Susanne Bohne

Das schräge Haus

Wäre Ella ein Haus, dann eins mit schrägem Giebel.
Findet zumindest Mina, in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt Ella aufwächst. Dort, wo die Sommer golden sind und Glühwürmchen Wünsche erfüllen, oder manchmal auch nicht. Schön und wundersam ist es hier – bis zu jenem Sonntag im Juni, nach dem nichts mehr sein wird, wie zuvor …
26 Jahre später sind die Sommer nur noch heiß, die Glühwürmchen verschwunden und Ellas Haus schiefer denn je. Aber damit ist sie nicht allein, denn in ihrer psychologischen Praxis geben sich Menschen die Klinke in die Hand, die alle mit ihren eigenen Schrägheiten zu kämpfen haben. Auch Herr Oebing, der gern Krümelmonster-T-Shirts trägt und seine Frau Traurigkeit pflegt.
Ein Roman voller liebenswert verschrobener Figuren, der zeigt: Egal wie schräg – irgendwie wird es schon gehen, im Leben. Das tut es immer. Und manchmal wird es sogar richtig schön.


Autorenbild Foto von Susanne Bohne

Der  Autor

Susanne Bohne, selbst ein Ruhrpott-Kind, studierte Germanistik und arbeitete als Designerin, bevor sie - inspiriert von ihrer Tochter - anfing, Kinderbücher zu schreiben und zu illustrieren. Sie findet, dass Humor eine gute Überlebensstrategie ist und dass die kleinen Dinge des Lebens oft größer sind, als sie scheinen. Davon erzählt auch ihr Roman „Das schräge Haus“.

 


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Rezensionen

Sabienchen65

Beiträge 33
05.06.2020

    Meine Meinung:
    Dieses Buch bereitet dem Leser einige humorvolle, stets amüsante und dennoch nachdenkliche Lesestunden, die wirklich sehr viel Spaß machen, auch der flüssige und dennoch recht triviale Schreibstil passte sehr gut zur Geschichte und ließ sich locker und sehr flüssig lesen.

    Fazit :
    Dies ist eine nette kurzweilige und amüsante Geschichte für zwischendurch, die im Rahmen des Genres durchweg mehr als überzeugen konnte, da sie auch sehr viele tiefgreifende Szenen beinhaltet!
    Für mich 4 Sterne, für ein sehr gelungenes Buch.

    Hyperventilea

    Beiträge 7
    30.04.2020

      Herausfordernder, unkonventioneller Wohlfühlroman mit Tiefsinn

      Das schräge Haus“ wohnt tief drinnen in ihrer Enkelin Ella, findet zumindest Mina, die die Häuser der Menschen genau erkennt, wenn sie lange genug in eine Person hineingesehen hat. Schrägheiten sind Ella daher bestens vertraut. Einen besonders schrägen Tag erlebt sie in ihrer Kindheit am 22. Juni 1986, als in der Schrebergartenkolonie ein Fest gefeiert wird. Der Tag endet mehr als tragisch und verfolgt Ella bis ins Erwachsenenalter. Viel später, mit 34 Jahren, arbeitet sie als Psychotherapeutin und die Auseinandersetzung mit schrägen Menschen wie ihrem Patienten Herrn Oebing, der immer wieder von Frau Traurigkeit heimgesucht wird, ist ihr täglich Brot. Ganz langsam wagt sich Ella aus ihrem schrägen Haus heraus und merkt dabei, dass es sich lohnt, sich dem Leben mitsamt seinen Herausforderungen zu stellen und sich auf Beziehungen zu anderen Menschen einzulassen.



      Susanne Bohnes Roman ist besonders, das ist schon seinem Cover in ungewöhnlicher Streifbroschur anzusehen. Der erste Teil, in dem es um den 22.Juni 1986 geht, war für mich sehr anstrengend zu lesen. Der Sprachstil, voller schräger Bilder und Sätze war derart verworren, dass ich Mühe hatte, dem Inhalt zu folgen. Manche Sätze musste ich mehrmals lesen, um sie zu verstehen. Ich war versucht, den Roman in die Ecke zu pfeffern und aufzugeben. Doch ich hielt durch und es zahlte sich aus, ab dem zweiten Teil hatte ich mich an den Schreibstil gewöhnt und erkannte dabei, dass gerade das Spiel mit der Sprache eine Besonderheit des Romans darstellt. Die Sprache dieses Romans ist hier nicht nur Mittel zum Zweck, nicht reines Instrument, sondern ein ganz entscheidender Teil der Komposition. Jedem Satz ist die Freude und Leidenschaft, die die Autorin am Schreiben hat, deutlich anzumerken.

