Sara Gruen

Die Frau am See

Von der Autorin des Weltbestsellers «Wasser für die Elefanten».
Ein packendes Drama an den Ufern des Loch Ness.
Im Januar 1945 reist die junge Maddie zusammen mit ihrem Ehemann Ellis und dessen bestem Freund in ein abgelegenes Dorf in den schottischen Highlands. Ellis will die Existenz des sagenumwobenen Nessie beweisen. Ausgestattet mit Fernglas, Kompass und Kamera begeben sich die beiden Männer Tag für Tag auf Exkursion. Maddie bleibt allein zurück in der kargen Pension des fremden Ortes. Immer stärker stellt sie ihr bisheriges Leben in Frage. Sie lernt die Menschen der Pension kennen, vor allem den geheimnisvollen Wirt Angus. Doch die wahren Ungeheuer lauern da, wo sie sie nicht erwartet …


Autorenbild Foto von Sara Gruen

Die  Autorin

Sara Gruen, gebürtige Kanadierin, ist die Autorin des Ausnahmebestsellers „Wasser für die Elefanten“. Ihre Bücher wurden in 43 Sprachen übersetzt und weltweit über zehn Millionen Mal verkauft. Heute lebt Sara Gruen auf einem stattlichen Anwesen in North Carolina, zusammen mit ihrem Mann, den drei Kindern, zwei Pferden, vier Katzen, zwei Hunden und drei Ziegen.


BibliografieAnsehen

PressestimmenAnsehen


Rezensionen

Sonjas Bücherecke

Beiträge 70
eine Antwort 27.10.2016

„Die Frau am See“ von Sara Gruen ist eine bewegende Geschichte, die in den Kriegsjahren spielt . Eine berührende Geschichte mit einer außergewöhnlichen Protagonistin, von der ich total begeistert bin und war.
Der Inhalt: Im Januar 1945 reist die junge Amerikanerin Maddie zusammen mit ihrem Ehemann Ellis und dessen bestem Freund Hank in ein abgelegenes Dorf in den schottischen Highlands. Der exzentrische Ellis will dort die Existenz der sagenumwobenen Nessie beweisen. Krieg hin oder her. Ausgestattet mit Fernglas, Kompass und Kamera begeben sich die Männer Tag für Tag auf Exkursion. Maddie bleibt allein zurück und beginnt, ihr bisheriges Leben in Frage zu stellen. Wer ist sie, und was will sie? Da lernt sie die Menschen in der Pension kennen, zwei Mägde und den geheimnisvollen Wirt Angus. Und plötzlich weitet sich ihr Blick für überraschende Möglichkeiten des Lebens.
Jetzt bin ich leider wieder von den Highlands zurück. Und diese Reise hat mich beeindruckt. Vom Schreibstil der Autorin bin ich restlos begeistert . Sie hat mich von Anfang an gefesselt. Ich war mitten im Geschehen dabei. Schon der Prolog hat mich sehr berührt, bekam man doch hier schon die schrecklichen Auswirkungen des Krieges zu spüren. Und dann Maddie, Ellis und Hank, drei Menschen, die vom Elend dieser Welt noch nicht viel mitbekommen haben. Sie kennen nur Vergnügen und Sorglosigkeit. Und dann die Überfahrt nach Schottland. Hier kommt die heile Welt schon mächtig ins Wanken, sie bekommen den Krieg der ringsherum herrscht, zu spüren. Und bei Maddie setzt eine Veränderung ein, sie sieht die Welt nun mit etwas anderen Augen. Ellis und Hank finde ich unmöglich. Sie sind auf der Suche nach Nessie ohne sich um den Rest der Welt zu kümmern. Mit tut Maddie leid, sie hat schwer unter dem unmöglichen Verhalten ihres Mannes zu leiden. Das Gasthaus, in dem die drei untergekommen sind, sehe ich direkt vor mir. Ich höre den Lärm, den die Besucher abends veranstalten und leide mit Anne und Meg. Die Geschichte hat mich wirklich sehr berührt und bewegt. Die Autorin versteht es ihre Leser einfach mitzureißen. Ich bin und war total begeistert.
Wer das Buch gelesen hat, sieht, dass das Cover wirklich hervorragend zum Buch passt. Es wirkt auf mich etwas melancholisch und der Wirbel am Himmel zeigt einen Neustart.
Ein wirklich empfehlenswertes Buch, dem ich selbstverständlich 5 Sterne gebe. Freue mich, diese tolle Autorin entdeckt zu haben und freue mich schon auf ihr nächstes Buch.

  • AnneMF

    Beiträge: 39
    27.01.2017

    Dieses Buch steht auf meiner Wunschliste. Ich war im November in Glencoe in den scottish highlands eine wunderschöne Gegend. Schon deshalb möchte ich dieses Buch lesen. Wunderbare Rezi von dir.

