Ulrike Schweikert

Die Charité

Die Charité - Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnung und Schicksal im berühmtesten Krankenhaus Deutschlands. 1831 geht in Berlin die Angst um, die Cholera könnte Deutschland erreichen – und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen fieberhaft, ein Heilmittel auszumachen. Währenddessen führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost in den Gesprächen mit Arzt Dieffenbach. Hebamme Martha versucht, ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten. Und die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und - verbotenerweise - zu einem Arzt.


Autorenbild Foto von Ulrike Schweikert

Der  Autor

Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. «Die Charité. Hoffnung und Schicksal» schaffte es in die Top 10 Bestsellerliste. Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.


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Rezensionen

maraAngel2107

Beiträge 22
eine Antwort 30.06.2018

Ein wunderbarer Roman zwischen Hoffen und Bangen

1831 Cholera bricht aus und ein heute weltberühmtes Krankenhaus steht am Anfang.
Ein wunderbarer, auf einer wahren Begebenheit ruhender Roman, mit viel Aufwand, Mühe und sehr guten Protagonisten geschrieben.
Ulrike Schweikert, meine Namensvetterin, hat hier sehr genau recherchiert und den Roman sehr gut umsetzen können.
Elisabeth, eine damals sogenannte Wärterin, heute würde sie wohl "Gesundheits- und Krankenpflegerin" genannt werden, hat unter den
schwersten Bedingungen zum damaligen Zeitpunkt ihre ganze Liebe, Kraft und Menschlichkeit eingesetzt, um den Menschen ihre
Krankheiten so erträglich wie möglich zu machen. Sie ist eine der wenigen, die noch mit Liebe und Aufopferung arbeiten, trotz des
auch damals schon sehr niedrigen Lohnes. Sie wird von den anderen Wärterinnen verhöhnt und mehr oder weniger gemieden, doch
dem zum Trotz macht sie ihre Arbeit und verliebt sich zudem auch noch in einen jungen Arzt, der allerdings für Jahre Berlin verlässt,
um sich an anderer Stelle einen Ruf zu machen, weiter zu kommen.
Zwischenzeitlich tritt Elisabeth in die Diakonissen ein, da sie keine Familie mehr hat (glaubt sie zumindest) und sich sehr einsam und alleine
fühlt. Als nach Jahren, Dr. Alexander Heydecker nach Berlin zurück geht, beginnt sie eine Liaison mit ihm, heimlich, da das ja in der Öffentlichkeit
nicht sein darf!
Die Autorin hat hier einen wunderbaren Roman geschaffen, seit langem habe ich mich wieder einmal so richtig gut aufgehoben gefühlt, ich
habe mit Ruhe und Genuss lesen dürfen, somit bekommt man von der Handlung auch jedes einzelne Detail komplett mit und hat das
Gefühl mitten im Geschehen zu sein.
Es ist erschreckend wie früher operiert wurde, ohne Betäubung und ohne die Möglichkeit Wundheilung zu beschleunigen. Wie Menschen
auf dem OP-Tisch von anderen fest gehalten werden, um nicht vor Schmerz auf zu bäumen. Unfassbar was dort aber trotz allem
in der Medizin bereits erreicht wurde. Man erlebt den Fortschritt durch Forschung mit und es ist sehr interessant zu lesen, man lernt sehr
vieles und besonders lernt man die heute Medizin zu schätzen. Gerade damals sieht man, das Ärzte auch nur Menschen sind, die alles
versuchen, um anderen zu helfen, allerdings auch erschreckend zu lesen auf welche Art und Weise. Auch mit Martha ist hier eine tolle Protagonistin geschaffen, zu aller erst als Hebamme und dann sogenannte Totenfrau, heute würde man Pathologin dazu sagen:-) Wie Frauen ihre Kinder bekamen, wie gefährlich das teilweise war, weil wenig Hygiene gegeben war, zumindest in der damaligen Zeit.
Die Autorin hat hier ein grandioses Werk geschaffen, das es unbedingt wert ist gelesen zu werden, es ist eines der Bücher, das ich sicherlich
gerne noch ein weiters Mal, zu gegebener Zeit lesen möchte, zu erfahren, wie es Menschen in früherer Zeit gelungen ist, Operationen
durchzuführen, Krankheiten in den Zaum zu bekommen und auch die plastische Chirurgie hat damals schon eine enorme Bedeutung.
Dieser Roman muss mit 5 von 5 Sternen bewertet werden, da hier alles stimmig ist, die Autorin hat sehr gute Recherche geleistet, um dem
Leser die Geschehnisse möglichst wahrheitsgetreu zu vermitteln, das ist absolut gelungen wie ich finde! Wenn auch nicht alle Personen
hier leibhaftig gelebt haben, so ist es eine gute Mischung aus Wahrheit und Ideen zusammen gefügt, absolut hervorragend gemacht und
sehr leicht und flüssig zu lesen. Man sollte sich für den Roman Zeit nehmen, ihn in Ruhe lesen und genießen, damit er lange nicht aus
dem Gedächtnis geht. Absolut empfehlenswert für jedermann, der ein bisschen Geschichte der Charité kennen lernen möchte!
Ein bisschen von allem gut in einen Roman verpackt, Liebe, Lust & Leidenschaft, sowie Magie und Medizin.
Ein großer Dank an die Autorin für dieses, wie ich finde, Meisterwerk!

  • Kittekathy

    Beiträge: 26
    11.07.2018

    Eine schöne Reszission. Sehr schön geschrieben und man kann sich ein gutes Bild von dem Buch machen.
    es liegt in der Warteschleife bei mir.

tinstamp

Beiträge 27
2 Antworten 20.07.2018

Die Charité ist eine der bekanntesten Universitätskliniken Europas. Als ich letztes Jahr eine Serie im TV sah, die um die Jahrhundertwende spielte und die vorallem von Robert Kochs Forschungen erzählte, war ich begeistert. Ulrike Schweikert ist für mich keine unbekannte Autorin und nach der Leseprobe wusste ich, dass ich diesen Roman unbedingt lesen möchte.

In "Die Charité - Hoffnung und Schicksal" sind wir noch früher angesiedelt und zwar zu Anfang des 19. Jahrhunderts rund um die Jahre 1830-40. Die Cholera wütet in Teilen Osteuropas und auch in Berlin gibt es bereits die ersten Totesfälle. Die Menschen sind verängstigt und schreiben die Krankheit den giftigen Dämpfen, die aus dem Kanal aufsteigen zu. Zu dieser Zeit beginnt Elisabeth als Wärterin in der Charité zu arbeiten. Sie ist eine der wenigen Frauen und Männer, die diese schwere und kaum bezahlte Arbeit mit Herzblut verrichtet. Sie ist einfühlsam und kümmert sich liebevoll um die Patienten, aber auch wissbegierig und intelligent.
Gemeinsam mit Elisabeth beginnt auch Dr. Alexander Heydecker als angehender Arzt in der Charité zu arbeiten. Er ist noch in der Ausbildung, die ihm vom Militär gewährt wird und wird Doktor Diffenbach zugeteilt. Oft liegen sich Elisabeth und Alexander in den Haaren, aber die gegenseitige Anziehung ist groß....der Standesunterschied aber größer.

Gräfin Ludovia ist eine sehr interessante Frau, die ebenfalls ihrer Zeit weit voraus ist. Sie interessiert sich für Medizin und wäre es ihr zu der damaligen Zeit möglich gewesen, hätte sie studiert. So aber ist sie das Anhängsel eines schwachen Mannes, eines Hypochonders, der sich mit seinen eingebildeten Krankheiten das Leben schwer macht. Mit dem behandelnden Arzt des Grafen, Doktor Diffenbach, kann sie einige Stunden mit interessanten Unterhaltungen füllen und verliebt sich in ihn. Ludovica unterstützt daraufhin die Klinik mit finanziellen Mitteln für eine bessere Ausbildung der Wärterinnen.
Hebamme Martha ist die Dritte im Bunde der drei starken Frauen in dieser Geschichte. Durch einen Vorfall möchte sie nicht mehr als Hebamme praktizieren und verschreibt sich der Pathologie.
Doktor Diffenbach ist das Bindeglied dieser drei Frauen, die alle großes Interesse an der Medizin haben und von Diffenbach erkannt und unterstützt wird. Nur mit Ludovica verbindet ihn auch eine geheime Liebe.

Während wir die vier Figuren begleiten, erleben wir den täglichen Ablauf im Krankenhaus, aber vorallem bekommt man die damalige medizinische Realität vorgesetzt. Durch den sehr bildhaften Schreibstil befand ich mich selbst im Krankensaal, konnte den ekelhaften Geruch von Eiter und Bllut riechen und nur schwer atmen. Es ist kaum zu glauben, dass zu dieser Zeit bei einer Operation noch keine Betäubungsmittel eingesezt werden konnten und der Patient einfach nur festgehalten oder angebunden wurde, während er operiert wurde. Die Behandlungsmethoden der damaligen Zeit lassen den Leser dankbar sein, dass er im 21. Jahrhundert leben darf.
Auch Hygiene war ein Fremdwort! Nicht umsonst starben die meisten Patienten nach einer Operation an Wundbrand. Mit Professor Diffenbach, der sich auch der Forschung verschrieb, erleben wir einen sehr engagierten Arzt, der eigene Wege geht und nicht an althergebrachten medizinischen Irrtümern glaubte. Auch die Therapiemethoden von Patienten der psychiatrischen Klinik oder der Behandlung von Syphillis lassen einem beim Lesen die Haare zu Berge stehen...

Die Charaktere sind authentisch und wunderbar real dargestellt. Man erlebt ihre Angst, Wut oder Hoffnung hautnah mit. Die Eigenheiten der realen Personen hat die Autorin miteingeflochten. Alle haben Ecken und Kanten und wurden mit Liebe zum Detail gezeichnet. Man begegnet nicht nur bekannten Ärzten, sondern auch dem Dichter Heinrich Heine oder dem Brüderpaar Alexander und Wilhelm von Humboldt, Naturforscher und Gelehrter.

Ulrike Schweikert ist es wunderbar gelungen interessante Hintergrundinformationen zu vermitteln und dem Roman Leben einzuhauchen. Die fiktiven Figuren wie Elisabeth oder Martha stehen den realen Vertretern der Ärzteschaft, wie Dr. Diffenbach, gegenüber. Viele der angeführten Ärzte gab es wirklich und einige haben mit ihren Forschungen Geschichte geschrieben.
Fiktion und Wahrheit sind von der Autorin wunderbar verknüpft und mit einer dementsprechenden spannenden Rahmenhandlung perfekt umgesetzt worden.
Bezüglich Dichtung und Wahrheit gibt es am Ende des Romans noch einige Erläuterungen der Autorin.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und zeitgemäß, wobei er ruhig auch historischer hätte sein können. Die sachlichen medizinischen Informationen wurden mit einer spannenden Rahmenhandlung lebendig erzählt und wunderbar verknüpft.So fiebert man die 500 Seiten mit allen Figuren mit und erfährt nebenei wissenswertes über Medizin. Ulrike Schweikert hat wirklich hervorragend recherchiert.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman, der den Leser aufzeigt, wie viel in den letzten zweihundert Jahren im medizinischen Bereich geforscht und erreicht wurde. Mit einer spannenden Rahmenhandlung und facettenreichen Figuren hat Ulrike Schweikert interessante medizinische Hintergrundinformationen zu einer fesselnden Geschichte verschmelzen lassen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

  • skiaddict7

    Beiträge: 15
    14.10.2018

    Danke für diese ausführliche Rezension, da bekomme ich noch mehr Lust, das Buch zu lesen! Es ist schon auf meiner Wunschliste :)

  • Angela Busch

    Beiträge: 12
    21.07.2018

    Eine sehr schöne und ausführliche Rezension , die den kommenden Leser gut einführt in dieses Buch,,,,
    Herzlich
    Angela

heidi_59

Beiträge 36
14.07.2018

Sternstunden der Medizin

Ich bin begeistert !
Das war ein Buch ganz nach meinem Geschmack.
Soviel atmosphärische Dichte , perfekt eingefangen und unterhaltsam in Szene gesetzt .

Berlin, 1831.
Wer kennt sie nicht, die Charitè, das wohl berühmteste Krankenhaus in Deutschland?,
Ulrike Schweikert nimmt ihre Leser mit auf eine einzigartige, spannende, historische Reise der Medizin und Forschung .
Im Kampf gegen die Verbreitung von Seuchen und Viren arbeiten Ärzte , Krankenwärterinnen und Diakonissen jeden Tag bis zum Umfallen, im Wettlauf gegen die Zeit. Unter extremen Bedingungen wird operiert, geforscht und gleichzeitig gelehrt . Die Todesrate nach einer OP liegt bei 90 Prozent und doch lassen sich die Ärzte und Helfer nicht entmutigen und kämpfen unter schwierigsten (hygienischen) Umständen, um jedes einzelne Leben .
Wenn man den Roman liest fragt man sich so manches Mal, woher haben die Menschen damals die Kraft genommen, bei all dem (medizinischen) Elend nicht aufzugeben, die Energie zum Weitermachen zu haben . Aus jedem Misserfolg, ihre Lehren für die Forschung und Entwicklung in der Medizin zu ziehen .
Natürlich spielen neben den berühmten Ärzten wie zum Beispiel Dr .Rudolf Virchow und Professor Dieffenbach , samt deren großartigen Erfolge in der Forschung, auch die menschlichen Schicksale eine große Rolle . Was wäre ein toller Roman ohne seine Protagonisten und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen ? Die dazugehörige Liebesgeschichte und dramatischen Ereignisse?
Ulrike Schweikert hat mit alledem nicht gespart und verwöhnt die Liebhaber historischer Zeitgeschichte mit einem exzellent recherchierten Hintergrund zur Charitè, den sie wunderbar gelungen mit ihrer fiktiven Geschichte verwebt .
Das Flair von Berlin im Jahre 1831 ist spürbar und beschert atmosphärisch dichte Lesestunden , denen man sich nicht entziehen kann.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen ! Das war ganz tolles Kopfkino , von dem ich mir sehr gut eine Verfilmung vorstellen könnte :)


Für dieses wunderbare Leseerlebnis eine vergebe ich gute
5 Sterne
sowie eine ganz klare Leseempfehlung!
Ich bedanke mich ganz herzlich beim ROWOHLT Verlag für das tolle Rezensionsexemplar über das ich mich riesig gefreut habe ! ?

