Rebecca Maly

Die Schwestern vom Eisfluss

Ein Drama um zwei ungleiche Schwestern: dicht, atmosphärisch, bewegend.
Mitten im Winter verliert die junge Magd Jorun ihre Anstellung und muss zurück zum elterlichen Hof, dabei wollte sie ihre spröde Schwester nie wiedersehen. Doch bald entdeckt sie ein wohlgehütetes Geheimnis: In einer abgelegenen Hütte versorgt Salbjörg den schwer verletzten Erlendur, den sie bewusstlos und beinahe erfroren im Gestrüpp fand. Der Nachbarssohn wird des Mordes beschuldigt und überall gesucht – ihm selbst fehlt jedoch jede Erinnerung an das, was geschehen ist. Jorun beginnt, ihr Herz an Erlendur zu verlieren, an den Mann mit den eisblauen Augen. Auf keinen Fall darf Salbjörg davon erfahren, da diese ihn auf geradezu fanatische Art begehrt …
Die karge Landschaft Islands im Winter und die bittere Armut der Bauern bilden einen beeindruckenden Hintergrund für diesen Roman.


Autorenbild Foto von Rebecca Maly

Der  Autor

Rebecca Maly, geboren 1978, studierte Skandinavistik und Archäologie und arbeitete zunächst als Lektorin, bevor sie selbst zu schreiben begann. Sie liebt Reisen und ist fasziniert von der Kultur nordischer Völker, von ihrer Geschichte, ihren Lebensweisen und Landschaften. Dieser Leidenschaft geht sie im Sommer bei verschiedensten archäologischen Ausgrabungen nach – und im Winter beim Schreiben ihrer atmosphärischen Romane. In ihrer Freizeit genießt sie es, lange Ausritte in die Natur zu unternehmen, zu klettern oder gemütlich mit ihren Katzen zu Hause zu lesen.


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Rezensionen

Hummel

Beiträge 37
04.01.2017

Inhaltsangabe:
Nach der Hochzeit ihrer Schwester wurde Jorun vom Hof vertrieben und hat sich geschworen, nie mehr nach Hause zurückzukehren. Doch da verliert sie ausgerechnet in der schwierigsten Zeit ihre Anstellung und ihr bleibt nichts anderes übrig, als wieder zurückzugehen.
Daher ist das Wiedersehen der beiden Schwestern auch alles andere als harmonisch.
Doch auch Salbjörg hat mit ihrer Heirat nicht das große Glück gefunden, denn ihre Ehe blieb kinderlos und ihr Ehemann ist mittlerweile ziemlich gewalttätig geworden.
Dann entdeckt Jorun auch noch Salbjörgs Geheimnis. Sie versteckt den Nachbarsjungen Erlendur, der als Mörder gesucht wird.....

Das Buch ist ein sehr düsterer historischer Roman, der durch die verschiedenen erzählenden Personen, die Handlung von allen Seiten beleuchtet und eine einzigartige Atmosphäre sowie eine Spannung schafft, die sich bis zum überraschenden Ende anhält. Absolute Leseempfehlung!

Chattys Buecherblog

Beiträge 16
eine Antwort 05.12.2016

[...] die Menschen liebten Verleumdungen mehr als die Wahrheit. Die Wahrheit war fad.. [...] Seite 8

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Zum Einen, da ich es furchtbar kalt finde, was wohl an dem Berg mit Schnee sowie dem Titel liegt. Zum Anderen macht mich dieser Titel wiederum auch sehr neugierig. Was hat es wohl mit den Schwestern bzw. dem Eisfluss auf sich. Und da das ganze dann auch noch in Island spielt, war meine Neugierde kaum zu bändigen.

Die Autorin entführt uns nach Island, Ende des 19. Jahrhunderts. [Achtung Spoilergefahr] Dort treffen wir auf Jorun, die als Magd auf einem kargen Hof arbeitet. Inmitten des Winters, als Tiere verhungerten und die Menschen Zuflucht suchten um nicht zu erfrieren, wird sie gekündigt, weil die Bauersleute selbst kaum mehr zu essen haben.

Wir lernen auch Joruns ältere Schwester Salbjörg kennen, die mit dem gewalttätigen Torger verheiratet ist. Es vergeht kein Tag, an dem er ihr nicht ihre Unfruchtbarkeit vorwirft und sie demütigt.

Und wenn wir uns den Titel des Buches besehen wird klar, dass die beiden zueinander finden. Es sind zwar sehr missliche Umständen, unter denen man sich trifft und auch das wieder Verlassen ist an Dramatik kaum zu überbieten.

Durch die teilweise sehr sinnlichen Sätze (z.B. "Jorun hatte die Taubheit begrüßt, die ihr die Schmerzen nahm und ihren Verstand auf die Reise in ein wärmeres Land schickte. Seite 51), gelingt es der Autorin, trotz aller Dramatik etwas ruhiges, besinnliches einfließen zu lassen.