Sunshine29

Beiträge 12
28.09.2015

Man muss erst auf sich allein gestellt sein um zu erkennen, was wirklich zählt

Inhalt:
Während des zweiten Weltkriegs zieht es Maddie, ihren Ehemann Ellis und dessen besten Freund Hank aus Amerika in die schottischen Highlands. Sie wollen beweisen, dass das Seeungeheuer Nessie existiert. Ellis' Vater hat vor Jahren ein Beweisfoto veröffentlicht und wurde der Fälschung bezichtigt und nun wollen die beiden ausgemusterten Männer ihr eigenes kleines (Kriegs-)Abenteuer in Europa erleben. In
Schottland sind die Auswirkungen des Krieges an Hand von Verdunkelungen und rationiertem Essen deutlich spürbar, doch trotzdem erwarten die verwöhnten Männer eine zuvorkommende Bedienung und sind weiterhin ständig betrunken. Nur Maddie gelingt es nicht die Augen vor den allgegenwärtigen Anzeichen des Krieges zu verschließen und so versucht sie sich nach und nach mit der Situation zu arrangieren und freundet sich mit dem Personal des Gasthofes, in dem die drei wohnen, an. Wird ihr Ehemann dies zulassen? Und wird es den beiden Freunden gelingen, die Existenz des Ungeheuers zu beweisen?

Meine Meinung:
Die Arroganz von Ellis und Hank zeigt sich schon daran, dass die verwöhnten Söhne mittem im zweiten Weltkrieg nichts besseres zu tun haben, als sich aus dem relativ sicheren Amerika in die Schottischen Highlands zu begeben und auch dort den Krieg weiterhin zu ignorieren. Einzig Maddie wurde mir immer sympathischer, denn sie machte eine enorme Wendung und entwickelte sich vom Vorzeige-Frauchen zu einer
selbständig denkenden Frau, die da anpackt, wo Hilfe nötig ist. Vor allem lernt sie durch die beiden Angestellten Anna und Meg das wahre Leben kennen: Nahrungsmittelknappheit, Arbeitseinsätze neben der eigentlichen Arbeit, Verlust von geliebten Menschen und der tiefverwurzelte Aberglaube. Sie merkt, dass ihr Leben in Amerika nur Schein war und fängt an ihren eigenen Weg zu gehen.

Der Schreibstil von Sara Gruen ist sehr flüssig und angenehm und die Beschreibung der Landschaft und der Eigenheiten der Schotten ist ihr gut gelungen. Trotz einiger sehr emotionaler Momente ist das Buch nicht kitschig, aber es lässt die mystischen Aspekte Schottlands auch nicht außen vor.

Da ich selbst schon zweimal am Loch Ness und im Urquhart Castle war, habe ich mich mit jeder Seite des Buches dorthin zurückversetzt gefühlt und kann es jedem empfehlen, der gerne Bücher zu den Themen Liebe, Schottland oder die Zeit des Zweiten Weltkriegs liest.

kimba1002

1 Beitrag
13.11.2015

Fesselde Geschichte

Zu Beginn des Buches kann man den weiteren Verlauf nicht erahnen; Die Autorin beschreibt sehr lebendig die Gegebenheiten der jungen Frau, ihrem Mann und einem Freund; Das die Geschichte einen so drastischen Verlauf nimmt und in eine komplett andere Richtung schweift, macht das Lesen zu einem "MUSS".
Ab dem Zeitpunkt in England wendet sich das Blatt für die junge Frau und sie lernt in ihrem Leben kommt es auf andere Dinge an als Dienstboten, die einem das Leben versüßen;
Auch der Umgang mit den Dorfbewohnern und der immer enge werdende Kontakt zu Angus und Anna lässt in unterschiedliche Richtungen blicken; Dieses Ende hätte ich jedoch nicht erwartet; Wer gerne beim Lesen in eine andere Zeit versetzt wird und sich einfühlen möchte in die beschriebene Person, liegt bei diesem Buch genau richtig!!!

klaudia_jilch

1 Beitrag
eine Antwort 01.09.2015

Das Ungeheuer ist nicht immer sofort erkennbar...

Es ist das Jahr 1945. Maddie, lebenslustige junge Amerikanerin, ihr Ehemann Ellis und der gemeinsame beste Freund Hank amüsieren sich bei Parties und Festen. vor allem die beiden jungen Männer sind verwöhnte Luxusgeschöpfe, voll Klassenbewusstsein, verspielt, dünkelhaft und - sie sind untauglich. Ellis wegen Farbenblindheit, Hank wegen seiner Plattfüße. Als sie nach einem fürchterlichen Streit mit dem Colonel, Ellis Vater von diesem hinausgeworfen werden, beschließen die Männer, trotz des Krieges nach Schottland zu reisen, um das Ungeheuer von Loch Ness aufzuspüren. Daran ist der Colonel Jahre zuvor gescheitert und hat, beim Versuch, Beweise für die Existenz zu fälschen, viel an Reputation verloren.

Maddie wird gezwungen, mitzureisen und erlebt mit immer größerem Abscheu, wie die Männer unfähig sind, sich den Bedingungen im kriegsgeplagten Schottland anzupassen. Immer noch erwarten sie, rundum bedient zu werden, behandeln die Menschen im Gasthaus, in dem sie abgestiegen sind, mit Verachtung und es stellt sich heraus, dass Ellis nicht nur jeden Abend sich mit Hank bis zur Bewusstlosigkeit betrinkt, er ist auch abhängig von anderen Rauschmitteln.

Immer seltsamer und widerlicher benimmt sich Ellis seiner Frau Maddie gegenüber und versucht, ihr einzureden, dass sie diejenige ist, die an Nervenproblemen leidet. In Maddie wächst das Unbehagen und ein schrecklicher Verdacht keimt in ihr auf...