Capri84

Beiträge 20
29.06.2018

Im Jahre 1831 wütet in Berlin die Cholera. Viele Infizierte werden in das noch heute berühmte Charité-Krankenhaus in Berlin eingeliefert, wo viele Ärzte, Schwestern und Wärter um das Überleben Dieser und anderer Patienten kämpfen.
Der Leser lernt viele, bemerkenswerte Persönlichkeiten kennen, deren Lebensweg er über 490 Seiten begleiten kann.
Zum einen ist da der junge, attraktive Arzt Dr. Dieffenbach zu nennen, welcher durch seine Wissbegierde und sein unermüdliches Engagement maßgeblich an vielen Entwicklungen in der Medizin verantwortlich ist. Er ist ein Ehrenmann durch und durch, auch wenn er gelegentlich zu straucheln scheint, denn er liebt nicht nur seine wundervolle Ehefrau Emilie, sondern auch die Gräfin Lodovica, welche die Charité und die Weiterbildung der Wärter finanziell großzügig unterstützt. Eine ebenfalls hilfreiche Unterstützerin ist ihm Wärterin Elisabeth, die ihm bei vielen seiner Behandlungen und Operationen hilfreich und den Parienten tröstend zur Seite steht. Sie ist eine der wenigen Angestellten der Charité, welcher das Wohl der Patienten wirklich am Herzen liegt. Da es Frauen zur damaligen Zeit nicht vergönnt war, Medizin zu studieren, waren sie dazu verdammt, solche niederen Aufgaben ausführen zu müssen. Die Wärterinnen waren damals bei weitem nicht mit den heutigen Krankenschwestern zu vergleichen, denn eigentlich hatten Sie nur für Sauberkeit zu sorgen und wie der Name es schon sagt, die Patienten zu bewachen. Aber damit hat sich Elisabeth nie zufrieden gegeben und hat immer wieder die ihr gesetzten Grenzen übertreten, um für ihre Schützlinge die bestmögliche Behandlung zu erwirken. Während ihrer Zeit in der Charité verliebt sie sich in den jungen, anstrebenden Arzt Dr. Heydecker, welcher die rechte Hand des Dr. Dieffenbach ist. Durch ihre Verpflichtung den Diakonissen gegenüber müssen die Beiden ihre Beziehung allerdings erst einmal geheim halten, was sie vor einige Herausforderungen stellt. Und als Letztes ist da noch die junge Hebamme Martha zu nennen, die in ihrem Beruf mit vielen Herausforderungen zu kämpfen und die ein oder andere schwierige Entscheidung zu treffen hatte, welche das Schicksal vieler Menschen und auch ihr eigenes Leben über Jahre hinweg beeinflussen sollte.

Auch wenn das Buch durch seine wirklich bildhaften und detaillieren Schilderungen von Krankheiten, Operationen und Obduktionen oft nichts für schwache Nerven ist, habe ich es dennoch Seite für Seite genossen, dieses Buch zu lesen, mit allen handelnden Personen mitzufiebern und auch die Entwicklung der Medizin mitzuverfolgen.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Selbst medizinische Schilderungen waren für den Laien klar verständlich erklärt. Der Schreibstil war flüssig, die handelnden Personen authentisch und es kam zu keiner Zeit Langeweile auf.

Leider sind meiner Meinung nach aber ein paar Dinge einfach angeschnitten worden, ohne zu Ende geführt zu werden. Als Beispiel ist hier die Cholera zu nennen. Auf dem Klappentext des Buches steht, dass es zur Zeit der Cholera spielt. Diese Handlung war allerdings nach wenigen Seiten schon Geschichte und wurde weder weiter behandelt noch der Herd dieser Krankheit gefunden. Das fand ich sehr schaden und muss aus diesem Grund auch leider ein Pünktchen abziehen.

sylvia_hertel

Beiträge 14
26.06.2018

Die Charité in den 1930er Jahren
Elisabeth verdingt sich als Krankenwärterin an die Berliner Charté.
Die Arbeit ist hart und der Lohn karg.
Schnell unterscheidet sie sich von den anderen Krankenwärterinnen da sie ihre Arbeit mit Liebe macht und den Patienten mit Herzlichkeit und Geduld gegenüber tritt.
Als in Berlin die Cholera ausbricht ist das Krankenhaus schnell überfüllt. Die Ärzte, allen voran Dr. Dieffenbach versuchen dem Erreger auf die Spur zu kommen. Aber auch sonst wird an der Charité viel geforscht und Dr. Dieffenbach entwickelt einige neue Operationstechniken.
„Die Charité“ ist der neuer Historischer Roman der Autorin Ulrike Schweikert.
Die Autorin ist bekannt für ihre gut recherchierten Historischen Romane.
So ist auch „Die Charité“ wieder ein absolutes Highlight am Buchhimmel.
In dem Buch beschreibt die Autorin die Zustände in der Charité in den 1930er Jahren sehr eindrucksvoll.
Allerdings kann man sich diese Zustände heute nicht mehr vorstellen.
Es sei aber gesagt, dass die Charité ein Krankenhaus für die ärmere Bevölkerung war die dort kostenlos behandelt wurden.
Es war auch ein Krankenhaus der Forschung, viele innovative Behandlungsmethoden sind an der Charité erarbeitet worden.
Die Ärzte die in diesem Roman mitwirken sind fast alles reale Personen. Ärzte die wirklich an der Charité gewirkt haben.
Fiktiv ist die Krankenwärterin Elisabeth die eine große Rolle in diesem Roman übernimmt.
Ich hatte Elisabeth sehr schnell ins Herz geschlossen. Sie versah ihre Arbeit mit sehr viel Liebe und Geduld, was bei den anderen Krankenwärterinne nicht gerade auf Verständnis stieß. Die meisten Krankenwärterinnen hatten früher auf der Straße gearbeitet oder gar im Gefängnis gesessen. Anderes Personal war bei diesem Lohn nicht zu finden.
Elisabeth interessiert sich sehr für die Medizin und wäre bestimmt auch eine gute Ärztin geworden aber Frauen war das zu dieser Zeit leider nicht erlaubt.
Eine weitere Person die ich sehr gerne mochte ist Marthe die Stadthebamme.
Sie hat nach einem Ereignis auf das ich hier nicht näher eingehen möchte ihren Beruf aufgegeben und eine Arbeit an der Charité im Totenhaus angenommen. Dort hilft sie beim Sezieren der Leichen und konserviert Organe für Lehrzwecke.
Der wichtigste Arzt in diesem Buch ist Dr. Dieffenbach. Er betrieb eine Privatpraxis und lehrte und arbeitete an der Charité. Darüber hinaus veröffentlichte er noch Artikel und Bücher.
Ein Mann der nur für seine Arbeit und der Erforschung neuer Heilmethoden lebte.
Einer seiner Patienten war Graf von Bredow, ein fürchterlicher Hypochonder der den Arzt ständig rufen lässt um eine seiner eingebildeten Krankheiten behandeln zu lassen. Er zahlte aber steht ein gutes Honorar.
Die Frau des Grafen, Gräfen Ludovica, die sich von ihrem Mann vernachlässigt fühlt verliebte sich in den Arzt und wurde seine Gönnerin. Die finanzierte eine Schule in der Krankenwärter ausgebildet werden sollen.
Auch Ludovica interessierte sich sehr für die Medizin und genoss es mit Dr. Dieffenbach über seine Veröffentlichungen zu reden.
„Die Charité“ ist ein sehr guter Historischer Roman der mich von der ersten Seite an begeistert hat.
Er erzählt die Geschichte von dem wohl bekanntesten Krankenhaus Deutschland aber auch die zwischenmenschlichen Beziehungen kommen hier nicht zu kurz.

SBS

Beiträge 54
eine Antwort 25.06.2018

Berlin 1831: Die Cholera bricht aus und weder Ursache noch Heilmittel sind bekannt. Die Menschen, vor allem die Armen, sterben in den Elendsvierteln und der Charité reihenweise und die Ärzte scheinen zu zusehen verdammt. Zu diesem Zeitpunkt lernt der Leser drei ganz unterschiedliche Frauen kennen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben können. Einmal die junge Wärterin Elisabeth, die aus einer armen Familie stammt, dann die sehr angesehene Stadthebamme Martha und die Gräfin Ludovica.
Dieses Buch war mal wieder eins der Sorte, von dem man hofft, dass es nicht aufhört. Die Charaktere und deren Entwicklung haben mich genauso gefesselt wie die gut recherchierte Medizingeschichte. Quasi von der ersten Seite an übte das Buch auf mich eine unheimliche Sogwirkung aus. Das Los der Menschen war hart, die medizinische Versorgung teilweise noch sehr fragwürdig, wenn auch immer wieder neue Methoden und Fortschritte erwähnt werden. Ich fand die Operationen – die ohne Narkose durchgeführt wurden! – sehr gut dargestellt, die hygienischen Zustände so gut beschrieben, dass einem beim Lesen ganz anders werden konnte. Die Anfänge der Krankenpflegerausbildung fand ich gelungen dargestellt.
Was das Buch aber auch deutlich machte: Manche Probleme von damals sind heute noch nicht behoben, denn auch heute haben Pfleger zu viele Patienten zu betreuen und werden zu schlecht bezahlt.
Die drei Frauen im Fokus der Geschichte sind jede für sich beeindruckend und ihre Geschichte in sich stimmig. Der Schreibstil ist flüssig, gut zu lesen und selbst schwierige Aspekte werden gut verständlich geschildert – manchmal so gut, dass beim aufmerksamen Lesen Bilder im Kopf entstehen, die man da so eigentlich gar nicht haben möchte…
Was mir auch sehr gut gefiel war die Mischung aus Fiktion und Realität, sowie die eingestreuten Persönlichkeiten, die jeder kennt (Alexander von Humboldt, Heinrich Heine…), das wohldosierte Privat- und Gefühlsleben der Protagonisten und das Schicksal der kranken Menschen mit denen man einfach mit bangt.
Ich kann das gleichermaßen interessante, lehrreiche, unterhaltsame wie auch spannende Buch nur weiterempfehlen!

  • Borkum

    Beiträge: 25
    22.08.2019

    Deine Rezension bringt es auf den Punkt.
    Ich habe dieses Buch auch förmlich verschlungen und es war wirklich ein tolles Lesevergnügen, bei dem ich auch noch viel Wissenswertes erfahren habe.

Kristall86

Beiträge 4
01.02.2019

Es ist das wohl bekannteste Krankenhaus Deutschlands - die Charité Wir schreiben das Jahr 1831. Berlin. Die Cholera rafft in Deutschland viele Opfer nieder. Auch in Berlin und Umgebung greift diese tückische Krankheit nach weiteren Opfern. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und Kollegen mit allen Mitteln den Erreger zu definieren und ein Heilmittel herzustellen. Es ist ein wahrere Wettlauf mit und gegen die Zeit. In der Zwischenzeit haben drei Frauen ihr ganz eigenes Schicksal zu tragen. Hebamme Martha erhofft sich ihrem Sohn eine bessere Zukunft bieten zu können, Gräfin Ludovica hat einen furchtbare Mann der ihr das Leben zur Hölle macht und die junge Diakonisse Elisabeth hat einen Faible für die Medizin und einen jungen Arzt... Ulrike Schweikert ist ein Meisterin in der historischen Literatur! Dieses Hörbuch ist ein wahrer Schatz. Ihre Erzählkunst gepaart mit Beate Rysopps Stimme lässt einen sofort in den Klinikalltag abtauchen. Die Art wie Schweikert uns gefangen nimmt ist immer wieder besonders. Ihr Schreibstil ist rund, offen und klar. Ihre Beschreibungen wirken realistisch und fundiert nachgeforscht. Sie bringt altes Wissen und Geschichte dem Leser ohne großen Zwang näher und macht sie so lebendig das man immer weiter lesen/hören muss. Rysopps Stimme tut ihr übriges dazu bei. Sie erzählt unheimlich betont und gefühlvoll die jeweiligen Geschichten. Sie kann sich unheimlich gut in die jeweiligen Protagonisten hinein versetzten und lässt uns Leser/Hörer in eine längst vergangene Zeit abtauchen. Schweikert ist immer wieder dafür bekannt, sehr ehrlich zu schreiben. Und auch hier hat sie das bewiesen. Sie scheut keine Krankengeschichte oder gar die damaligen hygienischen Gegebenheiten. Und genau das lässt beim Leser/Hörer das Gefühl aufkommen. Egal ob Freude, Trauer, Ekel oder Häme...alles ist hier dabei und rundet die Story traumhaft ab. Dieses Hörbuch ist ein absoluter Knaller! Ganz klare Empfehlung!

