Petra Schier

Das Gold des Lombarden

Die Macht des Geldes

Köln, 1423. Aleydis de Bruinker ist noch nicht lange mit dem lombardischen Geldverleiher Nicolai Golatti verheiratet, als dieser unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt. Man findet ihn erhängt – hat er sich das Leben genommen? Aleydis will das nicht glauben. Und tatsächlich: Sie entdeckt Male, die auf einen Mord hinweisen.
Potentielle Täter gibt es genug, Golatti hatte viele Feinde. Die junge Witwe stellt Nachforschungen an. Zu Hilfe kommt ihr dabei ausgerechnet Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, dessen Vater der größte Konkurrent Golattis war. Wider Willen beginnt sie van Cleve zu vertrauen, der der Wahrheit verpflichtet scheint und doch ein düsteres Geheimnis hegt. Schon bald schwebt Aleydis in großer Gefahr, und es sieht aus, als sei ihr einziger Verbündeter in den Mord verstrickt …


Autorenbild Foto von Petra Schier

Die  Autorin

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2003 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.

Zur Frage-Aktion

BibliografieAnsehen


Rezensionen

Angela Busch

Beiträge 19
2 Antworten 10.11.2017

Inhalt/Klappentext:

Köln, 1423. Aleydis de Bruinker ist noch nicht lange mit dem lombardischen Geldverleiher Nicolai Golatti verheiratet, als dieser unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt. Man findet ihn erhängt – hat er sich das Leben genommen? Aleydis will das nicht glauben. Und tatsächlich: Sie entdeckt Male, die auf einen Mord hinweisen.
Potentielle Täter gibt es genug, Golatti hatte viele Feinde. Die junge Witwe stellt Nachforschungen an. Zu Hilfe kommt ihr dabei ausgerechnet Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, dessen Vater der größte Konkurrent Golattis war. Wider Willen beginnt sie van Cleve zu vertrauen, der der Wahrheit verpflichtet scheint und doch ein düsteres Geheimnis hegt. Schon bald schwebt Aleydis in großer Gefahr, und es sieht aus, als sei ihr einziger Verbündeter in den Mord verstrickt …

MEINE MEINUNG:
Das Buch war meine erste Lektüre von Petra Schier und hat mich angenehm überrascht. Stimmungsvoll zeigt sie dem Leser das mittelalterliche Köln und man erhält bunte und abwechslungsreiche Bilder des damaligen Stadtleben und wird sehr gut in diese ganz andere Welt eingeführt. Es ist ein schöner, klassisch aufgestellter, historischer Roman, indem Petra Schier auch die Charaktere und Persönlichkeiten der Protagonisten eindrucksvoll gezeichnet hat.
Die junge, offene Aleydis hat sofort mein Herz erobert, wobei ihre sprachliche Ausdrucksweise und ihr Denken über gewisse Verhaltensweisen mir ab und an sehr modern erschienen. Das hat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan, sondern man ist dadurch schneller und einfacher in die Geschichte eingetaucht. Aleydis hat das Herz auf dem rechten Fleck, wirkt durch ihre Unerfahrenheit und Naivität in Geldgeschäften sehr schutzbedürftig. Auch andere Charaktere, wie die der Knechte und des einfachen Volkes hat die Autorin eindrucksvoll dargestellt und man kann erkennen, dass sie mit diesen Personen auch sehr gut den weiteren Verlauf dieser neuen Buchreihe ausarbeiten wird.
Der Gewaltrichter Vinzenz van Kleve erkennt Aleydis Unsicherheit und nimmt die junge Witwe unter seine Fittiche , hilft ihr bei dem Durchsetzen des normalen Geschäftsgebaren in einer Männerwelt, die Aleydis als Frau und Geldwechslerin nicht akzeptieren möchte. Die mafiösen Verstrickungen ihres verstorbenen Mannes, die für sie jetzt erst deutlich zu Tage treten, schaden ihrem Ansehen sehr. Es geht bis zu tätlichen Angriffen auf die junge Frau in den Winkeln und Gassen der Stadt. Die Aufklärung des Mordes an ihrem geliebten Ehemann stellt die junge Frau vor ungeahnte Herausforderungen, die sie taff und energisch annimmt. Eine leise, aufkommende Liebesbeziehung gibt der Geschichte noch einen besonderen Reiz,,,,

Das ansprechend gestaltete Buchcover verspricht einen klassischen, soliden, historischen Roman, der auch so beim Leser ankommt.

