Sofie Cramer

All deine Zeilen

Eine Liebe, größer als das Meer.
Kurz vor Maries Hochzeit stirbt unerwartet ihre geliebte Oma Anneliese. Die junge Frau ist wie gelähmt vor Trauer, die Feier wird verschoben.
Im Nachlass findet Marie ein Bündel alter Briefe. Wunderschöne Liebesbriefe, von einem Paul Hansen aus Amrum. Neugierig nimmt sie Kontakt zu dem Fremden auf und erhält prompt eine Antwort. Zwischen Hamburg und der Nordseeinsel entspinnt sich ein reger Briefwechsel. Doch nach und nach kommen Marie die Briefe immer rätselhafter vor. Sie beschließt, selbst nach Amrum zu reisen - und erlebt eine Überraschung. Auf den Spuren ihrer Großmutter und einer schicksalhaften Liebe entdeckt sie ein Geheimnis, das auch ihr Leben für immer verändern wird …


Autorenbild Foto von Sofie Cramer

Die  Autorin

Sofie Cramer stammt aus der Lüneburger Heide, geboren wurde sie 1974 in Soltau. Zum Studium der Germanistik und Politik ging sie zunächst nach Bonn, später nach Hannover. Nach ihrer Zeit als Hörfunk-Redakteurin machte sie sich selbständig. Heute schreibt sie Romane, arbeitet als Schreibcoach sowie als freie Drehbuchautorin und entwickelt Film- und Fernsehstoffe. Seit ihrem Bestseller «SMS für dich», der 2016 erfolgreich fürs Kino verfilmt wurde, hat sie bereits mehrere Romane unter dem Pseudonym Sofie Cramer geschrieben. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Hamburg.

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Rezensionen

bookgirl

Beiträge 16
15.11.2018

    Inhalt
    Marie steht kurz vor ihrer Hochzeit, als ihre geliebte Großmutter Anneliese stirbt. Im Nachlass findet sie Liebesbriefe, die von Paul Hansen aus Amrum verschickt wurden. Marie nimmt aus Neugierde Kontakt auf und möchte mehr über die Liebe ihrer Oma erfahren. Sie beschließt sogar nach Amrum zu reisen und Paul Hansen einen Besuch abzustatten. Dort erfährt sie nicht nur mehr über Anneliese, sondern stellt auch ihr eigenes Leben in Frage.
    Meine Meinung
    Sofie Cramer erzählt mit "All deine Zeilen" eine warmherzige, emotionale und berührende Geschichte, in die man schon nach wenigen Seiten komplett eintauchen kann. Dabei wechselt sie mal in die Sichtweise von Marie und mal in die von Paul, die jeweils kapitelweise erfolgt und dem Leser so die Gedanken und Gefühle der Protagonisten näher bringt.
    Marie war mir von Anfang an sympathisch. Nach dem Tod von Anneliese wirkt sie verloren und unsicher, wo ihr der wichtigste Mensch in ihrem Leben genommen wurde. Sie spürt, dass der eingeschlagene Kurs in ihrem Leben nicht der richtige ist und sie vor allem ihre Ehe noch nicht eingehen kann. Marie steht an einem Wendepunkt, was besonders auf Amrum deutlich wird.
    Paul Hansen Junior ist der Sohn von Annelies großer Liebe und Empfänger der Briefe. Er bleibt nach dem Tod seiner Frau mit der gemeinsamen Tochter zurück und kümmert sich um seinen demenzkranken Vater, was ihm einige Kraft abverlangt. Als er die Briefe von Marie erhält, gibt er sich als sein Vater aus und beantwortet diese, da er merkt, dass ihm der Austausch gut tut und Gefühl in ihm wach werden, die er schon lange dachte vergraben zu haben.
    Sehr gelungen finde ich die Darstellung des demenzkranken Vaters. Sie nimmt keinen zu großen Raum ein, ist aber durchweg authentisch beschrieben. Man kann mit den Angehörigen mitfühlen und bekommt einen kleinen Einblick in das Krankheitsbild.
    Auch das von Amrum skizzierte Bild hat mir sehr gut gefallen. So gut, dass ich am liebsten sofort aufbrechen und meinen nächsten Urlaub dort verbringen würde.
    Ein ganz besonderes Schmankerl sind die Rezepte am Ende des Buches, die sich auf die Kuchen, die Anneliese so gerne gebacken hat, beziehen und so lecker klingen, dass ich sie sicher auch ganz bald selber backen werde.
    Fazit
    "All deine Zeilen" ist ein wunderbarer Liebesroman, der anrührend und warmherzig erzählt wird und von mir eine klare Leseempfehlung erhält

    Beiträge 29
    29.06.2017

      Dieses Buch ist absolut schön, es zeigt wie schwer manche Entscheidungen sind die vom Herzen kommen. Es zeigt Trauer wenn man einen wichtigen Menschen verliert. Es zeigt , dass das Leben weitergeht. Dieses Buch ist voller Emotionen. Man wechselt von Trauer zur Freude. Man wechselt von der Vergangenheit in die Gegenwart. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es ist traumhaft schön geschrieben und man kann sich in eine andere Welt träumen.

