Petra Schier

Die Bastardtochter

Koblenz, 1362. Die schöne Enneleyn lebt mit einem Makel: Sie ist unehelich geboren. Zwar hat Graf von Manten sie als Tochter anerkannt, die gesellschaftliche Akzeptanz jedoch bleibt ihr verwehrt. Als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, zögert sie deshalb nicht lange.
Schon bald stellt sich heraus: Sie hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Nach außen ganz liebevoller Gatte, verbirgt Guntram geschickt seine dunklen Seiten. Nur Enneleyn weiß um seine Brutalität und Machtgier. Und um seinen großen Plan, der sie alle ins Unglück stürzen kann ...


Autorenbild Foto von Petra Schier

Die  Autorin

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2003 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.

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Rezensionen

susanne_langer

Beiträge 23
06.01.2018

    Im letzten Teil der Kreuz-Trilogie, der im Jahr 1362 in Koblenz spielt, geht es in der Hauptsache um Enneleyn, Johann von Mantens uneheliche Tochter. Zwar hat sie im Haushalt ihres Vaters und ihrer Stiefmutter Elisabeth liebevolle Aufnahme gefunden, aber gesellschaftlich fühlt sie sich nicht anerkannt. Sie ist nicht wenig geschmeichelt, als der Ritter Guntram von Eggern um sie freit, und sie stimmt einer Heirat mit ihm zu. Selbst als Enneleyn merkt, dass ihr Mann grausam und ganz anders ist, als er sich nach außen hin gibt, hält sie an ihrem Eheversprechen fest und erduldet alles, was ihr Guntram zumutet. Der Grund für ihre Duldsamkeit ist, dass sie ihren Vater nicht enttäuschen möchte, denn der Makel ihrer unehelichen Geburt haftet an ihr, und sie möchte den Menschen, die sie liebt, keine weiteren Unannehmlichkeiten bereiten, denn eine Auflösung der Ehe, in der sie mehr als unglücklich ist, würde einen Skandal hervorrufen.
    Enneleyns innere Zerrissenheit ist sehr gut dargestellt, und in mancher Hinsicht kann man sie auch verstehen, obwohl sie es mit Gehorsam und Demut schon oft allzu genau nimmt. Wenn man Guntram von Eggern jedoch im Lauf der Handlung immer besser kennen lernt, versteht man, dass Enneleyn auch aus Angst so handelt, denn sie möchte Freunde und Familie nicht in Gefahr bringen.

    Wie man es von der Autorin gar nicht anders erwartet, sind auch hier wieder alle Charaktere sehr lebendig und ausführlich dargestellt, so dass man fast meint, die beschriebenen Menschen selbst zu kennen. Es gibt ein Wiedersehen mit vertrauten Personen aus den ersten beiden Bänden, aber es kommen auch neue, zum Teil sehr liebenswerte Charaktere, dazu.
    Sehr gut hat mir auch hier wieder gefallen, dass man viel über das alltägliche Leben im vierzehnten Jahrhundert erfährt und sich alles lebhaft vorstellen kann, denn man wird mit hineingenommen, in das Familienleben der Von Mantens und der Kaufleute Luzia und Martin Wied, die man aus dem zweiten Band kennt. Natürlich erhält man auch Einblicke in Enneleyns Haushalt, wenn auch diese von eher unschöner Natur sind, denn auf die Erfahrungen der jungen Frau in ihrem trostlosen Eheleben kann man gerne verzichten.
    Auch wenn es der letzte Teil einer Trilogie ist, kann man diesen Roman jederzeit für sich lesen, ohne Verständnisschwierigkeiten zu haben, denn Petra Schier lässt immer kleine Details und Rückblenden aus den ersten Teilen einfließen, die Neueinsteigern alles Wissenswerte von früher erklären und auch denjenigen, die vor längerer Zeit die ersten Bücher gelesen haben, eine kleine Erinnerungsstütze bieten. Mir ging es so, dass ich einige Sachverhalte im Lauf der Jahre vergessen hatte, denn immerhin ist es fast vier Jahre her, dass ich „Die Eifelgräfin“ gelesen habe. Aber während des Lesens kamen dann die Erinnerungen wieder, so dass ich keinerlei Probleme hatte, die Zusammenhänge zu damals herzustellen. Aber ich empfehle doch, die Trilogie der Reihe nach zu lesen, wenn man noch keines der drei Bücher kennt. Man hat dann einfach noch mehr davon.

