Rebecca Thornton

The Girls

Sie teilen alles. Aber auch den Schmerz?
Josephine und Freya sind beste Freundinnen. Gemeinsam besuchen sie ein englisches Eliteinternat, sind süchtig nach Leben und Erfolg. Von den anderen werden sie beneidet - alle wären gerne so wie sie. Doch die beiden sind unzertrennlich, für eine Dritte im Bunde ist kein Platz. Bis eine verhängnisvolle Nacht alles verändert.
18 Jahre später: Josephine ist Ausgrabungsleiterin, in der ganzen Welt unterwegs und eigentlich auf der Flucht: vor sich selbst, dem Leben, vor Beziehungen. Und vor allem vor den Erinnerungen an das, was damals geschah. Nach Jahren ohne jeden Kontakt meldet sich plötzlich Freya bei ihr. Sie besteht auf ein Treffen. Und sie macht unmissverständlich klar, dass es Zeit ist, das Schweigen zu brechen.


Autorenbild Foto von Rebecca Thornton

Der  Autor

Rebecca Thornton arbeitet als Journalistin und leitet eine Online-Werbeagentur. Sie war u.a. als Redakteurin für eine Kunst- und Kulturzeitschrift in Jordanien tätig und erstattete Bericht aus dem Kosovo, aus London und dem Mittleren Osten. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in London.


BibliografieAnsehen


Rezensionen

ingrid_esser

Beiträge 22
eine Antwort 01.11.2016

Josephine ist eins der „Girls“ im gleichnamigen Buch von Rebecca Thornton. Gemeinsam mit ihrer Freundin Freya besucht sie ein elitäres Mädcheninternat in London. In der Schule wird sie im letzten Jahr zur Schulsprecherin gewählt. Doch Rang und Namen, die von vielen beneidet werden, bedeuten für Josephine auch Verpflichtung. Ihre Mutter ist krank, ihr Vater die rechte Hand des Premierministers, darum möchte sie durch gute Noten und verantwortungsvollem Handeln der Mutter eine Freude bereiten und die Erwartungen ihres Vaters erfüllen. Gemeinsam mit Freya möchte sie noch eine Nacht durchfeiern, bevor der Schulstress beide vereinnahmt. Doch in dieser herbeigesehnten Nacht geschieht etwas Unerwartetes. Josephine möchte danach mit niemandem darüber reden, während Freya das Gespräch sucht und deswegen von ihrer Freundin unter Druck gesetzt wird. Ein Riss in der Freundschaft entsteht.

Während Josephine 18 Jahre später als Archäologin an einer Ausgrabungsstätte in Jordanien arbeitet erhält sie eine E-Mail von Freya mit der sie seit Schulzeiten keinen Kontakt mehr hatte. Freya möchte endlich über diese Nacht reden. Doch Josephine versucht dem Anliegen weiter mit Ignoranz zu begegnen.

„The Girls. Freundinnen. Unzertrennlich. Bis zu jener Nacht…“ so der vollständige Titel des Buchs ist das Debüt der Autorin. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen versucht sie zu beschreiben, wie eine einzige Nacht das weitere Leben von zwei Freundinnen verändern kann, die sich vorher sehr nahe standen. Der Fokus liegt auf Josephine, die den Roman in der Ich-Form erzählt. So kann der Leser die Gedankenwelt von ihr nachvollziehen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und beginnt in Jordanien im Jahr 2014 damit, dass die Protagonistin die E-Mail ihrer Freundin erhält, ein Grund für sie, sich an die Geschehnisse von damals zu erinnern. Jedoch hat sie erfolgreich verdrängt, was in dieser alles verändernden Nacht geschah.