Die Zeichnung der Figuren hat mir ausgezeichnet gefallen - Ellis, der verdorbene, hochmütige Upperclass-Sprössling, Hank, der beinahe ebenso verdorben ist, aber eigentlich nur etwas zu lebenshungrig und im Grunde gutmütig, Maddie - deren Familienhintergrund traurig ist und die langsam entdeckt, was ihr alles fehlt und wo ihre Stärken liegen. Und dann noch die Angestellten des Gasthofs - Angus, Meg und Anna, die sich behutsam und vorsichtig der verwirrten und unglücklichen Maddie annähern und ihr Sicherheit geben.

Die Geschichte entwickelt sich langsam, die sinnlose Suche nach "Nessie", der trostlose Aufenthalt im winterlichen Kriegsschottland, das ist alles sehr stimmig und gut beschrieben. Doch die Geschichte spitzt sich zu, gegen Ende wird es rasant und spannend und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Fazit: gut geschriebene, spannende Unterhaltung für Menschen, die sich für vergangene Tage interessieren.

  • Booky-72

    Beiträge: 15
    13.12.2016

    Schon die Überschrift hat mich hier neugierig gemacht.
    Deine Rezension reizt sehr, dieses Buch zu lesen.
    Auch "Wasser für die Elefanten" war ja ein Highlight!

Boyslover

Beiträge 42
15.03.2017

Herrliches Cover, was schon vor dem Lesen zum Träumen einlädt.
Sara Gruen hat mich auch mit diesem Buch nicht enttäuscht. Spannend und sehr interessantes Thema. Auch die Stimmung im Roman ist sehr schön.
Nicht umsonst steht dieses Buch im Regal.

a. unicorn

Beiträge 13
17.02.2017

eine fesselnde Geschichte. Es ist eine faktenreiche und flüssig geschriebene Story.
Ich selbst könnte es nicht aus der Hand legen und hatte es schnell durch gelesen. Es geht einen zur herzen genau wie Wasser für die Elefanten.

Lesegenuss

Beiträge 38
16.11.2015

Eine solide, realistische Geschichte

Das Ungeheuer von Loch Ness, es war schon immer ein Anziehungspunkt für Spekulationen. Existiert es oder doch nicht? Und die Leute geben nicht auf, es zu ergründen. So auch im Januar 1945. Es ist noch immer Krieg, was allerdings für den Amerikaner Ellis kein Hindergrund ist, nicht nach Schottland zu reisen. Mit an seiner Seite Hank, sein bester Freund, als auch dessen Frau Maddie. Beste Freunde sind unzertrennlich, das bekommt Maddie dort mehr denn je zu spüren. Sie fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen, ist in dem kleinen Dörfchen auf sich selbst gestellt und beginnt, über sich und ihr Leben nachzudenken.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Maddie erzählt und beginnt mit einem starken Prolog. Das Leben in Schottland verändert Maddie und sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer großartigen Protagonistin. Sie wird selbstbewußter und das macht sich ganz deutlich in der Handlung bemerkbar. Maddie, die Anfangs als eine verwöhnt Frau der Oberschicht Amerikas herüberkommt, werden in Schottland "die Augen" geöffnet und stellt ihr bisheriges Leben, ihre Ehe, auf den Prüfstand.
Die Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness, das Abenteuer der beiden Männer gerät mehr denn je in der Handlung in den Hintergrund.
"Die Frau am See", ein eher ruhiges Buch, gefühlvoll als auch bewegend.
Jede der Nebenfiguren werden von der Autorin gut beschrieben, denn alle haben sie eine eigene Geschichte.
Schottland als Handlungsort beeindruckt mich immer wieder und auch Sara Gruen hat es mit bildhaften Worten beschrieben.
Das Cover konnte nicht besser gestaltet sein. Wirklich großartig!

Wenn auch die Handlung nicht gerade toppt, überwiegen hier die Figuren als auch der Schreibstil der Autorin.

TochterAlice

Beiträge 17
16.10.2018

    Das Buch hat mich fasziniert, gleichzeitig jedoch befremdet - mehr oder weniger Urlaub in einem europäischen Kriegsgebiet machen, zumindest jedoch dort einen friedlichen Aufenthalt planen, das traue ich nur Amerikanern - natürlich nicht allen, sondern der weltfremden Sorte, die man auch heute wieder und wieder erlebt.

    Insgesamt ein stilles Buch mit einer Menge Längen, jedoch durchaus einer Anzahl berührender Momente und wichtiger Erkenntnisse. Nicht mein Lieblingsbuch dieser Autorin, doch hin und wieder gelingt es ihr, eine Duftmarke zu setzen.

    kelo24

    Beiträge 9
    04.04.2018

      Zum Inhalt: Im Januar 1945 reist die wohlhabende Maddie zusammen mit ihrem Ehemann Ellis und dessen bestem Freund in ein abgelegenes Dorf in den schottischen Highlands. Der exzentrische Ellis will die Existenz der sagenumwobenen Nessie beweisen, Krieg hin oder her. Ausgestattet mit Fernglas, Kompass und Kamera begeben sich die beiden Männer Tag für Tag auf Exkursion. Maddie bleibt allein zurück in der kargen Pension dieses fremden Ortes. Immer stärker stellt sie ihr bisheriges Leben in Frage. Wer ist sie, und was will sie? Da lernt sie die Menschen der Pension kennen, zwei Mägde und den geheimnisvollen Pensionsbesitzer Angus. Und plötzlich weitet sich ihr Blick für überraschende Möglichkeiten des Lebens …



      Maddie, Ellis und Hank genießen in Amerika das Leben auch in Kriegszeiten, da die Männer für untauglich erklärt worden sind, und springen von einer Party zur anderen.. Ihr Leben besteht nur aus Vergnügungen , Alkoholexzessen und Katerbewältigung am Mittag danach. Arbeit ist für sie ein Fremdwort und wird grundsätzlich von Dienstboten erledigt. An einem Silvesterabend beleidigt Ellis im Vollrausch seine Eltern und diese versagen ihm darauf hin seine monatliche Finanzspritze und werfen ihn und seine - in ihren Augen nicht standesgemäße - Ehefrau vor die Tür. Um im Ansehen seines Vaters wieder zu steigen beschließt Ellis, die Existenz von Nessie zu beweisen, woran sein Vater Jahre zuvor selber gescheitert ist.