    Das Besondere und Außergewöhnliche dieser Trilogie ist eine Verbindung durch ein magisches Kruzifix, welches im Jahr 1148 von drei Männern, bei ihrer Beute aus dem damaligen Kreuzzug, vorgefunden wurde. Im Angesicht des Kreuzes schworen sich die Drei auf ewig Freundschaft und gegenseitigen Schutz für ihre Familien.
    Seit damals war die Reliquie im Besitz der Nachfahren dieser Männer, und es warnte die Besitzer vor nahenden Gefahren. Wieso das Kruzifix ausgerechnet am Tag von Enneleyns Verlobung wieder anfängt, zu vibrieren und zu leuchten, erfährt man in diesem fesselnden Roman, den man schon nach wenigen Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen mag und in dem die Kreuz-Trilogie einen schönen und zufriedenstellenden Abschluss findet.

    brigitte_schreiter

    Beiträge 76
    24.05.2017

      Koblenz 1362. Ennelyn, die Hauptprotagonistin wird als Bastardstochter des Grafen von Manten geboren. Ihr Vater nimmt sich ihrer an und sie wächst behütet auf. Sie willigt in seinen Wunsch ein sich mit den Ritter Gundram zu verheiraten. Sie hat keinen liebenden Gatten, sondern einen schlechten Menschen.
      Dann trifft sie Anton Bongert wieder, den sympatischsten in diesem Buch.
      Ein schöner historischer Roman, welcher die Figuren sehr bildlich darstellt.
      Auch die historischen Hintergründe kommen nicht zu kurz. Man kann sich gut hineinversetzen in das 14.Jahrhundert und ich vergebe 5 Sterne.

      nicole_pichler

      Beiträge 15
      22.04.2017

        Meine Meinung:

        Was für ein wundervoller, spannender Roman, den Frau Schier wieder für ihre Leser geschrieben hat. Gleich von der ersten Seite an war ich wieder im 14. Jahrhundert gefesselt. Der Schreibstil war wunderbar flüssig, spannend und emotional.
        Die Hauptprotagonistin Enneleyn ist eine wunderbare junge Frau, die erst nach ihrer Hochzeit merkt, dass sie den falschen Mann geheiratet hat. Ein richtiges Ungeheuer, das Rache an ihrer Familie nehmen will. Wie gut, dass es Antonio gibt, dem Enneleyn ihr Leid klagen kann.
        Der Roman ist einfach wunderbar geschrieben. Man lernt alle Protagonisten sehr gut kennen. Die Personen werden beim Lesen lebendig. Man konnte sich die Menschen, die Umgebung, die Häuser, die Kleidung und das Leben vom 14. Jahrhundert sehr gut vorstellen. Frau Schier hat die Gabe ihre Romane lebendig werden zu lassen. Selten liest man historische Romane die so lebendig sind wie dieser und die nicht zur Langatmigkeit neigen.
        Ich fand in diesem Roman den Familienzusammenhalt sehr schön und ganz besonders. Früher wurden ja Frauen sehr oft von ihren Vätern verheiratet. Aber in dieser Familie gibt es einige Liebesheiraten und auch Enneleyns Vater will seine Tochter glücklich sehen.
        Die Menschen in diesem historischen Roman sind wirklich ganz besonders und das war der Grund warum mir fast alle Personen sympathisch waren und ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Das Buch war durchwegs spannend. Ab dem zweiten Teil ist die Spannung gar nicht mehr abgerissen und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Ich finde genau so sollte ein guter historischer Roman sein.
        Die Spannung kommt nicht zu kurz, die Romantik ist da und die Personen sind liebenswert.
        Alles Punkte die für mich in einem Roman wichtig sind.
        Ich möchte diesen Roman wirklich nicht missen und vergebe für dieses wunderbare Buch 5 Sterne.