      Anja40

      Beiträge 20
      10.12.2016

        BuchBoutigue
        All deine Zeilen
        Erscheinungstermin: 01.04.2014

        Leseprobe
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        SOFIE CRAMER
        ALL DEINE ZEILEN
        5 REZENSIONEN

        Eine Liebe, größer als das Meer.
        Kurz vor Maries Hochzeit stirbt unerwartet ihre geliebte Oma Anneliese. Die junge Frau ist wie gelähmt vor Trauer, die Feier wird verschoben.
        Im Nachlass findet Marie ein Bündel alter Briefe. Wunderschöne Liebesbriefe, von einem Paul Hansen aus Amrum. Neugierig nimmt sie Kontakt zu dem Fremden auf und erhält prompt eine Antwort. Zwischen Hamburg und der Nordseeinsel entspinnt sich ein reger Briefwechsel. Doch nach und nach kommen Marie die Briefe immer rätselhafter vor. Sie beschließt, selbst nach Amrum zu reisen - und erlebt eine Überraschung. Auf den Spuren ihrer Großmutter und einer schicksalhaften Liebe entdeckt sie ein Geheimnis, das auch ihr Leben für immer verändern wird …

        Autorenbild Foto von Sofie Cramer
        DIE AUTORIN

        Sofie Cramer stammt aus der Lüneburger Heide, geboren wurde sie 1974 in Soltau. Zum Studium der Germanistik und Politik ging sie zunächst nach Bonn, später nach Hannover. Nach ihrer Zeit als Hörfunk-Redakteurin machte sie sich selbständig. Sie lebt in Hamburg, am Waldrand, arbeitet als freie Drehbuchautorin und entwickelt Film- und Fernsehstoffe. Seit ihrem Überraschungserfolg «SMS für dich» hat sie bereits mehrere Romane unter Pseudonym Sofie Cramer geschrieben.

        Zur Frage-Aktion vom 26.10.2016
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        REZENSIONEN

        Dreamworx
        Beiträge 8
        Antworten 21.10.2015
        Oh Du kriminelle Weihnachtszeit!

        Die Adventszeit ist angebrochen und Papst Petrus freut sich auf eine besinnliche, aber auch gemütliche Zeit mit leckerem Essen und guten Freunden, wenn da nicht sein Hausdrachen Schwester Immaculata wäre, die streng über ihn wacht. Er kramt seine Krippe aus Kindertagen hervor und ist gerade mit dem Sichten der einzelnen Teile beschäftigt, als seine beiden Schwestern Maria und Martha vor ihm stehen und ihn um Hilfe bitten. Ein junger spanischer Priester ist spurlos aus dem Palazzo verschwunden, in dem die beiden wohnen, und sie befürchten das Schlimmste. Das weckt den Detektiv in Petrus, er scharrt seine Truppen um sich bestehend aus dem Priester Francesco und seiner Pressesprecherin Giulia, um sich dem mysteriösem Fall zu widmen und nachzuforschen. Zuerst wird die illustre Hausgemeinschaft unter die Lupe genommen, und schnell wird klar, dass dort jeder etwas zu verbergen hat. Spuren in der Wohnung des Verschwundenen lassen das Schlimmste erahnen, so werden alle zu Verdächtigen einschließlich der Papstschwestern. Der Fall ist verzwickt, und je tiefer das Ermittlungsteam gräbt, umso mehr tappt es im Dunkeln. Die Aufklärung wird auch noch zusätzlich erschwert, weil Francesco und Giulia sich ihrer Anziehung füreinander bewusst sind und ihr doch entsagen müssen. Dabei stiftet Giulias Verlobter noch mehr Unruhe. Wird es Petrus gelingen, noch vor Heiligabend Licht ins Dunkel zu bringen?

        Johanna Alba und Jan Chorin haben mit ihrem Roman „Hosianna!“ den dritten Band um Papst Petrus und seine Getreuen im Vatikan vorgelegt. Der Schreibstil ist wunderbar zu lesen, bereits mit dem spannenden Prolog findet man sich in einer mysteriösen Geschichte mitten im pulsierenden alten Rom wieder und macht sich mit Petrus und seinen Getreuen an die Aufklärung dieses verzwickten Falls. Der Humor ist einmalig, oftmals verschluckt man sich fast, so unerwartet kommt der nächste Witz um die Ecke, sei es im Dialog oder in der Handlung einzelner Personen. Als ein Beispiel mag hier ein Telefonat zwischen dem Papst und einer Polizeiwache herhalten, einfach göttlich! Die Protagonisten sind die Seele des Romans, wunderbar skizziert, lebensecht dargestellt und wirken deshalb besonders authentisch. Papst Petrus ist einer, wie man ihn sich wünscht. Er hat jede Menge trockenen Humor, genau an den richtigen Stellen platziert. Petrus hat die Gabe, hinter die Fassade der Menschen zu blicken und sie doch so zu nehmen, wie sie sind, auch wenn es seinen Alltag nicht gerade erleichtert. Immaculata, der „Hausdrachen“, ist oftmals unerträglich in ihrer Verschrobenheit, dabei ist sie eitel, eifersüchtig und hat eine spitze Zunge. Obwohl sie das genaue Gegenteil von Petrus ist, sind es gerade diese Reibungen zwischen den beiden, die dem Buch einen guten Schuss Zusatzwürze verleihen und die Lektüre umso kurzweiliger. Francesco und Giulia sind zwei Seelen, die sich zwar gefunden, doch einander nicht bekommen dürfen. Tja und Monsignore, der Kater der päpstlichen Schwestern, ist immer zur rechten Zeit am rechten Ort.

        Dem Autorenduo ist ein wunderbarer vatikanischer Krimi nach eindeutig britischem Vorbild, aber mit ganz eigenem Charme gelungen. Unblutig, doch verwirrend und spannend bis zum Finale. Das Lesen macht einfach riesig Spaß! Eine absolute Leseempfehlung, die sich beim Krimilesen wohlfühlen und das Lachen nicht verlernen möchten. Einfach herrlich!