      Trotz möglicher Angriffe wird die Schiffsreise mit Maddie und Hank zusammen unternommen.

      In Schottland landen sie in einem einfachen Gasthof und erleben hier das reale Leben in Kriegszeiten mit rationiertem Essen, Verdunkelung, Fliegerangriffen. Während die Männer sich auf die Suche nach Nessie machen, lassen sie Maddie immer öfter zuerst tage- , später auch wochenlang allein ohne Geld oder irgendeine Information. Wenn sie dann sturzbetrunken wieder auftauchen benehmen sie sich nur noch daneben und besonders Ellis zeigt so langsam sein wahres Gesicht.

      Maddie beginnt sich für die Bewohner des Ortes zu interessieren, hilft im Gasthof mit und freundet sich auch mit Meg und Anna an. Zu Angus beginnt ganz langsam eine erste Annäherung. Im Laufe ihres Aufenthaltes entwickelt sie sich vom angepassten, den Ehemann bedingungslos vertrauenden und bewundernden Luxusweibchen zu einer mutigen Frau, die ihren bisherigen Lebensstil hinterfragt, eine eigene Meinung vertritt und auch deren Konsequenzen in Kauf nimmt und ihr Leben jetzt selbst in die Hand nimmt - auch wenn sie jetzt um ihr Leben fürchten muss.

      Schreibstil und Sprache der Autorin gefallen mir sehr gut. Der Roman ist unterhaltsam geschrieben und man kann der Handlung sehr gut folgen. Es gibt immer wieder kurze Rückblicke, in denen Hintergrundinformationen zu den einzelnen Charakteren gegeben werden, die die Verläufe insgesamt dann plausibler machen. Diese sind aber immer so geschickt gestreut, dass sie neugierig auf mehr machen und man das Buch am liebsten nicht weglegen. möchte.

      Alles in allem ein gelungener Roman

      Anitram

      Beiträge 4
      03.10.2017

        Die Reise
        Sara Gruen ist eine gefeierte Bestsellerautorin. Im Mittelpunkt ihres Romans „Die Frau am See“ stehen Ellis, seine Ehefrau Maddie und deren gemeinsamer Freund Hank. Alle drei stammen aus sehr wohlhabenden Familien in Philadelphia. Nach einer aus dem Ruder gelaufenen Silvesternacht im Jahr 1944 folgt das Zerwürfnis zwischen Ellis und seinem Vater. Lebten die Eheleute bis jetzt auf der Sonnenseite, weht ihnen plötzlich ein kalter Wind entgegen, denn Ellis Vater hat auch den Geldhahn zugedreht. Ellis Verhältnis zu seinen Eltern ist jedoch schon seit der in ihren Augen nicht standesgemäßen Heirat mit Maddie sehr angespannt. Angeblich war Maddies Mutter eine instabile und fragwürdige Frau, weshalb die Tochter aus dem gleichen Holz geschnitzt sein muss. Zudem wurde bei Maddie eine Nervenkrankheit diagnostiziert, was dem guten Ruf der Familie schade. Hinzu kommt, dass Ellis wegen einer diagnostizierten Farbenblindheit ausgemustert wurde, was seinem Vater ein Dorn im Auge ist. Unbeirrt des Zweiten Weltkrieges planen die Freunde eine Überfahrt nach Schottland, der sich Maddie nur wiederwillig anschließt. Sie wollen beweisen, dass das Ungeheuer von Loch Ness wirklich existiert. Vor Jahren hatte Ellis Vater die gleiche Reise unternommen. Ihm wird jedoch vorgeworfen, Bilder, auf denen die Seeschlange zu sehen sei, mit fotografischen Tricks gefälscht zu haben. Sollten sie das Ungeheuer entdecken, könnte Ellis die Familienehre wiederherstellen, und die Wiedervereinigung mit dem Konto seiner Eltern feiern. Die Reise ist äußerst beschwerlich und lebensgefährlich. In Drumadrochit, das am Westufer des Loch Ness liegt, angekommen, beziehen sie ihre Zimmer in einem kleinen Dorfgasthof, der von Angus, einem wortkargen Schotten und zwei jungen Frauen geführt wird. War das Trio in Amerika immer gemeinsam unterwegs, zeigen sich nach ein paar Tagen die ersten Risse in ihrer Beziehung, und schon bald brechen die Männer allein zu ihren Exkursionen auf. Abends kommen sie sturzbetrunken in die Pension zurück. Von der Überfahrt traumatisiert und in der Einsamkeit gefangen, beginnt Maddie ganz langsam, ihr Leben und ihre Ehe zu hinterfragen. Sie lernt während Ellis und Hanks Abwesenheit Mag und Anna besser kennen, freundet sich mit ihnen an und hilft ihnen auch. Als Ellis Veränderungen an Maddies Verhalten bemerkt, beginnt sich die Lage zuzuspitzen.
        „Die Frau am See“ von Sara Gruen liest sich gut. Die Autorin schreibt spannend und zeichnet sorgfältig ihre Charaktere. Maddies Figur ist am besten ausgearbeitet. Je mehr sie sich zum Positiven verändert, je mehr dreht sich Ellis Abwärtsspirale. Die Reise nach Schottland ist für sie nicht nur eine räumliche Veränderung, sondern auch eine Reise zu sich selbst; sie reißt sie aus ihrem vertrauten Leben und öffnet ihr die Augen. Neben der Jagd auf das Ungeheuer gibt es auch eine einfühlsame Liebesgeschichte, die für den Leser ein so nicht erwartetes Ende nimmt. In ihrem Nachwort weist die Autorin daraufhin, dass die historischen Fakten und Zahlen in ihrem Roman ungenau sind, da sie die Informationen zugrunde legen musste, zu denen ihre Protagonisten damals Zugang hatten. Das ist in meinen Augen ein kleiner Schwachpunkt des Romans, denn in dem nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelten Handlungsstrang hätte die Autorin spätestens darauf noch ausführlicher eingehen können. Mir hat der Roman trotzdem sehr gut gefallen, und ich empfehle ihn sehr gerne weiter.