Sonjas Bücherecke

Beiträge 69
25.07.2018

Die Charité ist für mich das erste Buch, das ich aus der Feder der Autorin Ulrike Schweikert gelesen habe. Sie entführt uns in die Anfangsjahre der Berliner Charité und hier bekommen wir einen unglaublichen Einblick in die Welt der Ärzte. Protagonist ihrer Geschichte ist Professor Dr. Dieffenbach, der ein berühmter Arzt war, erst an der Charité und dann als Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik in der Ziegeleistraße, die er bis zu seinem frühen Tod im November 1847 leitete. Auch sind viele, in der Geschichte vorkommenden Ärzte in einer Chronik übermittelt. Einige der Mitwirkenden sind jedoch auch der Fantasie der Autorin entsprungen. Der Inhalt: Berlin 1831. Die Angst geht seit Wochen um, die Cholera könnte Deutschland erreichen. Und dann stirbt auf einem Spreekahn unter qualvollen Schmerzen ein Schiffer. Professor Dieffenbach und seine Kollegen versuchen fieberhaft, den Überträger und Heilmittel gegen die Krankheit auszumachen. Es beginnt jedoch ein Wettlauf mit der Zeit. Auch spielen in dieser Geschichte drei Frauen eine große Rolle, und zwar sind dies die Gräfin Ludovica. Sie ist gefangen in ihrer Ehe mit einem Hypochonder. Sie findet Mut und Kraft in Gesprächen mit Professor Dieffenbach. Dann spielt die Hebamme Martha, die im Totenhaus der Charité arbeitet, um ihrem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen, eine wichtige Rolle in der spannenden Geschichte. Und dann ist da noch die junge Pflegerin Elisabeth, die die Liebe zur Medizin entdeckt und dann auch noch - verbotenerweise - zu einem jungen Arzt. Einfach gigantisch! Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, so gefesselt hat mich die Welt rund um die Charité. Man bekommt einen atemberaubenden Einblick in das Leben des 19. Jahrhunderts. Sieht den Überlebenskampf des einfachen Volkes. Das Elend und die Not und die Verzweiflung. Und dann bricht auch noch diese Seuche aus, einfach unvorstellbar. Und wie die Mediziner gekämpft haben und geforscht, um manchen Krankheiten auf den Grund zu gehen. Die Autorin hat einen spitzenmäßigen Schreibstil. Ich kann mir die Operationen, bei denen die Studenten beiwohnten, so bildlich vorstellen und habe jetzt noch ein Gänsehautfeeling. Wenn man sich vorstellt, dass es bis zum Jahr 1847 keine Narkosse gab, einfach gruselig. Welche Schmerzen haben die Menschen ausgehalten und wie viele habe ihre Operation nicht überlebt. Dann ist da Elisabeth, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Sie hat ihre Berufung in der Pflege der Kranken gefunden und hat dafür viel in Kauf genommen. Wie schwer mußte die junge Frau damals arbeiten. Und dann hat auch noch die Liebe einzug gehalten, doch die war verboten. Ich habe gehofft, dass es das Schicksal mit Elisabeth gut meint. Und dann ist da der unermüdliche Professor Dieffenbach, der am Krankenhaus gearbeitet hat, seine Privatpatienten versorgt hat und nebenbei noch Bücher geschrieben hat. Ich fand es wirklich hochinteressant, dass auch die Krankenpflegeschule in dieser Zeit ihren Anfang genommen hat. Eine gefühlvolle, spannende Geschichte, die unter die Haut geht. Für mich ist dieses außergewöhnliche Lektüre ein Lesehighlight der Extraklasse. Alle Achtung! Selbstverständlich vergebe ich für diese Traumlektüre 5 Sterne.

Betty Boop

Beiträge 18
19.07.2018

Ein fenomenales Buch !! Hut ab an die Schriftstellerin, für Ihre ihre Mühe zum Detail.
Allein die Recherche für dieses Buch ist einmalig ! Sich auf einem so speziellem Gebiet kundig zu machen und noch dazu in einer anderen Zeitepoche die zum größten Teil der Wahrheit entspricht, unglaublich !
Lediglich nur ein paar Protagonisten, darunter die Wärterin Elisabeth sind ihrer eigenen Fantasie entsprungen.
Das Buch ist durchaus nichts für zart besaitete, denn da wird die Medizin von damals mit all seinen Erfolgen und Mißerfolgen beschrieben.

Im Buch geht es um die berühmte Charité Klinik in Berlin, die sicherlich jedem ein Begriff ist.
Das Buch erzählt über die Geschichte von Professor Driffenbach an der Charité und weitere Persönlichkeiten die es gegeben hat, ihren Fortschritten und Rückschläge in der Medizin. Doch
Elisabeth ist auch eine wichtige Protagonistin die voller Liebe und Wießbegierigkeit der Charité dient. In dem Buch fließen alle Geschichten dieser Menschen sowohl beruflich als auch privat ein.
Es geht um verbotene und hoffnungslose Liebe, über Trauer, unmoralische Entscheidungen, Erfolge und Mißgeschicke.
Mehr möchte ich eigentlich nicht preisgeben.
Wer nicht zart besaitet und dem Ekel fern ist sollte es unbedingt lesen. Ein fenomenales Buch!

Tara

Beiträge 10
24.06.2018

Medizin im 19. Jahrhundert

„Die Chartitè“ ist ein weiterer gut recherchierter historischer Roman der Autorin Ulrike Schweikert.

Das Buch beginnt 1831 in Berlin. Die Cholera bricht aus und in die Medizin sucht unermüdlich nach den Ursachen, um einen Heilungsweg zu finden. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen drei starke Frauen – die Hebamme Martha, Gräfin Ludovica und die Pflegerin Elisabeth – und einige Ärzte der Charitè.

Sehr beeindruckend stellt die Autorin das Leben in der Berliner Charitè dar. Die Beschreibungen sind ausgesprochen authentisch und man kann die medizinische Entwicklung, neue Operationsmethoden und andere Fortschritte miterleben. Die Schicksale, die zum Teil fiktiv und zum Teil historisch belegt sind, werden erschreckend geschildert, so dass man mit den Menschen hofft, bangt und leidet. Die Behandlungsmethoden wirken aus jetziger Sicht beängstigend, haben aber letztendlich zu den heutigen Erfolgen in der Medizin geführt.

Einfühlsam und schonungslos werden die Verhältnisse der damaligen Gesellschaft beschrieben. Es ist bewundernswert mit welchem Enthusiasmus die Ärzte und Schwestern mit den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten versucht haben, das Leid der Menschen zu mildern. Allerdings wird auch die andere Seite nicht verschwiegen, dass armen Menschen regelrecht zu Versuchskaninchen wurden und unnötige Schmerzen ertragen mussten.

Ihre Charaktere beschreibt Ulrike Schweikert glaubhaft und man erfährt neben ihrer Arbeit auch noch einiges über ihre Gefühle und ihr Privatleben, was den Roman abwechslungsreich und fesselnd gemacht hat.
Auch wenn sich die Zustände in den Krankenhaussälen heute gebessert haben, sind die Missstände bei den Pflegekräften die Gleichen – zu wenige Pfleger für zu viele Patienten.

Von mir gibt es für diesen gut recherchierten, interessanten und gleichzeitig unterhaltsamen Roman eine klare Leseempfehlung.

raschke64

Beiträge 2
08.10.2019

    Zeitgeschichte:
    1831, in Berlin wütet die Cholera und viele Betroffene kommen auch in das schon damals größte Krankenhaus, die Charité. Die meisten sterben trotz aller Anstrengungen. Neu angefangen hat die Wärterin Elisabeth, ihre einzige Möglichkeit zum Überleben. Schwere, schlecht bezahlte Arbeit, ein Zimmer mit 3 anderen zusammen, das sind ihre Aussichten im Leben. Und trotzdem ist sie froh und will alles über die Medizin lernen.

    Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Zeit- und Medizingeschichte vermischt sich hier mit persönlichen Schicksalen. So erfährt man viel über die Zustände der damaligen Zeit, die Lebensumstände der Angestellten, die Möglichkeiten der Ärzte, den Stand der Medizin. Auch den Kampf um Verbesserungen, Fortschritte und Rückschläge. Vieles davon fand ich sehr realistisch dargestellt. Nur die wohl unbedingt vorkommende Liebesgeschichte zwischen der Pflegerin aus einfachsten Verhältnissen und dem aufstrebenden Arzt mit Happy End hätte nicht sein müssen, sie war zu unrealistisch und minderte die ansonsten gute Geschichte.

    Waterlilly

    Beiträge 6
    20.09.2019

      Leser die auf der Suche nach einem historischen Roman sind, sollten sich von dem etwas kitschigen Cover nicht davon abhalten lassen, „Die Charité“ zu lesen.
      Sicherlich lernen wir einige Charaktere näher kennen und begleiten sie auf ihrem Lebensweg. Der Hauptfokus der Handlung liegt jedoch auf den Behandlungsmethoden um 1830.
      Diese lasen sich manches Mal wie Szenen aus einem Horrorfilm und insbesondere die Beschreibungen einer Nasen-OP und einer Behandlung mit einem sogenannten Haarseil ließen sich nur schwer wieder aus meinem Kopf vertreiben.
      Fassungslos erfuhr ich von Operationen ohne Betäubung und hygienischen Missständen.
      Wer damals ins Krankenhaus kam, stand quasi mit einem Bein im Grab, denn Wundbrand und Infektionen lauerten an jeder Ecke.
      Auch wenn das alles befremdlich war, so war es auch sehr interessant von den Anfängen der Medizin zu lesen. Dieses Buch macht einem bewusst, wie weit Ärzte mit ihren Forschungen in der Zwischenzeit gekommen sind.

      „Die Charitè“ war mein erster Roman von Ulrike Schweikert. Mir hat gut gefallen, wie lebendig die Autorin die Handlung beschreibt. Es ist mir sehr leicht gefallen, in die Geschichte hinein zu kommen. Trotz der vielen medizinischen Beschreibungen ist der Roman zu jeder Zeit leicht verständlich.
      Neben den Behandlungsmethoden selbst lernen wir durch die Charaktere Dr. Dieffenbach (der tatsächlich existierte), Elisabeth und Martha auch die damaligen medizinischen Berufe näher kennen.

      Zusammenfassend fand ich „Die Charité“ sehr gelungen und konnte einiges an neuem Wissen mitnehmen.

      nasa

      Beiträge 5
      09.09.2019

        Die Charité Hoffnung und Schicksal von Ulrike Schweikert ist ein interessantes und informatives Buch was ich mir als Hörbuch angehört habe. Frau Schweikert schildert auf eindrucksvolle Weise die Anfänge der Medizin. Mitte des 19 Jahrhunderts steckte die Medizin noch in den Kinderschuhen, Operationen wurden ohne Narkose durchgeführt, Hygiene gab es keine und es wüteten die verschiedensten Krankheiten. Doch dank einiger unerschrockenen Ärzte und Forschern wurden immer wieder Fortschritte gemacht.
        1831 wütet in Berlin die Choleraepidemie und in der Charité versucht der Arzt Dr Dieffenbach mit seinen Kollegen den Überträger sowie eine Methode der Heilung heraus zu finden. Aber auch andere Dinge beschäftigen Dieffenbach. Wie lässt sich ein Klumpfuß oder das Schielen mit einer OP heilen? Aber auch drei Frauen kämpfen ihren eigenen Kampf. Die Hebamme Martha will ihrem Sohn eine bessere Zukunft bescheren, Elisabeth arbeitet in der Charité und hat die Medizin für sich entdeckt und Gräfin Ludovica ist in einer unglücklichen Ehe mit einem Hypochonder gefangen. Der einzige Trost ist ihre Freundschaft zu Dieffenbach.
        Durch die verschiedenen Handlungsstränge ist dieses Hörbuch abwechslungsreich und spannend. Man möchte immer wissen wie es gerade bei der anderen Person weiter geht. Beate Rysopp hat dieses Buch sehr sympathisch und abwechslungsreich gelesen. Ich konnte ihr immer gut folgen und die Protagonisten sind so richtig lebendig geworden. Dank des bildlichen Schreibstils der Autorin habe ich mich ins 19 Jahrhundert versetzt gefühlt. Ich konnte die Orte und Menschen quasi sehen. Auch hat man einen detaillierten Eindruck von der Lebensweise der verschiedensten Schichten vermittelt bekommen. Frau Schweikert hat sich nicht nur auf eine Gesellschaftsschicht beschränkt sondern hat versucht so viel Vielfalt wie möglich in ihren Roman zu legen.
        Gerade durch ihre sehr detaillierte und bildliche Sprache hat es mich so manches mal geschaudert. Sie schreckte nicht davor zurück Operationen oder andere Dinge ausführlich zu schildern. Daher ist es für zartbesaitete Menschen vielleicht eher nicht zu empfehlen. Denn es fließt einiges an Blut, Exkremente und andere Schilderungen könnten bei dem ein oder anderen Eckel hervorrufen. Mich persönlich hat es nicht sonderlich gestört, da ich selbst aus einem Pharamzeutischen bzw Medizinischen Berufszweig komme und so manche Dinge gewohnt bin.
        Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch die Entwicklungen der einzelnen Protagonisten war schön mit anzuhören. Ich werde mir den nachfolgenden Band bestimmt auch noch zulegen.

        Furbaby Mom

        Beiträge 9
        08.09.2019

          Historisch interessant, jedoch wenig emotionale Tiefe.

          Da ich kürzlich das Glück hatte, den Folgeband (– "Die Charité. Aufbruch und Entscheidung" -) lesen zu dürfen, dessen Handlungszeitraum sich über die Jahre von 1903 bis 1938 erstreckt, stand für mich schnell fest, dass ich auch das erste Werk dieser interessanten Buchreihe nachträglich lesen und mehr über die Anfänge der Charité erfahren wollte.

          Wie im zweiten Teil (- in dem die Mediziner Syphilis-Fälle erforschen und versuchen, die Erreger der sogenannten 'Franzosenkrankheit' festzustellen -) spielt auch im Auftakt der Krankenhausreihe eine schwerwiegende Krankheit und deren Bekämpfung eine bedeutende Rolle: die Cholera, die in Form einer grauenvollen Epidemie über das Land hereinbricht und 1831 schließlich Berlin erreicht. Gekonnt lässt die Autorin Fiktion und Realität verschmelzen, bedient sich tatsächlicher geschichtlicher Ereignisse und Personen, wie dem angesehenen Professor Dieffenbach.

          Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Schwester Elisabeth hat ein großes Herz und geht in der Pflege von Patienten auf, die sie liebevoll umsorgt. Als sie sich in einen jungen Arzt verliebt, muss sie eine schwere Entscheidung treffen. Für Frauen war zur damaligen Zeit in Deutschland die Ausbildung zur Ärztin ferne Zukunftsmusik – dieser Beruf war ausschließlich Männersache. Dennoch gab es einige ähnliche Tätigkeitsfelder, in denen Frauen sich weiterbilden 'durften'. Einem Wunschberuf nachgehen zu können galt als Luxus, die meisten Frauen kämpften schlichtweg ums Überleben. Aber auch Reichtum ist kein Garant für (Liebes-/Lebens-)Glück, wie die finanziell sorgenfreie Gräfin Ludovica von Bredow nur zu gut weiß.

