Philippa Gregory

Der Königsfluch

Ein Fluch über dem Hause Tudor
Einst trug sie ihren Namen mit Stolz. Doch nun meidet Margaret Plantagenet aus dem Hause York jeden Hinweis auf ihre Herkunft – ihr Leben wäre sonst nicht sicher. Denn durch Verrat auf dem Schlachtfeld haben die Tudors die englische Krone an sich gerissen und fürchten alles, das an die rechtmäßige Thronfolge unter den Yorks erinnert.
Im Haus ihres Gemahls wird Margaret zur Vertrauten der spanischen Prinzessin Katharina von Aragón. Als diese Tudor-König Henry VIII. heiratet, wird Margaret von ihr zur ersten Hofdame ernannt. Ungeduldig wartet Henry auf einen Erben. Aber ein Sohn nach dem anderen stirbt. Sind all seine Nachkommen verflucht? Henrys Großmütigkeit schlägt in Misstrauen um. Auch Margaret muss plötzlich seinen Zorn fürchten. Der geliebte Herrscher wird zum Tyrann, ganz England leidet unter seiner Willkür …


Autorenbild Foto von Philippa Gregory

Die  Autorin

Philippa Gregory, geboren 1954 in Kenia, studierte Geschichte in Brighton und promovierte an der University of Edinburgh über die englische Literatur des 18. Jahrhunderts. Ihre historischen Romane sind weltweit Bestseller und wurden mit Starbesetzung verfilmt, zuletzt «Das Erbe der weißen Rose» in einer aufwändigen Produktion des US-Senders Starz. Außerdem schreibt Philippa Gregory Kinder- und Jugendbücher, Kurzgeschichten, Reiseberichte und Drehbücher und arbeitet als Journalistin für Zeitung, Radio und Fernsehen. Sie lebt mit ihrer Familie in Nordengland.


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Rezensionen

siko71

Beiträge 32
16.08.2019

    Klappentext
    Einst trug sie ihren Namen mit Stolz. Doch nun meidet Margaret Plantagenet aus dem Hause York jeden Hinweis auf ihre Herkunft – ihr Leben wäre sonst nicht sicher. Denn durch Verrat auf dem Schlachtfeld haben die Tudors die englische Krone an sich gerissen und fürchten alles, das an die rechtmäßige Thronfolge unter den Yorks erinnert.
    Im Haus ihres Gemahls wird Margaret zur Vertrauten der spanischen Prinzessin Katharina von Aragón. Als diese Tudor-König Henry VIII. heiratet, wird Margaret von ihr zur ersten Hofdame ernannt. Ungeduldig wartet Henry auf einen Erben. Aber ein Sohn nach dem anderen stirbt. Sind all seine Nachkommen verflucht? Henrys Großmütigkeit schlägt in Misstrauen um. Auch Margaret muss plötzlich seinen Zorn fürchten. Der geliebte Herrscher wird zum Tyrann, ganz England leidet unter seiner Willkür …

    Eine packende, man kann fast sagen Chronik. Liebe, Hass, Intrigen, Korruption, alles in einem. Ein wahres Lesevergnügen.

    Eine starke Frau, die der Willkür eines Königs ausgesetzt war

    Beiträge 2
    10.07.2017

      Inhalt

      Margaret Pole ist eine Adlige aus dem Hause York. Doch mit der Thronbesteigung von Henry VII. ändert sich ihre Lage drastisch. Vor ihm trug sie ihren Namen noch mit Ehrfurcht und Stolz, aber nun vermeidet sie jeden Hinweis auf ihre ehrwürdige Abstammung. Gott sei Dank hat sie einen kleinen Adligen - Richard Pole - geheiratet. In ihrem Haus begegnete sie der jungen Prinzessin Katharina von Aragón und wird deren Vertraute und Freundin. Als diese den Tudor-König Henry VIII. ehelicht, gerät Margaret als deren Hofdame nun mitten in den intrigenbehafteten Hof. Nachdem der König immer noch keinen Sohn bekommen hat, wird die Lage für jeden und besonders für Margaret ernst. Sie muss ebenfalls den Zorn des Königs fürchten...



      Meine Meinung

      Philippa Gregory hat mit dieser Biographie eine wunderbare Sicht auf die Verhältnisse unter dem englischen König Henry VIII. abgeliefert. Sie stellt die Situation am englischen Hof in den Jahren 1509 - 1541 so dar, wie sie waren und beschönigt nichts. Margaret Pole ist stets ihren eigenen Weg gegangen und reiht sich damit in die Liste der Vorreiterinnen für die Frauen, die selbstbestimmend leben wollen.

      Fazit

      Ich war hin und weg von der Geschichte über Margaret Pole. Sie ist eine Frau, die selbst in schwierigen Zeiten versucht einen klaren Kopf zu bewahren. Ihre Loyalität gegenüber ihrer Freundin Katharina von Aragón ist bemerkenswert. Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und geht selbstbewusst durchs Leben. Ich fand die Geschichte sehr lesenswert und ich war gefesselt von den Gegebenheiten am englischen Hof. Trotz alledem hat mir aber ein bisschen die Erzählstrang aus der Perspektive des englischen Königs gefehlt. Daher gebe ich der Biographie 4/5 Schnecken.