      Nicht nur der Schreibstil der Autorin ist ungewöhnlich, ihre Figuren sind es auch. Allen voran Ella, die sich nach einem dramatischen Erlebnis in der Kindheit nicht mehr fängt und sich aus Angst vor Verlust nicht aus ihrem Schneckenhaus traut, ihr Patient Herr Oebing, der besessen von To- Do- Listen ist und eine intensive Beziehung zu Frau Traurigkeit pflegt, Ellas Freundin Yvonne, die Worte ausatmet und ihr großes Herz am rechten Fleck hat und natürlich die unkonventionelle Mina, die Ella wie niemand sonst versteht und die ihr alles bedeutet.

      Es passiert nicht viel in der Geschichte, zumindest äußerlich nicht. Viel mehr passiert aber in den Figuren, am meisten in Ella. Sie lernt im Laufe des Romans einiges über Ängste, die es zu überwinden gilt, Schuld, Selbstvertrauen und natürlich über Schrägheiten. Manche Dinge sind von Anfang an verloren, manche Dinge gehen verloren, aber nicht alles geht verloren. Und wer etwas wagt, kann auch etwas gewinnen.



      Der Roman ist nicht perfekt. Für mich kam das Ende zu glatt und zu übereilt daher. Stellenweise ging es mir wahrlich zu schräg zu, mit einigen Sprachbildern konnte ich wenig anfangen und manches Verhalten der skurrilen Figuren war für mich nicht nachvollziehbar. Nein, kein perfekter Roman, aber perfekt abgestimmt: Alles in allem passen nämlichen die schrägen Formulierungen, die schrägen Figuren, das schräge Verhalten ideal zusammen, es ergibt eine schräge, aber sehr stimmige Geschichte. Ein unkonventioneller Wohlfühlroman mit Tiefsinn. Es lohnt sich nach dem ersten anstrengenden Teil dranzubleiben, denn man bekommt danach ganz viel geboten: Eine Schatzkiste voller Sprachperlen und kostbarer kleiner Weisheiten, manche glänzen ganz intensiv, andere nur ein kleines bisschen.

      Langeweile

      Beiträge 33
      07.04.2020

        Inhalt übernommen:

        Inhalt übernommen:

        Wäre Ella ein Haus, dann eins mit schrägem Giebel.
        Findet zumindest Mina, in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt Ella aufwächst. Dort, wo die Sommer golden sind und Glühwürmchen Wünsche erfüllen, oder manchmal auch nicht. Schön und wundersam ist es hier – bis zu jenem Sonntag im Juni, nach dem nichts mehr sein wird, wie zuvor …

        26 Jahre später sind die Sommer nur noch heiß, die Glühwürmchen verschwunden und Ellas Haus schiefer denn je. Aber damit ist sie nicht allein, denn in ihrer psychologischen Praxis geben sich Menschen die Klinke in die Hand, die alle mit ihren eigenen Schrägheiten zu kämpfen haben. Auch Herr Oebing, der gern Krümelmonster-T-Shirts trägt und seine Frau Traurigkeit pflegt.

        Ein Roman voller liebenswert verschrobener Figuren, der zeigt: Egal wie schräg – irgendwie wird es schon gehen, im Leben. Das tut es immer. Und manchmal wird es sogar richtig schön.

        Meine Meinung:

        Das Buch ist in zwei Teile gegliedert und beginnt in der Kindheit von Ella, die unbeschwert hauptsächlich im Schrebergarten ihrer Oma aufwächst. Sie ist ein etwas anderes Kind, sieht die Welt zusammen mit ihrer Freundin mit anderen Augen. In ihrem Umfeld gibt es einige, etwas verschrobene Typen, die jedoch auf ihre Art liebenswert sind.
        Dann gibt es einen Cut und man erlebt die Protagonistin 26 Jahre später. Sie betreibt eine psychologische Praxis und hat mit sehr skurrilen Typen zu tun. Auch sie selbst ist ihrer Linie treu geblieben und hebt sich immer noch auf angenehme Weise vom Rest der Gesellschaft ab.
        Obwohl das Buch angenehm zu lesen war, konnte ich mich nicht so richtig mit ihm anfreunden. Es gab zu viele Szenen, die mich etwas befremdet haben. Von daher leider von mir nur drei Sterne.

