Petra Schier

Vergeltung im Münzhaus

Köln 1408: Im Haus des Münzwechslers Henns Birboim wird ein Toter aufgefunden - brutal erstochen. Ein Knecht beschuldigt die junge Hebamme Clara des Mordes an ihrem Vater. Offenbar ein Racheakt: Der Tote hatte das Mädchen einst an ein Hurenhaus verpfändet, um seine Schulden zu begleichen.
Im Kerkerturm wird Clara bald ein zweiter Mord zur Last gelegt. Apothekerin Adelina setzt mit ihrer Tochter Griet alles daran, dem unglücklichen Mädchen zu helfen. Unterstützung erhalten sie dabei aus einer Richtung, aus der sie es nie für möglich gehalten hätten ...


Autorenbild Foto von Petra Schier

Die  Autorin

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2003 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.

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Rezensionen

flieder

Beiträge 9
28.08.2017

Köln im Jahre 1408. Die junge Hebamme Clara wird beschuldigt ihren plötzlich wieder aufgetauchten Vater Urs van Oeche getötet zu haben. Gründe hätte sie durchaus dazu. Vor Jahren verkaufte ihr Vater sie zusammen mit ihrer Mutter in ein Hurenhaus um seine Schulden zu begleichen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ihre Kleider voller Blut sind. Die Apothekerin Adelina muss fassungslos mit zusehen, wie die Freundin ihrer Stieftochter Griet in den Kerkerturm geworfen wird. Griet, die als Kind ähnliches durchmachen musste wie Clara und gerade selbst in einem wahren Gefühlschaos steckt und Adelina versuchen gemeinsam die Unschuld von Clara zu beweisen, doch schon bald wird der Verdacht laut, dass sie in Aachen noch einen weiteren Mord begangen haben soll.


Leider heißt es nun Abschied nehmen von Adelina. Vergeltung im Münzhaus ist der 6. und somit leider der letzte Band rund um die liebenswerte Familie, der auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Wie schon in den Vorgängerbänden besticht auch dieser durch einen tollen flüssigen Schreibstil und die sympatische Beschreibung der Protagonisten. Petra Schier schafft es immer wieder den Leser zu fesseln und man kann gar nicht anders als mitzuleben und mitzufühlen. Griet, die in den anderen Bänden eher nebensächliche Rollen spielte, darf hier nun die Hauptperson sein. Ihre traumatische Kindheit und ihre panische Angst Männern gegenüber wird sehr gut dargestellt und man kann gar nicht anders als sie gern zu haben. Ich durfte miterleben wie sie in all den Bänden gewachsen und nun zu einer jungen Frau herangereift ist, die ihren Weg geht.Schade, dass sie das jetzt ohne ihre Fangemeinde tut, oder gibt es vielleicht doch noch ein Wiederlesen?? Für alle Fans, die Gefühle und Krimi gerne vereint sehen, kann ich guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen und vergebe gerne 5 Sterne

tigerbea

Beiträge 50
15.02.2017

Die Freundin von Adelinas Tochter Griet, die Hebamme Clara, wird beschuldigt, ihren Vater ermordet zu haben. Nach einem Motiv muß nicht lange gesucht werden, schließlich hat er seine Frau und seine Tochter an ein Hurenhaus verkauft um seine Schulden zu tilgen. Als auch noch ein zweiter Mord geschieht, wird die Lage für Clara immer brenzliger. Adelinas und Griet versuchen alles um ihr zu helfen.

Schade. Nein, nicht weil das Buch schlecht war. Im Gegenteil. Bei mir macht sich Trauer um eine sehr gute Serie breit. Denn nun ist es vorbei. Und dieser wunderbare Band macht den Abschied nicht leichter. Es war wieder ein superspannender Krimi aus dem alten Köln, der den Leser von Anfang an mitreißt. Man trifft auf seine liebgewonnenen Charakte, von denen man sich jetzt leider verabschieden muß. Sie werden fehlen. Petra Schier hat mich auch hier wieder durch ihren wunderbar flüssigen Schreibstil überzeugt. Man liest dies Buch und fühlt sich nach Köln versetzt. Man sieht die Stadt vor dich, fühlt mit den Menschen mit und kann irgendwie gar nicht mehr mit Lesen aufhören. Bei diesem Krimi steht aber auch das Menschliche im Vordergrund. So erlebt man die Sorgen, Nöte und Ängste hautnah mit.
Ich kann dieses Buch wärmsten empfehlen. Es ist ein würdiger Abschluß einer extrem guten Serie. Tschüß, Adelina. Ich vermisse dich jetzt schon.

Annegret

Beiträge 2
eine Antwort 08.12.2016

Die Autorin Petra Schier nimmt uns in ihrem sechsten Band der Alina-Reihe wieder mit in die Familie von Adelina und Neklas Burka.

Als Urs van Oeche im Haus des Münzwechslers Henns Birboim ermordet aufgefunden wird, beschuldigt sein Knecht Wendel Clara, ihren Vater getötet zu haben, aus Rache dafür, daß ihr Vater sie und ihre Mutter an ein Hurenhaus verpfändet hat. Außerdem wird ihr zur Last gelegt, einen Freier getötet zu haben.

Ihre Freundin Griet und deren Stiefmutter Adelina versuchen, Clara in dieser Angelegenheit zu helfen. Denn sie glauben nicht, daß Clara zu einem Mord fähig ist.

Obwohl ich die anderen Bücher der Adelina-Reihe nicht gelesen habe, bin ich schnell in die Geschichte reingekommen. Ganz nebenbei wird immer wieder aus der Vergangenheit berichtet, so daß man schnell mit den Familienverhältnissen vertraut wird.

Sehr gut gefallen hat mir auch, daß man viel aus dem Leben der damaligen Zeit erfahren kann.

Griet, die Stieftochter Adelinas, hat in ihrem jungen Leben schon viel durchgemacht. Sie lebt sehr zurückgezogen, denn sie fürchtet den Kontakt zu Männern außerhalb der Familie. Sie möchte ihrer Freundin helfen. Das Gefängnis ist kein Ort für eine junge Frau.