        Dreamworx
        Beiträge 8
        Antworten 21.10.2015
        Ameisen küssen doch

        Die 32-jährige Isabella Werner ist Biologieprofessorin und lebt allein in Hamburg. Sie erforscht das Leben und die Verhaltensweisen von Ameisen, da macht ihr niemand etwas vor. So bekommt sie auch eine Einladung nach Norwegen zur Endausscheidung für den „Future Award“. Dort muss sie sich nur noch gegen einen Kandidaten behaupten, um den Preis zu gewinnen. Aber dieser Kandidat ist nicht ohne. Ben Breitenbach hat gerade eine Gastprofessur in München angenommen, normalerweise untersucht er das Verhalten von Affen in der Wildnis. Ben ist ein Womanizer und kriegt jede Frau rum, auch er hat als Endkandidat eine Einladung zur Preisverleihung bekommen. Um die Konkurrenz zu kennen, stellt Ben Nachforschungen über Isabella an. Dies ist Isa dagegen völlig fremd. Sie denkt nur an ihre Ameisen, zwischenmenschliche Beziehungen machen sie eher nervös und schnell „entflammbar“. Als Ben und Isa sich durch einen Zufall auf ihrer Hinreise nach Norwegen über den Weg laufen, weiß Ben genau, wer ihm gegenüber steht, doch Isa hat keinen blassen Schimmer. Wer gewinnt nun den Preis? Und vor allem: sind Ameisen und Affen wirklich so unterschiedlich oder passen sie vielleicht doch zusammen?

        Kerstin Engel hat mit ihrem Liebesroman „Ameisen küssen nicht“ ihr Debüt vorgelegt. Der Schreibstil ist schön flüssig zu lesen und mit jeder Menge Humor und tollen Dialogen gespickt. Als Leser schließt man leicht Bekanntschaft mit Isa und Ben und kommt sich wie ein Voyeur vor, der die beiden erst einzeln und dann gemeinsam auf ihrer abenteuerlichen Reise begleitet. Die Hauptcharaktere sind sehr lebhaft und liebevoll gestaltet. Isa ist leicht chaotisch, lebt für ihre Ameisen, manchmal hat man den Eindruck, sie ist eine von ihnen. Sobald sie nervös wird, ist ein Feuer nicht weit. Diese Eigenschaft lässt diese liebenswerte Protagonistin fast verzweifeln. Ben wirkt erst wie „Ich Tarzan, Du Jane“, ein Aufreißer und Frauenheld, der auch noch stolz darauf ist. Doch Ben ist auch sympathisch, kinderlieb und ein ganzer Kerl, dem seine Affen sehr am Herzen liegen. Die Gesprächsdispute, die sich Isa und Ben liefern, sind wie Gewehrsalven, die hin und her gehen. Dabei kann man sich regelrecht ausschütten vor Lachen und stellt sich immer wieder die Frage, ob diese zwei es für längere Zeit miteinander aushalten können, ohne dass jemand verletzt wird. Und wenn es nicht noch die Meyer gäbe, dann wäre die Geschichte von Isa und Ben nur halb so lustig und spannend. Frau Meyer macht die ganze Handlung erst rund durch ihre bodenständige, leicht verrückte Art. Sie muss man einfach lieben!

        Kerstin Engel ist ein sehr unterhaltsamer und lustiger Debütroman gelungen, der schöne Lesestunden nicht nur verspricht, sondern definitiv auch hält. Eine absolute Empfehlung für alle, die komplizierte Beziehungen lieben und auch dabei lachen wollen. Tolles Lesevergnügen für einen kuscheligen Tag auf der Couch!

        Dreamworx
        Beiträge 8
        Antworten 21.10.2015
        Briefe der Liebe

        Anwältin Marie steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Max, als ihre geliebte Großmutter Anneliese stirbt. Marie ist am Boden zerstört, denn mit Anneliese verband sie ein sehr inniges und enges Verhältnis, hat die Oma sie doch nach dem Tod ihrer Eltern großgezogen. Der Verlust bringt Maries Leben total durcheinander, sie beginnt an allem zu zweifeln und weiß sich keinen Rat. Als sie die Wohnung ihrer Oma auflöst, fallen ihr wunderschöne Liebesbriefe in die Hände, die mit Paul Hansen aus Amrum als Absender versehen sind. Aber Paul ist nicht der Name ihres Großvaters. Neugierig geworden beginnt Marie, die Briefe zu lesen, einen nach dem anderen, denn sie möchte mehr über ihre Großmutter erfahren und sich ihr weiterhin verbunden fühlen. Dabei kommt ihr die Idee, Paul Hansen per Brief zu kontaktieren und ihn zudem über den Tod der Oma zu informieren.
        Gleichzeitig lebt Paul Hansen junior mit seiner Tochter Leonie auf Amrum und versucht täglich aufs Neue, über den Tod seiner geliebten Frau Imken hinweg zu kommen. Er kann sich nur sehr schwer ein Leben ohne sie vorstellen und so ist jeder Tag ein Kampf des Weitermachens. Zudem kümmert er sich auch noch um seinen Vater Paul senior, der wegen seiner Demenz in einem Pflegeheim untergebracht ist. Als Paul eines Tages den Brief von Marie erhält, ist er zuerst nicht sehr erfreut, Post von einer Fremden zu erhalten, doch schnell lässt er sich hinreißen und antwortet Marie, ohne sie darüber aufzuklären, dass nicht sein Vater, sondern er den Brief beantwortet hat. Zwischen Paul und Marie entwickelt sich ein netter Briefwechsel, doch dann beschließt Marie, Paul auf Amrum zu besuchen…