        tigerbea

        Beiträge 34
        07.03.2017

          Enneleyn, uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten und bei ihm groß geworden, heiratet den Ritter Guntram von Eggen. Sie ist davon überzeugt, eine gute Partie gemacht zu haben. Doch schnell merkt sie, daß sie sich getäuscht hat. Er spielt ein falsches Spiel mit ihr und zeigt sich nach außen hin freundlich, Enneleyn gegenüber zeigt er sein wahres Gesicht. Doch was verbirgt er vor ihr? Und vor allem: was plant er, um nicht nur ihrer Familie Schaden zuzufügen?

          "Die Bastardtochter" ist der dritte und letzte Teil der Kreuz-Trilogie von Petra Schier. Man kann diesen Band locker ohne Vorkenntnisse lesen da jedes Buch die Geschichte einer anderen Frau beschreibt, jedoch ist es viel interessanter, wenn man die ganze Serie kennt. Und auch sehr lohnend....
          Petra Schier hat einen wunderbaren Schreibstil, dem man leicht folgen kann und die Geschichte auch komplett versteht. Die einzelnen Handlungsstränge sind sehr gut ausgearbeitet und trotzdem es mehrere sind, verliert man als Leser niemals den Überblick oder muß noch einmal zurückblättern, um alles zu verstehen. Hier ist alles klar und übersichtlich geschrieben. Die Handlung ist wirklich total spannend und der Spannungsbogen bleibt unbeeinträchtigt bis zum Schluß des Buches bestehen. Die Charaktere sind allesamt sehr gut dargestellt und man kann sie sich im einzelnen gut vorstellen, ganz egal, ob sie in den Vorgängerbänden schon vorkamen oder nicht. Aber auch das mittelalterliche Koblenz war klar und deutlich beschrieben, so daß man die Stadt wirklich vor Augen hatte.

          Dieses Buch beinhaltet wirklich alles. Man hat hier einen historischen Roman mit Krimitouch, aber auch eine sehr schöne Liebesgeschichte. Diese Mischung gelingt Petra Schier mal wieder aufs Feinste. Deshalb kann ich dieses Buch wirklich jedem empfehlen!

          sommerlese

          Beiträge 99
          02.02.2017

            Diesen 3. Band kann man durchaus ohne Kenntnis der Vorgängerbücher lesen. Alles Wesentliche ist im Buch gut ersichtlich geschildert, sodass sich keine Wissenslücken auftun.

            Petra Schier beweist in diesem Roman erneut ihren sehr unterhaltsamen Erzählstil, der den Leser wieder einmal in die Zeit des 14. Jahrhunderts nach Koblenz entführt. Dabei spinnt sie die mystische Geschichte um das silberne Kreuz des Zachäus weiter. Das gibt dem Ganzen einen Hauch von Fantasy, es zeigt im Grunde wie abergläubig die Menschen damals waren. Sogar Gewitter galten als Zornausbruch Gottes. Auch wenn ich diese Art von Mystik nicht besonders mag, verleiht das Kreuz dem Roman ein symbolträchtiges Element. Der Glaube an Übersinnliches war prägend für die Menschen im Mittelalter.

            Vordergründig geht es um die Bastardtochter Enneleyn, die in einer unglücklichen Ehe mit einem machtgierigen Mann gefangen ist und einiges an Leid ertragen muss. Sie fügt sich in ihre Rolle. Wie wenig Rechte Frauen früher zustanden, wird hier sehr deutlich gezeigt. Frauen waren mit der Eheschliessung von ihrem Mann abhängig. Wie es im Epheserbrief heisst: Die Frau sei dem Manne untertan... Scheidungen waren nahezu unmöglich, im äußersten Fall gingen die Frauen in ein Kloster.