Unerwartet kommt Unterstützung von Stadthauptmann Cristan Reese, der in diesem Fall ermitteln soll.

In diesem Roman gibt es nicht nur die Kriminalgeschichte, sondern auch eine Liebesgeschichte. Eine Liebesgeschichte zwischen Cristan und Griet.

Die Autorin hat es wunderbar verstanden, die Liebe, die von beiden Seiten erst gar nicht gewollt war, weil jeder von ihnen sein eigenes schweres Päckchen zu tragen hatte, ganz sacht und allmählich wachsen zu lassen.

In der Familie Burka muß man sich einfach wohl fühlen, auch wenn jeder so seine eigenen Macken und Hintergründe hat. Ich werde auf jeden Fall die anderen Bücher auch noch lesen.

Als Liebhaber von historischen Romanen kann ich diese Geschichte gerne weiterempfehlen.

  • Booky-72

    Beiträge: 25
    16.01.2017

    ich kenne noch nicht alle Bücher der Reihe und freue mich schon, wenn ich bei Band 6 angekommen bin, auch wenn es leider das letzte über Adelina und ihre Familie sein wird.

hasi_rasi

Beiträge 40
02.11.2016

Adelina, die Protagonistin des Buches, kenne ich nun schon seit 11 Jahren - da erschien mit „Tod im Beginenhaus“ der erste Teil der Reihe und „Vergeltung im Münzhaus“ soll sie nun leider endgültig abschließen. Also habe ich das Buch von vornherein mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen – genauer gesagt habe ich es regelrecht verschlungen, denn man fliegt nur so durch die Seiten. Wie auch die Vorgängerbände ist es sehr spannend, unterhaltsam und witzig. Letzteres liegt vor allem an den Wortgefechten zwischen Griet und Cristan. Bisher trugen ja eher Adelina und Neklas diese aus, aber sie haben würdige Nachfolger gefunden.

Köln 1408: Clara, eine Bekannte von Adelina und Griet, ist die neue Hebamme der Stadt. Als ihr Vater Urs und dessen Knecht Wendel plötzlich in Köln auftauchen, wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt: Urs hat sie und ihre Mutter vor Jahren ans Hurenhaus verpfändet, um seine Schulden zu tilgen. Damals konnte Clara fliehen und sie will sich ihm jetzt erst Recht nicht unterordnen. Als Urs kurze Zeit später im Haus des Münzhändler Birboim ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf Clara, da sie zum Tatzeitpunkt Birboims Frau behandelt hat. Doch damit nicht genug, wird sie bald noch eines zweiten Mordes beschuldigt!

Griet, Adelinas Zieh-Tochter, will unbedingt Claras Unschuld beweisen und wird Adelina dabei immer ähnlicher. Doch Griet wird durch den Fall von den Dämonen ihrer Kindheit eingeholt.

Dazu kommt, dass Griet immer wieder von ihrem neuen Nachbarn Cristan Reese, einem Hauptmann der Stadtwache, abgelenkt wird. Eigentlich soll sie ihm nur bei der Befragung von Clara helfen, doch auch er hütet offenbar ein dunkles Geheimnis!

Schon der Einstieg in das Buch ist gut gelungen, denn „Erstleser“ werden auf sehr charmante Weise abgeholt, da alle Personen und ihre Zugehörigkeiten erzählerisch vorgestellt werden.

Bei diesem Adelina-Teil geht es, neben dem zu lösenden Mord, hauptsächlich um Griet und Cristan. Durch Claras Verhaftung und die Zusammenarbeit mit Cristan muss auch Griet sich ihrer Vergangenheit stellen und evtl. damit abschließen. Dazu kommt, dass Cristan ihr ein ungewöhnliches und verlockendes Angebot macht. Mir hat ihre Entwicklung im Laufe der Handlung sehr gut gefallen. Zu Beginn ist Griet verängstigt und introvertiert, aber schon bei Claras Verhaftung wächst sie über sich hinaus. Nur wenn es um ihre eigenen Belange geht, kann sie diese Kraft lange nicht einsetzen.

Auch Cristan Rees ist ein interessanter Charakter. Lange ist unklar, worin sein Geheimnis besteht und wenn ich ehrlich bin, wäre ich nie darauf gekommen (verraten wird hier aber nix ;-) ). Er ist extrem einfühlsam und rücksichtsvoll, nicht nur im Umgang mit Griet, und so hat er sich bald in die Herzen aller Familienmitglieder geschlichen. Doch wenn sein Geheimnis ans Licht kommt, bringt er sie alle in Gefahr.

Aber die Burkas waren schon immer eine ungewöhnliche Familie mit einem tollen Zusammenhalt. Sie kümmern sich rührend umeinander, sei es um den behinderten oder um die traumatisierte Griet. Vitus habe ich schon in den vorangegangenen Büchern besonders ins Herz geschlossen. Er hat ein sehr gutes Gespür für Menschen und Tiere und ist extrem liebenswert.

Adelina und ihr Mann Neklas sind sehr besorgte Eltern, die Griet so gut wie irgend möglich behüten und beschützen möchten. Sorgenvoll betrachten sie daher, dass Cristan sich Griet nähert und sie dadurch sehr aufwühlt.

Und so ganz nebenbei gilt es ja auch noch, den Tod von Claras Vater aufzuklären. Der Fall wird immer verzwickter. Warum wohnte er bei dem Münzwechsler, wenn sie sich gar nicht leiden konnten? Er hatte schon in Aachen Dreck am stecken – hat sich vielleicht jemand aus seiner Vergangenheit an ihm gerecht?! Und auch Birboim hat wohl keine saubere Weste.