        Sofie Cramer hat mit ihrem Roman “All Deine Zeilen” einen wunderschönen und berührenden Liebesroman geschrieben. Der Schreibstil ist schön flüssig zu lesen und nimmt den Leser ab der ersten Seite mit ins Geschehen hinein. Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr genau und lassen dem Leser doch genug Raum, um sich alles vorstellen zu können. Dabei möchte man am Liebsten gleich die Koffer packen und nach Amrum reisen. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Paul und Marie erzählt und immer hat man das Gefühl, man begleitet die beiden in ihrem jeweiligen Leben. Die Protagonisten sind allesamt sehr detailliert und liebevoll beschrieben. Marie ist sehr sympathisch, etwas unsicher, eher eine Zweiflerin, und von der Familie ihres Verlobten eingeschüchtert. Sie hat einen Beruf, der ihr nicht wirklich gefällt, aber um etwas zu ändern, fehlt ihr noch der Mut. Paul hat auch ein sehr einnehmendes Wesen, kümmert sich liebevoll um Tochter und Vater, dabei vernachlässigt er sich selbst ein wenig, denn auch ihn plagen Sorgen und er lässt sich nicht genug Raum, auf seine innere Stimme zu hören.

        Sofie Cramer versteht es wunderbar, das Leid, die Gedanken und Gefühle der Protagonisten in Worte zu fassen, aber auch eine sehr anrührende alte Liebesgeschichte in Briefen zu erzählen, die über Jahre hinweg bestand. Auch die begleitenden Rezepte für besonders schöne Kuchen und Gebäck finden im Anhang noch einmal als Sammlung eine gesonderte Beachtung.

        Ein wunderschöner Roman über die Liebe, den Verlust und die Gefühle der Hinterbliebenen, über eine alte Romanze und über Entscheidungen, die gefällt werden müssen. Unbedingt lesen, einfach ein Genuss!!!

        Bücherfee
        Beiträge 2
        Antworten 11.04.2014
        Tod, Liebe, Lügen - alles vereint. Ein Roman für jedes Alter.

        Inhalt:
        Marie ist eine glückliche, junge Frau die in der Kanzlei ihres
        zukünftigen Schwiegervaters arbeitet. Die Hochzeit mit ihrem Verlobten
        Max steht an und kurz vorher stirbt ihre geliebte Oma Anneliese.
        Da Marie´s Mutter recht früh starb, war ihre Oma neben ihrem
        vielbeschäftigtem Vater die einzige mit der sie in der Familie noch
        regen Kontakt hatte.
        Jeden Freitag trafen sich die zwei Frauen zum Kuchen essen, denn Anneliese hat immer gern gebacken.
        Beim durchschauen von Annelieses Sachen findet sie lauter Liebesbriefe von einem Paul, doch ihr Opa hieß nicht Paul.
        Marie wird immer neugieriger und schreibt Paul einen Brief. Schon bald
        macht sie sich selbst auf um die vergangene Liebe ihrer Oma zu besuchen
        und wird bitter enttäuscht.

        Meine Meinung:
        Ich habe damals schon einmal ein Buch der Autorin gelesen "SMS für
        dich". Das Buch hatte mir ziemlich gut gefallen und als ich gesehen
        habe, dass die Autorin ein neues Buch geschrieben hat, habe ich es mir
        näher angesehen.
        Das Cover wirkt alt und man kann direkt erkennen, dass es um Briefe
        geht. Der Klappentext machte mich neugierig, denn ich wollte unbedingt
        wissen, was für ein Geheimnis Marie entdeckt.
        Neben meinem ersten Eindruck zu dem Buch, spielten auch persönliche
        Gefühle eine Rolle, denn meine Lieblingsoma ist gestorben, als ich mit
        unserer Tochter schwanger war.
        So konnte ich mit Marie leiden. Ich konnte ihre Sehnsucht nach ihrer Oma
        verstehen. Ganz oft sind es ja irgendwelche Düfte, oder Erinnerungen
        die uns fröhlich machen und gleichzeitig auch traurig, wenn uns bewusst
        wird, dass ein geliebter Mensch nie wieder persönlich bei uns sein wird.
        Marie versucht durch die Briefe die sie findet, ihrer Oma noch einmal
        nah zu sein. Sie möchte erfahren, wer der unbekannte Mann vom Foto und
        den Briefen ist.
        Nebenbei steckt sie im Hochzeitsstreß. Ihre Schwiegermutter plant ein
        großes Fest, an das sich jeder erinnern soll. Marie würde viel lieber im
        kleinen Kreis am Strand heiraten. Richtig romantisch und schlicht.
        Immer wieder wollte ich Marie gerne sagen, dass sie doch einmal mit der
        Faust auf den Tisch hauen und ihre Hochzeit so feiern soll, wie sie es
        möchte.
        Doch die Trauer ist zu groß und Marie wie betäubt. Ich kann sie
        verstehen, noch heute - nach fast zwei Jahren Trauer - geht es mir oft
        so.
        Alles scheint so unwichtig für Marie zu sein, dass sie trotzdem froh
        ist, dass ihre Schwiegermutter sich um alles kümmert. Man spürt, wie
        einsam sie sich fühlt, obwohl Max immer da ist. Niemand stand ihrer Oma
        Anneliese so nahe wie sie und niemand vermisst sie so wie sie.
        Marie ist mir also in einigen Dingen ähnlich und ich mag sie. Ebenso mag
        ich Paul, aber das werdet ihr erst so richtig verstehen, wenn ihr das
        Buch selbst lest.
        Ich mag Anneliese, weil sie anscheinend eine Oma war, wie Oma´s sein sollten.
        Sofie Cramer hat im Buch einen tollen, interessanten, gefühlvollen
        Briefwechsel eingebaut und so kamen nur ganz, ganz selten Längen auf,
        die kaum der Rede wert sind.
        Mir jedenfalls hat das Buch gefallen und ich werde mir die ganzen
        Backrezepte am Ende des Buches noch genauer anschauen und sicher das
        eine, oder andere nachbacken. Der Altländer Apfelkuchen wird wohl als
        erstes probiert.