      Herzblatt

      Beiträge 38
      22.03.2017

        Für mich war dies das erste Buch der Autorin, aber ich kann auf jeden Fall sagen, dabei wird es sicher nicht bleiben. Wer sich für Englands frühere Geschichte interessiert, der kommt an Philippa Gregorys Büchern einfach nicht vorbei.
        Es war kein Buch, das ich in einem Rutsch durchschmökern konnte, sondern ich habe es eher in Etappen gelesen und das Erfahrene immer wieder zwischendurch sacken lassen. Auch wird man mit sehr vielen Personen und Beziehungen konfrontiert, die sich glücklicherweise anhand zweier Stammbäume im Buch gut nachvollziehen lassen.
        'Der Königsfluch' ergänzt als sechster Band die Rosenkrieg-Reihe.

        Bücherfreundin

        Beiträge 46
        07.02.2017

          Lange habe ich auf diesen Band gewartet, nur um ihn sofort zu verschlingen. Das Buch ist eine packende Fortsetzung von Band fünf der Rosenkriege (das Erbe der weissen Rose) und fährt handlungstechnisch genau dort fort, wo es geendet hat, mit dem Tag nach Margarets Bruders Hinrichtung. Er wurde von Heinrich dem VII hingerichtet weil er als möglicher Thronanwärter (direkt aus der alten Königslinie abstammend) die neue Herrscherlinie Tudor bedrohte. Es wurde ihm eine dubiose Beteiligung an einer Verschwörung angedichtet. Ich habe mit ihr mitgelitten über ihre zahlreichen Verluste ihrer Familie, und gestaunt über ihren unbändigen und ungebrochenen Lebenswillen, mit der sie ihr schweres Leben ertrug und immer versuchte, das Beste daraus zu machen. Eine sehr starke und loyale Frau, die von klein an gelernt hat was es heisst eine Nachfahrin Yorks zu sein, nämlich Vollwaise mit fünf Jahren. Dieser Band ist viel besser als der fünfte, in welchem Elisabeth of York in meinen Augen viel zu blass und brav beschrieben wurde. Margaret Pole ist als Hofdame und engste Vertraute von Königin Katharina von Aragon hautnah am Geschehen dran und sieht viele Königsgetreuen kommen und gehen. Die vielen Totgeburten der Königin und Heinrichs zahlreiche Mätressen werden auch beschrieben. König Heinrich der VIII wird als junger beliebter Prinz bis zu seinem Verfall hin realistisch und gekonnt charakterisiert geschildert. Ich persönlich teile Philippa Gregory Meinung, dass er im Laufe seines Lebens verrückt wurde und fast schon als Serienkiller betrachtet werden kann der seine Frauen und Feinde grausam im Tower zugrunde gehen oder hinrichten liess. Margaret Countess of Salissbury wurde am 28. Mai 1541 im Tower Green stümperhaft hingerichtet ohne Prozess. Im Nachwort beschreibt Philipp nochmals ihre Sichtweise und welche Quellen sie zu Rate gezogen hat. Die ausführliche Literaturliste lädt zu eigenen Nachforschungen ein, falls Interesse besteht. Sie schreibt auch über eine neue spannende medizinische Theorie die Heinrichts gesundheitlichen Zustand und die vielen Fehl-/Totgeburten erklärt. Brilliant, kompakt und hervorragend recherchiert. Ich empfehle allen interessierten Lesern, unbedingt die Reihenfolge einzuhalten und mit der Mutter der Königin anzufangen. Immerhin schildert die Autorin Englands bewegte und spannende Geschichte von 1430 bis 1541. Im Anschluss lese ich jetzt die Tudorserie welche mit Katharinas Geschichte beginnt und "Die ewige Prinzessin" heisst. Ich lese die Bände nicht nach dem Erscheinungsdatum sondern chronologisch von der Geschichte her. Ist die Rosenkriegserie nun zu Ende? Ich hoffe immer noch, Phillipa widmet sich noch Cecily Neville, Duchess of York, Mutter von König Edward dem IV und Richard III , geboren am 3.5.1415 und gestorben am 31.5.1495 im stolzen Alten von 80 Jahren. Was sie alles erlebt und gesehen haben muss...