Meine Bewertung: Vier **** Sterne für diesen klassischen, historischen Roman.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Rowohlt Verlag für die Zusendung des Leseexemplares!

  • Fanti2412

    Beiträge: 44
    12.11.2017

    Hallo Angela,
    ich habe von Petra Schier bisher noch keine historischen Romane gelesen, nur immer ihre Weihnachtsromane und Krimis. Aber Deine schöne Rezi macht Lust auf das Buch!

    Liebe Grüße
    Conny

  • sommerlese

    Beiträge: 98
    12.11.2017

    Ich mag auch gern historische Romane und Petra Schier schreibt auch ganz toll. Wie Frauenfiguren sich in den Romanen behaupten müssen, finde ich immer spannend, denn das kann man sich heute kaum noch so vorstellen.

hasi_rasi

Beiträge 32
2 Antworten 20.10.2017

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Köln 1423: Aleydis ist erst 1 Jahr mit dem Geldwechsler Nicolai Golatti verheiratet, als dieser angeblich Selbstmord begeht. Das kann Aleydis nicht glauben, denn obwohl Nicolai 36 Jahre älter als sie war, liebten sie einander. Also verlangt sie vom zuständigen Gewaltrichter Vinzenz van Cleve die Untersuchung des Todesfalls: „Ich will, dass der Mörder seiner gerechten Strafe zugeführt wird, ganz gleich, wie viele Leute in Köln am liebsten auf Nicolais Grab tanzen würden.“ (S. 175)

Aleydis ist trotz ihrer Jugendlichkeit (sie ist erst Anfang 20) eine sehr liebenswerte und mitfühlende Person. Sie steht einem großen quirligen Hauswesen vor, zu dem auch Nicolais Enkelinnen zählen. Deren Mutter – Aleydis Stieftochter – hat eine schlimme Ehe hinter sich und lebt jetzt im Beginenkloster. Außerdem gehören zwei Lehrlinge, eine (nett formuliert) ungeschickte und nicht gerade helle Magd, eine ständig schwarzsehende Köchin und zwei grimmig aussehende Hausknechte zum Haushalt. Aleydis durfte schon ihrem Vater im Geschäft helfen und führt auch Nicolais Bücher. Nach seinem Tod entdeckt sie bald, dass er noch eine dunkle Seite hatte und in unlautere Geschäfte verstrickt war. Genau das hatte ihr bereits der Gewaltrichter Vinzenz van Cleve gesagt, aber natürlich glaubte sie dem Konkurrenten ihres Mannes nicht. Jetzt will sie mit ihm zusammen ermitteln und es kommt zu hitzigen Debatten und a Wortgefechten. Ihre scharfe Zunge amüsiert den finsteren Mann mit der dunklen Aura immer mehr. Außerdem ist er ehrlich um ihre Sicherheit besorgt, denn bald macht man sie für die Nicolais Machenschaften verantwortlich und sein Bruder will ihr unbedingt das Geschäft abnehmen ...

Geschickt setzt Petra Schier ihre Protagonisten so in Szene, dass irgendwann jede/r ein Motiv hat – auch Vinzenz van Cleve. Aleydis wird immer unsicherer, wem sie noch vertrauen kann, dabei prickelt es zwischen ihr und van Cleve gerade so schön. Ich hatte ziemlich schnell einen Verdacht, auch wenn ich ihn nicht begründen konnte – weibliche Intuition eben ;-). Ob er sich am Ende bewahrheitet hat, verrate ich natürlich nicht.

Gekonnt hat die Autorin auch Figuren ihrer früheren Bücher in die Handlung einbezogen. So gibt es u.a. ein Wiedersehen mit Adelina, dem Medicus Burka und der ehemaligen Dirne Trin.