          Weder Elisabeths Freundschaft zur Hebamme Martha (einer alleinerziehenden Mutter, die sich allerdings anstatt mit der Ankunft von neuem Leben mit dem Gegenteil befassen muss und ausgerechnet als Totenfrau in der Charité arbeitet), noch die Zuneigung der dritten weiblichen Protagonistin (der in einer unbefriedigenden Ehe gefangenen Gräfin) zu Prof. Dieffenbach hat mich emotional erreichen können. Ich hatte gehofft, dass entgegen dem Folgeband – den ich unterbewusst automatisch zum Vergleich hinzugezogen hatte – zumindest zu Beginn der Reihe mehr Wert auf die Ausarbeitung der Figuren gelegt worden wäre und weniger auf die allgemeinen Hintergrundinformationen. Doch die Charaktere bleiben (höchstens mit Ausnahme von Dieffenbach) ziemlich blass und unscheinbar, was insbesondere deshalb tragisch ist, weil die gesellschaftliche Rolle der Frau durch die Figuren zwar beleuchtet wird, diese mir aber eher wie unpersönliche Stellvertreterinnen der Masse erschienen und ich keinen Bezug zu ihnen fand. Wirklich mitfühlen und mitfiebern konnte ich mit keinem der Charaktere.

          Während der Lektüre erhält man dank der lobenswert intensiven und schlichtweg ob seiner Fülle beeindruckenden Recherchearbeit einen derart intensiven Einblick in den damaligen Wissenstand der Medizin, dass dieser Roman es mit jedem Geschichtsbuch aufnehmen könnte. Hinsichtlich der Themenschwerpunkte wäre für mich weniger mehr gewesen, vieles erschien mir zu schnell abgehandelt, was dadurch an Bedeutung und Nachhall eingebüßt hat. Umso detaillierter hingegen wirkten die Beschreibungen der medizinischen Eingriffe und Behandlungen. Im Großen und Ganzen ist der Schreibstil schlicht, klar und nüchtern; etwas Emotionalität ist in den Tagebucheinträgen der Gräfin zu finden.

          Fazit: Historisch interessant und sicherlich ein Muss für Fans von Medizingeschichte. Auf große Gefühle oder außergewöhnliche Charaktere hofft man jedoch vergeblich.

          kerstin2601

          Beiträge 17
          31.08.2019

            Da ich schon einige historische Romane von Ulrike Schweikert gelesen habe, interessiert mich auch diese Buchreihe in der es eben medizinisch zugeht. Dies ist spannend und unterhaltend geschrieben, man lernt zudem einiges über die Medizin der damaligen Zeit. Gute Bücher für viele schöne Leseabende.

            Lesemone

            Beiträge 16
            29.08.2019

              In einem leicht zu lesenden Schreibstil schildert die Autorin die medizinische Lage ab dem Jahr 1831 in Berlin. Denn da brach die Cholera aus und es gab viele Tote zu beklagen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Berliner Charitè, in der Dr. Dieffenbach praktizierte. Anschaulich schildert Ulrike Schweikert, wie damals operiert wurde. Es wird auch herausgestellt, wie machtlos und vor allem ahnungslos man damals war, was Wundbrand und Kindbettfieber anging. Alles wurde in eine unterhaltsame Geschichte verpackt, die mehrere Handlungsstränge hat und mit Wärterin Elisabeth auch noch eine Liebesgeschichte beinhaltet. Ein schönes Buch, in dem man gemütlich auf der Couch schmökern kann. Ich bin nach dem Lesen des Buches auf jeden Fall froh, dass die Medizin heute viel weiter ist!

              Borkum

              Beiträge 25
              22.08.2019

                Mit Hilfe von Elisabeth, die als Wärterin im berühmten Berliner Krankenhaus Charité tätig ist, und dem Arzt Dieffenbach verschafft uns Ulrike Schweikert einen tiefen Einblick in die medizinischen Verhältnisse der damaligen Zeit. Die detaillierte Schilderung der hygienischen Umstände und der Behandlungsmethoden (wie z. B. Operationen ohne Narkose) ließen Bilder vor meinem inneren Auge entstehen, die ich nicht unbedingt alle gebraucht hätte.
                Aber neben all den medizinischen Details wird der Fokus auch auf die privaten Umstände der Protagonisten und den persönlichen Problemen der Patienten gerichtet. Ebenfalls zur Sprache kommen neue Errungenschaften nicht nur in der Medizin sondern auch technischer Art wie z. B. die Einweihung der ersten Bahnstrecke für Dampfloks.
                Das Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen, was nicht zuletzt an der fesselnden Erzählweise der Autorin lag. Da ich es kaum aus der Hand legen mochte, war es in kürzester Zeit gelesen obwohl ich mir wünschte, dass es nicht zu Ende ging.
                Ulrike Schweikert hat sowohl reale Persönlichkeiten als auch fiktive Personen geschickt miteinander verwoben. Anhand des Kapitels „Dichtung und Wahrheit“ kann man erkennen welch intensive Recherche sie betrieben hat bevor dieses Werk entstanden ist.
                Ich bin froh, nicht damals gelebt zu haben. Dabei spielt nicht nur die Vorstellung der medizinischen und hygienischen Verhältnisse eine Rolle sondern auch die Stellung der Frauen in der damaligen Zeit, die in dem Buch ebenfalls ein Thema ist.
                Mich hat dieses unterhaltsame, spannende und lehrreiche Buch total begeistert und ich vergebe sehr gerne fette fünf Sterne.

                irmgard_hahn

                Beiträge 30
                02.05.2019

                  Wie schon die Fernsehserie ist auch das Buch hochspannend und erzählt von Zeiten, in denen die moderne Medizin noch in den Kinderschuhen steckte. Die Vermischung mit persönlichen Geschichten, den Möglichkeiten der Medizin zu der damaligen Zeit und verschiedenen „Fällen“ in der Charité hat mir sehr gut gefallen. Manchmal hätte ich den Ärzten gern zugerufen, dass sie doch steril arbeiten müssen, doch das war damals noch nicht bekannt.
                  Hauptsächlich macht die Cholera den Ärzten Probleme und eine junge Hebamme gerät in eine schwierige Lage. Hochspannend erzählt und nur zu empfehlen.

                  buchleserin

                  Beiträge 18
                  10.03.2019

                    Die Charité, das Berliner Krankenhaus 1831. Eine Geschichte über die Medizin und den Alltag in diesem Krankenhaus und über die Menschen, die dort arbeiten. Herr Doktor Dieffenbach und seine Kollegen versuchen mit ihrem Können und den damaligen Mitteln, die zur Verfügung standen, die Menschen dort von ihren Krankheiten zu heilen, was jedoch nicht immer gelingt. Die ehrgeizige junge Pflegerin Elisabeth kümmert sich aufopfernd und liebevoll um die Patienten und gerät immer wieder in Streit mit dem jungen Unterchirurg Alexander Heydecker. Nicht alle Wärterinnen sind so hilfsbereit und freundlich zu den Patienten. Die Hebamme Martha arbeitet inzwischen auch dort, jedoch im Totenhaus der Charité. Jeder hat seine eigenen Beweggründe dort zu sein.
                    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Die Handlung zieht einen gleich in ihren Bann, interessant, spannend und unterhaltsam. Elisabeth war mir gleich sehr sympathisch und auch die anderen Charaktere haben mir gut gefallen. Der Alltag dort im Krankenhaus ist sehr anschaulich beschrieben, so dass ich mir alles bildlich gut vorstellen konnte. Die Zustände damals waren schon ziemlich krass. Und die Pflegerinnen arbeiten dort für sehr wenig Lohn wirklich sehr hart und die Arbeitstage sind lang. Die Ärzte versuchen so viele Leben wie möglich zu retten. Dr. Dieffenbach arbeitet auch als plastischer Chirurg und wird von der Gräfin Ludovica bewundert.
                    Das Buch ließ sich sehr flüssig lesen. Man taucht sofort ein in die Geschichte. Die Handlung wechselt zwischen den verschiedenen Charakteren und Handlungsorten hin- und her. Die Operationen und Sektionen wurden teilweise sehr bildhaft beschrieben. Operationen ohne Narkose, da mussten die Menschen einiges aushalten. Frauen durften damals nur als Wärterinnen im Krankenhaus arbeiten, einige wurden dann als Schwestern ausgebildet. Medizin durften sie damals noch nicht studieren. Nicht alle Ärzte waren talentiert, doch Professor Dieffenbach war ein berühmter Arzt in der Charité und später wurde er Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik und ist Autor des Buches „Die Operative Chirurgie“.
                    „Die Charité – Hoffnung und Schicksal“ ist ein gelungener historischer Roman, der von mir eine Leseempfehlung bekommt.

                    Friedi

                    1 Beitrag
                    04.03.2019

                      Das Buch ist spannend und voller Ehrgeiz und Liebe.
                      Wer sagt nur Männer können in der Medizin sich weiterentwickeln hat sich getäuscht. Auch wir Frauen können das und das wird in dem Buch auch super zur Geltung gebracht.

                      flieder

                      Beiträge 8
                      12.02.2019

                        Berlin im Jahre 1831. In Berlin geht die Angst um, denn die Cholera scheint immer näher zu kommen.Als ein Schiffer qualvoll stirbt beginnt für Professor Dieffenbach , der in der Charite arbeitete und eine damals durchaus anerkannte Persönlichkeit war, ein Wettlauf gegen die Zeit. Aber auch drei Frauen jener Zeit müssen mit ihrem zum Teil harten Leben zurecht kommen und sich in der Charite mühevoll ihren Unterhalt verdienen.
                        Die Autorin Ulrike Schweikert konnte mich von der ersten Seite an überzeugen.Sie hat Realität und Fiktion sehr gut vermischt und man bekommt gute Einblicke in das damalige schwierige Leben der Ärzte und dem Pflegepersonal. Mich hat dieser Roman vollends überzeugt und ich vergebe gerne 5 Sterne

                        fraedherike

                        Beiträge 9
                        22.01.2019

                          Nachdem ich mit Freude die Serie "Die Charite" gesehen habe, musste ich natürlich auch dieses Buch lesen - und ich wurde nicht enttäuscht.

                          Gerade als Therapeutin bin ich sehr an medizinischer Geschichte interessiert und die Autorin Schweikert hat es mit wunderbarer Sprache geschaffen, die Geschehnisse früherer Zeiten in einer informative Lektüre zu verpacken.
                          Die Sprache ist sehr realitätsnahe und hat die Charaktere zum Leben erwecken lassen.

                          Der Fokus liegt auf drei Frauen, einer Gräfin, eine Hebamme und einer Krankenpflegerin. Besonders die Geschichte der geheimen Liebe der Pflegerin und ihrem Wunsch, Medizin zu studieren, hat mir sehr gefallen und ich habe mich Elisabeth sehr nahe gefühlt. Ihre Gefühle wurden unsagbar gut beschrieben und sie kam mir wie eine reale Person vor, die jederzeit um die Ecke biegen könnte.

                          Der Verlauf der Geschichte ist spannend und hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Ich habe noch lange nach der Lektüre an dieses Buch gedacht und es hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

                          Struppel

                          Beiträge 3
                          22.01.2019

                            Die Charité ist ein Buch, dass ich mich sehr überrascht hat.
                            Das Cover finde ich ansprechend. Wenn auch Historienromane sonst nicht so mein Genre sind, habe ich doch zu diesem Buch gegriffen, eben weil er von der Charité handelt. Gerade für mich als Berlinerin ist diese Einrichtung bemerkenswert sowohl von der Leistung als auch von der Größe her. Da hat mich ein Buch mit geschichtlichem Hintergrund dann doch interessiert.
                            Ich fand das Buch sehr schön aufgebaut, der Schreibstil ist angenehm und es liest sich leicht. Die Personen und Orte werden sehr bildhaft dargestellt, man taucht ein in das Geschehen und ist mittendrin. Teils sind die Personen erfunden, teils gab es sie wirklich. Das hat für noch mehr Realitätsbezug gesorgt. Auch die damaligen Behandlungsmethoden wirken sehr gut recherchiert. Mich hat das teilweise erschrocken gemacht, was die Leute damals aushalten mussten. Andererseits ist es faszinierend zu sehen, wie schnell sich doch der Stand der Medizin entwickelt. Da kann man wirklich nur dankbar sein. Ich kann das Buch nur empfehlen, es ist eine gesunde Mischung und macht einfach Spaß, zu lesen.

                            Persephone13

                            Beiträge 23
                            19.01.2019

                              Normalerweise bin ich nicht so ein großer Fan historischer Romane, den Roman „Charite“ allerdings hat mir eine Freundin empfohlen und ich bin froh, dass ich ihn gelesen habe, da sich die Geschichte um das berühmte Berliner Krankenhaus im Jahr 1831 wirklich authentisch liest und gut recherchiert scheint. Auch die Figuren, um die sich die Handlung dreht, sind alle interessante und auf ihre Art und Weise inspirierende Frauen. Dass der Roman aus der Sicht von gleich drei Protagonisten geschrieben ist, hört sich erst einmal verwirrend an, man kommt aber sehr schnell hinein und kann richtig mitleben. Zu den drei Frauen, von denen die Geschichte vordergründig handelt sind Martha (eine Hebamme, die aber im Laufe der Handlung ins Totenhaus der Charite wechselt), Elisabeth, eine junge Pflegerin, die ihre Liebe zur Medizin entdeckt, allerdings damit hadert, dass Frauen die Karriere als Ärztin versagt bleibt und Gräfin Ludovica, die versucht ihre Position dazu zu benutzen, die Umstände, in denen Kranke in der Charite behandelt werden, zu verbessern. Alle drei sind sehr starke Charaktere, die in der einen oder anderen Art und Weise für die Rechte der Frauen in einer Zeit, in der Frauen wenige Rechte hatten, kämpfen. Dazu kommt natürlich noch der geschichtliche Aspekt und die Tatsache, dass gerade die Cholera in der Stadt wütet.
                              Ein Roman, der angesichts der doch recht detailreichen Schilderungen der medizinischen Praktiken der Zeit nicht unbedingt etwas für allzu empfindliche Gemüter ist, allerdings sehr authentisch und spannend erzählt wird.

                              Chattys Buecherblog

                              Beiträge 16
                              15.01.2019

                                In den letzten Wochen und Monaten ist die Charité wohl in aller Munde. Das Universitätskrankenhaus hat es zu großem Ruhm und Ehre geschafft und ist auch Hauptdarsteller in einer Doku-Soap, einer TV-Serie und auch einem historischen Roman, nämlich dem Vorliegenden.

