Sofie Cramer

Der Himmel kann warten

Ein Sommer für immer
Lilly würde alles geben, um noch einmal das Meer zu sehen. Beim Cellospielen eine Gänsehaut zu bekommen, beim Küssen Schmetterlinge im Bauch zu spüren: Sie will jeden Moment genießen. Denn sie weiß, wie kurz das Leben sein kann.
Len hat alles aufgegeben: seine Musik, seine Freunde und vor allem sich selbst. Seit jenem tragischen Tag vor zwei Jahren ist jeder Moment eine Qual. Denn er weiß, wie grausam das Schicksal sein kann.
Lilly und Len. Beinahe wären sich nie begegnet. Beinahe hätten sie es nicht gewagt - das Abenteuer ihres Lebens. Aber manchmal muss der Himmel einfach warten …


Autorenbild Foto von Sofie Cramer

Die  Autorin

Sofie Cramer stammt aus der Lüneburger Heide, geboren wurde sie 1974 in Soltau. Zum Studium der Germanistik und Politik ging sie zunächst nach Bonn, später nach Hannover. Nach ihrer Zeit als Hörfunk-Redakteurin machte sie sich selbständig. Sie lebt in Hamburg, am Waldrand, arbeitet als freie Drehbuchautorin und entwickelt Film- und Fernsehstoffe. Seit ihrem Überraschungserfolg «SMS für dich» hat sie bereits mehrere Romane unter Pseudonym Sofie Cramer geschrieben.

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Rezensionen

Elisa19

Beiträge 7
16.07.2017

    Ich habe bis jetzt alle Bücher von Sofie Cramer gelesen, aber dieses hat mich am meisten berührt.
    Es ist tiefgründig geschrieben und ein Buch, das einen schon sehr zum Nachdenken bringt.
    Ich habe dieses Buch trotzdem sehr genossen, auch wenn es kein Happy End hatte.

    Zartena

    1 Beitrag
    16.07.2017

      Der Schreibstil ist flüssig und die Story zieht einen gleich mit .
      Die Charakter sind liebevoll beschrieben das man sie sich richtig vorstellen kann und fiebert mit ihnen mit .

      Ein wunderschönes Buch das einen auf eine emotional geladene Reise mitnimmt .

      Auch das Cover fand ich wunderbar zum Buch gewählt

      SarahLiebtBücher

      Beiträge 32
      21.02.2017

        Lilly ist hat ihr Abitur mit Auszeichnung gemacht und doch sieht sie für ihre Zukunft schwarz. Sie ist schwer herzkrank und wird von ihren Eltern gehütet wie ein Kleinkind. Sie liebt es Cello zu spielen und hat sich heimlich für ein Vorspielen in Wien beworben, wohl wissend, dass sie, sollte sie eingeladen werden, dort eh nie anreisen würde.
        Ihre beste und einzige Freundin Natascha hat einen Freund und einen Studienplatz in Freiburg in Psychologie bekommen, kann sich aber nicht überwinden davon Lilly zu erzählen. Als Lilly das erfährt, wird ihr Leben noch düsterer. Sie fühlt sich verlassen. Im Internet meldet sie sich auf der Seite "last exit" an. Da findet sie Gleichgesinnte, lebensmüde oder andere Kranke mit denen sie sich austauschen könnte. Einem User der sich "alleszerstörer94" nennt, schreibt sie eine kurze Nachricht. 'Alleszerstörer94'
        heißt Len und ist Tischlerlehrling, weil er es zu Hause nicht aushält wohnt er in einem Zimmer in der Werkstatt seines Ausbilders, seinem Chef der ihm wohlgesonnen ist und mit dem er sich gut versteht. Len macht sich selbst für den Tod seines jüngeren Bruders vor zwei Jahren verantwortlich und hat sich auf dieser Seite angemeldet, weil er von einer Todessehnsucht, getrieben ist.
        Lilly und Len verbindet die Liebe zur Musik, sie schreiben sich kurze Nachrichten, später sogar SMS, und verstehen sich.
        So unterschiedlich sie auch sind, ergänzen sie sich dennoch. Lilly geht es gesundheitlich sehr schlecht, sie leidet unter Kurzatmigkeit und ihr krankes Herz hat die Regie längst übernommen. Aber sie will leben!

        Len ist suizidgefährdet, seit sein kleiner Bruder vor 2 Jahren ums Leben kam. In seinem Elternhaus ist er nur noch ab und zu, wenn es sich nicht vermeiden lässt, denn er denkt, seinen Eltern wäre es lieber, wenn er gestorben wäre.
        Im "Forum für Gestörte", wie Len 'last exit' nennt tasten sich die beiden aneinander an, berichten sich von ihren Ängsten und Sorgen, wobei Lilly das Ausmaß ihrer Krankheit verheimlicht.
        Die kleinsten Anforderungen des Alltags fallen ihr schwer. Ihr Traum wäre Sie ein Musikstudium am Konservatorium in Wien. Dafür würde sie alles geben. Als sie sich dort heimlich bewirbt, erhält sie eine Einladung zum Vorspielen. Doch Lilly kann nicht länger auf ein Spenderherz warten und braucht nun dringend ein Kunstherz und das macht eine Reise unmöglich.
        Len fasst einen Entschluss und übernimmt die Verantwortung. Dadurch wird Lilly bewusst wie kostbar und wertvoll das Leben ist und Len schenkt sich selbst die Möglichkeit sich seinen Ängsten zu stellen. Wie die Geschichte weiter geht? Lesen sie selbst. Es lohnt sich.
        Der Schreibstil ist flüssig und die Kapitel sind betitelt nach Lilly und Len. Die Geschichte ist sehr emotionsgeladen und entführte mich aus dem Alltag, daher vergebe ich 5 Sterne.

