dieser Epoche denkt und auch agiert, in der nichts schlimmer ist als die Tatsache, als junge Frau (unverheiratet) ein Kind zu bekommen.

                                            Man erfährt im Verlauf dieser sehr tragischen Familiengeschichte von Einrichtungen, die es seinerzeit (und noch bis in die 80er Jahre hinein!) in England gab (und natürlich nicht nur dort), in denen jungen Mädchen und Frauen ein Schuldgefühl eingeimpft wurde, sie gedemütigt und versklavt wurden ob ihrer "Schande", ein Baby zu bekommen. Hier geht die Tragik noch darüber hinaus, da es eine gefühllose, kalte Atmosphäre zu Hause gibt, Trauer das Lebensgefühl, die große Lebensfreude Jugendlicher in den 50ern sozusagen grundiert, da Elizabeth kurz zuvor ihre Mutter durch Krankheit verlor.... Hier gelingt es der Autorin sehr gut, die "Achterbahn der Gefühle", aber auch die Stärke von Elizabeth, nach einem Ausweg zu suchen und nicht klein beizugeben, darzustellen. In Form von Tagebüchern, die Addie findet, kommt sie ihrer Mutter immer näher - und das Rätsel um die fremde Frau löst sich auf sehr positive Weise....

                                            Fazit:

                                            Ein emotionaler, sehr ergreifender und berührender Roman, in der die Autorin der dunkleren Seite der 50er Jahre nachspürt - der Doppelmoral und gesellschaftliche Ausgrenzung alleinstehender junger Mütter, die sich noch bis in die 80er Jahre hinein halten sollten, so in ihrem Nachwort. Einfühlsam und bewegend wird durch die Protagonistinnen Elizabeth, Addie und Phoebe nachgezeichnet, welch verheerendes Erbe erzwungene Trennungen für die Betroffenen und deren weiteres Leben darstellt. Ein großes Dankeschön an die Autorin, den Wunderlich-Verlag und eine absolute Leseempfehlung bei 5 * am literarischen Firmament!