                                Die Autorin, Ulrike Schweikert, hat sich dem Thema angenommen und beschreibt in ihrem Roman Hoffnung und Schicksale der Bediensteten, Ärzte und natürlich auch der Patienten und dies alles vor dem Hintergrund, dass es im Jahr 1831 spielt. Ein Jahr, in dem die Cholera in Europa wütet. Klar, dass diese lebensbedrohliche und meist auch tödlich endende Krankheit nun auch Berlin trifft. Hier kommt eben die Charité ins Spiel, in der man krankhaft nach Mitteln forscht, die diese Krankheit im Keim ersticken kann und somit die Menschheit vor dem Aussterben rettet.

                                Leider ist es so, dass man im Laufe des Romans für dieser Krankheit nichts mehr erfährt. Was also als Aufhänger dient, gerade einfach in Vergessenheit.

                                Schnell wird der Leser mit den unterschiedlichsten Protagonisten vertraut gemacht. Egal ob Heinrich Heine, Professor Johann Dieffenbach oder auch der Hebamme Martha, die alle ihren Platz in der Geschichte finden. Stellenweise waren es für mich zwar etwas zuviele Protagonisten, aber alle waren sie auch irgendwie an der Geschichte dieses großen Krankenhauses beteiligt.

                                Sehr gut hat mir die Rolle der Ludovica gefallen. Sie ist eine große Persönlichkeit, die Rang und Namen hatte, klar, denn als Gräfin hat man natürlich auf Einfluß. Sie zeigt sich sehr großzügig und auch großmütig, indem sie die Not in Berlin erkennt und mit ihren Möglichkeiten helfen möchte. Somit ist auch der Gedanke einer Krankenschwesternschule sehr schnell geboren und in die Tat umgesetzt. Wo wären wir heute, ohne diese Schule?!

                                So nett die Geschichte auch zu lesen war, zwischendurch gab es immer mal wieder etwas langatmigere Phasen, die aber schnell wieder vom Fortgang der Geschichte und von guter Unterhaltung abgelöst wurde.

                                buchverschlingen

                                Beiträge 30
                                13.01.2019

                                  Eine aufregende Zeit in der Geschichte der Medizin: das frühe 19. Jahrhundert. Operationen werden ohne Betäubung durchgeführt, man kämpft gegen Wundbrand und die Cholera und Frauen dürfen sich nur als Krankenwärterinnen verdingen, statt selbst als Ärztinnen tätig zu werden.
                                  In dieser Zeit spielt Ulrike Schweikerts neuer Roman. Teils fiktive Personen werden mit realen Persönlichkeiten vermischt und alles zu einer sehr lesenswerten Story verwoben, die den Leser in seinen Bann zieht. Tragische Einzelschicksale, auferlegte Gesellschaftszwänge und wunderbare Erfolge in der Medizin – das alles macht die Geschichte aufregend und lädt zum Mitfiebern und Bangen ein.
                                  Fazit: Ulrike Schweikert schafft es immer wieder, die Vergangenheit einzufangen und lesenswert aufzubereiten

                                  su-sun

                                  Beiträge 35
                                  10.01.2019

                                    Die Autorin hat dem Leser mit diesem grandiosen Buch ein wertvolles Stück Medizingeschichte, aufbereitet für den Laien, mit fiktionalen, warmherzigen und sehr sorgfältig ausgestatteten Charakteren geschenkt. Ihr Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen. Er hätte vielleicht in der Wortwahl und Ausdrucksweise der damaligen Zeit etwas mehr angepasst werden können, aber das ist kein wirklicher Kritikpunkt am Buch. Die Autorin hat reale Persönlichkeiten , wie die des Dr. Dieffenbach gekonnt mit erzählerischer Bravour in diesen Roman eingebunden. Wir erfahren sehr viel über die damaligen Organisationsstrukturen einer Klinik und die mangelnde ärztliche Versorgung der Bevölkerung. Die sehr gute, historische Recherche der Autorin wird perfekt zum Leser transportiert und ist absolut glaubwürdig.

                                    Die Liebe, aufgezeigt zwischen Arzt und Fachpersonal spielt eine tragende Rolle in diesem ca. fünfhundert Seiten langem Roman und sorgt für viele Probleme.
                                    Elisabeth, eine junge Wärterin ( so wurden die Hilfskräfte in den Kliniken damals genannt) beginnt eine Ausbildung in der Charité und erobert durch ihre Freundlichkeit , Fleiss und Fachwissen die Anerkennung der Patienten, Ärzte und auch die Sympathie des Lesers.
                                    Auch Gräfin Ludovica und Dr. Dieffenbach beeindrucken durch ihre heimliche Zuneigung füreinander , die auch von seiner Seite aus besteht, obwohl er glücklich verheiratet ist. Die Hebamme Martha , die aus Menschlichkeit eine tragische Situation klärt, hat mich mit ihrer Verhaltensweise und Entscheidungen fast zu Tränen gerührt.

                                    Einen Kritikpunkt möchte ich allerdings anbringen. Die vielen detailreichen, blutigen und grässlichen Beschreibungen von schwierigen Operationen hätten für mich nicht so ausführlich und oft sein müssen. Man muss bedenken, es gab keine Narkosen, keine wirkliche Schmerzlinderung und Patienten wurden bei Bewusstsein mit roher Gewalt festgehalten und operiert. Syphillis Patienten wurden kurzerhand mit Quecksilber behandelt , man kann sagen eher vergiftet. Tragische Schicksalsbeschreibungen werden dem Leser zugemutet. Aber die Wirklichkeit war damals so. Kliniken stanken nach Blut. Eiter und allen menschlichen Ausscheidungen.
                                    Von gepeinigten Schmerzensschreien, die von überall ans Ohr drangen, begleitet. Hygiene wurde aus Unwissenheit , oft auch Faulheit nicht so ernst genommen und der Aufbau von Krankenpflegeschulen befand sich erst in seinem Anfang.
                                    Ich musste beim Lesen oft an meinen Grossvater denken, der noch von den tragischen Cholerafällen durch die Erzählungen seiner Grosseltern von dieser Zeit wusste und das mit einem makabren Lied oft vortrug: "Juppheidi, juppheida - Schnaps ist gut gegen die Cholera"!

                                    Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn der Roman einen kleinen Grusel - und Ekelfaktor enthält, der nicht jedermanns Sache ist.

                                    Meine Bewertung : VIER **** Sterne für diesen wertvollen und informativen Roman.

                                    Dori5638

                                    Beiträge 33
                                    25.12.2018

                                      Wieder ein Buch, das is als Geschenk bekommen habe und mich leider so gar nicht anspricht - wem diese Mischung aus Romantik Geschichte und Medizin gefällt, sollte dieses Buch lesen. Geschrieben ist es wirklich nicht schlecht.

                                      Hexie

                                      1 Beitrag
                                      04.12.2018

                                        Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur Letzen Seite gefesselt. Man tauchte in eine andere Welt ein und bekam Einsicht unter welchen Bedingungen die Schwestern und die Ärzte gearbeitet haben. Mit wie wenigen Mitteln sie doch in der Lage waren zu operieren und wie wichtig doch die Forschung war. Ich bin froh, dass ich in der heutigen Zeit lebe, wo Operationen unter Narkose Standart sind. Ich hoffe dieses Buch hat eine Fortsetzung.

                                        HEIDIZ

                                        Beiträge 12
                                        04.11.2018

                                          Wir befinden uns anfangs im Berlin des Jahres 1831. Schon länger geht die Angst um, die Cholera könne auch Deutschland erreichen. Wir steigen in die Handlung ein, als Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen herauszufinden, wer die Überträger sein könnten und wie man der Krankheit den Garaus machen könnte. Die Zeit allerdings spielt gegen sie. Dann sind da drei Frauenpersönlichkeiten, die in die Handlung eingewoben sind und durch sie hindurch immer wieder auftauchen: Gräfin Ludovica, verheiratet mit einem, der ständig meint, krank zu sein. Sie ist mit dem Arzt Dieffenbach befreundet. Außerdem die Hebamme Martha und ihr Sohn, die im Totenhaus der Charité tätig ist. Die junge Pflegerin Elisabeth ist eine weitere wichtige Figur innerhalb dieser Geschichte, sie liebt die Medizin und einen jungen Arzt, was nicht erlaubt ist.
                                          Das berühmte Krankenhaus, um welches sich so viele Geschichte ranken, wird lebendig innerhalb dieser fiktiven Geschichte, in die viele wahre Elemente verwoben sind.

                                          Man kann innerhalb der lebendig konstruierten Handlung sehr gut die Szenen und Beweggründe der Charaktere nachvollziehen. Beides ist durchdacht dargestellt und glaubwürdig ausschweifend beschrieben. Ausschweifend an Stellen, wo ich es mir auf Grund des Verständnisses wünschte und auf den Punkt, wenn Ausschweifen nicht nötig war.

                                          Insgesamt liest sich der Roman extrem spannend, flüssig und kurzweilig. Hat mir rundherum gefallen, ergibt ein ansprechendes Ganzes und positives Bild, Art und Weise des Schreibens passte zur Zeit und zum Thema, es waren medizinische Szenen zu lesen, die aber so beschrieben waren, dass sie verständlich zu lesen sind.

                                          Absolut lesenswert - bin schon extrem gespannt auf die Fortsetzung !!!

                                          Gisel

                                          Beiträge 4
                                          24.10.2018

                                            Großartiger historischer Roman

                                            Im Jahr 1831 bricht in Berlin die Cholera aus. In der Charité versuchen die Ärzte, die Krankheit in den Griff zu kriegen. Wie so viele andere Krankheiten überhaupt. Während die Hebamme Martha im Totenhaus des Krankenhauses arbeitet, um ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu gönnen, arbeitet die Pflegerin Elisabeth auf den Stationen und erweist sich als große Hilfe für die Ärzte und Patienten. Gräfin Ludovica von Bredow engagiert sich für die Zukunft des Krankenhauses und findet Trost in den Gesprächen mit Professor Dieffenbach, der nicht nur Arzt an der Charité ist, sondern auch der Hausarzt der adeligen Familie.

                                            Am Beispiel dieser teils erfundenen, teils historisch belegten Personen der Berliner Charité lässt die Autorin Ulrike Schweikert ein farbenfrohes Bild des Krankenhausbetriebs im 19. Jahrhundert entstehen. Man merkt sehr schnell, dass sie akribisch recherchiert hat für diesen Roman. So ist es ihr auch gut gelungen, die jeweiligen Personen in das Geschehen zu integrieren und den geschichtlichen Hintergrund mit viel Leben zu füllen. Ihre Protagonisten wachsen dem Leser schnell ans Herz, sie wirken sehr authentisch, so dass man gut mitfiebern kann mit den Geschehnissen dieser Geschichte. Aber auch der geschichtliche Hintergrund ist sehr gut eingefangen, man kann sich sehr schnell zurechtfinden in diesem Berlin des 19. Jahrhunderts. Ergänzt wird die Erzählung durch Kartenmaterial über die Lage des Krankenhauses. Der Schreibstil ist flüssig, so dass die knapp 500 Seiten des Buches nur so dahinfliegen.

                                            Mit diesem Buch ist der Autorin erneut ein großartiger historischer Roman gelungen, den ich sehr gerne weiter empfehle. Von mir gibt es die volle Sternenzahl.

                                            Langeweile

                                            Beiträge 17
                                            23.10.2018

                                              Klappentext:

                                              Berlin 1831: seit Wochen geht die Angst um, die Cholera können Deutschland erreichen und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Diefenbach und seine Kollegen fieberhaft, Überträger und Heilmittel auszumachen: ein Wettlauf gegen die Zeit. Während die Ärzte um das Überleben von Tausenden kämpfen,führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost und Kraft in den Gesprächen mit den berühmten Professor Dieffenbach. Hebamme Martha versucht ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten und verdingt sich im Totenhaus der Charité. Die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und — verbotenerweise — zu einem jungen Arzt.

                                              Meine Meinung:

                                              Der Autorin ist auf hervorragende Weise gelungen ein Stück Medizingeschichte des frühen 19. Jahrhunderts zu präsentieren.Sie hat hierfür das wohl berühmteste Krankenhaus Deutschlands, die Berliner Charité, als Schauplatz ausgesucht.
                                              Auf eine sehr beeindruckende Weise hat sie die medizinische Entwicklung in eine Geschichte verpackt ,in welcher neben den historischen Persönlichkeiten aus dem Bereich der Medizin , drei starke Frauen im Mittelpunkt stehen.
                                              Der eindrucksvolle Schreibstil zog mich von Anfang an in die Geschichte hinein, die ich mit kurzen Unterbrechungen innerhalb von zwei Tagen gelesen habe. Man merkte dem Roman die umfangreichen Recherchen sehr deutlich an.
                                              In der heutigen Zeit vermag man sich gar nicht mehr vorzustellen, mit welchen Schwierigkeiten auf damals in der Medizin kämpfen musste.
                                              Der Pioniergeist der Ärzte und Pflegerinnen ,welche damals als „Wärterinnen“ bezeichnet wurden ,kam sehr gut zum Ausdruck.
                                              Einen größeren Raum nahm auch der Kampf der Frauen um mehr Rechte im beruflichen und privaten Bereich ein.
                                              Nach der Lektüre dieses Buches, wurde mir wieder einmal bewusst, wie gut es ist im Hier und Jetzt zu leben.

                                              Fazit:

                                              Ich spreche eine Leseempfehlung aus und vergebe fünf Sterne.

                                              Beeindruckend

                                              Beiträge 83
                                              05.10.2018

                                                Berlin im Jahr 1831: Die junge Elisabeth tritt ihre Ausbildung zur Pflegerin in der Charite an. Als die Cholera ausbricht erlebt sie hautnah, wie machtlos die Ärzte dagegen sind. Besonders Professor Dieffenbach und einige andere Ärzte forschen Tag und Nacht um der Epidemie Einhalt zu gebieten. Elisabeth muß miterleben, wie Tausende Menschen sterben.

                                                Auch die Hebamme Martha kämpft für die werdenden Mütter, die zahlreich am Kindbettfieber sterben. Dazu muß sie noch allein für ihren Sohn sorgen. Sie wünscht sich für ihn eine gute Schulbildung, damit er einmal ein besseres Leben hat.

                                                Gräfin Ludovica besitzt alles, was man für Geld kaufen kann. Sie ist aber in einer unglücklich Ehe gefangen. Ihr einziger Halt ist die Liebe zu Professor Dieffenbach, obwohl diese niemals mehr als nur Freundschaft sein darf.