„Vergeltung im Münzhaus“ ist ein würdiger Abschluss der Adelina-Reihe *tränchenwegdrück*. Ende gut, alles gut. Fast alles. Ich zitiere mal Adelina: „Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich nur eine Figur in einer Geschichte, die jemand erzählt. ... Wir hören ja nicht auf zu leben, bloß weil wieder einmal ein Kapitel unserer Familiengeschichte abgeschlossen ist. “

Und wie heißt es so schön: Jedes Ende ist ein neuer Anfang!

bud

Beiträge 29
01.08.2018

    Köln 1408: Im Haus des Münzwechslers Henns Birboim wird ein Toter aufgefunden - brutal erstochen. Ein Knecht beschuldigt die junge Hebamme Clara des Mordes an ihrem Vater. Offenbar ein Racheakt: Der Tote hatte das Mädchen einst an ein Hurenhaus verpfändet, um seine Schulden zu begleichen.
    Im Kerkerturm wird Clara bald ein zweiter Mord zur Last gelegt. Apothekerin Adelina setzt mit ihrer Tochter Griet alles daran, dem unglücklichen Mädchen zu helfen. Unterstützung erhalten sie dabei aus einer Richtung, aus der sie es nie für möglich gehalten hätten ...(Klappentext)
    Petra Schier hat einen sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil der den Leser von der ersten Seite an mit nimmt. Bei ihr baut sich die Spannung immer weiter aus, bis man zum Schluss das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag und einfach wissen muss, wie es ausgeht.

    Auch mit diesem Band konnte sie mich wieder in den Bann ziehen und begeistern. Spannend und atemraubend habe ich hier die Aufklärung des letzten Adelina Falles verfolgt und war am Ende traurig das es nun doch der Abschluss sein soll. Von dieser Serie kann man als Leser einfach nicht genug bekommen, es macht einfach Spaß zu lesen, denn zu keinem Zeitpunkt kommt hier Langeweile auf.

    vielleser18

    Beiträge 5
    29.07.2018

      Gefühlvoller (vorläufiger) Abschluss der Adelina Reihe

      "Vergeltung im Münzhaus" ist nach

      1. Tod im Beginenhaus op
      2. Mord im Dirnenhaus
      3. Verrat im Zunfthaus
      4. Frevel im Beinhaus
      5. Verschwörung im Zeughaus

      der 6. Band der Adelina Reihe, Es ist das Jahr 1408 und neben Adelina und ihrem Mann Neklas, spielt diesmal Griet die Hauptperson. Griet, die Tochter von Neklas aus einer früheren Beziehung.
      Ein Mord im Münzhaus, der Vater der Hebamme Clara, wird ermordet. Clara wird verdächtigt und kommt ins Gefängnis, obwohl sie ihre Unschuld beteuert. Ihre Freundinnen Adelina und Griet glauben an sie und wollen ihr helfen. Zusammen mit Cristan, dem neuen Hauptmann der Stadtwache, der Ziehsohn und designierter Nachfolger vom Gewaltrichter Georg Reese. Und Cristan hütet genau wie Griet ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, das nicht bekannt werden darf. Doch Cristan ahnt schnell, was für eine Vergangenheit Griet hat und macht ihr einen Vorschlag......

      Ich habe alle Adelina Bände gelesen und habe jeden verschlungen. Petra Schier hat einen unheimlich tollen Schreibstil, der einen in das historische Köln versetzt, einem anderen alltäglichen Begebenheiten teilhaben lässt und dabei niemals langweilig ist. Immer gibt es einen Mordfall, immer gibt es ein Familienmitglied, das im Vordergrund steht. Die Familie um Adelina entwickelt sich im Laufe der Jahre, es wird geheiratet und auch gestorben, es wird geliebt und Kinder werden geboren, werden größer und selbst erwachsen. Und als Leser ist man dabei und die Figuren wachsen einem ans Herz.
      Daher ist es schwer, sie nun nach dem angekündigten Ende ( ein kleines Hoffnungszeichen, ein aber...am Ende, lässt einem noch ein bisschen hoffen) auch wieder loszulassen.

      Dieser 6. Band hat wieder einen spannenden Mordfall zu bieten, der wieder verwickelt ist und bei dem die Autorin wieder viele Fährten gelegt hat, so dass auch der Leser mitraten kann und lange auf dem Holzweg ist. Gut so ! Dieser Band besticht aber vor allem durch die Entwicklung, die Griet vollziehen muss, ihre Gedanken und Handlungen, ihre Sorgen und Nöte, sind glaubhaft, authentisch und vor allem emotional beschrieben worden.

      Fazit:
      Wer historische Romane voller Gefühl, voller Entwicklungen, voller Spannung mag, der muss einfach diese Reihe um Adelina lesen.
      Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann für sich alleine gelesen werden, dennoch ist durch die Entwicklung der Familienbande und Familiengeheimnisse eine chronologische Reihenfolge zu empfehlen.

      jackleser

      Beiträge 35
      11.05.2018

        Wir befinden uns im mittelalterlichen Köln im Jahr 1408. Wieder sind ein paar Jahre ins Land gegangen. Griet, Adelinas Stief- und Neklas leibliche Tochter, ist inzwischen vom Mädchen zur jungen Frau herangereift und frönt im hauseigenen Laboratorium der Alchemie, der auch ihr Vater, der Medicus Neklas Burka, verfallen ist. Adelina lässt sie gewähren, weiß sie doch, dass Griet nicht geehelicht werden kann, denn die junge Frau wurde als Kind in einem Bordell missbraucht, bevor ihr leiblicher Vater Neklas von ihrer Existenz erfuhr und sie aus dem Elend befreite, um sie in sein Haus zu holen. Nach wie vor ist sie äußerst menschenscheu und vor allem gegenüber Männern zurückhaltend, wenn nicht sogar zurückweisend. Dennoch sie hat sich zu einer schönen, klugen und wissbegierigen jungen Dame entwickelt. Als Cristan Reese, der zweite Hauptmann der Stadtsoldaten und Ziehsohn des Familienfreundes Georg Reese, das Haus gegenüber der Apotheke am Alter Markt bezieht und Kontakt zu ihr sucht, ist das nicht nur ihr ein Dorn im Auge. Schnell wird klar, dass auch Cristan ein dunkles Geheimnis hütet.