        C. Sch.

        Beiträge 45
        04.02.2020

          INHALT:
          Wenn Ella, die Enkeltochter von Mina, ein Haus wäre, dann eins mit schräges Giebeln. Das findet zumindest Mina. Ella wächst im Schrebergarten ihrer Oma auf und findet es einfach nur schön und auch ein wenig seltsam. Bis zu jenem Sonntag im Juni- ab da ist nichts mehr so wie vorher. Sechsundzwanzig Jahre später sind die Menschen für Ella immer noch seltsam, nur die Glühwürmchen aus dem Garten sind nicht mehr da. In ihrer psychologische Praxis finden sich viele Menschen mit eigenartigen Schrägheiten. Dieser Roman handelt von vielen schrägen Figuren und zeigt auch, dass es trotz Schrägheit auch schön werden kann.
          MEINE MEINUNG:
          Das Buch besticht als Erstes durch die wunderschöne Aufmachung. Der sehr harte und dicke Einband macht es zu etwas besondere und es liegt auch beim Lesen wunderbar in der Hand. Dann habe ich angefangen zu lesen und musste mich doch etwas an den Schreibstil gewöhnen. Nach einigen Seiten aber hatte mich der fast schon poetische und einfühlsame Schreibstil dann aber überzeugen können. Die kleine Ella ist ein sehr liebenswürdiger und kindlich naiver Charakter und die Autorin lässt uns wunderbar durch die Augen von Ella deren Welt sehen. Susanne Bohne stellt Vergleiche an, die sehr amüsieren und doch sehr an die eigene Kindheit erinnern. Mit viel Witz und Charme lässt sie uns am Leben von Ella teilhaben. Dann folgt der Sprung und nun haben wir die erwachsene, die vierunddreissigjährige Ella vor uns. Und mit ihr zeigt uns die Autorin auch viele schräge und besondere Charaktere und besticht mit der einzigartigen Erzählweise und bringt uns die Personen dadurch nahe. In diesem Buch kommen sehr wenig Dialoge vor. Erst war ich verwundert, doch je weiter ich gelesen habe, umso besser gefiel es mir. Ich finde dadurch kommt man sehr gut an die Gedanken und Gefühle der Charaktere heran und man kann in die Tiefe blicken.
          Und genau dadurch ist dieses Buch auch sehr besonders.
          FAZIT:
          Etwas schräg, sehr individuell und sehr besondere und außergewöhnliche Charaktere.

          Paulaaa

          Beiträge 50
          04.02.2020

            Eine wunderschöne Geschichte, die mich sehr berührt hat. So viele unterschiedliche und "schräge" Charaktere, die aber alle total herzlich sind und dem Leser ans Herz wachsen. einfach schön. Viele Gefühle, die mir ein paar sehr schöne Lesestunden beschert haben.

            nellsche

            Beiträge 13
            03.02.2020

              "Ein wundervoller Roman"

              Ella wuchs im Schrebergarten ihrer Oma Mina auf. Mina sagte immer, wenn Ella ein Haus wäre, dann eines mit schrägem Giebel. Und seit Ella als Kind den Bergmann Manfred tot aufgefunden hat, ist wirklich etwas verdreht bei ihr. Inzwischen ist Ella erwachsen und als Psychologin tätig. Dort begegnen ihr die verschiedensten Menschen.

              Auf dieses Buch war ich super gespannt, weil mich das Cover und die Beschreibung sehr angesprochen haben. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn das Buch hat mich wirklich total begeistert und verzaubert.
              Bereits der liebevolle Einband hat es mir angetan, denn das Buch besitzt einen hochwertigen Festeinband, wodurch es eine Freude war, es in der Hand zu halten.
              Der Schreibstil ließ sich hervorragend lesen und ich war sofort in der Geschichte gefangen. Die Beschreibungen waren unglaublich bildhaft und lebendig, so dass ich die ganze Geschichte richtig miterleben konnte.
              Die Charaktere hat die Autorin sehr authentisch und besonders gezeichnet. Sie besaßen Individualitäten und Tiefe. Besonders Ella und Mina sowie Herr Oebing sind mir ganz schnell ans Herz gewachsen und ich habe sie total liebgewonnen. Es war eine Freude, von ihnen zu lesen und sie zu begleiten.
              Der Aufbau des Buches war sehr gelungen. Als Leser erfährt man zu Beginn von Ellas Kindheit und wie sie im Schrebergarten aufwuchs. Danach lernt man sie als Erwachsene und Therapeutin kennen. Durch diese beiden Zeiten bekam ich tolle und vertiefte Einblicke in Ella und konnte sie bestens verstehen und mit ihr mitfühlen. Ihre Schrägheit fand ich sehr ehrlich beschrieben und es machte sie besonders, aber einfach auch ein Stück weit normal. Damit war sie auch nicht alleine, denn ihre Patienten waren ebenfalls ziemlich schräg, wie zum Beispiel der Herr Oebing.

