Susanne Bohne

Das schräge Haus

Wäre Ella ein Haus, dann eins mit schrägem Giebel.
Findet zumindest Mina, in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt Ella aufwächst. Dort, wo die Sommer golden sind und Glühwürmchen Wünsche erfüllen, oder manchmal auch nicht. Schön und wundersam ist es hier – bis zu jenem Sonntag im Juni, nach dem nichts mehr sein wird, wie zuvor …
26 Jahre später sind die Sommer nur noch heiß, die Glühwürmchen verschwunden und Ellas Haus schiefer denn je. Aber damit ist sie nicht allein, denn in ihrer psychologischen Praxis geben sich Menschen die Klinke in die Hand, die alle mit ihren eigenen Schrägheiten zu kämpfen haben. Auch Herr Oebing, der gern Krümelmonster-T-Shirts trägt und seine Frau Traurigkeit pflegt.
Ein Roman voller liebenswert verschrobener Figuren, der zeigt: Egal wie schräg – irgendwie wird es schon gehen, im Leben. Das tut es immer. Und manchmal wird es sogar richtig schön.


Autorenbild Foto von Susanne Bohne

Der  Autor

Susanne Bohne, selbst ein Ruhrpott-Kind, studierte Germanistik und arbeitete als Designerin, bevor sie - inspiriert von ihrer Tochter - anfing, Kinderbücher zu schreiben und zu illustrieren. Sie findet, dass Humor eine gute Überlebensstrategie ist und dass die kleinen Dinge des Lebens oft größer sind, als sie scheinen. Davon erzählt auch ihr Roman „Das schräge Haus“.

 


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Rezensionen

Sandraliest

Beiträge 17
26.01.2020

    Das Buch kommt wie ich finde mit einen wunderschönen Cover daher. Ich als Schildkrötenliebhaber und Fan von harmonischen und relativ einfachen Covern wurde direkt abgeholt. Auch finde ich gut, dass es sich um ein stabiles Buch handelt, was ich praktisch finde, da ich gerne lese, wenn ich unterwegs bin und die Bücher dadurch eine menge mitmachen müssen.
    Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und eine bestimmte Vorstellung geweckt, allerdings war die Geschichte anders als erwartet. Im ersten Teil begleiten wir Ella durch ihre Kindheit im Schrebergarten. Diesen Teil fand ich ehrlich gesagt ziemlich anstrengend zu lesen, ich habe ehrlich gesagt darüber nachgedacht das Buch an dieser Stelle abzubrechen.
    Der Schreibstil / die Wortwahl lässt sich durchaus als originell bezeichnen, ich kam, allerdings an vielen Stellen nicht so wirklich mit ihr klar, weil es mir doch zu "drüber" und für mich nicht so wirklich nachvollziehbar war.
    Der zweite Teil, allerdings hat mir ziemlich gut gefallen.
    Die Hauptprotagonistin ist genauso wie die Nebencharaktere super ausgearbeitet. Die einzelnen Schicksale ebenfalls.
    Die Autorin vermittelt eine gute Message die den Lesern im Kopf bleibt und auch zum nachdenken anregt.
    Mir gefällt auch die Symbolik mit den schrägen Haus sehr gut.

    Fazit: An sich ein gutes Buch, erst in der Mitte nimmt die Geschichte an fahrt auf und zeigt ihr volles Potenzial.

    dreamlady66

    Beiträge 4
    25.01.2020

      Ein liebenswerter Roman mit schrägen Figuren

      (Inhalt, übernommen)
      Wäre Ella ein Haus, dann eins mit schrägem Giebel – hat zumindest Mina immer gesagt, in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt Ella aufgewachsen ist. Und sie lag richtig: Seit Ella als Kind den Bergmann Manfred tot im Liegestuhl gefunden hat, ist etwas in ihr verdreht. Nun ist Ella erwachsen und Psychologin. Aber, da man sich selbst nicht therapieren kann, immer noch ziemlich schräg. Und ziemlich einsam.
      Herr Oebing leidet an einer Depression und trägt gern Krümelmonster-T-Shirts, wenn er zu Ella in die Praxis kommt. Er ist mindestens so schräg wie Ella und vielleicht deshalb gerade richtig für sie …

      Zur Autorin:
      Susanne Bohne, selbst ein Ruhrpott-Kind, studierte Germanistik und arbeitete als Designerin, bevor sie - inspiriert von ihrer Tochter - anfing, Kinderbücher zu schreiben und zu illustrieren. Sie findet, dass Humor eine gute Überlebensstrategie ist und dass die kleinen Dinge des Lebens oft größer sind, als sie scheinen. Davon erzählt auch ihr Roman „Das schräge Haus“.

      Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit:
      Danke an die Autorin bzw. den rororo-Verlag für Eure Zusage und schnelle Belieferung, ich freute mich - ein Buch im "etwas anderen Gewand".

      Ella, achtjährig, verbringt ihre Kindheit bei Oma Mina im Schrebergarten, den sie schön und bezaubernd findet. Im Sommer gab es Glühwürmchen, die sollen ja sogar Wünsche erfüllen und eine herrliche Blütenfülle mit liebenswerten Nachbarn, etwas eigenartige Menschen, die im Garten ihre Ruhe und Erholung wünschten.
      Bis zu einem Sonntag im Juni, der alles veränderte...

      Elle ist für ihr Alter die Ausnahme, sie ist liebenswert, aber etwas verschroben. Ihre Vergleiche und Beobachtungen aus dem täglichen Leben sind so interessant, dass dem Leser oft einen Lacher abvrlangt und er neugierig auf die alltäglichen Abenteuer wartet.
      Zum Beispiel hat sie bei traurigen Erlebnissen eine Art, diese weniger traurig erscheinen zu lassen...
      Dann, 26 Jahre später, hat Ella als Psychologin eine eigene Praxis. Ihr Ziel ist es, Menschen zu helfen, die wie sie, nicht so ohne Weiteres im Leben zurechtkommen. Dabei lernt der Leser die Liebenswürdigkeit und Geduld Ellas kennen...

      Dieses besondere Buchabenteuer mit Ella ist wirklich etwas Besonderes.
      Ich empfehle es gerne weiter, da es viel Neues, Interessantes, Trauriges aber auch Schönes aus Ellas Welt vermittelt, so dass ich hierfür gerne 5* vergebe!

      Hermione

      Beiträge 16
      20.01.2020

        Bezaubernder Roman mit liebenswert schrägen Figuren:
        Ella verbringt ihre Zeit als Kind am liebsten bei ihrer Oma Mina in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt, wo sie in einer phantastischen schrägen Welt aufwächst.
        26 Jahre später arbeitet sie als Therapeutin und nicht nur Ella ist schräg, sondern auch ihre Patienten, die sich in ihrer Praxis die Klinke in die Hand gibt.

        Meine Meinung:
        Der Roman ist einfach wunderbar geschrieben. Die Erzählweise nicht nur flüssig und gut zu lesen, sondern ganz bezaubernd und zum Teil fast märchenhaft.
        Von Anfang an hat mich der Roman an die zauberhaften Romane von Judith Pinnow erinnert, die ich sehr mag.
        Ella und ihre Welt bei Mina werden total warmherzig beschrieben, so dass ich mich beim Lesen sehr wohlgefühlt habe.

        Besonders gefallen hat mir Ella, die eine ganz besonders liebenswerte, aber eben auch schräge Person ist. Wo sie sich zum Teil selbst im Wege steht, ist Mina für sie da oder auch ihre tolle zupackende Freundin Yvonne. Und es ist schön zu sehen, wie sich Ella im Laufe des Romans weiter entwickelt.
        Das Buch ist auch eine ganz spezielle Liebesgeschichte, die mich emotional sehr berührt hat. Nach einigen Umwegen findet Ella doch den für sie passenden – ebenfalls etwas schrägen – Partner, auch wenn sie es für sich erst nicht wahr haben will.

        Darüber hinaus kommt am Rande auch der ganz besondere Ruhrgebiets-Charme rüber, über den ich an vielen Stellen immer wieder schmunzeln musste. Die Leute im Roman sind teilweise herrlich direkt und nehmen kein Blatt vor den Mund – typisch Ruhrgebiet eben!

        Fazit:
        Diesen ganz zauberhafte Roman kann ich allen sehr ans Herz legen, die besondere Liebesgeschichten und herrlich schräge Protagonisten mögen. Wer die Romane von Judith Pinnow mag, wird auch dieses Buch lieben!

        karlssonvomdach

        Beiträge 11
        08.01.2020

          Es lohnt sich wirklich, auch einmal jenseits der „angesagten“ Bücher namhafter Autoren zu stöbern. Bewiesen wird das durch den vorliegenden Roman.