Ich liebe die historischen Romane von Petra Schier sehr und kann es immer kaum erwarten, bis der nächste erscheint. Ihre Bücher beleuchten sehr unterhaltsam und lehrreich die Geschichte Kölns. Dieses Mal geht es um das Kredit- und Sicherheitswesen zur damaligen Zeit.
„Das Gold des Lombarden“ bildet den Auftakt zu einer neuen Serie rund um Aleydis und endet so, dass man gespannt auf die (hoffentlich baldige) Fortsetzung wartet.

  • roteanemone

    Beiträge: 19
    03.02.2018

    Vielen Dank für diese ausführliche und hilfreiche Rezension! Ich hatte schon überlegt, das Buch zu kaufen, werde es jetzt definitiv tun!

  • Angela Busch

    Beiträge: 19
    08.11.2017

    Im Moment bin ich von diesem historischen Roman auch wieder begeistert, wobei der Schreibstil manchmal ganz schön modern rüberkommt.
    Deine Rezension ist sehr ausführlich und trifft den Roman perfekt! Bin ungefähr in der Mitte des Buches...es ist übrigens mein erstes Buch von Petra Schier.
    LG Angela

Sanny

1 Beitrag
16.05.2018

    Das Buch Das Gold des Lombsrden ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Petra Schier.

    Die jungverheirate Aleydis weiß nicht wen sie glauben kann, als plötzlich ihr Mann getötet wird. Mit Hilfe von einem Berater der Stadt sucht sie Beweise. Dabei bekommt Aleydis das Gefühl ihren Mann gar nicht gekannt zu haben.

    Im Köln des Mittelalter wird die Geschichte immer verwirrender, denn es gibt weitere Tote.

    Petra Schier hat sehr gut recherchiert. Wer ihre Bücher kennt, weiß wie Detailgetreu ihre Beschreibungen von den Örtlichkeiten sind. Ich hatte das Gefühl, im Ort eines von Aleydis Nachbarinnen zu sein. Ich freue mich auf die weitere Entwicklung von Aleydis im nächsten Jahr.

    Tara

    Beiträge 3
    07.05.2018

      Historischer Roman mit Spannung

      „Das Gold des Lombarden“ ist ein gut recherchierter historischer Roman, welcher der Beginn einer neuen Reihe der Autorin Petra Schier ist.

      Die Handlung beginnt im August im Jahre 1423 in Köln. Aleydis de Bruinker ist mit dem Lombarden Nicolai Golatti glücklich verheiratet. Als dieses erhängt aufgefunden wird, sieht alles nach einem Selbstmord aus, aber Aleydis glaubt dies nicht und will, dass die Todesumstände näher untersucht werden. Dazu muß sie mit dem Gewaltrichter Vinzenz van Cleve – dessen Vater Nicolais größer Konkurrent war – zusammenarbeiten. Nach und nach kommen einige unangenehme Dinge über Nicolai ans Tageslicht…

      Der Schreibstil von Petra Schier ist – wie auch schon bei der Adelina-Reihe – sehr angenehm, unkompliziert und flüssig zu lesen. Die vielfach verwendete wörtliche Rede macht alles sehr lebendig und auch authentisch, so dass man beim Lesen direkt in die Zeit und die Geschichte eintauchen kann.

      Die Protagonistin Aleydis war mir von Anfang an sympathisch. Sie weiß, was sie will und kann sich ausgesprochen gut behaupten. Zugang zu Vinzenz zu finden, fand ich ein wenig schwieriger, aber letztendlich mochte ich ihn ebenso gerne wie Alesydis. Auch die Nebencharaktere werden detailreich beschrieben, so dass man ein gutes Bild von ihnen bekommt.

      Der Perspektivwechsel zwischen Aleydis und Vinzenz sorgt dafür, dass man immer weiterlesen muss, da man immer wissen möchte, wie es in der anderen Perspektive weitergeht. Außerdem kann man sich dadurch gut in die Charaktere und deren Gefühlswelt hineinversetzen.

      Zu Beginn des Buches findet man eine Karte der Umgebung, durch die man sich sehr gut orientieren kann. Der Dom, der Rhein, so weiß man, wo sich alles abspielt.
      Auch das vorweggestellte Personenverzeichnis fand ich sehr hilfreich, da es man sich so einen guten Überblick über die Charaktere verschaffen konnte.

      Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für diesen gut recherchierten und spannenden Roman. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

      nicole_pichler

      Beiträge 15
      06.04.2018

        Petra Schier hat einen unverwechselbaren spannenden Schreibstil. Ihre historischen Romane sind fesselnd und wenn man erst mal angefangen hat zu lesen, kann man nicht mehr aufhören. So erging es mir wieder mit diesem Roman. Ich mochte Aleydis die Hauptprotagonistin sehr. Sie ist eine sehr junge Frau, die seit kurzem mit dem wesentlich älteren Nicolai verheiratet ist. Ihre Ehe ist gut und harmonisch, was für die damalige Zeit eher eine Seltenheit war. Leider wird ihr Ehemann kurz darauf ermordet und Aleydis will alleine seine Geschäfte weiterführen und auch den Mord aufklären. Sie ist eine tatkräftige sympathische Frau, die man einfach gernhaben muss. Unterstützung bekommt sie von dem griesgrämigen Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, der ihr helfen wird den Mord aufzuklären. Am Anfang war er mir nicht so sympathisch, aber wenn man ihn ein wenig näher kennenlernt, mag man ihn irgendwie und auch Aleydis geht es ähnlich.
        Der Roman ist sehr spannend geschrieben, denn man weiß bis zum Schluss nicht wer Aleydis Mann getötet hat. Frau Schier versteht es geschickt die Spannung hochzuhalten und dem Leser das Gefühl zu vermitteln mitten drinnen in der Geschichte zu sein. Man kann sich das Leben in Köln im Jahre 1423 richtig gut vorstellen, denn es wird beim Lesen richtig lebendig. Auch die Ermittlungen fand ich richtig spannend, denn es war interessant zu lesen, was Aleydis und Vinzenz im Laufe der Geschichte so alles zu Tage beförderten. Geheimnisse werden aufgedeckt und interessante Ereignisse kommen an die Oberfläche.
        Ich persönlich war gefesselt von diesem tollen historischen Buch. Ich mochte die Protagonisten und hatte großen Spaß beim Mitermitteln mit Aleydis.
        Für Fans historischer Romane kann ich „Das Gold des Lombarden“ nur wärmstens empfehlen. Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt, denn am liebsten möchte ich jetzt schon wissen, wie es mit Aleydis weitergeht.

        Von mir bekommt dieser spannende und fesselnde Roman 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

        Sonjas Bücherecke

        Beiträge 24
        12.01.2018

          "Das Gold des Lombarden" aus der Feder der Autorin Petra Schier ist der äußerst gelungene Auftakt einer neuen Romanreihe. Ich war traurig, als die Adelina-Reihe ein Ende gefunden hat, doch ich muss sagen, Aleydis de Bruinker ist eine würdige Nachfolgerin. Und wieder entführt uns die Autorin in die Stadt Köln.

          In der Geschichte befinden wir uns im Jahr 1423. Die 20jährige Aleydis de Bruinker ist seit einigen Monaten mit dem älteren lombardischen Geldverleiher Nicolai Golatti glücklich verheiratet. Doch dieses Glück ist von kurzer Dauer, denn Golatti kommt unter mysteriösen Umständen zu Tode. Man findet ihn erhängt in einem Wald vor den Toren der Stadt. Hat er sich wirklich das Leben genommen? Aleydis kann nicht recht daran glauben und die entdeckt einige Male am Verstorbenen, die auf einen Mord hinweisen. Und Täter gibt es wahrlich genug. Denn Golatti hat - wie sich jetzt herausstellt - viele Feinde. Die junge Witwe stellt Nachforschungen an. Sie will den Mörder ihres Mannes finden. Da kommt ihr ausgerechnet der Gewaltrichter Vinzens van Cleve, dessen Vater Golattis größter Kunkurrent war, zu Hilfe. Sie beginnt vn Cleve zu vertrauen und es kommt ein unglaubliches Geheimnis ans Tageslicht. Und bald schon schwebt Aleydis in höchter Gefahr ....