              Ein wundervoller Roman, der mir richtig gut gefiel und mir zauberhafte Lesestunden geschenkt hat. ich vergebe 5 von 5 Sternen.

              milkysilvermoon

              Beiträge 26
              eine Antwort 29.01.2020

                Beruflich läuft es für Ella rund: Im Ruhrgebiet hat die psychologische Psychotherapeutin eine eigene Praxis. Doch privat ist die 34-Jährige nicht glücklich. Sie ist Single und kinderlos und hat neben ihrer besten Freundin Yvonne und ihrer Großmutter Mina kaum soziale Kontakte. Außerdem leidet Ella noch immer darunter, was an jenem Sonntag im Juni 1986 in Minas Schrebergarten passiert ist. Nicht nur ihre Patienten haben so ihre Probleme. Auch Ella selbst fühlt sich recht schräg, genauer gesagt wie ein Haus mit krummem Giebel oder ein Rosenbusch, der sich nicht von der Stelle bewegen kann. Wird es ihr gelingen, ihre Welt ein wenig geradezurücken?

                „Das schräge Haus“ ist ein Roman von Susanne Bohne.

                Meine Meinung:
                Der Roman besteht aus zwei Teilen. Die ersten sechs Kapitel spielen allesamt am Sonntag, 22. Juni 1986, in der Schrebergarten-Siedlung im Richterbusch. Die übrigen der insgesamt 37 Kapitel mit einer angenehmen Länge sind 26 Jahre später, also im Jahr 2012, angesiedelt. Der Roman endet mit einem kurzen Epilog, der wiederum elf Monate später spielt. Erzählt wird vorwiegend in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Ella, wobei dies nicht konsequent durchgehalten wird, da die Protagonistin auf märchenhafte Weise auch Einsichten in die Gedanken und Gefühle von anderen zu haben scheint. Zudem gibt es mehrere Kapitel, in denen die Perspektive zu weiteren Personen wechselt.

                Sehr gut gefallen hat mir der Schreibstil. Er ist warmherzig, lebhaft, anschaulich und bisweilen sogar poetisch. Obwohl das Erzähltempo meist recht langsam ist und die Geschichte erst nach längerem Anlauf Fahrt aufnimmt, kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Kreative Wortneuschöpfungen wie „Zeitpudding“ und „Seelenhaus“, treffende Metaphern und Vergleiche, gelungene Beschreibungen und eine dichte Atmosphäre zeugen vom Talent der Autorin, mit Sprache umzugehen. Zwar gibt es einige Wiederholungen, was die Formulierungen angeht, aber daran habe ich mich nicht gestört.

                Mit Ella steht eine sympathische Protagonistin mit gutem Herz im Vordergrund, die ihren Hang zum Träumen nicht verlernt hat und die Intention verfolgt, ihren Mitmenschen zu helfen. Ihre Gedanken und Gefühle werden sehr gut deutlich. Sie wird zwar mit liebevollem Blick beschrieben, allerdings auch recht kindlich, realitätsfern und naiv dargestellt. Ihr Verhalten konnte ich nicht immer nachvollziehen. Auch viele der anderen Personen, und dabei nicht nur ihre Patienten, wirken etwas verschroben oder zumindest speziell, was jedoch einen Reiz der Geschichte ausmacht.