        KimVi

        Beiträge 29
        07.08.2017

          Obwohl die Amerikanerin Maddie starke Bedenken hat, reist sie gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihrem Ehemann Ellis und dessen bestem Freund in einen kleinen Ort in den schottischen Highlands. Ellis will sich unbedingt beweisen und den Nachweis für die Existenz des Ungeheuers Nessie erbringen. Diese Mission wird für die Männer zur fixen Idee, denn Ellis erhofft sich dadurch große Anerkennung. Am Anfang begleitet Maddie die Männer, doch schon bald bleibt sie allein im Gasthof zurück. Nach einer Weile überdenkt sie ihr bisheriges Leben und lernt die Menschen, die in dem Gasthof arbeiten, besser kennen. Maddie verändert sich und betrachtet den geheimnisvollen Wirt Angus bald mit ganz anderen Augen. Das bleibt Ellis nicht verborgen, der den Wandel mit Unwillen bemerkt...

          Der Einstieg in die Geschichte verläuft eher gemächlich und wirkt stellenweise sogar etwas langatmig. Da der Schreibstil aber sehr angenehm und flüssig lesbar ist, verfolgt man das Geschehen dennoch mit Interesse. Denn die Autorin versteht es hervorragend, Personen und Handlungsorte so lebendig zu beschreiben, dass man sie beim Lesen spontan vor Augen hat. Besonders die Szenen in dem Gasthof wirken so real, dass man schon beinahe meint, selbst dabei zu sein. Die schottische Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, ist geradezu spürbar. Trotz des anfangs eher gemächlichen Einstiegs, gerät man unwillkürlich in den Sog der Geschichte.

          Die Protagonisten wirken ebenso lebendig wie die Hintergrundkulisse. Man fasst spontane Sympathien oder Abneigungen zu den jeweiligen Akteuren. Deshalb kann man sich ganz auf die Erzählung einlassen und mit Maddie mitfiebern. Die mystischen und geheimnisvollen Aspekte dieses Romans passen perfekt in die Geschichte. Sie sind genau richtig dosiert und wirken nicht zu unglaubwürdig. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, sodass es einige spannende Szenen gibt.

          Ich habe mich beim Lesen dieses Romans sehr gut unterhalten, da ich ganz in die Geschichte eintauchen und sie genießen konnte. Die schottische Atmosphäre und die lebendigen Charaktere zogen mich in den Bann. Ich vergebe deshalb begeisterte vier von fünf möglichen Bewertungssternen. Das eine ziehe ich für den etwas langatmigen Einstieg ab.

          Dandy

          Beiträge 52
          05.08.2017

            Die Frau am See von der Autorin Sara Gruen ist im November 2016 im Rohwolt Verlag erschienen.


            Im Januar 1945 reist die junge Maddie zusammen mit ihrem Ehemann Ellis und dessen bestem Freund in schottischen Highlands. Dort möchte sie die Existenz von Nessie beweisen. Während sich die 2 Männer mit Fernglas, Kompass und Kamera auf die Nessie-Suche begeben bleibt Maddie in der kargen Pension des fremden Ortes. Ihre Gedanken rasen und sie stellt ihr Leben in Frage.
            Sie freundet sich mit dem Wirt Angus an und geriet nicht durch Nessie in Gefahr, sondern....

            Der Schreibstil ist sehr flüssig, man kommt sofort in die Geschichte hinein.
            Durch die vielen Wendungen bleibt das Buch von der ersten Seite bis zur letzten Seite spannend.
            Man wird in die Zeit um 1945 versetzt und erfährt von den Gedanken, Ängsten , die die Menschen damals hatten.
            5 Sterne

            JoJo

            Beiträge 13
            19.07.2017

              Die Beschreibung klingt spannend und ich werde es auf jeden Fall auf meine Wunschliste setzen....
              Habe ich doch schon "Wasser für die Elefanten" verschlungen, hoffe ich das dieses Buch mich genau so fesseln wird.