          Für mich ein Meisterwerk. Mit einem Gänsehautfeeling habe ich die Leküre aus der Hand gelegt, so gefesselt hat mich die Geschichte von Anfang an. Der Schreibstil der Autorin hat mich auch dieses Mal wieder total begeistert. Die Geschichte wird von Seite zu Seite spannender, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Auch die Charaktere wurden wieder wunderbar beschrieben. Man kann sich wirklich jeden einzeln gut vorstellen. Da ist die junge Aleydis, die mit ihrem Mann glücklich ist. Zwischen den beiden ist eine tiefe Verbindung zu spüren. Und ihr Entsetzen ist förmlich zu spüren, als sie nach dem Tod ihres Mannes ein düsteres Geheimnis entdeckt. Ich bewundere sie für ihren Mut, denn sie lässt sich einfach von nichts und niemanden unterkriegen. Und dann ist da der Gewaltrichter, der ihr hilfreich zur Seite steht. Und obwohl sie erst seit kurzem Witwe ist, ist das ein zartes Knistern zwischen den beiden zu spüren. Ich bin ja neugierig, ob sich daraus einmal mehr entwickelt. Gefreut habe ich mich auch, auf alte Bekannte zu stoßen. Es war interessant zu erfahren, was es in der Apotherfamilie von Adelina Neues gibt. Und auch einige andere Bekannte Gesichter sind in der Geschichte am Rande aufgetaucht. Interessant fand ich auch den Einblick, den man in den Ablauf der Geldwechselstuben bekommen hat. Wirklich alles hochinteressant.

          Für mich ein absolutes Lesehighlight, das mir vergnügliche, spannende und unterhaltsame Lesestunden beschert hat. Das Cover ist für mich auch ein echter Hingucker. Gerne vergebe ich 5 Sterne und freue mich schon riesig auf eine Fortsetzung.

          susanne_langer

          Beiträge 23
          06.01.2018

            Köln 1423:
            Dass der lombardische Geldverleiher Nicolai Golatti mit der schönen Aleydis de Bruinker eine sehr viel jüngere Frau geheiratet hat, führte schon zu Gerede, aber die Eheleute sind sich sehr zugetan und glücklich miteinander. Allerdings währt das Eheglück nicht sehr lange, denn eines Tages wird Nicolai erhängt aufgefunden. Aleydis glaubt nicht an einen Freitod ihres Gemahls. Zusammen mit dem Gewaltrichter Vinzenz van Cleve versucht sie, der Wahrheit auf die Spur zu kommen, und das ist nicht einfach. Noch problematischer wird die Angelegenheit, als Aleydis erfahren muss, dass ihr fürsorglicher, liebevoller Gemahl auch noch eine andere, eine dunkle Seite hatte. Das, was sie innerhalb kurzer Zeit über Nicolai erfährt, bringt ihr Weltbild gewaltig aus dem Lot. Sie weiß nicht, wem sie überhaupt noch vertrauen kann. Aus Vinzenz van Cleve wird sie nicht schlau, denn er hilft ihr zwar und führt die Ermittlungen zu Nicolais Todesfall durch, aber die beiden Geldverleiher waren geschäftlich erbitterte Konkurrenten.
            Petra Schier schreibt unvergleichlich lebendig und fesselnd, dabei ist ihre Sprache nicht zu modern und auch nicht zu alt, so dass sie gut zu der Geschichte aus dem 15. Jahrhundert passt und man doch alles gut verstehen kann. Die Ereignisse sind so dicht in die Handlung gepackt, dass keinen einzigen Moment Langeweile aufkommt.
            „Das Gold des Lombarden“ ist der erste Band einer neuen Reihe. Wie schon die Reihe um die Apothekerin Adelina, so spielt auch dieser Roman in Köln. Da es ein ausführliches Namensverzeichnis im Buch gibt, gelingt der Einstieg leicht, und die neuen Charaktere werden schnell vertraut. Aleydis ist eine sympathische junge Frau, die plötzlich aus ihrer heilen Welt gerissen und mit einer Seite des Lebens konfrontiert wird, von der sie bisher nichts ahnte. Ihre Erfahrungen lassen sie stark werden. Sie macht in der Geschichte eine enorme Entwicklung durch, und es ist interessant, sie dabei zu begleiten. Auch Vinzenz van Cleve, der auf den ersten Blick so kühl, dunkel und unnahbar wirkt, offenbart mit der Zeit sein wahres Wesen. Es ist sehr interessant, immer wieder Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten zu erhalten, und dadurch kann man mit der Zeit auch deren Beweggründe besser nachvollziehen.
            Was mir auch hier wieder ausgesprochen gut gefällt, ist die Verknüpfung zu anderen Geschichten, die man von der Autorin schon kennt. So tauchen in der Handlung einige Nebencharaktere auf, die ich bereits aus den Adelina-Bänden kannte. Solche Verbindungen schaffen immer ein besonderes Gefühl von Nähe.
            Meines Erachtens ist Petra Schier hier wieder ein fesselnder Auftakt gelungen, der neugierig auf eine baldige Fortsetzung macht. Darauf freue ich mich jetzt schon, denn über die liebenswerte und kluge Aleydis, ihre Familie und Freunde gibt es sicher noch viel zu erzählen.