        Die junge Hebamme Clara, der Griet vor einigen Jahren in ihrer Not half, trifft unverhofft auf ihren Vater Urs, dem Sie damals davon lief, da er sie aufgrund seiner Schulden an einen Hurenwirt gab. Auch sein treuergebener Knecht Wendel ist bei ihm. Die beiden sind von Aachen nach Köln gezogen. Merkwürdigerweise steht er in engem Kontakt zum Münzhändler, in dessen Haus er ermordet aufgefunden wird. Clara gerät unter Verdacht und natürlich wird die Familie Burka, die fest an ihre Unschuld glaubt, wieder ermittelnd und eingreifend aktiv. Und so ist Griet gezwungen sich näher mit Cristan auseinander zu setzen. Doch ob sie ihm trauen kann?

        Wieder ist Petra Schier ein packender und facettenreicher historischer Kriminalroman gelungen. Sie führt uns auf verschiedene Fährten und lenkt geschickt mit Geheimnissen um den jungen Hauptmann und der Gefahr, dass Griets Vergangenheit aufgedeckt werden und sie dadurch in Schimpf und Schande geraten könnte, ab. In Kombination mit dem flüssigen, gut lesbaren Schreibstil und der Abwechslung zwischen ernsten Tönen und ein paar humorvollen Einlagen ist diese Geschichte wieder ein echter Page Turner.

        Wer die Vorgängerbände kennt, sieht eine klare Entwicklung der handelnden Charaktere. Vor allem die Protagonisten - in diesem Band allen voran Griet Burka und Cristan Reese - sind lebensnah und interessant gezeichnet. Auch Nicht-Adelina-Kennern wird schnell offenbar, dass das Apotheker- und Medikus-Haus Burka zwar offen und herzlich, aber auch katastrophenanfällig ist. Gerade durch ihre tolerante Haltung und ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, scheinen Adelina und ihre Lieben die Schurken und Unglücksfälle nur so anzuziehen. Doch Adelina ist inzwischen reifer und bedachter geworden, handelt weniger spontan und impulsiv als früher.
        „...Männer neigen dazu, einer Frau das Leben nicht gerade leicht zu machen. Ich vermute aber, dass sie es umgekehrt ebenso sehen. Sie geben es bloß nicht gerne zu...“

        Durch Einblicke in Stadt- und Gerichtswesen, gesellschaftliche Gepflogenheiten und das alltägliche Leben in der mittelalterlichen Domstadt, fühlt man sich als Leser in die damalige Zeit zurückversetzt. Das Personenregister und ein Glossar erleichtern Zuordnung, Orientierung und Verständnis.
        Wer Lust auf mehr hat:
        1. Band: Tod im Beginenhaus
        2. Band: Mord im Dirnenhaus
        3. Band: Verrat im Zunfthaus
        4. Band: Frevel im Beinhaus
        5. Band: Verschwörung im Zeughaus

        Fazit:
        Auch der sechste und letzte Teil der Adelina-Reihe hat mir ausgezeichnet gefallen. Anhand eines spannenden historischen Kriminalfalles, lässt uns die Autorin Petra Schier in die mittelalterliche Welt des Bürgertums eintauchen.

        Eponine

        Beiträge 8
        23.04.2018

          Dies ist der sechste und leider letzte Band der Reihe um Adelina. Welch eine Entwicklung hat sie doch seit dem ersten Band durchgemacht. Ihre Stellung ist nun viel gefestigter, sie hat Mann und Familie und dieses Mal ist ihre Tochter Griet auch mit in die Aufklärung einbezogen, denn ihre Freundin wird des Mordes beschuldigt.
          Mir sind die Charaktere ans Herz gewachsen und das Apothekerhaus und überhaupt das spätmittlelalterliche Köln sind mir auf diese Weise sehr nahe gebracht worden.
          Petra Schier recherchiert immer sehr gründlich für ihre Bücher und der historische Kontext ist sehr gelungen.

          Bibliomarie

          Beiträge 19
          11.03.2018

            Griet Burka und Clara van Oeche leben im mittelalterlichen Köln. Beide eint ein schreckliches Schicksal aus ihrer Vergangenheit, aber sie haben inzwischen einen Platz im Leben gefunden. Da trifft Clara zufällig ihren Vater wieder, der sie als junges Mädchen an ein Hurenhaus verpfändet hatte.

            Als kurze Zeit später der Vater erstochen aufgefunden wird, ausgerechnet im Haus einer Schwangeren, die Clara als Hebamme betreut, ist für die Büttel der Stadt klar, dass sie die Täterin bereits gefunden haben.

            Aber Griet und ihre Familie wollen nicht zulassen, dass Clara für eine Tat verurteilt wird, die sie nicht begangen hat.
            Aber auch außer den Ermittlungen haben Griet und ihre Familie wieder viele Turbulenzen zu überstehen. In diesem 6. und leider auch letzten Band um die Apothekerin Adelina Burka und ihre große Familie, steht die älteste Tochter Griet im Fokus.


            Petra Schier hat mir dieser Mittelalter Saga eine große und treue Fangemeinde erworben, die sich fast in der Familie heimisch fühlt, aber auch Erstleser werden sofort in diese farbig und lebendig erzählte Geschichte eintauchen. Kriminal- Familien- Liebes- und Entwicklungsroman, alles kann man in diesem rund und spannend komponiertem Buch finden. Das Zunft- und Handelswesen einer mittelalterlichen Stadt hat die Autorin sorgfältig recherchiert und dieses Wissen fließt in die Handlung ein. Das hat mich unmittelbar in die geschilderte Zeit versetzt, auch wenn vor allem die Frauenfiguren fast zu modern und selbstbestimmt wirken. Der Roman ist so lebendig und unterhaltsam geschrieben, dass ich mich nur ungern aus Adelinas Familie verabschiede.