                Besonderes Interesse hat der Roman bei mir deshalb geweckt, weil es nicht nur um eine Liebesgeschichte geht, sondern auch um Ellas psychotherapeutische Arbeit und die Patienten in ihrer Praxis. Leider vermittelt die Geschichte kein authentisches Bild einer Therapeutin und wirft ein eher schlechtes Licht auf diesen Bereich. Zum einen spricht Ellas mangelndes Selbstbewusstsein und ihre fehlende Verarbeitung eigener Traumata nicht dafür, dass sie selbst die im Studium und in der Ausbildung gelernten Techniken bei sich anwenden kann. Zum anderen verhält sie sich im Umgang mit vor allem einem Patienten zum Teil erschreckend verantwortungslos. Zeitweise wird der Roman auch der Ernsthaftigkeit psychischer Krankheiten nicht ganz gerecht, etwa dann, wenn eine Depression mit suizidaler Tendenz als „Frau Traurigkeit“ verniedlicht wird. Mir ist durchaus bewusst, dass der Wohlfühlroman nicht wortwörtlich genommen werden darf und einen hoffnungsvollen Blick auf das Leben mit seinen wundervollen Momenten bieten möchte. Bei diesem heiklen Thema fehlt es mir allerdings ein wenig an Sensibilität. Positiv anzumerken ist dagegen, dass der Roman viel Tiefgang besitzt und die lobenswerte Botschaft vermittelt, dass es durchaus okay ist, wenn man nicht perfekt ist, sondern Ecken und Kanten hat.

                Die reduzierte Gestaltung mit der Schildkröte passt gut zum Inhalt. Schön, dass sich auch im Inneren hübsche, kleine Illustrationen finden. Der Titel ist ebenfalls treffend gewählt.

                Mein Fazit:
                Mit „Das schräge Haus“ stellt Susanne Bohne ihr Talent zum Schreiben eindrucksvoll unter Beweis. Der etwas andere Liebesroman, der märchenhaft anmutet, hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert. Allerdings sind die Darstellungen von Psychotherapie und psychischen Krankheiten stellenweise problematisch.

                • Paulaaa

                  Beiträge: 50
                  04.02.2020

                  Du sprichst mir mit deiner Rezi aus der Seele! Ich fand das Buch auch klasse.

                Sandraliest

                Beiträge 35
                26.01.2020

                  Das Buch kommt wie ich finde mit einen wunderschönen Cover daher. Ich als Schildkrötenliebhaber und Fan von harmonischen und relativ einfachen Covern wurde direkt abgeholt. Auch finde ich gut, dass es sich um ein stabiles Buch handelt, was ich praktisch finde, da ich gerne lese, wenn ich unterwegs bin und die Bücher dadurch eine menge mitmachen müssen.
                  Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und eine bestimmte Vorstellung geweckt, allerdings war die Geschichte anders als erwartet. Im ersten Teil begleiten wir Ella durch ihre Kindheit im Schrebergarten. Diesen Teil fand ich ehrlich gesagt ziemlich anstrengend zu lesen, ich habe ehrlich gesagt darüber nachgedacht das Buch an dieser Stelle abzubrechen.
                  Der Schreibstil / die Wortwahl lässt sich durchaus als originell bezeichnen, ich kam, allerdings an vielen Stellen nicht so wirklich mit ihr klar, weil es mir doch zu "drüber" und für mich nicht so wirklich nachvollziehbar war.
                  Der zweite Teil, allerdings hat mir ziemlich gut gefallen.
                  Die Hauptprotagonistin ist genauso wie die Nebencharaktere super ausgearbeitet. Die einzelnen Schicksale ebenfalls.
                  Die Autorin vermittelt eine gute Message die den Lesern im Kopf bleibt und auch zum nachdenken anregt.
                  Mir gefällt auch die Symbolik mit den schrägen Haus sehr gut.

                  Fazit: An sich ein gutes Buch, erst in der Mitte nimmt die Geschichte an fahrt auf und zeigt ihr volles Potenzial.

                  dreamlady66

                  Beiträge 8
                  25.01.2020

                    Ein liebenswerter Roman mit schrägen Figuren

                    (Inhalt, übernommen)
                    Wäre Ella ein Haus, dann eins mit schrägem Giebel – hat zumindest Mina immer gesagt, in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt Ella aufgewachsen ist. Und sie lag richtig: Seit Ella als Kind den Bergmann Manfred tot im Liegestuhl gefunden hat, ist etwas in ihr verdreht. Nun ist Ella erwachsen und Psychologin. Aber, da man sich selbst nicht therapieren kann, immer noch ziemlich schräg. Und ziemlich einsam.
                    Herr Oebing leidet an einer Depression und trägt gern Krümelmonster-T-Shirts, wenn er zu Ella in die Praxis kommt. Er ist mindestens so schräg wie Ella und vielleicht deshalb gerade richtig für sie …

                    Zur Autorin:
                    Susanne Bohne, selbst ein Ruhrpott-Kind, studierte Germanistik und arbeitete als Designerin, bevor sie - inspiriert von ihrer Tochter - anfing, Kinderbücher zu schreiben und zu illustrieren. Sie findet, dass Humor eine gute Überlebensstrategie ist und dass die kleinen Dinge des Lebens oft größer sind, als sie scheinen. Davon erzählt auch ihr Roman „Das schräge Haus“.