Sehr gut fand ich auch die isländischen Ausdrücke (z.B. Hangikjöt = geräuchertes Lammfleisch), so dass man gleichzeitig noch etwas über Land und Leute erfahren konnte.

Man spürt mit jedem Satz, dass sich die Autorin sehr mit der Geschichte auseinander gesetzt hat und ihr das Land nicht fremd ist.

Ich möchte auch die Epigraphe aus "Die Edda - Götterdichtung, Spruchweisheiten und Heldengesänge der Germanen" zu Beginn jedes Kapitels nicht unerwähnt lassen, die mich durchweg begeistert haben.

Eine kleinen Minuspunkt habe ich jedoch. Auffällig oft werden die Schweinsblase vor den Fenstern erwähnt. Ich denke, dass hierzu eine Wiederholung von 2-3 Mal ausreichend gewesen wäre.

Fazit

Die Autorin konnte mich auf den ca. 413 Seiten voll und ganz für Island begeistern. Landschaftliche Aspekte, gespickt mit Sitten und Gebräuche, dazu noch eine nette (Lebens)geschichte. Das richtige für die kommenden kalten Wintertage. Den Preis von 9,99 € halte ich für absolut gerechtfertigt.

  • JoJo

    Beiträge: 17
    19.07.2017

    Danke für Deine Rezesion, sie hat mich neugierig auf dieses Buch gemacht ...

Dreamworx

Beiträge 18
14.07.2018

    Die Island-Schwestern

    19. Jh. Island. Im tiefsten Winter, als es nicht mehr genug Nahrung für Mensch und Tier gibt, muss Jorun den Hof verlassen, wo sie sich ihr Auskommen als Magd verdient hat. So macht sie sich auf den Weg, um bei ihrer ältesten Schwester Salbjörg unterzuschlüpfen, die mit ihrem Ehemann auf dem elterlichen Gut leben. Die Beziehung der Schwestern ist nicht die Beste, und Jorun weiß nicht, was sie dort erwarten wird. Damals als junge Frau wurde sie nach Salbjörgs Hochzeit mit Troger von ihrem Vater und Torger verjagt. Salbjörg dagegen führt eine unglückliche Ehe mit einem gewalttätigen Ehemann, den sie fürchtet, und hatte schon mehrere Fehlgeburten. Eines Tages hilft sie dem Nachbarsjungen Erlendur, der in einen Kampf verwickelt war und seitdem sein Gedächtnis verloren hat. Sie versteckt ihn, denn er wird als Mörder gesucht. Als nun Jorun wieder auf dem Hof erscheint, überschlagen sich die Ereignisse…

    Rebecca Maly hat mit ihrem Buch “Die Schwestern vom Eisfluss” einen sehr atmosphärisch dichten unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und bildhaft, schnell ist der Leser durch den schon im Prolog gelegten Spannungsbogen so in den Bann gezogen und wird in eine vergangene Zeit hineinversetzt ins eiskalte und düstere Island. Durch die gekonnte Erzählweise der Autorin, die die Geschichte aus der Sicht dreier Charaktere berichten lässt, steigert sich der Spannungsbogen immer weiter bis zum Ende. Gleichzeitig lernt man die Charaktere sehr gut kennen, kann ihre Gedanken, Gefühle und Wünsche verfolgen und sich so in den einen oder anderen gut hineinversetzen. Die Landschaftsbeschreibungen sind so detailliert, dass der Leser das Gefühl hat, selbst an diesem Eisfluss zu stehen und die Umgebung vor Augen zu haben. Ebenso werden die isländischen Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit von der Autorin mit der Handlung gekonnt verwoben.

    Die Charaktere wurden sehr detailliert ausgestaltet, haben Ecken und Kanten und wirken daher authentisch und lebensecht. Salbjörg ist eine Frau, die durch die unglückselige Ehe und die vielen verlorenen Kinder sehr verbittert, fast hart wirkt. Insgeheim hat sie noch Träume, allerdings fehlt ihr das Hoffnungsvolle, sich diese zu erfüllen, sondern wirkt eher so, als hätte sie sich in ihr Schicksal ergeben. Trotzdem kann man nicht anders, als sie für ihre Demut zu bewundern, denn es ist schon fast unmenschlich, was sie ertragen musste. Jorun ist jünger als ihre Schwester. Auch sie musste früh auf eigenen Beinen stehen und sich im Leben allein durchschlagen. Doch sie hat nie den Mut verloren und sich einen Funken Hoffnung bewahrt. Sie wirkt wesentlich mutiger als Salbjörg und stellt sich dem Leben mutig entgegen, sie kann gar nicht anders. Erlendur ist ein angenehmer Charakter, der das Leben der beiden Schwestern ziemlich durcheinander bringt, allerdings hat er selbst große Probleme und ist auf jede Hilfe angewiesen. Troger ist ein Unmensch, gewalttätig und ohne Gnade. Auch die Nebencharaktere unterstützen mit ihrem Handeln und Tun die Geschichte und tragen zur Spannung bei.