Im Laufe der Erinnerungen Josephines erfährt der Leser mehr und mehr über ihre Eltern und das Leben im Internat. Es wird deutlich, welche Ansprüche an sie als Tochter eines ranghohen Politikers gestellt werden und als Musterschülerin, die sich das Vertrauen der Schulleitung erkämpft hat. Außerdem steht sie unter einem enorm hohen Druck aufgrund der bevorstehenden Prüfungen zur Aufnahme an der Eliteuniversität Oxford. Weder Josephine noch ihre Freundinnen konnten mir sympathisch werden, zu sehr beanspruchten sie Anerkennung und Ansehen für sich. Doch andererseits habe ich sie auch bemitleidet, weil sie wie in einem goldenen Käfig lebten.

Rebecca Thornton beschreibt in einem flüssig zu lesenden Schreibstil die Geschehnisse sehr realistisch und nachvollziehbar. Der Mittelteil zieht sich jedoch ein wenig hin ohne dass Erhellendes ans Tageslicht kommt. Was letztlich in der einen Nacht geschah und erst ganz am Ende des Buches beschrieben wird, fand ich voraussehbar. Dennoch muss man sich der Bedeutung für die Freundschaft von Josephine und Freya bewusst sein. Eine Spannung, die nicht wirklich greifbar ist und über den Geheimnissen der Nacht liegt, ist ständig vorhanden.

„The Girls“ ist ein Roman über die Bedeutung, welche Verletzungen das Verhalten einer Freundin auslösen und welche dauerhaften Nachwirkungen diese Kränkung haben kann. Ein in der Darstellung überzeugendes Debüt, dem ich gerne meine Leseempfehlung gebe.

  • Kötra

    Beiträge: 64
    31.08.2017

    Danke für den super ausführlichen Kommentar

Silviasa

Beiträge 12
29.11.2016

Meine Vorrednerin "ingrid_esser" hat das Buch bereits super gut beschrieben, dem kann ich mich nur anschließen. Auch mir ist während des Lesens des Buches viel durch den Kopf gegangen . Über Freundschaft und Geheimnisse ...
Was sicher hinter den Geschehnissen der besagten Nacht verbirgt, kann man zum Teil erahnen. Dennoch kommen ganz zum Ende noch weitere Dinge ans Tageslicht, die vor allem Josephines Verhalten nochmal in ein anderes Licht rücken. Ich war schnell von den Geschehnissen im Internat gefesselt und konnte das Buch nicht mehr aus Hand legen. Die Autorin schafft es hier wirklich eine enorme Sogwirkung zu schaffen. Man fragt sich die ganze Zeit, was Freya denn unbedingt mit Josephine besprechen will und was wirklich vorgefallen ist. Die Auflösung kommt erst relativ spät, aber konnte mich dennoch noch verblüffen. Die Erzählungen aus der Kindheit haben mir am Besten gefallen. Ich kann es wirklich nur empfehlen. Viel Spaß beim Lesen - eure Silvia

frickygirl

Beiträge 17
13.11.2016

Dieses Buch hat mir gezeigt was wahre Freundschaft ist. Das man sich nicht in die Arbeit stürzen sollte, sondern auch mal sich wieder um die Welt kümmern sollte. Ein tolles Buch was dir viel lehrt. Ich empfehle dieses BUCH herzlich weiter und hoffe das es viele lesen, weil das Buch es verdient.

AureliaAzul

Beiträge 9
16.04.2019

    Josephine und Freya sind unzertrennlich, und stehen sich seit ihrer Kindheit sehr nahe, haben viele Schicksalsschläge gemeinsam durchgestanden und kennen den anderen besser als sonst jemand. Doch eine eigentlich spaßige Nacht mit vielen Exzessen und ein zu starkes selbstbezogenes Leistungsstreben lassen diese Freundschaft auseinander brechen und ziehen noch weitere, weitaus schlimmere Konsequenzen nach sich...