            In diesem Roman kommen Intrigen, Morde und Gewaltausbrüche vor, aber auch Liebesmomente und Gefühle werden nicht vernachlässigt. Es kommt keine Langeweile auf und auch wenn einige Ereignisse vorhersehbar erscheinen, verläuft die Spannung bis zu einem aufregenden Ende. Ich habe dieses Buch interessiert und gefesselt bis zum Schluss gelesen und es zufrieden zugeklappt. Besser kann der Abschluss einer Trilogie nicht verlaufen.

            Ein umfangreiches Personenregister, eine persönliche Anmerkung der Autorin und ein mittelalterliches Rezept beschliessen diese Kreuzreihe.


            Dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten, er hat einige Schwierigkeiten der damaligen Zeit gut aufgezeigt und die Kreuzreihe zu einem würdigen Abschluss gebracht.

            Schneckenpost

            Beiträge 26
            10.01.2017

              Enneleyn ist die uneheliche Tochter des Grafen von Manten. Als Bastardtochter hat sie es schwer, einen passenden Ehemann zu finden. Doch der Ritter Guntram von Eggern hält um ihre Hand an. Enneleyn und auch ihre Familie glauben, dass sie mit dieser Ehe das große Los gezogen hat.
              Bald nach der Hochzeit zeigt Guntram aber sein wahres Gesicht. Er hat nämlich nicht aus Liebe geheiratet sondern verfolgt einen ganz bestimmten Plan...
              Petra Schier hat einen tollen Schreibstil, der es einem fast unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen. Die Charaktere sind so lebendig beschrieben, man fühlt sich ihnen ganz nah.
              Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle Fans historischer Frauenromane.

              Arietta

              Beiträge 47
              05.01.2017

                Meine Zusammenfassung:

                In ihrem neuem Werk der 3. Teil ihrer Trilogie " Die Bastardtocher" die Fortsetzung von " Die Eifeltochter " und " Die Gewürzhändlerin" , ist wieder ein Toller Roman gelungen, der einem mitreißt und fesselt.

                Es geht in dieser Handlung um die Bastardtochter Enneleyn, der leiblichen unehelichen und anerkannten Tochter von Graf Johann von Manten. Er und seine Frau Elisabeth lieben sie beide sehr und erziehen sie mit viele Liebe. Wie das Schicksal so spielt lernt sie durch ihren Vater den Ritter Guntram von Eggern kennen. Er macht ihr den Hof umwirbt sie Charmant. Kein Wunder das Enneleyn sich geschmeichelt fühlt , gilt sie doch insgeheim immer noch als die Bastardtochter, also nimmt sie seinen Heiratsantrag an. Sie erhofft sich damit endlich geachtet zu werden in dieser Gesellschaft. Aber hätte sie und ihre Eltern und Freunde es geahnt, was wirklich hinter dieser Maske von Ehemann steckt , ich glaube sie hätte nie den Antrag angenommen und Johann hätte ihn zum Teufel geschickt. Keiner konnte Ahnen was für Perfide Pläne Guntram ausheckte und das er vor nicht zurückschreckte. Die Ehe ist eine Qual und Demütigung ohne Ende, ein Steiniger Weg ohne Hoffnung auf ein Ende dieses dunklen Tunnels.... Da sind auch noch Anton der aus Mailand zurückgekehrt ist und der ein tragisches Schicksal erleidet und sich Hoffnungslos in Enneleyn verliebt hat . Er beobachtet mit großer Besorgnis diese unglückliche Ehe. Auch Luzia und Marin haben Sorgen, die Reliquie das Kreuz sirrt und gibt Lichtsignale von sich, als wollte es vor großer Gefahr warnen , und dann taucht auch noch dieser geheimnisvolle Kaufmann Wulfhard de Berge auf, was alles hat das zu bedeuten , wer schwebt in großer Gefahr ?