                                                Alle diese drei Frauen haben eines gemeinsam: Sie interessieren sich sehr für die Medizin und könnten mit ihrem Wissen darüber den Menschen helfen. Doch weil sie Frauen sind, müssen sie mit ansehen, wie einige Ärzte hilflos im Dunkeln tappen, wenn es darum geht neue Wege in der Medizin zu gehen. Besonders Elisabeth ist hin und her gerissen zwischen ihrer Liebe zur Medizin und zu einem jungen Arzt. Sie muß jetzt eine Entscheidung treffen, die ihr ganzes Leben beeinflussen wird.

                                                Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Die Mühe um die medizinischen Inhalte so genau zu beschreiben, muß gewaltig gewesen sein. Und eben weil alle Operationen und Krankheiten so genau beschrieben werden, ist das Buch nichts für schwache Nerven. Es ist wirklich streckenweise sehr, sehr bildhaft geschrieben. Das tut der Qualität des Buches aber keinen Abbruch, eher das Gegenteil ist der Fall. Der Leser erfährt dadurch, wie elendig die Menschen damals gelebt haben und wie jämmerlich sie gestorben sind. Vielleicht regt das Buch einmal dazu an darüber nachzudenken, wie gut die medizinische Versorgung heute ist. Das verdanken wir zum großen Teil den damaligen Ärzten, die unermüdlich geforscht haben.

                                                Dieses Buch wird mir auf jeden Fall in sehr guter Erinnerung bleiben!

                                                Eponine

                                                Beiträge 8
                                                04.10.2018

                                                  Die Geschichte der Medizin hat sich im 19. Jahrhundert im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung rasant entwickelt und somit war ich gespannt auf diesen historischen Roman, der das wohl berühmteste Hospital Deutschlands jener Zeit zum Thema hat.
                                                  Der Schreibstil von Ulrike Schweikert gefällt mir auch in ihrem neuesten Werk sehr. Es gelingt ihr eine gute Mischung aus Unterhaltung und historischen Hintergründen. Die Geschichte ist abwechslungsreich und eignet sich ausgezeichnet dazu, in ihr zu "versinken" und die Welt um sich herum zu vergessen.
                                                  Sowohl die Perspektive von Elisabeth, einer Wärterin, als auch die von Dr. Dieffenbach fand ich gelungen. Auf diese Weise erhält der Leser einen Einblick in unterschiedliche Bereiche der Medizin und auch in unterschiedliche soziale Schichten. Spannend fand ich auch die Erzählung zu den Operationen und Behandlungsmethoden.

                                                  YH110BY

                                                  Beiträge 7
                                                  23.09.2018

                                                    Das Buch spielt in Berlin im Jahre 1831. In dem großen Krankenhaus der Charite' arbeiten viele Ärzte und versuchen dort die Cholera, die seit wenigen Wochen dort eingezogen ist, zu bekämpfen. Das Pflegepersonal, die sogenannten Wärter, haben keine Ausbildung und behandeln die Patienten oft nicht richtig oder verschlechtern ihren Gesundheitszustand. Gräfin Ludovica entdeckt die mangelnden Zustände und zusammen mit ihrem Arzt, Herrn Professor Dieffenbach, beginnt sie das Krankenhaus zu verändern. Elisabeth ist seit kurzem Wärterin im Charite' und trägt einiges dazu bei, dass sich die Bedingungen im Krankenhaus verbessern. Elisabeth hat sehr großes Interesse an der Medizin und verliebt sich in einen dort arbeitenden Arzt.

                                                    Der Roman ist wunderschön geschrieben und hat mir sehr, sehr gut gefallen. Der Schreibstil hat mich von der ersten Seite an gefesselt und fasziniert. Die einzelnen Charaktere sind sehr schön beschrieben, so dass ich mir alle Personen gut vorstellen konnte. Besonders die Gräfin, aber auch Elisabeth und Martha sind mir sofort symathisch gewesen und im Laufe des Buches richtig ans Herz gewachsen. Insgesamt ein wundervoller historischer Roman, den ich mit großer Begeisterung gelesen habe. Auch die Umsetzung der Geschichte im Krankenhaus und die Beschreibung der Krankheiten und ihrer Behandlung sind großartig gelungen und waren für mich ein absoluter Lesegenuss!

                                                    milkysilvermoon

                                                    Beiträge 20
                                                    22.09.2018

                                                      Berlin im August 1831: Die Cholera greift in Deutschland um sich. Als auf einem Kahn auf der Spree der Schiffer Hans Mater qualvoll stirbt, kommt die heimtückische Krankheit auch in der Charité an. In dem Krankenhaus versuchen Professor Johann Friedrich Dieffenbach, ein Chirurg, und seine Kollegen mit Hochdruck, Überträger und Heilmittel auszumachen. Neben dem Kampf um das Überleben Tausender Menschen kommt er Gräfin Ludovica näher, die mit einem Hypochonder verheiratet ist. Auch Hebamme Martha Vogelsang leidet unter ihrer Ehe. Um ihrem Sohn August eine bessere Zukunft zu bieten, verdingt sie sich im Totenhaus der Charité. Und dann ist da noch die 19-jährige Krankenwärterin Elisabeth Bergmann, die nicht nur ihre Liebe für die Medizin, sondern auch die zu einem jungen Arzt entdeckt…

                                                      „Die Charité: Hoffnung und Schicksal“ ist der erste Band der Reihe um das bekannte Krankenhaus von Ulrike Schweikert.

                                                      Meine Meinung:
                                                      Nach dem Prolog ist der Roman in mehrere Bücher unterteilt, die wiederum aus mehreren Kapiteln bestehen. Erzählt wird aus der Perspektive verschiedener Personen. Dieser Aufbau funktioniert gut.

                                                      Der Schreibstil ist nicht nur flüssig und angenehm, sondern auch eindringlich und anschaulich. Durch detaillierte Beschreibungen wird eine lebendige Atmosphäre geschaffen, die mich schnell in die Geschichte eintauchen ließ.

                                                      Aufgrund der Vielzahl an Personen, die im Roman auftauchen, fiel mir vor allem anfangs eine Orientierung nicht besonders leicht. Dadurch lernt man allerdings auch etliche interessante Charaktere kennen. Vor allem Hebamme Martha und Pflegerin Elisabeth waren mir schon nach kurzer Zeit sympathisch. Sie werden liebevoll und warmherzig charakterisiert. Auch die übrigen Personen bleiben nicht blass, sondern werden detailliert und realitätsnah geschildert.

                                                      Trotz der recht hohen Seitenzahl wirkt die Geschichte nur an wenigen Stellen etwas langatmig. Überwiegend ist die Handlung abwechslungsreich und unterhaltsam. Vor allem die unterschiedlichen Leiden der Patienten und deren dramatische Geschichten, aber auch die Schicksale der Protagonisten sorgen für vielerlei bewegende Momente.

                                                      Ein Pluspunkt ist für mich, dass im Roman historische Fakten mit Fiktion verwoben werden. Neben erfundenen Charakteren greift die Autorin auf belegbare Persönlichkeiten wie Dr. Dieffenbach zurück. Darüber hinaus wird ihre fundierte Recherche an vielen Stellen deutlich, denn die Umstände in der damaligen Zeit, die Anfänge der moderneren Medizin und andere historische Tatsachen werden auf kurzweilige Weise erklärt. Somit ist die Lektüre auch lehrreich.

                                                      Das Cover wirkt ein wenig kitschig, passt inhaltlich aber sehr gut. Auch der Titel ist treffend gewählt.

                                                      Ich habe die Geschichte als ungekürzte Lesung gehört. Dabei hat Sprecherin Beate Rysopp einen guten Job gemacht.

                                                      Mein Fazit:
                                                      „Die Charité: Hoffnung und Schicksal“ von Ulrike Schweikert ist ein gelungener Roman, der nicht nur Geschichtsfans schöne Lese- oder Hörstunden beschert. Auf die Fortsetzung der Reihe bin ich gespannt.

                                                      Leseeckchen

                                                      Beiträge 23
                                                      14.09.2018

                                                        Frauen und Medizin im frühen 19. Jahrhundert

                                                        Berlin, Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Ärzte in der Charitè kämpfen um Leben, Seite an Seite mit Wärterinnen, die mehr oder weniger herzlich die Kranken pflegen. Frauen haben es schwer, wenn sie nicht in höheren Kreisen leben. Drei Frauen erleben diese Zeit völlig unterschiedlich, und doch vereint sie das Interesse an der Medizin und die Tatsache, dass Frauen wenig Rechte haben. Jede einzelne kämpft auf ihre Weise und um ihre Träume. Auch die Liebe spielt dabei eine Rolle.

                                                        Obwohl ich nicht der große Histo-Fan bin, habe ich dieses Hörbuch gebannt und fasziniert gehört. Beate Rysopp hat die perfekte Stimme und ideale Betonung für Ulrike Schweikerts Worte. Dass hier nicht einfach eine erfundene Geschichte, sondern wahrer historischer Hintergrund einen großen Anteil hat, macht viel von dieser Faszination aus. Diese Zeit ist noch gar nicht so lange her und doch unendlich weit weg. Kaum vorzustellen, wie hart das war und welch horrenden Irrtümer die damaligen Ärzte vehement verteidigt haben. Dass oft nur Zufälle eine neue Entwicklung ermöglichen und Änderungen manchmal nur mit Gewalt und Kampf möglich sind, stimmt mich mehr als traurig.

                                                        Die Geschichte dieser Frauen und Ärzte geht bei mir ganz tief unter die Haut. Und dann sehe ich, wie wir heute so viel Kraft dafür verschwenden, eine Gleichheit zu erzwingen, die niemandem nutzt. Der Wahn, heute an jedes Wort „-innen“ anhängen zu müssen, regt mir mehr auf denn je. Haben wir das wirklich nötig?

                                                        Ohne moralischen Zeigefinger kommt Ulrike Schweikert aus. Sie stellt einfach nur sehr klar und deutlich dar, wie das Leben „damals“ war. Für Frauen sehr viel schlechter, als für Männer – und das ganz ohne Begründung. Es war einfach so! Männer durften Ärzte werden, Frauen war die Medizin nicht erlaubt, nur als Hebamme oder Wärterin, später als Diakonisse. Der Umbruch, die Erkenntnis einiger weniger Männer, die Veränderungen – das hat Zeit und Kraft gekostet. Dennoch waren Frauen schon immer bereit, diese Kraft aufzubringen. Die drei weiblichen Hauptfiguren in „Die Charitè“ sind mutig und stark, trotz vieler Rückschläge und Einschränkungen. Ob nun die Gräfin Ludovica, die nie finanzielle Not kannte, oder Martha, die ihren schielenden Sohn allein durchbringen muss, oder Elisabeth, die alles daran setzt, dem Schicksal ihrer Schwester zu entgehen – sie machen alle Mut.

                                                        Oftmals werden Wunden und Operationen so anschaulich beschrieben, dass ich gegen Ohnmacht und Übelkeit ankämpfen musste. Da bin ich zart besaitet! Dennoch konnte ich einfach nicht aufhören, weiterzuhören. Das (Hör-)Buch besitzt eine ganz eigene Form der Spannung. Wie sich die Medizin langsam von einer zur anderen Erkenntnis arbeitete, wie sich die Frauen einen Platz in diesem Gebiet erkämpft haben, das Schicksal der Patienten, aber auch, wie liebende Herzen zueinander fanden – oder auch nicht – das hat die Autorin wunderbar unter einen Hut gebracht. Fiktion und Wirklichkeit, ganz gekonnt ineinander verwebt – so gefällt mir ein historischer Roman.

                                                        Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie gelungen ich „Die Charitè“ finde. Das ist Unterhaltung mit Lerneffekt, würde ich behaupten wollen. Geschichtsunterricht auf besondere Art, beste Unterhaltung und ein wahrer Hörgenuss. Von mir gibt es deshalb die vollen fünf Sterne.

                                                        LEXI_LB

                                                        Beiträge 3
                                                        eine Antwort 11.09.2018

                                                          Man kommt jeden Tag an seine Grenzen und fragt sich, wo man die Kraft hernehmen soll.

                                                          Die Stadt Berlin im Herbst 1831 gleicht immer mehr einem Totenhaus, der Ausnahmezustand wird ausgerufen, nachdem die Cholera Einzug gehalten hat und eine Welle von Elend und Tod mit sich bringt. Die ersten auftretenden Fälle werden ins Pockenhaus der Charité gebracht, dem ältesten Krankenhaus Berlins, welches das zentrale Thema dieses historischen Romans darstellt. Einst ein Spital für arme Bürger und Soldaten avancierte es dank ihrer wichtigen Funktion als Lehr- und Forschungsstätte zu einer der forschungsintensivsten medizinischen Einrichtungen Deutschlands und brachte einige Nobelpreisträger für Medizin oder Physiologie hervor.

                                                          Ulrike Schweikert konzentriert sich im vorliegenden Buch auf die medizinische Versorgung und führt ihren Lesern hautnah das Leid der Kranken und die folgenschweren Behandlungsmethoden vor Augen – und zwar in einer Zeit, in der Erkenntnisse über die Ursache von Krankheiten sowie weitere bahnbrechende Entdeckungen erst noch bevorstanden. Die Sterblichkeitsrate bei Operationen war hoch, eine Schmerzbetäubung sowie die Möglichkeit, Wundbrand zu behandeln, nicht vorhanden. Die Ärzteschaft stand heimtückischen Krankheiten wie Cholera, Typhus, Ruhr oder der Diphterie schier machtlos gegenüber, Ursachenforschung und Behandlungsversuche waren nur selten von Erfolg gekrönt. Es gab erste Versuche bei Bruchoperationen, Operationen von schielenden Augen und im Bereich der plastischen Chirurgie, das Kindbettfieber raffte unzählige Mütter nach der Geburt hinweg. Auch das Rätsel um Bluttransfusionen wartete noch darauf, gelöst zu werden.