            Dandy

            Beiträge 59
            23.10.2017

              Vergeltung im Münzhaus war der erste historische Roman, den ich gelesen habe. Ich fand es sehr interessant zu erfahren, wie die Menschen damals lebten, welche Einstellungen sie hatten.
              Die Autorin Petra Schier hat die Geschichte sehr gut umgesetzt. Sie ist einfach zu lesen, man ist direkt in dem Geschehen drin und erfährt viel aus dem Leben unserer Vorfahren.
              Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall weiter.

              Viola

              Beiträge 14
              10.08.2017

                Perfekt
                Auch dieser Roman von der Autorin Petra Schier ist einfach nur perfekt. Man merkt einfach, dass sie Lust am Schreiben und auch am Recherchieren hat. Und diese Freude fließt in die Geschichte ein und reißt den Leser mit. Wie jedes Buch, das ich bisher von dieser Autorin gelesen habe, ist auch Vergeltung im Münzhaus ein spannender historischer Roman, der gut unterhält. Die Schreibweise von Petra Schier ist toll zu lesen und macht Spaß.

                Die Geschichte ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und ich freue ich mich schon sehr auf das nächste Buch dieser tollen Autorin.

                Jackdeck

                Beiträge 44
                06.08.2017

                  Die Hebamme Clara fällt aus allen Wolken, als sie in der Stadt ihrem Vater, dem Kürschner, und dessen Knecht begegnet. Einst gab ihr Vater sie und ihre Mutter nämlich in ein Hurenhaus, damit die Frauen seine Schulden abtragen sollten. Nachdem Clara, nach einem Streit mit einem Freier, aus dem Hurenhaus geflohen war, machte sie sich auf nach Köln, um dort ihr Glück in der Freiheit zu suchen, wo sie unter anderem auch Adelina begegnete.
                  Clara musste durch eine seelische Hölle gehen und gibt ihrem Vater nun deutlich zu verstehen, dass er keine Macht mehr über sie besitzt und sie nichts mehr mit ihm zu schaffen haben will. Ein Verhalten das nicht nur ihren Vater, sondern auch dessen Knecht erbost, der Clara immer schon für hochnäsig hielt.

                  Als Claras Vater nur ein paar Tage später ermordet aufgefunden wird, im Haus des Münzwechslers Henns Birboim, gerät sogleich Clara als Hauptverdächtige ins Visier des Hauptmannes der Kölner Stadtsoldaten, Cristan Reese, der in Bälde zum neuen Gewaltrichter ernannt werden soll und nun in dieser Sache ermittelt. Denn kein anderer, als der Knecht von Claras Vater hat sie beschuldigt. Angeblich sei es nicht ihr erster Mord gewesen. Petra Schier hat einen sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil der den Leser von der ersten Seite an mit nimmt. Bei ihr baut sich die Spannung immer weiter aus, bis man zum Schluss das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag und einfach wissen muss, wie es ausgeht.

                  Auch mit diesem Band konnte sie mich wieder in den Bann ziehen und begeistern. Spannend und atemraubend habe ich hier die Aufklärung des letzten Adelina Falles verfolgt und war am Ende traurig das es nun doch der Abschluss sein soll. Von dieser Serie kann man als Leser einfach nicht genug bekommen, es macht einfach Spaß zu lesen, denn zu keinem Zeitpunkt kommt hier Langeweile auf.

                  Its me

                  Beiträge 71
                  28.07.2017

                    Historische Romane sind in der Regel nicht so mein Ding. Allerdings ist es nach den guten Bewertungen dieses Buches wohl wieder einmal an der Zeit eins zu lesen. "VERGELTUNG IM MÜNZHAUS" von PETRA SCHIER wäre wahrscheinlich eine sehr gute Wahl.

                    leseratte1310

                    Beiträge 17
                    09.06.2017

                      Im Haus des Münzwechslers Henns Birboim wird ein Toter aufgefunden. Es ist Urs, der Vater der jungen Hebamme Clara. Das Motiv scheint klar, denn Urs hat seine Frau und Clara an ein Hurenhaus gegeben, um seine Schulden zu tilgen. Adelinas Ziehtochter Griet ist mit Clara befreundet und will deren Unschuld beweisen. Dann passiert ein zweiter Mord, der ebenfalls Clara angelastet wird. Adelina und Griet versuchen gemeinsam Clara zu helfen und erhalten Unterstützung von Cristan, einem Hauptmann der Stadtwache.
                      Der Schreibstil von Petra Schier hat mich schon in den vorigen Bänden begeistert. Man fühlt sich wie ein Familienmitglied der Familie Burka. Die Charaktere sind lebendig und sehr authentisch beschrieben. Die sympathische Adelina kümmert sich um die Familie und alle, die ihr wichtig sind. Aber wenn es etwas zu ermitteln gibt, ist sie voll dabei. Auch ihr Mann Neklas gefällt mir gut. Er ist wie viele Väter, wenn die Töchter flügge werden, und hat Probleme seine Tochter loszulassen. Griet will mit Männern nicht zu tun haben, denn ihre Vergangenheit setzt ihr immer noch zu. Doch Cristan ist sehr von ihr angetan und geduldig versucht er, ihr Herz zu gewinnen. Aber auch er hat seine Geheimnisse.
                      Ich habe mit der Familie gefühlt und sie ist mir ans Herz gewachsen. Ich fand es aber auch sehr interessant, mehr über das Leben in jener Zeit zu erfahren. Schade, dass es nun vorbei ist.
                      Ein wunderbarer historischer Roman, der Krimi und Romantik sehr schön kombiniert.

                      Gurkenhals

                      Beiträge 25
                      01.06.2017

                        Ich habe das Buch hier bei Buchbotique gewonnen .
                        Historie in Verbindung mit Krimi kannte ich bis dato nicht. Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Ein gelungenes Buch das neugierig auf die vorherigen Teile macht.
                        Ich habe mitgelitten und gefiebert mit Clara ,Adalina und der Stieftochter Griet..