                Meine Meinung zur Autorin:

                Sehr schön hat Petra Schier, die Geschichte der Bastardtochter erzählt, sie schafft es einem auf die Folter zu spannen, teilweise liest sich das ganze wie ein Triller. Ein Buch das einem oft schaudern lässt. Wie ein roter Faden zieht sich die Reliquie das Kreuz durch die Geschichte, etwas sehr Geheimnisvolles und Magisches umgibt es. Hier lernt man die liebenswerte Enneleyn kennen und ihren Mann Guntram dessen wahren Charakter. Sie zeigt uns sein wahres Gesicht nach außen hin der Gentlemen und Charmeur, aber hinter dieser Maske steckt der Teufel in Person, ein Mensch der von Habgier und Rache getrieben ist, der vor nichts zurückschreckt. Liebenswert ist auch der kleine Gassenjunge den Anton aus Mailand gefolgt ist, ein aufgewecktes und kluges Kerlchen, der Enneleyn seine ganze Liebe und Zuneigung schenkt, der sie verehrt. Aber auch Anton der zurückgekehrt ist hat sich in sie verliebt. Die ganze Menschen die uns begegnen sind sehr real, glaubhaft und bildhaft beschrieben. Die Protagonisten gewinnt man zum aller größten Teil Lieb, den Rest hasst und verachtet man. Auch die einzelnen Charaktere sind sehr gut heraus Kristallisiert, man bekommt tiefe Einblicke in ihr Gefühlsleben. Ebenso sehr schön geschildert ist das Leben in der Stadt Koblenz um 1362. Eine wundervolle Geschichte die einem in den Bann zieht.



                " Ein toller bunter und Facettenreicher Historischer Roman "

                Anni

                Beiträge 4
                14.11.2016

                  Von mir gibt es auch eine Leseempfehlung! Einfühlsam beschrieben und das Mittelalter entsteht bildlich. Die rauhe Zeit und die Stellung der Frau in der Gesellschaft, wieviel diese Wert sind... Daumen hoch!

                  hasi_rasi

                  Beiträge 33
                  eine Antwort 02.11.2016

                    Koblenz 1362: Vor 200 Jahren wurde in Jerusalem eine wertvolle Reliquie, das Kreuz des Zacharäus (ein Teil des Gralsschatzes), gestohlen und zwischen 3 Familien aufgeteilt. Der Tempelritter Robert de Berge schwor damals, die Einzelteile zu finden, zusammenzufügen und zurückzubringen. An diesen Schwur fühlt sich auch sein Nachfahre Wulfhard de Berge immer noch gebunden und als er einen Brief findet, der ihm eine Spur zu dem Kruzifix weist, macht er sich auf eine lange und gefährliche Pilgerfahrt.

                    Auf dieser Reise begegnet er Anton Bongert. Anton hat die letzten 9 Jahre in Mailand gelebt und ist dort ein reicher Kaufmann geworden. Er befindet sich mit seiner Gemahlin Fiorina und dem Straßenjungen Palmiro auf dem Heimweg nach Koblenz. Dort will er sich in der Nähe seiner Schwester Luzia niederlassen.

                    Enneleyn ist die anerkannte Bastardtochter des Grafen Johann von Manten. Um diesen Makel wettzumachen eifert sie ihrer adeligen Stiefmutter Elisabeth nach. Um so größer ist ihre Freude, als der Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält.

                    Leider tut sich Enneleyn mit dieser Ehe keinen Gefallen. Guntram ist perfide, roh und grausam zu ihr. Er demütigt sie, wo er nur kann, erpresst sie und wirft ihr immer wieder ihre unvollkommene Abstammung vor. Nach außen ist er allerdings der perfekte Ehemann, der sie liebevoll behandelt und mit Geschenken geradezu überhäuft.

                    Die Familien von Anton, Luzia und Enneleyn sind seit mehreren Generationen durch die drei Teile eines geheimnisvollen Kreuzes zu einem engen Bündnis verwoben. Das Kreuz schickt ihnen seherische Träume und warnt sie vor Gefahren ...



                    Petra Schier ist mit der „Bastardtochter“ wirklich ein fulminantes Ende der Kreuz-Trilogie gelungen. Man ist sofort wieder mittendrin im Geschehen und die Spannung steigt unaufhörlich. Selbst der Buchmessestress konnte mich nicht davon abhalten, dass Buch in 2 Tagen regelrecht zu verschlingen.