    Der Anfang war sehr öde und trocken und ich musste mich wirklich dazu zwingen weiter zu lesen, weil es so langweilig war und mir der Schreibstil Probleme bereitete. Doch nach der schicksalhaften Nacht, während diese Kluft zischen den Freundinnen zunahm, ist viel Schwung in die Geschichte rein gekommen und sie hat sich wirklich entwickelt. Man erfuhr mehr über die Familiengeschichten der beiden und über Josephines Ängste und Sorgen, die sie letztendlich so handeln ließen. Die ganzen Lügen, Intrigen und Geheimnissen wurden zu einem unaufhaltsamen Strudel, der jeden mit riss, so auch mich als Leserin ;) da war das Geheimnis um diese eine besondere Nacht, die ziemlich im Dunklen gelassen wurde und der ungewisse Ausgang der Schullaufbahn, immer wieder ein Auf und Ab, welches alles so spannend machte. Das Ende war befreiend und hat einen schönen Abschluss gebildet, mit dem ich gut leben kann. Insgesamt eine tolle Geschichte, nur der Anfang war lahm, danach aber umso besser.

    Papier und Tintenwelten

    Beiträge 12
    08.11.2017

      Buchidee:
      Ich liebe Bücher, in denen es um Geheimnisse geht und darum, wie sie das Leben der Menschen beeinflussen. Daher hat dieses Buch genau meinen Geschmack getroffen und ich wollte es gerne lesen.

      Handlung:
      In dieser Geschichte geht es um die Protagonistinnen Josephine und Freya. Die beiden sind beste Freundinnen und besuchen ein Eliteinternat in England. Die Freundinnen werden von allen anderen beneidet und alle wären ebenfalls gerne teil ihres Freundeskreises. Doch Josephine und Freya sind unzertrennlich und für andere findet sich da gar kein Platz. Doch eine Nacht verändert schließlich alles ...
      Achtzehn Jahre später hat Josephine immer noch mit den Geschehnissen zu kämpfen und ist ständig auf der Flucht. Doch die Erinnerungen lassen sich nicht abstellen und als Freya plötzlich wieder Kontakt zu ihr sucht und auf ein Treffen besteht, wird auch Josephine klar, dass es Zeit ist, das Schweigen zu brechen ...

      Schreibstil:
      Der Schreibstil von Rebecca Thornton hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt eher einfach und dadurch ist die Geschichte sehr flüssig zu lesen. Erzählt wird die Geschichte in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen, einem in der Vergangenheit und einem in der Gegenwart. Beide aus der Sicht von Josephine. Aber trotz der einen Perspektive hatte ich das Gefühl einen guten Gesamtüberblick geboten zu bekommen. Charaktere:
      Die Ausarbeitung der Charaktere war recht gut gestaltet und hat mir auch im gesamten gut gefallen. Leider bin ich dennoch mit keinem von ihnen wirklich warm geworden und das hätte ich mir schon gewünscht.

      Emotionen:
      Die Emotionen hat Rebecca Thornton wirklich schön dargestellt. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass ich die Gefühle glauben konnte und sie realistisch gestaltet waren. Dafür geht mein Daumen gerne hoch.

      Spannung:
      Den Spannungsbogen hat die Autorin gut aufgebaut, aber ich hätte es schöner gefunden, wenn es ein paar Höhen gegeben hätte, die die Spannung gesteigert hätten. Diese waren leider nicht gegeben, aber dennoch konnte die Geschichte mein Interesse durchweg halten und ich wollte wissen, wie sie, besonders auch für die Charaktere, weitergehen würde.

      "The Girls" ist ein guter Roman, mit dem ich, auch wenn nicht alle Punkte überzeugen konnten, schöne Lesestunden hatte! Daher gebe ich gerne 3,5 Rosen, aufgerundet auf 4!

      Frauke Gerdes

      Beiträge 6
      02.02.2017

        Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen....
        Das buch handelt von Freundschaft oder vielmehr der Frage, Wielange sie hält und was sie vor allem aushält.
        Girls - wie weit würde man denn in einer Freundschaft gehen? Was behält man für sich?
        Zunächst dachte ich, es ist alles vorhersehbar und es gäbe kaum Alternativen im Ausgang.
        So kann man sich irren. Es ist sehr spannend und mal was anderes und zum nachdenken.