                        Granger 2.0

                        Beiträge 36
                        06.05.2017

                          Köln 1408: Im Haus des Münzwechslers Henns Birboim wird ein Toter aufgefunden - brutal erstochen. Ein Knecht beschuldigt die junge Hebamme Clara des Mordes an ihrem Vater. Offenbar ein Racheakt: Der Tote hatte das Mädchen einst an ein Hurenhaus verpfändet, um seine Schulden zu begleichen.
                          Im Kerkerturm wird Clara bald ein zweiter Mord zur Last gelegt. Apothekerin Adelina setzt mit ihrer Tochter Griet alles daran, dem unglücklichen Mädchen zu helfen. Unterstützung erhalten sie dabei aus einer Richtung, aus der sie es nie für möglich gehalten hätten ...

                          Meine Meinung

                          es ist ein Fakten reiches Buch und es ist anfangs nicht ganz so spannend. Doch im laufe fesselt einen die Story des Buches. man kann sich gut Vorstellen wie es früher war. ich bin froh in der heutigen zeit zu leben.

                          Sissy

                          Beiträge 13
                          11.04.2017

                            Die Hebamme Clara trifft in Köln auf ihren Vater, der ihr und ihrer Mutter vor Jahren übel mitgespielt hat. Kurz darauf wird ihr Vater ermordet aufgefunden und Clara von dessen Knecht des Mordes angeklagt. Ihre Freundin Griet glaubt an die Unschuld ihrer Freundin und versucht mit ihrer Mutter Adelina Clara zu helfen.

                            Dies ist der letzte Teil um die Apothekerin Adelina und ihre Familie. In diesem Teil spielt nicht Adelina sondern ihre Stieftochter Griet die Hauptrolle. Diese hatte eine traumatische Kindheit bevor ihr Vater sie nach Köln geholt hat. Nun versucht der zukünftige Gewaltrichter Cristan Reese ihr Vertrauen zu gewinnen.

                            Für mich hat in diesem Buch die Geschichte zwischen Griet und Cristan den Hauptteil ausgemacht, die Krimihandlung war für mich eher nebensächlich.

                            Auch dieser Teil der Adelina-Reihe hat mich in seinen Bann gezogen und ich habe ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen, das ich mich nun von dieser Familie verabschieden soll. Ich habe mich immer wohl bei ihr gefühlt - und hoffe noch immer, das es irgendwann doch noch eine Fortsetzung geben wird ...

                            Petra Schier hat eine Art zu schreiben, die ein gutes Kopfkino garantiert. In ihren Romanen fühle ich mich immer als wäre ich mitten drin und nicht nur stiller Leser. Auch das damalige Leben wird einem sehr gut vermittelt, was ich äußerst interessant finde.

                            Ich kann diese Buchreihe absolut empfehlen.

                            carmen_vicari

                            Beiträge 7
                            03.03.2017

                              Köln 1408: Die Hebamme Clara wird beschuldigt, ihren Vater im Haus des Münzwechslers Henns Birboim ermordet zu haben. In der Tat hätte Clara ein Motiv gehabt, denn immerhin wollte dieser sie wieder zurück nach Aachen ins Hurenhaus bringen, in das er sie verpfändet hatte. Aber ist Clara deswegen zur Mörderin geworden?

                              Adelina und vor allem ihre Tochter Grit können sich das nicht vorstellen und stellen Nachforschungen an. Hilfe bekommen sie dabei von ganz unglaublicher Stelle…

                              Lange ist es her, da ich mit Adelina und ihren Lieben im mittelalterlichen Köln unterwegs sein durfte. Umso mehr freute ich mich, endlich wieder auf Adelina zu treffen. Doch in diesem Buch steht nicht Adelina, sondern ihre Tochter Grit im Vordergrund. Vor allem sie strebt die Ermittlungen im Falle Clara an und versucht, ihrer Freundin irgendwie zu helfen.

                              Die Geschichte spielt wieder in Köln Ende des 14. Jahrhunderts. Zwar ist die Geschichte fiktiv, der Schauplatz jedoch nicht. Der Leser darf am Leben der Menschen in dieser Epoche teilhaben und auch die politischen Ereignisse werden zur Sprache gebracht.

                              Die Protagonisten sind wieder sehr plastisch gezeichnet und sollte man sie nicht von den bereit 5 vorangegangenen Bänden her kennen, ist dies auch kein Problem. Im Anhang findet sich ein Personenregister mit einer kurzen Erklärung zur Person und im Text werden die Beziehungen immer noch einmal kurz erwähnt. So ist es leicht möglich, auch mitten in der Reihe einzusteigen.

                              Die Spannung steigt ab der Verhaftung von Clara spürbar an, da die Zeit gegen sie arbeitet. Aber es gibt auch einige Geheimnisse, auf die der Leser gestoßen wird und die er sich nach und nach erarbeiten darf. So ist das Buch in vielerlei Hinsicht spannend, unterhaltsam und fordernd.

                              Fazit:
                              Ich habe mich sehr über das Wiedersehen mit Adelina und ihrer Familie gefreut. Nun hoffe ich natürlich, dass ich bald wieder etwas von ihr lesen darf und warte gespannt auf eine weitere Fortsetzung.

                              Reihe:
                              Band 1: Tod im Beginenhaus
                              Band 2: Mord im Dirnenhaus
                              Band 3: Verrat im Zunfthaus
                              Band 4: Frevel im Beinhaus
                              Band 5: Verschwörung im Zeughaus
                              Band 6: Vergeltung im Münzhaus

                              Leseratte_ohne_Grund

                              Beiträge 57
                              08.02.2017

                                Ein schöner, spannender, historischer Liebes- und Kriminalroman, toll recherchiert und bildhaft, einprägsam, unterhaltend geschrieben.
                                Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.
                                Die Geschichte ist durchgehend spannend, ohne langweilige abschnitte. Auch werden das frühere Leben und mittelalterlichen Köln sehr gut dargestellt.
                                Es kommt allerdings auf die Person an, wenn man es mag toll und wenn nicht sollte man die Finger von lassen.