                                                          In dieser spannenden Epoche bewirbt sich die neunzehnjährige Protagonistin Elisabeth Bergmann als Krankenwärterin in der Charité, wo sie zwar für ihre harte Arbeit nur kargen Lohn erhält, jedoch gratis Unterkunft und Verpflegung lukriert. Für die junge Frau, die ihre ganze Familie verloren hat, ist diese Stelle die einzige Möglichkeit, ihren unbändigen Lerneifer, ihren Wissensdurst und ihr übergroßes Interesse an der Arbeit der Ärzte zu stillen. Die sanftmütige und herzliche Krankenwärterin wird sehr rasch zu einem kleinen, aber wichtigen Rädchen im großen Gefüge der Charité, sie ist beliebt, hat einen guten Einfluss auf die Patienten, tritt jedoch sehr hartnäckig und streitbar auf, wenn sie ihre Vorstellungen zugunsten der Kranken in die Tat umsetzen möchte. Elisabeth verkörpert Trost und Aufmunterung und setzt sich für Veränderungen ein, was manchen ihrer Kollegen und auch manchem Arzt und ein Dorn im Auge ist. Ein angehender junger Arzt mit faszinierenden blauen Augen empfindet Elisabeth als besonders lästige Plage, muss sich nach einiger Zeit jedoch das Geständnis abringen, ihre Intelligenz und ihren Kampfgeist zu bewundern. Nachdem vier Diakonissen unter der Führung ihrer Oberin Einzug in die Charité halten und eine vermögende Adelige sich gemeinsam mit dem Chirurgen Dr. Johann Friedrich Dieffenbach für die Ausbildung des Pflegepersonals einsetzt, muss Elisabeth eine Entscheidung treffen…

                                                          Ulrike Schweikert bietet mit ihrer aktuellen Neuerscheinung einen tiefen Einblick in die Geschichte der Charité und man merkt als Leser, wie hervorragend die Autorin recherchiert und sich mit den historischen Fakten vertraut gemacht hat. Das Buch liefert eine pralle Fülle an Informationen, die in Romanform verpackt eine ausgezeichnete und hoch interessante Lektüre abgeben. Besonderes Augenmerk wird hierbei zum einen auf die medizinischen und hygienischen Gegebenheiten dieser Zeit gelegt, zum anderen beschäftigt Ulrike Schweikert sich mit historischen Persönlichkeiten, die in der Charité tätig waren. Abgesehen von der fiktiven Figur der Elisabeth Bergmann konzentriert sich die Autorin auf den ausgezeichneten Operateur Dr. Johann Friedrich Dieffenbach, der voller Ehrgeiz, Forscherdrang und Schaffenseifer versucht, ein Mittel gegen die Cholera zu finden. Der sanfte und rücksichtsvolle Mann ist für die Schüler der Pépinière, der Medizinisch-Chirurgischen Akademie für das Militär, aber auch für seine Kollegen und die Krankenwärter ein großes Vorbild. Neben weiteren ärztlichen Größen wie Dr. Calow, Eduard Wolff, Karl Alexander Kluge, Karl Wilhelm Ideler und dem Leiter Johann Nepomuk Rust spielt die resolute Stadthebamme Martha Vogelsang eine wichtige Nebenrolle im Buch – sie gibt ihre Arbeit als Hebamme zugunsten einer Tätigkeit im Totenhaus der Charité auf. Sehr interessant fand ich auch die Ausführungen der Autorin zum Wesen und zur Entstehung der Diakonissen-Bewegung sowie zu Pfarrer Fliedner aus Kaiserswerth, der eine Bildungsanstalt für evangelische Pflegerinnen gegründet hatte und sein Haus wie eine Schwesternschaft führt.

                                                          Abschließend möchte ich noch auf die optische Aufmachung dieses Buches hinweisen, die dem Verlag hervorragend gelungen ist. Eine dem Betrachter zugewandt sitzende gesichtslose Frau, gekleidet in der Tracht der Charité, hält eine rote Rose in ihren auf der blütenweißen Schürze ruhenden Händen. Sowohl die Körperhaltung, als auch die farbliche Gestaltung wirken aussagekräftig und harmonisch. Der schwarz gedruckte Autorenname und der in sattroter Prägeschrift gehaltene Buchtitel erscheinen elegant und stilvoll. Diesen Roman würde in einem Buchladen allein schon aufgrund der bemerkenswerten Optik meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ich empfand die colorierte Zeichnung sowie den genauen Grundriss der Charité auf den ersten Buchinnenseiten als höchst informatives und nützliches Detail, und in einem Nachwort der Autorin äußert diese sich zur Entstehung dieses Buches und den historisch belegten, wie auch den fiktiven Figuren.

                                                          Fazit: „Die Charité“ war mein erstes Buch von Ulrike Schweikert und ich bin begeistert von ihrem einnehmenden, mitreißenden Schreibstil, den hervorragend recherchierten historischen Fakten und den wunderbar ausgearbeiteten und authentischen Figuren – ein Gesamtpaket, das mir ausgezeichnet gefallen hat und mir ein unvergleichliches Leseerlebnis bescherte.

                                                          • buchzauber

                                                            Beiträge: 36
                                                            09.11.2018

                                                            Super tolle Rezension. Schade, dass du hier nicht aktiver bist, den ich hätte gerne mehr davon gelesen

                                                          seschat

                                                          Beiträge 19
                                                          09.09.2018

                                                            Rundum überzeugende Geschichte

                                                            Ulrike Schweikerts Mammutwerk "Die Charité" habe ich mit ausgesprochener Freude gelesen. Das lag vor allem an der brillanten Recherche sowie an den authentischen Charakteren. Seite für Seite lässt die Autorin den Leser in die Welt der Berliner Charité von 1830 bis 1840 eintauchen. In dieser medizinisch noch recht abenteuerlichen, weil rückständigen Zeit bewirkten einzelne Ärzte und Pfleger wirkliche Wunder und ließen Humanität walten. Schweikert entwirft ein lebendiges Bild dieses medizinischen Mikrokosmos', indem sie verschiedene mit der Charité verbundene Einzelschicksale parallel aufgreift. Hierbei vermischt sie Fiktion und Überlieferung auf brillante Weise miteinander. Ein Erzählstrang widmet sich dem legendären Chirurgen Professor Dieffenbach, der stets das neueste medizinisches Knowhow anwendet und heimlich in die Gräfin Ludovica verliebt ist. Darüber hinaus wird das Leben der allein erziehenden Hebamme Martha betrachtet, die sich durchs Leben kämpfen muss. Zu guter Letzt wird auf das Schicksal der verwaisten Pflegerin und späteren Krankenschwester Elisabeth eingegangen, die sich Tag für Tag aufopferungsvoll und mit viel Empathie um ihre Patienten kümmert. Diesen drei Personen über die Schulter schauen zu dürfen, ist ausgesprochen spannend, da man dabei nicht nur viel über die Lebensumstände um 1830/40 erfährt, sondern auch einen detailreichen Einblick in die damalige Medizin erhält. Besonders der Umgang mit den vorherrschenden Krankheiten, wie Cholera, Wundbrand und Kindbettfieber, förderte Neues sowie aus heutiger Sicht Erschreckendes zutage. Obschon die medizinische Komponente einen Großteil der Handlung ausmacht, wird das Privatleben der einzelnen Protagonisten nie vernachlässigt. Es sind vor allem die stetig wechselnden Erzählstränge, die den Plot nie monoton werden lassen. Im Gegenteil, einmal angefangen, möchte man den Historienroman gar nicht mehr zur Seite legen - wahrlich ein Pageturner par excellence. Auch Schweikerts zeittypischer Sprachstil trug seinen Teil dazu bei.

                                                            FAZIT
                                                            Ein fesselnder Historienroman mit Mehrwert, den man so bald nicht wieder vergisst. Hier wird Medizinhistorie spielerisch einfach vermittelt. Dafür vergebe ich gern 5 Sterne.

                                                            sanne_lo

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                                                            05.09.2018

                                                              Die Cholera ist in Berlin! Doch nicht nur mit dieser Seuche, auch mit Krätze, Syphilis, Brüchen, Verbrennungen, Amputationen werden die Ärzte in Berlin konfrontiert. Gegensätzliche Lehrmeinungen prallen aufeinander, von Hygiene kann keine Rede sein, Krankenwärter sind rar und unwillig. All diese Dinge und noch viel mehr spielen sich in der Charité ab. Folterhölle? Ort der Wissenschaft? Gesundwerde-Anstalt?
                                                              Ein spannender Einblick in die Geschichte dieses berühmten Hauses. Krankenhausalltag aus Sicht der Ärzte und Pfleger. Hierarchien behindern den Fortschritt. Arme Patienten werden zu Versuchskaninchen, aber auch wohlhabende Patienten erfahren oft die Schrecken unausgereifter Techniken. Depressiven Patienten werden bewusst heftige Schmerzen zugefügt, um ihren Geist zu wecken. Trotzdem: engagierte und wissbegierige Ärzte entdecken schonendere Verfahren, gehen neue Wege, tun alles zum Wohl der Kranken. Bessere Operationsmethoden werden durchgesetzt. Und auch bei den Pflegekräften gibt es Veränderungen: eine Art Ausbildung wird eingeführt. Gut für die meist rechtlosen Insassen. Die miserable Bezahlung aber bleibt, Personalmangel führt zu Pflegenotstand. Da hat sich bis heute nicht viel getan.
                                                              Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz.
                                                              Lest selber, es lohnt sich.

                                                              Dreamworx

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                                                              02.09.2018

                                                                Medizinische Sternstunden

                                                                1831 Berlin. Im Stadt- und Universitätskrankenhaus Charité haben die Ärzte und auch die Krankenwärter alle Hände voll zu tun, denn in Berlin ist die Cholera ausgebrochen. Die Menschen sterben wie die Fliegen und kaum jemand überlebt die Seuche. Der Chirurg Professor Johann Friedrich Dieffenbach und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Ursachen der Krankheit zu erforschen und ein Heilmittel zu entwickeln. Darunter leidet seine Ehe, doch findet er in der verheirateten Gräfin Ludovica seine Muse, die im sowohl die finanziellen Mittel für das Krankenhaus zur Verfügung stellt, als auch sein Herz höher schlagen lässt. Währenddessen muss sich die Hebamme Martha Vogelsang allein um das Überleben für sich und ihren kleinen Sohn kümmern, weil ihr Mann sie verlassen hat. Sie entscheidet sich dafür, den Dienst als Hebamme aufzugeben und im Totenhaus der Charité zu arbeiten. Ihre Freundin Elisabeth Bergmann hat ihre ganze Familie verloren und beginnt ihre Ausbildung als Krankenwärterin, wo sie den Ärzten schnell durch ihre Fürsorge für die Patienten und ihre Sorgfalt auffällt, besonders einem…

                                                                Ulrike Schweikert hat mit ihrem Buch „Die Charité – Hoffnung und Schicksal“ einen sehr fesselnden historischen Roman vorgelegt, der den damaligen medizinischen Alltag über einen Zeitraum mehr als von 10 Jahren in dem noch heute berühmten Berliner Krankenhaus beleuchtet. Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch dicht und spannend, der Leser wird regelrecht in die Seiten gesogen, um als stiller Beobachter im Berlin des 19. Jahrhunderts durch die Gänge der Charité zu wandeln und den Ärzten, Krankenwärtern und Patienten über die Schulter zu sehen. Die Handlung wird aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählt und lässt den Leser so eine rundum gelungene Geschichte mitverfolgen. Die Autorin versteht es geschickt, historische Zeitgeschichte mit Fiktion dicht zu verweben und dem Leser so ein gutes Gesamtbild der damaligen Lage zu vermitteln, wo mit einfachsten medizinischen Utensilien zu Werke gegangen wurde und man eigentlich nur froh sein kann, in der heutigen Zeit die moderne medizinische Versorgung zu haben. Sehr plastisch werden Operationen, Behandlungen, Lehrveranstaltungen sowie Forschungsversuche geschildert, so dass der Leser das Gefühl hat, genau daneben zu stehen. Dabei wird einem bewusst, wie hoch die damalige Sterberate war und dass die Ärzte auch bei so vielen Misserfolgen weiterhin unermüdlich nach einer Lösung geforscht haben.

                                                                Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und in Szene gesetzt worden. Durch ihre individuellen Eigenschaften wirken sie lebhaft und authentisch. Professor Dieffenbach ist ein unermüdlicher Mann, der Kampf für seine Patienten hat oberste Priorität. Dass sein Privatleben darunter leidet, nimmt er in Kauf. Er besitzt einen wachen Geist und ist energisch, aber auch mitfühlend und offen für Neuerungen. Gräfin Ludovia ist eine freundliche Frau, die mit einem Ehemann geschlagen ist, der egoistisch und selbstbezogen ist. Maria ist eine mutige und starke Frau, die für sich und ihren Sohn ums Überleben kämpft. Elisabeth ist interessiert an allem Medizinischen, sie ist intelligent und sieht schnell, wo die Missstände liegen, um diese dann gegen den Widerstand auszumerzen. Sie hat eine eigene Meinung, die sie auch kundtut und sich den Mund nicht verbieten lässt. Auch die übrigen Protagonisten lassen die Handlung durch ihr Erscheinen lebendig und realistisch wirken, wobei man so bekannte Namen wie Heinrich Heine und Alexander von Humboldt erleben kann.

                                                                „Die Charité – Hoffnung und Schicksal“ ist ein großartiger historischer Roman über das Leben und Wirken an dem bekannten Krankenhaus, durch dessen Forschung und Entwicklung über die vergangenen Jahrhunderte die Medizin wahre Fortschritte für die Menschheit erreicht hat. Absolute Leseempfehlung für einen Erlebnisroman erster Klasse!

                                                                adorable.Books

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                                                                28.08.2018

                                                                  Auf das Buch bin ich durch die Serie Charité gekommen. Eigentlich ist das so überhaupt nicht mein Genre aber da ich die Serie nur so gesuchtet habe, war ich mir schon fast sicher, dass mir auch das Buch sehr gut gefallen wird. Und genau so ist es gekommen. Ich habe es nur so verschlungen. Das Cover passt auf jeden Fall sehr gut zum Inhalt und ich finde es auch sehr gelungen. Es spricht an. Der Schreibstil ist flüssig und ich kann mich auch gut in die Charaktere hineinversetzen. Es ist sehr authentisch jedoch hätte ich mir vom Klappentext her gewünscht, dass es sich etwas mehr um die Cholera dreht. Die wurde leider recht schnell abgehandelt. Jedoch wurden andere Krankheitsbilder mit eingebracht, was mich dann wieder etwas milde gestimmt hat.
                                                                  Das Buch bekommt von mir vollste Leseempfehlung. Auch wenn man Historische Romane eigentlich gar nicht mag.