        Fazit:
        Ein sehr gefühlvolles Buch, das weder kitschig noch schnulzig ist. Tod, Liebe, Lügen - alles vereint. Ein Roman für jedes Alter.

        ina_ri
        Beiträge 9
        Antworten 20.03.2014
        Nett ohne Überraschungen

        Marie hat eigentlich alles: einen sicheren Jon, finanzielle Absicherung und einen Mann, den sie in wenigen Wochen heiraten möchte. Dann stirbt ihre geliebte Großmutter Anneliese, die sie nach dem Tod ihrer Mutter aufgezogen hatte. Anneliese war ihr wichtigster Halt und Stütze und ihr Tod lässt sie in ein tiefes Loch fallen. In den Sachen ihrer Oma findet sie Briefe an einen Herrn Jansen, der nicht ihr Großvater war. Marie möchte mehr über diese geheime Seite ihrer Oma erfahren und schreibt Herrn Jansen.
        Paul Jansen lebt mit seiner Tochter auf Amrum. Seine Frau ist vor einem Jahr gestorben und er versucht sein Leben weiterzuleben. Dann erhält er einen Brief von Marie an seinen Vater gerichtet. Da sein Vater im Moment nicht so geistig fit ist und er ihn nicht noch damit belasten möchte, schreibt er im Namen seines Vaters zurück. Damit beginnt ein reger Briefwechsel zwischen den beiden. Bis irgendwann Marie nach Amrum fährt. Die Geschichte an sich ist eine typische leichte Liebesgeschichte in schöner Umgebung. Wobei parallel die Geschichte von Anneliese und Paul Jansen erzählt wird. Also eine nette Geschichte, die nicht unbedingt neu ist. Aber die ganze Zeit blieb mir Marie unsympathisch. Sie blieb ohne jeden Tiefgang. Z.B. habe ich nie verstanden warum sie heiraten will, denn tiefe Gefühle gegenüber ihres Verlobten wurden nie beschrieben. Ihr fehlte es an Selbstbewusstsein und Durchsetzungvermögen, von allen Menschen ließ sie sich lenken, sei es die Schwiegermutter oder ihr Vater. Sie wirkte oft naiv und kindisch. Ehrlich gesagt fand ich sie langweilig, deshalb fiel es mir auch schwer dem Roman weiter zu verfolgen. Die sympathischste Person war mir Anneliese. Sie hatte wenigstens Profil.
        Dennoch insgesamt bleiben die Charaktere sehr oberflächlich. Die Geschichte ist vorhersehbar. Vor allem die Geschichte um Anneliese hält die Spannung etwas. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, nur wenn es um Marie und ihre Gefühle geht, vielleicht etwas übertrieben bei der Wortwahl, wirkt dadurch etwas zu dramatisch. Ein netter Roman für Zwischendurch, für Leser die keine großen Überraschungen mögen.

        Dreamworx

        Beiträge 24
        21.10.2015

          Oh Du kriminelle Weihnachtszeit!

          Die Adventszeit ist angebrochen und Papst Petrus freut sich auf eine besinnliche, aber auch gemütliche Zeit mit leckerem Essen und guten Freunden, wenn da nicht sein Hausdrachen Schwester Immaculata wäre, die streng über ihn wacht. Er kramt seine Krippe aus Kindertagen hervor und ist gerade mit dem Sichten der einzelnen Teile beschäftigt, als seine beiden Schwestern Maria und Martha vor ihm stehen und ihn um Hilfe bitten. Ein junger spanischer Priester ist spurlos aus dem Palazzo verschwunden, in dem die beiden wohnen, und sie befürchten das Schlimmste. Das weckt den Detektiv in Petrus, er scharrt seine Truppen um sich bestehend aus dem Priester Francesco und seiner Pressesprecherin Giulia, um sich dem mysteriösem Fall zu widmen und nachzuforschen. Zuerst wird die illustre Hausgemeinschaft unter die Lupe genommen, und schnell wird klar, dass dort jeder etwas zu verbergen hat. Spuren in der Wohnung des Verschwundenen lassen das Schlimmste erahnen, so werden alle zu Verdächtigen einschließlich der Papstschwestern. Der Fall ist verzwickt, und je tiefer das Ermittlungsteam gräbt, umso mehr tappt es im Dunkeln. Die Aufklärung wird auch noch zusätzlich erschwert, weil Francesco und Giulia sich ihrer Anziehung füreinander bewusst sind und ihr doch entsagen müssen. Dabei stiftet Giulias Verlobter noch mehr Unruhe. Wird es Petrus gelingen, noch vor Heiligabend Licht ins Dunkel zu bringen?