              Bobbi

              Beiträge 26
              12.07.2017

                Sara Gruen schreibt auch hier so fantasiereich, fesselnd und schön, wie bei Wasser für die Elefanten.
                Mit Herz und Seele erleben wir die Vergangenheit in Schottland.
                Gibt es Nessie im 7 Grad kalten Loch Lomomt wirklich?? Findet es heraus.

                Jonas

                Beiträge 37
                08.05.2017

                  Hört sich sehr toll an. Das Buch an sich finde ich optisch ebenfalls sehr ansprechend und verführt durchaus zum lesen. Wenn das Buch so toll wie die Leseprobe ist dann würde ich sagen sehr gelungen.

                  Kötra

                  Beiträge 64
                  06.03.2017

                    Schon die Rezensionen hier und die Leseprobe haben mich zum Kauf ermutigt.
                    Und natürlich das Grundwissen, dass mir alle Gruen-Bücher gefallen.
                    Schon die Leseprobe ist so packend und gut geschrieben, dass ich nicht weiß, ob ich das Buch tatsächlich bis zum Sommerurlaub in Schottland liegen lassen kann oder ob ich es doch schon vorher verschlingen werde ;)

                    Katiii_liest_gern

                    Beiträge 45
                    02.02.2017

                      Maddie, Tochter eines reichen Ehepaars, die eine lieblose Kindheit durchleben musste, dachte eigentlich, dass sie in ihrem Ehemann Ellis, ebenfalls aus bestem Hause, endlich einen liebenden Gatten gefunden hätte und ihre Zukunft sich nun liebevoller und rosiger gestalten würde. Doch dann beschließt der amerikanische Präsident, die Teilnahme Amerikas am Krieg und Ellis, der sich freiwillig zum Soldatenleben verpflichten wollte, wurde abgelehnt, da ihm eine Farbenblindheit diagnostiziert wurde. Ab diesem Moment ist er wie verwandelt; trinkt mehr, als er vertragen kann und traktiert in alkoholisiertem Zustand alle Mitmenschen in seiner Nähe mit seiner schlechten Laune, seinen unkontrollierten Wutausbrüchen und seinem weinerlichen Gehabe.

                      Maddie versucht ihn zu unterstützen, wo es nur geht. Selbst als er mit seinem besten Freund Hank beschließt, sich nach Schottland aufzumachen inmitten des Kriegsgeschehens in Europa, um „Nessie“ aufzuspüren und abzulichten, zögert Maddie nicht lange und begleitet die beiden Männer. Zu Hause in Philadelphia, fühlt sie sich sowieso fehl am Platz, da ihre Schwiegereltern keinen Hehl daraus machen, dass sie ihre einfache Herkunft verachten, auch wenn ihnen die Tatsache, dass sie eine reiche Erbin ist, durchaus gefallen mag. Besonders Maddies Schwiegermutter lässt kein gutes Haar an ihr und gibt ihr bei jedem gemeinsamen Beisammensein das Gefühl unzulänglich zu sein. Dazu kommt, dass Maddies Mutter an einem Nervenleiden litt und Maddie seit kurzer Zeit ebenfalls Schwächeanfälle erleidet, die der herbeigerufene Arzt auf ein angegriffenes Nervenkostüm schiebt, das ihr scheinbar von der Mutter vererbt wurde.

                      Die Schiffsreise nach Europa gestaltet sich sehr gefährlich und Maddies Gesundheitszustand ist in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft alles andere als stabil. Sie wirkt auf die Dorfbewohner unterernährt und eingeschüchtert. Dazu kommt, dass ihr Ehemann sie alles andere als gut behandelt, was darin gipfelt, dass er sie für zwei Tage allein im Hotel lässt, während er mit Hank in der Stadt herumstreift.
                      In dieser Zeit lernt Maddie die Hotelangestellten und auch ihren Besitzer, Angus besser kennen und überdenkt zum ersten Mal ihre Art zu leben, begreift wie privilegiert sie bislang, wie unter einer Glasglocke, dahinvegetierte und wie sehr sie sich von ihrem Mann herumschubsen ließ. Besonders Angus und seine tragische Geschichte gehen ihr unter die Haut und dann stellt sie zu ihrem Entsetzen fest, dass sie auf dem besten Wege ist, sich in den Schotten zu verlieben. Als Ellis jedoch ahnt, was in seiner Frau vor sich geht, spitzt sich die Lage dramatisch zu…

                      „Die Frau am See“ ist mein erster Roman, den ich von der Autorin las; allerdings hatte ich bereits die Romanverfilmung „Wasser für die Elefanten“ gesehen, den ich grandios fand. Da Sara Gruens aktueller Roman dazu mit einem Schottlandsetting aufwartet und nebenher leichte Para-Elemente eingefügt wurden, fiel der Roman laut Klappentext dann auch genau in meinem Lesebeuteschema.

                      Der bildhafte Schreibstil der Autorin, ermöglicht es dem Leser dann auch sehr schnell, in die Geschichte einzutauchen- Land und Leute werden sehr gut und real wirkend dargestellt; zudem entwickelten sich die Schotten zu meinen heimlichen Lieblingsfiguren in diesem Roman, da ihren Sinn für die Realität, im Gegensatz zu den reichen Amerikanern, nie aus den Augen verlieren. Maddie ist dagegen eine Heldin, mit der ich nur sehr schwer warm wurde. Ihre Passivität ob der sehr verletzenden Bemerkungen, die ihr Mann ihr an den Kopf schleuderte, zerrte zu sehr an meinen Lesernerven und dass sie nach jedem Aufbegehren relativ rasch wieder einknickte, konnte ich auch irgendwann nicht mehr akzeptieren, zumal sie in den Hotelangestellten ja Freunde und Unterstützer gefunden hatte.