          Susanne

          Beiträge 25
          21.03.2016

            Sehr lebendige und detaillierte Darstellung eines dramatischen Abschnitts englischer Geschichte

            Über 42 Jahre begleitet man die Ich-Erzählerin Margaret Pole durch ein bedeutendes Stück englischer Geschichte. Margaret ist eine geborene Plantagenet, aber seit die Tudors England regieren, vermeidet sie jeden Hinweis auf ihre Herkunft, denn ihr Name könnte sie in Lebensgefahr bringen, da auch in ihren Adern königliches Blut fließt. Die Handlung beginnt im Jahre 1499, zur Regierungszeit von Henry VII. Dieser tut alles, um eventuelle Ansprüche auf seinen Thron auszuschalten. Dadurch hat Margaret schon ihren Vater und ihren Bruder auf tragische und schmerzliche Weise verloren, und doch steht sie loyal zum Königshaus. Sie kennt und betreut die Prinzen Arthur und Henry bereits in ihrer Kindheit. Sie wird zur besten Vertrauten und Freundin der spanischen Prinzessin Katharina von Aragón und folgt ihr als Hofdame, als sie mit Henry VIII. die Ehe eingeht. Aus Margarets Sicht erlebt man die Hoffnungen und Niederlagen der jungen Königin mit, deren wichtigste Aufgabe es ist, einen Thronfolger zur Welt zu bringen. Aber alle männlichen Nachkommen des Königs sterben, und Henry wird mit der Zeit immer unzufriedener und wendet sich von Katharina ab. Die Geschichte, wie sich Henry VIII. mehrfach neu vermählt und immer wieder Gründe findet, sich von seinen Ehefrauen zu trennen, ist wohl zur Genüge bekannt. Neu und interessant war für mich ein Blick auf die Vorgeschichte, auf die Jugendjahre dieses Königs, der später zum launischen Tyrannen wurde, dessen Entscheidungen und Urteile oft willkürlich ausfielen. Die Entwicklung dorthin ist sehr plastisch und ausführlich dargestellt.

            Aus Margaret Poles Sicht wird das Leben am englischen Königshof sehr lebendig geschildert. Der Roman ist im Präsens, in der 1. Person, geschrieben, was einem die Ereignisse besonders nahe bringt.
            Das Außergewöhnliche an diesem Roman ist für mich, dass er keine fiktive Handlung hat, und auch die Protagonisten hat es alle wirklich gegeben, zumindest alle wichtigen Charaktere. Durch die vielen kurzen Kapitel liest er sich wie ein Tagebuch, und auch wenn man natürlich nicht wissen kann, wie es sich damals genau zugetragen hat, so bewegt sich die Handlung doch sehr nahe am der Realität.
            Margaret Pole weilte nicht ständig am Königshof. Da gab es auch ihre Familie und die eigenen Landgüter, um die sie sich kümmern musste. Als sie Witwe wird, beginnt ein langer und mühsamer Existenzkampf für sie und ihre Kinder. Aber ihre Loyalität gegenüber dem englischen Thron behielt sie durchgehend bei, und immer wieder wird sie als Ratgeberin und Unterstützung an den Hof geholt. So kümmert sie sich auch liebevoll um die Erziehung von Prinzessin Mary.
            Ich fand es sehr aufschlussreich, die Geschichte von Heinrich VIII. einmal aus einer anderen Warte zu sehen und zugleich einen ausführlichen Blick auf die Lebensweise des englischen Adels werfen zu können, denn die Autorin spart nicht an Details, was das Leben und Schicksal und auch den Alltag ihrer Protagonistin betrifft. Philippa Gregory hat meine absolute Hochachtung, wenn man bedenkt, welch umfangreiche und ausführliche Recherche sie zu diesem Roman leisten musste. Man erhält einen kleinen Eindruck von den Ausmaßen, wenn man sich das Literaturverzeichnis im Anhang ansieht, denn das ist sage und schreibe acht Seiten lang! Eigentlich ist 'Roman' der falsche Ausdruck, sondern man könnte sagen, im 'Königsfluch' wurden historische Tatsachen sehr gründlich und detailreich aufbereitet und neu erzählt.
            Beim Lesen historischer Romane suche ich immer gerne nach Sekundärliteratur, für noch ausführlichere Informationen und um die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln betrachten zu können. Alles, was ich begleitend zum 'Königsfluch' gelesen habe, führte mich immer sehr präzise zu Philippa Gregorys Handlung hin, was zeigt, dass sich die Autorin sehr nahe an die Tatsachen hält. Ich habe durch dieses Buch einiges gelernt und so viel Neues über die englische Geschichte im 16. Jahrhundert erfahren, dass mich die Fülle an Informationen fast überwältigt hat. Für mich war dies kein Buch, das ich in einem Rutsch durchschmökern konnte, sondern ich habe es eher in Etappen gelesen und das Erfahrene immer wieder zwischendurch sacken lassen. Auch wird man mit sehr vielen Personen und Beziehungen konfrontiert, die sich glücklicherweise anhand zweier Stammbäume im Buch gut nachvollziehen lassen.
            'Der Königsfluch' ergänzt als sechster Band die Rosenkrieg-Reihe. Für mich war dies das erste Buch der Autorin, aber ich kann auf jeden Fall sagen, dabei wird es sicher nicht bleiben. Wer sich für Englands frühere Geschichte interessiert, der kommt an Philippa Gregorys Büchern einfach nicht vorbei.