          Johanna Alba und Jan Chorin haben mit ihrem Roman „Hosianna!“ den dritten Band um Papst Petrus und seine Getreuen im Vatikan vorgelegt. Der Schreibstil ist wunderbar zu lesen, bereits mit dem spannenden Prolog findet man sich in einer mysteriösen Geschichte mitten im pulsierenden alten Rom wieder und macht sich mit Petrus und seinen Getreuen an die Aufklärung dieses verzwickten Falls. Der Humor ist einmalig, oftmals verschluckt man sich fast, so unerwartet kommt der nächste Witz um die Ecke, sei es im Dialog oder in der Handlung einzelner Personen. Als ein Beispiel mag hier ein Telefonat zwischen dem Papst und einer Polizeiwache herhalten, einfach göttlich! Die Protagonisten sind die Seele des Romans, wunderbar skizziert, lebensecht dargestellt und wirken deshalb besonders authentisch. Papst Petrus ist einer, wie man ihn sich wünscht. Er hat jede Menge trockenen Humor, genau an den richtigen Stellen platziert. Petrus hat die Gabe, hinter die Fassade der Menschen zu blicken und sie doch so zu nehmen, wie sie sind, auch wenn es seinen Alltag nicht gerade erleichtert. Immaculata, der „Hausdrachen“, ist oftmals unerträglich in ihrer Verschrobenheit, dabei ist sie eitel, eifersüchtig und hat eine spitze Zunge. Obwohl sie das genaue Gegenteil von Petrus ist, sind es gerade diese Reibungen zwischen den beiden, die dem Buch einen guten Schuss Zusatzwürze verleihen und die Lektüre umso kurzweiliger. Francesco und Giulia sind zwei Seelen, die sich zwar gefunden, doch einander nicht bekommen dürfen. Tja und Monsignore, der Kater der päpstlichen Schwestern, ist immer zur rechten Zeit am rechten Ort.

          Dem Autorenduo ist ein wunderbarer vatikanischer Krimi nach eindeutig britischem Vorbild, aber mit ganz eigenem Charme gelungen. Unblutig, doch verwirrend und spannend bis zum Finale. Das Lesen macht einfach riesig Spaß! Eine absolute Leseempfehlung, die sich beim Krimilesen wohlfühlen und das Lachen nicht verlernen möchten. Einfach herrlich!

          Dreamworx

          Beiträge 24
          21.10.2015

            Ameisen küssen doch

            Die 32-jährige Isabella Werner ist Biologieprofessorin und lebt allein in Hamburg. Sie erforscht das Leben und die Verhaltensweisen von Ameisen, da macht ihr niemand etwas vor. So bekommt sie auch eine Einladung nach Norwegen zur Endausscheidung für den „Future Award“. Dort muss sie sich nur noch gegen einen Kandidaten behaupten, um den Preis zu gewinnen. Aber dieser Kandidat ist nicht ohne. Ben Breitenbach hat gerade eine Gastprofessur in München angenommen, normalerweise untersucht er das Verhalten von Affen in der Wildnis. Ben ist ein Womanizer und kriegt jede Frau rum, auch er hat als Endkandidat eine Einladung zur Preisverleihung bekommen. Um die Konkurrenz zu kennen, stellt Ben Nachforschungen über Isabella an. Dies ist Isa dagegen völlig fremd. Sie denkt nur an ihre Ameisen, zwischenmenschliche Beziehungen machen sie eher nervös und schnell „entflammbar“. Als Ben und Isa sich durch einen Zufall auf ihrer Hinreise nach Norwegen über den Weg laufen, weiß Ben genau, wer ihm gegenüber steht, doch Isa hat keinen blassen Schimmer. Wer gewinnt nun den Preis? Und vor allem: sind Ameisen und Affen wirklich so unterschiedlich oder passen sie vielleicht doch zusammen?

            Kerstin Engel hat mit ihrem Liebesroman „Ameisen küssen nicht“ ihr Debüt vorgelegt. Der Schreibstil ist schön flüssig zu lesen und mit jeder Menge Humor und tollen Dialogen gespickt. Als Leser schließt man leicht Bekanntschaft mit Isa und Ben und kommt sich wie ein Voyeur vor, der die beiden erst einzeln und dann gemeinsam auf ihrer abenteuerlichen Reise begleitet. Die Hauptcharaktere sind sehr lebhaft und liebevoll gestaltet. Isa ist leicht chaotisch, lebt für ihre Ameisen, manchmal hat man den Eindruck, sie ist eine von ihnen. Sobald sie nervös wird, ist ein Feuer nicht weit. Diese Eigenschaft lässt diese liebenswerte Protagonistin fast verzweifeln. Ben wirkt erst wie „Ich Tarzan, Du Jane“, ein Aufreißer und Frauenheld, der auch noch stolz darauf ist. Doch Ben ist auch sympathisch, kinderlieb und ein ganzer Kerl, dem seine Affen sehr am Herzen liegen. Die Gesprächsdispute, die sich Isa und Ben liefern, sind wie Gewehrsalven, die hin und her gehen. Dabei kann man sich regelrecht ausschütten vor Lachen und stellt sich immer wieder die Frage, ob diese zwei es für längere Zeit miteinander aushalten können, ohne dass jemand verletzt wird. Und wenn es nicht noch die Meyer gäbe, dann wäre die Geschichte von Isa und Ben nur halb so lustig und spannend. Frau Meyer macht die ganze Handlung erst rund durch ihre bodenständige, leicht verrückte Art. Sie muss man einfach lieben!

            Kerstin Engel ist ein sehr unterhaltsamer und lustiger Debütroman gelungen, der schöne Lesestunden nicht nur verspricht, sondern definitiv auch hält. Eine absolute Empfehlung für alle, die komplizierte Beziehungen lieben und auch dabei lachen wollen. Tolles Lesevergnügen für einen kuscheligen Tag auf der Couch!