                      Auch die Tatsache, dass sie ihrem, sich einfach unmöglich verhaltenden Mann, so lange zur Seite steht, ließ mich beim Lesen hinsichtlich ihres schwachen Charakters irgendwann verzweifeln. Ehrlich gesagt hätte ich nicht geglaubt, dass sie überhaupt noch die Kurve bekommt, doch gottlob ändert sich ihr Verhalten, ab ca. nach der ersten Hälfte des Romans, dann Stück für Stück. Ihr unerschöpfliches Vertrauen in Ellis fand ich dennoch sehr grenzwertig.

                      Auch den historischen Hintergrund fand ich ein wenig zu sehr in den Hintergrund geschoben. Zwar spielt der Roman kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges, doch werden nur die nötigsten, allgemeinen Informationen, die sich zu dieser Zeit, in der sich Maddie und ihr Anhang in Schottland befinden, eingestreut, so dass man, zumindest was den historischen Hintergrund angeht, als Leser außen vor bleibt und nicht viel über die Menschen, ihre Gefühlswelt bezüglich der Kriegswirren etc. erfährt.
                      Selbst die Jagd nach Nessie hätte sich vielleicht etwas weniger eintönig gestalten könne

                      Leo610

                      Beiträge 12
                      16.01.2017

                        Wenn ich Bücher über Schottland in die Hand bekomme, schaue ich grundsätzlich noch ein zweites Mal hin. Diesem Buch habe ich sogar zwei Chancen gegeben. Der Prolog hätte mich beinahe erfolgreich abgeschreckt. zu lang, zu düster, zu schwülstig. Aber das ist Geschmackssache. Ich habe den Impuls aufzuhören unterdrückt und dem Hauptteil eine Chance gegeben. Der Einstieg ist sehr plastisch beschrieben. Die arme Maddie bricht sich im Auto die Seele aus dem Leib. Ihr Auftakt in Schottland gestaltet sich nicht gerade einfach. Ich würde dieses Buch auf jeden Fall lesen, wenn auch noch ein paar andere Sachen davor kommen. Aber Schottland ist einfach toll und jedes Buch darüber ist Pflicht!

                        KatiKatharinenhof

                        Beiträge 44
                        14.01.2017

                          Ich bin ein wenig hin und hergerissen, weil ich das Buch nicht wirklich einschätzen konnte. Auf der einen Seite verwandelt sich hier ein Heimchen am Herd zur taffen Frau, auf der anderen Seite bleibt eine gewisse Leere in mir zurück, weil das Buch mich nicht wirklich berührt hat...es war,trotz angenehmen Schreibstils, ...nichtssagend....

                          Die Hauptprotagonisten waren mir zu eingebildet, die Prologe waren teilweise nervig.. Aber der eigentliche Gedanke, eine Geschichte über den Untergang einer Ehe in all seinen Phasen zu beschreiben war an manchen Stellen richtig gut umgesetzt. Das ist mir leider zu wenig. - so bleiben mir nur gutgemeinte 3 Sterne für dieses Buch

                          Jako

                          Beiträge 43
                          13.01.2017

                            Einmal begonnen, legte ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand, die verschiedenen Charaktere, das ganze Geschehen, all das fesselte mich vom ersten Moment an.
                            Hier finden sich authentische und interessante Personen, die man bewundert, mit denen man mitfühlt, die einen für sich einnehmen. Die Geschichte selbst ist dramatisch und hält den Spannungsbogen bis zum Ende. Immer wenn ich dachte, ich könnte gleich einmal durchatmen, gab es die nächste Wendung. Ich litt mit den Personen, ich freute mich mit den Personen, ich hoffte, ich war schockiert, ich war fassungslos - jede Veränderung brachte neue Gefühle mit sich, ein wahres Kaleidoskop der Gefühle, das mich immer weiter an diesen Roman fesselte.

                            Fee

                            Beiträge 32
                            31.12.2016

                              Eine lebendige und fesselende Geschichte!

                              Ich kenne Sara Gruen von ihrem Bestseller "Wasser für die Elefanten" und war schon in diesem Buch beindruckt von ihren Ideen.

                              Sehr Besonders ist an diesem Buch das man wirklich keine Ahnung hat wo die Geschichte der jungen Frau endet, überraschend kommt die große Wendung und beim Lesen war ich einfach kurz geschockt, weil ich es wirklich nicht vorhersehen konnte.

                              Maddie ist so eine lebendige und starke Frau, die mit ihren Charakterzügen bei mir sofort ins Schwarze trifft. Auch die Charaktere um sie herum wirken sehr lebendig und gut durchdacht.

                              Am meisten habe ich den Schriebstil von Sara gefeiert, nicht sehr einfach gehalten, doch er passt perfekt in diese altertümliche Zeit.