            milkysilvermoon

            Beiträge 8
            06.12.2017

              Köln im Jahr 1423: Erst seit sechs Monaten ist die 20-jährige Aleydis de Bruinker mit dem wohlhabenden 56-jährigen Geldverleiher Nicolai Golatti verheiratet, als man diesen an einem Baum erhängt findet. Dass sich der liebevolle Ehemann selbst umgebracht haben soll, will die junge Frau nicht glauben. Aleydis findet nicht nur Hinweise auf einen Mord, sondern erfährt auch, dass der Lombarde viele Feinde hatte. Zusammen mit Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, dessen Vater der größte Konkurrent Golattis war, stellt sie Nachforschungen an. Auf der Suche nach der Wahrheit beginnt sie, van Cleve zu vertrauen. Doch dieser hegt selbst ein düsteres Geheimnis…

              Mit „Das Gold des Lombarden“ ist Petra Schier ein unterhaltsamer historischer Roman gelungen, der im mittelalterlichen Köln spielt. Der Auftaktband der neuen Reihe der Autorin vereint in einer interessanten Mischung Spannung und viel Gefühl.

              Meine Meinung:
              Der anschauliche Erzählstil hat mir sehr gefallen. Ich bin sofort gut in die Geschichte reingekommen, war gleich vom Geschehen gefesselt und habe das Buch nur ungerne zur Seite gelegt. Diese Spannung konnte die Autorin über die gesamte Länge halten. Trotz der fast 450 Seiten wurde die Geschichte nicht langatmig. Darüber hinaus gab es einige humorvolle Elemente.

              Im Roman wechseln sich die Perspektive von Aleydis und Vinzenz van Cleve ab. Dadurch ließ sich das Innenleben der beiden sehr gut nachvollziehen. Mit Aleydis steht eine reizvolle Protagonistin im Vordergrund, die mir durch ihre emanzipierte und gleichsam gefühlvolle Art schnell sympathisch war. Als Charakter reizvoll beschrieben ist auch die Person des Vinzenz van Cleve. Die Figuren des Buches haben Ecken und Kanten, was sie glaubhaft und interessant macht.

              Authentisch wirken auch die Darstellungen. Sie zeugen von der Recherchearbeit, die die Autorin in das Buch gesteckt hat. Auch die Handlung - inklusive der überraschenden Auflösung - war für mich stimmig. Der Roman ist in sich abgeschlossen. Leider blieben zum Ende hin allerdings noch einige Fragen offen, was der Tatsache geschuldet ist, dass es noch weitere Bände geben soll.

              Auf gelungene Weise werden historische Begebenheiten und fiktionale Elemente miteinander verwebt. Jede Menge interessante Informationen über das Leben zu dieser Zeit sind so in die Geschichte eingebaut worden. Durch diese Details wird das Buch zu einer lehrreichen Lektüre.

              Weitere Pluspunkte sind für mich die Übersicht über die Personen und die Karte der historischen Innenstadt von Köln. Auch das Cover mit der goldenen Prägung trifft meinen Geschmack.

              Mein Fazit:
              Mit „Das Gold des Lombarden“ ist Petra Schier ein lesenswerter Roman gelungen, der Lust auf die Fortsetzungen macht.