                    Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit:
                    Danke an die Autorin bzw. den rororo-Verlag für Eure Zusage und schnelle Belieferung, ich freute mich - ein Buch im "etwas anderen Gewand".

                    Ella, achtjährig, verbringt ihre Kindheit bei Oma Mina im Schrebergarten, den sie schön und bezaubernd findet. Im Sommer gab es Glühwürmchen, die sollen ja sogar Wünsche erfüllen und eine herrliche Blütenfülle mit liebenswerten Nachbarn, etwas eigenartige Menschen, die im Garten ihre Ruhe und Erholung wünschten.
                    Bis zu einem Sonntag im Juni, der alles veränderte...

                    Elle ist für ihr Alter die Ausnahme, sie ist liebenswert, aber etwas verschroben. Ihre Vergleiche und Beobachtungen aus dem täglichen Leben sind so interessant, dass dem Leser oft einen Lacher abvrlangt und er neugierig auf die alltäglichen Abenteuer wartet.
                    Zum Beispiel hat sie bei traurigen Erlebnissen eine Art, diese weniger traurig erscheinen zu lassen...
                    Dann, 26 Jahre später, hat Ella als Psychologin eine eigene Praxis. Ihr Ziel ist es, Menschen zu helfen, die wie sie, nicht so ohne Weiteres im Leben zurechtkommen. Dabei lernt der Leser die Liebenswürdigkeit und Geduld Ellas kennen...

                    Dieses besondere Buchabenteuer mit Ella ist wirklich etwas Besonderes.
                    Ich empfehle es gerne weiter, da es viel Neues, Interessantes, Trauriges aber auch Schönes aus Ellas Welt vermittelt, so dass ich hierfür gerne 5* vergebe!

                    Hermione

                    Beiträge 22
                    20.01.2020

                      Bezaubernder Roman mit liebenswert schrägen Figuren:
                      Ella verbringt ihre Zeit als Kind am liebsten bei ihrer Oma Mina in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt, wo sie in einer phantastischen schrägen Welt aufwächst.
                      26 Jahre später arbeitet sie als Therapeutin und nicht nur Ella ist schräg, sondern auch ihre Patienten, die sich in ihrer Praxis die Klinke in die Hand gibt.

                      Meine Meinung:
                      Der Roman ist einfach wunderbar geschrieben. Die Erzählweise nicht nur flüssig und gut zu lesen, sondern ganz bezaubernd und zum Teil fast märchenhaft.
                      Von Anfang an hat mich der Roman an die zauberhaften Romane von Judith Pinnow erinnert, die ich sehr mag.
                      Ella und ihre Welt bei Mina werden total warmherzig beschrieben, so dass ich mich beim Lesen sehr wohlgefühlt habe.

                      Besonders gefallen hat mir Ella, die eine ganz besonders liebenswerte, aber eben auch schräge Person ist. Wo sie sich zum Teil selbst im Wege steht, ist Mina für sie da oder auch ihre tolle zupackende Freundin Yvonne. Und es ist schön zu sehen, wie sich Ella im Laufe des Romans weiter entwickelt.
                      Das Buch ist auch eine ganz spezielle Liebesgeschichte, die mich emotional sehr berührt hat. Nach einigen Umwegen findet Ella doch den für sie passenden – ebenfalls etwas schrägen – Partner, auch wenn sie es für sich erst nicht wahr haben will.

                      Darüber hinaus kommt am Rande auch der ganz besondere Ruhrgebiets-Charme rüber, über den ich an vielen Stellen immer wieder schmunzeln musste. Die Leute im Roman sind teilweise herrlich direkt und nehmen kein Blatt vor den Mund – typisch Ruhrgebiet eben!

                      Fazit:
                      Diesen ganz zauberhafte Roman kann ich allen sehr ans Herz legen, die besondere Liebesgeschichten und herrlich schräge Protagonisten mögen. Wer die Romane von Judith Pinnow mag, wird auch dieses Buch lieben!

                      karlssonvomdach

                      Beiträge 13
                      08.01.2020

                        Es lohnt sich wirklich, auch einmal jenseits der „angesagten“ Bücher namhafter Autoren zu stöbern. Bewiesen wird das durch den vorliegenden Roman.