          Schon äußerlich ist er ungewöhnlich. Denn für die Einbindung wurde ein Steifbroschur verwendet, wie ich es bei Taschenbüchern noch nie vorgefunden habe.

          Inhaltlich besticht die Geschichte dadurch, dass sie sich wie ein Märchen liest. Die Haupt-Märchenfigur ist die Protagonistin Ella. Ihre geliebte Oma Mina sorgt dafür, dass Ella eine schöne Kindheit hat, wenngleich das angesichts der Ablehnung durch ihre Mutter gar nicht so selbstverständlich ist. Im Alter von acht Jahren hat Ella ein einschneidendes Erlebnis, in dessen Folge sie sich bis ins Erwachsenenalter (wobei sie selbst eigentlich eher Kind geblieben ist) mit Schuldgefühlen quält und das sie den Beruf der Psychologin wählen lässt. Wenn sie auch ihre eigene Schrägheit nicht beseitigen kann, so will sie doch wenigstens ihren Patienten eine Hilfe sein, von denen es zahlreiche urige Typen gibt. Einer davon ist der depressive, suizidgefährdete Herr Oebing. Auf einer Hochzeitsfeier kommen die beiden einander privat nahe. Doch darf Ella angesichts ihres Berufscodexes eine Liebesbeziehung zu einem Patienten führen? Sie wünscht sich doch so sehr einen Partner … Passend zu dieser wirklich wundersamen Geschichte ist der märchenähnliche Schreibstil gewählt. Oft ist von Märchenfiguren die Rede, es werden die für Märchen typischen Wortfloskeln benutzt, die Wortwahl und Aneinanderreihung von Sätzen sind bildhaft und einfach unbeschreiblich besonders. Eingestreut sind schöne Lebensweisheiten. Dabei wird überhaupt nicht kaschiert, dass es Menschen mit durchaus gravierenden psychischen Problemen gibt, zu denen auch Ella zählt. Doch wie behutsam und geschickt damit in der Geschichte umgegangen wird, ist einfach nur lobenswert. Toll ist vor allem, dass sich Ella ihr Kind sein bewahrt hat.

          Dieses von Herzen geschriebene Buch kann ich nur empfehlen.

          misery3103

          Beiträge 24
          06.01.2020

            Ich hab ein Haus

            Ella verbringt fast ihre gesamte Kindheit im Schrebergarten ihrer Oma Mina, wo es schön ist und wundersam. Ella ist ein bisschen schräg, doch ihre Oma und ihre beste Freundin Yvonne nehmen sie so, wie sie halt ist. Nun ist Ella 34 und Psychologin mit eigener Praxis, in der sie ihrerseits etwas schräge Patienten behandelt und mit ihrem kleinen, etwas schrägen Leben zufrieden ist. Bis zur Hochzeit ihrer Freundin Yvonne, wo sich Ellas Leben von Grund auf ändert. Wird Ella mit den Veränderungen klar kommen?

            Wow. Ich habe schon lange keinen so liebenswerten Charakter in einem Buch gefunden wie jetzt Ella. Ella ist verschroben und liebenswert. Ihre Beobachtungen und Vergleiche im täglichen Leben sind so erfrischend, das man ständig mit einem Lächeln im Gesicht auf die neuen alltäglichen Abenteuer wartet, die sie erlebt. Natürlich erlebt sie auch Trauriges, aber sie reagiert mit ihrer Ella-Art darauf, was die traurigen Sachen gleich weniger traurig erscheinen lässt.

            Und gleichzeitig passiert das Leben – und um Ella geschehen schlimme Sachen, auch weil Ella manchmal das Gute nicht direkt erkennt, denn sie denkt immer viel zu viel über alles nach, so dass oft die guten Sachen schon wieder vorbei sind, bevor sie sich zu einer Entscheidung durchgerungen hat. Doch zum Glück ist das Leben manchmal hartnäckig und die guten Sachen lassen sich nicht so leicht vertreiben.