                                jarmila_kesseler

                                Beiträge 16
                                03.02.2017

                                  Die Autorin Petra Schier schaffte es erneut mich mit ihrem historischen Roman "Vergeltung im Münzhaus" zu begeistern und den Leser in das Köln von 1408 zurückzutragen. Nachdem ich zuvor bereits "„Tod im Beginenhaus“lesen durfte, war ich mit einer Protagonisten - Adelina - ja bereits noch bestens vertraut. Hier in diesem Roman rückt jedoch die junge Hebammme Clara in den Vordergrund, die an den Mord ihrers Vaters Urs beschuldigt wird. Motive hätte sie wohl allemal, denn alles deutet auf einen Racheakt hin, da der Vater sie und ihrer Mutter einst an ein Hurenhaus verpfändet hatte, um seine Schulden zu begleichen. Claras Freundin Griet, Adelinas Ziehtochter, setzt alles daran Claras Unschuld zu beweisen. Ob ihnen das in diesem 6. und letzten Band der Adelina Burka-Reihe auch gelingen wird...

                                  Auch dieser Roman liest sich mit viel Spannung. Die Autorin hat wieder wunderbar recherchiert, so dass man sich tatsächlich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt fühlt und richtig in die Geschichte eintauchen kann. Man lernt auch immer wieder Neues aus jener Zeit und die etwas mehr als 500 Seiten lesen sich wie im Flug, da der Schreibstil so angenehm und lesenwert ist. Schade, dass dies wohl der letzte Band aus der Reihe sein wird.

                                  Das Cover macht deutich dass es sich hier um einen historischen Roman handelt und hat zu den anderen Romanen der Reihe einen absoluten Wiedererkennungswert.

                                  @ esposa1969/ Jarmila

                                  Jako

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                                  12.01.2017

                                    Ein schöner, spannender, historischer Liebes- und Kriminalroman, toll recherchiert und bildhaft, einprägsam, unterhaltend geschrieben.
                                    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.
                                    Die Handlung ist durchgehend spannend, ohne langweilige Passagen. Auch werden das damalige Leben und mittelalterliches Köln wie immer sehr gut dargestellt.

                                    susanne_langer

                                    Beiträge 24
                                    01.11.2016

                                      Köln 1408: Die Apothekerin Adelina Burka kommt dazu, als ein Toter im Haus des Münzwechslers Birboim gefunden wird. Der Mann ist ermordet worden, und wie sich herausstellt, ist es der Vater der Hebanne Clara van Oeche. Der Knecht ihres Vaters beschuldigt die junge Frau, den Mord an Urs van Oeche verübt zu haben, um sich an ihm zu rächen, denn er hatte vor Jahren, als ihm die Schulden bis zum Hals standen, seine Tochter und seine Frau an ein Hurenhaus verpfändet. Clara kommt in den Kerkerturm. Van Oeches Knecht ruht nicht, sondern klagt Clara auch noch wegen eines zweiten Mordes an, den sie vor Jahren seiner Meinung nach ebenfalls begangen haben soll.
                                      Adelinas Stieftochter Griet, die mit Clara gut befreundet ist, will der jungen Hebamme helfen, und ehe sich Adelina versieht, stecken sie und Griet mitten in den kriminalistischen Ermittlungen zu diesem Fall. Aufgrund ihrer tragischen Vergangenheit hält sich Griet nach Möglichkeit von den Männern fern. Sie hat beschlossen, niemals zu heiraten, sondern möchte eines Tages in ein Beginenhaus ziehen, in der Hoffnung, dort ihren Seelenfrieden zu finden. Um Clara zu helfen, muss sie über ihren Schatten springen und gezwungenermaßen mit Cristan Reese zusammenarbeiten. Cristan ist zweiter Hauptmann der Kölner Stadtsoldaten und Neffe des Gewaltrichters Georg Reese, welcher der Familie Burka freundschaftlich verbunden ist. In Kürze soll Cristan das Amt seines Onkels übernehmen und wird deshalb mit der Klärung des aktuellen Mordfalls betraut. Bei den gemeinsamen Bemühungen, Clara zu helfen und die Wahrheit herauszufinden, kommen sich Griet und Cristan gefährlich nahe...

                                      Dies war nun also der sechste und voraussichtlich letzte Band von Petra Schiers Adelina-Reihe.
                                      Über drei Jahre ist es her, dass ich den ersten Band „Tod im Beginenhaus“ gelesen habe. Mit Spannung habe ich Adelinas Entwicklung und ihr Leben verfolgt, habe Anteil an Freud und Leid der Protagonisten genommen. Im Lauf der Zeit, während ich einen Band nach dem anderen las und an den Geschicken der Familie Burka Anteil nahm, sind mir Adelina und ihre Lieben so vertraut wie alte Bekannte geworden.
                                      In diesem Abschlussband hat sich der Schwerpunkt ein wenig von Adelina und Neklas Burka weg bewegt, denn diesmal steht Griet, Neklas' leibliche Tochter und Adelinas Stieftochter, im Mittelpunkt der Geschichte. Das verstörte Mädchen von damals ist inzwischen zu einer schönen jungen Frau herangewachsen. Allerdings kann sie die Schrecken der Vergangenheit nicht vergessen. Um Männer macht sie nach Möglichkeit einen großen Bogen, zu schwer lasten die Erlebnisse aus der Kindheit auf ihrer Seele.
                                      Und dann kommt Cristan, ein Bild von einem Mann, von dem Griet sofort merkt, dass er ihr gefährlich werden kann. Aber er ist nicht nur attraktiv und respekteinflößend, sondern er hat auch eine sensible Seite, ist feinfühlig und liebevoll. Und er hat ein gefährliches Geheimnis. Wie er damit umgeht und ob es ihm gelingt, Griets Schutzwall um ihre Seele zu durchbrechen, dazu möchte ich gar nicht allzu viel schreiben, denn das muss man einfach selbst lesen. Die einfühlsam und wunderschön beschriebenen Szenen, die von der erst zaghaften Annäherung der Protagonisten erzählen, sind ein wahrer Lesegenuss.
                                      Um diese zarte Liebesgeschichte,die viel Raum einnimmt, weil sie so vielschichtig und komplex ist, ranken sich mehrere Handlungsstränge, die natürlich ebenfalls Beachtung verdienen. Da ist zum einen Claras Schicksal. Was der jungen Hebamme widerfährt, ist schrecklich. Sie sitzt im Kerker und ist zweifach des Mordes angeklagt. Ihre Lage scheint hoffnungslos, wenn da nicht ihre guten Freunde wären, die sich um sie sorgen.