        Lesegenuss

        Beiträge 17
        25.01.2016

          Außergewöhnlich, speziell, gefühlvoll wie auch berührende Geschichte über das Leben und die Liebe

          Achtung - kleine Zitat-Spoiler im Text

          Ich muss mal meinen Leseeindruck zum Buch "Der Himmel kann warten" von Sofie Cramer etwas anders anfangen. Natürlich ist jedes Buch anders, aber bei diesem hier, da ging mir die Geschichte wirklich unter die Haut. Die beeindruckende und einfühlsame Art, wie die Story um Lilly und Len erzählt wird, hat mich emotional bewegt.

          Die junge Lilly würde gern so normal leben wie andere Menschen auch. Doch eine Diagnose in jungen Jahren hat ihr Leben verändert. Doch nicht nur das ihrige, sondern auch das der Familie. Ab und an darf sie zwar mit ihrer besten Freundin etwas allein unternehmen, aber ansonsten wachen alle mit Argusaugen über sie. Als Lilly erfährt, dass Natascha die Stadt verläßt, da sie einen Studienplatz in Freiburg erhalten hat, ist sie wütend, enttäuscht …
          Zitat S. 33 "Ihr Herz stach in der Brust. Ihr verdammtes kranken Schei...-Herz."

          Len macht derzeit eine Tischler-Ausbildung bei Manni am Rande der Stadt Köln. Die Eltern fanden das so gar nicht passend, vor allem weil Len vorm Abitur die Schule geschmissen hatte. Bei Manni hat Len einen Raum für sich, wo er wohnen kann. Doch an diesem ganz speziellen Tag, ein Sonntag, kann Len nicht anders, er muss nach Hause. Nicht nur zum Mittagessen, nein es ist dieser verdammte Tag. Für Len ist es die Hölle, den genau vor zwei Jahren hatte sich auch sein Leben verändert.
          Zitat S. 35 "Len hätte alles dafür gegeben, dass es anders war. Aber er konnte die Zeit nicht zurückdrehen."

          Lilly und Len erzählen ihre Geschichte jeweils in wechselnder Pespektive.

          Und dann kommt der Augenblick, dass sie sich kennenlernen. Hoffen, dass ihre gemeinsame Zeit eine Zukunft hat. Aber der Schatten von Lillys Krankheit schwebt über ihnen. Man fühlt sich mitten in die Geschichte hineinversetzt, denn die Autorin hat es wunderbar verstanden, den Leser damit vollkommen in den Bann zu ziehen. Durch ihre Art des Schreibens kann man sich in die Situation von Lilly und Len hineinversetzen. Neben sehr ergreifenden Momenten gibt es wiederum Stellen, die mich zum Schmunzeln brachten.

          Ich habe beide Protagonisten auf ihrem Weg begleitet, wenngleich - so viel kann ich aus der Handlung schon verraten - es kein Happy-End gibt. Wie gesagt, dieses Buch ging mir wirklich unter die Haut. Es hat mich ebenfalls zum Nachdenken gebracht - über das Leben und den Tod, die Liebe und Hoffnung, und die Zeit unseres Daseins hier auf der Erde.

          Auszug aus einem Gespräch von Mannis Freundin Nele mit Len:
          "Ich habe mal gelesen", begann sie, "die meisten Menschen bereuen auf ihrem Sterbebett nicht die Dinge, die sie getan haben, sondern die, die sie nicht getan haben."
          (S.184)

          angelika_oberleitner

          Beiträge 3
          18.01.2016

            Eine schicksalhafte Begenung

            Zwei junge Menschen, zwei Leben wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine zufällige Begegnung, die alles verändert.
            Lilly hängt an ihrem Leben, doch Lilly weiß, dass es ganz schnell und plötzlich vorbei sein kann. Lilly möchte noch so vieles Erleben, sie hat noch so viele Träume zu verwirklichen, doch sie weiß nicht, wie viel Zeit ihr noch bleibt und ob sie ihre Träume jemals verwirklichen kann. Len ist das genau Gegenteil von Lilly. Er ist gesund und ihm steht die ganze Welt offen. Doch Len will alles hinwerfen. Sein Leben ist ihm nicht mehr wichtig, seit einem schrecklichen Unfall zwei Jahre früher. Mit seinen Eltern versteht er sich nicht, seine Band existiert nicht mehr, nur seine Musik hält ihn noch aufrecht. Durch Zufall lernt er Lilly kennen und durch sie erfährt er wieder, dass es sich lohnt zu kämpfen, egal welches Schicksal das Leben für einen parat hält ….
            Eine Geschichte voller Lebensfreude, Dramatik und Schicksal. So wie das echte Leben. Man hat nicht immer nur schöne Seiten, sondern muss auch dunkle Stunden bewältigen. Lilly hilft Len aus diesen dunklen Stunden, und zeigt ihm wie schön, dass Leben sein kann und dass es Wert ist, jede Minute darum zu kämpfen.
            Gut durchdachte Charaktere von jugendlich bis hin zu älteren Semestern und eine ganz besondere Geschichte machen diesen Jugendroman nicht nur für junge Leser interessant. Sofie Cramer versteht es auf ganz besondere Weise ihre jugendlichen Helden lebendig zu werden . Ein Buch ohne Happy End, traurig und so lebensnah.