            Ich liebte Ella, Mina und Yvonne, lächelte über Ellas verschrobene Patienten und konnte es nie erwarten, weitere Abenteuer mit Ella zu erleben. Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle. Einfach dieses tolle Buch lesen, sich freuen und mitfiebern – und ein kleines bisschen verliebt in Ella wieder auftauchen!

            schnäppchenjägerin

            Beiträge 66
            eine Antwort 18.12.2019

              Ella wächst im Schrebergarten ihrer Großmutter Mina auf. Ihr steht Ella näher als ihre Mutter, die sich nur für ihren Sohn zu interessieren scheint. Mina kann tief in Ella hineinblicken und ihr Haus sehen, das etwas in Schieflage ist. Ella kommt sich etwas sonderbar vor, aber ihre beste Freundin, die gleichaltrige Yvonne, ist immer an ihrer Seite.
              Ein Sonntag im Juni 1986 schockiert die Achtjährige jedoch derart, dass Ella auch Jahre später noch mit Schuldgefühlen zu kämpfen hat.
              26 Jahre später ist Ella psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis und behandelt eine Reihe schräger Persönlichkeiten. Sie möchte sie heilen, um ihre Schuld von damals auszugleichen. Herr Oebing ist einer ihrer Patienten, bei dem sie bereits an seiner Kleiderauswahl erkennen kann, ob er einen guten Tag hat oder ob Frau Traurigkeit an seiner Seite ist.
              Bei der Hochzeit ihrer besten Freundin Yvonne ist auch Herr Oebing als Cousin des Bräutigams eingeladen und so lernt Ella ihren Mittwochs-Patienten erstmals von seiner privaten Seite kennen, zeigt ihm sogar den Schrebergarten von Mina, die inzwischen 86 Jahre alt ist. Doch als sie entgegen aller ärztlichen Grundsätze Herrn Oebing näher kommt, wird Ellas größte Sorge wahr und wirft sie damit komplett aus der Bahn.

              "Das schräge Haus" erzählt zunächst vom Sommer der Kindheit von Ella, der für sie so prägend war, dass sie sogar ihre Berufsentscheidung davon abhängig gemacht hat. Aus der Sicht einer Achtjährigen, die sich jedoch eingehend mit sich selbst und ihrer Umgebung beschäftigt, ist das Leben in der Kleingartenanlage sehr unterhaltsam und kein bisschen spießig dargestellt. Zudem spürt man, wie eng die Beziehung zwischen Mina und Ella ist, die wie Seelenverwandte sind. Mina ist eine rüstige Rentnerin mit Ruhrpott-Slang, die sich liebevoll um ihre Enkelin kümmert, die ihr alles anvertraut.

              Zweidrittel des Romans handeln jedoch von der erwachsenen Ella und dieser Teil hat mir noch besser gefallen als der Beginn. Ella ist inzwischen 34 Jahre alt, hat sich als Psychotherapeutin selbstständig gemacht und sehnt sich nach einem Mann an ihrer Seite. Die Hochzeit ihrer besten Freundin steht bevor, worüber sie sich zwar freut, denkt aber gleichzeitig, dass sie - wohl aufgrund ihrer schrägen Art - nie einen geeigneten Partner finden wird. Ella mangelt es an Selbstvertrauen, denn eigentlich ist sie gar nicht so anders wie sie denkt. Sie ist trotz - oder gerade aufgrund - ihrer teils wirren Gedanken eine sympathische, nahbare und authentische junge Frau. Sie macht im Verlauf des Romans durch die Ratschläge ihrer Großmutter, aber auch durch die unerwartete Annäherung an Herrn Oebing eine charakterliche Weiterentwicklung durch. Es ist schön zu lesen, wie sie ihre Ängste überwindet, ihre Anpassungsschwierigkeiten ablegt und sich öffnet - sprichwörtlich die Fenster ihres schrägen Hauses aufreißt und einen frischen Wind hineinlässt.

              "Das schräge Haus" ist ein Roman voller liebevoll individuell gezeichneter Charaktere, ein Roman über das Erwachsenwerden und die Erkenntnis, sich selbst so zu lieben und annehmen wie man ist - trotz oder gerade wegen der persönlichen Eigenheiten. Es ist ein Feelgood-Roman mit Tiefgang, der jetzt im Winter nicht nur durch die unerträgliche Sommerhitze im Roman, ganz viel Herzenswärme schenkt.

              • Sternderl80

                Beiträge: 34
                22.01.2020

                Ich finde, deine Rezension macht richtig Lust darauf, das Buch zu lesen Also ich weiß jetzt, was ich mir demnächst aus der Buchhandlung holen werde. :-)

              kerstin2601

              Beiträge 32
              25.11.2019

                Ein schön schräger Roman genau nach meinem Geschmack den ich in der Vorweihnachtszeit genüßlich verschlingen werde.
                Menschen und ihre kleinen Eigenheiten, unglaublich interessant und einfach herrlich!