                    Wer die ersten beiden Teile schon gelesen hat, kennt die meisten handelnden Personen und deren Geschichte natürlich schon, aber man kann der Handlung auch ohne diese Vorkenntnisse problemlos folgen.

                    Die Protagonisten sind wieder wunderbar gelungen. Ich habe mit Enneleyn gelitten und die ganze Zeit gehofft, dass sie endlich irgend jemandem sagt, was bei ihr zu Hause hinter verschlossenen Türen los ist. Gleichzeitig habe ich Guntram mehr als einmal den Tod gewünscht und gebibbert, dass er seine fiesen Pläne nicht umsetzen kann. Auch Enneleyns Eltern und Freunde sind sehr sympathisch. Wulfhard der Berge bleibt lange geheimnisvoll. Er fühlt sich zerrissen zwischen seinem Schwur, das Kruzifix zu finden und der Loyalität gegenüber seinen neuen Freunden.

                    Mein heimlicher Star aber ist der Straßenjunge Palmiro, der sich nach Petra Schiers eigener Aussage heimlich in ihr Buch und mein Herz gestohlen hat. Er ist vorwitzig, schlau und unheimlich liebenswürdig. Mich würde interessieren, was aus ihm wird. Sein Name bedeutet „der Pilger“ und er scheint seherische Fähigkeiten zu haben. Vielleicht lesen wir ja bald wieder von ihm? Das würde mich zumindest sehr freuen.



                    „Die Bastardtochter“ ist das perfekte Buch für alle Fans von gut recherchierten spannenden historischen Romanen und erhält von mir die volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Leseempfehlung! Schade, dass diese Geschichte nun zu Ende erzählt ist.

                    • sommerlese

                      Beiträge: 99
                      30.04.2017

                      Bei diesem Roman hat mir vor allen Dingen die realistischeDarstellung der Rolle der Frau gefallen.

                    Tiara

                    Beiträge 10
                    eine Antwort 25.10.2016

                      Inhalt:
                      Koblenz, 1632: Enneleyn ist die uneheliche Tochter des Grafen von Manten. Als Bastardtochter hat sie es schwer, einen passenden Ehemann zu finden. Da trifft es sich gut, dass Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält. Sowohl Enneleyn als auch ihre Familie glauben, dass sie mit dieser Ehe das große Los gezogen hat.
                      Doch schon bald nach der Hochzeit zeigt Guntram sein wahres Gesicht. Er hat nämlich nicht aus Liebe geheiratet sondern verfolgt einen ganz bestimmten Plan.
                      Enneleyn ist in dieser Ehe natürlich alles andere als glücklich, doch kann sie sich an niemanden wenden, denn Guntram erpreßt sie, sollte sie ihrer Familie die Wahrheit sagen.

                      Meine Meinung:
                      Dies ist der letzte Teil der Kreuztrilogie. Nachdem Band 1 und 2 zu meinen Jahreshighlights 2015 gehörten, konnte ich natürlich den Abschlußband kaum mehr erwarten. Sobald ich das Buch aufgeschlagen habe, war ich auch schon wieder mitten drin in der Geschichte. Man kann die Bände zwar auch unabhängig voneinander lesen, aber ich würde doch empfehlen, sich auch die anderen Bücher anzuschauen, denn es ist so schön, wenn man weiterverfolgen kann, wie sich das Leben der Protagonisten weiterentwickelt. Zudem sind Begebenheiten aus Band 1 richtungsweisend im letzten Band, was mir sehr gut gefallen hat.
                      Luzia und Elisabeth sind weiterhin äußerst sympathische junge Frauen und ich finde ihren Zusammenhalt beneidenswert. Auch Enneleyn ist inzwischen zu einer hübschen jungen Frau herangewachsen. Ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, sie hat sich von einem schüchternen Mädchen zu einer taffen jungen Frau entwickelt, die zum Schluß über sich selbst hinauswächst. Tapfer erträgt sie ihr Schicksal, um für ihre Familie das Beste zu erreichen und denkt überhaupt nicht an sich selbst.
                      Auch Luzias Bruder Anton hat es in Italien weit gebracht und ist auf dem Rückweg nach Koblenz, wo er sich endgültig häuslich niederläßt. Er bringt Palmiro, einen italienischen Gassenjungen mit, der sich sehr schnell in mein Herz geschlichen hat.