                                                                  Conny1803

                                                                  Beiträge 5
                                                                  26.08.2018

                                                                    Nachdem ich vor Monaten die Leseprobe schon verschlungen hatte, habe ich mich sehr gefreut, als ich endlich das Buch in der Hand hatte.
                                                                    Ich habe es binnen 3Tagen durchgelesen....und was soll ich sagen, es war super!
                                                                    Die Geschichte des Krankenhauses, der Aerzte und "Pfleger" von damals, dazu noch die Geschichte der Waerterin Elisabeth. Sehr gelungen und sehr empfehlenswert fuer alle, die gern historische Romane und Buecher von Frau Schweikert lesen!

                                                                    Xanaka

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                                                                      Was für ein Buch.....

                                                                      Während des Lesens befinden wir uns in Berlin 1831. Es ist damals in Berlin eine völlig andere Zeit. Die Charité ist bereits eine etablierte Einrichtung um Kranke mehr oder weniger zu heilen. Krankenschwestern und Krankenpfleger werden Wärter bzw. Wärterinnen genannt. Männer, die ihren Job verloren haben, nehmen diesen Job an um nicht auf der Straße zu landen.
                                                                      Es ist die Geschichte von Elisabeth, die als Wärterin in der Charité arbeitet, von Professor Dieffenbach einem dortigen Arzt und von vielen anderen Betroffenen zur damaligen Zeit. In Berlin herrscht die Cholera und die Ärzte sind machtlos. Auf der Suche nach Ursachen für diese Epidemie gibt es verschiedenste Theorien, die aus heutiger Sicht natürlich völlig illusorisch sind. Die Patienten liegen mit allen möglichen Krankheiten in großen Krankensälen. Immerhin haben die Patienten eigene Betten. Aber es riecht in den Sälen. Zur Geruchsverbesserung wird aromatischer Rauch in den Krankensälen verströmt. Aber auch der Zustand in den anderen Bereichen der Charité ist verstörend. Patienten, der Irrenanstalt werden, wenn sie nicht beschäftigt werden können, angekettet. Die Charité war zu dieser Zeit das einzige Krankenhaus und platzt offensichtlich aus allen Nähten. Viele heute bekannte Krankheiten werden skizziert und man kann, ohne wissenschaftliche Belehrung, erfahren wie damals verfahren wurde. So wurden Operationen ohne Betäubung durchgeführt. Die Patienten mussten festgehalten werden, um sich lebensrettenden Operationen unterziehen zu können. Und genau diese Handlungsstränge machen das Buch so informativ, interessant und lesenswert. Wunderbar vermischt die Autorin die einzelnen Erzählstränge mit einzelnen Schicksalen die die Handlung vorantreiben.
                                                                      Besonders lesenswert wird das Buch durch Persönlichkeiten die jeder kennt und die geschickt in die Handlung mit eingebaut wurden. So trifft man beim Lesen auf Heinrich Heine, oder aber auch auf die Humboldt-Brüder. Aber auch die Beschreibungen von Berlin, die Umgebung rund um die Charité in Berlin lassen einen erahnen, wie es damals in und um Berlin ausgesehen haben mag.

                                                                      Für mich war das ein überaus gelungener Ausflug in die Vergangenheit. Aus heutiger Sicht ist das eigentlich gar nicht mehr vorstellbar. Umso besser, dass es darüber Bücher gibt, in denen über die damaligen Gegebenheiten berichtet wird. Ich habe sehr viel über die einfache medizinische Behandlung in damaliger Zeit erfahren und die vergeblichen Versuche der Mediziner Menschenleben zu retten. Ich kann allen diesen wunderbar recherchierten, historischen Ausflug in die Zeitgeschichte empfehlen. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

                                                                      Nadine U.

                                                                      Beiträge 5
                                                                      09.08.2018

                                                                        Der Roman „Die Charité“ von Ulrike Schweikert ist im Juni 2018 im Verlag Rowohlt Taschenbuch erschienen.

                                                                        Schauplatz des Romans ist wohl das berühmteste Krankenhaus Deutschlands – die Charité in Berlin. Im Jahr 1831 wird Berlin von einer Choleraepidemie heimgesucht. Fortan versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen herauszufinden, wie Cholera übertragen wird und ein Heilmittel zu entwickeln.
                                                                        Zu dieser Zeit nimmt Elisabeth eine Stelle als Wärterin an und kümmert sich aufopferungsvoll und mit viel Freundlichkeit und Hingabe um ihre Patienten, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Leider teilen nicht alle Wärterinnen die gleiche Einstellung wie Elisabeth, so dass sie oftmals in die Schusslinie gerät.
                                                                        Nebenbei entdeckt Elisabeth ihr Interesse für Medizin und für einen ganz bestimmten jungen Arzt.
                                                                        Die Hebamme Martha gibt nach einem schlimmen Vorfall ihren Beruf auf und fasst im Totenhaus der Charité Fuß. Dadurch hat sie bessere Arbeitsbedingungen und kann besser für ihren Sohn sorgen.
                                                                        Die Gräfin Ludovica ist unglücklich mit einem Hypochonder verheiratet und findet Trost in der Freundschaft und den Gesprächen mit Professor Dieffenbach.

                                                                        Ulrike Schweikert hat sehr anschaulich beschrieben, welchen Entwicklungsstand die Medizin zur damaligen Zeit hatte: wie der Wissensstand der Ärzte zur Entstehung und Übertragung sowie zur Behandlung von Krankheiten war; welche Behandlungsmethoden angewandt wurden; welche Qualen die Patienten erleiden mussten. Unvorstellbar, das Operationen ohne jegliche Form von Narkose durchgeführt wurden. Ganz zu schweigen von den hygienischen Bedingungen, die damals herrschten und deren dramatische Auswirkungen.
                                                                        Auch die Darstellung der einzelnen Abteilungen und deren Behandlungsspektrum waren beeindruckend. Viele namenhafte Ärzte waren damals in der Charité tätig, denen wir dank ihres Forscherdranges so einige Erkenntnisse verdanken.
                                                                        Interessant war zudem die Entwicklung der Krankenpflegeschule. Schon damals wurde erkannt, dass die Wärterinnen spezielle Anforderungen mitbringen und eine entsprechende Ausbildung absolvieren sollten, um diese Arbeit zum Wohle der Patienten ausführen zu können.

                                                                        Neben der medizinischen Entwicklung vermittelt Ulrike Schweikert ein klares Bild über die Stellung der Frau zur damaligen Zeit.

                                                                        Aufgrund der vielen Charaktere (vorwiegend Ärzte), die in dem Buch vorkommen, hätte ich zur besseren Orientierung eine Übersicht mit den Ärzten und deren Position in der Charité gut gefunden.
                                                                        Im Nachwort klärt die Autorin kurz über einige Protagonisten und deren wirkliche Existenz (oder auch nicht) auf. Hier hätte ich mir mehr Informationen über das Wirken und Schaffen einzelner Ärzte usw. gewünscht.

                                                                        Fazit
                                                                        Ulrike Schweikert ist eine sehr gute Verbindung zwischen Historie und Fiktion gelungen. Dem Roman ist es anzumerken, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat und diese Informationen in authentische Protagonisten und Handlungen einfließen ließ.
                                                                        Dieses Buch empfehle ich jedem, der Interesse an der Entwicklung der Medizin und der Charité hat.

                                                                        Kittekathy

                                                                        Beiträge 26
                                                                        01.08.2018

                                                                          Ein Buch welches inhaltlich gut ist aber alles in allem sehr schnell springt.

                                                                          Ich finde , die Beschreibung der Anfänge der Medizin und das drumherum gut beschrieben aber manchmal kommt das zu kurz.
                                                                          Die Sprünge der Zeit sind wiederum sehr schnell, so ist man von einer Seite zur nächsten schon ein ein JAhr weiter.

                                                                          Die Geschichte im Buch finde ich gut, da wird der "Beruf" der Krankenschwester früher Wärterin beschrieben, unter welchen Umständen man eingestellt wurde und was für Aufgaben zu erfüllen waren.
                                                                          Die Ärtze in der damaligen Zeit waren teilweise gedanklich weiter und manche waren noch von der spirituellen Variante , sodass es da auch zu kleinen Kämpfen kam.
                                                                          Die Hebammen hatten ein gutes Ansehen, da ihre Kenntnisse fast gleich gestllet wurden, mit angehenden Ärtzen.
                                                                          Im BUch werden einige Operationen beschrieben und Krankheiten, und wenn man bedenkt, es gab noch keine Narkose, dann ist es schaurig zu lesen, was die Menschen aushalten mussten.

                                                                          Alles in allem ein schönes Buch aber ich empfinde es als dei Spitze dessen, was noch alles geschrieben werden kann.

                                                                          brigitte_schreiter

                                                                          Beiträge 70
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                                                                          Zum Inhalt: Authentische Geschichten über Leben und Tod im bekanntesten Krankenhaus Deutschlands, der Charite in Berlin.
                                                                          Die Autorin Ulrike Schweikert hat sehr gut recherchiert und die Zeit ab 1830 sehr gut dargestellt.Auuch gefiel mir die Darstellung der Protoganisten und man konnte sich gut hineinversetzen.
                                                                          Im Mittelpunkt steht die charite in Berlin und vor allen die junge Pflegerin Elisabeth.
                                                                          Es werden die gesellschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit gut erläutert. Die Frauen hatten damals keinerlei Rechte. Ärzte durften sich nicht mit den Krankenpflegerinnen einlassen, auch gab es noch keine Ehescheidungen.
                                                                          Die Cholera ist in berlin ausgebrochen und Ärzte und pflegerinnen versuchten ihr Möglichstes um die Krankheit zu bekämpfen.
                                                                          Ein rundum gut gelungener historischer Roman mit identischen Protoganisten.
                                                                          Teilen
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                                                                            Spannend und informativ

                                                                            Im Jahre 1831 wütet die Cholera in Berlin. Professor Diefenbach und seine Kollegen kämpfen an der Charité verzweifelt um das Leben der, überwiegend bettelarmen, Patienten.
                                                                            Ulrike Schweikert hat hier historische Fakten und fiktive Charaktere auf unglaublich spannende Art und Weise verwoben.
                                                                            Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und modern, so dass man förmlich durch die Seiten fliegt.
                                                                            Sehr gut hat mir gefallen, dass man Einblicke in alle verschiedenen Bevölkerungsschichten der damaligen Zeit erhält.
                                                                            Insbesondere das Leben und die persönliche, sowie berufliche Entwicklung der Wärterin Elisabeth hat mich sehr gefesselt.
                                                                            Die Beschreibungen der Operationen und Behandlungsmethoden sind zum Teil sehr detailliert und für uns moderne Menschen heutzutage kaum noch nachvollziehbar. Schockierend, mit welchen Methoden man damals beispielsweise Wochenbett-Depressionen "heilen" wollte!

                                                                            Fazit:
                                                                            Ein toller, historischer Roman in moderner Sprache, der zu keiner Zeit Längen aufweist und sowohl informativ, wie auch unterhaltsam ist.
                                                                            Absolute Leseempfehlung!

                                                                            Ophelia19

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                                                                              Ich habe das Buch im Bücherregal meiner Schwester entdeckt, die historische Romane regelrecht verschlingt (ich bin da eher Flexitarier). Da ich kurz davor die Miniserie über die Charité gesehen hatte, interessierten mich die medizinische Thematik und die Geschichten rund um das Berliner Krankenhaus. Besonders interessant fand ich auch die Zeit, in der der Roman spielt, 1831, also eine Zeit, in der die moderne Medizin noch in den Kinderschuhen steckte und von Gleichberechtigung der Geschlechter, gerade was die Hierarchie im Krankenhaus angeht, noch überhaupt nicht die Rede sein konnte.
                                                                              Daher war es auch spannend die Handlung aus der Sicht von drei unterschiedlichen weiblichen Charakteren zu verfolgen.
                                                                              Martha, eine Hebamme, die es aber im Laufe der Handlung in das Totenhaus der Charité verschlägt, Elisabeth, eine junge Wärterin in der Charitè, die ihre LIebe zur Medizin entdeckt, allerdings als Frau keine medizinische Ausbildung, geschweigedenn ein Studium der Medizin anstreben darf und Gräfin Ludovica, die ihrerseits versucht, die Umstände, unter denen in der Charité gearbeitet wird, zu verbessern. Drei starke Frauen und starke Charaktere, deren Leben und Schicksale fast nicht unterschiedlicher sein könnten und die doch gemeinsam für eine humanere medizinische Versorgung und Frauenrechte kämpfen. Und nebenbei kommt auch die Liebe nicht zu kurz.

                                                                              Besonders herausragend fand ich an dem Buch, dass medizinische Vorgänge wie Behandlungen oder Operation wirklich sehr detailliert beschrieben wurden (nichts für allzu zimperliche Gemüter). Die Recherche, die Ulrike Schweikert in ihren Roman investiert hat (das muss eine Heidenarbeit gewesen sein), hat sich auf jeden Fall gelohnt! Auch die Figuren sind alle auf ihre Weise in meinem Kopf "real" geworden und man hat nach der Lektüre des Romans tatsächlich auch das Gefühl ganz nebenbei ohne es zu bemerken etwas über die Geschichte der Medizin gelernt zu haben.

                                                                              bud

                                                                              Beiträge 29
                                                                              29.07.2018

                                                                                Die Geschichte der Charite´ wurde so anschaulich und spannend mit den handelnden Figuren verknüpft. Ich könnte das Buch nicht aus der Hand legen ! Wäre nur nicht das immer wieder benutze Klischee von Schwester heiratet Arzt. Es ist schön aber sehr unwahrscheinlich ,das in der damaligen Zeit eine solche Liebesgeschichte- kein unseliges Ende gefunden hätte. Der Standesdünkel war eine unüberwindbare Mauer.
                                                                                Trotz sehr konstruierter , sehr romantischer Liebesgeschichte ein interessantes Buch , das den Appetit auf mehr Geschichte der Medizin weckt.