                                      Auch in das normale Familienleben der Burkas wird der Leser wieder mit einbezogen und kann sich im Kreis dieser liebenswerten und klugen Menschen wohl fühlen. Hier muss man sagen, dass der „normale“ Alltag der Burkas immer ein wenig turbulent und aufregend ist. Die Familienmitglieder zeichnen sich alle durch ein hohes Maß an Toleranz und Mitgefühl aus, und sie können nicht wegsehen, wenn irgendwo ein Unrecht geschieht. Sie urteilen nicht vorschnell über ihre Mitmenschen, denn was Vorurteile und Engstirnigkeit auslösen können, das haben sie alle schon zur Genüge erlebt. Wer das Schicksal der Burkas schon länger verfolgt, wird hier auch einige alte Bekannte wieder treffen, manche davon mit einem unguten Gefühl. Um die Zusammenhänge in vollem Umfang erfassen zu können, ist es empfehlenswert, die sechs Bände in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen, denn dann weiß man um die Vorgeschichten der einzelnen Charaktere. Aber auch wenn man die bisherigen Bände nicht gelesen hat, wird man keine Verständnisprobleme haben, denn es gibt immer wieder geschickte kleine Rückblicke zu früheren Ereignissen.
                                      Petra Schier schreibt kurzweilig und doch gehaltvoll. Der Roman bietet gerade die richtige Mischung aus romantischen Szenen, Spannung und Alltagsleben im Mittelalter, gut aufbereitet mit vielen wissenswerten Details zum Leben der damaligen Zeit. Die plastischen und detaillierten Ausführungen lassen einen die Ereignisse fast hautnah miterleben.

                                      Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede ich mich nun von der Familie Burka. Das lachende Auge ist für die vielen Stunden wunderbare Lesezeit, die ich mit den Romanen, insbesondere mit diesem wunderbaren letzten Band, verbringen konnte. Das weinende Auge ist dem Abschied geschuldet. Ob es ein endgültiger Abschied sein wird? Ich hoffe auf ein Wiedersehen mit den sympathischen Burkas. Um mit Adelinas Worten zu sprechen: „Warten wir es ab“ ;-)

                                      Sonjas Bücherecke

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                                      28.10.2016

                                        "Vergeltung im Münzhaus" von der Autorin Petra Schier ist nun bereits der sechste Band aus der Adelina-Reihe. Mit diesem Band soll die Reihe, in der die Apothekerin Adelina Burka die Hauptrolle spielt, abgeschlossen werden. U

                                        Und schon befinden wir uns wieder mitten im Geschehen. Wir sind in Köln im Jahre 1408. Im Haus des Münzwechslers Henns Birboim wird ein Toter aufgefunden - brutal erstochen. Die junge Hebamme Clara wird von einem Knecht beschuldigt, ihren Vater getötet zu haben. Clara hätte jedoch allen Grund dazu, denn ihr Vater hat sie einst an ein Hurenhaus verpfändet. Doch sie beteuert ihre Unschuld. Trotzdem landet sie im Kerker. Und zu allem Übel wird ihr noch ein zweiter Mord angelastet. Da Clara die beste Freundin ihrer Tochter Griet ist, setzt die Apothekerin alles daran, den Mord aufzuklären und dem unglücklichen Mädchen zu helffen. Adelina bekommt Hilfe von einer unerwarteten Stelle.

                                        Der Autorin ist wieder einmal gelungen, mich sofort mit der Geschichte zu fesseln. Ich befand mich sofort wieder in Köln und habe Adelina und ihre Familie besucht. In Adelinas Apotheke fühlt man sich gleich wieder wie zuhause. Ich bin begeistert, wie sich alles weiter entwickelt hat, was aus den Kindern geworden. Der Schreibstil der Autorin ist wieder so bildlich, das man sich alles perfekt vorstellen kann. Und außerdem es das Buch so spannend, dass man es einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich habe mich gefreut, das sich Griet so entwickelt hat, auch wenn sie die Schatten der Vergangenheit immer wieder einholen. Und ihr Geheimnis ist ja auch nicht vielen Leuten bekannt, aber diesesmal ist es nicht nur Griet, die etwas zu verbergen hat. Da ist auch noch Cristan Reese, ein stattlicher Mann, der in Köln bald zum Gewaltrichter ernannt werden soll. Und gerade er ist es, der einen besonderen Draht zu Griet entwickelt. Es ist spannend und irgendwie geheimnisvoll, wie sich die Geschichte entwickelt. Begeistert bin ich auch wieder von Adelinas kriminalistischem Gespür. Sie hat schon ein besonderes Händchen dafür. Und sie gibt auch nicht auf, bevor der Fall nicht gelöst wird.

                                        Ein wirklich herausragendes Buch, ein krönender Abschluss dieser Reihe (obwohl ich hoffe, dass es mit der Familie Burka weitergeht - es gäbe doch sicher noch Vieles zu berichten). Aber man soll ja bekanntlich niemals nie sagen. Für mich ein absolutes Lesehighlight, dem wirklich an nichts fehlt. Man kann dieses Bücher auch unbhängig voneinander lesen, aber ich würde euch die ganze Reihe ans Herz legen. Es sind nämlich wirklich absolute Traumbücher. Selbstverständlich vergebe ich 5 Sterne, leider dürfen es nicht mehr sein.

                                        Das besondere Cover hat für mich schon irgendwie Wiedererkennungswert. Genau so stelle ich mir Niklas und Adelina Burka vor.