                      Petra Schier hat einen süchtig machenden Schreibstil, der es mir fast unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen. Die Charaktere sind so lebendig und zum greifen Nahe beschrieben, man fühlt sich als Teil davon und lacht, lebt, leidet und liebt mit ihnen mit.
                      Vor allem Guntram, der ja wirklich der Teufel in Person ist, hat mir manchmal die Haare zu Berge stehen lassen und ich hätte ihn am liebsten eigenhändig erwürgen mögen.
                      Die Geschichte nimmt von Seite zu Seite an Fahrt und Spannung auf und am Ende hat mich der perfekte Schluß erwartet.
                      Ich finde es so schade, dass die Trilogie nun zu Ende ist, die Autorin hätte 10 Bände schreiben können, ohne mich zu langweilen.

                      Ich möchte diese Trilogie wirklich allen ans Herz legen. Sie ist eine gute Mischung aus hist. Roman, Krimi und Liebe.

                      • LeseStef

                        Beiträge: 41
                        03.12.2017

                        Klingt echt toll ;)

                      parvati

                      Beiträge 2
                      18.01.2016

                        Gelungener Abschluss der Kreuztrilogie

                        Mit dem Roman „Die Bastardtochter“ ist es Petra Schier gelungen, die Kreuztrilogie ganz wunderbar abzurunden. Das Buch lässt sich auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände „Die Eifelgräfin“ und „Die Gewürzhändlerin“ lesen und genießen, weil alle Figuren und ihre Zusammenhänge ausführlich genug dargestellt sind, ohne die „Petra Schier Fans“, die natürlich alles gelesen haben, zu langweilen. Man kann eine sehr schöne Vorstellung der Figuren und ihrer Wirkungsstätte im mittelalterlichen Koblenz gewinnen.

                        Die Hauptfigur Enneleyn ist die anerkannte Bastardtochter des Grafen Johann von Manten. Da ihre Heiratschancen als Bastardtochter nicht allzu gut sind, ist Enneleyn erleichtert, als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält. Guntram ist wohlhabend und kauft ein Haus in Koblenz, so dass Enneleyn in der Nähe ihrer Eltern und Freunde, der Kaufmannsfamilie Luzia und Martin Wied, leben kann. Das Glück scheint perfekt, doch der gegen außen sehr charmant erscheinende Guntram hat eine sehr düstere Seite. Er zeigt sich Enneleyn gegenüber sehr bald als brutaler Ehemann, der sehr zweifelhafte Pläne verfolgt.

                        Petra Schier gelingt es, die mittelalterliche Welt in Koblenz vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben zu erwecken, was durch den alten Stadtplan vorne im Buch noch erleichtert wird. Ein Personenverzeichnis hinten hilft einem, den Überblick über die Figuren zu gewinnen.

                        Obwohl ich Bücher mit mystischen Elementen nicht besonders mag, konnte ich die Geschichte, um die Reliquie, des Kreuzes des Zachäus, sehr genießen, weil ich mir vor Augen halte, dass der Glaube an übersinnliche Kräfte im Mittelalter für die Menschen sehr prägend war und im Nachwort dem Kreuz auch noch mal eine wunderschöne Symbolik verliehen wird. Die Hauptfigur Enneleyn fand ich etwas schwächer als zum Beispiel Luzia aus „Die Gewürzhändlerin“. Das ist in Ordnung, weil viele junge Frauen so unsicher wie Enneleyn sind und häusliche Gewalt verschweigen. Dennoch identifiziert man sich natürlich lieber mit starken Figuren. Ich hätte gerne noch etwas mehr von den Tätigkeiten eines Kaufmanns gelesen, aber vielleicht hätte das für viele Leser das Buch zu sehr in die Länge gezogen.

                        Von mir erhält dieses Buch eine Leseempfehlung.