                        Schon äußerlich ist er ungewöhnlich. Denn für die Einbindung wurde ein Steifbroschur verwendet, wie ich es bei Taschenbüchern noch nie vorgefunden habe.

                        Inhaltlich besticht die Geschichte dadurch, dass sie sich wie ein Märchen liest. Die Haupt-Märchenfigur ist die Protagonistin Ella. Ihre geliebte Oma Mina sorgt dafür, dass Ella eine schöne Kindheit hat, wenngleich das angesichts der Ablehnung durch ihre Mutter gar nicht so selbstverständlich ist. Im Alter von acht Jahren hat Ella ein einschneidendes Erlebnis, in dessen Folge sie sich bis ins Erwachsenenalter (wobei sie selbst eigentlich eher Kind geblieben ist) mit Schuldgefühlen quält und das sie den Beruf der Psychologin wählen lässt. Wenn sie auch ihre eigene Schrägheit nicht beseitigen kann, so will sie doch wenigstens ihren Patienten eine Hilfe sein, von denen es zahlreiche urige Typen gibt. Einer davon ist der depressive, suizidgefährdete Herr Oebing. Auf einer Hochzeitsfeier kommen die beiden einander privat nahe. Doch darf Ella angesichts ihres Berufscodexes eine Liebesbeziehung zu einem Patienten führen? Sie wünscht sich doch so sehr einen Partner … Passend zu dieser wirklich wundersamen Geschichte ist der märchenähnliche Schreibstil gewählt. Oft ist von Märchenfiguren die Rede, es werden die für Märchen typischen Wortfloskeln benutzt, die Wortwahl und Aneinanderreihung von Sätzen sind bildhaft und einfach unbeschreiblich besonders. Eingestreut sind schöne Lebensweisheiten. Dabei wird überhaupt nicht kaschiert, dass es Menschen mit durchaus gravierenden psychischen Problemen gibt, zu denen auch Ella zählt. Doch wie behutsam und geschickt damit in der Geschichte umgegangen wird, ist einfach nur lobenswert. Toll ist vor allem, dass sich Ella ihr Kind sein bewahrt hat.

                        Dieses von Herzen geschriebene Buch kann ich nur empfehlen.

                        misery3103

                        Beiträge 30
                        06.01.2020

                          Ich hab ein Haus

                          Ella verbringt fast ihre gesamte Kindheit im Schrebergarten ihrer Oma Mina, wo es schön ist und wundersam. Ella ist ein bisschen schräg, doch ihre Oma und ihre beste Freundin Yvonne nehmen sie so, wie sie halt ist. Nun ist Ella 34 und Psychologin mit eigener Praxis, in der sie ihrerseits etwas schräge Patienten behandelt und mit ihrem kleinen, etwas schrägen Leben zufrieden ist. Bis zur Hochzeit ihrer Freundin Yvonne, wo sich Ellas Leben von Grund auf ändert. Wird Ella mit den Veränderungen klar kommen?

                          Wow. Ich habe schon lange keinen so liebenswerten Charakter in einem Buch gefunden wie jetzt Ella. Ella ist verschroben und liebenswert. Ihre Beobachtungen und Vergleiche im täglichen Leben sind so erfrischend, das man ständig mit einem Lächeln im Gesicht auf die neuen alltäglichen Abenteuer wartet, die sie erlebt. Natürlich erlebt sie auch Trauriges, aber sie reagiert mit ihrer Ella-Art darauf, was die traurigen Sachen gleich weniger traurig erscheinen lässt.

                          Und gleichzeitig passiert das Leben – und um Ella geschehen schlimme Sachen, auch weil Ella manchmal das Gute nicht direkt erkennt, denn sie denkt immer viel zu viel über alles nach, so dass oft die guten Sachen schon wieder vorbei sind, bevor sie sich zu einer Entscheidung durchgerungen hat. Doch zum Glück ist das Leben manchmal hartnäckig und die guten Sachen lassen sich nicht so leicht vertreiben.

                          Ich liebte Ella, Mina und Yvonne, lächelte über Ellas verschrobene Patienten und konnte es nie erwarten, weitere Abenteuer mit Ella zu erleben. Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle. Einfach dieses tolle Buch lesen, sich freuen und mitfiebern – und ein kleines bisschen verliebt in Ella wieder auftauchen!