                              Elisa

                              Beiträge 32
                              30.12.2016

                                Mit 19 habe ich eine Tour durch die schottischen Highlands gemacht. Diese führte mich auch zu Loch Ness und den Legenden rund um Nessi. Als ich gesehen habe, dass eben dort der Roman "Die Frau am See" angesiedelt ist, gab es kein Halten mehr. Und es hat sich wirklich gelohnt. Für mich war das Buch ein großer Lesegenuss mit einem nicht ganz alltäglichen Thema und zu Beginn nicht absehbaren Wendungen.
                                Das Buch steht und fällt mit Maddie, der unglaublich sympathischen Protagonistin. Während sie am Anfang als verzogene höhere Tochter dargestellt wird, stellt sich schnell heraus, dass weit mehr in ihr steckt. Das gilt auch für ihre Ehe mit dem versnobten Ellis. Zunächst scheint alles im Lot, nach und nach wird aber klar, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Und natürlich gibt es noch den wilden Angus, der ein dunkles Geheimnis verbirgt.
                                Gut gefallen (und wer ein Buch über Nessi ließt, muss damit wohl auch rechnen) hat mir der etwas übersinnliche Einschlag des Buches, wie die Sichtung einer alten Frau, die den Tod ankündigt. Dennoch ist die Suche nach Nessi eher als Rahmenhandlung zu bewerten. Wichtiger ist der Umgang der Charakteren, die aus unterschiedlichen Klassen stammen, untereinander. Ein tolles Buch und für mich sicher nicht das letzte der Autorin Sara Gruen.

                                Hummel

                                Beiträge 36
                                21.11.2016

                                  Im Januar 1945 begibt sich Maddie, gemeinsam mit ihrem Ehemann Ellis und deren Freund Hank, in die Schottischen Highlands. In dem abgelegenen Dorf wollen die Freunde die Existenz von Nessie beweisen. Mitten im Zweiten Weltkrieg gehen die Männer tagtäglich auf Exkursion; Maddie bleibt allein in der Pension zurück. Sie lernt die Angestellten kennen und nach und nach beginnt sie, ihr bisheriges Leben in Frage zu stellen, ihre Werte, ihre Ehe...

                                  Sara Gruen erzählt aus Maddies Perspektive eine wundervolle Geschichte über eine Frau, die sich immer mehr emanzipiert. Sie findet heraus, welche Kraft Freundschaft hat und was Liebe wirklich bedeutet.

                                  Malerisch, fesselnd, spannend, mitreißend, herzerwärmend und nicht zuletzt absolut empfehlenswert!

                                  frickygirl

                                  Beiträge 17
                                  13.11.2016

                                    Tolles Buch. Es ist sehr interessant und Spannend. Und ich finde die Autorin toll also musste ich dieses Buch lesen. Ich finde das Buch hat ein sehr interessantes Thema. Und der Titel hat mich angelockt.

                                    Sarahsbuecherwelt

                                    Beiträge 13
                                    07.11.2016

                                    Facettenreich, interessant und sehr bewegend. Kann man nur schwer aus der Hand legen.

                                    Shanna

                                    Beiträge 25
                                    02.09.2015

                                      Gefühlvoll und bewegend

                                      Der Roman startet mit einem Prolog, in dem einer Frau unfassbares Leid widerfährt. Sie verliert fast gleichzeitig ihren Ehemann und ihr ungeborenes Kind - und verzweifelt an diesem Schicksalsschlag. Drei Jahre später reisen das amerikanische Ehepaar Maddie und Ellis mit ihrem guten Freund Hank trotz des 2. Weltkriegs in das schottische Hochland, um die sagenhafte Existenz von Nessie zu beweisen. Von den Einheimischen argwöhnisch beobachtet, mieten sie sich im einzigen Gasthaus am Ort ein und machen sich mit ihren Ansprüchen und ihrem Gebaren mehr als unbeliebt...

                                      Die drei Hauptpersonen sind mir von Anfang an sehr unsympathisch gewesen. Leider verstärkt sich dieser Eindruck beim Weiterlesen immer mehr. Die beiden Männer, die aus einer gehobenen Gesellschaftsschicht stammen, behandeln die Dienstboten, als ob sie keine Menschen wären. Gleichzeitig erwarten sie aber unausgesprochen eine bevorzugte Behandlung von ihnen. Außerdem sind sie fast die ganze Zeit über betrunken und Ellis hat zudem auch noch ein Tablettenproblem. Nur Maddie, die Ehefrau, macht eine Wandlung in ihrem Benehmen durch und erkennt immer deutlicher, den wahren Charakter ihres Ehemannes und dessen besten Freundes. Im Gegenzug freundet sie sich heimlich mit den Mägden des Gasthauses an und lernt deren Sorgen und Nöte zu verstehen. Sie packt sogar tatkräftig mit an und ist sich für nichts zu schade. So findet man sie als Leser auch immer sympathischer und kann sich besser in sie hineinversetzen. Die Frauen und der Wirt Angus danken es ihr, indem sie ihr ebenfalls beistehen, als sie in eine fast ausweglose Situation gerät.

                                      Mir gefällt, wie die Autorin den Zusammenhalt der kleinen Gemeinschaft beschreibt und wie in Krisensituationen jeder auf den anderen zählen kann. Die Liebesgeschichte wird eindringlich, aber ohne kitschig zu wirken, erzählt und im Verlauf der Handlung wird dann auch die Verbindung zu dem Geschehen im Prolog aufgekärt.

                                      Ein gefühlvoller und bewegender Roman, der mich sehr gut unterhalten hat, ohne in banale Klischees abzudriften. Allerdings hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr Mystik dabeisein können. Die Legende der Raben wird nur kurz angesprochen, das Rätsel um Nessie und auch die geheimnisvolle Frau am See hätten gerne mehr Raum einnehmen dürfen. Doch ansonsten kann ich das Buch sehr empfehlen!