    “Die Schwestern vom Eisfluss” ist ein sehr düsterer historischer Roman, der durch die verschiedenen erzählenden Personen, die Handlung von allen Seiten beleuchten eine einzigartige Atmosphäre sowie eine Spannung schafft, die sich bis zum überraschenden Ende anhält. Absolute Leseempfehlung!

    Meldar

    Beiträge 30
    15.06.2018

      "Die Schwestern vom Einfluss" von Rebecca Maly konnte mich leider gar nicht fesseln. Die Grundstimmung ist einfach zu düster und schwermütig. An einem kalten Wintertag vielleicht ganz nett zu lesen, wenn man diese Art Lektüre mag.

      tweedy

      Beiträge 2
      07.06.2018

        Wunderschön :-)

        Man konnte wunderbar in die karge kalte Welt Islands eintauchen. Man fühlte und litt mit Jorun. Ich war froh zu Hause in meinem warmen Lesesessel zu sitzen :-)

        Die Autorin schreibt mit sehr viel Herzblut und hat zu Recht einen Preis für das Buch gewonnen.

        Das Cover fand ich sehr stimmig zum Inhalt.

        ZartwieFederblümchen

        Beiträge 48
        11.10.2017

          Ein so wunderschönes Buch, was mir irgendwann mal beim Einkaufen in die Hände fiel und gerade weil ich Wikinger mag und überhaupt diese geheimnissvollen Namen, zumindest für mich, musste ich es lesen und es hat mich nicht enttäuscht. Ein ganz wunderbares Buch mit Tiefe.

          lesebegeistert

          Beiträge 30
          16.06.2017

            Es ist Winter in Island. Zwei Schwestern verlieben sich in denselben Mann. Doch auch ein Geheimnis wartet darauf gelüftet zu werden. Dieser Roman ist gut lesbar, geheimnisvoll und spannend. Das Cover passt bestens dazu.

            Tiara

            Beiträge 15
            16.12.2016

              Inhaltsangabe:
              Nach der Hochzeit ihrer Schwester wurde Jorun vom Hof vertrieben und hat sich geschworen, nie mehr nach Hause zurückzukehren. Doch da verliert sie ausgerechnet in der schwierigsten Zeit ihre Anstellung und ihr bleibt nichts anderes übrig, als wieder zurückzugehen.
              Daher ist das Wiedersehen der beiden Schwestern auch alles andere als harmonisch.
              Doch auch Salbjörg hat mit ihrer Heirat nicht das große Glück gefunden, denn ihre Ehe blieb kinderlos und ihr Ehemann ist mittlerweile ziemlich gewalttätig geworden.
              Dann entdeckt Jorun auch noch Salbjörgs Geheimnis. Sie versteckt den Nachbarsjungen Erlendur, der als Mörder gesucht wird.....

              Meine Meinung:
              Die Geschichte gefiel mir von Anfang an. Sie begann bereits sehr spannend und dies zog sich durch bis zum Ende.
              Die Charaktere wirkten alle sehr lebendig und konnten mich emotional berühren.
              Torger war der Teufel in Person und Erlendur läßt die Frauenherzen höher schlagen. Bei den beiden Schwestern war mir mal die eine, mal die andere lieber. Aber sehr schnell wird klar, dass jede ihr eigenes Schicksal durchstehen mußte.
              Man darf auch nicht zu zart besaitet sein, denn Rebecca Maly beschreibt sehr bildhaft. Wobei auch mal grausamere Szenen wie z.B. das Ausschneiden einer brandigen Wunde genauer beschrieben wird. Was aber sehr gut zur Geschichte paßt, denn die Grundstimmung ist eher etwas düster.
              Dafür wird man aber mit wunderschönen Landschaftsbeschreibungen und dem Leben der Bauern zur damaligen Zeit belohnt.

              Das Ende ist etwas offen gehalten, was hier aber perfekt zur Geschichte paßt. So kann sich jeder Leser selber ausdenken, wie er den Ausgang gerne hätte.

              Für diese rundum gelungene Geschichte gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

              Sarahsbuecherwelt

              Beiträge 13
              07.11.2016

                Bis jetzt nur die Leseprobe gelesen, aber ganz ehrlich, wow. Das Buch kommt ganz klar auf meine Wunschliste. Leichter Stil, interessante Geschichte zu einer längst vergangenen Zeit.