                          schnäppchenjägerin

                          Beiträge 73
                          eine Antwort 18.12.2019

                            Ella wächst im Schrebergarten ihrer Großmutter Mina auf. Ihr steht Ella näher als ihre Mutter, die sich nur für ihren Sohn zu interessieren scheint. Mina kann tief in Ella hineinblicken und ihr Haus sehen, das etwas in Schieflage ist. Ella kommt sich etwas sonderbar vor, aber ihre beste Freundin, die gleichaltrige Yvonne, ist immer an ihrer Seite.
                            Ein Sonntag im Juni 1986 schockiert die Achtjährige jedoch derart, dass Ella auch Jahre später noch mit Schuldgefühlen zu kämpfen hat.
                            26 Jahre später ist Ella psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis und behandelt eine Reihe schräger Persönlichkeiten. Sie möchte sie heilen, um ihre Schuld von damals auszugleichen. Herr Oebing ist einer ihrer Patienten, bei dem sie bereits an seiner Kleiderauswahl erkennen kann, ob er einen guten Tag hat oder ob Frau Traurigkeit an seiner Seite ist.
                            Bei der Hochzeit ihrer besten Freundin Yvonne ist auch Herr Oebing als Cousin des Bräutigams eingeladen und so lernt Ella ihren Mittwochs-Patienten erstmals von seiner privaten Seite kennen, zeigt ihm sogar den Schrebergarten von Mina, die inzwischen 86 Jahre alt ist. Doch als sie entgegen aller ärztlichen Grundsätze Herrn Oebing näher kommt, wird Ellas größte Sorge wahr und wirft sie damit komplett aus der Bahn.

                            "Das schräge Haus" erzählt zunächst vom Sommer der Kindheit von Ella, der für sie so prägend war, dass sie sogar ihre Berufsentscheidung davon abhängig gemacht hat. Aus der Sicht einer Achtjährigen, die sich jedoch eingehend mit sich selbst und ihrer Umgebung beschäftigt, ist das Leben in der Kleingartenanlage sehr unterhaltsam und kein bisschen spießig dargestellt. Zudem spürt man, wie eng die Beziehung zwischen Mina und Ella ist, die wie Seelenverwandte sind. Mina ist eine rüstige Rentnerin mit Ruhrpott-Slang, die sich liebevoll um ihre Enkelin kümmert, die ihr alles anvertraut.

                            Zweidrittel des Romans handeln jedoch von der erwachsenen Ella und dieser Teil hat mir noch besser gefallen als der Beginn. Ella ist inzwischen 34 Jahre alt, hat sich als Psychotherapeutin selbstständig gemacht und sehnt sich nach einem Mann an ihrer Seite. Die Hochzeit ihrer besten Freundin steht bevor, worüber sie sich zwar freut, denkt aber gleichzeitig, dass sie - wohl aufgrund ihrer schrägen Art - nie einen geeigneten Partner finden wird. Ella mangelt es an Selbstvertrauen, denn eigentlich ist sie gar nicht so anders wie sie denkt. Sie ist trotz - oder gerade aufgrund - ihrer teils wirren Gedanken eine sympathische, nahbare und authentische junge Frau. Sie macht im Verlauf des Romans durch die Ratschläge ihrer Großmutter, aber auch durch die unerwartete Annäherung an Herrn Oebing eine charakterliche Weiterentwicklung durch. Es ist schön zu lesen, wie sie ihre Ängste überwindet, ihre Anpassungsschwierigkeiten ablegt und sich öffnet - sprichwörtlich die Fenster ihres schrägen Hauses aufreißt und einen frischen Wind hineinlässt.

                            "Das schräge Haus" ist ein Roman voller liebevoll individuell gezeichneter Charaktere, ein Roman über das Erwachsenwerden und die Erkenntnis, sich selbst so zu lieben und annehmen wie man ist - trotz oder gerade wegen der persönlichen Eigenheiten. Es ist ein Feelgood-Roman mit Tiefgang, der jetzt im Winter nicht nur durch die unerträgliche Sommerhitze im Roman, ganz viel Herzenswärme schenkt.

                            • Sternderl80

                              Beiträge: 34
                              22.01.2020

                              Ich finde, deine Rezension macht richtig Lust darauf, das Buch zu lesen Also ich weiß jetzt, was ich mir demnächst aus der Buchhandlung holen werde. :-)

                            kerstin2601

                            Beiträge 46
                            25.11.2019

                              Ein schön schräger Roman genau nach meinem Geschmack den ich in der Vorweihnachtszeit genüßlich verschlingen werde.
                              Menschen und ihre kleinen Eigenheiten, unglaublich interessant und einfach herrlich!