            Dreamworx

            Beiträge 24
            21.10.2015

              Briefe der Liebe

              Anwältin Marie steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Max, als ihre geliebte Großmutter Anneliese stirbt. Marie ist am Boden zerstört, denn mit Anneliese verband sie ein sehr inniges und enges Verhältnis, hat die Oma sie doch nach dem Tod ihrer Eltern großgezogen. Der Verlust bringt Maries Leben total durcheinander, sie beginnt an allem zu zweifeln und weiß sich keinen Rat. Als sie die Wohnung ihrer Oma auflöst, fallen ihr wunderschöne Liebesbriefe in die Hände, die mit Paul Hansen aus Amrum als Absender versehen sind. Aber Paul ist nicht der Name ihres Großvaters. Neugierig geworden beginnt Marie, die Briefe zu lesen, einen nach dem anderen, denn sie möchte mehr über ihre Großmutter erfahren und sich ihr weiterhin verbunden fühlen. Dabei kommt ihr die Idee, Paul Hansen per Brief zu kontaktieren und ihn zudem über den Tod der Oma zu informieren.
              Gleichzeitig lebt Paul Hansen junior mit seiner Tochter Leonie auf Amrum und versucht täglich aufs Neue, über den Tod seiner geliebten Frau Imken hinweg zu kommen. Er kann sich nur sehr schwer ein Leben ohne sie vorstellen und so ist jeder Tag ein Kampf des Weitermachens. Zudem kümmert er sich auch noch um seinen Vater Paul senior, der wegen seiner Demenz in einem Pflegeheim untergebracht ist. Als Paul eines Tages den Brief von Marie erhält, ist er zuerst nicht sehr erfreut, Post von einer Fremden zu erhalten, doch schnell lässt er sich hinreißen und antwortet Marie, ohne sie darüber aufzuklären, dass nicht sein Vater, sondern er den Brief beantwortet hat. Zwischen Paul und Marie entwickelt sich ein netter Briefwechsel, doch dann beschließt Marie, Paul auf Amrum zu besuchen…

              Sofie Cramer hat mit ihrem Roman “All Deine Zeilen” einen wunderschönen und berührenden Liebesroman geschrieben. Der Schreibstil ist schön flüssig zu lesen und nimmt den Leser ab der ersten Seite mit ins Geschehen hinein. Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr genau und lassen dem Leser doch genug Raum, um sich alles vorstellen zu können. Dabei möchte man am Liebsten gleich die Koffer packen und nach Amrum reisen. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Paul und Marie erzählt und immer hat man das Gefühl, man begleitet die beiden in ihrem jeweiligen Leben. Die Protagonisten sind allesamt sehr detailliert und liebevoll beschrieben. Marie ist sehr sympathisch, etwas unsicher, eher eine Zweiflerin, und von der Familie ihres Verlobten eingeschüchtert. Sie hat einen Beruf, der ihr nicht wirklich gefällt, aber um etwas zu ändern, fehlt ihr noch der Mut. Paul hat auch ein sehr einnehmendes Wesen, kümmert sich liebevoll um Tochter und Vater, dabei vernachlässigt er sich selbst ein wenig, denn auch ihn plagen Sorgen und er lässt sich nicht genug Raum, auf seine innere Stimme zu hören.

              Sofie Cramer versteht es wunderbar, das Leid, die Gedanken und Gefühle der Protagonisten in Worte zu fassen, aber auch eine sehr anrührende alte Liebesgeschichte in Briefen zu erzählen, die über Jahre hinweg bestand. Auch die begleitenden Rezepte für besonders schöne Kuchen und Gebäck finden im Anhang noch einmal als Sammlung eine gesonderte Beachtung.

              Ein wunderschöner Roman über die Liebe, den Verlust und die Gefühle der Hinterbliebenen, über eine alte Romanze und über Entscheidungen, die gefällt werden müssen. Unbedingt lesen, einfach ein Genuss!!!

              Bücherfee

              1 Beitrag
              11.04.2014

                Tod, Liebe, Lügen - alles vereint. Ein Roman für jedes Alter.

                Inhalt:
                Marie ist eine glückliche, junge Frau die in der Kanzlei ihres
                zukünftigen Schwiegervaters arbeitet. Die Hochzeit mit ihrem Verlobten
                Max steht an und kurz vorher stirbt ihre geliebte Oma Anneliese.
                Da Marie´s Mutter recht früh starb, war ihre Oma neben ihrem
                vielbeschäftigtem Vater die einzige mit der sie in der Familie noch
                regen Kontakt hatte.
                Jeden Freitag trafen sich die zwei Frauen zum Kuchen essen, denn Anneliese hat immer gern gebacken.
                Beim durchschauen von Annelieses Sachen findet sie lauter Liebesbriefe von einem Paul, doch ihr Opa hieß nicht Paul.
                Marie wird immer neugieriger und schreibt Paul einen Brief. Schon bald
                macht sie sich selbst auf um die vergangene Liebe ihrer Oma zu besuchen
                und wird bitter enttäuscht.

                Meine Meinung:
                Ich habe damals schon einmal ein Buch der Autorin gelesen "SMS für
                dich". Das Buch hatte mir ziemlich gut gefallen und als ich gesehen
                habe, dass die Autorin ein neues Buch geschrieben hat, habe ich es mir
                näher angesehen.
                Das Cover wirkt alt und man kann direkt erkennen, dass es um Briefe
                geht. Der Klappentext machte mich neugierig, denn ich wollte unbedingt
                wissen, was für ein Geheimnis Marie entdeckt.
                Neben meinem ersten Eindruck zu dem Buch, spielten auch persönliche
                Gefühle eine Rolle, denn meine Lieblingsoma ist gestorben, als ich mit
                unserer Tochter schwanger war.
                So konnte ich mit Marie leiden. Ich konnte ihre Sehnsucht nach ihrer Oma
                verstehen. Ganz oft sind es ja irgendwelche Düfte, oder Erinnerungen
                die uns fröhlich machen und gleichzeitig auch traurig, wenn uns bewusst
                wird, dass ein geliebter Mensch nie wieder persönlich bei uns sein wird.
                Marie versucht durch die Briefe die sie findet, ihrer Oma noch einmal
                nah zu sein. Sie möchte erfahren, wer der unbekannte Mann vom Foto und
                den Briefen ist.
                Nebenbei steckt sie im Hochzeitsstreß. Ihre Schwiegermutter plant ein
                großes Fest, an das sich jeder erinnern soll. Marie würde viel lieber im
                kleinen Kreis am Strand heiraten. Richtig romantisch und schlicht.
                Immer wieder wollte ich Marie gerne sagen, dass sie doch einmal mit der
                Faust auf den Tisch hauen und ihre Hochzeit so feiern soll, wie sie es
                möchte.
                Doch die Trauer ist zu groß und Marie wie betäubt. Ich kann sie
                verstehen, noch heute - nach fast zwei Jahren Trauer - geht es mir oft
                so.
                Alles scheint so unwichtig für Marie zu sein, dass sie trotzdem froh
                ist, dass ihre Schwiegermutter sich um alles kümmert. Man spürt, wie
                einsam sie sich fühlt, obwohl Max immer da ist. Niemand stand ihrer Oma
                Anneliese so nahe wie sie und niemand vermisst sie so wie sie.
                Marie ist mir also in einigen Dingen ähnlich und ich mag sie. Ebenso mag
                ich Paul, aber das werdet ihr erst so richtig verstehen, wenn ihr das
                Buch selbst lest.
                Ich mag Anneliese, weil sie anscheinend eine Oma war, wie Oma´s sein sollten.
                Sofie Cramer hat im Buch einen tollen, interessanten, gefühlvollen
                Briefwechsel eingebaut und so kamen nur ganz, ganz selten Längen auf,
                die kaum der Rede wert sind.
                Mir jedenfalls hat das Buch gefallen und ich werde mir die ganzen
                Backrezepte am Ende des Buches noch genauer anschauen und sicher das
                eine, oder andere nachbacken. Der Altländer Apfelkuchen wird wohl als
                erstes probiert.

                Fazit:
                Ein sehr gefühlvolles Buch, das weder kitschig noch schnulzig ist. Tod, Liebe, Lügen - alles vereint. Ein Roman für jedes Alter.

                ina_ri

                Beiträge 7
                20.03.2014

                  Nett ohne Überraschungen

                  Marie hat eigentlich alles: einen sicheren Jon, finanzielle Absicherung und einen Mann, den sie in wenigen Wochen heiraten möchte. Dann stirbt ihre geliebte Großmutter Anneliese, die sie nach dem Tod ihrer Mutter aufgezogen hatte. Anneliese war ihr wichtigster Halt und Stütze und ihr Tod lässt sie in ein tiefes Loch fallen. In den Sachen ihrer Oma findet sie Briefe an einen Herrn Jansen, der nicht ihr Großvater war. Marie möchte mehr über diese geheime Seite ihrer Oma erfahren und schreibt Herrn Jansen.
                  Paul Jansen lebt mit seiner Tochter auf Amrum. Seine Frau ist vor einem Jahr gestorben und er versucht sein Leben weiterzuleben. Dann erhält er einen Brief von Marie an seinen Vater gerichtet. Da sein Vater im Moment nicht so geistig fit ist und er ihn nicht noch damit belasten möchte, schreibt er im Namen seines Vaters zurück. Damit beginnt ein reger Briefwechsel zwischen den beiden. Bis irgendwann Marie nach Amrum fährt. Die Geschichte an sich ist eine typische leichte Liebesgeschichte in schöner Umgebung. Wobei parallel die Geschichte von Anneliese und Paul Jansen erzählt wird. Also eine nette Geschichte, die nicht unbedingt neu ist. Aber die ganze Zeit blieb mir Marie unsympathisch. Sie blieb ohne jeden Tiefgang. Z.B. habe ich nie verstanden warum sie heiraten will, denn tiefe Gefühle gegenüber ihres Verlobten wurden nie beschrieben. Ihr fehlte es an Selbstbewusstsein und Durchsetzungvermögen, von allen Menschen ließ sie sich lenken, sei es die Schwiegermutter oder ihr Vater. Sie wirkte oft naiv und kindisch. Ehrlich gesagt fand ich sie langweilig, deshalb fiel es mir auch schwer dem Roman weiter zu verfolgen. Die sympathischste Person war mir Anneliese. Sie hatte wenigstens Profil.
                  Dennoch insgesamt bleiben die Charaktere sehr oberflächlich. Die Geschichte ist vorhersehbar. Vor allem die Geschichte um Anneliese hält die Spannung etwas. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, nur wenn es um Marie und ihre Gefühle geht, vielleicht etwas übertrieben bei der Wortwahl, wirkt dadurch etwas zu dramatisch. Ein netter Roman für Zwischendurch, für Leser die keine großen Überraschungen mögen.